Bericht vom Riot Fest – Teil 1

Lineup

Das Riot Fest ist ein jährliches Rock/Punk/ Emo/ Hip-Hop Festival im vorstädtischen Chicago. Bis 2014 fand das Event immer im Humboldt Park statt, musste aber für das Jahr 2015 in den Douglas Park verlagert werden. Mit einer Dauer von drei Tagen und einer Teilnehmerzahl von 160.000 Menschen, welche mit 50.000 Besuchern allein am Haupt-Headliner Day gipfelt, ist das Festival für sein unglaublich gutes Line-Up bekannt, welches Menschen aus allen Teilen der USA und Canada, aber auch aus allen anderen Teilen der Welt anzieht. Größtenteils spielen talentierte Künstler, welche auf den  meisten, wenn nicht sogar auf  allen europäischen Festivals als Headliner vertreten wären.

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Dieses Jahr hat sich Rockfreaks.net das Lineup angeguckt und einen Blick auf die angekündigten Bands geworfen, indem sie kleinlich fast alle  Bands von namenhaft bis weniger bekannt  durchgegangen sind, um wenigstens eine Gruppe zu finden, die nur ein müdes Schulterzucken auslöst oder gar jedem unbekannt ist.

Wir haben die letzte Band des Line-Ups erreicht und fast jede Band, egal welchen Bekanntheitsgrades, wurde von mindestens einem unserer Mitarbeiter als eine gute Auswahl empfunden.

Also haben wir eine Reise geplant und sendeten ein Kontingent von Autoren über den Atlantik, um herauszufinden, worum sich auf diesem Festival alles dreht.

Lies weiter, um unsere tiefgehende Analyse des Festivals zu erfahren oder überspringe diese gleich, um direkt zu den Reviews zu gelangen.

Riot Fest ist kein Camping-Festival. Das heißt, dass fast alle Hotels, Motels und Airbnbs n der Umgebung des Festivals garantiert für das Festival-Wochenende ausverkauft sind. Jene, die extra zum Festival anreisen und Unterkunft benötigen müssen zudem noch mit deutlich erhöhten Preisen rechnen.

Außerdem ist die offiziell verbundene Agentur für Hotelbuchungen Curadora kein zuverlässiger Partner. Unsere Reservierung wurde zwei Wochen vor unserem Aufenthalt gekündigt und wir wurden in einem anderen Komplex untergebracht, welcher um einiges schlechter war als das, was wir ursprünglich gebucht haben.
Und das auch nur nachdem wir über eine Stunde am Telefon mit einem ahnungslosen Mitarbeiter vom Kundendienst verbracht haben, welcher uns an einem Ort unterbringen wollte, welcher 40 Auto-Minuten vom Festival entfernt ist. Nicht empfehlenswert.

Glücklicherweise ist die Stadt gut mit Uber und Lyft ausgestattet, durch welche es dank einer Partnerschaft kein größeres Problem darstellte, zum Festival und wieder zurück zu kommen., obwohl unser Hotel 15 bis 20 Minuten von Douglas Park entfernt war.

Mit einer atemberaubenden Skyline aus Wolkenkratzern im Hintergrund, ist der Douglas Park eine riesige Grünanlage nach europäischen Standards, welche mit Leichtigkeit die 160.000 Besucher des Riot Festivals aufnehmen kann (Die Zahlen basieren auf unserer Recherche; keine offiziellen Zahlen sind verfügbar.). Den Park durch die Tore zu betreten war eine effiziente und schmerzlose Erfahrung, im Gegensatz zu der exzessiven Durchsuchung unserer Taschen bevor uns der Eintritt gewährt wurde. (Die Geschlechter waren getrennt,was eine konstante Schlange im Wartebereich der Damen bedeutete.)

Wenn man das Festival durch den Haupteingang betritt, läuft man gleich am Merchandisestand vorbei, an welchem die Fanartikel der Bands, die am jeweiligen Tag spielen, einfach angeboten werden. Das festivaleigene Merchandise wurde an verschiedenen Ständen angebote, die über das Festivalgelände verteilt waren. Band-Merch hingegen war nur in der Nähe des Eingangs zu finden. – Das war eine gute Entscheidung, da man so schnell nach dem Betreten des Geländes die vorhandenen Shirts der spielenden Bands durchgucken konnte und so nicht mehr häufiger im Laufe des Tages zurück zu dem Stand kommen müsste.

Kneipen und Einrichtungen

Eine Vielzahl an Bars waren in günstiger Lage auf dem Festivalgelände zu finden. Dort gearbeitet hat freiwilliges Personal, welche ihre Bezahlung nur durch Trinkgeld erhielten. Überall wurde das gleiche Zeug serviert: helles Bier und mit Wasser gestrecktes Heineken. Nur die All Rise Brewing Company Kneipe bot IPA und APA Biere zu in etwa den selben Preisen an. Man zahlte $8 pro Pop; Cider und Bier hatten den gleichen Preis und außerhalb des VIP-Bereichs konnte man keinen harten Alkohol erwerben. Da ist ziemlich teuer, besonders wenn man immer einen Dollar pro Drink als Trinkgeld dazurechnen muss. (nicht verpflichtend, aber erwartet). Im Vergleich zum Roskilde Festival mag das nicht teuer sein, aber das Nachtleben Chicagos bewies doch, dass die Preise auf dem Festival drastisch erhöht wurden. Besonders, wenn man weißt, dass man ein großes Glas Three Floyds für $7 Dollar in einer Bar bekommen konnte, die nur eine kurze Taxifahrt entfernt lag.

Während des Festivals gab es kaum Warteschlagen vor den Kneipen. Das kann vielleicht damit erklärt werden, dass sich die Alkoholkultur der Amerikaner stark von der von uns Europäern unterscheidet: Während wir uns ab der Mittagszeit den ganzen Tag lang Bier in uns hineinkippen, scheinen die Amerikaner nicht vor sieben oder acht Uhr abends Alkohol zu trinken. Also bekamen wir fast kein seltsames betrunkenes Verhalten wie es auf europäischen Festivals zur selben Zeit am Abend normal wäre.

In den Bars konnte nur bar gezahlt werden, aber auf dem Festivalgelände waren unglaublich viele Geldautomaten zu finden, sodass wir niemals das Gefühl hatten kein Bargeld mehr bei uns zu haben.

Planung

Auf Grund der Sperrstunde ab zehn Uhr abends, haben zu dieser Zeit schon alle Headliner gespielt. Es war eine erfrischende Veränderung, dass man sich nicht bis nach Mitternacht größere Bands ansehen musste. Davon könnten andere Festivals noch lernen. Die relativ kurzen Auftritte (30 Minuten bis einer Stunde) bedeutete, dass auch kleinere Bands problemlos einen guten Auftritt abliefern konnten, ohne auf Filler-Songs zurückgreifen zu müssen. Bands wie Bad Religion hätten so locker noch eine halbe Stunde länger spielen können, aber mit so vielen Bands im Lineup war wohl alles gut so wie es war.

Bezüglich der Planung muss man sagen, dass es beeindruckend ist wie wenige furchtbare Überschneidungen der Auftritte es gab, obwohl so viele gute Bands auf dem Festival vertreten waren. Die einzige größere Überschneidung dieses Jahr war die letzte Aufführung der Motion City Soundtrack Show zeitgleich mit The Hold Steady, welche „Boys and Girls in America“ in voller Länge spielten, und natürlich das Riesendurcheinander, bei dem Jimmy Eat World / Pepper / Glassjaw / Off With Their Heads / Turnover alle zur selben Zeit spielten.