An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

BANDS BATTLE-Rückblick vom 03. Juni 2003


BANISHED REALITY "Realitivität" 8 (BANDS BATTLE-Band)
Eigenproduktion, 2002

Banished Reality - Realitivität

Diese Jungs hatten eine der schwersten Aufgaben auf dem BANDS BATTLE-Festival 2003 zu erfüllen: Sie eröffneten es. Und wie sie es eröffneten. BANISHED REALITY entzündeten ein Old School Death Metal-Feuerwerk auf der Bühne, das alles, was bereits den Weg ins Tankhaus gefunden hatte, die Ohren spitzte. Denn das groovende Gehämmer des Fünfers ist für die Live-Präsentation geradezu prädestiniert.
Aber nicht nur live kommt das Zeug von BANISHED REALITY absolut treffsicher. "Panzer" oder "Corpus Supra Anima" sind kollektive Banger vor dem Herrn, dem die Celler Band wiederum überhaupt nichts abgewinnen kann. "Alter Ego Kain" oder "Neues Licht" sprechen da Bände. Letzterer Song ist dabei ein wildes Stück Musik, das sich von dem eigentlich party-tauglichen Gebretzel des BANISHED REALITY-Materials entfernt. Man möchte es fast progressiv nennen. Aber auch dies gelingt der Band. Ebenso das intelligent durchkomponierte "Nacht der Leidenschaft", das hin und wieder mit gedrosselten Passagen aufwartet, dabei aber rund bleibt. info@banishedreality.com/www.banishedreality.com
"Corpus Supra Anima"

JUB

REAPER "Elements" 6 (BANDS BATTLE-Band 2003)
Eigenproduktion, 2002

Reaper - Elements

Sie können sich drehen und wenden, wie sie wollen: REAPER müssen sich mit Grave Digger messen lassen. Gitarrist/Sänger Daniel Zimmermann klingt dermaßen nach Chris Boltendahl, daß REAPER wahrscheinlich Soul spielen müßten, um nicht immer wieder diesem unsäglichen Vergleich ausgesetzt zu sein. Aber wenn man REAPER heißt und obendrein klassischen Heavy Metal der alten deutschen Schule spielt, wird dieser Bezug geradezu heraufbeschworen. Dabei sind die Jungs, die es übrigens schon 19 Jahre gibt, ernsthaft bemüht, einen anderen musikalischen Weg als Grave Digger zu gehen. Das macht auch diese Mini-CD deutlich, die mit "Raven" und "Azrael" Midtempo-Stücke zu bieten hat, denen eine schnelle Mitsing-Anbiederung abgeht. Melodiös sind die Sachen, allerdings nicht so sehr, daß sie wie ein Wurm im Ohr herumtanzen. Dann bevorzugt man doch eher Harmonie-Schlenker wie in dem Kate Bush-Stück "Wuthering Heights" vorgeschrieben. Eine Heavy Metal-Band covert Kate Bush. Eigentlich im eigentlichen Sinn der Sache schon absurd. Das ganze klingt dann natürlich auch irgendwie schwerfällig, um nicht zu sagen lahm. Aber trotzdem netter Versuch.
Die unbestrittene Live-Power der Band wird durch das Stück "Wolfsong" dokumentiert und "Fields Of Joy" zeigt die partytaugliche Seite der Band.
Gute Musik. Am Ende wird dieses Grave Digger-Ding REAPER bis in alle Ewigkeit den Weg in eine angemessene Liga versperren. band@reaper.de/www.reaper.de
"Azrael"

JUB

REQUIEM "Formed At Birth" 8
Revenge Prod., 2003

Requiem - Formed At Birth

Die Schweizer Band REQUIEM formierte sich 1997. Zu der Zeit zockten sie nach eigener Aussage noch Melodic Death Metal. Zwei Jahre später wurde mit einem neuen Schlagzeuger auch der musikalische Kurs neu bestimmt. Death Metal der alten US-Schule hieß die neue Marschrichtung. Dieser trugen sie bereits auf ihrer 2001 erschienenen "Nameless Grave"-Mini-CD Rechnung. Nun liegt der erste Longplayer vor. "Formed At Birth" zeichnet das Bild einer bestens aufeinander eingespielten Band. Zackiger Blastbeat und rollende Doublebass bieten eine felsenfeste Grundlage für die old schooligen Massaker-Riffs der Alpenländer. Auffällig an "Formed At Birth" ist neben der Tatsache, daß sie exzellenten Stoff enthält, die Bemühung der Band, das Feeling des Ami-Sounds originalgetreu zu rekonstruieren und diesen mit einem Schuß Moderne anzureichern. Am meisten hebt sich letztgenannter Einfluß beim Titelsong hervor. Dort tauchen, man glaubt erst seinen Ohren nicht zu trauen, Plattenscratcher und Gangshouts auf. Dazu wurde auch ein Remix des Albumtracks "Murder U.S.A." mit auf die CD gepackt. Bei dem Stück hätte mich persönlich der Text mehr interessiert als ein Remix. Aber man kann ja nicht alles haben. "Formed At Birth" wird den "normalen" Metalfan, der ab und an auch auf eine ordentliche Breitseite von der Ballerfront steht, als auch den gestandenen Death Metaller gleichermaßen nicht enttäuschen. www.requiem-net.com / requiem@bluemail.ch
"Murder U.S.A."

THOMAS

INTERNAL SUFFERING "Unmercyful Extermination" 7 BANDS BATTLE-Band 2003
Macabre Mementos Rec., 2001

Internal Suffering - Unmercyful Extermination

Wenn man auch nur ein kleines bißchen Ahnung von Death Metal hat, weiß man, daß, wenn man eine CD von einer südamerikanischen Band in den Player schiebt, einen kein lahmer Kinderkram erwartet. So wie auch ihre Kollegen von Undercroft, Krisiun, Mental Horrors, Rebaelliun etc. krachen auch INTERNAL SUFFERING mit apokalyptischem Extrem-Grunzbrüll ins Gebälk. Dabei geht es ihnen anscheinend nicht darum, wiedererkennbare Songs zu schreiben oder interessante Riffs oder dergleichen. Nein, diesen Jungs steht der Sinn nach jeglicher Verweigerung etwaiger kommerzieller Tendenzen in ihrer Musik, die nach dem Strickmuster Blastbeat/Break/Gekloppe/Break/Chaos aufgebaut ist. Sehr unterhaltsam bei diesem Unterfangen ist vor allem Frontgodzilla Fabio, welcher sich die boshaftesten Texte schreibt, diese im Booklet abdruckt und - nicht ein einziges Wort davon "singt". So sehr man sich auch anstrengt, man hört nur "Üüüüoorrggghhccchhh!!!" Sowas von kaputt! Doch bei allem Durcheinander merkt man, daß die Kolumbianer sehr wohl im Stande sind, ihre Instrumente mehr als nur unfallfrei zu halten. Wer die Landsleute von Shakira schon mal live gesehen hat, weiß, was ich meine, wenn ich sage, daß sie mit einem relaxten Grinsen im Gesicht die bizarrsten Läufe zocken, bei denen sich so manch andere Band warscheinlich Arme und Finger bräche. Diese sechs Songs (oder fünf Unterbrechungen) enthaltene Platte ist nur was für die ganz Extreme unter Euch. Für Leute, die schon zwischen Aufstehen und Frühstück Menschen erschießen.
Im ersten Moment fassungslos machend, dann einen hohen Unterhaltungswert offenbarend und leider auch schnell abnutzend. http://internalsuffering.cjb.net
"Dominating Thunderous Force"

THOMAS
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