Abgehört vom 08.
März 2005
SHINING
FURY
"Last Sunrise" |
Erschienen: 2004
Label: Metal
Blade
Homepage: www.shiningfury.com |
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On Air: "Snake's
Game" |
Ross Lukather
heißt der Typ, der SHINING FURY ins Leben rief. Ob die Namensgleichheit
mit Steve Lukather von Toto dafür sorgte, daß die Band gleich
mal den 80er-Jahre-Hit "Rosanna" coverte, ist nicht klar. Allerdings ist
die Version - in den europäischen Power Metal transferiert - großartig.
Aber damit sind wir schon am Ende der CD. Und bis dahin hat "Last Sunrise"
sehr viel mehr zu bieten.
Nun gut, Power
Metal und Italien sind zwei Begriffe, die mittlerweile mehr für Langeweile
statt Qualität bürgen. Aber wie man weiß: Ausnahmen bestätigen
die Regel. Und mit SHINING FURY haben wir eine dieser berühmten Ausnahmen
im Player.
Natürlich
sind eine Reihe von Stil-Elementen des italienischen Power Metals wie eine
helle, cleane Stimme, Hoppel-Gitarren- und Double-Bass-Überschuß
und Mitsing-Refrains vorhanden. Allerdings wird man hier doch schon ziemlich
zeitig überrascht. Das beginnt gar beim Schlagzeug, das wie eine High-Energy-Version
der üblichen Trommeleien wirkt, und setzt sich beim Sänger Francesco
Neretti fort, der ein sehr eindringliches Organ hat, das vor allem bei
"Snake's Game" zur Geltung kommt. Und spätestens bei diesem Song droht
man, sich in die Scheibe zu verknallen. Denn dieses Stück hat Druck,
Wucht, Melodie, Atmosphäre - einfach beeindruckend.
Ein weiteres
umwerfendes Highlight auf dem Album ist "Net Love", eine Speed-Metal-Nummer
der alten Schule, wo neumodernes Weichgespüle vermieden wird. Unbestritten
stark auch die leicht progressiven Einflüsse in "Declaration Of A
Cheat".
Die Ballade
"Memories", mit dem aufrüttelnden gesampelten Streit zu Beginn, ist
ebenfalls bestens gelungen. Wenn auch nicht die Erfindung der Gänsehaut,
so bezieht das Stück doch seine Wirkung aus den Momenten, wenn die
Klarinette ins Spiel kommt (Als unerfahrener Blasinstrument-Erkenner gehe
ich mal davon aus, daß es eine Klarinette ist, denn ein Saxophon
klingt einfach anders).
Die anderen
Songs der CD zünden nicht so blitzartig wie die genannten, sind aber
durch die Bank weitaus besser als nur Durchschnitt. 8
von 10
JUB
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LEASH
LAW
"Dogface" |
Erschienen: 2004
Label: Black
Lotus Rec.
Homepage: www.leash-law.com |
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On Air: "Hail
To Blood" |
Guten traditionellen
Heavy Metal, welcher keinerlei Anbiederung in Richtung der Musikevolution
seit 1990 macht, spielen die "Allstars" von LEASH LAW. Mit an Bord sind
hier Stephen Elder (bg, Rob Rock), Emo Mowery (git, ex-Nocturnus), Rick
Renstrom (git, ex-Rob Rock,-Powergod), Richard Christy (dr, ex-Death, -Iced
Earth, -Control Denied) sowie Wade Black (voc, ex-Crimson Glory, -Seven
Witches). Ein Staraufgebot der zweiten Popularitäts-Garde also. Schlecht
ist "Dogface" beileibe nicht. Einige Songs, wie etwa "Hail To Blood" oder
"Fight" graben sich schon mal flugs ins Gehör. Dafür gibt es
aber auch durchschnittliches Material wie "Banion", eine recht unspektakuläre
Ballade. Im Großen und Ganzen ist "Dogface" eine Scheibe von Ausnahmemusikern,
die sich vortrefflich auf das Spielen ihrer Instrumente verstehen, als
Songwriter jedoch im durchschnittlichen Level umherkrebsen. Sie waren in
ihren alten Bands ja auch nicht die Kreativköpfe, sondern gut ausgebildete
Instrumentalisten, welche die Ideen anderer Leute spielten. Dafür
geht "Dogface" schon in Ordnung, doch das selbe Qualitätslevel oder
ein ungleich höheres haben andere, unbekanntere Bands auch auf der
Pfanne. 6 von 10
THOMAS
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APOSTASY
"Cell 666" |
Erschienen: 2003
Label: Black
Mark
Homepage: www.apostasy666.tk |
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On Air: "Beneath
The Lies Of Prophecy" |
In der stilistischen
Weite zwischen Old Man's Child und Children Of Bodom ist eine Menge Platz.
