Abgehört vom 08.
Februar 2005
LAID IN
ASHES
"Freakshow 666" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.laid-in-ashes.com |
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On Air: "Teutonic
Death"
"Black
Gallows"
"Swallowed
(By The Sea Of Grief)" |
Verdammte
Axt, was ist das für eine Mörder-CD. Laßt Euch bloß
nicht von dem Begriff "Eigenproduktion" abschrecken, denn "Freakshow 666"
ist nicht nur vom Sound her absolut tadellos, sondern auch die Qualität
der Songs liegt bei weitem über dem Schaffen von 80 Prozent aller
Death- und Thrash-Metal-Bands, die mit einem Plattenvertrag hausieren gehen
können. Wieso LAID IN ASHES nicht längst bei einer der namhaften
Firmen ihre vortreffliche Musik in den Silberling brennen lassen können,
ist mir unverständlich. Denn diese Jungs haben nicht nur starke Melodic-Death-Metal-Nummern
am Start, sondern würzen das ganze so geschickt mit Thrash-Prisen,
daß dabei schon wieder ein eigene Musizierauffassung herauskommt.
Nach einer LAID-IN-ASHES-Identität müssen diese Deutschen nicht
mehr suchen.
Nehmen wir
doch nur mal "Teutonic Death". Dabei wird die Geschichte eines teutonischen
Sklaven erzählt, der im Römischen Reich als Gladiator durch die
Arenen tobt und quasi alles platt macht, was sich ihm entgegenstellt. Mit
einer wundervollen Leadgitarren-Melodie ausgestattet, bekommt das Stück
nicht nur Dramatik, sondern drückt uns auch irgendwie Bilder ins Hirn,
die die erzählte Geschichte greifbar werden lassen. Oder "Fairytale",
ein Song der überdreht lospoltert, dann aber zwischendurch mit singenden
Gitarrenweisen aufgebrochen wird. Das gleiche Prinzip funktioniert auch
bei "Black Gallows", nur das das Stück an sich mehr ein Groover ist.
Sänger
Fabian growlt in den tiefsten Untertönen und wagt nur hin und wieder
einen bissigen Kreischer, Gitarrensoli werden effektiv eingesetzt und die
Drums von Markus sind von immenser Kraft und Lebendigkeit.
Einzig den
Songs "Gharbiyah" und "Hordes Of Twilight (Laid In Ashes, Pt. II)" fehlt
ein bißchen der Pfiff des restlichen Materials. Von mißlungenen
Stücken sind sie aber weit entfernt. 9
von 10
JUB
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HATESPHERE
"The Killing EP" |
Erschienen: 2004
Label: Steamhammer/SPV
Homepage: www.hatesphere.com |
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On Air: "You’re
The Enemy" |
Dänemark
konnte musikqualitätstechnisch nie so recht mit Norwegen, Schweden
und Finnland mithalten. Bei den dänischen Bands hielt sich Top und
Flop immer die Waage. Ganz und gar nicht Flop ist das Quintett HATESPHERE.
Die Thrasher haben (pünktlich zur Kreator-Tour) eine vier Songs beinhaltende
EP veröffentlicht, auf der sie wüten, als gäbe es kein Morgen.
Hier vermischen sich Old-School-Thrash und die Aggressivität des Hardcores
zu einer garstigen Melange, die sich gewaschen hat. Rasend, brutal und
technisch furios ballern die Dänen hier drauflos. Fetzt! Mit "Trip
In The Brain" haben sich HATESPHERE eines Songs der Suicidal Tendencies
angenommen, der hier glatt als Eigenkomposition durchgehen könnte.
Und, Entwarnung, Frontmann Jacob Bredahl versucht gar nicht erst den seltsam-beknackten
Gesangsstil von Mike Muir zu imitieren. Version gelungen, EP auch toll.
Komplettisten können also gedankenlos zuschlagen. 8
von 10
THOMAS
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BURDEN
OF GRIEF
"Fields Of Salvation" |
Erschienen: 2003
Label: Remedy
Records
Homepage: www.burdenofgrief.de |
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On Air: "Dead
Soul Decline" |
Es klappert
und scheppert an allen Ecken und Enden auf dieser dritten BURDEN OF GRIEF-CD,
und Sänger Mike Huhmann kreischt, daß die Stimmbänder bluten.
Fans des deutschen Thrash Metals aus den 80er Jahren werden bei "Fields
Of Salvation" ebenso fündig, wie jene, die das melodische Zeug aus
Schweden nicht mehr losläßt. Brückenschlag oder Vereinigung
- auf jeden Fall eine gute Mischung, die hier meist auch starke Nummern
hervorbringt. Die Nuancen der einzelnen Stücke nimmt man leider erst
nach mehrmaligem Hören wahr, weil die Rasanz und Huhmanns Stimme dominieren.
