MITCH
MALLOY „Shine“ 2
Frontiers,
Now &Then, XIII BIS, Point Music, 2001
Lustige blonde
Locken, volle Lippen, verträumter Blick - MITCH MALLOY sieht nicht
nur aus, als könnte er in die Tage gekommene Mädels betören,
seine Musik fährt dieselbe Schiene. Mit Metal hat dies hier überhaupt
nichts zu tun. Nicht einmal mit dem Kunstbegriff Hard Rock. Mitchie hat
auf seiner dritten Solo-Scheibe halt ein paar Pop-Liedchen zusammengetragen,
die eher zum Mittelmaß gehören. Und daß das dann vor allen
Dingen Stücke im getrageneren Tempo sind, versteht sich von selbst.
Sicher kann
der Mann singen, seine Falsett-Anflüge jedoch klingen meist sehr bemüht.
Ebenso die Melodien, die echte Melodic-Heroen (nehmen wir nur als Beispiel
Kelly Keagy, Abgehört vom 25. Dezember
2001) vermutlich wieder verworfen hätten.
„Love Made
A Liar Out Of Me“
JUB
NAGELFAR
„Virus West“ 7
Ars Metalli/Zomba,
2001
Es hat echt
Mühe gekostet, sich durch diese CD zu kämpfen. NAGELFAR machen
es einem auf „Virus West“ nämlich überhaupt nicht einfach. Das
beginnt bei den komplizierten Strukturen der Songs, geht weiter bei der
Länge einzelner Stücke und endet mit den Texten, die vielsagend
sind, aber immer einen riesigen Raum für Interpretationen freilassen.
NAGELFAR gehen
äußerst aggressiv zu Werke, ziehen kompromißlos das Black
Metal-Ding durch. Gleichzeitig ergötzen sie sich an ihren musikalischen
Fähigkeiten: Hat man einen Part lieb gewonnen, ist er auch schon wieder
vom nächsten abgelöst. Allerdings vermeiden die Deutschen jegliches
Bombast-Gekasper. Vielmehr sind es die Gitarren, die im richtigen Moment
die Sound-Wand dicht machen.
Tempomäßig
variieren NAGELFAR doch enorm, bei den Stücken „Protokoll einer Folter“
und „Meuterei“ erinnern sie hin und wieder an Bathory in den Viking Metal-Phasen
oder Burzum. Diese beiden Songs sind auch mit die stärksten auf diesem
Album, da sie einem den mühelosen Zugang zur Musik der Band gewähren.
Die Stücke
auf „Virus West“ streben meist die 10-Minuten-Grenze an. Dabei werden sie
aber nicht langweilig, was für die gewonnenen Arrangement-Erfahrungen
der Musiker spricht. Nur scheint mir, daß die Band es von Zeit zu
Zeit übertrieb, denn „Meuterei“ zeigt, wie wirkungsvoll manchmal Einfachheit
sein kann.
Und schließlich
die Texte. Hat man die erst einmal gelesen, wird man sich auf jeden Fall
einen Moment damit beschäftigen, um sie dann wieder zu lesen. Manchmal
scheinen nicht nachvollziehbare Gedankensprünge eingebaut zu sein,
die Zusammenhänge werden von Mal zu Mal allerdings deutlicher.
„Meuterei“
JUB
SCHATTENTANTZ
"Schattentantz" 2
Endzeit Productions,1999
SCHATTENTANTZ
sind angehender Nachwuchs für die Subway to Sally/In Extremo/Tanzwut-Front.
