EIDOLON
„Coma Nation“ 8
Metal Blade.,
2002
Solche CDs
empfängt man grundsätzlich mit einem gewissen Herzklopfen: Im
vergangenen Jahr gehörte der Vorgänger „Hallowed Apparition“
(siehe Abgehört vom 27. November
2001) zu meinen zehn Faves und da ist es nur logisch, daß einem
beim Nachfolger die Aufregung packt. Und EIDOLON haben mit „Coma Nation“
die Erwartungen eigentlich nicht enttäuscht, denn die aktuelle CD
strotz wieder nur so vor traumhaften Riffs und bizarren Melodien. Wohl
aber für Hits vom Schlage „You Will Burn“ oder „Forever Be Free“ hat
es diesmal nicht gereicht. Und auch wenn der neue Sänger Pat Mulock
sicher ein Könner in seinem Fach ist, fehlt ihm merklich das außergewöhnliche
Charisma eines Brian Soulard. Während Brian mit seinem schrillen Organ
die Melodien fast sirenenartig intonierte, versucht Pat ständig zu
singen. Das ist zwar Sinn und Zweck eines Sängers, die Melodien EIDOLONS
sind manchmal allerdings so schwebend-bizarr, daß einem spätestens
jetzt bewußt wird: Brian Soulard war die Ideal-Besetzung für
diese Musik. Und so kommt es doch tatsächlich vor, daß sich
Pat Mulock ab und zu um eine winzige Nuance im Ton vergreift, sich in selbige
hineinhangelt oder einfach nur angestrengt klingt.
Nichtsdestotrotz
ist für Heavy Metal-Fans, die es äußerst kraftvoll und
mit einem Hang zum Thrash Metal mögen, die neue EIDOLON eine echte
Empfehlung. Und wer die Vorgänger mit Brian Soulard nicht kennt, könnte
geradezu begeistert sein von „Coma Nation“
„Coma Nation“/“Lost
Voyage“/“From Below“/“A Day Of Infamy“
JUB
ANVIL
„Still Going Strong“ 10
Massacre/Soul
Food., 2002
„Still Going
Strong“ ist keine CD, die man voll Begeisterung anspringt, wenn sie das
erste Mal im Player rotiert. Ist man nicht gerade ein fanatischer ANVIL-Fan,
könnte man Fuß wippend und Kopf nickend an einigen Songs dieses
Werks vorbei hören. Wie dominant allerdings manchmal unser Unterbewußtsein
agiert, erfahren wir spätestens beim zweiten Durchlauf des Silberlings.
Dann nämlich erscheinen uns einige der Stücke so vertraut, als
hätten wir „Still Going Strong“ schon zig mal gehört. Das liegt
sicher zum einen an der unverkennbaren Holzhacker-Manier, mit der ANVIL
nun schon gut 20 Jahre ihre Musik zelebrieren, zum anderen haben wir es
hier aber tatsächlich fast ohne Ausnahme mit absoluten Heavy Metal-Ohrwürmern
zu tun, die es dabei an einer enormen Härte nicht missen lassen. Besonders
eindringlich sind die Riffs, die in ihrer simplen Art und Weise nicht genialer
sein könnten. Bachmann-Turner Overdrive wären stolz auf ihre
Nachkommen, die vermutlich als Waldschrate zur Welt kamen, denn Nuancierung
scheint den Kanadiern fremd.
Ein „Dudu“
und ein verschmitzt tadelnder Blick gebühren ANVIL lediglich für
„In Hell“. Diese Nummer ist nämlich eine Blaupause von Uriah Heeps
„Gypsy“. Könnte glatt als Cover-Version mit verändertem Text
durchgehen. Wirklich schlimm ist diese Plagiat aber nicht, denn es kommt
halt immer gut. Dann eben nicht als „Zigeunerin“, sondern „In der Hölle“.
„Race Against
Time“/“In Hell“
JUB
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