An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 05. Februar 2002


MITCH MALLOY „Shine“ 2
Frontiers, Now &Then, XIII BIS, Point Music, 2001

Mitch Malloy - Shine

Lustige blonde Locken, volle Lippen, verträumter Blick - MITCH MALLOY sieht nicht nur aus, als könnte er in die Tage gekommene Mädels betören, seine Musik fährt dieselbe Schiene. Mit Metal hat dies hier überhaupt nichts zu tun. Nicht einmal mit dem Kunstbegriff Hard Rock. Mitchie hat auf seiner dritten Solo-Scheibe halt ein paar Pop-Liedchen zusammengetragen, die eher zum Mittelmaß gehören. Und daß das dann vor allen Dingen Stücke im getrageneren Tempo sind, versteht sich von selbst.
Sicher kann der Mann singen, seine Falsett-Anflüge jedoch klingen meist sehr bemüht. Ebenso die Melodien, die echte Melodic-Heroen (nehmen wir nur als Beispiel Kelly Keagy, Abgehört vom 25. Dezember 2001) vermutlich wieder verworfen hätten.
„Love Made A Liar Out Of Me“

JUB

NAGELFAR „Virus West“ 7
Ars Metalli/Zomba, 2001

Nagelfar - Virus West

Es hat echt Mühe gekostet, sich durch diese CD zu kämpfen. NAGELFAR machen es einem auf „Virus West“ nämlich überhaupt nicht einfach. Das beginnt bei den komplizierten Strukturen der Songs, geht weiter bei der Länge einzelner Stücke und endet mit den Texten, die vielsagend sind, aber immer einen riesigen Raum für Interpretationen freilassen.
NAGELFAR gehen äußerst aggressiv zu Werke, ziehen kompromißlos das Black Metal-Ding durch. Gleichzeitig ergötzen sie sich an ihren musikalischen Fähigkeiten: Hat man einen Part lieb gewonnen, ist er auch schon wieder vom nächsten abgelöst. Allerdings vermeiden die Deutschen jegliches Bombast-Gekasper. Vielmehr sind es die Gitarren, die im richtigen Moment die Sound-Wand dicht machen. 
Tempomäßig variieren NAGELFAR doch enorm, bei den Stücken „Protokoll einer Folter“ und „Meuterei“ erinnern sie hin und wieder an Bathory in den Viking Metal-Phasen oder Burzum. Diese beiden Songs sind auch mit die stärksten auf diesem Album, da sie einem den mühelosen Zugang zur Musik der Band gewähren. 
Die Stücke auf „Virus West“ streben meist die 10-Minuten-Grenze an. Dabei werden sie aber nicht langweilig, was für die gewonnenen Arrangement-Erfahrungen der Musiker spricht. Nur scheint mir, daß die Band es von Zeit zu Zeit übertrieb, denn „Meuterei“ zeigt, wie wirkungsvoll manchmal Einfachheit sein kann.
Und schließlich die Texte. Hat man die erst einmal gelesen, wird man sich auf jeden Fall einen Moment damit beschäftigen, um sie dann wieder zu lesen. Manchmal scheinen nicht nachvollziehbare Gedankensprünge eingebaut zu sein, die Zusammenhänge werden von Mal zu Mal allerdings deutlicher.
„Meuterei“

JUB

SCHATTENTANTZ "Schattentantz" 2
Endzeit Productions,1999

Schattentanz

SCHATTENTANTZ sind angehender Nachwuchs für die Subway to Sally/In Extremo/Tanzwut-Front. Doch müssen sie auf ihrem Weg dorthin, wo oben genannte Bands bereits stehen, noch sehr viele Erfahrungen sammeln. Denn die fünf Lieder auf dem selbstbetitelten Demo sind noch sehr unausgegoren. Keines unterschreitet die Spielzeit von fünf Minuten und das nervt, denn manche Parts erwecken den Eindruck von purer Konzeptlosigkeit. "Hauptsache wir kriegen möglichst viele mittelalterliche Instrumente in den Songs unter." Gesagt getan, und so schalmeit, flötet und drehleiert sich die siebenköpfige Bandbesetzung durch einen schräg gespielten Notenberg, singt der Sänger emotions- und kraftlos und die Metal-Gitarren köcheln auf Sparflamme vor sich hin. Dazu muß man aber sagen, daß die Band erst 1999 gegründet wurde und das Demo aus dem selben Jahr stammt. Somit also die Sache mit dem Demo ohrenscheinlich etwas überstürzt angegangen wurde. Na ja, es kann nur besser werden.
"Schattentantz"

