IMMORTAL
„Sons Of Northern Darkness“ 10
Nuclear Blast.,
2002
"Thrash Us
Or Die" möchte man angesichts eines Songs wie "One By One" ausrufen,
der auf der neuen IMMORTAL "Sons Of Northern Darkness" den Opener markiert
und die Marschrichtung vorgibt: Kein Hyperspeed-Geknüppel, keine sich
überschlagenden Rhythmus-Eskapaden (oder besser: kaum), Melodien versinken
nicht im Gerase. IMMORTAL 2002 sind eingängig wie nie zuvor.
"One By
One"
Natürlich
liebten wir es, wenn Abbath mit seinen Mannen selbst gestandenen Metalheads
bei der Erstkonsumierung seiner Stücke die Suche nach den vielgerühmten
harmonievollen Melodiebögen auferlegte, wenn er ohne Verschnaufpause
unsere heimischen Stereo-Anlagen kurz und klein ballerte und die aktuelle
Freundin von nebenan rief, wenn der Staubsauger solch einen Lärm mache,
müsse er wohl kaputt sein. Und wie schön war es, mit "Blashyrkh"
eine Weise zu vernehmen, die in ihrer "Volkstümlichkeit" unserem Verständnis
nach eigentlich weltweit jede Top 10 hätte sprengen müssen, Außenstehenden
aber immer noch wie das Festfahren eines Getriebes erschien.
"Within
The Dark Mind"
Wenn IMMORTAL
heuer auch gedrosselt agieren, ihre schon immer genialen Melodien so in
den Vordergrund stellen, daß sie sofort Gänsehaut erzeugen und
in den Arragements eine Optimalität alter Hasen erreicht haben, sind
sie doch immer noch in jeder Note Black Metal. Und in jedem Moment IMMORTAL.
Die nächsten
Wochen werden zeigen, wie Fans und Kritiker diesen Genie-Streich für
sich erschließen. Ich werden "Sons Of Northern Darkness" künftig
in einem Atemzug mit "Battles In The North" und "Pure Holocaust" nennen.
Ein Meisterwerk.
JUB
TO DIE
FOR "Epilogue" 6
Nuclear Blast,
2001
INTERREGNUM-intern
sorgte die erste TO DIE FOR, "All Eternity", schon für einige Freude,
als uns nämlich die tuntigen Finnen vom Cover antrauerten und wir
dann super-smarten Gothic-Rock vernahmen. Wie sich die Scheibe einst (1999)
verkaufte, entzieht sich meiner Kenntnis, HIM waren auf jeden Fall erfolgreicher,
ohne es besser zu machen. Und damit ist die TO DIE FOR-Zielgruppe schon
mal fest abgesteckt: Ville Valo-Jüngerinnen können, ohne mit
den Glöckchen zu wackeln, bedenklos zugreifen. Natürlich nur,
wenn sie neben dem blassen und angeschwulten Schmalhans noch andere Herren
zulassen, die sich auf das "göttliche Terrain" ihres Angebeteten wagen.
"Hollow
Heart"
TO DIE FOR
machen ihre Sache - wie ich schon andeutete - durchaus gut. Perfekte Pop-Melodien,
kein Song überrascht mit Experimenten, Gitarren sind Sound-Teppich,
Sänger Jape Perätalo klingt pathetisch aber angenehm.
Und dann der
Paukenschlag: Der Hidden Track der CD fällt dermaßen aus der
Rolle, daß man meinen möchte, der Wechsler - so man einen im
Player hat - hätte sich heimlich in Bewegung gesetzt: Die Gitarren
lärmen in eine Depeche Mode-lastige Schnulze, Dynamik wird plötzlich
ganz groß geschrieben. Und dann endet das Ganze mit einem der genialsten
Gimmicks der Metal-Geschichte. Was da passiert, sei an dieser Stelle verschwiegen.
Nur soviel: Wer die "Under The Blade" von Twisted Sister als LP hat, kann
ungefähr erahnen, was einen da erwartet.
