ABGEHÖRT vom 3. Mai
2005
ES IM ICH
"Dem Wahnsinn nah" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.esimich.de |
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On Air: "Sklaven der Hölle" |
Trotz des eher merkwürdigen
Bandnamens handelt es sich bei ES IM ICH um eine ziemlich geile Death-Metal-Band
der alten Schule. Beim Riffing standen definitiv Unleashed Pate. Die Grooves
würden Six Feet Under zur Ehre gereichen und einige punkige Benediction-Anleihen
sind auch auszumachen. Dabei kommen die Nürnberger, welche komplett
in deutsch texten und brüllen, nahezu komplett ohne Blast-Attacken
aus. Dafür rollt der Midtempo-Panzer. Sehr cool auch die an Saint
Vitus erinnernden Doom-Passagen. Hier können ES IM ICH die Stimmung
mit dem Richtigen Gespür für Zeitlupen-Rhythmik halten und liefern
ein mehr als überzeugendes Album ab. 9
von 10
THOMAS
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HIDDEN IN THE FOG
"Abstract Maelstrom Paragon" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.hiddeninthefog.com |
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On Air: "Dignity's Fall" |
Old Man's Child und Dimmu Borgir
in ihren grausigsten Momenten treffen auf ausgeflippte Emperor, die sich
mit Bal Sagoth den Probenraum teilen. So klingen in etwa HIDDEN IN THE
FOG aus Magdeburg. Es ist sicher beeindruckend wie die Musiker es hinbekommen,
diesen musikalischen Salat tatsächlich auf ihren Instrumenten umzusetzen,
die Songs sind allerdings bar jeden Einfalls. Versatzstückartig wird
ein winziges Melodiefragment an das nächste gereiht. Und da das Quartett
sein Handwerk versteht, können auch die unglaublichsten Rhythmusextreme
bewältigt werden. Nur Songs sind dabei nicht entstanden. Man kann
die CD "Abstract Maelstrom Paragon" 20mal hören (was einer zähen
Marter gleicht) und wird nichts in sich spüren, geschweige etwas in
Erinnerung behalten.
Alle, die solche Musik tatsächlich
mögen, können mich meinetwegen ins Fegefeuer wünschen, aber
selbst der Teufel mag es lieber groovig. Und deshalb gibt es für die
erstaunlichen handwerklichen Fähigkeiten durchaus einen Handschlag,
mit guter Musik hat diese Scheibe herzlich wenig zu tun. Auch dann nicht,
wenn man Progressiv-Maßstäbe zu Grunde legt und die verrücktesten
Sachen oben genannter Szenegrößen heranzieht. 1
von 10
JUB
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AXXIS
"Time Machine" |
Erschienen: 2004
Label: AFM Rec.
Homepage: www.axxis.de |
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On Air: "Wind In The Night" |
Das wird den Mantafahrer aber freuen.
