PRIDE OF LIONS
Interregnum im Gespräch mit  Jim Peterik (voc/git)
und Toby Hitchcock (voc)
gesendet am 20. Juli 2004
 
Jim Peterik und Toby Hitchcock Pride Of Lions-Review
Man sollte sich mit Superlativen bekanntlich zurückhalten. Aber wenn einer in den USA den Melodic-Metal/Rock-Bereich wirklich maßgeblich beeinflußte, dann war das JIM PETERIK. Auch wenn mit seinem Namen vornehmlich das Schaffen von SURVIVOR und der "Rocky III"-Song "Eye Of The Tiger" verbunden wird, landeten von ihm geschriebene Songs in den zurückliegenden 25 Jahren regelmäßig in den amerikanischen Top 10. Mittlerweile ist JIM PETERIK 52 Jahre alt. Das ist für den Komponisten, Sänger und Gitarristen aber kein Grund, sich mit dem Geschaffenen bereits zur Ruhe zu setzen, was er locker könnte. Vielmehr ist er jetzt - unterstützt von Sänger Toby Hitchcock - sogar mit einer neuen Band am Start, die im Melodic-Bereich erneut Maßstäbe setzt und an die glorreichsten SURVIVOR-Zeiten anknüpft: PRIDE OF LIONS. 
 

Jim, Du hast eine kaum zählbare Menge an Songs für andere Leute geschrieben. War es notwendig, eine Band wie PRIDE OF LIONS zu gründen?

Jim Peterik (J.P.): Nun, ich hatte wirklich Bock darauf. Ich habe eine ganze Weile keine Musik mehr gemacht. Survivor verließ ich 1996. Daraufhin schrieb ich eine Menge Musik und brachte das World-Stage-Projekt zusammen. World Stage war wirklich breit gefächert: Country & Western, R'n'B und Rock'n'Roll, es war sehr gemischt. Doch viele Leute sagten, daß sie den alten Survivor-Sound wieder hören wollten. Den Sound, den wir in den 80ern, späten 70ern gespielt hatten. Ich wollte mich selbst und alle anderen testen, ob ich diese Art von Musik noch immer schreiben konnte. Deshalb war es sehr wichtig für mich, PRIDE OF LIONS zu starten. Als ich dann noch meinen Sänger Toby fand, gab es kein zurück mehr.

Wieviel JIM PETERIK kann die Welt vertragen?

J.P.: Wieviel JIM PETERIK die Welt vertragen kann? Nun das liegt ganz bei Euch. Ich hoffe, daß das Album gut klingt, für uns klingt es besser als wir es uns vorher vorgestellt hatten. Es wird weltweit gut aufgenommen. Es mag für diese Art von Musik im Moment nicht ganz so rosig aussehen, doch es gibt eine Menge Melodic Rock da draußen. Aber unser Projekt unterscheidet sich doch ein wenig davon, die Riffstrukturen sind ungewöhnlicher, die Botschaften sind anders, wir haben recht positive Inhalte. Ich hoffe, daß Ihr merkt, daß ich es noch drauf habe.

Das PRIDE OF LIONS-Album trägt definitiv Deine Handschrift. Nicht unerheblich wichtig dafür war die Tatsache, daß einige Songs davon in den 80ern geschrieben wurden. Damals noch zu Survivor-Zeiten. Was war der Grund dafür, dieses alte Material zu benutzen?

J.P.: Manche Songs sterben eben nie, ich erinnerte mich noch an einen Song, den ich 1984 geschrieben hatte. Aus dem mußte ich unbedingt noch etwas machen. Als ich das Material für PRIDE OF LIONS zusammentrug, sagte ich: Gut, ich kann komplett neue Songs schreiben. Was wir für das Album aufnahmen, war alles neu. Es gab da aber noch ein paar alte Kamellen, die ich nicht aus meinem Kopf herausbekam. "It's Criminal" etwa, oder... Wie hieß er noch gleich, Toby? Der, den Du zuerst gesungen hast. - "Love Is On The Rocks". Dieses Lied schrieb ich noch zu Vital Saints-Tagen. Ich spielte ihn damals für einen Produzenten ein, doch der sagte, daß wir für das Album genug Songs hätten, und so hob ich die Stücke für die nächste Platte auf. Als dann die kommende Platte anstand, schrieben wir neue Songs, über die wir die alten einfach vergaßen. So wie "Interrupted Melody". Als ich dann Tobys Stimme hörte, wußte ich, daß ich die Songs nun fertigstellen konnte. Jetzt haben wir keine "unterbrochenen Melodien" mehr.