THOMAS 

SHADOWS FALL „Fear Will Drag You Down“ 9
Century Media/Magic Arts Publishing, 2002

Shadows Fall

Die Veröffentlichungs-Strategien mancher Labels sind an Merkwürdigkeit nicht zu überbieten. So geschieht es dieser Tage mit SHADOWS FALL aus den USA, daß deren Album „Of One Blood“ unter dem Namen „Fear Will Drag You Down“ jetzt quasi noch einmal erscheint. Grund sei laut Label, daß der Band im Jahre 2000 bei der Veröffentlichung von „Of One Blood“ nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Gut, weiß ich nicht. Ich kann mich allerdings erinnern, daß „Of One Blood“ seinerzeit zu meinen besten 10 Alben des Jahres gehörte. Wir müssen uns die Jacke des Nichtbeachtens also schon mal nicht anziehen.
Nun, und zwei Jahre später ist diese Scheibe natürlich immer noch geil. Dieser Mix aus Hardcore, Thrash und Schweden Death Metal klingt immer noch originell. Und wie zu hören, haben SHADOWS FALL diese Schiene auch im vergangenen Jahr weiter befahren, wurden als Bonus-Tracks doch die beiden Stücke der 2001 erschienenen „Deadworld“-EP auf die CD gebannt. Ebenso drei Live-Sachen des „Of One Blood“-Materials, die dokumentieren, mit welcher Brutalität die Amis On Stage zu Werke gehen.
Nichtsdestotrotz dürfte die Scheibe "Of One Blood" bei SHADOWS FALL-Anhängern einer gewissen Abnutzung anheim gefallen sein, gibt es ja schon zwei Jahre. Die „Deadworld“-EP haben vielleicht auch schon einige, und die drei Live-Sachen sind dann ihre - sagen wir mal - 12 bis 15 Euro nicht wert. Damit ist diese CD tatsächlich nur etwas für jene, die mit SHADOWS FALL bisher noch keine Bekanntschaft geschlossen haben. Und denen kann dieses Teil ohne Wenn und Aber empfohlen werden.
„Of One Blood“

JUB

STUCK MOJO "Violate This" 6
Century Media/Magic Arts, 2001

Stuck Mojo - Violate This

STUCK MOJO, die Band welche eine Pionierrolle im Crossover zwischen Rap und Metal spielte, haben sich aufgelöst und eine CD mit Coversongs, Demosongs, und einigen neuen Stücken als Abschiedsalbum über Century Media unters Volk gebracht. Die Frage, ob es nun besonders sinnvoll war, ausgerechnet Rap und Metal zu kreuzen, kann sich natürlich jeder selbst beantworten. Fakt aber ist, daß STUCK MOJO in ihrer zehnjährigen Karriere den ein oder anderen kleinen Hit abgeliefert haben, jenseits des zahnlosen Viva-Crossovers zahlreiche Klubs zum kochen brachten und dennoch nie zu den ganz Großen zählten.
Zwar gefiel mir ihr 2000er Album "Declaration Of A Headhunter" etwas besser als "Violate This", da der Rap-Anteil geringer war (Ich kann mich einfach nicht an rausgepreßte "Come on"-Shouts in Iron Maiden-Coversongs gewöhnen.), doch hat auch ihre letzte Veröffentlichung durchaus ihre Reize. Zum Beispiel die Mötley Crüe-Coverversion von ...
"Shout At The Devil"

THOMAS

TWIZTED TOYZ „Fragments Of A Distant Thunder“ 6
Eigenprod., 2000

Twizted Toyz - Fragments Of A Distant Thunder

Ja sieh mal einer an, das ist also eine Eigenproduktion. Sachen gibt’s. Denn angesichts des derzeit grassierenden Melodic Metal-Booms hätten diese Jungs eigentlich schon ein Label im Rücken haben müssen.
„Heading For The Starlight“
Aus Deutschland kam selten gutes Melodic Material. Mir fallen da Domain ein, selbst Bonfire haben streckenweise ganz gutes Zeug abgeliefert. Die meisten Möchtergern-Melodic-Heinis hatten jedoch nur diese peinlichen Fön-Frisuren und machten krampfhaft auf Ami-Schmus, ohne ihre Vorbilder auch nur zu streifen.
In die Staaten schielen die TWIZTED TOYZ jedoch nicht, dafür klingen die Songs auf der „Fragments Of A Distant Thunder“ viel zu kantig. Beinahe typisch deutsch, möchte man meinen. Aber genau das tut dieser Musik ziemlich gut. Und selbst wenn die Balladen-Versuche auf „Fragments ...“ nicht die Offenbarung darstellen, gehen die TWIZTED TOYZ peinlichen Schmacht-Unfällen gekonnt aus dem Weg.
Und was schließlich auch noch auffällt, ist die Tatsache, daß ein fetterer Sound der Musik dieser Band garantiert einen ordentlichen Qualitätskick versetzt hätte. Aber das könnte sich mit dem entsprechenden Budget ja irgendwann einmal ändern.
Zum Schluß noch ein gut gemeinter Hinweis: Covert nie Überhits aus der internationalen Rock-Szene, wenn Ihr dafür nicht die ultimative Idee habt. Das geglücktetste Beispiel dürften Devo mit „Satisfaction“ gewesen sein. Die TWIZTED TOYZ versuchen sich an „Another Brick In The Wall“ von Pink Floyd und gehen dabei sowas von baden. Da hat es mit „The Traveller“ von Chris de Burgh besser geklappt. Das Stück paßt auch irgendwie mehr zum musikalischen Konzept der Toyz. vollhart@t-online.de, http://www.twiztedtoyz.de
„The Traveller“

