Riot Fest: Das Gute, das Schlechte, das Hässliche

Das Gute, das Schlechte, das Hässliche

Wie immer runden wir unseren ellenlangen Artikel mit der Rubrik „Das Gute, das Schlechte, das Hässliche“ ab, in welcher wir unsere Gedanken und Gefühle über das Festival preisgeben und aufzeigen, was noch ausbaufähig ist.

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Das Gute

  • Bier und Cider wurden, statt in Plastikbehältern, in großen Dosen in Bars verkauft.
  • Viel Auswahl am Buffet – es gab auch exotische Sachen wie Paella, welche  man nie auf einem europäischen Festival finden würde – für einen vernünftigen Preis
  • Viele Geldautomaten, sodass man nie anstehen muss, um Geld abzuheben.
  • Die Bühnen standen relativ nah beieinander, sodass man schnell zu Bands kam, die nacheinander spielen.
  • Nicht-musikalische Aktivitäten wie das Riesenrad oder Zirkus Shows
  • Keine Warteschlangen an Bars, Essensbuden oder am Eingang
  • Eine spezielle Bierbar, welche IPA/APA anboten
  • Guter Sound auf den meisten Bühnen (auch, wenn es sich bei manchen Bands grausam anhörte)
  • Große Vielfalt bei den Bands auf dem Riot-Fest in den Genres Punk/Emo/Alternative/ Hip Hop
  • Überall gab es Mülleimer. Ein sauberes Festival!

Das Schlechte

  • Die Hauptbühne sollte größer sein, sodass man das Publikum von Bands wie Misfits oder Bad Religion unterbringen kann
  • Die Bühnennamen waren sich zu ähnlich. Roots/Riot/Rise/Rock – total verwirrend!
  • Zu wenige Toiletten. Ab sieben Uhr abends gab es große Schlangen vor den Toiletten. Nächstes Jahr sollten mindestens 30% mehr Möglichkeiten aufgestellt werden.
  • Die VIP Lounge sieht aus, als wär sie das Geld nur wert, wenn es regnet, da es dort eine Überdachung gibt.
  • Es gibt, abgesehen vom Boden auf dem Hauptgelände, keinerlei Sitzmöglichkeiten. Es wäre fürchterlich den ganzen Tag zu stehen, wenn es regnet.
  • Unterkunftsmöglichkeiten auf der Website, da Curadora kein verlässlicher Partner ist. Ich habe einige Geschichten, einschließlich unserer gehört, in denen die Reservierung der Gäste nicht geschätzt wurde und sie von einem guten Hotel in ein miserables versetzt wurden.
  • Verglichen mit dem Rest Chicagos sind die Getränke überteuert. 8$ pro Drink plus Trinkgeld
  • Wellenbrecher verlaufen in der Mitte des Publikums. Stattdessen sollte es einen großen Pit pro Bühne geben. Die Bühnen sind nicht groß genug für zwei Pits.
  • Bands beginnen früher/später an zu spielen als geplant. Nicht einmal fünf Minuten zu früh sind okay, da man so schon sein Lieblingslied verpassen könnte, weil man dem Plan vertraut hat.
  • Datenvolumen/Internet sind während der Hauptkonzerte praktisch tot. Das ist kein großes Problem, aber es ist schwierig, an ein Lyft/Über am Rideshare-Stand zu kommen. Bedenkt einen temporären Mobilfunkmast aufzustellen, um Kapazität zu gewährleisten
  • Kein Alkohol in Piña coladas 🙁

Das Hässliche

  • Keine getrennten Pissoirs für Männer – ein ziemlich ineffizientes Erlebnis!

Jeden Abend ging das Toilettenpapier aus.

Riot Fest: Abschließendes Lineup Review

Leftöver Crack @ 13:45-14:25 on Riot Stage

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Die Band Leftöver Crack bildete sich aus der Asche von Choking Victim. Sie gehören zu den Kultbands die eigentlich nie Konzerte geben, aber zur Zeit spielen sie immer mal wieder hier und da ein paar Festivals. Heute haben sie ein paar Gäste mit auf die Bühne gebracht, unter anderem Kate Coysh, deren Schrei gruselig und beeindruckend zugleich ist und Matt, dessen vollen Namen und Band ich nicht ganz verstanden habe. „Dieses Lied handelt davon POLIZISTEN ZU TÖTEN“, schreit Stza bevor mit „One Dead Cop“ eine energische und vor allem lebendige Performance abgeliefert wird. Aber die größeren Gesangchöre sind erviert für Choking Victim Cover wie „500 Channels“ und „Crack Rocksteady“, den Skacore Songs, die  sowohl zum Pit Dancing einladen als auch das Publikum dazu bringen leidenschaftlich mit zu grölen. Das größte Sing-Along gebührt aber der „Fuck the Police“-Stelle in „Gang Control“, was uns ziemlich aufwühlt, gerade in Angesicht der rassistischen Spannungen in den USA. Viel Zeit des Auftritts wurde politischen Themen gewidmet, wobei gerade Polizeigewalt stark hervorgehoben wurde. Stza und anarchische Politik gehen Hand in Hand, also musste man mit so einem Thema rechnen, auch, wenn einige Probleme aus einer nordischen Perspektive eher fremd erschienen. Die besten Songs waren heute die melodischen Skacore Stücke, zu welchen weite Teile des Publikums tanzten, aber auch die härteren Sachen funktionierten gut. Es war ein vernünftiger Auftritt, der in einem Club mit Sicherheit episch sein würde.

Andrew W.K. @ 14:50-15:30 on Rise Stage

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Eine dramatische Luftschutzsirene erklingt als Andrew WK sich auf seinen extravaganten Auftritt vorbereitet. Der selbsternannte Party-König überspringt die Formalitäten und beginnt gleich mit „Let‘s Party“, wo er seine seltsamen Gesichtsausdrücke und verrückten Keyboard Skills zum Besten gibt. In einer Etappe spielt er sogar die ganze amerikanische Nationalhymne nur mit der Verzerrung seiner Gitarre. „She is Beautiful“ and „It‘s Time To Party“ sind zwei der frühen Highlights. Aber ehrlich gesagt ist das alles vorhersehbar und idiotisch, also entschlossen wir uns unsere Zeit besser zu nutzen, und im Schatten zu entspannen, um mal aus der stechenden Sonne herauszukommen anstatt Pint-Große Dosen in das Publikum wirbeln zu lassen oder was auch immer da sonst in den Pits abging. Trotzdem schien jeder Spaß zu haben, also war es wahrscheinlich eine gute Show.PP

A Will Away @ 15:30-16:00 on Storyheart Stage

A Will Away aus Connecticut sind jung und ihren beiden Eps „Cold Weather“ und „Bliss“ nach zu urteilen verwandelt sich die Band gerade von emo/pop-punk (wie You Me At Six) zu einer eher verträumten Variante vergleichbar mit Transit oder Elder Brother. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Band vor einem kleinen, aber neugierigen Publikum verhält, das nachmittags an der Storyheart Stage herumhängt. Dummerweise zerbricht der Sänger/Gitarrist Matt Carlson  sehr schnell ein Pedal, was laut seiner Aussage das schlimmste war was passieren konnte. Nachdem er die Situation  aber so gut er konnte hingebogen hat, rockt Carlson weiter. Obwohl er nicht alle Töne perfekt trifft, hört man dennoch immer wieder Töne ins einer Stimmung, die für Aufsehen sorgen. Außerdem scheint er ein ganz sympathischer Kerl zu sein, da er sich immer wieder beim Publikum dafür bedankt, dass man sich dafür entschieden hat A Will Away auszuchecken. Die Gruppe muss ein paar stilistische Dinge an ihrer Performance ausbessern (Sie ließen außerdem den ansprechensten Song „Masochist‘s Daughter“ aus ihrem Set raus) bevor sie vollkommen überzeugen können, aber sie haben noch eine Menge Zeit und noch mehr Potential.

Thursday @ 16:00-16:40 on Roots Stage

Auch, wenn es eine große Anzahl von ungewöhnlichen, einmalige, Abschieds und Wiedervereinigungs- Konzerte auf dem Riot Fest 16 gab, war Thursday sechstes Konzert nachdem sie sich Anfang des Jahres wieder zusammengefunden haben (2011 haben sie sich getrennt) eines der gefragteren Konzerte. Das letzte Konzert der Band fand am Vortag in einem Club in Chicago statt, wo sie, laut Sänger Geoff Rickly, „ruhigere Stücke“ gespielt haben. Nachdem er zurück auf die Bühne klettert nachdem er zum ersten Track „For The Workforce Drowning“ in den Moshpit rannte, verkündete er, dass heute die Tracks schlechthin gespielt würden. Er hat nicht gelogen. Die Set-List beinhaltete die meisten Hits von “Full Collapse“ (2001), “War All the Time“ (2003), “A City by the Light Divided“ (2006)  wie auch das quasi legendäre Stück „Jet Black New Year“ aus der EP „Five Stories Falling“ von 2002. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat sich niemand beklagt.

In der Performance steckt eine Menge Power, aber Ricky scheint noch eine die treibende Kraft zu sein. Er ist ein formidabler Frontman, der durch sein Tanzen, seine Gewaltausbrüche und seine Stimme stetig für Unterhaltung sorgt. Leider ist der Mix nicht auf seiner Seite, da die stärksten und emotionalsten Momente in Tracks wie „Counting 5-4-3-2-1“ und „Division St.“ im Chaos untergehen. Eine andere Sache, die den Auftritt von Thursday nicht unvergesslich macht ist, dass sie einen viel zu frühen Auftritt hatten, da der Emo-Rock besser in der Dunkelheit oder zumindest im Sonnenuntergang zur Geltung kommen. Deshalb ist es zu weit gegriffen zu behaupten, dass die Performance von Thursday auf dem Riot Fest 16 triumphal war, aber unterwürfige Fans werden solche Aspekte sicher ignorieren können, da sie nur ihre Lieblingslieder wieder hören wollten, also ist diesen Fans sicher der Traum in Erfüllung gegangen, an den sie gedacht haben, als sie das Ticket kauften.

The Wonder Years @ 16:00-16:45 on Rise Stage

Es ist vier Uhr nachmittags und das Publikum ist begeisterungsfähig. Einer meiner Fotografinnen klopfte mir auf die Schulter und sagte mir, dass es Crowdsurfer geben würde und ich antwortete ihr, dass ich das wüsste und einer von ihnen sei, wenn ich nicht unglaublich teures Equipment dabei hätte. Kurz nachdem „I Don‘t Like Who I Was Then“ anfing, sah man schon den ersten Crowdsurfer. Der Sänger Dan „Soupy“ Campbell hatte ein fettes Grinsen auf dem Gesicht und streckte seine Arme aus als würde er das Publikum umarmen wollen, aber auch, um sie in den Refrain zu führen: “I think I’m growing into someone you can trust. I want to shoulder the weight until my back breaks, I want to run until my lungs give up.“ Das neue Album der Band ist ziemlich depressiv, aber eine gute Veröffentlichung. „No Closer To Heaven“ machte aus den Pop-Punk-Helden, welche der Vorstadt entfliehen wollten, eine Band, die ziemlich schwerwiegende Thematiken anspricht, wie zum Beispiel alle Freunde zu verlieren. Während die Band den Song „Cigarettes and Saints“ spielt, welcher davon handelt, dass sie ihren Freund Mike Pelone verloren haben, schalten die Crowdsurfer einen Gang runter, bevor sie bei dem explosiven Refrain von „There There“ wieder anfangen. Ein paar ältere Songs wie „Local Man Ruins Everything“ und „Dismantling Summer“ kommen nicht so gut an, weil sie Lücken aufweisen, die die dichte Performance stören. Alles in Allem zeigen, dass sie eine Band sind, die richtige Killer-Alben schreiben kann und zugleich auch noch eine gute Live Performance abliefert, womit sie die meisten „Pop-Punk“ Bands auf Fesitvals übertreffen.

