An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

Abgehört vom 06. August 2002


OVERKILL "Wrecking Everything - Live" 9
Spitfire/cmm, 2002
 

Overkill - Wrecking Everything - Live

Nach der "Fuck You"-EP, ihrer Neuauflage mit Bonussongs und "Wrecking Your Neck" gibt es jetzt eine neue Live-Scheibe der New Jersey-Thrashband OVERKILL. 
Um ein Haar wäre es auch ihre letzte gewesen, denn Sänger Bobby "Blitz" Ellsworth packte sich bei einem Konzert in Deutschland vor nicht allzulanger Zeit so unglücklich aufs Antlitz, daß das Konzert abgebrochen wurde, Blitz in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und die ersten Gerüchte um eine Querschnittslähmung die Runde machten. Doch er hatte noch einmal Glück gehabt und kam schnell wieder auf die Beine. Wie dem auch sei, "Wrecking Everything" enthält erfreulich viel Material der Scheiben mit Bobby Gustaffson an der Gitarre. "Evil Never Dies", "Deny The Cross", "I Hate", "Shred", "The Years Of Decay", "In Union We Stand" und "Overkill" werden von der neuen Overkill-Besetzung messerscharf ins anwesende Publikum geschrotet. Fast schon müßig, zu erwähnen, daß der Sound auf der Scheibe klar und druckvoll ist. Dennoch hat man es hier nicht mit einer auf "Live" getrimmten Studioplatte zu tun, denn es gibt keine Ausblendungen zwischen den Songs, da das ganze Konzert vom 23. März diesen Jahres mitgeschnitten wurde. Außerdem hat man so einige Ungereimtheiten in den Songs beibehalten, so kommen die Backing-Vocals an manchen Stellen etwas später, als der Einsatz es verlangt. Und das Publikum ist an manchen Stellen nicht sehr laut zu hören. Ein Indiz dafür, daß es nicht lauter gemischt wurde. Mit anderen Worten eine echte Livescheibe, die eine Menge geiler, zeitloser Thrash-Evergreens enthält und zeigt, daß mit Overkill, trotz eines Durchschnittsalters von vierzig, noch einige Zeit zu rechnen sein wird. Eines meiner persönlichen Highlights diesen Jahres auf dem Tonträgermarkt.
"Evil Never Dies"/"In Union We Stand"

THOMAS

EXTOL "Undeceived" 7
Century Media/Magic Art, 2002

Extol - Undeceived

Eine interessante Mischung bieten uns die Schweden von EXTOL auf ihrer dritten Veröffentlichung "Undeceived". Vom Grundtenor her ist die Musik des Quintetts Death Metal, aber nicht so, wie er von den Schweden salonfähig gemacht wurde. Kein Dismember/Unleashed- oder In Flames/At The Gates-Abklatsch, eher ist es so, daß man sich EXTOL als eine Mischung aus dem progressiveren Death-Scheiben, alten My Dying Bride (Violinen, schleppende Parts), gewürzt mit der Abgedrehtheit von Arcturus und dem technischen Verständnis von Meshuggah vorstellen kann. Diese Beschreibung trifft den Nagel sicher auch nicht 100prozentig auf den Kopf, aber so in etwa kann man die Scheibe beschreiben. Dabei schaffen es die Schweden, abwechselnd warme und kalte Klangsphären zu erzeugen, so daß man bei "Undeceived" nie so richtig weiß, woran man eigentlich ist. Faszinierend ist diese CD aber alle Male.
"Renewal"