Doch müssen sie auf ihrem Weg dorthin, wo oben genannte Bands bereits
stehen, noch sehr viele Erfahrungen sammeln. Denn die fünf Lieder
auf dem selbstbetitelten Demo sind noch sehr unausgegoren. Keines unterschreitet
die Spielzeit von fünf Minuten und das nervt, denn manche Parts erwecken
den Eindruck von purer Konzeptlosigkeit. "Hauptsache wir kriegen möglichst
viele mittelalterliche Instrumente in den Songs unter." Gesagt getan, und
so schalmeit, flötet und drehleiert sich die siebenköpfige Bandbesetzung
durch einen schräg gespielten Notenberg, singt der Sänger emotions-
und kraftlos und die Metal-Gitarren köcheln auf Sparflamme vor sich
hin. Dazu muß man aber sagen, daß die Band erst 1999 gegründet
wurde und das Demo aus dem selben Jahr stammt. Somit also die Sache mit
dem Demo ohrenscheinlich etwas überstürzt angegangen wurde. Na
ja, es kann nur besser werden.
"Schattentantz"
THOMAS
SHADOWS
FALL „Fear Will Drag You Down“ 9
Century Media/Magic
Arts Publishing, 2002
Die Veröffentlichungs-Strategien
mancher Labels sind an Merkwürdigkeit nicht zu überbieten. So
geschieht es dieser Tage mit SHADOWS FALL aus den USA, daß deren
Album „Of One Blood“ unter dem Namen „Fear Will Drag You Down“ jetzt quasi
noch einmal erscheint. Grund sei laut Label, daß der Band im Jahre
2000 bei der Veröffentlichung von „Of One Blood“ nicht die gebührende
Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Gut, weiß ich nicht. Ich kann mich
allerdings erinnern, daß „Of One Blood“ seinerzeit zu meinen besten
10 Alben des Jahres gehörte. Wir müssen uns die Jacke des Nichtbeachtens
also schon mal nicht anziehen.
Nun, und zwei
Jahre später ist diese Scheibe natürlich immer noch geil. Dieser
Mix aus Hardcore, Thrash und Schweden Death Metal klingt immer noch originell.
Und wie zu hören, haben SHADOWS FALL diese Schiene auch im vergangenen
Jahr weiter befahren, wurden als Bonus-Tracks doch die beiden Stücke
der 2001 erschienenen „Deadworld“-EP auf die CD gebannt. Ebenso drei Live-Sachen
des „Of One Blood“-Materials, die dokumentieren, mit welcher Brutalität
die Amis On Stage zu Werke gehen.
Nichtsdestotrotz
dürfte die Scheibe "Of One Blood" bei SHADOWS FALL-Anhängern
einer gewissen Abnutzung anheim gefallen sein, gibt es ja schon zwei Jahre.
Die „Deadworld“-EP haben vielleicht auch schon einige, und die drei Live-Sachen
sind dann ihre - sagen wir mal - 12 bis 15 Euro nicht wert. Damit ist diese
CD tatsächlich nur etwas für jene, die mit SHADOWS FALL bisher
noch keine Bekanntschaft geschlossen haben. Und denen kann dieses Teil
ohne Wenn und Aber empfohlen werden.
„Of One
Blood“
JUB
STUCK MOJO "Violate This"
6
Century Media/Magic Arts, 2001
STUCK MOJO, die Band welche eine
Pionierrolle im Crossover zwischen Rap und Metal spielte, haben sich aufgelöst
und eine CD mit Coversongs, Demosongs, und einigen neuen Stücken als
Abschiedsalbum über Century Media unters Volk gebracht. Die Frage,
ob es nun besonders sinnvoll war, ausgerechnet Rap und Metal zu kreuzen,
kann sich natürlich jeder selbst beantworten. Fakt aber ist, daß
STUCK MOJO in ihrer zehnjährigen Karriere den ein oder anderen kleinen
Hit abgeliefert haben, jenseits des zahnlosen Viva-Crossovers zahlreiche
Klubs zum kochen brachten und dennoch nie zu den ganz Großen zählten.