Can’t Swim @ 16:30-17:00 on Storyheart Stage

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Auf ihrer Debüt-EP „Death Deserves A Name“ haben Can‘t Swim wohl einer der bemerkenswertesten neuen Songs des Jahres herausgebracht. „Your Clothes“ machte sie zu einer guten Alternative für Fans des wirklich depressiven Punk Rocks wie der von Off With Their Heads oder Captain, We‘re Sinking. Dieser Stil ist an einem sonnigen Nachmittag komplett fehl am Platz. Durch die komische Location ist die Performance etwas ungelenk. Gitarrist Mike Sanchez spielt mit Bedacht und der Bassist Greg McDevitt überzeugt mit schönen und dunklem Background-Gesang, welche völlig in Ordnung sind. Jedoch überbreit es Frontman Chris Loporto mit dem Schreien und schafft es häufiger nicht die Töne zu treffen, während er veröffentlichte und unveröffentlichte Songs der Band singt. Wie bei A Will Away ist Potential gegeben, aber der Tag und die Umgebung sind nicht passend für die Band, der es noch an Erfahrung mangelt, um eine überzeugende Show zu liefern.

Bad Religion @ 16:45-17:25 on Riot Stage

Die Temperaturen sind ein wenig heruntergegangen und es scheint als hätte sich das ganze Riot Festivals versammelt, um die Punk-Rock Legenden „Bad Religion“ zu sehen.Ich habe die Band schon etwa vierzehn mal gesehen, also können sie nicht viel machen, um mich vom Hocker zu hauen, aber eine gute Set-List und ein Publikum, das mitsingt würden für einen fantastischen Auftritt auf jeden Fall reichen, um mich zu beeindrucken. Es fängt mit „Fuck You“, „Atomic Garden“ und „Los Angeles Is Burning“ an, wo schon kräftig mitgesungen wird, aber noch viel lauter wird die Menge bei „21st Century Digital Boy“, was gleich danach gespielt wird. „Stranger Than Fiction“ und „Recipe for Hate“ werden nicht allzu laut mitgesungen, da sie unbekannter sind, aber sie erhalten trotzdem einen soliden Chor. „Generator“ ist neben „Sorrow“ wohl voraussehbar einer der Favoriten der Menge, da diese von massiven Chören begleitet werden. Generell spielt diese Band so viele gute Songs, dass man die Set-List wertschätzen muss, besonders, wenn man bedenkt, dass die Band schon seit 35 Jahren besteht. „Fuck Armageddon, This Is Hell“ und „Do What You Want“ schließen den Auftritt mit noch mehr klassischen Punk Rffs ab und lässt uns zurück, die mehr von Bad Religion sehen wollen, obwohl nichts mehr auf der Bühne passiert. Fantastischer Auftritt, guter Sound und brillante Songs.

Underoath @ 17:30-18:30 on Roots Stage

Für die Post-Hardcore Szene gab es schlimmere Verluste als die Auflösung von Underoath 2013. In einem Genre, das häufig dafür kritisiert wird, vor allem Teenager anzusprechen und Copy/Paste Methoden beim Songwriting, war das Sextett aus Tampa ein Lichtschein der Exzellenz, sowohl in musikalischer als auch in gesanglicher Hinsicht. Zu sehen, dass sich die sechs Mitglieder, nach einer kürzeren Pause, wieder zusammentun und besser spielen als je zuvor ist großartig! Es ist als wär die Zeit stehen geblieben, da Spencer Chamberlain, Timothy MacTague und Christopher Dudley (Gesang, Gitarre, Tasten) mal wieder für den Most-active-on-stage award während sie die rhythmischen und abwechslungsreichen Tracks der Band spielen. Abgesehen von der härteren Musik, zieht die Band eine Masse zur Roots Stage  an, die etwa an das Publikum von Jimmy Eat World und Motion City Soundtrack Konkurrenz macht, was es problematisch macht, jeden zufriedenstellend zu beschallen. Aber die Songs und die enthusiastische Band liefern trotzdem eine gute Show. Die klarere Stimme Chamberlains harmoniert gut mit dem zurückgekehrten Drummer Aaron Gillespie, während die Band in ihr Album „They‘re Only Chasing Safety“ eintauchen, mit welchem sie ihren Durchbruch 2004 verzeichneten. Das Publikum sing bei den melodischen Parts von „Reinventing Your Exit“ und „Dangerous Business Walking Out Your Front Door“ mit. In einem Moment dominiert die Nostalgie und die Angst der Myspace Jahre die Atmosphäre, während „Breathing A New Mentality“ aufzeigt, dass die Band auch chaotischer und klaustrophobische Kapazitäten aufzeigt. Das beste war aber von Chamberlain zu hören, dass sich die Band erst wieder auflöst, wenn Chris Dudly seine Haare verliert, waswohl nicht in näherer Zukunft passieren wird. Es ist schwierig sich an ein Festival mit Underoath zu erinnern, bei dem Underoath nicht zu den Top 5 der besten Bands gehörte und eine Stunde Spielzeit viel zu wenig war, um sich von ihrer Abwesenheit zu erholen.

Deftones @ 18:35-19:35 on Riot Stage

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Ich bin immer gespannt Deftones zu sehen, weil sie einer meiner ersten Lieblingsbands waren. Dennoch muss ich sie irgendwann mal außerhalb eines Festivals erleben. Ihr Auftritt heute Abend ist wie gewohnt: laut, atmosphärisch und solide. Ihre Set-List ist sehr gemischt und vor der Bühne rocken viele Leute zu den Tracks. Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist diese vielschichtige Musik auf einer Outdoor-Bühne gut klingen zu lassen, besonders, wenn es darum geht ein sehr flaches Areal zu beschallen. Oft bin ich genervt davon, wie sehr Songs ineinander übergehen und zu einer einzigen Geräusch-Suppe verkommen. Die Qualität der Songs ist trotzdem nicht abzustreiten und viele Lieder stechen auch aus der Masse hervor. Neuere Songs wie „Geometric Headdress“, „Swerve City“ und „Gore“ machen einen guten Eindruck, ebenso wie meine alten Favoriten wie „Digital Bath“, „Knife Party“, „Change (In the House of Flies)“ und „My Own Summer (Shove It)“ – die letztern bekamen einen großen Applaus und zahlreiche Chöre. Das ist trotzdem nicht die beste Show, die ich mit der Band hatte, was aber nichts mit der Gruppe an sich, sondern viel mehr mit den Konditionen zu tun hatte.

Rob Zombie @ 19:40-20:40 on Roots Stage

Rob Zombie trägt ein schändliches Outfit auf der Bühne, welches ihn aussehen lässt wie eine Halloween-Version von Elvis. Hinter ihm ist eine spektakuläre Light Show und eine riesige Vorrichtung, auf welcher ein riesiger Ghettoblaster, Banner und ein Videobildschirm, der Stop Motion Bilder zeigte. Ich schätze, man muss mieses Songwriting kompensieren, wenn die Lieder nicht von sich aus überzeugen können. Aber kümmert euch nicht um meine Meinung: Mr. Zombie selbst sagt nachdem er das „White Zombie“ Album Set gespielt hat, dass er es hasst den alten Kram zu spielen, weil früher jeder völlig durchgeknallt war. Achja? Wieso denken Sie so, Mr. Zombie? Kann es sein, dass dein Stil zu stereotypisch und überholt für 2016 ist? Die Show wird nur durch einen riesigen Roboter gerettet, der auf der Bühne tanzt, während das Publikum im Einklang springt und Zombie am Wellenbrecher performt (Ich hätte nicht gedacht, dass ein Rockstar seiner Größe sich zu den Barrieren herablasssen würde, muss ich zugeben), aber die Songs sind so typisch wie Mainstream Hard-Rock nun einmal ist. Zzzz [6] PP

Creeper @ 20:30-21:00 on Storyheart Stage

Mit den lila Herzen und Sensen-Logo auf der Rückseite ihrer Lederuniformen, kann man nicht abstreiten, dass die Band Creeper aus UK eine eher theatralische Band auf dem Riot Fest sind, was der Masse aber völlig egal ist, weil Creeper auf der Storyheart Stage spielen, da die Band unglaublich gute Musik macht. Der Mix ist gut, man kann sämtliche Referenzen in ihrem Sound wahrnehmen Von Misfits, AFI, My Chemical Romance, Alkaline Trio und sogar Meat Loaf. Das einzige, was nicht ganz rein passt ist der Background-Gesang der Keyboarderin Hannah Greenwood, welche lauter ist als sie eigentlich sein müsste. Ansonsten klingt das Sextett super, während sie sich durch bass-lastigen goth Punk wie „Black Mass“ manövrieren, aber auch Balladen wie „Misery“ funktionieren gut. Will Gould, der Sänger, ist ein perfekter Moderator für die Show. Er sieht mit seinen schwarzen Brian Molko-esquen Locken androgyn aus, lächelt abe und spielt gerne für sein Publikum als hätte er gerade die schönste Zeit seines Lebens. Er singt akrobatisch und dramatisch genug, um die Monotonie seiner Stimme zu verbergen, während er und die Band jede Bewegung in der Musik visualisieren, was man eher von Bands erwartet, die schon länger spielen. (Einige Mitglieder von Creeper haben Erfahrungen in früheren Bands gesammelt wie zum Beispiel in „Our Time Down Here“). Es war die vielversprecheste AFI/MCR-eque Performance, die dazu einlädt, Creepers weiteren Weg bei nächster Gelegenheitzu verfolgen. [8 ½] TL

The Misfits @ 20:45-22:00 on Riot Stage

Ein paar Worte zu The Misfits. Ich habe einige Konstellationen von Danzig live gesehen und alle waren fürchterlich. Die Alben, welche einflussreiche Werke zum Genre des Horror Punks sind, sind überbewertet und das meiste klingt nicht mehr zeitgemäß für 2016. Trotzdem ziehen sie Unmengen an Menschen auf Punk Rock Festivals wie diesem hier an, auf dem sich bestimmt 40.000 Menschen zusammengefunden haben, um sich den Auftritt anzugucken. Wir haben uns ein, zwei Songs angesehen und haben uns dafür entschieden, dass Misfits noch immer zu den schlechtesten Bands des Line-Ups gehört. Wir haben das Festival also früher nach einem langen und erschöpfenden Wochenende verlassen. Es Gibt keine Werten, da wir keine Ahnung haben, wie der Auftritt war. Aber ein paar Leute fanden ihn wohl ganz gut.

Bericht vom Riot Fest – Teil 10

Brand New @ 18:15-19:15 on Riot Stage

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An den Fanartikel-Ständen gibt es Brand New T-shirts die darauf hindeuten, dass sich das legendäre Pop-Punk/Emo Rock Quartett 2018 auflösen wird. Nach dem Auftritt auf der Hauptbühne am Samstag müssen sich aber auch langjährige Fans fragen, wieso sie sich nicht früher trennen. Die Band hat mehr Songs, die dieses Sub-Genre definiert haben, als sie auf einem Auftritt spielen könnten, aber ihre eigene  Loyalität zum Genre hat einen historischen Tiefpunkt erreicht. Besonders ältere Stücke wie „Mix Tape“ und „Okay I Believe You“ werden schnell übergangen, mit keinem Sinn für Tempi oder der stimmlichen Melodien und die Differenzen zwischen den Mitgliedern lässt die Frage offen die Band überhaupt noch miteinander spielen kann. Vince Accardi spielt seine Gitarre energisch und performet mit einer guten Dichte, während Jesse Lacey so wirkt als wolle er gar nicht hier sein. Ich habe nichts gegen Raum für Improvisation auf Konzerten, aber Brand News Songs haben einen prägenden Charakter in ihrer Originalen Form und Lacey unterbricht sie immer wieder, indem er Melodien verändert oder eher schreit statt zu singen, ohne sich dafür zu interessieren, ob das was er tut melodisch ist. Natürlich gibt es noch unglaublich viele Fans in den ersten Reihen, die ihre Nerven komplett verlieren – weil es die Songs von Brand New sind – aber weiter in den hinteren Reihen fragt ich jeder, der Brand New noch nicht kannte, wieso man wegen dieser Band so ausflippen würde. „Aber verstehst du nicht? So ist Jesse nun einmal!“ – Die Antwort ist: Verdammt nochmal, nein! Nachdem ich zehn Jahre diese Band gehört und verehrt habe, fühlen sich dies Auftritte immer mehr wie Müll von einem Songwriter an, der sich nicht weniger darum scheren könnte eine halbwegs gute Performance von Meisterwerken abzuliefern, für die er zum Großteil mitverantwortlich ist abzuliefern. Jesse Lacey soll sich überwinden oder die Band wird sich nicht dafür interessieren was sie in ihren etzten gemeinsamen Jahren noch fabrizieren.