Vielleicht haben sich deswegen soviele Bands dort niedergelassen. APOSTASY
aus Schweden ist eine von ihnen. Klimper-Keyboards, wo der Spielmann nicht
wirklich Melodien hervorbringt, sondern seine Finger auf den Tasten einfach
hoch und runter wedeln läßt, kennen wir zur Genüge. Das
kann man jedoch als Randerscheinung abtun. Nicht jedoch, daß auf
"Cell 666" der Rhythmusbruch zum Stilelement erhoben wird. Fast jedes
Lied auf dieser CD fängt mindestens fünf- oder sechsmal an, ohne
zu Ende zu gehen. Keine Phrasierung wird auch mal nur ansatzweise durchgehalten.
Spielt die Band getragen, wirds sofort wieder poltriger, um im nächsten
Moment alles mit komplizierten Prog-Breaks zu verschachteln. Ich kann mir
nicht wirklich vorstellen, daß es Spaß machen soll, solche
Musik zu spielen. Hören kann man das Zeug aber so gut wie gar nicht.
Natürlich
findet auch ein blindes Huhn mal ein Korn, und so ist "Beneath The Lies
Of Prophecy" ein durchaus gutes Black/Gothic-Stück geworden, das die
Zukunft der Band markieren sollte. 3
von 10
JUB
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Verglichen
mit den schwächsten Songs aller Bostons, Asias, Journeys oder Bad
Englishs dieser Welt kackt „Infinity Ends“ immer noch mit jedem ihrer Lieder
so dermaßen ab, das man allen Liebhabern von Rockmusik eigentlich
nur von BLIND ALLEY abraten kann. Der AOR dieser Band ist so banal, ideenfrei
und kitschig, daß er sich gerade mal als Hintergrundmusik für
zweitklassige Teenager-Filme verbraten ließe, wo er nicht von den
Bildern ablenken kann. Die Schweden treten hier in ein Fettnäpfchen
nach dem anderen: die Keyboards zu schwul und dominant, der Gitarrensound
zahnlos und unspektakulär, der Gesang identitätslos und die Songs
berechenbar und schwach. Sicher, AOR soll nicht ballern, aber frisch ins
Ohr gehen sollte er schon. Das tut er in diesem Falle mitnichten. 1
von 10
THOMAS
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FIREWIND
"Forged By Fire" |
Erschienen: 2005
Label: Century
Media/Magic Arts Publ.
Homepage: www.firewind.gr |
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On Air: "Beware
The Beast" |
Drei Alben
und sie haben es geschafft: FIREWIND gehören für meine Begriffe
zur Heavy-Metal-Sperrspitze Europas. Der Gitarrist Gus G. hat uns einmal
mehr Gitarrenwelten eröffnet, denen man meist so noch nicht begegnet
ist. Powervoll donnern die Riffs, effektive Arrangements halten auf den
Punkt gebrachte Melodien zusammen, und die Musiker der Band glänzen
mit Einzelleistungen. Gus G. sowieso, aber vor allem auch der neue Sänger
Chity Somapala ist eine feste Säule der FIREWIND-Musik, obwohl sein
Vorgänger, Stephen Fredrik, einzigartig war.
Auch wenn
sich ein ums andere Mal Ausländer in der Band tummelten, so sind FIREWIND
doch eine griechische Institution. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt,
was Hellas uns die letzten Monate so für Perlen bescherte. Trotzdem
bleibt die Musik der Gus G.-Mannschaft stark dem US-Power-Metal verhaftet.
Aber immer mit der Betonung auf Power, denn pseudokünstlerische Spielereien
liegen diesen Musikern völlig fern.
