An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 08. Januar 2002


IMMORTAL „Sons Of Northern Darkness“ 10
Nuclear Blast., 2002 

Immortal - Sons Of Northern Darkness

"Thrash Us Or Die" möchte man angesichts eines Songs wie "One By One" ausrufen, der auf der neuen IMMORTAL "Sons Of Northern Darkness" den Opener markiert und die Marschrichtung vorgibt: Kein Hyperspeed-Geknüppel, keine sich überschlagenden Rhythmus-Eskapaden (oder besser: kaum), Melodien versinken nicht im Gerase. IMMORTAL 2002 sind eingängig wie nie zuvor.
"One By One"
Natürlich liebten wir es, wenn Abbath mit seinen Mannen selbst gestandenen Metalheads bei der Erstkonsumierung seiner Stücke die Suche nach den vielgerühmten harmonievollen Melodiebögen auferlegte, wenn er ohne Verschnaufpause unsere heimischen Stereo-Anlagen kurz und klein ballerte und die aktuelle Freundin von nebenan rief, wenn der Staubsauger solch einen Lärm mache, müsse er wohl kaputt sein. Und wie schön war es, mit "Blashyrkh" eine Weise zu vernehmen, die in ihrer "Volkstümlichkeit" unserem Verständnis nach eigentlich weltweit jede Top 10 hätte sprengen müssen, Außenstehenden aber immer noch wie das Festfahren eines Getriebes erschien.
"Within The Dark Mind"
Wenn IMMORTAL heuer auch gedrosselt agieren, ihre schon immer genialen Melodien so in den Vordergrund stellen, daß sie sofort Gänsehaut erzeugen und in den Arragements eine Optimalität alter Hasen erreicht haben, sind sie doch immer noch in jeder Note Black Metal. Und in jedem Moment IMMORTAL.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie Fans und Kritiker diesen Genie-Streich für sich erschließen. Ich werden "Sons Of Northern Darkness" künftig in einem Atemzug mit "Battles In The North" und "Pure Holocaust" nennen. Ein Meisterwerk.

JUB

TO DIE FOR "Epilogue" 6
Nuclear Blast, 2001

To Die For - Epilogue

INTERREGNUM-intern sorgte die erste TO DIE FOR, "All Eternity", schon für einige Freude, als uns nämlich die tuntigen Finnen vom Cover antrauerten und wir dann super-smarten Gothic-Rock vernahmen. Wie sich die Scheibe einst (1999) verkaufte, entzieht sich meiner Kenntnis, HIM waren auf jeden Fall erfolgreicher, ohne es besser zu machen. Und damit ist die TO DIE FOR-Zielgruppe schon mal fest abgesteckt: Ville Valo-Jüngerinnen können, ohne mit den Glöckchen zu wackeln, bedenklos zugreifen. Natürlich nur, wenn sie neben dem blassen und angeschwulten Schmalhans noch andere Herren zulassen, die sich auf das "göttliche Terrain" ihres Angebeteten wagen.
"Hollow Heart"
TO DIE FOR machen ihre Sache - wie ich schon andeutete - durchaus gut. Perfekte Pop-Melodien, kein Song überrascht mit Experimenten, Gitarren sind Sound-Teppich, Sänger Jape Perätalo klingt pathetisch aber angenehm.
Und dann der Paukenschlag: Der Hidden Track der CD fällt dermaßen aus der Rolle, daß man meinen möchte, der Wechsler - so man einen im Player hat - hätte sich heimlich in Bewegung gesetzt: Die Gitarren lärmen in eine Depeche Mode-lastige Schnulze, Dynamik wird plötzlich ganz groß geschrieben. Und dann endet das Ganze mit einem der genialsten Gimmicks der Metal-Geschichte. Was da passiert, sei an dieser Stelle verschwiegen. Nur soviel: Wer die "Under The Blade" von Twisted Sister als LP hat, kann ungefähr erahnen, was einen da erwartet.
"Hidden Track"