Wenn man aber in die Feinheiten solcher Songs wie "Engaged With Destiny"
oder "Slowly Pass Out" eingestiegen ist, macht diese Veröffentlichung
mehr und mehr Laune. Mit "Fields Of Salvation" haben BURDEN OF GRIEF ihren
in den zurückliegenden zehn Jahren hart erspielten Status auf jeden
Fall untermauert. 7 von 10
JUB
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DAS ICH
"Lava: Glut" |
Erschienen: 2004
Label: Massacre
Rec.
Homepage: www.dasich.de |
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On Air: "Tot
im Kopf" |
Bruno Kramm
und Stefan Ackermann, das Duo Infernale der EBM-Gothic-Szene, schlagen
erneut mit einer Veröffentlichung zu, die, gelinde gesagt, mal wieder
ordentlich Packung bietet. "Lava" ist das Experiment, elektronische Sounds
mit klassischen Instrumenten und Klängen zu verbinden. Dazu werden
einmal mehr wahrhaft ernste Themen in den Texten kredenzt, welche einen
seriösen Anspruch unterstreichen sollen. Dumm dabei ist nur, daß
die Musik unfreiwillig komisch klingt. Psychopathisches Gewisper trifft
auf drollig-unheilvolles Geklimper, welches hier und da nach Festzeltgeorgel
klingt. Man erwartet jederzeit eine fesche Büttenrede. Lacrimosa-,
Umbra Et Imago-, Untoten-Fans werden die CD sicher abgöttisch lieben.
Für diese Liebe bekommen sie noch "Lava: Asche" feil geboten. Auf
dieser CD ist "Lava: Glut" noch mal in alternativen Versionen eingebrannt.
Toll, wenn Angebot und Nachfrage so gut miteinander harmonieren. DAS ICH-Freunde
und -Hasser wissen also, was sie nun zu tun haben. Ich mach jetzt wieder
aus. Tschüß. 1 von 10
THOMAS
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HEAVENLY
"Dust To Dust" |
Erschienen: 2003
Label: Sanctuary/Noise
Homepage: www.heavenly.fr.st/ |
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On Air: "Evil" |
HEAVENLY aus
Frankreich ziehen auf "Dust To Dust" absolut alle Register des Euro-Power-Metals:
in drei Kapiteln unterteilte Vampir-Phantasie-Story, Intro mit Off-Erzähler-Stimme,
Rhapsody-Chöre, Helloween-Melodien, Gammy-Ray-Song-Strukturen, Hoppel-Gitarren,
Double-Bass-Endlos-Schleife, Klimper-Keyboards usw. usf. Leute, die diese
Art Musik mögen, können also bedenkenlos 10 oder 15 Euro investieren.
Alle anderen werden eh die Finger davon lassen. Und jene, die so ein bißchen
dazwischen liegen, können davon ausgehen, daß sich bei den Franzosen
eine Reihe von guter Elemente vereinen. Der Sänger hat zum Beispiel
Variabilität in der Stimme, die Songs sind durchaus abwechslungsreich
gestaltet, die Produktion ist äußerst fett, so daß man
von Gitarren und Schlagzeug mächtig durchgeschüttelt wird. 6
von 10
JUB
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ALKEMYST
"Meeting In The Mist" |
Erschienen: 2003
Label: Nuclear
Blast
Homepage: www.alkemyst.net |
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On Air: "Passage" |
Auch wenn
es gegen den eigentlichen Sinn des Wortes "progressiv" geht, so spielen
ALKEMYST einen oft recycelten Progressiv Metal, der zwischen vorhersehbar
und unspannend schwankt. Eingefärbt wird die Musik mit einem leichten
Helloween-Einschlag, der an die Schaffensperiode der Hamburger zu "Keepers..."-Zeiten
erinnert. Gesanglich lassen sich Parallelen ziehen und von der Dramatik
her ist in manchen Stücken die kompositorische Federführung des
Gespanns Weikath/Hansen zu vernehmen. Doch allein schon beim Titelstück,
einem gemäßigten Balladensong mit Doublebassgedonner als Erhebung
im Ende, merkt man das früher doch alles besser war. Die "Original"-Bands
gingen spontaner zu Werke, klangen frischer und eigenständiger als
die meisten der heutigen, sogenannten Power-Metal-Bands. Heute muß
ein Generalplan zum Fortbestand der Musikrichtung eingehalten werden. Was
durchaus einen Sinn hat. Doch nur wenige machen das auf eine stets spannende
Art und Weise. ALKEMYST gehören jedenfalls nicht dazu. 4
von 10
THOMAS
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MORNING
AFTER
"Beneath The Real" |
Erschienen: 2003
Label: Black
Lotus Records
Homepage: --- |
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On Air: "Asthenia" |
Da haben sich
Black Lotus echt einen abgebrochen, als sie MORNING AFTER einen Stil zwischen
New Metal, Gothic und Classical Metal aufdrückten. Denn New Metal
ist bei diesem griechischen Duo beim schlechtesten Willen nicht auszumachen.