"Hidden
Track"
JUB
EDENBRIDGE
"Arcana" 7
Massacre/Connected,
2001
Eigentlich
kann ich mit Bands wie Nightwish und ähnlichen nichts anfangen. Denn
permanent übertriebenes Operngeträller mit Hilfsmetalmusik, deren
Verkaufshauptargument das nette Aussehen und die prallen Euter der Sängerin
sind, finde ich eigentlich armselig. Deshalb war ich bei EDENBRIDGEs Zweitwerk
"Arcana" ziemlich skeptisch. Doch ihre Musik ist anders gestrickt als die
von Nightwish. Eher im Progressiv-Gefilde angesiedelt, und mit warmen Gitarrenmelodien
ausgestattet kommt "Arcana" daher. Hier zeigt sich, daß Frauen mit
ihrer natürlich hohen Stimmlage mitunter die besseren Prog-Sänger
sind, denn es paßt und klingt nicht nach Eierkneif. EDENBRIDGEs Musik
klingt voluminöser und wärmer als die von "Everybodies Darlings"
aus Finnland. Die Stimme klingt nicht ständig nach fetter Operndiva,
sondern natürlich gut. Und die Melodien sind mitunter schon der Wahnsinn.
"Supiria"
THOMAS
IZZY
STRADLIN "River" 3
Sanctuary,
2001
Bis 1991war
IZZY STRADLIN Kopftuchträger bei den Guns n' Roses und hat dort so
manch packende Weise mitkreiert. Und davon gab es auf der "Appetite For
Destruction" ja bekanntlich einige. Auf der "Use Your Illusion" hatte er
offenbar nicht mehr den Bock und danach war mit den Wichtigtuern aus der
Sleaze Metal-Szene eh nix mehr los. STRADLIN scheint allerdings ohne Drogen,
ohne einen Wohnwagen voller Groupies und mit immer frisch gewaschenen Klamotten
auch nicht die rechte Inspiration zu finden, denn die "River"-Scheibe kommt
überhaupt nicht aus den Schlüpfern. Hier rockt es ein bißchen,
da gibt IZZY den Singer/Songwriter, an der nächsten Stelle setzt er
den Stetson auf und macht auf Country-Helden oder bekommt plötzlich
einen Reggae-Flash. Nett ist das sicher, besser geht es aber immer. Manchmal
sollte man musikalische Felder jenen überlassen, die es im Blut haben.
"River"
JUB
GRABAK
"Encyclopaedia Infernalis" 6
CCP/SPV, 2001
Die Sachsen
von Grabak beehren uns mit ihrem neuesten Streich "Encyclopaedia Infernalis".
Und natürlich erwartet den Hörer auch diesmal wieder grobschrotiger
Black Metal ohne Gnade. Vom Songwriting her erinnert GRABAKs Musik stellenweise
an alte Speed/Thrash Metalbands wie Kreator oder Destruction wie bei Song
VI (Die Songs haben alle römische Ziffern als Titel), nur mit den
sägenden Riffs der Black Metal-Generation. Dazu gibt's massig hysterisches
Gekeife sowie Gesplitter an den Drums. Nicht sehr aufregend aber solide.
Die deutschen Texte sind sehr bildreich, manchmal etwas hochtrabend geschrieben
und manchmal - aber nur manchmal - etwas täppisch. Besonders auffällig
ist der Text zu Lied IX:
"Prophet,
dienst Du dem Buch?"
"Ja."
"Bist Du bereit,
der alten Macht zu entsagen, die nicht mehr existiert?"
"Ja."
"Wirst Du
den Neuen Glauben in unserem Namen verbreiten?"
"Ja."
"Weihst Du
Dein Leben dem geschriebenen Wort?"
"Ja."
"Würdest
Du für uns sterben, wenn wir es verlangten?"
"Ja."
GRABAK sind
nicht pefekt, haben aber durchaus Ihre Reize.
"VI"
THOMAS
PUISSANCE
„Total Cleansing“ 3
Regain Rec.,
2001
Na, wer erinnert
sich noch an die Weltuntergangsmusik von Octinomos? Oder das Zeug von ...And
Oceans? Beide Namen sind unmittelbar mit dem Typen Fredrick Söderlund
verbunden, und dessen Projektliste könnte man beliebig fortsetzen.
Dazu gehört auch die Industrial-Maschinerie PUISSANCE, die Söderlund
gemeinsam mit Henry Möller am Arbeiten hält. Sechs Tonträger
wurden unter diesem Firmenschild seit 1996 schon veröffentlicht und
mit "Total Cleansing" wird dem Schaffen ein weiterer Erguß hinzugefügt.