JUB

EDENBRIDGE "Arcana" 7
Massacre/Connected, 2001

Edenbridge - Arcana

Eigentlich kann ich mit Bands wie Nightwish und ähnlichen nichts anfangen. Denn permanent übertriebenes Operngeträller mit Hilfsmetalmusik, deren Verkaufshauptargument das nette Aussehen und die prallen Euter der Sängerin sind, finde ich eigentlich armselig. Deshalb war ich bei EDENBRIDGEs Zweitwerk "Arcana" ziemlich skeptisch. Doch ihre Musik ist anders gestrickt als die von Nightwish. Eher im Progressiv-Gefilde angesiedelt, und mit warmen Gitarrenmelodien ausgestattet kommt "Arcana" daher. Hier zeigt sich, daß Frauen mit ihrer natürlich hohen Stimmlage mitunter die besseren Prog-Sänger sind, denn es paßt und klingt nicht nach Eierkneif. EDENBRIDGEs Musik klingt voluminöser und wärmer als die von "Everybodies Darlings" aus Finnland. Die Stimme klingt nicht ständig nach fetter Operndiva, sondern natürlich gut. Und die Melodien sind mitunter schon der Wahnsinn.
"Supiria"

THOMAS

IZZY STRADLIN "River" 3
Sanctuary, 2001

Izzy Stradlin - River

Bis 1991war IZZY STRADLIN Kopftuchträger bei den Guns n' Roses und hat dort so manch packende Weise mitkreiert. Und davon gab es auf der "Appetite For Destruction" ja bekanntlich einige. Auf der "Use Your Illusion" hatte er offenbar nicht mehr den Bock und danach war mit den Wichtigtuern aus der Sleaze Metal-Szene eh nix mehr los. STRADLIN scheint allerdings ohne Drogen, ohne einen Wohnwagen voller Groupies und mit immer frisch gewaschenen Klamotten auch nicht die rechte Inspiration zu finden, denn die "River"-Scheibe kommt überhaupt nicht aus den Schlüpfern. Hier rockt es ein bißchen, da gibt IZZY den Singer/Songwriter, an der nächsten Stelle setzt er den Stetson auf und macht auf Country-Helden oder bekommt plötzlich einen Reggae-Flash. Nett ist das sicher, besser geht es aber immer. Manchmal sollte man musikalische Felder jenen überlassen, die es im Blut haben.
"River"

JUB

GRABAK "Encyclopaedia Infernalis"  6
CCP/SPV, 2001

Grabak - Encyclopaedia Infernalis

Die Sachsen von Grabak beehren uns mit ihrem neuesten Streich "Encyclopaedia Infernalis". Und natürlich erwartet den Hörer auch diesmal wieder grobschrotiger Black Metal ohne Gnade. Vom Songwriting her erinnert GRABAKs Musik stellenweise an alte Speed/Thrash Metalbands wie Kreator oder Destruction wie bei Song VI (Die Songs haben alle römische Ziffern als Titel), nur mit den sägenden Riffs der Black Metal-Generation. Dazu gibt's massig hysterisches Gekeife sowie Gesplitter an den Drums. Nicht sehr aufregend aber solide. Die deutschen Texte sind sehr bildreich, manchmal etwas hochtrabend geschrieben und manchmal - aber nur manchmal - etwas täppisch. Besonders auffällig ist der Text zu Lied IX:
"Prophet, dienst Du dem Buch?"
                   "Ja."
"Bist Du bereit, der alten Macht zu entsagen, die nicht mehr existiert?"
                   "Ja."
"Wirst Du den Neuen Glauben in unserem Namen verbreiten?"
                    "Ja."
"Weihst Du Dein Leben dem geschriebenen Wort?"
                     "Ja."
"Würdest Du für uns sterben, wenn wir es verlangten?"
                     "Ja."

GRABAK sind nicht pefekt, haben aber durchaus Ihre Reize.
"VI"

