OVERKILL "Wrecking Everything
- Live" 9
Spitfire/cmm, 2002
Nach der "Fuck You"-EP, ihrer Neuauflage
mit Bonussongs und "Wrecking Your Neck" gibt es jetzt eine neue Live-Scheibe
der New Jersey-Thrashband OVERKILL.
Um ein Haar wäre es auch ihre
letzte gewesen, denn Sänger Bobby "Blitz" Ellsworth packte sich bei
einem Konzert in Deutschland vor nicht allzulanger Zeit so unglücklich
aufs Antlitz, daß das Konzert abgebrochen wurde, Blitz in ein Krankenhaus
eingeliefert wurde und die ersten Gerüchte um eine Querschnittslähmung
die Runde machten. Doch er hatte noch einmal Glück gehabt und kam
schnell wieder auf die Beine. Wie dem auch sei, "Wrecking Everything" enthält
erfreulich viel Material der Scheiben mit Bobby Gustaffson an der Gitarre.
"Evil Never Dies", "Deny The Cross", "I Hate", "Shred", "The Years Of Decay",
"In Union We Stand" und "Overkill" werden von der neuen Overkill-Besetzung
messerscharf ins anwesende Publikum geschrotet. Fast schon müßig,
zu erwähnen, daß der Sound auf der Scheibe klar und druckvoll
ist. Dennoch hat man es hier nicht mit einer auf "Live" getrimmten Studioplatte
zu tun, denn es gibt keine Ausblendungen zwischen den Songs, da das ganze
Konzert vom 23. März diesen Jahres mitgeschnitten wurde. Außerdem
hat man so einige Ungereimtheiten in den Songs beibehalten, so kommen die
Backing-Vocals an manchen Stellen etwas später, als der Einsatz es
verlangt. Und das Publikum ist an manchen Stellen nicht sehr laut zu hören.
Ein Indiz dafür, daß es nicht lauter gemischt wurde. Mit anderen
Worten eine echte Livescheibe, die eine Menge geiler, zeitloser Thrash-Evergreens
enthält und zeigt, daß mit Overkill, trotz eines Durchschnittsalters
von vierzig, noch einige Zeit zu rechnen sein wird. Eines meiner persönlichen
Highlights diesen Jahres auf dem Tonträgermarkt.
"Evil Never Dies"/"In Union We
Stand"
THOMAS
EXTOL "Undeceived"
7
Century Media/Magic Art, 2002
Eine interessante Mischung bieten
uns die Schweden von EXTOL auf ihrer dritten Veröffentlichung "Undeceived".
Vom Grundtenor her ist die Musik des Quintetts Death Metal, aber nicht
so, wie er von den Schweden salonfähig gemacht wurde. Kein Dismember/Unleashed-
oder In Flames/At The Gates-Abklatsch, eher ist es so, daß man sich
EXTOL als eine Mischung aus dem progressiveren Death-Scheiben, alten My
Dying Bride (Violinen, schleppende Parts), gewürzt mit der Abgedrehtheit
von Arcturus und dem technischen Verständnis von Meshuggah vorstellen
kann. Diese Beschreibung trifft den Nagel sicher auch nicht 100prozentig
auf den Kopf, aber so in etwa kann man die Scheibe beschreiben. Dabei schaffen
es die Schweden, abwechselnd warme und kalte Klangsphären zu erzeugen,
so daß man bei "Undeceived" nie so richtig weiß, woran man
eigentlich ist. Faszinierend ist diese CD aber alle Male.
"Renewal"
THOMAS
METALIUM „Live“
4
Locomotive/Tornado/Armageddon/Monster
Prod., 2001
Ich erspare Euch an dieser Stelle
das Philosophieren über den Sinn oder Unsinn von Live-Alben, weil
wir uns dazu eigentlich immer wieder zur Genüge ausgelassen haben.
Bei METALIUM spricht eine Menge
gegen solch eine Scheibe. Das beginnt bei der Bedeutung der Band. METALIUM?
Gut, eine leidlich bekannte Power Metal-Band. Aber deshalb ein Live-Album
von denen zu kaufen? Ich weiß nicht. Weiter geht es bei der Performance
an sich. Gesampelt wurde hier nämlich reichlich. Man nehme nur den
fetten Chor bei „Prophecy“. Den gibt es doch im Studio schon perfekt. Auch
sind die Songs nicht wirklich spannend gestaltet. Eher diszipliniert runtergespielt.