Toby Hitchcock ist der zweite Mann hinter PRIDE OF LIONS, er soll Dir in nicht unerheblichem Maße die Inspiration dafür gegeben haben, die Band zu starten. Wie können wir uns das vorstellen? War Toby der Grund dafür PRIDE OF LIONS zu beginnen oder hattest Du die Idee schon ausgebrütet, bevor Du auf Deinen Sänger gestoßen bist?

J.P.: Ich beginne zu antworten, und Toby kann dann übernehmen. Ich war auf der Suche nach dem passenden Sänger, der die Lücke der Sänger aus der Vergangenheit füllen konnte. Ich arbeitete mit Jimmy Jamison, Dave Bickler, Adam Barrance. Als dann Toby kam, wußte ich, daß ich meinen Mann gefunden hatte. Toby, willst Du ihnen nicht die Geschichte erzählen, wie wir uns gefunden haben?

Toby Hitchcock (T.B.): Eigentlich war ich dabei, mich für verschiedene TV-Shows zu bewerben. Und ich traf diese Sängerin, wir unterhielten uns, und ich fragte sie, ob sie nicht in meiner Band singen wollte. Eins kam zum anderen, und sie erzählte mir von ihrem Onkel JIM PETERIK. Sie fragte, ob ich nicht lieber zu ihr gehen wollte, um Jim zu treffen und um auf ihrem Album zu singen. Ein Jahr später trafen Jim und ich uns noch einmal. Er spielte mit The Ides Of March in meiner Heimatstadt. Er erzählte mir von seinem Projekt und sagte, ich solle es mir mal anhören. Am nächsten Tag kam ich in das Studio und sang "Love Is On The Rocks". Übrigens ist die Gesangsspur des Songs auf dem Album mein Bewerbungs-Take. Wir nahmen also das komplette Album auf, und hörten, wie es wohl klingen würde. So begann das alles.

J. P.: Wo wir gerade dabei sind, nachdem ich ihn zum ersten Mal gehört hatte, verlor ich seine Telefonnummer. Ich bekam Panik, denn Frontiers, unser Label, wollte, daß wir einen neuen Sänger finden, der wirklich die Noten trifft und sein Fach beherrscht. Ich wußte nicht, wo ich so einen Typen finden könnte. Da erinnerte ich mich an Toby. Ich setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn zu finden. Doch die Sache erledigte sich von selbst eine Woche später, als ich ihn beim Ides Of March-Gig wiedertraf. Ich sagte: "Hey Kumpel, warte nach der Show, ich brauche Deine Nummer." Ich rief ihn also an und er kam. Danach schickten wir den ersten mit ihm aufgenommenen Song zu Frontiers Records. Die waren aus dem Häuschen und sagten, daß das genau der Sänger sei, der ihnen für PRIDE OF LIONS vorschwebte. So kam alles zusammen.

Tobys Stimme erinnert mich stark an die von Bobby Kimbal. Speziell bei "Prideland" etwa. Hast Du, Jim, jemals darüber nachgedacht, ein Projekt wie dieses mit dem Toto-Frontmann zu starten?

J.P.: Nun, weißt Du, für mich vereint Toby in seiner Stimme die Stärken verschiedener Sänger: Bobby Kimbal, Jimmy Jamison, oder auch Tommy Shaw. All diese Sänger hatten eine starke Stimme und Toby eben auch. Was Bobby Kimbal angeht, Du kannst Toby ja mal nach seinem Lieblingssänger fragen. Toby, erzähl ihnen wie Du mit diesem Sound aufgewachsen bist.

T. H.: Mein Vater hörte damals die ganze Zeit über ständig Toto. "Rosanna" und "Africa" und all die Songs, die sie je machten. Unter diesem Einfluß bin ich aufgewachsen. Ich persönlich glaube nicht, daß ich wie Bobby Kimbal klinge, aber hey, ich fasse es als Kompliment auf.

Die Melodic-Szene in den Staaten war stets stärker als die in Europa. Existiert denn noch immer ein so großes Publikum für diese Musik in den Staaten, wie in den 80ern?

J.P.: Leider nicht. Es kommt zwar zurück, aber PRIDE OF LIONS haben bessere Verkaufszahlen in Europa oder in Japan als in der Heimat. Was die Livesituation anbelangt, ist Melodic-Rock nach wie vor sehr angesagt. Wenn es allerdings darum geht, daß Radiostationen neue Musik von Bands wie PRIDE OF LIONS, Journey oder Styx spielen sollen, dann ist das ein schwieriges Unterfangen. Ich hoffe, daß sich das wieder ändert. Im Moment läuft es für uns in Europa sehr gut. 

