Abgehört vom 5. Oktober
2004
NAPALM DEATH
"Leaders Not Followers 2" |
Erschienen: 2004
Label: Century Media/Magic
Arts Publ.
Homepage: www.enemyofthemusicbusiness.com |
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On Air: "Lowlife"/"Riot
Of Violence"/"Wars No Fairy Tale" |
Teil zwei der Verbeugung NAPALM
DEATHs vor ihren Lieblingsbands aus Jugendtagen. Die Briten huldigen solchen
maßgeblichen Krachkapellen wie Master, Kreator, Devastation, Hellhammer,
Agnostic Front, Massacre, Discharge, Anti-Cimax, Sepultura, Cryptic Slaughter
und einigen mehr. Natürlich nur ganz frühes, ungehobeltes Zeug.
So unterschiedlich die Bands im Original auch waren, egal ob Thrash Metal,
Grindcore, Death Metal, Punk oder Hardcore, im NAPALM DEATHschen Soundgewand
kommen sie homogen rüber. Das heißt, die Lieder sind alle auf
einem Level gespielt - schnell, zackig und sauber. Dennoch haftet ihnen
der Charme des Obskuren an. "Leaders Not Followers 2" ist kurzweilig, abwechslungsreich
und nix für Pussies. Wären die Songs alle von NAPALM DEATH, wäre
ihnen ein unsterblicher Klassiker gelungen. Traditionsbewusste Lärmpuristen
werden an der Scheibe ihre helle Freude haben. 9
von 10
THOMAS
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10 FOLD B-LOW
"Low Tuned Output" |
Erschienen: 2004
Label: Locomotive Rec.
Homepage: --- |
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On Air: "Break Your Neck" |
Wer schon immer auf die Musik von
Soulfly oder Sepultura stand, jedoch mit den Ethno-Einflüssen und
dem One-World-Gemalle nichts anfangen konnte, wer auch gegen einen System
Of A Down-Einschlag nichts einzuwenden hat, der könnte schon bald
mit 10 FOLD B-LOW warm werden. Hier trifft die Faust das Auge, wenn man
den Plattentitel als Maßstab nimmt. Groovender New Metal mit sautiefen
Klampfen wird einem auf dem Debüt-Album der Band um die Ohren geballert.
Stimmlich gibt es hauptsächlich Hardcore und Death Metal-Akrobatik
zu bestaunen, aber auch vor passend eingesetzten klarem Gesang macht die
Band nicht halt. Und noch ein Einfluß lässt sich ausmachen.
Korn! Der Baß grummelt genauso tief und abgedreht und wird mit spacigen
Klampfen und psychotischem Gesang kombiniert. Für die Old-School-Fraktion
ist diese CD sicherlich mit Vorsicht zu genießen, doch daß
Junggemüse könnte mit ihr schnell warm werden.7
von 10
THOMAS
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REVOLTONS
"Night Visions" |
Erschienen: 2003
Label: LMP/SPV
Homepage: www.revoltons.com |
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On Air: "Cell Of Death" |
Die REVOLTONS bieten verspielten,
mit reichlich Taktwechseln versehenen Heavy Metal, der nicht darauf abzielt,
Euch die Möbel gerade zu rücken. Hier soll das Songwriting zum
Staunen anregen. Doch es regt eher dazu an, verstohlen auf das Display
im Player zu schielen. Denn so manche Rhythmen sind recht unpassend zusammengesteckt
und ungünstig in die Länge gezogen worden. Von einem Songfluß
im eigentlichen Sinne kann man hier nicht reden, da die Lieder mehr Wendungen
erfahren als ihnen gut tut. Der Gesang dazu ist auch nicht der überzeugendste,
denn man hat den Eindruck, daß er hauptsächlich hoch und klar
sein sollte, als sich die Band ihr Konzept ausdachte. Hoch und klar ist
er, doch leider auch beim sturen Einhalten der Prämisse von Zeit zu
Zeit etwas schief und gequält. Naja, klar gibt es Sänger, die
ähnlich verfahren und trotzdem von uns abgefeiert werden. Diese Herren
haben aber etwas, das der REVOLTONS-Frontmann nicht hat: Charisma. Somit
ist diese Band nur leider eine von vielen, die versuchen "True Metal"-Käuferschichten
zu befriedigen, ohne eine markante Spur zu hinterlassen. 5
von 10
THOMAS
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NEURON
"Gleichschritt" |
Erschienen: 2002
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.neuroncrust.de |
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On Air: "E-Gott" |
Die Kieler Band firmierte bereits
unter dem Namen Fleischwolf und veröffentlichte eine Platte. Es handelt
sich bei den Krawallbrüdern also nicht um unerfahrene Burschen. Was
die vier Herren hier auf "Gleichschritt" abliefern, läßt sich
im Großen und Ganzen als Lärm umschreiben. Dabei werden sich
NEURON aber eher geschmeichelt als angegriffen fühlen, denn der Eindruck
soll entstehen. Eine räudige Mischung aus Grindcore, Crust und einem
Hauch Death Metal schreddert einem hier entgegen. Dabei wurde das Hauptaugenmerk
nicht auf das Schreiben von wiedererkennbaren Songs gelegt, sondern eher
darauf geachtet, daß die Tracks auch möglichst laut sind, auch
wenn man die Anlage leise dreht. Das ist NEURON gelungen. So gesehen ist
"Gleichschritt" eine nette Lärmplatte geworden.