AXXIS haben ein neues Album auf dem Markt. Heavy Metal, der absolut massentauglich
ist und niemanden, der mit dieser Musik sonst nichts anfangen kann, vergraulen
wird. Selbst die zickigste Friseuse nicht. Denn die Instrumentierung ist
in den Strophen gezügelt und in den Refrains fett. Da wo eigentlich
eine Gitarrenwand stehen sollte, hört man zwar Distortion, aber auch
selbige aufsaugende Keyboards, welche stets die Härte nehmen. Die
Melodien funktionieren gleich beim ersten Hören, woran nicht zuletzt
deren Kanon-artiger Aufbau (z.B.„Wind In The Night“) beteiligt ist. Meines
Erachtens nach haben AXXIS ihre Pomp-Seite stärker ausgebaut. Dabei
beweisen sie, daß sie kompositorisch einiges auf dem Kasten haben,
doch wer jetzt an dramatische Spannungsbögen á la Blind Guardian
denkt, sollte beachten, daß AXXIS ihre Musik halt auf die breite
Masse zugeschnitten haben und ihnen somit jedweder spezieller Charakter
fehlt. Hier hätte auch Band XY am Werke sein können. Unterm Strich
eine handwerklich mehr als solide gespielte Scheibe, die jedoch zu gesichtslos
wirkt. Sei noch anzumerken, daß die Band um Bernhard Weiß mit
besagtem „Wind In The Night (Shalom)“ ihren Teil zur Völkerverständigung
und zur Abtragung der deutschen Kriegsschuld in Richtung Israel beigetragen
hat. Ganz groß! Ehrlich. 5 von 10
THOMAS
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MASTERS OF REALITY
"Give Us Barabbas" |
Erschienen: 2004
Label: Brownhouse
Homepage: www.mastersofreality.com |
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On Air: "Voice And The
Vision" |
Diese unglaubliche Band wird vermutlich
den meisten Extrem-Metal-Fans kein Begriff sein - und wahrscheinlich nicht
einmal gefallen. Das kommt natürlich nicht von ungefähr, denn
die MASTERS OF REALITY, die Band um Ausnahme-Künstler Chris Goss,
läßt sich nicht ohne weiteres fassen. In der fast 15-jährigen
Bandgeschichte hat die Gruppe ihrem Publikum so einiges geboten: Stoner
Rock, Black-Sabbath-Doom, Heavy Rock und ganz viele Beatles-Reminiszensen.
Und die sind es auch, die das Ouevre der Band wie ein roter Faden durchziehen.
"Give Us Barabbas" ist voll davon. In "I Walk Beside Your Love" oder "Hey
Diana" vermeint man John Lennon wiederzuhören, "Jindalee Jindalie"
hätte auch ein George-Harrison-Solo-Werk bereichern können. "Voice
And The Vision" ist Kneipenfolk, "Off To Tikki Ti" ebenfalls, hier aber
wieder mit einem argen Beatles-Touch. "Bela Alef Rose" könnte durchaus
von den Traveling Willburys stammen und "It's To Hard" ist eine großartige
Bad-Company-Bluesnummer.
MASTERS OF REALITY wurden einst
berühmt, als sie 1994 mit Creams Ginger Baker am Schlagzeug das Album
"Sunrise On The Sufferbus" einspielten und einen Song in der Top Ten der
Bilboard-Charts plazierten. Der Drum-Gott blieb nicht lange, ist für
"The Desert Song" auf "Give Us Barabbas" aber zurückgekehrt. Und Ihr
werdet feststellen, daß es kaum einen Schlagzeuger gibt, der einen
solch markanten Stil hat wie der ausgetrocknete Baker.
Der Härtegrad der Songs tendiert
gegen Null. Allerdings sind die Stücke allesamt Ohrwürmer, denn
hier hat jemand komponiert, der einfach gute Lieder schreiben möchte
und niemandem mehr etwas beweisen muß. 9
von 10
JUB
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STAHLBAD NEUKÖLLN
"Stahlbad Neukölln" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.paramoon.de |
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On Air: "Antwort"
"Ostrock" |
Eine interessante Band hat sich
im Berliner Rollberviertel zusammengefunden. Keiner konnte zu Zeiten der
Bandgründung irgendein Instrument spielen. Wer welche Position innerhalb
der Band einnimmt, wurde per Flaschendrehen ausgelost und das Problem fehlender
Instrumente auch schnell durch heimliche Besuche in einer Equipment-Firma
gelöst. Doch wider Erwarten haben die zwei Lieder der „Stahlbad Neukölln“-Single
echtes Hitpotential. Griffiger Asi-Rock mit kultigen Texten. Der Hammer
ist der Song „Ostrock“, der engstirnigen Fans dieser Musikrichtung die
Zornesröte ins Gesicht treiben wird. Doch wenn man auf Ostrock steht
und dazu noch die nötige Portion Humor mitbringt, kann man sich am
clever verfaßten Text tatsächlich wahrhaft ergötzen. „Antwort“
geht zwar gut ins Ohr, fällt gegen „Ostrock“, auf Grund mangelnder
Brisanz, doch ein wenig ab. 7 von 10
THOMAS
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OBSCURITY
"Bergisch Land" |
Erschienen: 2000
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.obscurity-online.de |
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On Air: "Bergisch Land"
"Beast In Red" |
OBSCURITY waren schon mit ihrem
Dbüt "Bergisch Land" eine Band von außerordentlich hoher Qualität.