Zwar gefiel mir ihr 2000er Album
"Declaration Of A Headhunter" etwas besser als "Violate This", da der Rap-Anteil
geringer war (Ich kann mich einfach nicht an rausgepreßte "Come on"-Shouts
in Iron Maiden-Coversongs gewöhnen.), doch hat auch ihre letzte Veröffentlichung
durchaus ihre Reize. Zum Beispiel die Mötley Crüe-Coverversion
von ...
"Shout At The Devil"
THOMAS
TWIZTED
TOYZ „Fragments Of A Distant Thunder“ 6
Eigenprod.,
2000
Ja sieh mal
einer an, das ist also eine Eigenproduktion. Sachen gibt’s. Denn angesichts
des derzeit grassierenden Melodic Metal-Booms hätten diese Jungs eigentlich
schon ein Label im Rücken haben müssen.
„Heading
For The Starlight“
Aus Deutschland
kam selten gutes Melodic Material. Mir fallen da Domain ein, selbst Bonfire
haben streckenweise ganz gutes Zeug abgeliefert. Die meisten Möchtergern-Melodic-Heinis
hatten jedoch nur diese peinlichen Fön-Frisuren und machten krampfhaft
auf Ami-Schmus, ohne ihre Vorbilder auch nur zu streifen.
In die Staaten
schielen die TWIZTED TOYZ jedoch nicht, dafür klingen die Songs auf
der „Fragments Of A Distant Thunder“ viel zu kantig. Beinahe typisch deutsch,
möchte man meinen. Aber genau das tut dieser Musik ziemlich gut. Und
selbst wenn die Balladen-Versuche auf „Fragments ...“ nicht die Offenbarung
darstellen, gehen die TWIZTED TOYZ peinlichen Schmacht-Unfällen gekonnt
aus dem Weg.
Und was schließlich
auch noch auffällt, ist die Tatsache, daß ein fetterer Sound
der Musik dieser Band garantiert einen ordentlichen Qualitätskick
versetzt hätte. Aber das könnte sich mit dem entsprechenden Budget
ja irgendwann einmal ändern.
Zum Schluß
noch ein gut gemeinter Hinweis: Covert nie Überhits aus der internationalen
Rock-Szene, wenn Ihr dafür nicht die ultimative Idee habt. Das geglücktetste
Beispiel dürften Devo mit „Satisfaction“ gewesen sein. Die TWIZTED
TOYZ versuchen sich an „Another Brick In The Wall“ von Pink Floyd und gehen
dabei sowas von baden. Da hat es mit „The Traveller“ von Chris de Burgh
besser geklappt. Das Stück paßt auch irgendwie mehr zum musikalischen
Konzept der Toyz. vollhart@t-online.de,
http://www.twiztedtoyz.de
„The Traveller“
JUB
DEATH REALITY "Blasphemous
Bleeding" 8
Remission Rec., 2001
Mein lieber Schwan, ich ahnte nichts
Böses, als ich DEATH REALITYs CD "Blasphemous Bleeding" in den Player
schob.
"Death Metal wird's sein, heftig
wird's sein, man kennt das ja", dachte ich. Doch was die vier Sachsen zwischen
dem In- und Outro sich zurechtmeucheln, kommt einer Zeitreise in die frühe
Death Metal-Szene Anfang der 90er gleich. Zehn hammerharte, ruppige Song-Ungetüme
mit dem groben Charme eines Gartenschredders auf Hochtouren walzen aus
den Boxen. Druckvoll aber nicht überproduziert, handwerklich korrekt
aber nie zu aufgeblasen technisch. "Blaspemous Bleeding" hätte vor
zehn Jahren zwischen den Veröffentlichungen von Autopsy, Gorefest
und Suffocation seine Nische gefunden, ohne alt auszusehen. Alles an DEATH
REALITYs Musik - sogar der Snaresound Marke "Hutschachtel" paßt in
diese Epoche wie die Faust aufs Auge. Bei der Hinzunahme des Infoblattes
beim Hören der CD fiel mir die Kinnlade gleich noch mal runter: Die
vier Musiker sind nicht etwa alteingesessene Szenehasen, die lediglich
mit einer neuen Band am Start sind oder nur den großen Durchbruch
nicht geschafft haben. Nein. DEATH REALITY dürften, als "Servered
Survival", "Human Waste" oder auch "Eaten Back To Life" erschienen und
die Fachwelt schockten, noch unschuldige Knäblein gewesen sein, die
in der Schule noch Prozentrechnen übten, mit Freunden Baumhäuser
bauten und mit feuchten Augen sich über jede weitere Folge von "Bim
Bam Bino" freuten.