Allerdings sollte der Hörer
auch eine gewisse Vorliebe für politisch korrekte, deutsche Texte
mitbringen. Diese sind, der Musik angepaßt, sehr kurz und knapp ausgefallen.
Beinhalten aber die Standart-Schlagworte wie: System, Vaterland, korrupt
und Chaos. Manchmal treffen NEURON mit ihren Texten ins Schwarze. Bei "E-Gott"
wird man angehalten, seinen Computer als Allerheiligstes zu verehren. "Freiheit"
macht noch einmal darauf aufmerksam, daß man zwar wählen kann,
aber stets nur die Wahl zwischen zwei gleichen Eimern Scheiße hat.
Is richtig Jungs, aber soweit waren wir auch schon. Alternativen können
die Kieler natürlich nicht bieten. Aber wer kann das schon? Somit
verraten uns die Texte nichts neues. Wem der erhobene Zeigefinger egal
ist, und wer auch ein Faible für rohen Krach hat, sollte mal folgende
Tastenkombination in seinen PC hacken: neuron@fuckthewar.com4
von 10
THOMAS
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PERVERSE
"Sick Tunes" |
Erschienen: 2004
Label: Eigenproduktion/Scum
Rec.
Homepage: www.perverse.metal.pl |
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On Air: "Addicted And
Dead" |
Die umtriebigen Polen veröffentlichten
eine auf 100 Einheiten limitierte Promo-CD.
Da der Deal mit Eclipse Rec. ausgelaufen
zu sein scheint, kommt "Sick Tunes" in Eigenregie daher und wird über
Scum Rec. vertrieben. Wer die Jungs schon mal gesehen hat, der weiß,
daß hier totale Freaks am Werkeln sind. Für unbedarfte Hörer
klingt die Musik sicher wie ein tongewordenes Jazz-Attentat. Die unglaublichsten
Takte und Rhythmen, bizarre Riffs und kellertiefe Vocals sind von jeher
das Markenzeichen der Band gewesen. Heuer ist es aber so, dass PERVERSE
versuchen, etwas mehr auf Eingängigkeit zu achten. So macht sich doch
hier und da schon mal ein gerader Takt breit, wenn auch nur kurz. Sogar
ein Gitarren-Lead ist zu hören. Die Filmsamples zwischen den Songs
sind nun Drum'n'Bass-Sequenzen gewichen. Ansonsten ist aber im Hause PERVERSE
alle beim alten geblieben. Es gibt unglaubliche, schwer nachvollziehbare
und dennoch faszinierende Musik in allerhöchster Brutalität zu
hören. Der Sound ist noch besser als auf dem Vorgänger "Blunt
Of Stench" und Gastsänger Rob klingt noch einen Zacken viehischer
als sein beeindruckender Vorgänger Arthur. Live werden die Jungs einmal
mehr mit diesen Songs das Publikum mit runtergeklappter Kinnlade zurück
lassen. 8 von 10
THOMAS
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GOTHIC KNIGHTS
"Up From The Ashes" |
Erschienen: 2003
Label: LMP/SPV
Homepage: www.gothicknights.com |
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On Air: "Sleepy Hollow" |
Herrlich unschwuler Heavy Metal
ist die Domäne von den GOTHIC KNIGHTS, was man anhand des Namens nicht
unbedingt geahnt hätte. Die Songs kommen zügig auf den Punkt,
ohne sich von unnötigem Firlefanz aufhalten zu lassen. Zwar gibt es
hin und wieder auch neoklassische Zitate zu bestaunen, doch ehe sie aufdringlich
werden, kommt auch schon die Riffabfahrt. In diesem Rahmen kann man sich
das gefallen lassen. Der Schwachpunkt an der Scheibe ist jedoch, daß
- so herrlich sie auch instrumentell und gesanglich dargeboten werden -
die Melodien und einige Gesangslinien von der Stange zu sein scheinen.