JUB

DEATH REALITY "Blasphemous Bleeding" 8
Remission Rec., 2001

Death Reality - Blasphemous Bleeding

Mein lieber Schwan, ich ahnte nichts Böses, als ich DEATH REALITYs CD "Blasphemous Bleeding" in den Player schob.
"Death Metal wird's sein, heftig wird's sein, man kennt das ja", dachte ich. Doch was die vier Sachsen zwischen dem In- und Outro sich zurechtmeucheln, kommt einer Zeitreise in die frühe Death Metal-Szene Anfang der 90er gleich. Zehn hammerharte, ruppige Song-Ungetüme mit dem groben Charme eines Gartenschredders auf Hochtouren walzen aus den Boxen. Druckvoll aber nicht überproduziert, handwerklich korrekt aber nie zu aufgeblasen technisch. "Blaspemous Bleeding" hätte vor zehn Jahren zwischen den Veröffentlichungen von Autopsy, Gorefest und Suffocation seine Nische gefunden, ohne alt auszusehen. Alles an DEATH REALITYs Musik - sogar der Snaresound Marke "Hutschachtel" paßt in diese Epoche wie die Faust aufs Auge. Bei der Hinzunahme des Infoblattes beim Hören der CD fiel mir die Kinnlade gleich noch mal runter: Die vier Musiker sind nicht etwa alteingesessene Szenehasen, die lediglich mit einer neuen Band am Start sind oder nur den großen Durchbruch nicht geschafft haben. Nein. DEATH REALITY dürften, als "Servered Survival", "Human Waste" oder auch "Eaten Back To Life" erschienen und die Fachwelt schockten, noch unschuldige Knäblein gewesen sein, die in der Schule noch Prozentrechnen übten, mit Freunden Baumhäuser bauten und mit feuchten Augen sich über jede weitere Folge von "Bim Bam Bino" freuten.
"Chained By Maggots"
DEATH REALITY wurden 1996 gegründet, da waren die Hauptakteure gerade mal 13 bis 15 Jahre alt.
Damals hießen sie noch "Die Amateure" und spielten Coversongs von den Ärzten und U2. Erst ein Jahr später machten sie Bekanntschaft mit Heavy Metal. Spätestens jetzt war "Bim Bam Bino" eine Sendung für windelweiche Versager und DEATH REALITY machen sich heuer Gedanken um die Lust zu töten, madiges Fleisch, geschlachtete Seelen und gebrochene Knochen. "Blasphemous Bleeding" nimmt ab heute Platz in meiner Death Metal-Sammlung. Gleich neben Monstrosity und Blaspherion. Geil. embalmer666@t-online.de, http://www.deathreality.de
"Embalmed With Cunt Liquide"

THOMAS

SERENITY IN MURDER „Morbid Terror“ 6
Eigenprod., 2000

Serenity In Murder - Morbid Terror

Das ist doch mal wieder ein Liebeslied ganz nach meinem Geschmack. Nicht daß ich jetzt selbst gern in Gräbern herumwühle, Frauen ausbuddele, um sie abzuküssen. Aber witzig ist die Vorstellung schon, erst Recht, wenn man dazu die Bilder von Butgereits „Necromantic“-Filmen vor Augen hat. Jedenfalls ist SERENITY IN  MURDERs „Love Song“ schon mal geil.
„Love Song“
Die Kölner haben sich ganz dem Thrash Metal verschrieben und zelebrieren diese Musik ohne modische Hinzufügungen. Wozu auch, diese Art der Musik hat seit gut 15 Jahren nichts von ihrer Wirkung verloren, hat immer noch eine immense Anhängerschaft und wird vermutlich weltweit von tausenden Bands gespielt. Und da liegt der Hund begraben. Auch das, was SERENITY IN MURDER machen, wurde zigmal kredenzt. Aber da dieses Quintett seine Sache wirklich gut macht, sei diese Mini-CD allen Thrash-Fans wärmstens an Herz gelegt. terror@serenity-in-murder.com, http://www.serenity-in-murder.com
„Goremand“

