An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

EIDOLON-Special vom 08. Oktober 2002


EIDOLON „Coma Nation“ 8
Metal Blade., 2002

Eidolon - Coma Nation

Solche CDs empfängt man grundsätzlich mit einem gewissen Herzklopfen: Im vergangenen Jahr gehörte der Vorgänger „Hallowed Apparition“ (siehe Abgehört vom 27. November 2001) zu meinen zehn Faves und da ist es nur logisch, daß einem beim Nachfolger die Aufregung packt. Und EIDOLON haben mit „Coma Nation“ die Erwartungen eigentlich nicht enttäuscht, denn die aktuelle CD strotz wieder nur so vor traumhaften Riffs und bizarren Melodien. Wohl aber für Hits vom Schlage „You Will Burn“ oder „Forever Be Free“ hat es diesmal nicht gereicht. Und auch wenn der neue Sänger Pat Mulock sicher ein Könner in seinem Fach ist, fehlt ihm merklich das außergewöhnliche Charisma eines Brian Soulard. Während Brian mit seinem schrillen Organ die Melodien fast sirenenartig intonierte, versucht Pat ständig zu singen. Das ist zwar Sinn und Zweck eines Sängers, die Melodien EIDOLONS sind manchmal allerdings so schwebend-bizarr, daß einem spätestens jetzt bewußt wird: Brian Soulard war die Ideal-Besetzung für diese Musik. Und so kommt es doch tatsächlich vor, daß sich Pat Mulock ab und zu um eine winzige Nuance im Ton vergreift, sich in selbige hineinhangelt oder einfach nur angestrengt klingt. 
Nichtsdestotrotz ist für Heavy Metal-Fans, die es äußerst kraftvoll und mit einem Hang zum Thrash Metal mögen, die neue EIDOLON eine echte Empfehlung. Und wer die Vorgänger mit Brian Soulard nicht kennt, könnte geradezu begeistert sein von „Coma Nation“
„Coma Nation“/“Lost Voyage“/“From Below“/“A Day Of Infamy“

JUB

ANVIL „Still Going Strong“ 10
Massacre/Soul Food., 2002

Anvil - Still Going Strong

„Still Going Strong“ ist keine CD, die man voll Begeisterung anspringt, wenn sie das erste Mal im Player rotiert. Ist man nicht gerade ein fanatischer ANVIL-Fan, könnte man Fuß wippend und Kopf nickend an einigen Songs dieses Werks vorbei hören. Wie dominant allerdings manchmal unser Unterbewußtsein agiert, erfahren wir spätestens beim zweiten Durchlauf des Silberlings. Dann nämlich erscheinen uns einige der Stücke so vertraut, als hätten wir „Still Going Strong“ schon zig mal gehört. Das liegt sicher zum einen an der unverkennbaren Holzhacker-Manier, mit der ANVIL nun schon gut 20 Jahre ihre Musik zelebrieren, zum anderen haben wir es hier aber tatsächlich fast ohne Ausnahme mit absoluten Heavy Metal-Ohrwürmern zu tun, die es dabei an einer enormen Härte nicht missen lassen. Besonders eindringlich sind die Riffs, die in ihrer simplen Art und Weise nicht genialer sein könnten. Bachmann-Turner Overdrive wären stolz auf ihre Nachkommen, die vermutlich als Waldschrate zur Welt kamen, denn Nuancierung scheint den Kanadiern fremd. 
Ein „Dudu“ und ein verschmitzt tadelnder Blick gebühren ANVIL lediglich für „In Hell“. Diese Nummer ist nämlich eine Blaupause von Uriah Heeps „Gypsy“. Könnte glatt als Cover-Version mit verändertem Text durchgehen. Wirklich schlimm ist diese Plagiat aber nicht, denn es kommt halt immer gut. Dann eben nicht als „Zigeunerin“, sondern „In der Hölle“.
„Race Against Time“/“In Hell“

JUB
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