Die Live-Atmosphäre beschränkt sich auf „Strassbourg“-Brüller
von Henning Basse und ein bißchen Fan-Gebläke. Dann ist das
ganze Teil nur 33 Minuten lang und die Songauswahl auch nicht gerade zum
the Fist raisen („Fight“, „Years Of Darion“ oder auch "Free Forever“).
Und schließlich gibt es noch einen Studio-Track auf dem Teil, bei
dem es sich um „Dust In The Wind“ der Progressive(fast Jazz)-Rocker Kansas
handelt. METALIUM spielen das Stück 1 zu 1 nach. Äußerst
unspektakuläre Aktion.
Sänger Henning Basse wies darauf
hin, daß es sich bei dieser Scheibe um eine Zugabe zu einer DVD handelt.
Somit kann man mit der Gesamtspielzeit von 33 Minuten zwar leben, an den
anderen Kritikpunkten gibts aber nichts zu rütteln.
„Fight“
JUB
METALIUM „Hero-Nation - Chapter
Three“ 8
Massacre/Armageddon/Connected, 2002
Nach diesem kleinen Boxenstop mit
der schwachen Live-CD gibt es jetzt das dritte Kapitel des Metalian-Kriegers,
„Hero-Nation“ betitelt. Und im Studio - wo man ja bekanntlich herrlich
herumzaubern kann - fühlen sich METALIUM richtig zu Hause. Denn diese
Scheibe ist ein satte und wirklich akurate Sache geworden. Das beginnt
mit dem rasanten Opener „Revenge Of Tizona“, setzt sich fort beim sehr
heavy gespielten Midtempo-Bolzen „Odin’s Spell“ und bekommt seinen Höhepunkt
beim Zwilling „Accused To Be A Witch“ und „Throne In The Sky“, wo dramatische
Power und Geschwindkeitsanfall eine Allianz eingehen. Drangehängt
wird dann noch das Stück „Infinite Love“, in dem Henning Basse mit
einer Sängerin namens Carolin Fortenbacher ein Duett wagt. Die Frau
soll laut Label-Info eine „5-Oktaven-Meistersängerin“ sein und bereits
einen „International Music Award“ eingeheimst haben. Kann sein, ist aber
nicht wichtig, denn sie singt wirklich vortrefflich.
Als Hidden-Track gibt es die METALIUM-Version
von Darius Michalczewskis Erkennungsmelodie „Heart Of The Tiger“. Vorsicht!
Kein Heavy Metal, sondern eher eine Big Band-Pop-Nummer, ein bißchen
im Disko-Sound der 70er.
Nimmt man die genannten Stücke,
hat man ein echtes Hammer-Album, das die beiden Vorgänger aber mal
locker in den Schatten stellt. Leider sind die anderen fünf Nummern
dann doch „nur“ solide. Das ist insofern bedauerlich, da in METALIUM 2002
jene Band schlummert, die uns 1999 mit erscheinen des ersten Albums angekündigt
worden war: nämlich die Super-Gruppe.
Diesen Eindruck unterstreicht die
Band nicht zuletzt auch mit dem Aufbrechen ihres Metalian-Warrior-Konzepts,
indem es diesmal durch die Welt-Literatur und -Geschichte geht (erinnert
an Cryptic Carnages „Retrospect 2000“, bei denen war das Ganze aber nicht
so gelungen). Zwar ist der Krieger das Bindeglied, aber offenbar doch eher
nur Mittel zum Zweck.
Nicht unerwähnt sollte bleiben,
daß die Band an den Keyboards von Don Airey (u. a. Rainbow, Whitesnake,
Black Sabbath) und Ken Hensley (!!!) (Uriah Heep) unterstützt wurde.
„Odin’s Spell“
JUB
WAYLANDER „The Light The Dark
And The Endless Knot“ 3
Blackend/PHD, 2001
WAYLANDER? Der Name klingt doch schon
mal vielversprechend. Auch das Cover der CD „The Light The Dark And The
Endless Knot“ ist von hoher Qualität. Sowohl von der Darstellung her
als auch vom Inhalt. Die Musik hat mich dann doch fast aus den Schuhen
getreten. Wie kann man solche Demos auf CD bannen und verkaufen? WAYLANDER,
deren Musik unter Viking und Pagan Metal läuft, dürften in dieser
Branche eine der schlechtesten Bands sein, die einen Plattenvertrag hat.