So manches kommt dem Ohr doch schon arg ausgereizt vor. Originalitätspreise
kann man mit "Up From The Ashes" also nicht gewinnen. Doch kann man, wenn
man auf südeuropäischen Heavy Metal steht, mit den GOTHIC KNIGHTS
auch nichts verkehrt machen, wenn man sich zum Kauf einer Scheibe entschließt.
Denn in diesem Genre gibt es wahrlich garstigere Bands. Alles in allem
also eine gute Scheibe.7 von 10
THOMAS
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EVERGREY
"The Inner Circle" |
Erschienen: 2004
Label: InsideOut/SPV
Homepage: www.evergrey.net |
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On Air: "The Essence Of
Conviction" |
Verdammt, diese Schweden! Egal welche
Musik auf der Welt gespielt wird, in Schweden gibt es jemanden, der es
auch kann, wenn nicht sogar besser. Heavy Metal, Death Metal, Crustcore,
Black Metal, Rock'n'Roll oder Prog Metal, der Schwede grinst und spült
noch schnell die letzten Krümel Wasa mit Selbstgebranntem herunter,
bevor er sein Instrumentarium beeindruckend zum qualmen bringt. So auch
die Band EVERGREY. Sie selbst mögen es gar nicht, in die Progressiv-Schublade
gesteckt zu werden. Aber hey, so klingt es nun mal. Großartige Songs
mit schweinegeilen Melodien. Passend in Szene gesetzt, ohne zu übertreiben.
Dabei umgehen sie geschickt die Homo-Falle und verheddern sich nicht in
selbstverliebtem Klingeling. Tom S. Englunds Stimme ist rauh und variabel
zugleich, trifft jeden Ton ohne kitschig zu klingen. EVERGREY können
den anspruchsvollen Proger überzeugen und wahren sich dabei Heavy-Metal-Geist
wie keine zweite Band heutzutage. Empfehlenswert. 9
von 10
THOMAS
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SOREHEAD
"Demo-Lition" |
Erschienen: 2002
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.sorehead.de |
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On Air: "My Hate Grows
Up" |
Etwas rumpelig tönt der Hardcore
der Varreler Band aus den Speakern. Am besten gefallen die kräftigen
Mosh-Parts. Diese sind auf durchschnittlichem HC-Standart, kommen aber
recht routiniert rüber. Was etwas unausgegoren klingt, sind die Breaks
und die obskuren Zwischenparts, in denen zwar so manche brauchbare Idee
auszumachen ist, doch der Nagel noch nicht recht auf den Kopf getroffen
wurde. 4 von 10
THOMAS
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NECRONOMICON
"Construction Of Evil" |
Erschienen: 2004
Label: Remedy Rec./Sure Shot
Homepage: www.necronomicon-online.de |
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On Air: "Terrorist Attack"/"Stormbringer" |
Wenn man die Frage gestellt bekäme,
welche Band aus der deutschen Metal-Szene wohl am meisten vom Pech verfolgt
wurde, könnte man reinen Herzens den Namen NECRONOMICON anführen.
Gegründet im Zuge der Punkbewegung durch den Einfluß solcher
(damals) neuen Bands wie Metallica oder den angesagten Motörhead,
schwenkte man 1984, ein Jahr nach Gründung, zum Thrash Metal über.
Nach einem furiosen Start mit ihren ersten Alben begann der Stress: Plattenfirmen
gingen pleite und verdonnerten die Band zum Müßiggang. Line-Up-Wechsel
und ein verheerender Proberaumbrand machten es den Thrashern auch nicht
gerade leicht, am Ball zu bleiben. Dazu kam, daß in den 90ern die
Chancen für diese Musik eh nicht all zu rosig waren. Ganz zu schweigen
von einem bösen Tinitus, welcher den langjährigen Gitarristen
der Band, Jogi, zur Bühnen-Abstinenz zwang. Allen Unbills zum Trotze
kamen NECRONOMICON nicht auf die Idee, die Flinte in das sich anbietende
Korn zu werfen. Statt dessen kommen sie nun mit einer starken Platte Namens
„Construction Of Evil“ zurück. Die erste Assoziation, die man mit
der Musik verbindet, ist der Name Destruction. Das liegt in erster Linie
am Gesang von Gitarrist Freddy, der mit seiner Stimme der von Schmier verdammt
nahe kommt. Musikalisch sind NECRONOMICON aber wesentlich verspielter.