THOMAS

METALIUM „Live“ 4
Locomotive/Tornado/Armageddon/Monster Prod., 2001

Metalium

Ich erspare Euch an dieser Stelle das Philosophieren über den Sinn oder Unsinn von Live-Alben, weil wir uns dazu eigentlich immer wieder zur Genüge ausgelassen haben.
Bei METALIUM spricht eine Menge gegen solch eine Scheibe. Das beginnt bei der Bedeutung der Band. METALIUM? Gut, eine leidlich bekannte Power Metal-Band. Aber deshalb ein Live-Album von denen zu kaufen? Ich weiß nicht. Weiter geht es bei der Performance an sich. Gesampelt wurde hier nämlich reichlich. Man nehme nur den fetten Chor bei „Prophecy“. Den gibt es doch im Studio schon perfekt. Auch sind die Songs nicht wirklich spannend gestaltet. Eher diszipliniert runtergespielt. Die Live-Atmosphäre beschränkt sich auf „Strassbourg“-Brüller von Henning Basse und ein bißchen Fan-Gebläke. Dann ist das ganze Teil nur 33 Minuten lang und die Songauswahl auch nicht gerade zum the Fist raisen („Fight“, „Years Of Darion“ oder auch "Free Forever“). Und schließlich gibt es noch einen Studio-Track auf dem Teil, bei dem es sich um „Dust In The Wind“ der Progressive(fast Jazz)-Rocker Kansas handelt. METALIUM spielen das Stück 1 zu 1 nach. Äußerst unspektakuläre Aktion.
Sänger Henning Basse wies darauf hin, daß es sich bei dieser Scheibe um eine Zugabe zu einer DVD handelt. Somit kann man mit der Gesamtspielzeit von 33 Minuten zwar leben, an den anderen Kritikpunkten gibts aber nichts zu rütteln.
„Fight“

JUB

METALIUM „Hero-Nation - Chapter Three“ 8
Massacre/Armageddon/Connected, 2002

Metalium - Hero-Nation - Chapter Three

Nach diesem kleinen Boxenstop mit der schwachen Live-CD gibt es jetzt das dritte Kapitel des Metalian-Kriegers, „Hero-Nation“ betitelt. Und im Studio - wo man ja bekanntlich herrlich herumzaubern kann - fühlen sich METALIUM richtig zu Hause. Denn diese Scheibe ist ein satte und wirklich akurate Sache geworden. Das beginnt mit dem rasanten Opener „Revenge Of Tizona“, setzt sich fort beim sehr heavy gespielten Midtempo-Bolzen „Odin’s Spell“ und bekommt seinen Höhepunkt beim Zwilling „Accused To Be A Witch“ und „Throne In The Sky“, wo dramatische Power und Geschwindkeitsanfall eine Allianz eingehen. Drangehängt wird dann noch das Stück „Infinite Love“, in dem Henning Basse mit einer Sängerin namens Carolin Fortenbacher ein Duett wagt. Die Frau soll laut Label-Info eine „5-Oktaven-Meistersängerin“ sein und bereits einen „International Music Award“ eingeheimst haben. Kann sein, ist aber nicht wichtig, denn sie singt wirklich vortrefflich.
Als Hidden-Track gibt es die METALIUM-Version von Darius Michalczewskis Erkennungsmelodie „Heart Of The Tiger“. Vorsicht! Kein Heavy Metal, sondern eher eine Big Band-Pop-Nummer, ein bißchen im Disko-Sound der 70er.
Nimmt man die genannten Stücke, hat man ein echtes Hammer-Album, das die beiden Vorgänger aber mal locker in den Schatten stellt. Leider sind die anderen fünf Nummern dann doch „nur“ solide. Das ist insofern bedauerlich, da in METALIUM 2002 jene Band schlummert, die uns 1999 mit erscheinen des ersten Albums angekündigt worden war: nämlich die Super-Gruppe.
Diesen Eindruck unterstreicht die Band nicht zuletzt auch mit dem Aufbrechen ihres Metalian-Warrior-Konzepts, indem es diesmal durch die Welt-Literatur und -Geschichte geht (erinnert an Cryptic Carnages „Retrospect 2000“, bei denen war das Ganze aber nicht so gelungen). Zwar ist der Krieger das Bindeglied, aber offenbar doch eher nur Mittel zum Zweck.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, daß die Band an den Keyboards von Don Airey (u. a. Rainbow, Whitesnake, Black Sabbath) und Ken Hensley (!!!) (Uriah Heep) unterstützt wurde.
„Odin’s Spell“