Unsere europäische Sichtweise auf die Musiksituation in den Staaten ist die, daß schwarze Hip-Hop-Acts einen Großteil des Musikangebotes ausmachen. Wenn man sich dafür interessiert, kann man auch sehen, daß Country Musik einen starken Markt hat. Wir beide gehören zu denen, die harte Rock Musik und Heavy Metal bevorzugen. Deshalb sehen wir auch, daß die Melodic-Szene bei Euch sehr präsent ist. Aber was beherrscht den nun die Radiostationen, TV-Sender und Plattenläden in den Staaten in Wirklichkeit?

J.P.: Toby, kannst Du die Frage übernehmen?

T. H.: Eure Einschätzung ist schon sehr zutreffend. Hip Hop ist hier sehr dominant. Jeder steht hier auf Hip Hop. Als ich noch jünger war, stand ich auch auf diese Musik. Jetzt, da ich etwas älter bin, hat sich auch meine Musikvorliebe gewandelt. Hip Hop hat für mich zwar immer noch Stil, er ist cool und ich höre ihn auch noch, da ich auch ein paar Alben besitze. Aber Hip Hop ist in meinen Ohren eben nicht sehr melodisch. Es ist keine Musik. Also, Musik ist es schon, aber es ist mehr ein Stil. Wie viele andere Stile auch. Da war Disco und Swing, 80er-Jahre–Rock und Hip Hop. Ich meine, Musik verändert sich. Und die Geschichte wiederholt sich. Wie alles andere auch. Vor einigen Jahren war Swing eine ganze Zeit lang sehr angesagt. Es kommt immer darauf an. Country war immer da, denn dafür gibt es hier immer Leute. Auch ich liebe Country Musik. Was ich damit sagen will, ist, Musik kommt und geht und mit ihr Stile, Kleidung und die Frisuren. Ich ärgere mich deswegen nicht. Für PRIDE OF LIONS läuft es sehr gut, wie Jim es bereits sagte, besser als wir anfangs glaubten. Und hoffentlich bekommen wir bei der jüngeren Generation einen Fuß in die Tür, um sie für melodische Musik zu begeistern.

Jim, bei Deinen World-Stage-Projekten hast Du mit einem Schlag offenbart, was Du der Welt an großartigen Kompositionen gegeben hast. Wie oft waren Deine Songs in den Charts und wer hat sie interpretiert?

J. P.: Hauptsächlich waren es drei, vier Acts, welche meine Erfolge ausmachten. Survivor waren die ersten. Ich glaube, daß wir zehn Top-Ten-Platten hatten. Das ist sehr gut. 38 Spezial war Nummer zwei. Wir hatten Hits wie "Rocking In The Night", "Fantasy Girl" oder "Southern Boys". Wir hatten sieben Songs in den Top Ten. Dann Sammy Hagar, mit ihm war ich mit "Heavy Metal" in den Top Ten. Und dann mit The Ides Of March, "Vihicle" und "L.A. Goodbye", das waren auch Top-Ten-Platten. Später hatte ich dann mit Lynyrd Skynyrd vier Songs auf der "Vicious Cycle"-Platte und davor vier Nummer-Eins-Hits mit der Platte davor. Sie sind gute Freunde von mir. Ich war also auch in diesem Southern-Rock-Ding involviert.

Bei Deinem World-Stage-Projekt hast Du eine beachtliche Fülle von Sängern und Musikern auf einer Bühne vereint. Wie kam es dazu? Hat seine Majestät JIM PETERIK gerufen, und alle kamen?

J.P.: So würde ich das nicht sagen, wir sind alle gute Freunde. Wir haben uns alle miteinander geeinigt, sind zusammen getourt. Bands wie REO Speedwagon, 38 Special, Triumph oder Styx. Wir alle kennen uns seit den späten 70ern. Als ich alle zusammentrommelte, kamen so viele Leute, mit denen ich Songs schrieb und in Kameradschaft stand. Es ist wie eine Bruderschaft. Mehr, als daß JIM PETERIK der große Macker ist. Wir sind alle gleich, und wir hatten Bock darauf, uns zusammen zu tun um großartige Musik zu machen. So hat es sich abgespielt.

Wird dieses World-Stage-Ereignis noch einmal stattfinden? Und wenn, bekommen wir in Deutschland dieses dann auch zu Gesicht?

J.P.: Toby, willst Du den ersten Teil dieser Frage übernehmen?

