ASIA-Spezial (Interview mit John Payne voc/bg) 01. März 2005


ASIA
"Silent Nation"
Erschienen: 2004
Label: InsideOut/SPV
Homepage: www.asiaworld.org
ASIA - Silent Nation On Air: "Darkness Days"
"Silent Nation"
"I Will Be There For You"
"Long Way From Home"
"What About Love"
"Blue Moon Monday"
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die lassen sich nicht mit den sachlichen Verstand erklären. - Daß die meisten Menschen auf dieser Welt nie ein Lied schreiben werden, ist logisch. Einige versuchen es, und schaffen Musik, die kaum der Rede wert ist. Wieder andere können es ziemlich gut, was ja auch in den Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen nachzulesen ist. Aber was ist mit jenen, die uns immer wieder Melodien schenken, die so wundervoll sind, daß sie tatsächlich nicht von dieser Welt scheinen? Die können wir an zwei Händen abzählen. Aber es gibt sie. Und ohne diese genialen Komponisten wäre unser Leben um einiges ärmer.
ASIA sind eine Band, die schon in den 80er Jahren nicht nur Fans, sondern auch Musikerkollegen vor Ehrfurcht erstarren ließ. Damals nicht nur wegen der unglaublich starken Musik, sondern vor allem auch wegen der Besetzung: Geoff Downes (key) und Steve Howe (g) von Yes, John Wetton (voc/bg) von King Crimson und Carl Palmer (dr) von Emerson,Lake & Palmer. Oft genug hat solch eine Supergruppe nicht funktioniert. Weder zwischenmenschlich noch musikalisch. Was die Beziehungen der Musiker untereinander betraf, lief es sicher nicht gerade blendend. Die Musik war jedoch einzigartig: Die Harmonien in den Refrains waren in dieser Form beinahe unerreicht, die Mischung aus Bombast, Epic und Heavy Rock hob das harte Genre auf ganz neue Ebenen.
Und obwohl schon nach drei LPs nur Geoff Downes vom Ur-Line-up übrig geblieben war, bleiben ASIA bestehen. Mit neuer Mannschaft wurden weiter Platten produziert, die immer noch großartig waren.
Jetzt haben die Briten ihr Meisterwerk vorgelegt. Beinahe nicht zu glauben, angesichts solcher Scheiben wie "Asia", "Alpha" oder "Aqua". Und doch: "Silent Nation", das erste Album ohne "A" am Anfang des titelgebenden Wortes, markiert einen Kreativzenit, wie man es bei diesen alten Hasen wohl kaum noch für möglich gehalten hat. Die wundervollsten Melodien gehen einher mit einer kraftvoll geschlagenen Gitarre, der rostig ningelnden Hammond Orgel und Satzgesängen, wie sie vermutlich nur ASIA auf die Reihe bekommen.
Allein "Blue Moon Monday" zeigt, mit welchem Gefühl Downes, John Payne (voc/bg), Chris Slade (dr) und Guthrie Govan (g) zu Werke gehen. Die Dynamik dieser Nummer geht extrem unter die Haut. Songs wie "Midnight", "The Prophet" oder das radiotaugliche "Long Way From Home" nicht minder. Apropos Radio: Liefe solche Musik in den täglichen Dudelsendern hätten wir garantiert mehr Freundlichkeit unter den Menschen. 10 von 10
JUB

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