JUB

WAYLANDER „The Light The Dark And The Endless Knot“ 3
Blackend/PHD, 2001

Waylander - The Light The Dark And The Endless Knot

WAYLANDER? Der Name klingt doch schon mal vielversprechend. Auch das Cover der CD „The Light The Dark And The Endless Knot“ ist von hoher Qualität. Sowohl von der Darstellung her als auch vom Inhalt. Die Musik hat mich dann doch fast aus den Schuhen getreten. Wie kann man solche Demos auf CD bannen und verkaufen? WAYLANDER, deren Musik unter Viking und Pagan Metal läuft, dürften in dieser Branche eine der schlechtesten Bands sein, die einen Plattenvertrag hat. Oder vielleicht sind sie ja auch nur eine der ehrlichsten. Denn ihre Songs klingen wie in einem Take aufgenommen, live quasi. Das bringt Tempo-Schwankungen mit sich, macht den Sound äußerst schmalbrüstig und beläßt Fehler in den Songs. Und irgendwie haben sich die Musiker diese Patzer gerecht aufgeteilt. Mal verheddern sich die Hände des Schlagzeugers, mal gurkt der Baß, an anderer Stelle stimmt die Klampfe nicht oder singt der Frontmann daneben. Das alles könnte man dann schließlich noch verknusen, wenn die Songs nicht absoluter Unsinn wären. Mal wird langsam gespielt, dann wieder schneller, mal wird gegrowlt, dann wieder clean gesungen. Oder eine Flöte klingt, die Gitarre hört auf, der Baß grummelt usw usf. Und so primitiv sich diese Aufzählung anhört, ist auch WAYLANDERS Musik. Eine krampfhaft zusammengestückelte Irrfahrt durch musikalische Möglichkeiten, die offenbar keiner der Musiker genutzt hat. 
„Plague Of Ages“ 

JUB

GREEN CARNATION „Light Of Day, Day Of Darkness“ 9
Prophecy Prod., 2002

Green Carnation - Light Of Day, Day Of Darkness

Mammut-Konzepte, wie auch Tchort (Akustik- und E-Gitarre) auf seiner CD „Light Of Day, Day Of Darkness“ eines verfolgt, regen immer zur Skepsis an. Denn es gehört eine gehörige Portion songwriterisches Durchhaltevermögen dazu, 60 Minuten lang so spannend und gekonnt zu komponieren, arrangieren und zu texten, daß das Interesse des Hörers zu keiner Zeit ermüdet. Zumindest sollte dies das selbst gesteckte Ziel eines jeden dieser Künstler sein. Auch Reverenzen, in Bands wie Carpathian Forest, Emperor oder Satyricon zu spielen oder gespielt zu haben, helfen nicht weiter. Auch die Mitwirkung von anderen Szene-Größen machen noch kein gutes Konzeptwerk.
Aber Tchort ist nicht einer von diesen Pseudo-Künstlern, die, nur weil sie die Möglichkeit dazu haben, Studiozeit verplempern und Tonträger mit ihren halbgaren Einfällen vollgöbeln. Das GREEN CARNATION-Projekt ist eine Top-Angelegenheit, die die aktuelle Metal-Szene im Speziellen und die Rock-Musik im Allgemeinen ungemein bereichert. Das Überwerk „Light Of Day, Day Of Darkness“ kann natürlich nicht mal so eben stilistisch eingeschränkt werden. Da gibt es Doom-Passagen, Gothic-Elemente, Soundtrack-Momente, Thrash Metal-Gitarren. Tchort hat sich einen Kinderchor, einen klassischen Chor (an dieser Stelle klingt es wie Hollenthon) und Sitar-Spieler hinzugeholt. Das alles wird so miteinander verwoben, daß eine kompakte Rock-Symphonie entstanden ist, die es über Strecken durchaus mit den großen Werken von Deep Purple („Concerto“), Uriah Heep („Salisbury“, „Spell“) aufnehmen kann.
Und Tchort lehnt sich mit seinem Werk streckenweise mächtig aus dem Fenster. So zum Beispiel nach 22 Minuten, wenn ausufernde Instrumental-Passagen beginnen, die mächtig nach Pink Floyd klingen bzw. gar den Mittelteil von Sweets „Love Is Like Oxygen“ kopieren, oder wenn er nach 34 Minuten einen Weltmusikausflug startet, dem er Ambiente und Jazz beimischt. In der 52. Minute kommt uns der Norweger gar orientalisch. Logisch, daß es auf diesem Album im Arrangement Berg- und Talfahrten gibt. Wenn auch das Tempo nicht wesentlich variiert, die erzeugten Stimmungen sind äußerst unterschiedlich.
Störend wirken bei „Light Of Day ...“ lediglich die scheinbar manchmal nach passenden Übergängen suchenden Riff- und Melodie-Wiederholungen. Diese halten sich aber in Grenzen und schmälern den Hörgenuß eigentlich überhaupt nicht.