Death Cab For Cutie @ 19:15-20:15 on Roots Stage

Kennst du das Sprichwort, das besagt, dass meine seine Helden nie in der Realität treffen soll, weil sie, je mehr Zeit man mit ihnen verbringt nur noch wie gewöhnliche Sterbliche erscheinen? Genau so fange ich an für Death Cab For Cutie zu fühlen Benjamin Gibbard war mein kraetiver Held, nun wurde er aber zu dem Typen, der mir das gleiche Set in 3 verschiedenen Städten vorspielte. Das schlimmste daran ist, dass zwei von den Konzerten Festivals waren und das andere Set war nur wenig besser. Ich muss zugeben, dass die älteren Lieder wie „Crooked Teeth“ oder „Title In Registration“ immer noch einen Platz in meinem Herzen haben, aber wenn ich mir anhören muss, dass die Band mit der 8,5 Minuten langen, größtenteils Bass-Einlage von „I Will Posses Your Heart“ die Show beginnt, was Zeit für einen ganzen Track verschwendet, glaube ich, dass ich die Show verlasse. Ich kann verstehen, dass man, wenn man tourt, nicht damit rechnet dass sich das Publikum aus Europa und den USA überschneidet, aber dennoch kann ich nicht verstehen, wieso man die gleichen Lieder immer und immer wieder spielst, wenn man doch noch so viele andere tolle Tracks produziert hat.

White Lung @ 19:30-20:00 on Storyheart Stage

Ich wurde erst vor kurzem auf das neuste Album von White Lung „Paradise“ durch einen Freund aufmerksam gemacht, aber fand es sofort interessant genug, um die Band statt Death Cab For Cutie anzusehen. Es sollte sich herausstellen, dass das nicht meine beste Entscheidung auf dem Riot Fest war. Der Sound war nicht gut und der Gesang war die meiste Zeit des Auftritts unfassbar schief. Die Sängerin beschwerte sich auch mehrmals über den Monitor-Sound und dass es zu laut sei. Sie verlässt sogar die Bühne, um vor der Bühne auf Augenhöhe mit dem Publikum aufzutreten. Die Post-Punk Energie der Band ist dennoch stark und sie führen mehr Songs auf als einige andere Bands auf den beiden kleinen Bühnen. Ich bin ebenfalls noch da geblieben, weil mich die Gitarrenriffs auf dem Album am meisten beeindruckt haben. Sie klangen auch Live ziemlich gut, aber leider waren sie im Vergleich zu dem Gesang zu leise abgemischt, wodurch der Auftritt nicht so angenehm war.

I The Mighty @ 20:30-21:00 on Storyheart Stage

Weißt du, wer Live singen kann? Brent Walsh aus San Fransicos I The Mighty, verdammt nochmal, er kann live singen! Weißt du wer das noch kann? Seine Kollege Chris Hinkley am Bass. Hinkley setzt hohe Wohlklänge und Antworten ein, wenn sie hineinpassen. Ansonsten benutzt Walsh eine reine Stimme auf der Storyheart-Bühne, die immer mehr an Zuwachs gewinnt. Anders gesagt: Der Auftritt fühlt sich an wie eine Miniaturnachbildung der Show von Pierce The Veil gestern Abend, da sie sich in musikalischer Hinsicht gleichen, während Walsh im Zentrum der Bühne zu den rockigen Sounds bewegt. Er und Hinkley singen so gut, dass man denken könnte, die Band würde davon profitieren, langsamer zu spielen, da sie in höherer Geschwindigkeit ihre funky und emotionalen Qualitäten vernachlässigen. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass es keine Zeit gab den richtigen Mix für die Gitarre der Gruppe zu finden, sodass die Parts, in denen die Gitarre die Zuhörer anstacheln sollte, zu flach erschienen. Wenn man das außer Acht lässt, muss man sagen, dass der 30 minütige Auftritt zu schnell vorbei war und jeder live sehen oder sie buchen sollte.

SONNTAG

Swingin’ Utters @ 12:35-01:05 on Riot Stage

Es ist der heißeste Tag mit Temperaturen, welche bei einem wolkenlosen Himmel über 30 Grad erreichen. Swingin‘ Utters legen eine soide Leistung auf der Bühne ab, aber nach nur ein paar Songs wird es zu viel in der Hitz zu stehen, was schade ist, da ihr Bad Religion/Descendents Stil gut klang.

The Falcon @ 13:10-13:40 on Roots Stage

Ich hatte schon mehrere Gelegenheiten sowohl The Lawrence als auch The Falcon live zu erleben und ihr Auftreten auf der Bühne hat mich immer verärgert, aber heute sieht es anders aus. Diese super Gruppe, welche aus Dave Hause (The Loved Ones), Dan Andriano (Alkaline Trio), Brendan Kelly und  Neil Hennessy (The Lawrence Arms) besteht, waren auf jeden Fall hier, um das Festival zu rocken. Ein Song wie „Sailor‘s Grave“ hat einen tollen Sound und das durch Dave Hause geführte „If Dave Did It“ spiegelt die Energie von The Loved Ones sowohl visuell als auch audativ. Mit dem Kultklassiker „Unicornography“ aus 2006 und „Gather Up The Chaps“, einem Knaller aus diesem Jahr, liefern The Falconer ein ganzes Set voller solider Punk Songs, bei welchen der Sound tadellos ist und die Band mit einer überraschenden Energie die Bühne rockt, welche nicht mit ihren vorherigen Shows zu vergleichen ist. Gute Stimmung und gesprächige Interaktionen runden einen großartigen Auftritt an einem Nachmittag ab, welcher unterstreicht warum sich die Band an so viel Hype erfreuen kann. [8] PP

Billy Talent @ 13:30-14:20 on Rise Stage

– the catchy songs come off the setlist as surely as goods off an assembly line, and where it can prove monotonous when listening to the band’s recorded discography, it’s entirely fitting for fifty minutes of dancing and singing along in the sun today. D’Sah’s riffs and solos come off great, and Kowalewicz entertains with a nice mix of humorous teasing Chicago’s baseball fans – boasting that the Toronto Blue Jays will knock the local Cubs out of the playoffs – and a dash of seriousness, preaching tolerance and togetherness even in the face of the current political climate, inviting everyone to stay over at his house should the US election fall in a certain direction. So while there may be a sense of safeness and commercialism over the band’s recorded material and continued career, there’s barely a finger to put on how they conduct themselves live.

Früher am Tag gab es einige Bands, die entweder sehr entspannte Attitüden an den Tag legten oder sich haben anmerken lassen, dass sie unerfahren sind.. Billy Talent gehört in keiner der beiden Kategorien, da sie professionell an ihren Auftritt in der prallen Sonne auf der Rise-Bühne herangegangen sind. Ihre Set-List ein Highlight an ansteckenden Riffs von Ian D‘Sah, welches das Publikum von vorne bis hinten in Wallung versetzte. Und Ben Kowalewicz als Sänger ist wie eine kanadische Antwort auf Dennis Lyxzen, der in einer Band spielt, die eine Mischung aus Green Day und The Hivers in einem ist.Alles fühlt sich an wie es sich bei einer größeren Rockshow anfühlen sollte. „Redc Flag“, „Try Honesty“, „Surprise, Surprise“, „Viking Death March“ – diese packenden Songs kommen so gut an als wären sie vom Fließband. Und alles was auf den Alben der Band monoton erscheint, passt heute perfekt in de in 50 minütigen Auftritt der Band, bei dem man in der Sonne tanzen und mitsingen kann. D‘Sahs Riffs hören sich super an und Kowalewicz unterhält das Publikum mit einer bunten Mischung. Zum einen ärgert er die Baseballfans aus Chicago, indem er behauptet, dass die Toronto Blue Jays den lokalen Club aus den Playoffs werfen. Zum anderen predigt er Toleranz und Zusammenhalt, auch wenn die momentane politische Lage kritisch ist und lädt jeden dazu ein, in seinem Haus zu wohnen, wenn die Wahlen mit einem bestimmten Ergebnis ausgehen. Auch wenn ein kommerzieller und sicherer Schleier über den Alben der Bands liegt, kann man sich nicht darüber beklagen wie Billy Talent sich live geben.

Bericht vom Riot Fest – Teil 9

The Hold Steady @ 15:20-16:20 on Rock Stage

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Da ich die massive Verliebtheit zu Motion City Soundtrack, die manche meiner Kollegen vertreten nicht unbedingt teile, war es nicht so schwer sich zwischen der vorletzten Show der Pop-Punk Band und The Hot Steadys Feier zum 10.Jubiläum des Albums „Boys and Girl in America“, bei welcher sie das Album komplett spielen würden, zu entscheiden. Der Frontman der Band Craig Finn gehört zu einem aussterbenden Schlag Poeten, welcher seine Inspiration weit und breit durch Bruce Springsteen, Nick Cave und Frank Truner zieht, was man in seinen Werken heraushören kann. Die Waffe der Band ist, was ich gerne als „Great American Rock Song“ bezeichne; voller lebendigem Storytelling, erhobene Piano Rolls und warme, prickelnde Instrumentation, welche von Herzen kommt und das Herz erwärmt. Es ist Musik, wegen der man sich gut fühlt – Auch,wenn Finns Lyric trügerisch dunkel sind.