T. H.:  Im Moment proben wir gerade für das nächste World-Stage-Projekt. Ja, es wird also ein neues geben. Hoffentlich sind wir nächstes Jahr soweit fertig. Es macht Spaß, mit so vielen talentierten Leuten zu arbeiten. Eine unglaubliche Sache.

J.P.:  Um eines klarzustellen: Wenn wir Projekt sagen, meinen wir Show. Hier geht es jetzt um ein neues Album. Allerdings wird es wohl nicht vor 2005 erscheinen, solange wird es brauchen, bis wir alles zusammen haben und alle Leute unter einen Hut bekommen. Was ich an World Stage besonders mag, ist, daß die alten Hasen, die Veteranen, auf die jungen Leute treffen, jene, denen ich versuche, bei ihren musikalischen Entwicklungen zu helfen. So wie Toby oder ein Mädchen Namens Lisa McLaurie. Lauter unglaubliche Leute, denen ich versuche, einen Anschub zu geben. Das macht eine Menge Spaß. Ob wir das auch nach Deutschland bringen können, ist eine schwere Frage.
Da gibt es so viele Pläne und Termine aufeinander abzustimmen. Ich wäre schon glücklich mit PRIDE OF LIONS rüberkommen zu können. Aber das mit dem World-Stage-Projekt zu machen, das ist wirklich schwierig.

War Dein Superhit "Eye Of The Tiger" für Dich eher ein Fluch oder ein Segen?

J.P.: Letztendlich glaube ich, daß es mehr ein Segen war. Wer kann schon von sich behaupten, einen Song geschrieben zu haben, der nach 25 Jahren noch immer aktuell ist? Man hört immer noch Geschichten darüber, wie sich die Menschen von diesem Song inspirieren lassen und wie er sie motiviert. Die Kehrseite daran ist, daß viele Leute den Song nicht mit Survivor assoziieren und nicht wissen, von wem er kommt. Manche glauben tatsächlich, daß er von Stallone geschrieben wurde. So dummes Zeug eben. Ich würde es lieber sehen, daß die Leute die Band Survivor besser kennen würden als nur den Song "Eye Of The Tiger". Aber hey, ich bin glücklich über den Song und darüber, ein Teil von ihm zu sein.

Warum gibt es Survivor mit JIM PETERIK nicht mehr?

J.P.: Im Jahr 1996 hatte ich die Grenze des Machbaren erreicht. Ich hatte die Band soweit gebracht wie ich es konnte. Es gab bestimmte Personen in der Gruppe, welche es mir nicht erlaubten, die Band noch weiter voranzubringen, wie ich sie voranbringen wollte. Ich wollte ein weiteres Album machen, ich wollte weiter Songs schreiben. Es gab einige Probleme, die Band zu motivieren, eben diese Dinge zu tun. Ich war frustriert und wollte die Band verlassen. Ich konnte sie nicht mehr führen. Dazu hatte ich die Kraft verloren. Ich verließ die Jungs also. Ich mußte etwas finden, mit dem ich mein Schicksal meistern konnte. So rief ich World Stage ins Leben und PRIDE OF LIONS. 

Jim, wir beobachten Deine Arbeit nun schon seit ein paar Jahren von unserer Show aus. Bisher glaubten wir, daß in Deinem Metier kaum jemand arbeitet wie Du. Bis zu dem Tag als Gary Hughes aus Großbritannien auf der Bildfläche auftauchte. Interessierst Du Dich für die Arbeit anderer Melodic-Komponisten?

J.P.: Ich liebe eine Menge Schreiber da draußen. Ich mag Jonathan King und die Jungs von Journey, Lou Gramm, Mick Jones, mit dem ich vor Jahren auch mal was geschrieben habe. Es gibt so viele Schreiber, wie kann man die alle aufzählen? Ich habe so viel von Toto gelernt, von ihrer Art zu schreiben. Aber auch von Künstlern, die niemand in Erwägung ziehen würde. Stevie Wonder, ihn brachte Toby als Einfluß mit. Ich meine, seine Melodien waren sagenhaft. Elton John, er hat zwar einen eigenartigen Stil, aber seine Melodien sind der Wahnsinn. Genauso wie Billy Joel, Queen, da gibt es so viele Leute. Ich gebe mein Bestes.

Dieser Gary Hughes, den ich vorhin nannte, hat stets ein Diktiergerät in seiner Tasche, um die Ideen aufnehmen zu können, wenn sie kommen. Davon benutzt er alle. Wie arbeitest Du? Sortierst Du Deine Ideen um einige ungenutzt zu lassen? 