JUB

ANTITHESIS "Dying For Life" 5
Massacre/Connected, 2001

Antithesis - Dying For Life

Laut Labelinfo spielen ANTITHESIS progressiven US-Metal, also eine etwas verspieltere Variante einer Musikrichtung, zu der solche Bands wie Omen, Agent Steel, Jag Panzer oder Helstar zählen. Das ist doch schon mal vielversprechend. Das nächste Highlight in dem noch recht jungen Jahr? Leider nein, muß ich sagen. ANTITHESIS' Musik könnte man schon, wie gerade beschrieben, kategorisieren, doch ziehe ich die anderen Bands vor. Progressiv sind sie ja, aber dadurch wird die Musik irgendwie kaputtgefrickelt. Den Songs fehlt es an Drive und Wiedererkennungswert. Anstelle von flüssigen Melodien gibt es einen Break nach dem anderen. Baut sich ein Lied auf, kommt im nächsten Augenblick garantiert wieder eine Verschachtelung und man hat die vorrangegangene Stelle auch schon wieder vergessen. Gespielt ist das Ganze natürlich in meisterhafter Perfektion, doch läßt man diesen Fakt mal außen vor, kann man bei den meisten Songs nur schulterzuckend fragen: "Na und?". Dazu kommt, daß der Sänger an sich auch nicht so die Wucht ist. Bei den meisten sogenannten US-Metalbands erkennt man den Sänger unter Tausenden auf Anhieb an der Stimme. John Cyriis, Warrel Dane oder auch Harry Conklin seien als Beispiel genannt. Doch ANTITHESIS-Sänger Ty Cook läßt solche Eigenständigkeiten vermissen. Für Frickelfans hingegen dürfte "Dying For Life" zu riffig und gradlinig sein. Und auch diese werden sich an Cooks unbeeindruckender Stimme stören. Fazit: Die Band ist nicht wirklich schlecht, denn spielen können sie ohne Zweifel, auch die ein oder andere geile Stelle läßt sich auf "Dying For Life" ausmachen. Doch alles in allem ist die CD zu eintönig, unabwechslungsreich und (für mich) zu sperrig, um richtig zu zünden. Somit leider nur Durchschnitt und auf unbestimmte Zeit aus meinem Player verbannt.
"Deceiver Within"

THOMAS

LUNAR AURORA „Ars Moriendi“ 8
Ars Metalli/Zomba, 2001

Lunar Aurora - Ars Moriendi

Nun, da scheint Christoph Dobberstein von Ars Metalli die gesamte Konkurs-Masse von Kettenhund Records aufgekauft zu haben, denn genau wie Nagelfar waren auch LUNAR AURORA bei dem Bremer Label unter Vertrag, bevor sie bei dem Mann in Frankfurt (Oder) unterschrieben. 
Und genau wie bei Nagelfar hat Dobberstein offenbar Recht daran getan, sich die Leute von LUNAR AURORA in den Stall zu holen, ist „Ars Moriendi“ doch ein feines Stück Black Metal geworden. Anders als ihre Label-Kollegen legen sich die Mannen von LUNAR AURORA jedoch tempomäßig ohne Abstriche ins Zeug. Hier wird vor allem gerast, dabei läßt die Todes-Thematik auf dieser CD doch eher auf melancholischere Weisen schließen.
Nicht bei den Musikern aus Ostermünchen. Die Gitarren fönen, das Schlagzeug galoppiert, Whyrd und Aran lassen gesanglich den „Dämonentreiber“ und „Aasfresser“ heraushängen.
Interessant ist auf dieser CD darüberhinaus der Keyboard-Einsatz. Das Tasteninstrument übernimmt bei LUNAR AURORA nämlich nicht die Aufgabe des Sound-Teppich-Webers, sondern sorgt für bemerkenswert kalt wirkende Einsprenksel, die die Stimmung der Stücke sehr gut unterstützen.
Der Sound hat übrigens eine sehr eigene Note. Aber keine Angst, räudig ist er zu keiner Zeit.
„Beholder In Sorrow“