Was selten zu Lasten der Härte geht. Im Gegenteil, "Construction Of
Evil" knallt mächtig und druckvoll. Die Riffs sind allesamt headbang-kompatibel
und verleugnen ihren deutschen Ursprung nicht. Will heißen, daß
NECRONOMICONs Verständnis von Thrash zur selben Zeit gebildet wurde
wie das von Sodom, Destruction, Darkness oder Living Death. Und eben das
hört man. Songs wie "Fireball" oder "Terrorist Attack" heben sich
aber von dieser Marschrichtung deutlich ab. Hier wird noch mal tief in
die songschreiberische Trickkiste gegriffen und nicht starr an der Thrash-Doktrin
festgehalten. Hier standen die Songs an sich im Vordergrund. Eine Seite
an NECRONOMICON, die ihnen auch nicht schlecht zu Gesicht steht. Geile
Scheibe. 9 von 10
THOMAS
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SOTAJUMALA
"Death Metal Finland" |
Erschienen: 2004
Label: Woodcut Records
Homepage: www.sotajumala.com |
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On Air: "Pommitus" |
Alle Achtung! Diese Band liebt klare
Aussagen. Anhand des Titels ist sofort klar, worum es hier bei SOTAJUMALA
geht. Das Quartett zockt sich technisch äußerst beeindruckend
durch die elf Songs ihrer ersten vollen CD (zuvor erschienen mit "Sotajumala"
2001 und "Panssarikolonna" 2003 zwei MCDs). Dabei ist der Death Metal der
Finnen durchaus von amerikanischen Vorbildern beeinflußt. Doch SOTAJUMALA
schaffen es dennoch, ihrer Musik eine eigene Note zu verpassen. So manche
Stimmung, die beim Hören hervorgerufen wird, erinnert einen an kalte,
endlose Winternächte und MG-Salven. Überhaupt scheint das Thema
Krieg bei den Suomis hoch im Kurs zu stehen. In der Landessprache künden
sie von Kriegen der Finnen und Kriegen im allgemeinen. Dazu passend ein
Panzer auf dem Cover.
Höre ich da etwa ein pikiertes
Murren? Es geht hier um Death Metal, nicht um Hippie-Kacke!
Auch wenn die vier Musiker etwas
sperrig von Zeit zu Zeit agieren. Den Genuß von "Death Metal Finland"
kann das nur unbedeutend schmälern. 9
von 10
THOMAS
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KIJU
"Nothing To Play For" |
Erschienen: 2002
Label: Metal Age Prod.
Homepage: www.kiju.it |
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On Air: "Ki(ll)ju" |
Auch in Italien greift der New-Metal-Boom
um sich. In den Staaten schon wieder auf dem Abwärtskurs, ist er in
Europa dennoch angesagt. KIJU spielen zwar keinen reinrassigen New Metal,
sind aber dennoch unüberhörbar von ihm beeinflußt. Dazu
gesellen sich noch Hardcore und New-School-Thrash der Marke Machine Head.
Klingt erst einmal alles andere als verlockend, klar. Immerhin sind solche
Bands alles andere als interessant für Metal-Ohren, und auch sind
Political Correctness-Texte nicht jedermanns Sache. KIJU sind aber nicht
schlecht, obwohl sie auch aus dieser Richtung kommen. Denn das Herzstück
ihrer Musik bildet die Brutalität. Die Schlagzeugarbeit ist durchaus
menschlich, aber sehr animalisch vorgetragen. Die Songs sind zwar hin und
wieder arg abgehackt gespielt, doch bei solcher Musik ist das ja ein Pluspunkt.