Oder vielleicht sind sie ja auch nur eine der ehrlichsten. Denn ihre Songs
klingen wie in einem Take aufgenommen, live quasi. Das bringt Tempo-Schwankungen
mit sich, macht den Sound äußerst schmalbrüstig und beläßt
Fehler in den Songs. Und irgendwie haben sich die Musiker diese Patzer
gerecht aufgeteilt. Mal verheddern sich die Hände des Schlagzeugers,
mal gurkt der Baß, an anderer Stelle stimmt die Klampfe nicht oder
singt der Frontmann daneben. Das alles könnte man dann schließlich
noch verknusen, wenn die Songs nicht absoluter Unsinn wären. Mal wird
langsam gespielt, dann wieder schneller, mal wird gegrowlt, dann wieder
clean gesungen. Oder eine Flöte klingt, die Gitarre hört auf,
der Baß grummelt usw usf. Und so primitiv sich diese Aufzählung
anhört, ist auch WAYLANDERS Musik. Eine krampfhaft zusammengestückelte
Irrfahrt durch musikalische Möglichkeiten, die offenbar keiner der
Musiker genutzt hat.
„Plague Of Ages“
JUB
GREEN CARNATION „Light Of
Day, Day Of Darkness“ 9
Prophecy Prod., 2002
Mammut-Konzepte, wie auch Tchort
(Akustik- und E-Gitarre) auf seiner CD „Light Of Day, Day Of Darkness“
eines verfolgt, regen immer zur Skepsis an. Denn es gehört eine gehörige
Portion songwriterisches Durchhaltevermögen dazu, 60 Minuten lang
so spannend und gekonnt zu komponieren, arrangieren und zu texten, daß
das Interesse des Hörers zu keiner Zeit ermüdet. Zumindest sollte
dies das selbst gesteckte Ziel eines jeden dieser Künstler sein. Auch
Reverenzen, in Bands wie Carpathian Forest, Emperor oder Satyricon zu spielen
oder gespielt zu haben, helfen nicht weiter. Auch die Mitwirkung von anderen
Szene-Größen machen noch kein gutes Konzeptwerk.
Aber Tchort ist nicht einer von
diesen Pseudo-Künstlern, die, nur weil sie die Möglichkeit dazu
haben, Studiozeit verplempern und Tonträger mit ihren halbgaren Einfällen
vollgöbeln. Das GREEN CARNATION-Projekt ist eine Top-Angelegenheit,
die die aktuelle Metal-Szene im Speziellen und die Rock-Musik im Allgemeinen
ungemein bereichert. Das Überwerk „Light Of Day, Day Of Darkness“
kann natürlich nicht mal so eben stilistisch eingeschränkt werden.
Da gibt es Doom-Passagen, Gothic-Elemente, Soundtrack-Momente, Thrash Metal-Gitarren.
Tchort hat sich einen Kinderchor, einen klassischen Chor (an dieser Stelle
klingt es wie Hollenthon) und Sitar-Spieler hinzugeholt. Das alles wird
so miteinander verwoben, daß eine kompakte Rock-Symphonie entstanden
ist, die es über Strecken durchaus mit den großen Werken von
Deep Purple („Concerto“), Uriah Heep („Salisbury“, „Spell“) aufnehmen kann.
Und Tchort lehnt sich mit seinem
Werk streckenweise mächtig aus dem Fenster. So zum Beispiel nach 22
Minuten, wenn ausufernde Instrumental-Passagen beginnen, die mächtig
nach Pink Floyd klingen bzw. gar den Mittelteil von Sweets „Love Is Like
Oxygen“ kopieren, oder wenn er nach 34 Minuten einen Weltmusikausflug startet,
dem er Ambiente und Jazz beimischt. In der 52. Minute kommt uns der Norweger
gar orientalisch. Logisch, daß es auf diesem Album im Arrangement
Berg- und Talfahrten gibt. Wenn auch das Tempo nicht wesentlich variiert,
die erzeugten Stimmungen sind äußerst unterschiedlich.
Störend wirken bei „Light Of
Day ...“ lediglich die scheinbar manchmal nach passenden Übergängen
suchenden Riff- und Melodie-Wiederholungen. Diese halten sich aber in Grenzen
und schmälern den Hörgenuß eigentlich überhaupt nicht.