Anders als Springsteen, schaffen es The Hold Steady deutlichen Punk und ungehobelte Ecken hervorzubringen, während sie auch euphonisch klingen, wobei es gesprochene Verse wie „You don’t have to deal with the dealers. Let your boyfriend deal with the dealers.“ in “You can Make Him Like You” stark und prägnant klingen. Gleichzeitig weiß die Band eine ironische Distanz zur Lyrik zu wahren, da sie enthusiastisch, fast euphorisch wirken, wenn sie so lächeln und sich herum drehen. Das Konzert von The Hold Steady ist bekömmlich für Ohren und Augen und ist genau das, was man Nachmittags braucht, wenn man schon ein bisschen über den Durst getrunken hat. [8] AP

Black Foxxes @ 16:00-16:30 on Rebel Stage

Großbritanniens Black Foxxes haben erst vor kurzem ihr Debütalbum herausgebracht und bekommen an den richtigen Stellen Aufmerksamkeit. Dennoch ist Chicago weit von Zuhause weg; deswegen ist es nicht nur erstaunlich, dass sie hier gebucht wurden, sondern auch, dass sie erst zu einem kleinen Treffen verwiesen werden bevor sie der Rebel Stage zugeteilt werden. In seiner Sommerkleidung und mit der Sonnenbrille sieht der Gitarrist und Sänger Mark Holley mehr wie ein Tourist als ein Rocker aus. Schnelle Entschuldigung für die Band: Sie leiden unter einem unfassbaren Jetlag. Während die beiden anderen Mitglieder des Trios eine geschäftsmäßige Show abliefern, wärmt sich Holley auf und eröffnet die Show mit seiner brillanten Stimme. Er ist die Art von Sänger, die im einen Moment ein klares Flüstern hinbekommen und im nächsten Moment einen Schrei in perfekter Tonlage hinlegen können. Das zeigt er häufig – vielleicht zu oft – auf dem heutigen Auftritt. Es ist klar, dass mit nur einem Album selbst ein 30 minütiger Auftritt eine Herausforderung. Die Qualität spiegelt sich jedoch in Songs wie „I‘m Not Well“, „Husk“ und „River wieder. Der sehr emotionale Alt-Rock der Band und die Blues-Einlagen in den Gitarrenparts lassen darauf schließen, dass Jeff Buckley einen Einfluss auf die Band haben könnte. Extra Punkte bekommt Holley als er gegen Halbzeit des Auftritts seine Sonnenbrille abnimmt, sich entschuldigt und selbst-kritisch zugibt, dass er es hasst, wenn Bands Sonnenbrillen tragen, während sie spielen. Auch wenn der Auftritt von Black Foxxes nur einen groben Überblick über das zu bieten hat, was die Band zu bieten hat, sollte man weiterhin ein Auge auf sie werfen. [7] TL

Balance and Composure @ 17:00-17:30 on Rebel Stage

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Balance and Composure beginnen ihren Auftritt mit neuen Song ihres Albums „Light We Made“, welches bald veröffentlicht  wird. Und auch wenn diese Tracks diffuser und atmosphärischer sind als die älteren Lieder der Band, passen sie gut zu dem restlichen Set des heutigen Tages. Die Band bedankt sich beim Publikum dafür, dass es heute als Meerschweinchen hinhalten muss und spielt kurz darauf „Tiny Raindrop“ und „When I Come Undone“ von ihrem vorangegangenen Album. Der Klang der Band wirkt umgarnend, obwohl ich die Show von einem nahegelegenen Zaun betrachte. Ein späterer Zeitpunkt hätte jedoch besser zu ihrem Auftritt gepasst, da eine knallende Sonne nicht gut zu den emotionalen Lyrics passen. [7] LF

Descendents @ 18:05-19:05 on Rock Stage

Eine große Menschenmenge hat sich für Punkrock Veteranen Descendents gebildet, welche gerade erst ihr exzellentes neues Album „ Hypercaffium Spazzinate” veröffentlicht haben, welches sowohl von den Fans als auch von denen Medien große Anerkennung einsackte. Heute quetschten sie ganze 29 Lieder in ihren Auftritt, welcher nur eine Stunde lang ist. So positionieren sie klassische Tracks zwischen neue Ausschnitte, was in großen Mitsingchören bei Liedern wie „Nothing With You“, „Talking“, „Suburban Home“ und vielen anderen Liedern führte. Auch nach all den Jahren sieht die Band noch gut auf der Bühne aus, während sie mit viel Energie spielen und die Atmosphäre i Publikum atemberaubend ist. Nostalgische Chöre versetzen einen zurück in die guten alten Zeiten, während neue Songs wie „Shameless Halo“ zeigen, dass die Descendents es immer noch voll drauf haben. Kurz gesagt: Die Circle Pits und Gesänge des Publikums erklären, warum die Descendents Legenden in ihrem Genre sind.

Bericht vom Riot Fest – Teil 8

NOFX @ 20:55-21:55 on Rock Stage

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Die Auftritte von NOFX waren in letzter Zeit entweder super gut oder schlecht, wenn wir an die fürchterliche Christiana Show diesen Sommer denken, die uns noch gut in Erinnerung ist. Heute Abend jedoch sieht die Band aus als wollten sie schwere Geschütze auffahren und seien bereit zu spielen. Ja, sie laufen ziellos auf der Bühne umher, während im Hintergrund Musik spielt, um ihren Auftritt einzuleiten und ihn, wie gewohnt, mit „60%“ starten zu lassen und dann zu von Fat Mike verkünden, dass sie gerade einen Song gespielt hätten. Damit endete der problematische Teil des Auftritts. Mit Klassikern von „Stickin‘ In My Eye“ über „Linoleum“, „Idiots Are Taking Over“, „Herojuana“, „Murder The Government“ und „I‘m Telling Tim“ scheint die Band so lebendig zu sein wie lange nicht mehr, wie ich mich erinnere. Fat Mikes Tasse ist weg – ob der Inhalt alkoholisch ist, ist nicht geklärt – und große Gesangschöre bilden sich für die üblichen Verdächtigen „Linoleum“ , „Fuck The Kids“, während dieses Songs sieht man einen Rollstuhlfahrer Crowd-sufen  – und „Franco un American“. Auch der Humor war dieses Mal besser: „Letztes Mal spielten wir auf „Punk In Drublic“ und ihr schriet, wir sollten neuere Kram spielen. Bitteschön!“. Bevor „Six Years On Dope“ von dem bald erscheinenden, neuen Album gespielt wird, merkt Fat Mike an, dass es sehr schmeichelnd sei, die zweitbeste Band zu sein, die heute spielt. Des Weiteren zollt er The Specials Tribut bevor er „Oxymoronic“ vom neuen Album anstimmt. Die Lokalhelden bekommen ebenfalls noch eine kleine Flaut mit auf den Weg: „Ich möchte mich bei (The Lawrence Arms) Brendan Kelly dafür bedanken, heute Abend nicht hier zu sein. .. und Matt Skiba, welcher gerade in Blink ist.“. Mit einer fantastischen Setlist, unglaublich witzigem Humor und einer konstanten Performance, sahen NOFX heute gut aus und hörten sich ebenfalls noch gut an, obwohl der Auftritt gegen Ende mit „Theme From A NOFX Album“ schwächer wurde, da es das typische „Wir müssen Eric Melvin von der Bühne bekommen, weil er zu lange spielt“-Szenario war.

Fucked Up @ 13:05-13:40 on Rock Stage

Es dauert nicht lange bis der geheimnisvolle Fucked Up Sänger David Abraham von der Bühne ins Publikum springt. Das Publikum tobt, als Abraham auf das Publikum zurückgreift, vor ihnen ausrastet, das Mikrofon mit Zuhörern teilt und letztendlich seinen eigenen Circle Pit  gemeinsam mit der lebendigen Masse zu formen beginnt. „The Other Shoe“ klingt fantastisch in Kombination mit dem „Dying on the Inside“ weiblichen Gesang, bei welchem kräftig vom Publikum mitgesungen werden und der wunderbaren Melodie. Dieses Szenario wiederholt sich in ihrem 35 Minuten Auftritt immer wieder. Abraham ist kaum auf der Bühne zu sehen, da er immer wieder rechts und links mit dem Publikum interagiert. Das Teilen des Mikrofons wird schnell nervig, da man das Lied in seiner reinen Form nur hören kann, wenn man zusammen mit Abraham in den vorderen Reihen steht, aber das ist sowieso der Sinn der Fucked Up Shows. Aber auf einem Festival, auf welchem der Sound eh schon unausgeglichen ist, geht die Intensität, die man in einem kleinen Club hat, im Publikum verloren. Trotzdem sind Lieder wie „Sun Glass“, und „I Hate Summer“ live genauso gut wie auf Platte und wir haben sogar eine kleine soziopolitische Rede erleben dürfen, die sich für den medizinischen Gebrauch von Marihuana einsetzen, welcher Abraham wohl geholfen ziemlich viel Gewicht zu verlieren seit wir die Band das letzte Mal gesehen haben.
Mit der ansteckenden Energie der Band, welche dadurch verkörpert wird, dass David sich das Kabel des Mikrofons um sein Gesicht wickelt bevor er von der Bühne springt, hat Fucked Up ein Erwachen vom Kater des Vorabends, mit kleinen Mitsingeinlagen und lächelnden Gesichtern in den ersten Reihen abgeliefert. Die anderen von uns hätten sich jedoch gewünscht, dass der Sound besser gewesen wäre, damit auch jene, die keine Pits bestreiten wollen, ein lohnenswertes Erlebnis hatten. [7] PP

The Vandals @ 14:10-14:50 on Rock Stage

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Abgesehen von GWAR und Andrew W.K. sind The Vandals die einzige andere Spaßband, die auf dem Riot Fest 2016 spielt. Ihr Stil, welcher aus dem melodischen Punk der 90er Jahre und schnellen Skate-Punk besteht, ist an sich schon angenehm, aber die Sachen die zusätzlich passieren, machen die Show einfach großartig. Zu Beginn betreten sie die Bühne mit einem verfälschten Imperial March aus Star Wars, welcher von einer schiefen Flöte gespielt wird. Kurz darauf sieht man, dass Strandbälle während „The People That Are Going To Hell“ in die Menge geworfen werden, und dass die Band Fotografen bloßstellt, welche denAuftritt nach drei Songs verlassen. „Ihr hättet Fotos machen sollen, als wir jünger waren!“ , brüllt Frontman Dave Quackenbush in die Menge, während Warren Fitzgerald ein Gitarrensolo spielt, bei welchem er ein Bein zur Gitarre hoch streckt,was völlig bescheuert aussieht. „Oi to the World“, ein Vandals Klassiker, welcher auch so beworben wurde, animiert die unerwartet große Menge dazu, mitzusingen. Es ist ein Wohlfühlmoment, welcher den gesamten Auftritt zusammenfasst: Großartige Witze, Neckereien kombiniert mit einprägsamem 90er Punk, welcher uns alle in eine gute Stimmung versetzt. [7] PP

Smoking Popes @ 14:30-15:15 on Riot Stage

Bayside, Alkaline und The Thermas. Das sind drei Bands zu denen die Smoking Popes die meisten Parallelen haben; besonders mit Songs wie „Megan“. An einem warmen, sonnigen Nachmittag, gerade nachdem The Vandals ihren hysterischen Auftritt hatten, ist der feine, ruhige indie-flavored pop punk zu ruhig und ereignislos; besonders für ein Festival. Das Set ist entspannt und tiefgründig, was dazu führt, dass man sich je mehr in die Musik einfindet desto länger man zuhört, dazu braucht es aber viel zu viel Zeit, in der man sich nicht stören und sich drauf einlässt. Ohne diese anstrengende Konzentration nimmt man nicht viel von dem Auftritt mit, sofern man nicht selbst viel Zeit opfert, um sich über die Stücke der Band zu informieren. Heute haben Smoking Pope einige neue Songs von einem Album gespielt, das 2017 erscheinen wird. Es wird sicherlich super, aber Smoking Pope ist keine Festival-Band; besonders nicht, wenn die Zeit des Biertrinkens an einem sonnigen Nachmittag losgeht. [6½] PP

Motion City Soundtrack @ 15:15-16:15 on Roots Stage

Es ist nicht zu Ende bis der Typ mit der komischen Frisur auftaucht, welcher ganz formal Justin Pierre heißt. Von diesem Tag an steht in seinem Wikipedia-Artikel, dass er der Sänger von Motion City Soundtrack „war“. – Diese Band war einer der Gruppen, die mich mehr mit Menschen zusammengeschweißt hat, die über den halben Globus verteilt sind als mit meiner Generation in Dänemark. Wir haben einander in Foren kennengelernt, haben MSN-Mails ausgetauscht und die meisten von uns sind mittlerweile viel gereist, um jeden einzelne unsere Pop-Punk-Familie auf der Welt zu treffen. Wir treffen neue Menschen an Orten wie dem Riot Fest Chicago, wenn wir in unseren Nischen-Bandshirts, die keiner außerhalb unserer kleinen Familie kennt, über das Gelände laufen. Für diese Menschen waren mp3 Downloads über eine 125 mbit/s-Verbindung ein Weg Liebe mit der ganzen Welt zu teilen. Heute werde ich einen meiner besten Freunde zum letzten Mal sehen, weil ich dieses gott verdammte Ticket für die gott verdammte Aftershow nicht ergattern konnte. Meine Damen und Herren, die letzte Show von Motion City Soundtrack.