JUB

THE REIGN OF TERROR "Sacred Ground" 8
LMP/SPV, 2001

The Reign Of Terror - Sacred Ground

Jawoll! So muß es meiner Meinung nach klingen, wenn Gitarrenhelden und Meistersänger zusammen musizieren. Joe Stump ist Gitarrist und Hauptsongschreiber bei THE REIGN OF TERROR und nebenbei noch Dozent am Berkley College Of Music im Fach Rock/Metal. Das Line Up wird komplettiert durch Jay Rigney und Matt Surfield an Bass und Schlagzeug. Beides ehemalige Schüler des Stump. Und am Mikro steht ein alter Bekannter, nämlich Mike Vescera, der sich durch sein Mitwirken bei Yngwie Malmsteen, Loudness und auch Roland Grapows Soloscheiben einen Namen machte.
Diese Viererbande beschränkt sich jedoch nicht darauf, nur in eitler Selbstgefälligkeit mit ihren instrumentalen Fähigkeiten aufzuschneiden, sondern treten Arsch. Größtenteils in einem flottem Tempo vorgetragene Metalkracher mit treibendem Schlagzeug, interessanter Gitarrenarbeit und runden Melodien gibt es auf dieser Debüt-CD zu hören. Erinnert mich streckenweise an Axel Rudi Pell ohne Blackmore-Tick.
Bei entsprechender Lautstärke abgespielt, entwickelt "Sacred Ground" eine ähnliche Wirkung auf den Körper wie drei Büchsen Red Bull auf Ex getrunken. Stark belebend.
Kommt mit Rainbow "Kill The King"-Coverversion daher.
"Save Me"

THOMAS

PULSE „Pulse“ 8
Frontiers, Now &Then, XIII BIS, Point Music, 2001

Pulse - Pulse

Siehste, und schon haben wir ein Beispiel, wie man melodisch hochwertige Weisen mit harter Musik mischt. Ganz im Gegensatz zu Mitch Malloy haben die Leute von PULSE mit ihrem Debüt zum einen kompositorisches Talent bewiesen und obendrein offenbar auch nur jene Songs für das Album ausgewählt, die ihnen ohrenscheinlich am wirkungsvollsten erschienen.
Nun, und wenn man im Melodic Metal-Bereich von einem Debüt spricht, dann handelt es sich meist um irgend welche gestandenen Szene-Größen, die es mit einem Projekt oder halt Solo versuchen. Im vorliegenden Fall hat sich Gitarrist Vince O’Regan den Traum einer eigenen Band erfüllt.
Der Brite wird im Zusammenhang mit Bob Catley (siehe Abgehört vom 20. November 2001) und Kip Winger (siehe Abgehört vom 22. Januar 2002) genannt, was erst einmal nicht unbedingt für ihn spricht. Bei diesen beiden hat sich olle Vince aber offensichtlich nicht all zu viel abgelauscht, denn seine Stücke sind weder Bombast-Kleister, noch halbgares Balladen-Gewimmer. Bei PULSE wird in bester Ich-sitz-im-Auto-und-fühl-mich-einfach-nur-geil-weil-die-Alte-auf-dem-Beifahrersitz-mir-gerade-die-Möhre-reibt-Manier drauflosgerockt. Dabei kommen wie schon angedeutet die griffigen Melodien nicht zu kurz, die geradezu Bilder von im Wind wehenden Haaren, übereinandergeschlagenen Schenkeln, ellenlangen Straßen, sonnigen Stränden und ausgelassenen Partys ins Hirn hämmern.
„Don't Wanna Loose You“

JUB

GREEN CARNATION "Light Of Day, Day Of Darkness" ?
Prophecy Productions/Connected, 2001

Das All-Star-Projekt mit Mitgliedern von Emperor, Satyricon, Tristania, Carpathian Forest und In The Woods
wird zur Zeit mit einem Haufen Vorschußlorbeeren bedacht. Die Einflüsse der Norweger reichen von Deep Purple bis My Dying Bride, von Anathema bis Yes, ohne jedoch die eigene Identität unterzubuttern. So steht es zumindest im Info-Blatt. Mich erinnern GREEN CARNATION mit den schwermütigen Riffs und der melancholischen Grundstimmung eher an Type O Negative in einer Light-Version als an Deep Purple. Das ist aber nicht böse gemeint, gehen Type O doch bekanntlich düsterer zu Werke. Deren Melancholie klingt bei GREEN CARNATION aber an. Bei dem vorliegenden Song "Light Of Day, Day Of Darkness", den uns das Label zukommen ließ, handelt es sich um einen siebenminütigen Ausschnitt eines einstündigen Werkes. Und was da zu hören ist, macht neugierig auf mehr.
"Light Of Day, Day Of Darkness"

THOMAS
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