THOMAS

PUISSANCE „Total Cleansing“ 3
Regain Rec., 2001

Puissance - Total Cleansing

Na, wer erinnert sich noch an die Weltuntergangsmusik von Octinomos? Oder das Zeug von ...And Oceans? Beide Namen sind unmittelbar mit dem Typen Fredrick Söderlund verbunden, und dessen Projektliste könnte man beliebig fortsetzen. Dazu gehört auch die Industrial-Maschinerie PUISSANCE, die Söderlund gemeinsam mit Henry Möller am Arbeiten hält. Sechs Tonträger wurden unter diesem Firmenschild seit 1996 schon veröffentlicht und mit "Total Cleansing" wird dem Schaffen ein weiterer Erguß hinzugefügt. Für Heavy Metal-Fans garantiert völlig uninteressant, dürften auch Gothic-Anhänger - trotz der Düsternis der Musik - wenig Zugang zu dem Material finden. Selbst EBMer laufen Gefahr, der Langeweile zu erliegen. Erstaunlich, was man so alles auf Tonträger verewigen kann, wenn man in der Szene einen Namen und damit eine Menge Verbindungen hat. Die Songs auf "Total Cleansing" wirken nämlich bestenfalls wie die "Best Of" einer Reihe von Intros aus der Metal-Szene. Man kennt das ja - bißchen Keyboard-Bombast, recht dramatisch aufgemacht, jemand redet was, sich wiederholende elektronische Sequenzen steuern auf einen donnernden Gegensatz zu. - Nur bleibt dieser Gegensatz auf dieser CD aus. Gerechterweise sei gesagt, daß es auf der Scheibe natürlich auch Songs gibt, die wie eben solche wirken, in denen gar gesungen wird. Das ändert aber nichts an der Atmosphäre des Teils an sich.
"Speak My Voice"

JUB

SACRED STEEL "Slaughter Prophecy" 10
Massacre/Connected, 2001

Sacred Steel - Slaughter Prophecy

Es gibt Platten, bei deren Veröffentlichung man denkt "oh Scheiße, die schon wieder!". Dann gibt es Platten, die lassen einen bei ihrer Veröffentlichung kalt. Bei manchen Scheiben freut man sich darüber, daß die betreffende Band mal wieder was von sich hören läßt. Und dann wiederum gibt es Platten, die sehnt man sich herbei, zählt die Tage bis es wieder soweit ist, hält man sie dann in den Händen, ist die Vorfreude groß. Man wählt den kürzesten Weg nach Hause zum CD-Player und legt das Objekt der Begierde mit zittrigen Händen in den Schacht, wohl wissend, daß die betreffende Band keine Scheiße baut und die Erwartungen immer erfüllt hat. Wenn dann die ersten Töne erklingen, hält man den Atem an, vermeidet jedes Geräusch und saugt jede Note in sich auf. Es sind nicht viele Bands, bei denen es mir so geht, aber SACRED STEEL gehören definitiv dazu. Dabei machen es die Schwaben dem Hörer nicht einfach. Denn die Band weiß einen Sänger in ihren Reihen, der einzigartig, unverkennbar und markant klingt, und an dessen Stimme sich dennoch die Geister scheiden. Dazu kommt die relativ lange Eingewöhnungsphase, welche man bei jeder SACRED STEEL-Platte benötigt, bevor sich der magische Charme der Band entfaltet. Auf "Slaughter Prophecy" dürften selbst hartgesottene Fans der Band aber noch eine Überraschung erleben. Nachdem das Intro verhallt ist, bricht das Titelstück über den noch ahnungslosen Hörer hinein, und dann wartet man auf den sirenenartigen Gesang von Gerrit P. Mutz und ... UUUHHHRRRGGGHHH Death Metal Stimme! Olala, Meister Mutz, von der Tarantel gestochen? 
"Slaughter Prophecy"
Das klingt zwar gewöhnungsbedürftig, paßt aber durchaus zum Sound der Band. Und macht vor allem eines deutlich: SACRED STEEL sind nicht einfach nur "True" Metal. Und sie bedienen nicht nur die Fans dieser Sparte, nein, bei solchen Hymnen wie "Sacred Bloody Steel", "Faces Of The Antichrist" oder "Lay Me To My Grave" liegen sie sich alle in den Armen, Death, Thrash, Black, und traditionalistische Metal-Fans gleichermaßen. Ähnlich wie bei Manowar, Goddess Of Desire oder Wizard werden Metal-Klischees mit Liebe zum Detail und Herzblut ausgelebt, ohne plump oder aufgesetzt zu wirken. Denn mal ehrlich, welcher echte Metalfan wird bei solchen Textzeilen wie "Show the world that you are metal/Raise the metalfist" (Aus "Raise The Metalfist") im Herzen unberührt bleiben und still auf seinem Hocker kleben? Genau, keine Sau. Worauf wartest Du also noch? Geh und besorg Dir "Slaughter Prophecy". Es wird Dein Schade nicht sein. Metallerehrenwort.
"Sacred Bloody Steel"