Für Heavy Metal-Fans garantiert völlig uninteressant, dürften
auch Gothic-Anhänger - trotz der Düsternis der Musik - wenig
Zugang zu dem Material finden. Selbst EBMer laufen Gefahr, der Langeweile
zu erliegen. Erstaunlich, was man so alles auf Tonträger verewigen
kann, wenn man in der Szene einen Namen und damit eine Menge Verbindungen
hat. Die Songs auf "Total Cleansing" wirken nämlich bestenfalls wie
die "Best Of" einer Reihe von Intros aus der Metal-Szene. Man kennt das
ja - bißchen Keyboard-Bombast, recht dramatisch aufgemacht, jemand
redet was, sich wiederholende elektronische Sequenzen steuern auf einen
donnernden Gegensatz zu. - Nur bleibt dieser Gegensatz auf dieser CD aus.
Gerechterweise sei gesagt, daß es auf der Scheibe natürlich
auch Songs gibt, die wie eben solche wirken, in denen gar gesungen wird.
Das ändert aber nichts an der Atmosphäre des Teils an sich.
"Speak
My Voice"
JUB
SACRED
STEEL "Slaughter Prophecy" 10
Massacre/Connected,
2001
Es gibt Platten,
bei deren Veröffentlichung man denkt "oh Scheiße, die schon
wieder!". Dann gibt es Platten, die lassen einen bei ihrer Veröffentlichung
kalt. Bei manchen Scheiben freut man sich darüber, daß die betreffende
Band mal wieder was von sich hören läßt. Und dann wiederum
gibt es Platten, die sehnt man sich herbei, zählt die Tage bis es
wieder soweit ist, hält man sie dann in den Händen, ist die Vorfreude
groß. Man wählt den kürzesten Weg nach Hause zum CD-Player
und legt das Objekt der Begierde mit zittrigen Händen in den Schacht,
wohl wissend, daß die betreffende Band keine Scheiße baut und
die Erwartungen immer erfüllt hat. Wenn dann die ersten Töne
erklingen, hält man den Atem an, vermeidet jedes Geräusch und
saugt jede Note in sich auf. Es sind nicht viele Bands, bei denen es mir
so geht, aber SACRED STEEL gehören definitiv dazu. Dabei machen es
die Schwaben dem Hörer nicht einfach. Denn die Band weiß einen
Sänger in ihren Reihen, der einzigartig, unverkennbar und markant
klingt, und an dessen Stimme sich dennoch die Geister scheiden. Dazu kommt
die relativ lange Eingewöhnungsphase, welche man bei jeder SACRED
STEEL-Platte benötigt, bevor sich der magische Charme der Band entfaltet.
Auf "Slaughter Prophecy" dürften selbst hartgesottene Fans der Band
aber noch eine Überraschung erleben. Nachdem das Intro verhallt ist,
bricht das Titelstück über den noch ahnungslosen Hörer hinein,
und dann wartet man auf den sirenenartigen Gesang von Gerrit P. Mutz und
... UUUHHHRRRGGGHHH Death Metal Stimme! Olala, Meister Mutz, von der Tarantel
gestochen?
"Slaughter
Prophecy"
Das klingt
zwar gewöhnungsbedürftig, paßt aber durchaus zum Sound
der Band. Und macht vor allem eines deutlich: SACRED STEEL sind nicht einfach
nur "True" Metal. Und sie bedienen nicht nur die Fans dieser Sparte, nein,
bei solchen Hymnen wie "Sacred Bloody Steel", "Faces Of The Antichrist"
oder "Lay Me To My Grave" liegen sie sich alle in den Armen, Death, Thrash,
Black, und traditionalistische Metal-Fans gleichermaßen. Ähnlich
wie bei Manowar, Goddess Of Desire oder Wizard werden Metal-Klischees mit
Liebe zum Detail und Herzblut ausgelebt, ohne plump oder aufgesetzt zu
wirken. Denn mal ehrlich, welcher echte Metalfan wird bei solchen Textzeilen
wie "Show the world that you are metal/Raise the metalfist" (Aus "Raise
The Metalfist") im Herzen unberührt bleiben und still auf seinem Hocker
kleben? Genau, keine Sau. Worauf wartest Du also noch? Geh und besorg Dir
"Slaughter Prophecy". Es wird Dein Schade nicht sein. Metallerehrenwort.