Schön garstig sind auch die Klampfen gespielt, so daß die Italiener
eine nette Soundwand auftürmen können. 7
von 10
THOMAS
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PROCTON
"Augen aus Glas" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.procton-metal.de |
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On Air: "Augen aus Glas" |
Ein interessantes Projekt hat sich
da in Berlin angeschickt, Elemente aller härteren Formen des Metals
zu kreuzen. PROCTON variieren hartes Riffing mit der Gewalt des Thrash,
lassen nordisch anmutende Melodieführungen aufblitzen und haben melodische
Gitarren-Soli. Zusammengehalten wird das alles von der ausdrucksstarken
Death-Metal-Stimme von Basser Mirko Prietzsch. Das Tempo geht bei diesen
vier Songs selten über mittelschnell hinaus. Muß es aber auch
nicht. Drei der vier Songs haben deutsche Texte, die bildhaft geschrieben
sind und weder schulmeisterlich, noch peinlich rüberkommen. Als Vergleich,
der nicht allzu sehr hinkt, könnte man Abrogation anbringen, die ähnlich
gelagerte Musik spielen. "Augen aus Glas" ist nicht perfekt, aber sehr
eindrucksvoll produziert und sollte von Euch mal näher unter die Lupe
genommen werden. 8 von 10
THOMAS
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DE LIRIUM'S ORDER
"Victim No. 52" |
Erschienen: 2004
Label: Woodcut Rec.
Homepage: www.deliriumsorder.com |
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On Air: "Victim No.52" |
Die Metal Szene Finnlands ist aktiver
als man sich vorstellen kann. Haben international erfolgreiche Bands wie
Nightwish, Sentenced, HIM, The 69 Eyes oder Stratovarius alle Aufmerksamkeit
auf sich gezogen, brodelt es im Underground. Vor allem im Death Metal tun
sich immer wieder klasse Bands hervor. Nach Sotajumala steht nun eine weitere
Band beim kleinen aber sehr feinen Woodcut Label unter Vertrag. DE LIRIUM'S
ORDER knallen mit ihrem Debut "Victim No. 52" recht fett ins Mett. Dabei
hat sich das Quartett nicht auf den Death Metal allein verlagert. Als zweites
Standbein dient der gute alte Thrash Metal. Die Riffs kommen schön
zackig im 80er-Stil daher, nur um Nuancen mit moderneren Sounds aufgestockt.
Die Drums und die Stimme (Corpse von Deathchain am Mikro) hingegen klöppeln
und röhren schön im Death-Bereich. Dennoch ist stumpf bei DE
LIRIUM'S ORDER nicht automatisch Trumpf. Skalpellartig blitzen hier und
da ausgeklügelte Leads/Melodien aus den Songs hervor. Das ist das
Salz in der Suppe von "Victim No. 52". Textlich beschäftigt man sich
vornehmlich mit solchen Zeitgenossen wie Jeffrey Dahmer und Andrej Tschikatilow,
ihrerseits sexuell gestörte Serienmörder mit Allmachtsphantasien
und verdorbenem Geist. Nichts für die Mutti. 9
von 10
THOMAS
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INFERNÄL MÄJESTY
"One Who Points To Death" |
Erschienen: 2004
Label: Black Lotus Rec.
Homepage: www.infernalmajesty.com |
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On Air: "Virgin Blood
Tastes Purest At Night" |
In Undergroundkreisen schon Jahre
lang als Kult abgefeiert, war es immer wieder für lange Zeit still
um die Thrasher aus Kanada. In den 18 Jahren ihrer Existenz haben es die
Musiker um Steve Terror gerade mal auf vier reguläre Studioalben gebracht.
Der jüngste Streich "One Who Points To Death" preßt einen erst
mal in die Polster. Solch einen Alarm hätte man den Herren nicht unbedingt
zugetraut. Das Blastbeat-Zeitalter ist auch an INFERNÄL MÄJESTY
nicht spurlos vorüber gegangen. Dabei sind sie schlau genug, diese
nicht über zu strapazieren. Immer wieder bricht der Song für
ein Midtempo-Stakkato. Eigentlich clever, mit Dynamik die Musik zu variieren.
Doch dieser Versuch fruchtet leider nicht immer. So mancher Song entpuppt
sich als Papiertiger. Denn so fein Druck und Geballer auch sind, wenn man
nach dem Hören nur wenig zurückbehält, ist die Wirkung nur
für den Moment. Meistens glaubt man einen erstklassigen Song ausgemacht
zu haben, und schon wenige Takte später fragt man sich, wieso um alles
in der Welt machen sie an dieser Stelle nicht weiter? Statt dessen wird
mal wieder der Takt gewechselt und das Tempo verändert. INFERNÄL
MÄJESTY sind durchaus Könner, und ihre Musik ist alles andere
als schlecht, beileibe nicht, doch ich kann verstehen wieso nur eine kleine,
eingeschworene Fangemeinde sie als Kult ansieht. Ihre Songs wirken irgendwie
arg zerfahren. Wer seine Musik aber lieber etwas komplizierter mag, der
sollte bei dieser Scheibe dennoch unbedingt mal reinhören. 7
von 10
THOMAS
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