Das hier ist
straighte Heavy-Metal-Kunst auf allerhöchstem Niveau. Klingt leicht,
ist aber sauschwer zu machen. Und Gus G. hat schon gewußt, warum
er Dream Evil verließ, denn bei FIREWIND fühlt er sich hörbar
zu Hause. Und diese Band ist um Längen besser als die Schweden. 10
von 10
JUB
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DORN
"Suriel" |
Erschienen: 2004
Label: CCP
Rec./SPV
Homepage: www.D-O-R-N.de |
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On Air: "Hass" |
Nicht gerade
mit Vorfreude bin ich an das Hören der neuen DORN-Scheibe herangegangen.
Zweimal schon hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mich mit dem Projekt
des ehemaligen Riger-Keyboarders Roberto Liebig näher zu beschäftigen.
Doch schon der Opener des mittlerweile vierten Longplayers von DORN, „Hass“,
macht klar, daß sich im Hause DORN einiges getan hat. Die Zeiten,
in denen die Musik wie Crematory für Arme klang, gehören der
Vergangenheit an. Auch der Drumcomputer wurde verkauft und ein Schlagzeuger
aus Fleisch und Blut engagiert. DORN himself greift heuer lieber zur Gitarre
und nicht mehr in die Tasten und die weibliche Stimme klingt wohlig und
passend zur Musik. Die Lieder warten mit guten Riffs und gekonnten Arrangements
auf. Das Keyboard drängelt sich nicht permanent in den Vordergrund
und läßt den Klampfen genug Freiraum, damit sich diese entfalten
können. Auch die Texte sind Roberto gelungen. Vor allem sticht hier
der von „Heldentod“ hervor. Bildreich und dennoch auf den Punkt gebracht.
„Suriel“ ist eine Scheibe geworden, die ich von DORN nie erwartet hätte.
Unverhofft kommt eben doch oft. 8 von
10
THOMAS
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ASTERIUS
"A Moment Of Singularity" |
Erschienen: 2003
Label: Sanctuary/Noise
Homepage: www.asterius2001.de |
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On Air: "On
Black Tusk" |
Oh ha, eine
schwierige Band. Da ist mal wieder eine Nuß zu öffnen, bei der
man mit dem Knacker schnell abrutschen kann.
ASTERIUS können
schon mal locker in die Welt der Extreme eingeordnet werden, denn bei diesen
Deutschen fühlen sich Black- oder Death-Metal-Fans garantiert wohler,
als Freunde des klassischen Stils. Und doch ist die Musik, die vor allem
eine Reise durch Rhythmusfiguren darstellt, weder das eine noch das andere.
Denn ASTERIUS haben jeden Song wie ein Theaterstück entwickelt, das
seine eigene kleine Welt offenbart. Solche Herangehensweise ist von uns
schon häufig völlig verdammt worden, auf "A Moment Of Singularity"
ist das Problem der Zusammenführung von Kunstanfall und guter Musik
jedoch meist ziemlich ansprechend gelöst. Allerdings könnte die
Band ihr Material an einigen Stellen vom Balast befreien und der Hörgenuß
würde sich um Einiges erhöhen. 7
von 10
JUB
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MIDNITE
CLUB
"Running Out Of Lies" |
Erschienen: 2003
Label: Escape/GerMusica/S.M.I.S.
Homepage: www.midniteclub.de |
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On Air: "Snakecharmer" |
Schaut man
sich in diesem MIDNITE CLUB mal um, sieht man, daß man der einzige
Gast ist, der noch nicht mit dem Kopf auf der Theke liegt. Das Licht ist
schummrig, doch bietet es genug Helligkeit um ahnen zu lassen, daß
die Einrichtung auch schon mal bessere Tage sah. Die Tänzerinnen des
Clubs sind nahe der 40, haben schon leichte Orangenhaut und Ansätze
zur Hängebrust. Gelangweilt schieben sie sich an der Stange hin und
her. Meine Fresse, wie öde. Das Bier ist warm und schaumlos und der
Wirt schaut, den Kopf auf die Hand gestützt, ins tonlose Bild des
Fernsehers seiner ansonsten eher schlecht bestückten Bar. So einen
Club will man auf keinen Fall ein zweites Mal besuchen.