"Sacred
Bloody Steel"
THOMAS
CALLENISH
CIRCLE "Graceful ... Yet Forbidding" 8
Edgerunner/Trendkiller,
2001
Wird der Begriff
Schweden Death strapaziert, fallen bei den meisten heutzutage mittlerweile
schon die Scharniere, bevor die CD im Player rotiert. Viel zu viele Bands
haben sich an dieses Etikett gehaftet und versuchen, auf Teufel-komm-raus
wenigsten noch ein paar Krümel von dem SD-Kuchen aufzustippen, ob
sie nun ein Gefühl für diese Musik haben oder nicht. Der Götter
sei Dank, gibt es immer noch die rühmlichen Ausnahmen. In diesem Fall
handelt es sich um die Holländer CALLENISH CIRCLE.
"Opressed
Natives ..."
An dieser
Stelle all die schwedischen Originale als Referenzen hervorzukramen wäre
müßig. Vielmehr ist es wichtig zu wissen, daß CALLENISH
CIRCLE ihre Musik mit gekonnten blackmetallischen Sprenkseln aufpeppen,
sehr abwechslungsreich agieren, die Geschwindigkeit nicht mit einem Tempomat
einfrieren und neben dem Death Metal-typischen Gegrowle von Patrick Savelkoul
noch Henri Sattler black-like kreischen und Nienke de Jong gotisch tirilieren
lassen. Sehr geil das Ganze ...
Interessanterweise
kommt diese CD mit der 98er Mini "Escape" als Bonus. Mitzubekommen,
wie sehr sich die Band doch qualitativ verbessert hat, ist aufregend.
JUB
CALLENISH
CIRCLE „Flesh_Power_Dominion" 9
Metal Blade,
2002
... und dann
kommt es zum Wechsel des Labels, die nächste CD wird produziert und
man preist sie als die logische Weiterentwicklung einer kreativen Band.
Dieses Schicksal erfuhren auch CALLENISH CIRCLE und schieben mit dem Einstieg
bei Metal Blade gleich Album Nummer drei, "Flesh_Power_Dominion", nach.
Und entwickelt hat sich die Band durchaus. Sie ist heftiger geworden, zelebriert
einen stimmigen Mix aus Death und Thrash Metal, der sich ganz auf hämmernde
Riffs konzentriert. Klingt zum Teil etwas nach Soilwork (siehe
Abgehört vom 9. Oktober), kommt aber völlig ohne Neu Metall-Geprotze
aus.
"Witness
Your Own Oblivion"
Ha, und wer
dachte, die Spannungsbögen seien dem Auf-die-Fresse-Rock'n'Roll gewichen,
irrt. CALLENISH CIRCLE machen nicht den Fehler, Bewährtes wegzulassen.
Allein "Bleeding" - ein faszinierendes Stück übrigens - beweist
das.
Mit "Pull
The Plug" von Death (als hätten sie den Tod von Schuldiner vorausgeahnt)
und "When The Lady Smiles" von Golden Earring bekommt diese CD ein nahezu
erhabenes Finale.
"Bleeding"
JUB
SILVER
"Silver" 4
Point Music/Barfly/AOR
Heaven, 2001
Michi Voss
is back. Der Sänger, der in unserer Sendung schon durch nicht gerade
Überkracherscheiben wie Demon Drives "Rock'n'Roll Star" und die unsägliche
German Rock Stars-Single auf sich aufmerksam machte, präsentiert uns
nun SILVER. Erstaunlicherweise ist diese CD für Vossis Verhältnisse
gar nicht so übel. Leichtfüßiger Rock'n'Roll/Hardrock,
hat er bei Demon Drive schon schlimmer fabriziert. Dennoch überflüssig
wie unsere neuen kunterbunten Euro-Kaspertaler.