JUB
RAUNCHY „Velvet Noise“ 4
Nuclear Blast, 2002
Wenn eine Band sich bei den späten
Fear Factory bedient, dabei noch den Pop-Apeal von Pain besitzt und auch
die ein oder andere New Metal-Gitarren-Konstruktion nicht vermeiden kann,
ist das für manchen vermutlich der absolute Hammer. Denn irgendwie
scheint das Ganze momentan in einigen Kreisen verdammt angesagt zu sein.
Zu denen gehöre ich allerdings nicht und muß schon eine Menge
Konzentration aufbringen, um der Musik von RAUNCHY jene Offenheit entgegenzubringen,
die andere Bands bei mir auch genießen.
Nun, und dann kann man durchaus
feststellen, daß nicht nur die Klampfen-Tätigkeit für die
ein oder andere Schärfe sorgt, sondern auch die eingestreuten cleanen
Gesangs-Teile mit den breiten Fast-Gothic-Melodien (zum Beispiel „Leech“)
hübsch anzuhören sind. Sachen wie „My Game“ mit Hüpfeparts,
dem übertriebenen Elektronik-Firlefanz und der Scheindynamik (leisem
Keybordgeklingel folgt schlagartig Doublebass und Gitarrenalarm) sind da
dann schon wieder ernüchternder. Viel mehr bekommt Ihr bei RAUNCHY
allerdings auch nicht. Höchsten noch die Mischung aus den beiden Song-Struktur-Varianten.
Fazit (um es noch rechtzeitig zu
ziehen): RAUNCHY sind eine dieser modernen Bands, bei denen die Musiker
alle wie BWL-Studenten aussehen, die ab und zu Kappen tragen und vermutlich
über Manowar als schwule Fellhosenträger ablästern. Deren
Musik ist - mit Verlaub - unspannend und vor allem aufgeblasen. Zeitgeist-Zeug
und in drei, vier Jahren auch von Mode-Gekkos verschmäht.
„Leech“
JUB
GIANT „Don’t Leave Me In Love“
7
Frontiers/Now&Then/XIII BIS
Rec/Point, 2001
Parallel zum dritten Longplayer der
Amis GIANT ist eine Mini-CD namens „Don’t Leave Me In Love“ veröffentlicht
worden, die neben dem genannten neuen Titelstück vor allem mit drei
Live-Versionen glänzt und eine Unplugged-Variante von „Stay“ bietet.
Und wenn dieser 27 Minuten lange Silberling ein Appetitmacher für
das „III“ betiltelte Album gewesen sein soll, dürfte das wohl geklappt
haben mit dem Absatz.
Denn „Don’t Leave Me In Love“ ist
eine blitzsaubere Halbballade, die die Melodic-Spezialisten offenbart.
Das gleiche kann man von den Live-Songs sagen, bei denen es etwas heftiger
zur Sache geht. Vor allem das siebenminütige „Chained“, das zwischen
sanften Melodie-Schmeicheleien und lupenreinem Heavy Rock pendelt,
zieht einen in seinen Bann. Und auch wenn sich „I’m A Believer“ und
„The Big Pitch“ meinen Ohren doch eher als Durchschnitts-Rocker eröffnen,
haben wir es immer noch mit solidem Zeug zu tun, das zu keiner Zeit abturnt.
„Don’t Leave Me In Love“
JUB
HALFORD „Crucible“
2
Sanctuary/Metal Is, 2002
Da ist sie wieder, unsere härteste
Tunte im Heavy Metal-Zirkus. Mit einem Quartett von tätowierten und
zopfbärtigen Hardcore-Burschen spielte er das Album „Crucible“ ein
und widmete es offenbar Wowereit und Westerwelle, ziert es auf dem Frontcover
doch ein eisernes Kreuz aus Nieten (erst dachte ich, es wären Pailetten).