Und das ist auch vernünftig. Mit Classical Metal ist sicher Heavy
Metal an sich gemeint und das kann ja bekanntlich alles und nichts bedeuten.
Im Falle von MORNING ATERs "Beneath The Real" ist das eine vordergründige
Gitarrenarbeit, die durchaus mit unbefleckten Rhythmus-Ideen aufzuwarten
weiß. Die Soli haben etwas klassisches, das mag sein. Denn so gniedelten
schon die Helden vor 20 Jahren, aber das ist ja nicht ungewöhnlich.
Gothic ist nachvollziehbar, da die Grundstimmung auf der CD eine ziemlich
schwermütige ist. Die Songs rasen nicht davon, sondern sind immer
irgendwie überschaubar, meist recht getragen. Und da kommen dann die
beiden Trümpfe der Band ins Spiel. Da wären zum einen die Melodien
und Songstrukturen. Beides hat nämlich eine gehörige Portion
Pop-Appeal. Wäre das Zeug nicht so hart, könnte man damit auch
die verpeilte Freundin juckig machen. Allein der Opener "Free To Heal"
ist ja wohl der Hit schlechthin. Oder "Burning Time" - einfach zum dahinschmelzen.
Trumpf Nummer
zwei ist der Gesang. Hört man MORNING AFTER das erste Mal, könnte
man durchaus belustigt die Hände auf die Knie hauen, denn selten hat
ein Sänger so gezielt an der eigentlichen Melodie vorbeigesungen.
Doch Obacht. In dieser Stimme liegt soviel Leidenschaft, daß einem
bei genauerem Hinhören ein warmer Schauer über den Rücken
läuft. Tasos Iliopoulos singt so herrlich unbedarft, wie es schon
seit Jahren nicht mehr zu hören war. Und am Ende entsteht die Überzeugung,
daß der Typ doch eigentlich richtig gut singen kann. Die schwer zu
treffenden Halbtöne bei "Day Of The Moon" beweisen das übrigens.
9
von 10
JUB
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STAHLHAMMER
"Stahlmania" |
Erschienen: 2004
Label: Goodsongs/NEO/Sony
Music
Homepage: www.stahlhammer.org |
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On Air: "Out
Of The Dark" |
Manchmal frage
ich mich, ob diese Bands es wirklich ernst mit dem meinen, was sie da so
fabrizieren. Aber ja, sie meinen es ernst, sogar sehr ernst. Und manchmal
sogar etwas zu sehr. Zu genau diesen Bands zählen auch die Österreicher
von STAHLHAMMER. Schon immer etwas suspekt, kommen sie auch diesmal mit
einer vor Kitsch, Pathos und maschineller Kälte nur so strotzenden
Platte daher. "Stahlmania" ist schon der Wahnsinn. Die Texte, enorm wichtig
bei der glaubwürdigen Vermittlung eines Images, wie dem von STAHLHAMMER,
sind aussageschwach bis platt. Da haben selbst die Böhsen Onkelz auf
ihren letzten Alben noch richtige Kleinode der ergreifenden Dichtkunst
verfaßt. Dennoch mit einer schon drollig anmutenden Ernsthaftigkeit
vorgetragen. Dazu gibt es kälteste Riff/Drumcomputer-Märsche.