"Chained By Maggots"
DEATH REALITY wurden 1996 gegründet,
da waren die Hauptakteure gerade mal 13 bis 15 Jahre alt.
Damals hießen sie noch "Die
Amateure" und spielten Coversongs von den Ärzten und U2. Erst ein
Jahr später machten sie Bekanntschaft mit Heavy Metal. Spätestens
jetzt war "Bim Bam Bino" eine Sendung für windelweiche Versager und
DEATH REALITY machen sich heuer Gedanken um die Lust zu töten, madiges
Fleisch, geschlachtete Seelen und gebrochene Knochen. "Blasphemous Bleeding"
nimmt ab heute Platz in meiner Death Metal-Sammlung. Gleich neben Monstrosity
und Blaspherion. Geil. embalmer666@t-online.de,
http://www.deathreality.de
"Embalmed With Cunt Liquide"
THOMAS
SERENITY
IN MURDER „Morbid Terror“ 6
Eigenprod.,
2000
Das ist doch
mal wieder ein Liebeslied ganz nach meinem Geschmack. Nicht daß ich
jetzt selbst gern in Gräbern herumwühle, Frauen ausbuddele, um
sie abzuküssen. Aber witzig ist die Vorstellung schon, erst Recht,
wenn man dazu die Bilder von Butgereits „Necromantic“-Filmen vor Augen
hat. Jedenfalls ist SERENITY IN MURDERs „Love Song“ schon mal geil.
„Love Song“
Die Kölner
haben sich ganz dem Thrash Metal verschrieben und zelebrieren diese Musik
ohne modische Hinzufügungen. Wozu auch, diese Art der Musik hat seit
gut 15 Jahren nichts von ihrer Wirkung verloren, hat immer noch eine immense
Anhängerschaft und wird vermutlich weltweit von tausenden Bands gespielt.
Und da liegt der Hund begraben. Auch das, was SERENITY IN MURDER machen,
wurde zigmal kredenzt. Aber da dieses Quintett seine Sache wirklich gut
macht, sei diese Mini-CD allen Thrash-Fans wärmstens an Herz gelegt.
terror@serenity-in-murder.com,
http://www.serenity-in-murder.com
„Goremand“
JUB
ANTITHESIS "Dying For Life"
5
Massacre/Connected, 2001
Laut Labelinfo spielen ANTITHESIS
progressiven US-Metal, also eine etwas verspieltere Variante einer Musikrichtung,
zu der solche Bands wie Omen, Agent Steel, Jag Panzer oder Helstar zählen.
Das ist doch schon mal vielversprechend. Das nächste Highlight in
dem noch recht jungen Jahr? Leider nein, muß ich sagen. ANTITHESIS'
Musik könnte man schon, wie gerade beschrieben, kategorisieren, doch
ziehe ich die anderen Bands vor. Progressiv sind sie ja, aber dadurch wird
die Musik irgendwie kaputtgefrickelt. Den Songs fehlt es an Drive und Wiedererkennungswert.
Anstelle von flüssigen Melodien gibt es einen Break nach dem anderen.