THOMAS

CALLENISH CIRCLE "Graceful ... Yet Forbidding" 8
Edgerunner/Trendkiller, 2001

Callenish Circle - Graceful ... Yet Forbidding

Wird der Begriff Schweden Death strapaziert, fallen bei den meisten heutzutage mittlerweile schon die Scharniere, bevor die CD im Player rotiert. Viel zu viele Bands haben sich an dieses Etikett gehaftet und versuchen, auf Teufel-komm-raus wenigsten noch ein paar Krümel von dem SD-Kuchen aufzustippen, ob sie nun ein Gefühl für diese Musik haben oder nicht. Der Götter sei Dank, gibt es immer noch die rühmlichen Ausnahmen. In diesem Fall handelt es sich um die Holländer CALLENISH CIRCLE.
"Opressed Natives ..."
An dieser Stelle all die schwedischen Originale als Referenzen hervorzukramen wäre müßig. Vielmehr ist es wichtig zu wissen, daß CALLENISH CIRCLE ihre Musik mit gekonnten blackmetallischen Sprenkseln aufpeppen, sehr abwechslungsreich agieren, die Geschwindigkeit nicht mit einem Tempomat einfrieren und neben dem Death Metal-typischen Gegrowle von Patrick Savelkoul noch Henri Sattler black-like kreischen und Nienke de Jong gotisch tirilieren lassen. Sehr geil das Ganze ...
Interessanterweise kommt diese CD  mit der 98er Mini "Escape" als Bonus. Mitzubekommen, wie sehr sich die Band doch qualitativ verbessert hat, ist aufregend.

JUB

CALLENISH CIRCLE „Flesh_Power_Dominion" 9
Metal Blade, 2002

Callenish Circle - Flesh_Power_Dominion

... und dann kommt es zum Wechsel des Labels, die nächste CD wird produziert und man preist sie als die logische Weiterentwicklung einer kreativen Band. Dieses Schicksal erfuhren auch CALLENISH CIRCLE und schieben mit dem Einstieg bei Metal Blade gleich Album Nummer drei, "Flesh_Power_Dominion", nach. Und entwickelt hat sich die Band durchaus. Sie ist heftiger geworden, zelebriert einen stimmigen Mix aus Death und Thrash Metal, der sich ganz auf hämmernde Riffs konzentriert. Klingt zum Teil etwas nach Soilwork (siehe Abgehört vom 9. Oktober), kommt aber völlig ohne Neu Metall-Geprotze aus.
"Witness Your Own Oblivion"
Ha, und wer dachte, die Spannungsbögen seien dem Auf-die-Fresse-Rock'n'Roll gewichen, irrt. CALLENISH CIRCLE machen nicht den Fehler, Bewährtes wegzulassen. Allein "Bleeding" - ein faszinierendes Stück übrigens - beweist das.
Mit "Pull The Plug" von Death (als hätten sie den Tod von Schuldiner vorausgeahnt) und "When The Lady Smiles" von Golden Earring bekommt diese CD ein nahezu erhabenes Finale.
"Bleeding"

JUB

SILVER "Silver" 4
Point Music/Barfly/AOR Heaven, 2001

Silver - Silver

Michi Voss is back. Der Sänger, der in unserer Sendung schon durch nicht gerade Überkracherscheiben wie Demon Drives "Rock'n'Roll Star" und die unsägliche German Rock Stars-Single auf sich aufmerksam machte, präsentiert uns nun SILVER. Erstaunlicherweise ist diese CD für Vossis Verhältnisse gar nicht so übel. Leichtfüßiger Rock'n'Roll/Hardrock, hat er bei Demon Drive schon schlimmer fabriziert. Dennoch überflüssig wie unsere neuen kunterbunten Euro-Kaspertaler.
"Brother Kill Brother"

