ABGEHÖRT vom 03. August 2004

GOREROTTED
"Only Tools And Corpses"
Erschienen: 2003
Label: Metal Blade
Homepage: www.gorerotted.com
GOREROTTED - Only Tools And Corpses On Air: "Hacked In The Back Dumped In A Sack"
England war und ist, was Death Metal angeht, schon immer ein sehr exklusives Land gewesen. Britische Bands dieses Genres schossen, im Gegensatz zu den anderen DM-Exportländern, nie wie Pilze aus dem Boden. Allerdings hatte die überschaubare Menge an angelsächsischen Bands stets einen eigenen Stil kreiert, der sich von der breiten Masse abhob und gerne als Erfolgsvorlage herangezogen wurde. Dabei gingen diese Bands in ihren Entwicklungsphasen nicht selten durch die damals noch in Kinderschuhen steckende Grindcore-Schule. Napalm Death, Carcass, Bolt Thrower seien hier mal als Paradebeispiele aufgeführt. Was das jetzt mit GOREROTTED zu tun hat? Diese Band bricht mit der alten englischen Tradition. Die fünf Glatzen und der Rasta-Mann prügeln sich nach offensichtlich amerikanischem Vorbild durch ihre zweite Langspielplatte. Unter dem Einfluß von alten Speedcore/Grind-Chaoten wie The Accussed, Impulse Manslaughter und Eyegouger huldigen sie dem absoluten Splatter. Musikalisch passend mit hektischen Blastbeats, dreikehligem Grunzbrüll, kriegslüsterd klingendem Gitarrengeschredder und einem Baß der eigenwillige Wege geht, um sich gegen die sechssaitigen Konkurrenten zu behaupten. Textlich mit absolut kultigen, weil originellen Songtiteln wie etwa „Zombie Graveyard Rape Bonanza“, „Village People Of The Damned“ oder „Fuck Your Arse With Broken Glass“. Dabei verwursten die Tommies geschickt so manchen Deicide-Groove oder Mortician-Beat. Witzig sind auch die eingestreuten Film/Hörspielsequenzen, die der Thematik der Platte gebührend Rechnung tragen. Dabei schimmert auch durch, daß die sechs Freunde die Sache mit einer gepflegten Portion Humor angehen. Sehr sympatisch. 8 von 10
THOMAS

RHAPSODY
"The Dark Secret"
Erschienen: 2004
Label: Steamhammer/SPV
Homepage: www.mightyrhapsody.com
RHAPSODY - The Dark Secret On Air: "Thunder Mighty Roar"
Daß RHAPSODY ihre Longplayer mit einem Mini-Album ankündigen, scheint Tradition zu werden. Denn bevor im September "Symphony Of Enchanted Lands Pt. 2" erscheint, wird mit "The Dark Secret" zwar kein dunkles Geheimnis gelüftet. Aber zumindest mit den qualitativ hochwertigen Power-Metal-Songs der letzten Veröffentlichungen weitergemacht. Besonders "Thunders Mighty Roar" (mir rauhem Gesang) und "Sacred Power Of Raging Winds" hauen voll ins Kontor. Von Kinderlied-Melodien kann hier überhaupt keine Rede mehr sein. Und das neoklassische Flair, unterstützt vom tschechischen Bohuslav Martinu Philharmonic Orhcestra, hat nichts Kitschiges. Vielmehr wird der Soundtrack-Stil auf die Spitze getrieben, der uns tatsächlich in Bilder eines Films zu entführen vermag. Als besonderes Bonbon hat sich Christopher Lee auf diesen Mini-Album als Sprecher verewigt. Allerdings hätte man ihn deswegen nicht unbedingt als zentrale Figur aufs Cover bringen müssen. Denn das sieht ein bißchen verunglückt aus.
Weitere drei Stücke runden die halbstündige Scheibe ab. "Non ho sonno" ist episch (im wahrsten Sinne des Wortes), "Guardians Of Destiny" ein mittelalterliches Tanzliedchen mit Bombast-Unterstützung und "Unholy Warcry" ein typisches RHAPSODY-Stück, daß gegenüber den oben erwähnten Knallern ein bißchen abfällt. 8 von 10
JUB

