BANISHED REALITY "Realitivität"
8
(BANDS BATTLE-Band)
Eigenproduktion, 2002
Diese Jungs hatten eine der schwersten
Aufgaben auf dem BANDS BATTLE-Festival 2003 zu erfüllen: Sie eröffneten
es. Und wie sie es eröffneten. BANISHED REALITY entzündeten ein
Old School Death Metal-Feuerwerk auf der Bühne, das alles, was bereits
den Weg ins Tankhaus gefunden hatte, die Ohren spitzte. Denn das groovende
Gehämmer des Fünfers ist für die Live-Präsentation
geradezu prädestiniert.
Aber nicht nur live kommt das Zeug
von BANISHED REALITY absolut treffsicher. "Panzer" oder "Corpus Supra Anima"
sind kollektive Banger vor dem Herrn, dem die Celler Band wiederum überhaupt
nichts abgewinnen kann. "Alter Ego Kain" oder "Neues Licht" sprechen da
Bände. Letzterer Song ist dabei ein wildes Stück Musik, das sich
von dem eigentlich party-tauglichen Gebretzel des BANISHED REALITY-Materials
entfernt. Man möchte es fast progressiv nennen. Aber auch dies gelingt
der Band. Ebenso das intelligent durchkomponierte "Nacht der Leidenschaft",
das hin und wieder mit gedrosselten Passagen aufwartet, dabei aber rund
bleibt. info@banishedreality.com/www.banishedreality.com
"Corpus Supra Anima"
JUB
REAPER "Elements" 6
(BANDS BATTLE-Band 2003)
Eigenproduktion, 2002
Sie können sich drehen und wenden,
wie sie wollen: REAPER müssen sich mit Grave Digger messen lassen.
Gitarrist/Sänger Daniel Zimmermann klingt dermaßen nach Chris
Boltendahl, daß REAPER wahrscheinlich Soul spielen müßten,
um nicht immer wieder diesem unsäglichen Vergleich ausgesetzt zu sein.
Aber wenn man REAPER heißt und obendrein klassischen Heavy Metal
der alten deutschen Schule spielt, wird dieser Bezug geradezu heraufbeschworen.
Dabei sind die Jungs, die es übrigens schon 19 Jahre gibt, ernsthaft
bemüht, einen anderen musikalischen Weg als Grave Digger zu gehen.
Das macht auch diese Mini-CD deutlich, die mit "Raven" und "Azrael" Midtempo-Stücke
zu bieten hat, denen eine schnelle Mitsing-Anbiederung abgeht. Melodiös
sind die Sachen, allerdings nicht so sehr, daß sie wie ein Wurm im
Ohr herumtanzen. Dann bevorzugt man doch eher Harmonie-Schlenker wie in
dem Kate Bush-Stück "Wuthering Heights" vorgeschrieben. Eine Heavy
Metal-Band covert Kate Bush. Eigentlich im eigentlichen Sinn der Sache
schon absurd. Das ganze klingt dann natürlich auch irgendwie schwerfällig,
um nicht zu sagen lahm. Aber trotzdem netter Versuch.
Die unbestrittene Live-Power der
Band wird durch das Stück "Wolfsong" dokumentiert und "Fields Of Joy"
zeigt die partytaugliche Seite der Band.
Gute Musik. Am Ende wird
dieses Grave Digger-Ding REAPER bis in alle Ewigkeit den Weg in eine angemessene
Liga versperren. band@reaper.de/www.reaper.de
"Azrael"
JUB
REQUIEM "Formed At Birth"
8
Revenge Prod., 2003
Die Schweizer Band REQUIEM formierte
sich 1997. Zu der Zeit zockten sie nach eigener Aussage noch Melodic Death
Metal. Zwei Jahre später wurde mit einem neuen Schlagzeuger auch der
musikalische Kurs neu bestimmt. Death Metal der alten US-Schule hieß
die neue Marschrichtung. Dieser trugen sie bereits auf ihrer 2001 erschienenen
"Nameless Grave"-Mini-CD Rechnung. Nun liegt der erste Longplayer vor.
"Formed At Birth" zeichnet das Bild einer bestens aufeinander eingespielten
Band. Zackiger Blastbeat und rollende Doublebass bieten eine felsenfeste
Grundlage für die old schooligen Massaker-Riffs der Alpenländer.
Auffällig an "Formed At Birth" ist neben der Tatsache, daß sie
exzellenten Stoff enthält, die Bemühung der Band, das Feeling
des Ami-Sounds originalgetreu zu rekonstruieren und diesen mit einem Schuß
Moderne anzureichern. Am meisten hebt sich letztgenannter Einfluß
beim Titelsong hervor. Dort tauchen, man glaubt erst seinen Ohren nicht
zu trauen, Plattenscratcher und Gangshouts auf. Dazu wurde auch ein Remix
des Albumtracks "Murder U.S.A." mit auf die CD gepackt. Bei dem Stück
hätte mich persönlich der Text mehr interessiert als ein Remix.
Aber man kann ja nicht alles haben. "Formed At Birth" wird den "normalen"
Metalfan, der ab und an auch auf eine ordentliche Breitseite von der Ballerfront
steht, als auch den gestandenen Death Metaller gleichermaßen nicht
enttäuschen. www.requiem-net.com
/ requiem@bluemail.ch
"Murder U.S.A."
THOMAS
INTERNAL SUFFERING "Unmercyful
Extermination" 7 BANDS BATTLE-Band 2003
Macabre Mementos Rec., 2001
Wenn man auch nur ein kleines bißchen
Ahnung von Death Metal hat, weiß man, daß, wenn man eine CD
von einer südamerikanischen Band in den Player schiebt, einen kein
lahmer Kinderkram erwartet. So wie auch ihre Kollegen von Undercroft, Krisiun,
Mental Horrors, Rebaelliun etc. krachen auch INTERNAL SUFFERING mit apokalyptischem
Extrem-Grunzbrüll ins Gebälk. Dabei geht es ihnen anscheinend
nicht darum, wiedererkennbare Songs zu schreiben oder interessante Riffs
oder dergleichen. Nein, diesen Jungs steht der Sinn nach jeglicher Verweigerung
etwaiger kommerzieller Tendenzen in ihrer Musik, die nach dem Strickmuster
Blastbeat/Break/Gekloppe/Break/Chaos aufgebaut ist. Sehr unterhaltsam bei
diesem Unterfangen ist vor allem Frontgodzilla Fabio, welcher sich die
boshaftesten Texte schreibt, diese im Booklet abdruckt und - nicht ein
einziges Wort davon "singt". So sehr man sich auch anstrengt, man hört
nur "Üüüüoorrggghhccchhh!!!" Sowas von kaputt! Doch
bei allem Durcheinander merkt man, daß die Kolumbianer sehr wohl
im Stande sind, ihre Instrumente mehr als nur unfallfrei zu halten. Wer
die Landsleute von Shakira schon mal live gesehen hat, weiß, was
ich meine, wenn ich sage, daß sie mit einem relaxten Grinsen im Gesicht
die bizarrsten Läufe zocken, bei denen sich so manch andere Band warscheinlich
Arme und Finger bräche. Diese sechs Songs (oder fünf Unterbrechungen)
enthaltene Platte ist nur was für die ganz Extreme unter Euch. Für
Leute, die schon zwischen Aufstehen und Frühstück Menschen erschießen.
Im ersten Moment fassungslos machend,
dann einen hohen Unterhaltungswert offenbarend und leider auch schnell
abnutzend. http://internalsuffering.cjb.net
"Dominating Thunderous Force"
THOMAS
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