MIDNITE CLUB
spielen strunzlangweiligen AOR, der zu keiner Minute gefallen oder gar
überzeugen kann. Absolut berechenbar schieben sich die Songs an einem
vorbei. Langweilige Melodien soweit das Ohr reicht und Leadgitarren, die
in Sachen Ausdrucksstärke mit Katalogmodel-Gesichtern konkurrieren
könnten. „Running Out Of Lies“ hätte auch „Running Out Of Ideas“
heißen können. 1 von 10
THOMAS
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THE MYSTERY
"Demo 2004" |
Erschienen: 2004
Label: TTS
Media
Homepage: www.the-mystery.de |
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On Air: "Revenge"
"Hells
Gate" |
Versucht,
in der Szene Fuß zu fassen, haben Bands mit Frontfrauen immer wieder
mal. Allerdings hat das in den seltensten Fällen geklappt. Und nicht
immer kackten die Truppen mit der weiblichen Speerspitze zu Recht ab. Mit
THE MYSTERY schickt sich ein weiteres Quartett an, etwas Bedeutungsvolles
hinterlassen zu wollen. Das Zeug hat es dazu. Die Musik ist äußerst
eingängig und schwingt irgendwo zwischen späten Warlock und frühen
White Skull. Und das nicht nur wegen der Stimmfärbung von Sängerin
Denise Olbrich. Auch die Rifftätigkeit läßt da ein paar
Schlüsse zu.
"Demo 2004"
ist ein kleiner Ausblick auf das geplante Album "Scars" und beinhaltet
zwei treibende Rocker mit eingängigen Refrains ("Revenge", "Hells
Gate") sowie eine nahezu wunderbare Ballade, "Broken".
Also die Grundstimmung
ist in Ordnung, die Sängerin klingt gut und Songs können die
Jungs auch schreiben. Was vielleicht noch etwas Nachholebedarf offenbart,
sind die Arrangements, die streckenweise ein wenig spartanisch anmuten.
Kann aber auch an dem doch eher etwas dünnen Sound liegen. Aber da
geht der Ruf nicht in Richtung Band, sondern an Jörg-Rainer Friede,
der die Oberwacht über die Dinge hat, die sein Haus verlassen. 8
von 10
JUB
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THIRDMOON
"Sworn Enemy: Heaven" |
Erschienen: 2004
Label: FM
Records
Homepage: www.thirdmoon.at |
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On Air: "Dementia" |
Die Band,
bestehend aus österreichischen und französischen Musikern, legt
mittlerweile schon ihre vierte CD vor. Bisher stets ein Garant für
Killer-Alben, enttäuschen THIRDMOON auch diesmal die Hörer nicht.
Mit „Sworn Enemy: Heaven“ verlagert sich die musikalische Ausrichtung weiter
weg vom Black Metal, hin zu melodischem Death Metal. Woran viele Bands
scheitern, doch THIRD MOON geben dabei eine recht gute Figur ab. Ihr größtes
Plus dabei ist, daß sie beim Schreiben ihrer Melodien nicht in 08/15-Schweden-Sound
abdriften, um auf Nummer Sicher zu gehen. Die Ideen klingen ungewöhnlich
und frisch, auch wenn sie das Rad nicht neu erfinden. Fürderhin belassen
es die Musiker nicht beim bloßen Melodien zaubern, sondern treten
mit Anlauf Arsch. THIRDMOON konnten ihr Qualitätslevel durchaus halten.
9
von 10
THOMAS
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NAZGUL
"When The Wolves Return
To The Forest" |
Erschienen: 1999
Label: Christhunt
Productions
Homepage: www.nazgulhorde.cjb.net |
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On Air: "When
The Wolves Return To The Forest" |
So wie die
nordamerikanischen Prärie-Indianer mit der Rückkehr der Büffel
die Wiederkehr der alten Werte, Gebräuche und Religionen ihrer Völker
verbinden, haben NAZGUL aus Spanien für ihr 99er Album eine wunderbare
Metapher gewählt: "When The Wolves Return To Forest". Ja, wenn die
Wölfe in den europäischen Wald zurückkehren, sind wir auf
dem besten Weg. Bei dem Gedanken, beim Durchstreifen der mecklenburgischen
Wälder die Wölfe heulen zu hören, läuft mir ein warmer
Schauer über den Rücken.