SANCTIMONIOUS ORDER
"...And Still The Battle Rages On"
Erschienen: 2003
Label: Neon Knights/Soulfood
Homepage: www.sanctimonious-order.com
SANCTIMONIOUS ORDER - ...And Still The Battle Rages On Air: "Satans Empire"
Bei dieser Scheibe ist man wie hin und her gerissen. Einerseits haben die Deutschen mit ihrer MLP einen sauber (nicht klinisch tot) klingenden Black-Metal-Dämonen aufgenommen, der sofort ins Genick fährt und die Hand zum gehörnten Gruß zwingt. Andererseits schleicht sich bei den in Midtempo gehaltenen Passagen, und das sind die meisten, hier und da der Gewöhnungseffekt ein. Will heißen, die an sich simpel gehaltenen, geilen Riffs bekommen schon mal einen Hänger. Dabei bemühen sich die drei Teufel an den Instrumenten redlich um tempomäßige Variationen und gestalten ihre Huldigungen an den bösen Watz absolut headbangerkompatibel. Interessanterweise sind bei SANCTIMONIOUS ORDER die Einflüsse nicht rein skandinavischer Prägung. Die abgestoppten Gitarren erinnern stark an alte 80er-Jahre-Thrash-Schule. Im Grunde genommen haben die drei Herren vier geile Songs aufgenommen, denen bloß hier und da ein bißchen der nötige Biß fehlt. Wir sind auf die kommende LP gespannt. 6 von 10
THOMAS 

KARMAKANIC
"Wheel Of Life"
Erschienen: 2004
Label: Regain Rec.
Homepage: ---
KARMAKANIC - Wheel Of Life On Air: "In The Speed Of Light"
Harter Tobak, kann ich da nur sagen. Ihr müßt schon auf Jazz Rock stehen oder wenigstens damit in Berührung gekommen sein, um diesem Album Eure ganze Hingabe schenken zu können. KARMAKANIC haben sich die "Frechheit" erlaubt, im Jahre 2004 eine Scheibe herauszubringen, die Pink Floyd, Yes und Weather Report zitiert, als wäre es selbstverständlich, solch komplizierte Musik zu fabrizieren. Verbrochen hat das Ganze mal wieder Jonas Reingold von den Flower Kings, der bei KARMAKANIC seinem Baß ordentlich Zunder gibt. Angesichts "Wheel Of Life" mag man vermuten, die Flower Kings sind dem Musiker nicht vertrackt genug. Daher dieser erneute Ausflug in noch progressivere Gefilde. Geht das überhaupt? - Progressiv, progressiver, am progressivsten? Bei Reingold ist zu befürchten, daß dies hier noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Allerdings haben einige sicher keine Angst vor weiteren Verrücktheiten, denn hin und wieder ist es eine Wonne, Musik zu lauschen, bei der alles Mathematik ist. Da kann man auch beim 20. Mal hören noch neue Nuancen herausfinden. Das hat auch was. 9 von 10
JUB