Black/Pagan Metal vom marschierenden Stampfer bis zum tosenden Kracher
aus der ersten Liga. Die Melodien gehen meist unter die Haut, die Songs
sind clever strukturiert, so daß sie beliebig häufig gehört
werden können, ohne an Wirkung zu verlieren. Aus dem Titelsong spricht
Nationalstolz, der hier unverfroren proklamiert wird. Zeilen wie "Bergisch
Land, Du bist unser Stolz/Niemals wirst Du untergehen/Bergisch Land, Du
bist ein Teil von mir/Für Dich kämpfen werden wir" lassen kämpferisch
die Faust ballen, machen Mut. Sicher nicht nur Leuten aus Bergisch Land.
Logisch, daß die bohrenden Gitarren-Weisen einen enormen Anteil an
dem Eindruck der Songs haben, denn Moll-Harmonien werden hier ganz groß
geschrieben. 8 von 10
JUB
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SOILS OF FATE
"Crime Syndicate" |
Erschienen: 2003
Label: Forensick Music
Homepage: www.soilsoffate.com |
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On Air: "Crack" |
Warum schreibt diese Band Texte?
Mein Gott, das Geröhre von der SOILS-OF-FATE-Frontsau kann man selbst
mit jahrelang geschultem Death-Metal-Gehör beim besten Willen nicht
verstehen. Genauso tief wie eindimensional kommen die Laute daher. So bizarr,
daß es schon wieder nur geil ist. Die Mucke, Grindcore mit Death-Metal-Touch,
ist handwerklich mehr als Durchschnitt. Das Schlagzeug wird meisterlich
zerlegt. Die Saiten balancieren zwischen filigranem Untakt-Gefrickel und
stumpfem Hau-drauf. Überraschungen haben die Schweden nicht parat,
dafür aber eine knappe halbe Stunde Grindgeballer der gehobenen Liga.
6
von 10
THOMAS
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SANATORIUM
"Fetus Rape" |
Erschienen: 2003
Label: Forensick Music
Homepage: www.sanatorium.info.sk |
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On Air: "In Capture Of
Necrophile Visions" |
Eine merkwürdige Scheibe. Nein,
nicht der Musik wegen. Die ist in Ordnung: Death/Grind mit einem singenden
Schwein und Texten, die sich mit Vergewaltigungen, Tötungen, Leichenficks
und Abartigkeiten jeglicher Art beschäftigen. Das ist alles okay.
- Nur warum erschien "Fetus Rape", beinhaltet diese Sechs-Track-Scheibe
doch lediglich einen bekannten Song von der "Internal Womb Cannibalism",
zwei von der "Goresoaked Reincarnation" und drei von der zum Zeitpunkt
des Erscheinens von "Fetus Rape" noch nicht veröffentlichten "Celebration
Of Exhumation". Wenn man sich dann also diese zugelegt hat, war die "Fetus
..." völlig umsonst. Eine "Best Of" ist sie nicht, eine Überbrückungs-Mini
auch nicht, denn Unveröffentlichtes gibt es nicht zu hören. Also
warum das Teil? Eine Antwort gibt es nicht, und sie ist jetzt auch nicht
mehr so wichtig.
Die Musik SANATORIUMs aus der Slowakei
ist wie immer wirklich gut. Die Auswahl allerdings willkürlich, will
mir scheinen. Die-Hard-Fans sollten sich das Teil billig bei Ebay schießen.