"Brother
Kill Brother"
THOMAS
CRUACHAN
"Folk-Lore" 10
Hammerheart,
2002
"The Rocky
Road To Dublin"
Auch wenn
meine hochgeschraubten Erwartungen beim Erscheinen der zweiten CRUACHAN
"The Middle Kingdom" 1999 in Stücke gehauen wurden, war ich doch weit
davon entfernt, die Band abzuhaken. Da schwirrte mir das geniale Debüt
"Tuatha Na Gael" (1995) noch viel zu sehr im Kopf herum: Eine Band, die
solch eine Scheibe vorgelegt hatte, konnte nicht mal eben so vor die Hunde
gehen. Erst recht nicht, wenn Kopf und Vordenker Keith Fay immer noch dabei
war und ist. Und ich habe gut daran getan. Während der Zweitling zwischen
folkigem Metal und banalem Stampf-Rock pendelte, wird auf "Folk-Lore" nicht
etwa - wie es der Name suggerieren mag - neofolkig fürs Lagerfeuer
musiziert. Vielmehr haben CRUACHAN endlich die Mischung gefunden, die ihre
Songs durchweg rund macht. Heftige Metal-Passagen stehen gleichberechtigt
neben Irish Folk und wenn beides verschmilzt, möchte man meinen, die
Rotschöpfe auf der grünen Insel hätten schon vor 1000 Jahren
in ihren Katen mit Drum-Kit und E-Gitarre gelärmt.
"Exiles"
An den weiblichen
Gesang, hier Karen Gilligan, habe ich mich mittlerweile gewöhnt, obwohl
ich diese Tatsache immer noch als kleines Manko sehe, denn jede Gesangspassage
der Patriarchen in der Band (und von Folk-Sänger Shane Mac Gowan bei
"Spancill Hill" und "Ride On") ist um einiges besser und wirkt authentischer.
Wer in das Album reinhört, muß nahezu jeden Song anspielen,
weil jedes Stück eine ganz eigene Stimmung transportiert. Da passiert
reiner Folk, gibt es einen instrumentalen Reel, wird das wunderbare "Ride
On" von Jimmy McCarthy gecovert, kommt die Band balladesk daher ...
Auch textlich
gibt es einiges zu entdecken. Logisch, daß CRUACHAN sich als irische
Patrioten präsentieren. Man erinnere sich: Zu Debüt-Zeiten mußte
man als Band-Mitglied bei CRUACHAN des Keltischen mächtig sein, sonst
blieb man gleich außen vor. Und so verwundert es nicht, daß
die Band sich des blutigen Sonntags vom 30. Januar 1972 annahm, als irische
Katholiken auf der Straße zusammengeschossen wurden. U2 haben das
Thema schon einmal recht emotional in "Sunday Bloody Sunday" verarbeitet.
Bei CRUACHAN ist es mit "Bloody Sunday" noch um einiges geiler.
"Bloody
Sunday"
JUB
CONSORTIUM
PROJECT II "Continuum In Extremis" 5
Locomotive,
2001
Aha, mal wieder
eine Art "All Star Projekt" mit lauter Halbstars der Melodic Metal-Szene,
die schon lange gute Kumpels sind und schon immer mal Bock hatten, etwas
zusammen zu machen. Natürlich nicht des Geldes wegen. So sind es dieses
Mal Ian Parry (Stimme/Elegy), Dirk Bruinenberg (Drums/Elegy), Günter
Wrnö (Keyboard/Vanden Plas), Patrik Rondat (Gitarre/Elegy/Jean Michel
Jarre/div. Solosachen) und Thomas Youngblood (Gitarre/Kamelot), die sich
auf "Continuum In Extremis" bei AOR und Prog/Melodic Metal austoben, was
sie in ihren Hauptbands wahrscheinlich nicht könnten (Elegy, Kamelot
und Vanden Plas sind ja bekannt für ihren ruppigen Grindcore Marke
alte Napalm Death, b.z.w. Jean Michel Jarre für seinen old school
Black Metal). Konzeptionell hat man sich solcher Themen wie zum Beispiel
der globalen Erderwärmung, dem Klonen von Menschen und der durch Medien
verbreiteten Massenhysterie angenommen. Interressante Themen, fürwahr.
Doch die Musik ist mir etwas zu ausufernd und zusammenhangslos, um Wohlgefallen
herbeizuzaubern. Zwar wird auf den Instrumenten nicht allzuviel gewichst,
aber dennoch habe ich irgendwie das Gefühl, daß sich die Herren
beim Komponieren ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Denn
so mancher Song fängt vielversprechend an und verliert sich zusehens
in einem Wust aus Noten. Sprich, der rote Faden geht verloren. Für
Musiker aber sicherlich nicht uninterressant.
"Intrusions
Of Madness"
THOMAS
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