RICHARD ANDERSSON'S SPACE ODYSSEY
"Embrace The Galaxy"
Erschienen: 2003
Label: Regain Rec.
Homepage: www.anderssonmusic.com
RICHARD ANDERSSON'S SPACE ODYSSEY - Embrace The On Air: "Entering The Dome"
Vorbei die Zeiten, in denen uns die Wunder-Gitarristen mit Alben diverser Solo-Projekte penetrierten. Jetzt sind die Keyboarder dran. Das hatten wir schon mal. Aber es muß halt auch nach Derik Sherinian und Eric Norlander immer wieder mal erwähnt werden. Denn hier liegt schon wieder solch ein Album vor. Diesmal ist es der Schwede Richard Andersson, der bei Majestic und Time Requiem die Tasten drückte. Er begibt sich auf eine SPACE ODYSSEY und kann zumindest von sich behaupten, nicht Schiffbruch erlitten zu haben. Zwar sind seine Songs, die irgendwo im musikalischen Dunstkreis von Rainbow (hatten wir ja noch gar nicht), Whitesnake (mal was ganz Neues) und Dio (ach, wie sensationell) angesiedelt sind, keine Offenbarungen, aber solide gemacht. Dieser neoklassische Touch mußte wahrscheinlich sein, damit Herr Andersson genügend Raum bekam, um über die Tasten zu flitzen wie es Yngwie Malmsteen einst übers Griffbrett tat. Natürlich klingt das hier streckenweise genauso nervig wie bei dem schwedischen Gitarristen, die SPACE ODYSSEY-Sachen haben allerdings den Vorteil, immer eingängig zu sein. Außerdem ist dieses Projekt mit einem grandiosen Sänger ausgestattet. Dabei handelt es sich nämlich um Patrik Johansson, der schon bei Astral Doors den Nachwuchs-Ronnie James Dio macht.
Ein ganz klares Manko ist allerdings der weichgespülte Sound, der sich ganz dem zingelndem Synthi unterordnet. Dadurch ist einiges verloren gegangen. Aber Tastenmänner hören Musik anders als Gitarren-Liebhaber.
Was schließlich wirklich sensationell ist, dürfte die Tatsache sein, daß Andersson bei "Despair And Pain" ein Bridge-Thema aus dem Abba-Hit "Vou-lez-vous" verarbeitete. Ich glaube das hatten wir im Heavy Metal noch gar nicht.6 von 10
JUB

STENDAL BLAST
"Fette Beute"
Erschienen: 2002
Label: Moonstorm/NSM/EFA
Homepage: www.stendalblast.de
STENDAL BLAST - Fette Beute On Air: "Fette Beute"
"Du machst heute keine fette Beute" - die Zeile aus "Fette Beute" trifft uneingeschränkt auch auf die Band STENDAL BLAST zu. Eine Band die, rein optisch, nichts zu bieten hat, kein Charisma, kein Image, versucht ihren Beitrag zur unsäglichen Wolfsheim-Witt-Oomph-Grütze zu leisten. Lahmes EBM-Gekasper trifft auf ausdruckslosen Gesang. STENDAL BLAST werden nicht müde, Rammstein-Ästhetik zu kopieren, ohne daß es ihnen gelingt. Die Reime sind gegen die Tür, die Texte reichen von Selbstüberschätzung, ("Du bist nur der böse Teufel-aber ich bin der Sänger von STENDAL BLAST") was auch noch gerade so Witz hat, bis "Auf der Mauer auf der Lauer liegt ne kleine Wanze" Kinderliederquatsch der mit unverdrossenem Ernst vorgetragen wird. Peinlich, peinlich. Einzig Bettina Wegners "Sind so kleine Hände" kommt dem Vorhaben nahe. Vielleicht sind STENDAL BLAST auch nur ein Witz, eine Parodie auf die ganze Scheiße, doch dann haben sie die Pointe gut versteckt. 1 von 10
THOMAS

BÖHSE ONKELZ
"Adios"
Erschienen: 2004
Label: regel 23/SPV
Homepage: www.onkelz.de
BÖHSE ONKELZ - Adios On Air: "Feuer"/"Einmal"
Die Onkelz sagen Tschüß. Und das mit einer Menge Bramborium. Die aktuelle CD verkauft sich wie Aldi-Computer und die Tour bricht Publikumsrekorde. Schön für die Ex-Frankfurter, denn das läßt noch einmal ordentlich Schotter in den Kohlen-Keller rieseln.
Nur der musikalische Paukenschlag fehlt. Denn "Adios" ist eine der schwächsten Onkelz-Scheiben überhaupt. Sie knallt nicht, die Oberhämmer á la "Nur die Besten sterben jung" fehlen und so richtig pampig sind sie auch nicht. Dafür wieder die typische Beweihräucherung (diesmal mit Wehmuts-Faktor), das obligatorische Suchtlied, Spießerschelte, Anti-Fascho-Lied und das immer aktuelle Ich-bin-ein-armes-Schwein-habe-mich-aber-durchgeboxt-Thema. Verpackt ist das Ganze in Trivial-Pop ("Einmal"), The-Knack-New-Wave ("Immer auf der Suche"), Altherren-Gerumpel ("Onkelz vs. Jesus") und Studenten Rock ("Überstimuliert"). Richtig geil kommen bestenfalls "Feuer" und "Superstar". Zeit "Adios" zu sagen.
Die DVD kommt mit dem Videoclip zu "Onkelz vs. Jesus", den gesamten Songs als 5.1-Mix mit Animationen, einem Clip-Making-Of und einem Interview. Dieses ist merkwürdig und aufschlußreich. Fans der ersten Stunde werden nur den Kopf schütteln. 4 von 10
JUB