Die Band betritt die Bühne ziemlich undramatisch und setzt da an, wo alles begann: Mit „Back To The Beat“ von der gleichnamige EP, einem Vorläufer für den späteren Erfolg der Band  in Form ihres Debüts „I Am The Movie“ aus 2003, gefolgt von „Capital H“, welches auf beiden Veröffentlichungen zu finden ist. Obwohl die Songs weit über zehn Jahre alt sind, singt das Publikum immer noch jeden Vers mit Hingabe mit Pierre, welcher durch die Umstände gezeichnet ist, was er sich nicht anmerken lassen möchte. Aber anstatt den chronologischen Weg einzuschlagen, wird als nächstes „Her Words Destroyed My Planet“ von ihrem, wenn wir ehrlich sind, Comeback-Album „My Dinosaur Life“ (2010), welches nach dem Höhepunkt in 2005 mit „Commit This to Memory“ und dem ernüchternden „Even If It Kills Me“ von 2007 erschien. Es schien immer so als würde Justin Pierres psychische Gesundheit bestimmen von welcher Qualität ein Album wäre. – Leider galt: Je depressiver Pierre, desto besser als Album. – „My Dinosaur Life“ war einer der Werke, bei denen man sich mit ihm freuen konnte, da er einen Weg gefunden hat zu schreiben und sich dabei wohlzufühlen.

Wir bekommen ein paar Lieder vom Album „Even If It Kills Me“ zu hören. Glücklicherweuse nur die besten Stücke vom Album: „Broken Heart“, „Last Night“ und das unvergessliche „This Is For Real“, welches Pierre über Live Performances geschrieben hat. Diese Information lässt die Zeilen “Last Night“ and the unforgettable “This Is For Real“ – that Pierre reveals to be written about performing live, which makes the lines “I said from the start, that you could take it or leave it. I’d prefer that you keep it. Don’t let go. This is the best thing that I’ve ever had for real“ in einem ganz anderen Licht erscheinen. Die Mitte des Sets war eine Tour durch meine Jahre als Teenager mit „Make Out Kids“ aus der Zeit vor meinem ersten Kuss, „Time Turned Fragile“ aus demselben Album („Commit This To Memory aus 2005) und zuletzt die Hymne Fuckingupistan „L.G.FUAD“, deren ersten Vers die ganze Masse aus tiefster Lunge mit gröhlte: „Let‘s get fucked up and die!“ – Manche weinten. Die meisten lächelten

Ein paar Songs kommen und gehen sehr schnell, vermutlich wegen der strickten Zeitlimits, die die Band hat. Deswegen nehmen sie so viele Tracks in Angriff wie sie nur können, was jedoch sehr wenig Zeit zum Reden lässt. Auf der anderen Seite scheint Gitarrist Joshua Cain in seinem Hawaii-Hemd so gut drauf zu sein wie nie zuvor. Er springt auf der Bühne herum als wären wir zurück in 2003 bei „Attractive Today“ und „When you‘re Around“. Die Show endet genau richtig, mit den größten Hits, die die Band zu bieten hat; mit „Everything Is AlrighT“ und zuletzt „The Future Freaks Me Out“, bei welchem das Publikum die gesamte „Betty.. I need you Bridge“ mitsingt. Am Ende gab es keine Zugabe, sondern nur das Akzeptieren davon, dass es nun das Ende ist. – Traurig, aber auch glücklich. So, wie Motion City Soundtrack immer war.

Bericht vom Riot Fest – Teil 7

Off With Their Heads @ 18:30-19:00 on Storyheart Stage

„Wir haben keine Set-list, wir üben nicht, wir machen nur Party!“, behaupten Off With Her Heads während ihres Auftritts am frühen Abend. Man merkt es. Ihr Auftritt wirkt salopp und der Sound ist schief und vom Klang her könnte man meinen, dass er zumeist von Monitoren kommt, aber das ist egal. Sie sind eine wüste, fröhliche Band, die ohne Schnickschnack auskommt. Auf diese Weise klingt Punkrock noch immer am besten. Aber auch langsamere Stücke funktionieren: Der „Please Leave me alone“ Part in „Fuck This, I‘m Out“ werden von der Band laut und klar gesungen, obwohl das explosive „Janie“ kurz darauf der entscheidende Moment des Auftritts ist, da es von dort an nicht mehr gut, sondern großartig ist. „Seek Advise Elsewhere“ ist ein anderer Knaller, bei dem die kratzige Stimme zum Leben erweckt wird, wonach es Zeit wird alten Kram vom Debütalbum zu spielen, wie beispielsweise „Keep Falling Down“ und ein anderes, das ich nicht sofort erkannte. Die Band erkennt, dass das Publikum diese Songs nicht gut annimmt. Die Band nimmt sich etwas Zeit einen Kel zu kritisieren, welcher ein „Punks for Trump“-Shirt trägt, was laut der Band nur okay sei, sollte er trollen. Und selbst wenn es ein Troll ist, wäre es fürchterlich. „Nightlife“ lässt das Publikum ein wenig aufwachen, aber erst „Clear The Air“ mündet in einem massiven Gesangschor, welcher wie ein epischer Moment der Gemeinschaft wirkt. Der Sound war unerträglich, aber die Band hat eine Songs mit der guten alten Punk-Rock Attitüde gespielt.

 

All Time Low @ 19:00-20:00 on Rise Stage

All Time Low scheint für die fehlende Lautstärke bei Jimmy Eat World aufzukommen, da sie sofort mit einer unglaublichen Lautstärke das Publikum beschallen, dass von Song zu Song weiter wächst, was man daran sieht, dass immer mehr Mädels von Nummer zu Nummer in die Masse sprinten. Viele Alternative-Fans schreiben die Band als sauberen Boyband-Rock ab, aber wie gewohnt profitieren All Time Low von ihrer Schamlosigkeit, wenn es um Auftritte geht. Das obligatorische und unreife Geblödel der Band, welches durch Blink-182 Pop-Punk Tradition erlangte, scheint verdient auszusterben, da sich All Time Low mehr auf eine konstante Pop-Rockstar Performance konzentrieren, was für eine gute Erfahrung sorgt. Alex Gaskarth bringt ein wenig Veränderung, indem er seine klare Stimme oft zu einem Schreien werden lässt. – Währenddessen trifft er jedoch jeden Ton, die Band rockt die ganze Bühne, und  weicht Feuersäulen aus, welche links und rechts aus ihrem skurrilen Pyro Setup schießen. Vic Fuentes von Pierce the Veil betritt die Bühne, um seine Interpretation von „Love Like War“ vorzutragen und Gitarrist Jack Barakat covert prompt mit einem Augenzwinkern Limp Bizkits „Break Stuff“. Überhauot bekommt man den Eindruck, dass All Time Low eine unterhaltsame Show im Schlaf konzipieren könnte und andere Bands trotzdem unvorbereitet aussehen würden. [8] TL

Basement @ 19:30-20:00 on Storyheart Stage

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Basement haben dieses Jahr schon eine steile Show auf dem BETA in Kopenhagen und werden bald komischerweise als Support für Bring Me The Horizon fungieren, was eine Show ist von der ich ganz viel Distanz wahren möchte. Ich war ziemlich froh, die Band hier sehen zu können und einen so guten Auftritt zu erleben wie ich mir erhofft habe. Die ausdrucksstarke Stimme harmoniert perfekt mit den Gitarren und der Dunkelheit der Nacht, die sich um uns herum ausbreitete, was eine passende Umgebung für diese nachdenkliche Musik darstellte. Lieder wie „Promise Everything“, „Aquasun“ und mein persönlicher Favorit „For You The Moon“, sowie andere Songs wie „Bas Apple“ und nicht zuletzt „Covet“ bekommen einen starken Chor aus dem Publikum.Alles in allem war dies eine unglaubliche Erfahrung und einer der besseres Shows dieses Festivals. [8] LF

Pierce The Veil @ 20:30-21:30 on Rise Stage

Was für eine Band ist Pierce The Veil? Pop-Punk, Post-Hardcore oder Glam Metal? Vielleicht wäre es einfacher herauszufinden, wenn ihre Stück nicht doppelt so schnell wären wie normale Musik, aber es ist sowieso nicht so wichtig, da die Skurrilität ihrer Show für sich selbst spricht. Die Band taucht in Jumpsuits aus einem Raumschiff auf, welches im hinteren Teil der Bühne liegt. Sofort beginnen sie fingerknochenbrechende Eskapaden auf ihren Gitarren zu spielen und vollführen Akrobatik auf der Bühne, welche die Augen des Publikums gespannt auf der Bühne weilen lassen. Vic Fuentes, welcher wie immer wie ein lässiger Skater gekleidet ist, ist ein geborener Künstler als Faulenzer getarnt, welcher jeden Gesangspart und jede Gitarreneinlage mit passenden Bewegungen veranschaulicht. Jaime Preciado wirbelt bei jeder Gelegenheit mit seinem Bass in der Luft herum, während Tony Perry die ganze Zeit auf seinem Instrument Tapped Leads hinlegt als sei er ein Mitglied bei Iron Maiden. Von der Struktur her mögen die Songs erscheinen als seien sie ein Zuckerschock, mit offensichtlichen Texten und vorhersehbaren Breakdowns. Jedoch ist die musikalische Komplexität intensiv und abgesehen von dem ganzen oberflächlichen Unfug, merkt man, dass Pierce The Veil live spielen. Das einzige Manko an der Performance ist Fuentes quietschende Gesangsstimme, welche häufig einen Einbruch verzeichnet. Das mag wie ein Problem klingen, aber da es immer etwas gibt, was man angucken oder hören kann, dass einen an dem Auftritt beeindruckt, ist auch dies ein Highlight des Festivalauftakts.  [8½] TL

The Flaming Lips @ 20:45-22:00 on Riot Stage

Es gibt einen Grund dafür, dass The Flaming Lips häufig auf den “Bands, die man sehen muss bevor man stirbt”-Listen zu finden sind. Und ich verstehe die Motivation dahinter. Jedoch hat es weniger mit der Musik zu tun, sondern viel mehr mit der absolut wahnwitzigen Bühnenshow und den Eskapaden des Frontmans Wayne Coyne. Und ich habe schon erlebt, wie das funktioniert! Aber heute Abend erinnert es mich einfach nur an eine Zirkusshow mit sehr wenig Inhalt.  In fünf Vierteln einer Show, welche eine Stunde geht, bringt es die Band auf etwa neun Tracks, was schon an sich ein Rekord ist; auch im Psych-Genre. Der Auftritt zeigt auch wie wenige Hits die Band eigentlich wirklich im Petto haben. – Nur etwa 1% der Lieder laden zum Mitsingen ein, außer man gehört zu den wenigen Leuten, die zur Orgel in “Pompeii Am Gütterdämmerung“ mitsummen können oder, warum auch immer, die Lyrics von „What is the Light“ auswendig kennen. Das Publikum scheint nicht das Hauptziel der Band zu sein und scheint für den Großteil der Show ziemlich verloren und schon bevor die Show richtig begonnen hat, suchen sich immer mehr und mehr Leute einen Uber zurück Nachhause. Die Band hat wieder mal mehr Erfolg mit einem David Bowie Cover als mit ihren eigenen Songs als sie eine breite Version von „Space Oddity“ spielen. Endlich erreicht der Auftritt der Band das Ende und sie spielen das Lied, auf das die gesamte Audienz gewartet hat, nämlich „DoYou Realize??“, was noch immer ein wundervoller Song ist, jedoch nicht die Show retten kann, von der sich das Publikum trotz leuchtender Raumanzüge, aufblasbaren Regenbögen und Lasern entfernen.