Tja, und was soll ich Euch sagen,
Rob Halfords Heimkehr in den Schoß der Metal-Gemeinde als der Die-Hard-Metaller
währte nur kurz. Denn obwohl er sich auch diesmal um einen starken
Hang zur alten Judas Priest-Musik bemüht, kommt er nicht umhin, schon
wieder mit modernen Sounds herumzukaspern. Denn einige Passagen aus dem
Titelsong, „Betrayal“, „Hearts Of Darkness“, „Trail Of Tears“ oder „Heretic“
würden auch zu unseren amerikanischen „Freunden“ der New Metal-Fraktion
passen. War also nicht weit her mit seiner Entschuldigung. Der kann nicht
anders. Ein echter Knaller ist eigentlich nur „Handing Out Bullets“, mit
Abstrichen noch „Wrath Of God“. Mit „Sun“ macht Glatzi-Hasi dann gar noch
einen auf The Cult. Das Schlimme ist nur, daß die ihn mittlerweile
glatt an die Wand spielen. Und das nach dem Aufstehen.
HALFORD sollte abtreten oder wieder
mit Feder-Boa in Schwulen-Kneipen singen.
„Heretic“
JUB
DREAMTIDE „Here Comes The
Flood“ 7
Frontiers/Now&Then/XII BIS/Point
Na, da haben sich die Jungs definitiv
ein kleines bißchen überhoben. Denn nicht nur die Ballade „Dreamers“
versucht uns in Queen-Gefilde zu führen, sondern auch die härtere
Nummer „Your Life“. Und Gitarrist Helge Engelke, einst bei Fair Warning,
hat bei Brian May ganz genau hingehört. Das treibt er bei „Promised
Land“ auf die Spitze. Damit sind DREAMTIDE aber noch lange nicht der Versuchung
erlegen, sich wie einst Extreme in die Fußstapfen der Giganten des
Heavy Rock begeben zu wollen. Denn bisher habe ich derartiges Gepose von
der Band noch nicht vernommen. Und zieht man das in Betracht, sind sowohl
die vollen Chöre als auch das Gegniedel auf den unteren Bünden
von Helge Engelke Stilmittel, die der DREAMTIDE-Musik eigentlich gut zu
Gesicht stehen.
Hinzu kommt, daß der Truppe,
die aus zwei weiteren Fair Warning-Musikern, Ole Hempelmann von Thunderhead
und Olaf Senkbeil von Jack’s Hammer, ein paar sehr hörbare Melodic
Metal-Stücke aus den Federn geflossen sind („Sundance“ oder
„Crashed“ zum Beispiel). Aber wie so oft hat die Muse sich bei DREAMTIDE
nicht im Zungenkuß geübt, und so gibt es auf „Here Comes The
Flood“ auch den ein oder anderen Durchhänger.
Interessant auch, daß die
Band sich zum Teil mit der Mythologie der indianischen Völker auseinandersetzt.
Das ist wirklich ziemlich gut gemacht.
„Crashed“
JUB
DRAUTRAN „Unter dem Banner
der Nordwinde“ 7
Eigenprod., 2000
Deutschland ist nicht gerade gesegnet
mit guten Black oder Viking Metal Bands. Um so verwunderlicher ist es dann,
daß eine Band wie DRAUTRAN aus Kiel über einen regionalen Bekanntheitsgrad
nicht wirklich hinausgekommen ist. Denn, was die Norddeutschen mit ihrer
CD „Unter dem Banner der Nordwinde“ vorlegen, ist internationaler Standard.
Und das nicht etwa nur, weil die Produktion von äußerst hoher
Qualität ist. Nein, denn DRAUTRAN beeindrucken vor allem mit ihren
meisterlich gestalteten Songs. Es sind nicht gerade wenige Bands, die sich
darauf verlegt haben, hysterischen Hyperspeed-Black Metal mit epischen
und hymnenhaften Melodien zu koppeln. Allerdings gelingt es kaum einer
Band so gut wie DRAUTRAN, diese musikalische Allianz so harmonisch zu entwickeln.
Wer den Melodien-Reichtum skandinavischer
Black Metal-Bands wie Gehenna oder Viking-Pionieren á la Darkwoods
My Betrothed mochte, wer die Aggressivität des Helheim-Albums „Jormundgand“
sucht, wird hier garantiert fündig. Selbst jene, die der Meinung sind,
zu modernen Black/Viking-Veröffentlichungen gehören auch folkige,
mittelalterlich anmutende Einsprenksel, werden sich mit „Unter dem Banner
der Nordwinde“ sehr wohl fühlen.
http://www.drautran.com
Blutaar@web.de
„Unter dem Banner der Nordwinde“
JUB
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