Baut sich ein Lied auf, kommt im nächsten Augenblick garantiert wieder
eine Verschachtelung und man hat die vorrangegangene Stelle auch schon
wieder vergessen. Gespielt ist das Ganze natürlich in meisterhafter
Perfektion, doch läßt man diesen Fakt mal außen vor, kann
man bei den meisten Songs nur schulterzuckend fragen: "Na und?". Dazu kommt,
daß der Sänger an sich auch nicht so die Wucht ist. Bei den
meisten sogenannten US-Metalbands erkennt man den Sänger unter Tausenden
auf Anhieb an der Stimme. John Cyriis, Warrel Dane oder auch Harry Conklin
seien als Beispiel genannt. Doch ANTITHESIS-Sänger Ty Cook läßt
solche Eigenständigkeiten vermissen. Für Frickelfans hingegen
dürfte "Dying For Life" zu riffig und gradlinig sein. Und auch diese
werden sich an Cooks unbeeindruckender Stimme stören. Fazit: Die Band
ist nicht wirklich schlecht, denn spielen können sie ohne Zweifel,
auch die ein oder andere geile Stelle läßt sich auf "Dying For
Life" ausmachen. Doch alles in allem ist die CD zu eintönig, unabwechslungsreich
und (für mich) zu sperrig, um richtig zu zünden. Somit leider
nur Durchschnitt und auf unbestimmte Zeit aus meinem Player verbannt.
"Deceiver Within"
THOMAS
LUNAR
AURORA „Ars Moriendi“ 8
Ars Metalli/Zomba,
2001
Nun, da scheint
Christoph Dobberstein von Ars Metalli die gesamte Konkurs-Masse von Kettenhund
Records aufgekauft zu haben, denn genau wie Nagelfar waren auch LUNAR AURORA
bei dem Bremer Label unter Vertrag, bevor sie bei dem Mann in Frankfurt
(Oder) unterschrieben.
Und genau
wie bei Nagelfar hat Dobberstein offenbar Recht daran getan, sich die Leute
von LUNAR AURORA in den Stall zu holen, ist „Ars Moriendi“ doch ein feines
Stück Black Metal geworden. Anders als ihre Label-Kollegen legen sich
die Mannen von LUNAR AURORA jedoch tempomäßig ohne Abstriche
ins Zeug. Hier wird vor allem gerast, dabei läßt die Todes-Thematik
auf dieser CD doch eher auf melancholischere Weisen schließen.
Nicht bei
den Musikern aus Ostermünchen. Die Gitarren fönen, das Schlagzeug
galoppiert, Whyrd und Aran lassen gesanglich den „Dämonentreiber“
und „Aasfresser“ heraushängen.
Interessant
ist auf dieser CD darüberhinaus der Keyboard-Einsatz. Das Tasteninstrument
übernimmt bei LUNAR AURORA nämlich nicht die Aufgabe des Sound-Teppich-Webers,
sondern sorgt für bemerkenswert kalt wirkende Einsprenksel, die die
Stimmung der Stücke sehr gut unterstützen.
Der Sound
hat übrigens eine sehr eigene Note. Aber keine Angst, räudig
ist er zu keiner Zeit.
„Beholder
In Sorrow“
JUB
THE
REIGN OF TERROR "Sacred Ground" 8
LMP/SPV, 2001
Jawoll! So
muß es meiner Meinung nach klingen, wenn Gitarrenhelden und Meistersänger
zusammen musizieren. Joe Stump ist Gitarrist und Hauptsongschreiber bei
THE REIGN OF TERROR und nebenbei noch Dozent am Berkley College Of Music
im Fach Rock/Metal. Das Line Up wird komplettiert durch Jay Rigney und
Matt Surfield an Bass und Schlagzeug. Beides ehemalige Schüler des
Stump. Und am Mikro steht ein alter Bekannter, nämlich Mike Vescera,
der sich durch sein Mitwirken bei Yngwie Malmsteen, Loudness und auch Roland
Grapows Soloscheiben einen Namen machte.
