EXTREME
NOISE TERROR „Being And Nothin“ 8
Candlelight/Tanglade/Abstract,
2001
15 Jahre im
Geschäft und kein bißchen leiser. EXTREME NOISE TERROR - schon
immer bekannt für Geschrote, daß die Birne platzt - demolieren
mit ihrem neuen Werk „Being And Nothing“ jede Box, die nicht sicherheitshalber
vorher in einen Stahlmantel eingeschweißt wurde.
„No Longer
As Slaves“
Was krachte,
war für die Lärm-Terroristen gerade mal gut genug. Grindcore,
Crustcore, Death Metal - immer auf den Hinterkopf. Vom Original-Line up
ist nur noch Sänger Dean Jones dabei. Sein gesanglicher Dualpartner
nennt sich Adam Catchpole. Ansonsten haben wir noch Ali Firouzbahkt (Ex-Raw
Noise), Gian Pyers (ldg, Cradle Of Filth), Butcher (g) und Zac O’ Neil.
Und dieses Team hat anno 2001 wieder heftigste Death Metal-Schlagseite.
„When Gods
Burn“
JUB
HELHEIM
„Blood & Ild“ 9
Ars Metalli/Zomba,
2000
Beim Opener
und Titelsong der aktuellen HELHEIM „Blood & Ild“ hätte ich am
liebsten den totalen Verriß ausgepackt. Dieses Ansinnen änderte
sich auch bei den nächsten Stücken nicht. Denn was sollten diese
Laibach-Versatzstücke?
„Helheim
(Part II)/Jernskogen“
Dann genügte
schon ein zweiter Durchlauf, um mich zumindest dahingehend umzustimmen,
daß ich Geschmack an den schwermütigen Melodien fand, den Gitarrensound
lieb gewann und mich herrlich über die intelligenten christenfeindlichen
Texte freute.
„Blood
& Ild“
Und schließlich,
was soll ich sagen? Durchlauf Nummer drei ließ mich in völliger
Begeisterung zurück. Welch Vielfalt, welch grandiosen Arrangements,
welch eingängigen Weisen. Auch wenn HELHEIM meilenweit von ihrem unerreichten
Debüt „Jormundgand“ entfernt sind, mit „Blood & Ild“ haben sie
ihrer Veröffentlichungsgeschichte ein weiteres Meisterwerk hinzugefügt,
das den Vorgänger „Av Noerren Aet“ bei Weitem übertrifft. Aber
nehmt Euch wenigsten drei Durchläufe Zeit. Denn diese verdammten Erwartungshaltungen
können einem manchmal die beste Musik vermiesen.
„Evig“
JUB
AMON
AMARTH „The Crusher“ 10
Metal Blade,
2001
„Masters
Of War“
„Schnell und
hart, zeige kein Mitleid für diese Männer/Gewürm des Christs,
Propheten der Lüge .../Reite sie nieder, wenn sie vor unserem Stahl
fliehen/... brenne ihre Häuser und Felder nieder/... Verbrennt sie
alle, verbrennt sie am lebendigen Leibe“ („Masters Of War“) - „Als sein
Atem ihn verläßt, öffnen sich seine Augen weit/Vom Himmel
herab kommt ein helles Licht/Er begrüßt es mit einem Lächeln/Und
denkt: Da ist Gott/Der Klang von acht Hufen erreicht seine Ohren/Er kommt
von dem himmlischen Licht/Das Heulen zweier Wölfe erfüllt sein
Herz mit Furcht/Und er sieht zwei Raben fliegen/Herab vom Himmel reitet
ein Kriegsgott/Wie Feuer glüht sein eines Auge/Und noch bevor der
Priester stirbt/Weiß er, sein Gott war eine Lüge“ („The Sound
Of Eight Hooves“)
AMON AMARTH
machen die amtlichsten Texte, wenn es um das Preisen der alten Religionen
geht. Ihre Christenfeindlichkeit wirkt bedrohlich, und das läßt
vermuten, daß die Jungs von AMON AMARTH nicht nur tolle Geschichten-Erzähler
sind, sondern mit Moral- und Ethik-Begriffen der christlich geprägten
Demokratien kaum zurecht kommen dürften. Und damit sie nicht Banken
in die Luft jagen, Leute zusammenschlagen oder Tiere schlachten, haben
sie sich zu einer Band zusammengetan, möchte man meinen. Denn die
Wut, die die Texte transportieren, wird ebenso konsequent in der Musik
umgesetzt, die wie immer mit einigen der genialsten Melodien im Viking
Metal-Bereich aufwartet. Die Gitarren sind bei AMON AMARTH eine Wand. Trotzdem
bleibt Raum für herrliche Riff-Arbeit. Selbst der Sound ist transparent.