Solche Momente
können NAZGUL nur bedingt erzeugen, zum Beispiel mit dem Outro "Buried
In Cristalline Lakes Of Ice", das von schwermütigen Keyboard-Melodien
getragen wird. Das andere NAZGUL-Material entstammt eher dem Hause "Rauh
bis Räudig". Es werden simple Weisen heruntergeschrotet, die Gitarren
sind spitz und Sänger/Schlagzeuger Defernos kreischt wild über
die Instrumental-Attacken. Hin und wieder kommt das Mädchen Silvia
zum Klingen, die hier als Gast fungiert, obwohl die Band mit der Basserin
Grendel eine Frau in ihren Reihen hat. Die wird aber vermutlich nicht singen
können.
Bei aller
Primitivität des Materials ist der NAZGUL-Musik durchaus ein gewisser
Reiz zu eigen. Vielleicht etwas kalt und eckig. Aber doch immer noch so
gut, daß man nach einem Durchlauf Bock bekommt, das Ganze noch einmal
zu hören. 7 von 10
JUB
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FREUND
HEIN
"Subversive Revolution" |
Erschienen: 2001
Label: Doing
Rec./Swoon Factory Music
Homepage: www.freundhein.com |
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On Air: "Vicious
Circle" |
Eines der
Frühwerke FREUND HEINs ist die EP “Subversive Revolution”. Schon hier
zeichnete sich deutlich ab, daß diese Band nicht verstanden werden
will. Musikalisch frönt man dem rauen Death/Thrash mit verqueren Avantgarde-Einfluß.
Diesen Mix bringen die Österreicher mal mehr, meistens jedoch weniger
überzeugend an den Hörer. Genauso wie ihre merkwürdige Bandpräsentation:
Das Cover kokettiert mit Propaganda-Ästhetik, dazu der Plattentitel.
Hier könnte man es mit einem interessanten Konzept zu tun haben. Doch
wird dem die Überzeugungskraft dadurch geraubt, daß die Musiker
genauso stark einen Komik-Effekt verbraten. Bekloppte Pseudonyme wie Gorepheus
Bloodimir (Pseudo) Beatnik-Hein oder Dr. Dekubitus etc. lassen wieder an
der vorrangeschickten Ernsthaftigkeit der Band zweifeln. Sollen sie machen,
was sie wollen, doch interessant ist dererlei Planlosigkeit nicht. 4
von 10
THOMAS
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MANATARK
"Chaos Engine" |
Erschienen: 2003
Label: Metal
Age ProductionsTwilight
Homepage: www.manatark.com |
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On Air: "Four
Walls" |
Was haben
Äpfel mit Black Metal zu tun. Wenn ich es mir recht überlege,
kann ich mir bestenfalls satanische Zeremonien vorstellen, bei denen die
teuflischen Brüder einem jungfräulichen Geschöpf faustgroße,
rotbackicke Früchte durch den Anus pressen, um den Unterleib bersten
zu lassen. Aber welch schmutzige Phantasie, denn ich vergaß, daß
der Black-Metal-Klang ja schon lange nichts mehr mit belzebübischen
Inhalten zu tun haben muß. So auch bei MANATARK aus Estland nicht,
die das merkwürdige Apfel-Cover mit dem Aufstieg der Menschheit, nachdem
sie mit der verbotenen Frucht in Berührung gekommen war, in Verbindung
bringen. Der Apfel erleuchtet quasi. Das geht zwar mächtig an der
Käuferschicht vorbei, aber heutzutage gibt es ja schon ganz andere
Sachen. Zum Beispiel Cover, wo Frauen Männern ins Gesicht kacken.
Aber das steht auf einem anderen Blatt. Außerdem weiß ich auch
nicht, warum ich ausgerechnet bei einem Apfel-Cover ständig an anale
Dinge denken muß. Sollte mir mal jemand deuten.
Zur Musik:
Die ist nicht gerade schubladentauglich. Draconic röchelt rau, die
Gitarren singen, das Keyboard webt bleischwere Vorhänge, die etwas
von Filmmusik haben ("Crystal" zum Beispiel). Allerdings sind die Melodien
eher schwer zugänglich. Manchmal wollen sie uns gar weh tun. Eine
Einigung zwischen Harmonieverständnis und Klangebilde ist kompliziert.
Und doch kann man Songs wie "Four Walls" oder "Devilchant" eine gewisse
Faszination nicht absprechen. Um sich dem hingeben zu können, benötigt
man aber nicht nur drei, vier Durchläufe, sondern auch eine entsprechende
Stimmung. 6 von 10
JUB
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