Diese Viererbande
beschränkt sich jedoch nicht darauf, nur in eitler Selbstgefälligkeit
mit ihren instrumentalen Fähigkeiten aufzuschneiden, sondern treten
Arsch. Größtenteils in einem flottem Tempo vorgetragene Metalkracher
mit treibendem Schlagzeug, interessanter Gitarrenarbeit und runden Melodien
gibt es auf dieser Debüt-CD zu hören. Erinnert mich streckenweise
an Axel Rudi Pell ohne Blackmore-Tick.
Bei entsprechender
Lautstärke abgespielt, entwickelt "Sacred Ground" eine ähnliche
Wirkung auf den Körper wie drei Büchsen Red Bull auf Ex getrunken.
Stark belebend.
Kommt mit
Rainbow "Kill The King"-Coverversion daher.
"Save Me"
THOMAS
PULSE
„Pulse“ 8
Frontiers,
Now &Then, XIII BIS, Point Music, 2001
Siehste, und
schon haben wir ein Beispiel, wie man melodisch hochwertige Weisen mit
harter Musik mischt. Ganz im Gegensatz zu Mitch Malloy haben die Leute
von PULSE mit ihrem Debüt zum einen kompositorisches Talent bewiesen
und obendrein offenbar auch nur jene Songs für das Album ausgewählt,
die ihnen ohrenscheinlich am wirkungsvollsten erschienen.
Nun, und wenn
man im Melodic Metal-Bereich von einem Debüt spricht, dann handelt
es sich meist um irgend welche gestandenen Szene-Größen, die
es mit einem Projekt oder halt Solo versuchen. Im vorliegenden Fall hat
sich Gitarrist Vince O’Regan den Traum einer eigenen Band erfüllt.
Der Brite
wird im Zusammenhang mit Bob Catley (siehe Abgehört
vom 20. November 2001) und Kip Winger (siehe Abgehört
vom 22. Januar 2002) genannt, was erst einmal nicht unbedingt für
ihn spricht. Bei diesen beiden hat sich olle Vince aber offensichtlich
nicht all zu viel abgelauscht, denn seine Stücke sind weder Bombast-Kleister,
noch halbgares Balladen-Gewimmer. Bei PULSE wird in bester Ich-sitz-im-Auto-und-fühl-mich-einfach-nur-geil-weil-die-Alte-auf-dem-Beifahrersitz-mir-gerade-die-Möhre-reibt-Manier
drauflosgerockt. Dabei kommen wie schon angedeutet die griffigen Melodien
nicht zu kurz, die geradezu Bilder von im Wind wehenden Haaren, übereinandergeschlagenen
Schenkeln, ellenlangen Straßen, sonnigen Stränden und ausgelassenen
Partys ins Hirn hämmern.
„Don't
Wanna Loose You“
JUB
GREEN CARNATION "Light Of
Day, Day Of Darkness" ?
Prophecy Productions/Connected,
2001
Das All-Star-Projekt mit Mitgliedern
von Emperor, Satyricon, Tristania, Carpathian Forest und In The Woods
wird zur Zeit mit einem Haufen Vorschußlorbeeren
bedacht. Die Einflüsse der Norweger reichen von Deep Purple bis My
Dying Bride, von Anathema bis Yes, ohne jedoch die eigene Identität
unterzubuttern. So steht es zumindest im Info-Blatt. Mich erinnern GREEN
CARNATION mit den schwermütigen Riffs und der melancholischen Grundstimmung
eher an Type O Negative in einer Light-Version als an Deep Purple. Das
ist aber nicht böse gemeint, gehen Type O doch bekanntlich düsterer
zu Werke. Deren Melancholie klingt bei GREEN CARNATION aber an. Bei dem
vorliegenden Song "Light Of Day, Day Of Darkness", den uns das Label zukommen
ließ, handelt es sich um einen siebenminütigen Ausschnitt eines
einstündigen Werkes. Und was da zu hören ist, macht neugierig
auf mehr.
"Light Of Day, Day Of Darkness"
THOMAS
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