Mit „The Crusher“ hat der Vorgänger „The Avenger“ einen legitimen
Nachfolger, auch wenn es diesmal den ein oder anderen Füller gibt.
Dafür hat die CD aber auch ihre rund 50 Minuten Spielzeit.
„The Sound
Of Eight Hooves“
JUB
ANCIENT
RITES „Dim Carcosa“ 7
Hammerheart,
2001
Und wieder
ein Album, das sich erst seinen Weg durch die überschwengliche Erwartungshaltung
kämpfen mußte. Nehmen wir nur „Blasfemia Eternal“, dieses herrliche
Thrash/Black Metal-Teil, da darf man sich aufgeregt über ein neues
Lebenszeichen von ANCIENT RITES hermachen. Nun, und das ist mit „Dim Carcosa“
doch eher durchwachsen ausgefallen. Denn Keyboard-Teppiche und ein unglaublich
unsägliches Computer-Schlagzeug haben den Gesamtsound der CD dermaßen
verwässert, daß Songs wie „Victory Or Valhalla (Last Man Standing)“
erst nach mehrmaligem Hören ihre Kraft entfalten.
„Victory
Or Valhalla (Last Man Standing)“
So kanns gehen.
Da kredenzen uns die Belgier einige ihrer besten Songs, und dem Ganzen
wird durch zuviel Technik das Blut entzogen. Dabei sind ergreifende Melodien
dabei, ist Gunther Theys Knurren ebenso effektiv wie der cleane, fast schöne
Gesang, sind wirklich erstaunliche Gitarrenläufe auszumachen. Und
die Texte, die in Einheit mit den hymnischen, fast folkigen Weisen ANCIENT
RITES endgültig den Viking oder Pagan Metal-Stempel verpassen, sind
ebenfalls äußerst passabel, da eine tiefe Verbeugung vor unseren
germanischen Vorfahren.
„Lindifarne
(Anno 793)“
JUB
IAIN
ASHLEY HERSEY „Fallen Angel“ 7
Frontiers/Now&Then/XIII
BIS/Point, 2001
„License
To Kill“
Für einen
Gitarren-Helden geht IAIN ASHLEY HERSEY vergleichsweise bescheiden zu Werke.
Soll heißen, die Schwerpunkte liegen nicht auf Griffbrett-Alleingängen,
denen man beim dritten Mal nicht mehr zuhört, sondern die Scheibe
„Fallen Angel“ ist konsequent songorientiert gestaltet. Und gute Songs
hat HERSEY einige zu bieten. „License To Kill“ zum Beispiel, eine gelungene
Homage an die James-Bond-Filme. Und das musikalische Thema dieser Kino-Streifen
taucht beim „No Stranger“-Intro glatt noch einmal auf. Das verrät
uns, daß HERSEY ein Bond-Fan sein dürfte. Aber auch Ritchie
Blackmore mag er, denn seine Gitarrenarbeit klingt nicht nur einmal nach
dem Meister in Schwarz und die Stücke haben so manches Mal einen gehörigen
Rainbow-Drall.
„Steeple
Chase“
JUB
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