Alles was recht ist, aber das ist lediglich peinlich. Falco würde
sich sicherlich im Grabe umdrehen, hörte er die Verstümmelung
von "Out Of The Dark". Die Landsmänner des Wiener Provokateurs schaffen
es wie selbstverständlich dem Stück jegliches Leben auszuhauchen,
es zu kastrieren. Aber auch andere Prominente Musiker bekommen einen fetten
Tritt in den Sack. Bei "Stahlmania" ist es nun Udo Jürgens, dessen
"Merci, Cheri" der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Aua, aua! Die
"Stahlmania" wird mich niemals packen. 2
von 10
THOMAS
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LEGION
OF SADISM
"auf Gedeih und Verderb" |
Erschienen: 2004
Label: Christhunt
Productions
Homepage: www.legion-of-sadism.de |
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On Air: "Black
Metal Kommando" |
Gäbe
es diese Art von Black Metal nicht, wäre die Szene um eine wichtige
Nuance ärmer. Denn irgendwie hat das urwüchsige Gerumpel, die
häßlichen Gitarrensounds und das heisere Geschimpfe des Sängers
einen beinahe unwiderstehlichen Charme. Man hört die Grenzen der Musiker
ganz deutlich heraus und so gibt es hier natürlich auch keine Blast-Attacken
oder andere Intrumental-Akrobatik. Vielmehr klingen manche Stücke
eher wie NWOBHM-Anfänge ("Festival Of Violence") und kommen den ersten
Probekeller-Versuchen Venoms, Warfares oder Bathorys weitaus näher
als den Kopfgeburten vieler Bands der zweiten Black-Metal-Generation.
Leider sind
die Stücke von LEGION OF SADISM auf "auf Gedeih und Verderb" doch
auch ein wenig hausbacken, so daß man viel zu schnell genug von ihnen
hat. Dafür ist diese Scheibe in entsprechenden Abständen eingelegt
immer mal wieder äußerst unterhaltsam. Auschließlich-Black-Metal-Fans
sollten LEGION OF SADISM auf jeden Fall ihrer Sammlung hinzufügen,
den textlich sind die jungs wirklich fies.
Und als Sahnehäubchen
gibt Ole Caust von Dies Ater an den Keyboards ein kleines Gastspiel. 6
von 10
JUB
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SECRET
SPHERE
"Scent Of Human Desire" |
Erschienen: 2003
Label: Nuclear
Blast
Homepage: www.secretsphere.com |
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On Air: "Virgin
Street 69" |
Die Band scheint
im Stall von Nuclear Blast, im stattfindenden Veröffentlichungswahn,
etwas untergegangen zu sein. An der musikalischen Qualität der Band
scheint das nur bedingt zu liegen. SECRET SPEHRE sind abwechslungsreicher
als ich dachte. Hier vermischen sich die unterschiedlichsten Einflüsse
solcher Genres wie Stadionrock, Progrock, 80er Glamrock und Heavy Metal
mit Radiotauglichkeit hier und da. So unterschiedlich sich die Ergebnisse
auch zusammensetzten, so unterschiedlich ist auch die Qualität der
Stücke. Von kitschigen Poison-Imitationen, gemischt mit seichtem Progeinschlag,
über Riffrocker hin zu platt klingenden Radio-Stücken ist hier
alles vertreten, was man von anderen schon mal spannender gehört hat.
Dennoch haben SECRET SPHERE einen gewissen Unterhaltungsgrad. "Scent Of
Human Desire" klingt nicht, als hätte die Band kein Potential. Denn
wenn man die Platte hört, dann läßt man es gewähren,
der guten Stücke zuliebe. Diese kommen mit fetten Riffs, spannend
arrangiert, mit Dramatik und Druck. Somit ist "Scent Of Human Desire" eher
ein zweischneidiges Schwert. Aber es schneidet. 6
von 10
THOMAS
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Wo aber auch
überall Heavy Metal gemacht wird, ist schon witzig. Nicht, daß
im Falle von FORSAKEN Malta nun extrem exotisch wär. Allerdings ist
dieses Land wirklich popelig klein, bringt aber mit dieser Doom-Band eine
Musikergemeinschaft hervor, die es ganz locker mit dem Rest der Bleifuß-Gemeinde
aufnehmen kann.
Für FORSAKEN-Lesart
ist die 34-Minuten-Scheibe "Iconoclast" eine Mini-CD, was von der Zeit
her nicht wirklich stimmt, aber wenn der Preis so gestaltet ist, kann man
wirklich von einem kleinen Geschenk sprechen.
Und was erwartet
Euch? Ja, Doom. Aber nicht in jener Form, die uns einen durch einen Sumpf
stapfenden Zwei-Zentner-Mann suggeriert, sondern zwischenzeitlich immer
wieder durchaus recht flott. Das kennen wir von Candlemass, bei denen Doom
selten vom Tempo bestimmt war, sondern vielmehr in der Grundstimmung fußte.
Bei FORSAKEN ist es haargenauso. Die Gitarren haben durchaus eine gewisse
Zähflüssigkeit, was vom melancholische Weisen klimpernden Keyboard
sehr effektvoll unterstützt wird. Der Sänger, Leo Stivala, singt
mit klarer Stimme, reiht sich aber nicht in die Osbourne-Clone ein, sondern
hat eine eher unspektakuläre Klangfärbung. Da er aber wirklich
gut singt, hebt sich diese Stimme schon wieder angenehm aus dem eigentlichen
Shouter-Doom-Klischee heraus.