JUB

RAUNCHY „Velvet Noise“ 4
Nuclear Blast, 2002

Raunchy - Velvet Noise

Wenn eine Band sich bei den späten Fear Factory bedient, dabei noch den Pop-Apeal von Pain besitzt und auch die ein oder andere New Metal-Gitarren-Konstruktion nicht vermeiden kann, ist das für manchen vermutlich der absolute Hammer. Denn irgendwie scheint das Ganze momentan in einigen Kreisen verdammt angesagt zu sein. Zu denen gehöre ich allerdings nicht und muß schon eine Menge Konzentration aufbringen, um der Musik von RAUNCHY jene Offenheit entgegenzubringen, die andere Bands bei mir auch genießen.
Nun, und dann kann man durchaus feststellen, daß nicht nur die Klampfen-Tätigkeit für die ein oder andere Schärfe sorgt, sondern auch die eingestreuten cleanen Gesangs-Teile mit den breiten Fast-Gothic-Melodien (zum Beispiel „Leech“) hübsch anzuhören sind. Sachen wie „My Game“ mit Hüpfeparts, dem übertriebenen Elektronik-Firlefanz und der Scheindynamik (leisem Keybordgeklingel folgt schlagartig Doublebass und Gitarrenalarm) sind da dann schon wieder ernüchternder. Viel mehr bekommt Ihr bei RAUNCHY allerdings auch nicht. Höchsten noch die Mischung aus den beiden Song-Struktur-Varianten.
Fazit (um es noch rechtzeitig zu ziehen): RAUNCHY sind eine dieser modernen  Bands, bei denen die Musiker alle wie BWL-Studenten aussehen, die ab und zu Kappen tragen und vermutlich über Manowar als schwule Fellhosenträger ablästern. Deren Musik ist - mit Verlaub - unspannend und vor allem aufgeblasen. Zeitgeist-Zeug und in drei, vier Jahren auch von Mode-Gekkos verschmäht.
„Leech“

JUB

GIANT „Don’t Leave Me In Love“ 7
Frontiers/Now&Then/XIII BIS Rec/Point, 2001

Giant - Don't Leave Me In Love

Parallel zum dritten Longplayer der Amis GIANT ist eine Mini-CD namens „Don’t Leave Me In Love“ veröffentlicht worden, die neben dem genannten neuen Titelstück vor allem mit drei Live-Versionen glänzt und eine Unplugged-Variante von „Stay“ bietet. Und wenn dieser 27 Minuten lange Silberling ein Appetitmacher für das „III“ betiltelte Album gewesen sein soll, dürfte das wohl geklappt haben mit dem Absatz.
Denn „Don’t Leave Me In Love“ ist eine blitzsaubere Halbballade, die die Melodic-Spezialisten offenbart. Das gleiche kann man von den Live-Songs sagen, bei denen es etwas heftiger zur Sache geht. Vor allem das siebenminütige „Chained“, das zwischen sanften Melodie-Schmeicheleien und lupenreinem Heavy Rock  pendelt, zieht einen in seinen Bann.  Und auch wenn sich „I’m A Believer“ und „The Big Pitch“ meinen Ohren doch eher als Durchschnitts-Rocker eröffnen, haben wir es immer noch mit solidem Zeug zu tun, das zu keiner Zeit abturnt.
„Don’t Leave Me In Love“

JUB

HALFORD „Crucible“ 2
Sanctuary/Metal Is, 2002

Halford - Crucible

Da ist sie wieder, unsere härteste Tunte im Heavy Metal-Zirkus. Mit einem Quartett von tätowierten und zopfbärtigen Hardcore-Burschen spielte er das Album „Crucible“ ein und widmete es offenbar Wowereit und Westerwelle, ziert es auf dem Frontcover doch ein eisernes Kreuz aus Nieten (erst dachte ich, es wären Pailetten).
Tja, und was soll ich Euch sagen, Rob Halfords Heimkehr in den Schoß der Metal-Gemeinde als der Die-Hard-Metaller währte nur kurz. Denn obwohl er sich auch diesmal um einen starken Hang zur alten Judas Priest-Musik bemüht, kommt er nicht umhin, schon wieder mit modernen Sounds herumzukaspern. Denn einige Passagen aus dem Titelsong, „Betrayal“, „Hearts Of Darkness“, „Trail Of Tears“ oder „Heretic“ würden auch zu unseren amerikanischen „Freunden“ der New Metal-Fraktion passen. War also nicht weit her mit seiner Entschuldigung. Der kann nicht anders. Ein echter Knaller ist eigentlich nur „Handing Out Bullets“, mit Abstrichen noch „Wrath Of God“. Mit „Sun“ macht Glatzi-Hasi dann gar noch einen auf The Cult. Das Schlimme ist nur, daß die ihn mittlerweile glatt an die Wand spielen. Und das nach dem Aufstehen.
HALFORD sollte abtreten oder wieder mit Feder-Boa in Schwulen-Kneipen singen.
„Heretic“