 

Bericht vom Riot Fest – Teil 6

Set Your Goals @ 16:30-17:15 on Rise Stage

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Gibt es eine Band, die mehr nach 2016 klingt als Set Your Goals? „Mutiny“ und „This Will Be The Death Of Us“ waren hochgelobte Platten des Easycore der 2000er Jahre. Heute kommt ihr fideler Hip-Hop Stil bestenfalls als Klischee und schlimmstenfalls als langweilig und nicht nennenswert rüber. Natürlich spielt die Band eine breit gefächerte Mischung neuer und alter Songs und sieht dabei noch auf der Bühne sehr energisch aus, während sie die Hände hoch und runter zu dem Hip Hop Beat bewegen und es sogar Gesangchöre gab, die bei „The Fallen…“, „Echoes“ etc. mitgesungen haben, aber dennoch klang alles so neumodisch und auch der Gesang ist live auch nach vielen Jahren nicht besser geworden. „Das ist für die Kids, die an diese Musik glauben“, kündigt Set Your Goals an und werfen einige Serpentine Sprühdosen für „This Very Moment“ in die Menge. Zugegeben, der Circle Pit sah währenddessen und während „Summer Jam“ unglaublich gut aus, aber das Set haut nicht rein, bis die Band „Mutiny“ spielt, welches noch immer als einziger Song der Band gilt, der langlebig ist. Es ist schwer zu begreifen, was aus der Band, die einst die führende Gruppe des Easycore war, 2016 geworden ist.

Somos @ 17:30-18:00 on Storyheart Stage

Bevor ich zu der anderen Bühne gehe, um mir Glassjaws auftritt anzusehen, habe ich noch Zeit mir etwa das Halbe Set Somos‘ anzusehen, welches den älteren Song „Lives of Others“sowie das neuere „ThornIn The Side“, „Problem Child“ und den EP-Song „Streets Upon Streets umfasst. Der Auftritt scheint dicht zu laufen und die dudelnden Gitarrenriffs hört man immer klar raus. Als ich die Band zuletzt gesehen habe, kannte ich keinen ihrer Songs. Dieses mal hat es sicht auf jeden Fall mehr gelohnt, da ich bekannte Melodien und Texte wiedererkannt habe. Obwohl die Hooks einfach zugänglich sind, wirkt  der freie Gesangsstil nach einer gewissen Zeit etwas ermüdend. Trotzdem wurde die Energie der Band dank der Instrumente, welche immer in Betrieb waren, nicht erschöpft und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt, zu ihren Liedern mitzusingen, aber es war mir dann doch wichtiger Glassjaw zum ersten Mal live zu sehen. [7] LF

 

Glassjaw @ 17:45-18:30 on Rise Stage

Glassjaw bleibt eine Band, die man nur schwer erwischt, da sie berüchtigt dafür sind nur sehr selten auf Tour zu gehen – Zumindest in Europa. Genau deshalb war die Post-Hardcore band aus Long Island, NY ganz oben auf meiner Liste der Bands, die ich unbedingt auf dem Riot Fest ‚16 sehen wollte. Während das Quartett mit dem Song „Tip Your Bartender“ prahlt, erinnert man sich daran, dass die Show nicht ausgezeichnet ist, weil man die Band so selten zu Gesicht bekommt, sondern weil Glassjaw eine exzellente Live Band sind. Obwohl sie erst seit einem Jahr dabei sind, haben Bassist Travis Sykes und Schlagzeuger Chad Hasty schon eine tiefe, fast schon telepathische Verbindung zu Gitarrist Justin Beck, was darin resultiert, dass die entstehenden lateinischen Grooves jedermanns Sinn für Ästhetik befriedigen. Und Daryl  Palumbos Gesang ist, wie immer, grandios und wird nicht durch die üblichen Schwierigkeiten bei Festivals in Mitleidenschaft gezogen

Dann gibt es da noch die Selbstdarstellung der Band: Mit ihren Instrumenten, welche hoch an ihnen festgeschnallt sind, emittieren Beck und Skyes in einer Art Trance zu seien und verlieren sich komplett in Songs wie „Ape Dos Mil“ und „Jesus Glue“, was sich auch im Publikum widerspiegelt. Palumbo hingegen steht in einem völligen Kontrast. Mit seiner zuvorkommenden, charismatischen Art und dem Wissen, dass sein Gesang einfach nicht besser sein könnte, hat er die Masse in der Hand. Es ist schade, dass die 45 Minuten so ein abruptes, unerwartetes Ende nach „Two Tabs of Mescaline“ nehmen musste. Aber diesmal haben sich Glassjaw als einer der absoluten Highlights auf dem diesjährigen Riot Fest etabliert. [8] AP

Turnover @ 18:00-18:30 on Rebel Stage

Während einer der schlimmsten Zusammenstöße zwischen Glassjaw und Jimmy Eat World auf dem Festival, habe ich es auch noch geschafft, ein paar Songs von Turnover mitzubekommen. Ihr Album „Peripheral Vision“ , welches sie letztes Jahr veröffentlichten, läuft bei mir immer noch regelmäßig und ich musste einfach einen Teil davon live sehen, bevor ich über das Festivalgelände zu JEW eilen würde. Ich habe meine persönlichen Favoriten „Dizzy on the Countdown“  und das neuere „Humblest Pleasures“ hören können, welche beide gut gemixt klingen, obwohl der Effekt der Distanz, welcher in ihren aufnahmen zu hören ist, live nicht so rüber kommt. Das verändert die Songs und verleiht ihnen einen direkteren Ausdruck, da der Gesang viel offensiver und nicht so aufgerundet ist, wie ich mittlerweile gewohnt bin. Ich kann die Show durch meinen sehr kurzen Eindruck nicht beurteilen, aber ich bin auf jeden Fall gespannt auf ihre kleinere Show im Underwerket, Dänemark im Oktober. LF

 

Jimmy Eat World @ 18:05-19:05 on Riot Stage

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Einer der Hauptgründe den langen Weg von Europa zum Riot Fest zu reisen war, dass wir einige Bands sehen wollten, welche in Europa nicht die Aufnahme und Spielzeit bekamen, welche sie eigentlich verdienten. Das ging fast nach hinten los, da sich schon eine riesige Menge zum Jimmy Eat World Set begeben hat, welches, ehrlich gesagt, etwas zu früh startet. Es wird schnell klar, dass die Riot Stage es nicht erlaubt, auch Menschen einen guten Sound bieten zu können, die nicht bereit sind sich in die unkomfortable Situation zu begeben, sich in die Masse zu quetschen, woran man sich während einiger Songs gewöhnen muss. Außerdem scheint es so als möchte Jim Adkins seinem Gitarrenspiel durch energisches Stampfen Ausdruck verleihen, um das Publikum anzuheizen. Nach ein paar Songs wirkt die Kraft des Quartetts aus Arizona aber wahre wunder, da die Zuschauer ihre Stimmen zu Chören erheben. Abgesehen von der fehlenden Soundlautstärke, wirkt das Set warm während die Sonne über Chicago schwindet und leidenschaftliche und beiläufige Fans der Veteranen-Band gleichermaßen zu einer Gemeinschaft werden und die klassischen Texte gemeinsam singen, während Adkins und Tom Linton Gitarrenriffs zum Besten geben. [7½] TL

Bericht vom Riot Fest – Teil 5

GWAR @ 14:45-15:15 on Rock Stage

Der Preis für die irrwitzigste Band des Tages geht wie gewohnt an die Monster Thrasher GWAR. Durch ihre frevelhaften Outfits und ihren theatralischen soziopolitischen Unterton,  welcher nur so in Fake-Blut getränkt ist, das aus sämtlichen Körperöffnungen spritzt, muss man ihr Set auf Grund des B-Movie Humors und der ironischen Handlungslinien zu schätzen wissen. „Glaubt ihr lächerlichen Amerikaner wirklich, dass ihr unseren nächsten Präsidenten aussuchen könnt?“, fragt Sänger Blothar uns, bevor er Obamas Kopf aufschneidet, wodurch Blut überall hin spritzte. Mit einem „Haaaalllo Cleveland“ stichelt er das Publikum an, bevor er „Baby eater, crooked criminal Hillary Clinton“ vorstellt, welche hustend auf die Bühne stolpert und umkippt. Natürlich betritt Donald Trump als nächstes die Bühne, der wie ein Idiot gekleidet ist. – dieses Zusammentreffen resultierte in einem heftigen Kampf, welcher einige Songs andauerte. Clinton schafft es, kleinere Teile der Gedärme aus Trump zu ziehen. So spritzte nur so in die ersten Reihen. Ich kann mich daran erinnern, dass andere Bands später fragten, was zur Hölle falsch mit den blutverschmierten Besuchern sei und dann realisierten, dass diese den Auftritt von GWAR besucht haben. – Die Legenden der Thrash Metaller und ihr B-Movie Stil kennen keinerlei Grenzen. Nachdem Clinton Trump mit seinen eigenen Innereien verprügelt, gewinnt Trump die Oberhand, zieht Clintons Oberteil hoch, wodurch ihre Brüste freigelegt werden. Fake-Blut schießt aus beiden Brüsten, während die Bandmitglieder „Genozid!“ rufen und eine riesige Axt schwingen.

 

Die Menge tobt und genießen die Zeit mit GWAR total. Und wieso sollten sie das auch nicht tun? Obwohl die beiden Kandidaten zu sterben scheinen, ist der Contest noch nicht vorbei, da Bernie Sanders, mit seinen Füßen im Mund, die Bühne betritt und „FREE HEALTHCARE“ auf der Bühne schreit. GWAR entscheiden sich dazu dieses Scheusal zu in einem epischen Kampf zu bekämpfen, was darin resultiert, dass Sanders aufgeschlitzt wird und Blut in alle Richtungen spritzt. – Wer hätte das gedacht? „GWAR MOTHERFUCKERS!“, brüllt Blother, um zu verkünden, dass GWAR die Gewinner der Präsidentschaftswall seien. Ist das alles verdammt dumm? Natürlich! Ist der Thrash Metal der Band gut? – Es ist ehrlich gesagt ziemlicher Standard. Ist der Live-Auftritt durch und durch unterhaltsam? Und wie! Besucht  ein Konzert der Band. Ihr werdet es nicht bereuen. [8] AP

Neck Deep @ 15:15-16:00 on Rise Stage

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Als Europäer ist es ziemlich seltsam Neck Deep zum ersten Mal in Chicago zu sehen. Aber die Band aus Wales hat anscheinend einen so großen Einfluss in Übersee gewonnen, dass sie die niemals endende Euro-Tourneen übersprungen haben, die auf unserem Kontinent zum Werdegang einer aufstrebenden Rockband gehören. Das Set-Up ist jedoch so stereotypisch wie ein Europäer sich eine Pop-Punk Show in Amerika vorstellt. – Es fängt mit einer Rede durch eine Gesundheitsorganisation über den Suizidpräventionsmonat an. Das war alles ziemlich kitschig und politisch korrekt. Die Band verliert danach keine Zeit und beginnt mit ihrem Auftritt, der zum größtenteils aus Songs des neusten Albums „Life‘s Not Out To Get You“ aufgebaut ist. Während Bassist Fil Thrope-Evans und Gitarrist Matt West großen Spaß an ihrer Show haben, schlendert der Frontman Ben Barlow eher desinteressiert und mit gesenkten Haupt auf der Bühne umher. Die Unbeständigkeit des Albums lässt den Auftritt außerdem ungeschickt zusammenhangslos, was man an Pop-Punk Knallern wie „Gold Steps“und „Kali Ma“ in Kombination mit (relativ) harten und düsteren Stücken wie „Losing Teeth“ und „Serpents“ erkennen kann. Obwohl mich das fade Bühnen-Alter Ego des Barlows dazu anregt von einem springenden Jordan Pundik oder zumindest von einem halbwegs animierten Ryan Kelly zu träumen, gerät Barlow trotzdem außer Atem und hat mich sich selbst während der schnellen Verse von „Can‘t Kick Up the Roots“ zu kämpfen. Mit Barlows gesanglicher Leistung war es teilweise auch nicht möglich, einen bestimmtem Effekt zu erzielen, was letztendlich dazu führte, dass der Gesang nicht überzeugend und unmelodisch wirkt. Im Großen und Ganzen, habe ich mich sehr auf die Show gefreut, aber ich schätze, dass es schwierig ist heutzutage eine Pop-Punk Band zu finden, die vom selben Kaliber ist wie jene, die es in den Anfängen des Genres gab. Zu viel Pizza und zu wenig Talent, fürchte ich. [6] HES

Bericht vom Riot Fest – Teil 4

Fu Manchu @ 13:10-13:45 on Riot Stage

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Dass Fu Manchu bei diesem größtenteils ‚Alternative‘-line-up anzutreffen war, war seltsam und ließ die Band aus Orange County, CA, welche eine Legende des Stoner-Rocks ist, in gewisser Weise als Außenseiter dastehen. Es fühlt sich komisch an, dass meine erste Live-Erfahrung mit dieser Band auf einem Event wie dem Riot Fest stattfindet, da ich einige Möglichkeiten die Band in Dänemark zu sehen nicht wahrgenommen habe. Die Vorstellung der Band verläuft wage und (wie ich glaube) vor einem anderen Publikum als gewohnt. Trotzdem war es eine weise Entscheidung, eine Band wie Fu Manchu am frühen Nachmittag spielen zu lassen, da Stoner Rock als einer der einzigen Sub-Rock-Genres auch gut in schweißtreibender Hitze funktionieren.