J.P.: Genauso halte ich es auch. Wenn Du Songschreiber bist, weißt Du nie, wann Dich die Inspiration trifft. Beim Rasen mähen oder beim Autofahren, beim Vollzug des Geschlechtsaktes, wann auch immer. Ich habe immer ein Aufnahmegerät bei mir, weil ich sonst die Melodie oder die Textidee verlieren könnte. Also habe ich stets einen Recorder und ein Notizblock bei mir. So haben sich in den letzten 30 Jahren bei mir an die 1000 Notizbücher angehäuft. Und ich bewahre sie alle auf. Dann sammelt man und sammelt man verschiedene Ideen und reiht sie aneinander. Das ist Sektion Eins. Sektion Zwei befaßt sich damit, die Songs zu beenden. Ich habe alle gesammelt, und in den Staaten und weltweit ein Buch herausgebracht, "Songwriting für Anfänger". Dort erkläre ich die unterschiedlichen Methoden, Songs zu schreiben.

Ihr wart schon einmal kurz mit PRIDE OF LIONS in Deutschland. Was denkst Ihr, ist es möglich daß Ihr hier bei uns tourt?

T. H.: Wir versuchen definitiv, eine Europatour auf die Beine zu stellen. Es hängt natürlich noch einiges in der Luft. Etwa, wie sich die Platte verkauft und dergleichen. Aber wir sind sehr daran interessiert wiederzukommen. Ich liebe Europa, man kann hier die unterschiedlichsten Leute treffen, die verschiedensten Sprachen hören und gutes Essen bekommen. Es ist so anders als Amerika. Was die Musik anbelangt, hoffen wir natürlich, daß die Platte gut ankommt, und daß die Verkäufe es uns erlauben, zurückzukommen. Denn das ist ausschlaggebend dafür.

Toby, was hat sich für Dich in Sachen Popularität verändert, seit Du bei PRIDE OF LIONS eingestiegen bist?

T. H.: Hier bei uns nicht wirklich viel. Ein paar Leute kommen auf mich zu, da sie die Platte haben. Über Import ist sie bei uns erhältlich. Einige haben sie sich gekauft, weil die Scheibe im Radio gespielt wurde. Nur einige Leute aus meiner Heimatstadt wissen, was ich tue, manche fragen nach Autogrammen oder versuchen, Informationen zu bekommen. Das sind die größten Veränderungen in meinem Leben, ohne das sich etwas groß geändert hätte. Um ehrlich zu sein, ich will es auch gar nicht. Es ist nicht so, daß ich kein Star sein möchte, wer will das nicht. - Was ich jedoch nicht will, ist, daß die Leute mich als jemand anderen betrachten, nur weil ich einen Plattenvertrag habe. Ich bin immer noch Toby für meine Freunde und meine Familie aber auch für alle Leute, die ich treffe. Ich renne nicht umher und hänge es an die große Glocke. Das ist das Letzte, was ich will. Es ist einfach eine große Ehre, in solch eine Sache involviert zu sein. Ich liebe Musik und sie ist ein Teil von mir seit ich ein Baby war. Es ist normal für mich, zwar schon etwas seltsam, aber so wie es ist, sollte es wohl sein.

J.P.: Als die Platte rauskam, konnte Toby die Reviews kaum fassen, in denen er in einem Atemzug mit all den großartigen Sängern genannt wurde. Ich sage das, weil es ziemlich cool war. Ich bin nämlich der alte Veteran, ich bin 53, er ist 26. Wir kamen nach Europa in einen Plattenladen und wollten sehen, ob sie unsere Platte hatten. Und da war sie, größer als Scheiße, mit Präsentationspostern und allem drum und dran. Er war so aufgeregt, ich konnte es in seinen Augen sehen. Ich war so etwas ja schon gewohnt, aber die Freude in seinen Augen über unser brandneues Produkt, unser Baby in diesem Plattenladen zu sehen, war riesig. Das war übrigens in Deutschland.

Toby, bist Du neben PRIDE OF LIONS noch in anderen Bands oder Projekten tätig?

T. H.: Ja, ich arbeite für eine Entertainment-Firma, habe zwei Bands am Laufen. Außerdem habe ich noch meine Studioarbeit. Ich habe also meinen normalen Wochenjob. An den Wochenenden trete ich dann mit meinen Bands auf. Es ist jedoch nichts Vergleichbares zu PRIDE OF LIONS. Das hier ist ein paar Nummern größer. Meine anderen Bands sind Coverbands. Sie sind sehr gut, aber es sind mehr Partybands. Für Hochzeiten oder Geschäftstreffen und so was.


 

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