JUB

DREAMTIDE „Here Comes The Flood“ 7
Frontiers/Now&Then/XII BIS/Point

Dreamtide - Here Comes The Flood

Na, da haben sich die Jungs definitiv ein kleines bißchen überhoben. Denn nicht nur die Ballade „Dreamers“ versucht uns in Queen-Gefilde zu führen, sondern auch die härtere Nummer „Your Life“. Und Gitarrist Helge Engelke, einst bei Fair Warning, hat bei Brian May ganz genau hingehört. Das treibt er bei „Promised Land“ auf die Spitze. Damit sind DREAMTIDE aber noch lange nicht der Versuchung erlegen, sich wie einst Extreme in die Fußstapfen der Giganten des Heavy Rock begeben zu wollen. Denn bisher habe ich derartiges Gepose von der Band noch nicht vernommen. Und zieht man das in Betracht, sind sowohl die vollen Chöre als auch das Gegniedel auf den unteren Bünden von Helge Engelke Stilmittel, die der DREAMTIDE-Musik eigentlich gut zu Gesicht stehen.
Hinzu kommt, daß der Truppe, die aus zwei weiteren Fair Warning-Musikern, Ole Hempelmann von Thunderhead und Olaf Senkbeil von Jack’s Hammer, ein paar sehr hörbare Melodic Metal-Stücke aus den Federn geflossen sind („Sundance“  oder „Crashed“ zum Beispiel). Aber wie so oft hat die Muse sich bei DREAMTIDE nicht im Zungenkuß geübt, und so gibt es auf „Here Comes The Flood“ auch den ein oder anderen Durchhänger. 
Interessant auch, daß die Band sich zum Teil mit der Mythologie der indianischen Völker auseinandersetzt. Das ist wirklich ziemlich gut gemacht.
„Crashed“

JUB

DRAUTRAN „Unter dem Banner der Nordwinde“ 7
Eigenprod., 2000
 

Drautran - Unter dem Banner der Nordwinde

Deutschland ist nicht gerade gesegnet mit guten Black oder Viking Metal Bands. Um so verwunderlicher ist es dann, daß eine Band wie DRAUTRAN aus Kiel über einen regionalen Bekanntheitsgrad nicht wirklich hinausgekommen ist. Denn, was die Norddeutschen mit ihrer CD „Unter dem Banner der Nordwinde“ vorlegen, ist internationaler Standard. Und das nicht etwa nur, weil die Produktion von äußerst hoher Qualität ist. Nein, denn DRAUTRAN beeindrucken vor allem mit ihren meisterlich gestalteten Songs. Es sind nicht gerade wenige Bands, die sich darauf verlegt haben, hysterischen Hyperspeed-Black Metal mit epischen und hymnenhaften Melodien zu koppeln. Allerdings gelingt es kaum einer Band so gut wie DRAUTRAN, diese musikalische Allianz so harmonisch zu entwickeln. 
Wer den Melodien-Reichtum skandinavischer Black Metal-Bands wie Gehenna oder Viking-Pionieren á la Darkwoods My Betrothed mochte, wer die Aggressivität des Helheim-Albums „Jormundgand“ sucht, wird hier garantiert fündig. Selbst jene, die der Meinung sind, zu modernen Black/Viking-Veröffentlichungen gehören auch folkige, mittelalterlich anmutende Einsprenksel, werden sich mit „Unter dem Banner der Nordwinde“ sehr wohl fühlen.
http://www.drautran.com Blutaar@web.de
„Unter dem Banner der Nordwinde“

JUB
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