THOMAS 

CRUACHAN "Folk-Lore" 10
Hammerheart, 2002

Cruachan - Folk-Lore

"The Rocky Road To Dublin"
Auch wenn meine hochgeschraubten Erwartungen beim Erscheinen der zweiten CRUACHAN "The Middle Kingdom" 1999 in Stücke gehauen wurden, war ich doch weit davon entfernt, die Band abzuhaken. Da schwirrte mir das geniale Debüt "Tuatha Na Gael" (1995) noch viel zu sehr im Kopf herum: Eine Band, die solch eine Scheibe vorgelegt hatte, konnte nicht mal eben so vor die Hunde gehen. Erst recht nicht, wenn Kopf und Vordenker Keith Fay immer noch dabei war und ist. Und ich habe gut daran getan. Während der Zweitling zwischen folkigem Metal und banalem Stampf-Rock pendelte, wird auf "Folk-Lore" nicht etwa - wie es der Name suggerieren mag - neofolkig fürs Lagerfeuer musiziert. Vielmehr haben CRUACHAN endlich die Mischung gefunden, die ihre Songs durchweg rund macht. Heftige Metal-Passagen stehen gleichberechtigt neben Irish Folk und wenn beides verschmilzt, möchte man meinen, die Rotschöpfe auf der grünen Insel hätten schon vor 1000 Jahren in ihren Katen mit Drum-Kit und E-Gitarre gelärmt.
"Exiles"
An den weiblichen Gesang, hier Karen Gilligan, habe ich mich mittlerweile gewöhnt, obwohl ich diese Tatsache immer noch als kleines Manko sehe, denn jede Gesangspassage der Patriarchen in der Band (und von Folk-Sänger Shane Mac Gowan bei "Spancill Hill" und "Ride On") ist um einiges besser und wirkt authentischer. Wer in das Album reinhört, muß nahezu jeden Song anspielen, weil jedes Stück eine ganz eigene Stimmung transportiert. Da passiert reiner Folk, gibt es einen instrumentalen Reel, wird das wunderbare "Ride On" von Jimmy McCarthy gecovert, kommt die Band balladesk daher ...
Auch textlich gibt es einiges zu entdecken. Logisch, daß CRUACHAN sich als irische Patrioten präsentieren. Man erinnere sich: Zu Debüt-Zeiten mußte man als Band-Mitglied bei CRUACHAN des Keltischen mächtig sein, sonst blieb man gleich außen vor. Und so verwundert es nicht, daß die Band sich des blutigen Sonntags vom 30. Januar 1972 annahm, als irische Katholiken auf der Straße zusammengeschossen wurden. U2 haben das Thema schon einmal recht emotional in "Sunday Bloody Sunday" verarbeitet. Bei CRUACHAN ist es mit "Bloody Sunday" noch um einiges geiler.
"Bloody Sunday"

JUB

CONSORTIUM PROJECT II "Continuum In Extremis" 5
Locomotive, 2001

Consortium Project II - Continuum In Extremis

Aha, mal wieder eine Art "All Star Projekt" mit lauter Halbstars der Melodic Metal-Szene, die schon lange gute Kumpels sind und schon immer mal Bock hatten, etwas zusammen zu machen. Natürlich nicht des Geldes wegen. So sind es dieses Mal Ian Parry (Stimme/Elegy), Dirk Bruinenberg (Drums/Elegy), Günter Wrnö (Keyboard/Vanden Plas), Patrik Rondat (Gitarre/Elegy/Jean Michel Jarre/div. Solosachen) und Thomas Youngblood (Gitarre/Kamelot), die sich auf "Continuum In Extremis" bei AOR und Prog/Melodic Metal austoben, was sie in ihren Hauptbands wahrscheinlich nicht könnten (Elegy, Kamelot und Vanden Plas sind ja bekannt für ihren ruppigen Grindcore Marke alte Napalm Death, b.z.w. Jean Michel Jarre für seinen old school Black Metal). Konzeptionell hat man sich solcher Themen wie zum Beispiel der globalen Erderwärmung, dem Klonen von Menschen und der durch Medien verbreiteten Massenhysterie angenommen. Interressante Themen, fürwahr. Doch die Musik ist mir etwas zu ausufernd und zusammenhangslos, um Wohlgefallen herbeizuzaubern. Zwar wird auf den Instrumenten nicht allzuviel gewichst, aber dennoch habe ich irgendwie das Gefühl, daß sich die Herren beim Komponieren ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Denn so mancher Song fängt vielversprechend an und verliert sich zusehens in einem Wust aus Noten. Sprich, der rote Faden geht verloren. Für Musiker aber sicherlich nicht uninterressant.
"Intrusions Of Madness"

THOMAS
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