Ihr merkt
schon, diese "Iconoclast" ist rundum gelungen und sollte nicht nur Doom-Fans
ein riskiertes Ohr wert sein. 8 von
10
JUB
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IN BATTLE
"Welcome to the Battlefield" |
Erschienen: 2004
Label: Cold
Rec./Metal Blade
Homepage: --- |
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On Air: "Despoter" |
Das ehemalige
Black-Metal-Schlachtschiff IN BATTLE segelt nun unter der Flagge des Death
Metal. Optisch zählten die Schweden eh nie dazu, nur war ihre Musik
früher sehr Black Metal-lastig. Was sich nicht geändert hat,
ist IN BATTLEs Vorliebe für Geschwindigkeit. Nach wie vor musizieren
die Herren um Mr. Frölén als ginge es um ihr Leben. Das Drum-Getacker
scheint absolut unmenschlich. Die Riffs skalpellieren in den bizarrsten
Formen.
Doch wer jetzt
an eine weitere Technical-Death-Band denkt im Stile von Internecine, Yattering
oder Cryptopsy, der liegt, zumindest teilweise, falsch. Denn IN BATTLE
verfallen, aller technischen Zaubertricks zum Trotze, nicht dem wirren
Durcheinander, sondern sorgen stets für einen roten Faden in den Songs.
Aber, headbangen, bei dem Tempo? Vergesst es! 9
von 10
THOMAS
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DEBASE
"Unleashed" |
Erschienen: 2003
Label: Sanctuary/Noise
Homepage: www.debase.as |
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On Air: "The
Blood Remains" |
Sie sitzen
zwischen allen Stühlen, die man so im Kreis um die Heavy-Metal-Tonne
stellen kann. Das kann Absicht sein und äußerst gut kommen,
wenn man die entsprechenden Songideen in der Hinterhand hat. Bei DEBASE
aus Schweden ist das allerdings nicht der Fall. Die CD "Unleashed" eignet
sich vortrefflich zur hintergründigen Berieselung, wenn man den Geschirrspüler
ausräumt. Die Lieder tun nicht weh, von Interesse sind sie allerdings
auch nicht. Mal ganz langsam, mal Midtempo, mal flotter - harte Gitarren,
eher etwas zu modern. Und schließlich ein Sänger, der vor allem
gut in eine Bikerband passen würde. Man kann DEBASE nicht auspfeifen,
aber ich wette, die Jungs sind in Kürze wieder ganz schnell vergessen.
4
von 10
JUB
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ADARO
"Words Never Spoken
- Extended Edition" |
Erschienen: 2004
Label: Inside
Out/SPV
Homepage: www.adaro.de |
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On Air: "Herrmann
Kaletzki 1853"/"Dakar" |
Gerade haben
sie uns durch ihr "Schlaraffenland" geführt, da ziehen ADARO ein Live-Album
nach. Eigentlich ist es die Wiederveröffentlichung ihrer 99er EP "Words
Never Spoken". Allerdings wollten Inside Out nicht eine platte Zweitauflage
und packten mal nebenbei 13 Live-Aufnahmen hinzu. Und die sind einfach
nur unwiderstehlich. Mittelalterfans, die bisher in In Extremo, Tanzwut
oder Merlons die ultimative Vollbedienung vermuteten, werden umdenken müssen.
Denn ADARO sind um Längen besser. Hier wird zwar meist nicht so schwermetallisch
gerockt, die einzelnen Stücke, die eine nahezu makellose Mischung
aus Mittealterlichem und Moderne darstellen, sind beinahe ohne Ausnahme
unübertrefflich. Hinzu kommt ein intellektuell anmutender Witz (zum
Beispiel "Herrmann Kaletzki 1853"), der nie überheblich wirkt. Und
schließlich ist nicht zu überhören, daß auch bei
ADARO-Konzerten mächtig der Bär steppt.
Und dann diese
verschollene EP: Ohne "Schlaraffenland" einen Makel verpassen zu wollen.
Aber, das, was da zu "Words Never Spoken" gehört, ist brillant. "Sanctus
Dominus" wird dem Mittelalterfan einen Lustseufzer entlocken, "Palästina"
rödelt wie verrückt und das Instrumental "Der Todten Dantz" ist
ein Meisterwerk, das gar Prog-Scheiben veredeln würde.
2005 sollte
das Jahr für ADARO werden, wo sich Tausende auf Festivals um die Bühnen
scharen und wilde Ritterspiele vollführen. 9
von 10
JUB
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