7
von 10
JUB
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ELEND
"Sunwar The Dead" |
Erschienen: 2004
Label: Prophecy Prod.
Homepage: www.elend-music.org |
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On Air: "A Song Of Ashes" |
Die österreichisch/französische
Band serviert uns auf ihrem sechsten Album wieder einmal schwere Kost.
Da werden düster-bedrohlich ein paar Pauken gehauen, mischen sich
schrullige Griffe auf einem Cello mit unfreiwillig grotesken Psycho-Streichern,
über die sich ein orientierungsloses Wehklagen legt. Hier und da gibt
es erschreckend dynamische Momente, die einen wieder aufhorchen lassen.
Da gibt es sicherlich wieder ein paar Musikfreunde, die sich in der "Genialität"
ELENDs baden, von „Neoclassicaldarkromanicmysticgothic“ sprechen und in
dem, mit einem 50köpfigen Orchester eingespielten „Sunwar The Dead“-Album
ihr Seelenheil finden. Sollen sie, gerne doch. Gegebenenfalls überlege
man sich aber doch, was Leute wie Bach, Beethoven oder Mozart mit solchen
Orchestern angestellt haben. Anhand dieses Gesichtspunktes wirkt „Sunwar
The Dead“ doch ziemlich ernüchternd. 2
von 10
THOMAS
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DARK AGE
"Dark Age" |
Erschienen: 2004
Label: Remedy Records
Homepage: www.suicidecrew.com |
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On Air: "Nikita" |
Wenn eine Band mitten in ihrer Tonträger-Karriere
eine ihrer Veröffentlichungen plötzlich lediglich den Bandnamen
verpaßt, dann stand entweder ein Label-Wechsel an oder man beschreitet
neue musikalische Wege. Bei den Hamburgern DARK AGE ist Letzteres der Fall.
Von den düsteren Weisen von einst ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Bestenfalls ein paar melancholische Melodien. Ansonsten hat man den noch
gar nicht so alten Wagen mächtig getunt. Musik wie sie DARK AGE auf
ihrem vierten Album anbieten, bekommen wir in ähnlicher Form immer
wieder auf dem TV-Musik-Kanal Viva zu hören. Denn die Hanseaten haben
die Pop-Kultur für sich entdeckt. Melodic Thrash trifft auf New Metal
und wird mit verläßlichen Heavy-Metal-Figuren gestreckt. Vor
allem bei den Soli hat man da ganz genau aufgepaßt. "Date To Collapse"
und "Pulse Of Minority" sind geradezu dreiste Anbiederungen. Und "Nikita"
führt uns in die Welt von Prodigy, hier halt bei weitem nicht so elektronisch.
Es wäre ein Frevel zu behaupten,
die Scheibe sei schlecht. Denn das ist sie mitnichten. Die Songs sind beinahe
ausnahmslos eingängig und mit viel Gefühl fürs Arrangement
gestaltet. Nur möchte ich ewig Gestriger soetwas von DARK AGE nicht
unbedingt hören. Und so entläßt mich das Teil mit einem
zwiespältigen Gefühl. 6 von 10
JUB
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CITIES OF SLEEP
"Fear: Suicide: Life" |
Erschienen: 2002
Label: Blodmorfogh Prod.