THE ARMADA
"Rage Of The Armada"
Erschienen: 2003
Label: LMP/SPV
Homepage: www.the-armada.de
THE ARMADA - Rage Of The Armada On Air: "Prayer"

Es gibt Bands, die kreativ Großes leisteten, neue Wege beschritten und zu Hauf kopiert wurden. Dann gibt es Bands, die einen vorhandenen Stil aufgreifen, ihn verändern oder extremer ausreizen. Die Eigendynamik dessen treibt mitunter seltsame Blüten. Manche Bands treiben es unbewußt zur absoluten Parodie von dem, was ursprünglich gedacht war.
Mal geil, meistens nervig. Beispiele spare ich mir an dieser Stelle, ihr wißt, wer gemeint ist. In eben diese Kerbe hauen nun THE ARMADA mit ungeahnter Kraft. Unablässig werden Rhythmen gewechselt, verschieben sich Zählzeiten in ungeahnte Sphären. Inbrünstig duellieren sich Gitarre und Keyboard als ginge es um Leben und Tod. Butterweiche Finger heizen mit Lichtgeschwindigkeit komplizierteste Notenskalen das Griffbrett rauf und runter. Pomp und aufgeblasene Dramatik soweit das Ohr reicht. THE ARMADA sind wie eine Achterbahn durch die Untiefen des Progressiv/Melodic/Neoclassical-Power Metal. Zwar wissen die Instrumentenzauberer die eine oder andere meisterliche Melodie zu ersinnen, doch in dem Wust aus hochtrabenden, eliteren Instrumentalfachsimpeleien gehen sie ziemlich unter. Wer jetzt glaubt, eine italienische Band habe sich daran gemacht, das ultimative Nonplusultraalbum in Sachen Power Metal aufzunehmen, der irrt. Es sind die Ex-Stormwitch-Mitglieder Peter Langer (Schlagzeug) und Damir Uzunovic (Gitarre) aus Deutschland. Die Band war aus jetziger Sicht wahrlich nicht übel. Man konnte ihre Kompositionen auch als Nichtmusiker verstehen. Bei THE ARMADA dürfte das etwas schwerer sein. 5 von 10
THOMAS

MY RUIN
"The Horror Of Beauty"
Erschienen: 2003 
Label: Century Media
Homepage: www.myruin.com
MY RUIN - The Horror Of Beauty On Air: "American Psycho"
Das zottelige, fette Klangmonster trifft auf die ausgemergelte, keifende Gifthexe. Denn MY RUIN lebt von zwei Elementen: Das sind zum einen die düsteren, oft nostalgisch anmutenden Gitarren-Linien eines Mick Murphys und zum anderen der gepreßte, scheinbar an die Grenzen des Machbaren gehende Gesang von Tairrie B. Bei der Dame kann man sich ums Verrecken nicht vorstellen, daß sie in der Lage ist, ganz weiblich ein paar freundliche Worte zu säuseln.
Auch wenn die Musik von MY RUINS prinzipiell recycelt klingt, kann man die Band keineswegs ohne weiteres irgend einer Retro-Richtung zurechnen. Sicher mag man hier ein paar Stoner-Elemente der wilder Art vernehmen, hat Doom-Bezüge, gibt es Punk-Momente, am Ende kulminiert das Ganze aber in einer sehr rauhen, ausgeflippten Art, Heavy Metal zu interpretieren, wie man ihn schon in den 70er Jahren hörte.
Das Quartett wird vervollständigt von der Basserin Meghan Mattox und Yeal am Schlagzeug. Geballte Frauen-Wut also.
Tairrie B hätte für meine Begriffe hin und wieder eine Zügelung bedurft, denn ihre sehr dominante Stimme kann auf Dauer ein wenig an den Nerven zerren. Ein, zwei Songs von MY RUINS sind eine Wonne, ein ganzes Album ziemlich stimmungsabhängig.
Mit "Rid Of Me" gibt es noch liebenswürdiger Weise eine Coverversion von P.J. Harvey. Das Original ist zwar um Längen besser, allerdings gebührt MY RUINS ein dickes Lob, daß sie mal wieder an die großartige Künstlerin erinnern, die trotz zwei, drei MTV-Einsätzen völlig unterbewertet blieb. 7 von 10
JUB