Fu Manchu beginnen ihren Auftritt mit einem unscheinbaren Wechsel zwischen einem aufwendigen Soundcheck und ihrem ersten Song „Hell of Wheels“ von ihrem 2000 veröffentlichten Album „King of the Road“, welches von Kritikern gefeiert wurde. Sofort fiel der absolut brutale Bass auf, welcher von Brad Davies Instrument geliefert wurde. Der Effekt war unfassbar: Anstatt dass der Klang der Instrumente unübersichtlich wurde, spielten die Gitarristen Scott Hill und Bob Balch sowie Drummer Scott Reeder noch intensiver, was dieses Konzert wohl möglich zum lautesten Set des Riot Festivals‘16 machte, was aber nichts an der Klarheit der Musik änderte. Mit dem Track „Evil Eye“ nimmt uns die Band mit zurück ins Jahr 1997, bei welchem alle vier Musiker weiterhin mit ganzer Energie spielen und Hills exzessives Headbangen und seine Kunststückchen mit seiner transparenten Gitarre etwas schwankende und introvertierte Auftritte auf dem Riot Festival alt aussehen lassen. Aber auch die drei anderen Mitglieder der Band kamen nicht zu kurz: Sticks und Instrumente wurden gewirbelt, es wurde gestampft und so bekam der Auftritt einen gewissen Wiedererkennungswert. – Fu Manchu treten als Band auf, die durch und durch rocken. Ihre Musik macht ihren Auftritt nur noch besser.

Fu Manchus außergewöhnliches Auftreten gekoppelt mit dem ansteckenden Groove und der vielschichtigen psychedelischen Einlagen, welche immer wieder in Songs wie dem großartigen „Saturn III“ (ebenfalls vom 1997er Album „The Action to Go“) machten dieses Konzert zu einem unglaublichen Auftakt meines ersten amerikanischen Festivals.Das einzige, was ich an der Band (mit einem Augenzwinkern) zu kritisieren habe ist, dass es jedes mal wie von Geisterhand zu nieseln angefangen hat, wenn die Musiker von blauen Himmeln oder dem Trockenbleiben gesungen haben. [8] AP

The Dillinger Escape Plan @ 14:00-14:45 on Rise Stage

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Ein Genre, das im Tageslicht absolut nicht wie gewünscht funktioniert, ist der jazzige Mathcore der Band The Dillinger Escape Plan; besonders nicht, wenn die Sonne volle Pulle auf die Band scheint. Die verrückte und hoch geschätzte Show scheint von der Hitze nahezu paralysiert zu sein, weshalb „Prancer“, sowie die neue Single „Limeret Death“ und sogar das zerstörerische „Panasonic Youth“ vergehen, ohne auch nur ein Schulterzucken auszulösen. Nur der Gitarrist Ben Weinman blüht während der Tracks auf. Er swingt, schmettert, hampelt über die ganze Bühne  und springt von Verstärkern. Ich glaube, dass wir uns einig sind, dass die Musik von TDEP herausfordernd wirkt. Und wenn ihre Tracks so friedlich gespielt werden, ist es schwierig ihre wahre Bedeutung schätzen zu wissen. Deswegen war ich für die erste Hälfte der Performance eher enttäuscht (; besonders, weil ich hohe Erwartungen an die Band hatte.)

Zum Glück sind Lieder wie „Milk Lizard“ und „Nothing‘s Funny“ über die Jahre besser geworden. Das unglaubliche Double Pedal Drumming, das Billy Rymer live abliefert und die starken Gesänge lassen niemals unbeeindruckt. Während „Room Full of Eyes“, einer der packenderen Stücke der Band, schafften es Weinman und Sänger Greg Puciato endlich die Distanz zum Publikum zu brechen und dies zu animieren, wodurch eine unglaubliche Reaktion der Zuhörer hervorgerufen wurde. Trotz all der Brillianz muss man sagen, dass sich der Auftritt TDEPs eher schlaff und standardisiert  anfühlten. [6] AP

Bericht vom Riot Fest – Teil 3

Kommen wir nun zu den Reviews!

 

Freitag

Tigers Jaw @ 12:00-12:30 on Riot Stage

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Das Riot Fest 2016 wurde von wohl einer der besten Emo-Bands der modernen Zeit, Tiger Jaw, eröffnet, deren Studiosänger Adam McIlwee wohl einer der melancholischsten Stimmorgane weit und breit besitzt. Jedoch tourt er nicht mehr mit der Band, weswegen Ben Walsh als Kontrast zu der weichen Stimme von Brianna Collins eingesetzt wird. In Aktion ist der Klang der Band kaum zu unterscheiden, wobei aber doch auffällt, dass die emotionale Performance von Walsh fehlte. Das hat das Publikum jedoch nicht gestört. Von „The Sun“ an wurde kräftig mitgesungen. Die Set-List begann mit ruhigen Indie/Emo-Liedern, wobei die Band weniger beliebte Lieder von den Alben „Charmer“ und „Two Worlds“, wie beispielsweise den Opener „Hum“, „Test Pattern“ und „Frame you“ spielte, welche von der Zuhörerschaft nicht wirklich angenommen wurden, obwohl die Bühne solide gerockt wurde.
„Slow Come on“ veränderte  die Stimmung, dank der fantastischen stimmlichen Leistungen der Band , grundlegend. Danach leitete „The Sun“ die zweite Hälfte des Auftritts ein, bei welchem primär die besten Songs aus ihrem Debütalbum gespielt wurden. „Chemicals“, „Plane vs Tank vs Submarine“ und „I Saw Water“ klangen beeindruckend. Das Publikum belohnte die Band mit einem riesigen Applaus und, für diese Zeit ungewöhnliches lautes, Mitsingen. Es gab sogar einen Circle Pit bei „I Saw Water“. Während die erste Hälfte also ein wenig zu ruhig schien, ließ die zweite Hälfte die Leitung der Band glänzen. [7½] PP

Big D And The Kids Table @ 12:35-01:05 on Roots Stage

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Kann man sich Nachmittags auf einem Festival eine bessere Band wünschen als Big D And The Kids Table? Dank ihres optimistischen Auftretens ist energischer Ska-Punk verbunden mit Bier, Sonne und einigen lebendigen Skank Pits in der Menge einfach perfekt.  Die tolle Stimmung und die Gelegenheit David McWane dabei zu beobachten wie er skankt, während der Rest der Band im Halbkreis hinter ihm steht, ließen die Atmosphäre fast perfect wirken. Leider ist dies heute nicht der Fall, da die Band ihre dunkleren punk-verbundenen Stücke spielt, welche Saxophon und Posaune hervorheben, welche ab und an auf der Bühne dudeln. Jedoch bleiben einige Erwartungen des Publikums unerfüllt. Es ist klar, dass die schnellen und melodischen Ska-Songs die besten Stücke der Band sind, wobei „Noise Complaint“ sich größter Beliebtheit erfreut. Jedoch gab es heute Abend zu wenige dieser guten Stücke. Trotzdem sind McWanes aufwendige Gesten und die Art wie er mit dem Publikum umgeht, nicht zu verachten. „This goes for the motherfucking Specials!“ – Die Tracks haben gereicht, den Abend angenehm zu gestalten, aber man kann den Auftritt nicht mit dem brillianten FEST vor ein paar Jahren vergleichen [7] PP

Citizen @ 13:00-13:30 on Rise Stage

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Als wir an der Rise Bühne ankommen, haben Citizen aus Detroit schon eine beachtliche Zuschauermenge angesammelt. Schnell konnte man eine starke Gefühlstiefe in der Performance wahrnehmen, welche die emo/shoegaz Kombination, mit der die Band auf ihren Aufnahmen arbeitet, nochmal verstärkt. Von der Körperstatue erinnert Frontman Mat Kerekes eher an einen Runningback als an den stereotypischen Emo-Kerl. Trotzdem ist sein Gesang von Emotionen, aber auch von Stärke gezeichnet, welche in Schreien münden und eine explosive Note zu der Musik beisteuern. Er und seine Band leben nicht in alter Rockstar-Attitüde, treten aber selbstsicher vor das Publikum. Die etwas ansprechenderen Stellen des Sets rufen sogar wilde Antworten der Besucher hervor, wie wir sie eigentlich erst auf dem Auftritt von Touché Amoré erwartet hätten, die kurz darauf auftreten.
Man bemerkt, dass die Songs dazu neigen schnell und abrupt abgebrochen zu werden, was für Citizen aber in ihrer Live Performance, anders als auf der Platte, nicht hinderlich wirkt, da das Auftreten der Band alles wett macht, was in ihrer musikalischen Performance fehlt. 7 TL

Bericht vom Riot Fest – Teil 2

Bühnen

Auf dem Festival waren vier gleichgroße „Hauptbühnen“, wenn man sie so nennen kann und zwei kleinere Nachwuchs-Bühnen zu finden. Die vier großen Bühnen trugen die Namen Riot-, Roots-, Rock- und Rise-Bühne, was eigentlich ziemlich blöd ist, da man selbst  durch die Ähnlichkeit der Namen keiner Band eine spezielle Bühne zuordnen kann. Bei den zwei kleineren Bühnen war es da schon einfacher: Es gab die „The Storyheart Stage“ und gleich daneben die „Rebel Stage“. – Man sollte die Namensgebung der Bühnen auf jeden Fall nochmal überdenken. Gerade Neuankömmlinge wie wir waren unfassbar verwirrt, da wir die erste Hälfte der jeweiligen Tage damit verbrachten, herauszufinden welche Band wo spielt.

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Essen

Das ganze Buffet war am Rande des Festivalgeländes zu finden, konnte aber mit einer großen Auswahl an Fleisch und vegetarischen bzw. veganen Gerichten dienen. Besonders gut gefallen haben uns die Rinderbrust, die mediterrane Paella (auf einem Festival, beeindruckend!) und der  Piña Colada-Stand, an welchem leckere Cocktails serviert wurden. In alter Festival-Manier gab es auch fertige Burger und Wraps, welche aber nicht allzu appetitlich aussahen. Zum Preis lässt sich sagen, dass man für $10 ein gutes Abendessen bekommen hat. Darüber kann man sich nicht beklagen.
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VIP

Das ganze Festival konzentriert sich auf ein VIP-Erlebnis. Auf dem Gelände gab es einige VIP-Bereiche zu denen man nur Zutritt hatte, wenn man ein höhergestuftes Armband besaß. Besonders wichtig hierbei ist, dass die VIP-Bereiche wirklich die einzigen Orte sind, in denen man sich im Schatten aufhalten kann, wenn man nicht auf dem Boden unter einem Baum sitzen möchte (Stell dir vor, es ist regnerisch und matschig). Für unseren Geschmack ist das zu kommerziell und eigentlich sollten auch auf dem normalen Festivalgelände Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.
Denn abgesehen davon konnten wir keinen weiteren Nutzen darin erkennen mehr für ein VIP-Ticket zu bezahlen; besonders, wenn das Wetter gut ist. Im Notfall kann man immer zu einer der speziellen Stände außerhalb der VIP-Bereiche gehen, um selbst VIP zu werden.