Homepage: www.citiesofsleep.de |
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On Air: "Lehr mich gehen" |
Das Debüt-Album der deutschen
Band ist schon ein äußerst verqueres Stück Black/Death
Metal der etwas anderen Art. Ganz ohne Blast und Geballer, dafür mit
Riffs, die sich mit oben genannten Stilrichtungen decken. Kein Doublebass-Getacker,
dafür Groove. Kein Reines Keifen oder Grunzen, dafür aber hysterisches
Geschrei und psychotische Gesänge. Gewürzt wird mit Akustikgezupfe
auf den Klampfen. Naja, soweit so gut. Das „Fear: Suicide: Life“ dennoch
nicht zu einem interessanten, eigenständigen Werk wird, liegt daran,
das die Lieder auf Dauer alle ähnlich klingen. Immer dann, wenn sich
gute Parts abzeichnen, wird der Takt gewechselt, die Melodie abgebrochen,
fügt sich ein Pflicht-Verprogressivierungspart an, der jedwede Eingängigkeit
nimmt. Natürlich wollen CITIES OF SLEEP keine Musik für den Mainstream
machen, doch „Fear: Suicide: Life“ sollte ob seiner Verschrobenheit nur
die wenigsten Bizarr-Musikfreunde auf Dauer glücklich machen. „Fear:
Suicide: Life“ hat eine Spielzeit von knappen 35 Minuten, dennoch hat man
nach dem Hören der Scheibe das Gefühl, daß einem über
70 Minuten Zeit fehlen. Das ist ein schlechtes Zeichen. 3
von 10
THOMAS
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MERLONS LICHTER
"Lust" |
Erschienen: 2005
Label: Atomic Media/Westpark
Music
Homepage: www.merlons.de |
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On Air: "Ich würde
so gerne in Dir sein" |
Was ich von denen bisher gehört
habe, war ausnahmslos geil. Und obwohl die Band erneut transformierte,
ist alles in bester Ordnung. Denn als MERLONS LICHTER spielen die Musiker
auf "Lust" all ihre Erfahrungen und ihr beispielloses Können aus.
Fans des typischen Mittelalter Metals werden die Kapelle noch unter THE
MERLONS oder einfach nur MERLONS kennen. Fans der ersten Stunde wissen
auch noch um den etwas längeren Namen THE MERLONS OF NEHEMIAH und
werden gewiß ohne Probleme den Schritt zu MERLONS LICHTER mitmachen,
denn die Qualitätsmerkmale der Band sind erhalten geblieben: Der Gesang
von PG ist eindringlich, manchmal musikschulhaft perfekt. Die Lieder sind
runde Kompositionen, in denen nichts zuviel erscheint, wo man aber auch
eigentlich nichts vermißt. Der mittelalterliche Touch bleibt durch
Drehleyer und sogenannten Pfeiffen bestehen. "Weltenlauf" ist dafür
ein glänzender Präzedenzfall. Ebenso "Heißer als die Sünde",
ein Stück, das vor allem Germanistik-Studenten den Neidkamm aufsteigen
lassen dürfte, denn der Umgang mit der deutschen Sprache ist hier
(und nicht nur hier) brillant. Und wenn ein Song wie "Wie Du und ich" auch
gut und gerne von schlaffen Deutsch-Rock-Hansels hätte stammen können,
lassen es MERLONS LICHTER doch meistens richtig krachen. Man höre
nur die Gitarrenarbeit in "Ich würde so gerne in Dir sein". Die Titelzeilen
sagen es schon: Das Thema Lust wird auf dem gleichnamigen Album voll ausgereizt
und gerät dabei nie platt oder aufgesetzt. Alles umweht ein Hauch
von Poesie, selbst wenn sich Frivolität erahnen läßt.
Nur eins ist gewiß: Zungenküsse
sind für mich in der Öffentlichkeit künftig tabu. Seit ich
das Booklet von "Lust" gesehen habe, ist mir bewußt geworden, wie
unsinnlich solch ein Gesabbel sein kann. 9
von 10
JUB
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DUNGEON
"One Step Beyond" |
Erschienen: 2005
Label: LMP/SPV
Homepage: www.dungeon.cd |
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On Air: "Against The Wind" |
Die 80er Jahre waren selten so allgegenwärtig
wie bei DUNGEON. Liegt es daran, daß Australien doch immer noch ein
Heavy-Metal-Entwicklungsland ist oder haben die vier Typen der Band einfach
nur extrem geile Platten im Schrank? Egal, der Sprung von "A Rise To Power"
(Abgehört vom 4. Mai 2004)
zu "One Step Beyond" hat gewiß nicht nur die Spannweite eines Schritts.