HARDLINE
"Live At The Gods Festival 2002"
Erschienen: 2003
Label: Froniers Rec./Soulfood
Homepage: www.doubleeclipse.com
HARDLINE - Live At The Gods Festival 2002 On Air: "Life's A Bitch"
Der amerikanische Insidertip in Sachen Melodic Metal, HARDLINE, ist kurz davor, diesem Status zu entwachsen und richtig populär zu werden. Nach zwei bemerkenswerten Alben ("Double Eclipse" & "II") veröffentlicht ihr rühriges Label Frontiers Records nun die Mitschnitte vom Gods Festival, dem wohl größten seiner Art für Melodic Metal. Dort spielten HARDLINE ihren Set nachts um eins nach acht Spitzenbands dieses Genres dermaßen leichtfüßig und mitreißend, daß der Grundgedanke des melodischen Metals so was von überzeugend rüberkommt. Axel Rudi Pell-Sänger Johnny Gioeli singt wie ein junger Gott, seine Backgroundsänger/innen wirken zu keinem Zeitpunkt überkandidelt, nur von Zeit zu Zeit etwas neben der Spur. Was aber nicht besonders negativ ins Gewicht fällt, sondern eher sympathisch rüberkommt und zeigt, daß auch solche Bands nur mit Wasser kochen.
Die Instrumentalfraktion spielt wie im Rausch. Harte Stellen werden zackig intoniert. Wenn Gefühl dominieren soll, scheinen HARDLINE ihre Instrumente regelrecht anzugeilen. Der Sound ist nicht perfekt. Doch das ist bei Livescheiben schon mal ein gutes Zeichen dafür, daß nicht zuviel nachgebessert wurde. Gute Scheibe. Kommt mit drei Studio Bonustracks. 7 von 10
THOMAS

STERNENSTAUB
"Destination: Infinity"
Erschienen: 2004
Label: Black Attack/Soulfood
Homepage: www.sternenstaub.org
STERNENSTAUB - Destination: Infinity On Air: "The Mind's Eye"
"Destination: Infinity" ist eine dieser Platten, die den Black Metal aus seinen verkrusteten Strukturen befreien und ihn in ein neues Zeitalter transportieren soll. Herkömmliche Melodieführung zwar, jedoch mit My Dying Bride-mäßigen Gesangsfragmenten versehen. Frostige Riffs, an welchen mitunter auch ein Nocturo Culto Gefallen finden würde, jedoch mit Keyboard-Eskapaden zugekleistert wie sie pausenlos von schwulen Gothic-Möchtegerns konsumiert werden. Nichts gegen ein gutklingendes und wohldosiertes Keyboard, aber wenn die Themen dermaßen abgegriffen bzw. uninteressant daherkommen, dann nervt es schnell. Dafür können die Chöre den schwülstigen Karren teilweise wieder aus dem Dreck ziehen. Doch es sind nicht so sehr die Zutaten, welche die Musik ausmachen, es sind die Kompositionen mit welchen STERNENSTAUB ihren Hörern harte Nüsse zu knacken geben. Selten klingen die bunten Versatzstücke nachvollziehbar oder logisch. Gute Ideen werden nicht zu Ende gebracht. Die Songs wirken gestückelt wie an verschiedenen Tagen aus verschiedenen Blickwinkeln weiterkomponiert. Nirgendwo stellt sich der A-ha-Effekt ein. Kaum etwas bleibt im Kopf hängen. Zurück bleibt ein wirres Konstrukt aus halbgaren Ideen, unbeendet und unbefriedigend. Gute Platten leben nicht zuletzt vom speziellen Feeling. Dieses wird in der Hektik und im Durcheinander erstickt. Schade. 3 von 10
THOMAS 

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