Extras

Der komplette Name des Riot Festivals (in Chicago) lautet „Riot Fest And Carnival“ (Riot Fest und Krimes). Früher, so hat man uns erzählt gab auf dem Festival  viel mehr Attraktionen, welche sich an Rummelplätzen orientierten. Heute hat sich das Angebot auf ein Riesenrad, ein paar Spielbuden und den Hellzapoppon‘ Circus Sideshow Revue Auftritt reduziert. Dennoch war die Sicht vom Riesenrad auf den Misfits Auftritt wirklich atemberaubend. Ansonsten gab es auf dem Gelände noch ein Einkaufszentrum, in dem man alles von Sonnenbrillen über einzelne T-Shirts hin zu Büchern über Punk Rock und vieles mehr.

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Toiletten

Endlich, die Toiletten. Wie auf den meisten Festivals waren die klassischen blauen Toiletten omnipräsent auf dem Festival. Leider, vielleicht aus kulturellen Gründen, gab es keine weiteren Pissoirs neben den Toiletten-Kästen. Wegen dieser Ineffizienz gab es riesige Warteschlangen am Ende des Tages. Außerdem hatten die meisten Stände gegen sieben Uhr abends keinerlei Toilettenpapier mehr. In dieser Hinsicht muss man das Festival kritisieren: Es werden bessere Einrichtungen gebraucht (Pissoirs, mehr Toilettenpapier, mehr Seife, usw.) PP

Bericht vom Riot Fest – Teil 1

Lineup

Das Riot Fest ist ein jährliches Rock/Punk/ Emo/ Hip-Hop Festival im vorstädtischen Chicago. Bis 2014 fand das Event immer im Humboldt Park statt, musste aber für das Jahr 2015 in den Douglas Park verlagert werden. Mit einer Dauer von drei Tagen und einer Teilnehmerzahl von 160.000 Menschen, welche mit 50.000 Besuchern allein am Haupt-Headliner Day gipfelt, ist das Festival für sein unglaublich gutes Line-Up bekannt, welches Menschen aus allen Teilen der USA und Canada, aber auch aus allen anderen Teilen der Welt anzieht. Größtenteils spielen talentierte Künstler, welche auf den  meisten, wenn nicht sogar auf  allen europäischen Festivals als Headliner vertreten wären.

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Dieses Jahr hat sich Rockfreaks.net das Lineup angeguckt und einen Blick auf die angekündigten Bands geworfen, indem sie kleinlich fast alle  Bands von namenhaft bis weniger bekannt  durchgegangen sind, um wenigstens eine Gruppe zu finden, die nur ein müdes Schulterzucken auslöst oder gar jedem unbekannt ist.

Wir haben die letzte Band des Line-Ups erreicht und fast jede Band, egal welchen Bekanntheitsgrades, wurde von mindestens einem unserer Mitarbeiter als eine gute Auswahl empfunden.

Also haben wir eine Reise geplant und sendeten ein Kontingent von Autoren über den Atlantik, um herauszufinden, worum sich auf diesem Festival alles dreht.

Lies weiter, um unsere tiefgehende Analyse des Festivals zu erfahren oder überspringe diese gleich, um direkt zu den Reviews zu gelangen.

Riot Fest ist kein Camping-Festival. Das heißt, dass fast alle Hotels, Motels und Airbnbs n der Umgebung des Festivals garantiert für das Festival-Wochenende ausverkauft sind. Jene, die extra zum Festival anreisen und Unterkunft benötigen müssen zudem noch mit deutlich erhöhten Preisen rechnen.

Außerdem ist die offiziell verbundene Agentur für Hotelbuchungen Curadora kein zuverlässiger Partner. Unsere Reservierung wurde zwei Wochen vor unserem Aufenthalt gekündigt und wir wurden in einem anderen Komplex untergebracht, welcher um einiges schlechter war als das, was wir ursprünglich gebucht haben.
Und das auch nur nachdem wir über eine Stunde am Telefon mit einem ahnungslosen Mitarbeiter vom Kundendienst verbracht haben, welcher uns an einem Ort unterbringen wollte, welcher 40 Auto-Minuten vom Festival entfernt ist. Nicht empfehlenswert.

Glücklicherweise ist die Stadt gut mit Uber und Lyft ausgestattet, durch welche es dank einer Partnerschaft kein größeres Problem darstellte, zum Festival und wieder zurück zu kommen., obwohl unser Hotel 15 bis 20 Minuten von Douglas Park entfernt war.

Mit einer atemberaubenden Skyline aus Wolkenkratzern im Hintergrund, ist der Douglas Park eine riesige Grünanlage nach europäischen Standards, welche mit Leichtigkeit die 160.000 Besucher des Riot Festivals aufnehmen kann (Die Zahlen basieren auf unserer Recherche; keine offiziellen Zahlen sind verfügbar.). Den Park durch die Tore zu betreten war eine effiziente und schmerzlose Erfahrung, im Gegensatz zu der exzessiven Durchsuchung unserer Taschen bevor uns der Eintritt gewährt wurde. (Die Geschlechter waren getrennt,was eine konstante Schlange im Wartebereich der Damen bedeutete.)

Wenn man das Festival durch den Haupteingang betritt, läuft man gleich am Merchandisestand vorbei, an welchem die Fanartikel der Bands, die am jeweiligen Tag spielen, einfach angeboten werden. Das festivaleigene Merchandise wurde an verschiedenen Ständen angebote, die über das Festivalgelände verteilt waren. Band-Merch hingegen war nur in der Nähe des Eingangs zu finden. – Das war eine gute Entscheidung, da man so schnell nach dem Betreten des Geländes die vorhandenen Shirts der spielenden Bands durchgucken konnte und so nicht mehr häufiger im Laufe des Tages zurück zu dem Stand kommen müsste.

Kneipen und Einrichtungen

Eine Vielzahl an Bars waren in günstiger Lage auf dem Festivalgelände zu finden. Dort gearbeitet hat freiwilliges Personal, welche ihre Bezahlung nur durch Trinkgeld erhielten. Überall wurde das gleiche Zeug serviert: helles Bier und mit Wasser gestrecktes Heineken. Nur die All Rise Brewing Company Kneipe bot IPA und APA Biere zu in etwa den selben Preisen an. Man zahlte $8 pro Pop; Cider und Bier hatten den gleichen Preis und außerhalb des VIP-Bereichs konnte man keinen harten Alkohol erwerben. Da ist ziemlich teuer, besonders wenn man immer einen Dollar pro Drink als Trinkgeld dazurechnen muss. (nicht verpflichtend, aber erwartet). Im Vergleich zum Roskilde Festival mag das nicht teuer sein, aber das Nachtleben Chicagos bewies doch, dass die Preise auf dem Festival drastisch erhöht wurden. Besonders, wenn man weißt, dass man ein großes Glas Three Floyds für $7 Dollar in einer Bar bekommen konnte, die nur eine kurze Taxifahrt entfernt lag.

Während des Festivals gab es kaum Warteschlagen vor den Kneipen. Das kann vielleicht damit erklärt werden, dass sich die Alkoholkultur der Amerikaner stark von der von uns Europäern unterscheidet: Während wir uns ab der Mittagszeit den ganzen Tag lang Bier in uns hineinkippen, scheinen die Amerikaner nicht vor sieben oder acht Uhr abends Alkohol zu trinken. Also bekamen wir fast kein seltsames betrunkenes Verhalten wie es auf europäischen Festivals zur selben Zeit am Abend normal wäre.

In den Bars konnte nur bar gezahlt werden, aber auf dem Festivalgelände waren unglaublich viele Geldautomaten zu finden, sodass wir niemals das Gefühl hatten kein Bargeld mehr bei uns zu haben.

Planung

Auf Grund der Sperrstunde ab zehn Uhr abends, haben zu dieser Zeit schon alle Headliner gespielt. Es war eine erfrischende Veränderung, dass man sich nicht bis nach Mitternacht größere Bands ansehen musste. Davon könnten andere Festivals noch lernen. Die relativ kurzen Auftritte (30 Minuten bis einer Stunde) bedeutete, dass auch kleinere Bands problemlos einen guten Auftritt abliefern konnten, ohne auf Filler-Songs zurückgreifen zu müssen. Bands wie Bad Religion hätten so locker noch eine halbe Stunde länger spielen können, aber mit so vielen Bands im Lineup war wohl alles gut so wie es war.

Bezüglich der Planung muss man sagen, dass es beeindruckend ist wie wenige furchtbare Überschneidungen der Auftritte es gab, obwohl so viele gute Bands auf dem Festival vertreten waren. Die einzige größere Überschneidung dieses Jahr war die letzte Aufführung der Motion City Soundtrack Show zeitgleich mit The Hold Steady, welche „Boys and Girls in America“ in voller Länge spielten, und natürlich das Riesendurcheinander, bei dem Jimmy Eat World / Pepper / Glassjaw / Off With Their Heads / Turnover alle zur selben Zeit spielten.

Download Festival 2016

Neues Jahr, neues Download Festival im Donington Park, bei welchem, wie jedes Mal, das Wetter eine große Rolle spielte. Dieses Mal wurden die Rocker und Feiernden glücklicherweise von herrlichem Sonnenschein in der Szenerie begrüßt, in welcher wir 2016 drei Tage genossen.

Abgesehen von der Hitze bestand der erste Tag an der frischen Luft darin, von Bühne zu Bühne zu laufen, was freitags ein wenig einfacher als an den restlichen Tagen war.

Das Metalcore Quintett Miss May I spielten zum Auftakt auf der Hauptbühne, welche dieses Jahr zu Ehren  Stephen Suttons, dem tapferen und inspirierenden Teenager benannt wurde, welcher seinen Kampf gegen den Krebs erst vor einem Monat verlor.

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Nach einem schnellen Gang zur Zippo- und Pepsi-Bühne konnte man annehmbaren Bemühungen der klassischen Rocker Tesla und den reizvollen Auftritt Turbowolfs verfolgen.

Gegen Nachmittag wurde sowohl die Hitze als auch die Atmosphäre durch die Festival-Favoriten Skindred angekurbelt, wobei der mittlerweile obligatorische Newport Helicopter bloß von der Harlem Shake-Version Benji Webbes übertroffen werden konnte.

Nach dem enttäuschenden Auftritt von Black Label Society, gehörte die Bühne voll und ganz Sharon den Adel und ihren symphonischen Metallern  Within Temptation, um das Publikum erneut anzufeuern.

Passend zum festgelegten Zombification Day, an welchem die Festivalbesucher dazu ermutigt wurden wie schaurige Untote umherzustreifen, wurde der Abend durch den einzig wahren Rob Zombie eingeleitet. Sein Auftritt, welcher eine Stunde andauerte und fast komplett in Sonnenlicht getaucht war, schien dennoch von seiner eigenen Düsternis gezeichnet.

Im Gegensatz dazu bewiesen Liverpools legendäre Prog-Rocker Anathema, dass Rock  aus harten Gitarren und geschrienen Texten bestehen kann, gleichzeitig aber auch in der Lage ist gefühlvoll und ruhig einen hymnischen und starken Charakter anzunehmen.

Hymnen beiseite, Avenged Sevenfold, die Headliner am Freitag, stellten ihre Fanbase, welche immer weiter zu wachsen scheint, mit Feuerwerken und Wildheit zufrieden. Währenddessen schworen die Punkrocker von The Offspring auf altbewährte Methoden und führten ihr grundlegendes Album Smash und einige weitere Hits auf.

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