Diese Scheibe hat in keiner Note Neues zu bieten, auch verrenken sich die
DUNGEON-Leute nicht in dem Versuch, irgend welche Stile mixen zu wollen.
Sie ziehen den Heavy-Metal-Stiefel ohne Heckmeck durch und sind dabei manchmal
richtig geil ("Terrano del Mar" oder "Under The Cross"). Allerdings wird
häufig auch nur Fastfood aufgetafelt. Bei dessen Zubereitung hat man
sich zwar Mühe gegeben, aber soetwas bekommt man so ziemlich an jeder
Straßenecke.
Aber das geht schon wieder in eine
pingelige Richtung, denn das DUNGEON-Album ist prinzipiell gut gelungen,
weil die Songs sämtlichst ins Ohr gehen und aufzeigen, daß die
Musiker verdammt viel Herzblut für ihre Musik vergießen. 7
von 10
JUB
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ERIC MARTIN
"Destroy All Monsters” |
Erschienen: 2004
Label: Frontiers Rec./Soulfood
Homepage: |
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On Air: "Janie Won’t Open" |
Der ehemalige Mr.-Big-Sänger
Eric Martin bezeichnet die Musik auf seiner sechsten Solo-Veröffentlichung
als „Distorted Pop“, als verzerrten Pop. Damit hat er jeder etwaigen Spekulation
über die Ausrichtung der Musik jeglichen Wind aus den Segeln genommen.
Nette, gefällige Gitarrenpopmusik mit sanften Melodien, irgendwo zwischen
eingängig-flott und verträumt-schmalzig. Obwohl einige Nummern
ja gar nicht schlecht sind, fehlen die Hits. Klar, auf Biegen und Brechen
könnte man einen Song bis an die Spitze der Charts pushen, doch so
recht wollen die Lieder nicht im Ohr hängen bleiben. Leute, die sich
Duftbäume ins Auto hängen, ihre Socken falten und im Sitzen pinkeln,
könnten an „Destroy All Monsters“ sicher ihre helle Freude haben.
4
von 10
THOMAS
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EMPTY TREMOR
"The Alien Inside" |
Erschienen: 2004
Label: Frontiers/Soulfood
Homepage: www.emptytremor.com |
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On Air: "Who You Really
Are" |
Gut, daß der verrückte
Daniele Liverani bei EMPTY TREMOR nur die bescheidene Aufgabe hat, auf
Anordnung die Tasten zu drücken. Denn Liverani hätte bei einer
zentralen Rolle sicher auch die Musik dieser hoffnungsvollen Italiener
zu Sau gehackt. Man erinnere sich nur an sein unsägliches "Genius"-Projekt
(siehe Abgehört vom 15.
Juli 2003), wo Liverani nichts unversucht ließ, um die Songs
gnadenlos zu verwuseln. EMPTY TREMOR sind da aus einem anderen Holz.
Zwar haben wir es hier ebenfalls mit Progressiv-Leuten zu tun, den Songs
wird aber grundsätzlich eine saubere und nachvollziehbare Struktur
verpaßt. Manchmal ist dabei sogar Eingängiges herausgekommen.
Platt gesagt, gehen hier Anspruch und Unterhaltung eine sehr angenehme
Symbiose ein. Die Begegnung von "Don't Stop Me" und "Stay" ist da ein Parade-Beispiel.
Sollte man unbedingt als Antester-Duo hintereinander weg hören. Man
weiß sofort, wohin die Reise mit "The Alien Inside" geht.
Wuchern können EMPTY TREMOR
mit dem Pfund, Oliver Hartmann von At Vance am Mikrophon stehen zu haben.
Der Typ ist schon so ziemlich die halbe Miete. Zumindest scheint ihm diese
Art von melodiösem Prog-Metal sehr zu liegen. 8
von 10
JUB
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