
| GOMORRHA
"Time Of Apocalypse" |
Erschienen: 1999
Label: Eigenproduktion Homepage: www.gomorrha666.de.vu |
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On Air: "Die Nacht des Todes" |
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Die Nachfolger
"Demo 2001" (siehe Abgehört vom 11. November 2003) und "Sexual Perversity
By Autopsy" (siehe Abgehört vom 6. April 2004) sind bei INTERREGNUM
bereits eingehend besprochen worden. Jetzt schlußendlich ist das
CD-Debüt von GOMORRHA an der Reihe. Das erschien 1999 und nannte sich
"Time Of Apocalypse" und beinhaltete auch jeweils ein paar Stücke
der vorangegangenen Demos "Die Nacht des Todes" und "Ready To Kill". Und
schon kennt Ihr die gesamte Diskographie der ostdeutschen Band. Und es
ist wirklich eine äußerst unterhaltsame Angelegenheit, den Veröffentlichungen
der Band ein paar Augenblicke zu schenken. Denn GOMORRHA sind mittlerweile
zu schrillen Death/Grindern geworden, die sich unheimlich gern Splatter-Themen
zuwenden, waren sie 1999 auf "Time Of Apocalypse" noch ein Relikt der Mitt-80er,
als unzählige Bands beinahe unabhängig voneinander den Thrash,
Death und Black Metal erfanden. All diese Stile sind in der GOMORRHA-Musik
vorhanden und werden mit der gleichen wilden Unbekümmertheit dargeboten
wie es einst Sodom oder Venom taten. "Time ..." will keinen Qualitätspreis
gewinnen, reiht sich bei den aus den Bauch heraus gespielten Tonträgern
aber ganz vorn mit ein.
JUB |
| ECLIPSE
"Second To None" |
Erschienen: 2004
Label: Frontiers/Soulfood Homepage: www.eclipsemania.com |
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On Air: "Light Of Day" |
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Wo Extrem-Metal-Bands
viel mit Brutalität und halt extremen Stilelementen reißen können,
müssen Melodic-Kapellen perfekte Songs entgegensetzen. Diese Perfektion
gelingt mangels Talent recht selten. Bei ECLIPSE aus Schweden sieht das
Ganze anders aus, denn Sänger und Gitarrist Erik Martensson ist eines
jener Talente, das vermutlich nur die Gitarre anzuschauen braucht, damit
sie die erste beeindruckende Melodie spielt. Das zweite Werk der Band,
"Second To None", ist eine Lehrstunde für all jene, die so gerne Melodic-Metal-Stars
wären , weil sie glauben, daß man in dieser Szene immer noch
die geilsten Weiber aufreißen kann. Ob dem so ist, sei dahingestellt.
Mit solcher Musik jedenfalls beeindruckt man nicht nur scharfte Geräte,
sondern auch jenen Teil der Melodic-Fans, die die Musik um der Songs Willen
mögen. Und Martensson - selbst ein totales Milchgesicht - macht Musik,
die reifer nicht sein könnte. Stücke wie "Nothing Between Us",
"Light Of Day" (vielleicht heißt er auch "Something You Do", da ist
sich das Label nicht ganz sicher) oder "Body And Soul" können nicht
besser gemacht werden. Hört man den Opener "Always Standing", dem
die Gitarrenkunst eines Eddie van Halen anhaftet, und hält "Street
Of Gold" dagegen, wo es wie bei einigen anderen Stücken auch eher
in die leichtfüßige Richtung früher Europe geht, kann man
sich ungefähr vorstellen, wie hoch diese Scheibe einzuordnen ist.
Mit der CD "Second To None" kann man fast alles machen - sie nebenbei hören,
ihr intensiv lauschen oder sie als Soundtrack bei der nächsten Autobahnfahrt
verwenden (wenn man nicht gerade im Stau steht). JUB |
| RAZORBACK
"Animal Anger" |
Erschienen: 2004
Label: Massacre/Soulfood Homepage: www.razorback-online.com |
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On Air: "The Hymn" |
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Jubel brandet
auf. Die Melodic-Metal-Gemeinde in Deutschland dürfte sich einig sein:
Hier ist ein neuer Stern geboren. Was RAZORBACK auf ihrem Debüt-Album
"Animal Anger" bieten, ist eisame Klasse. Ohne Füller ist ein Album
entstanden, das sich nicht nur mit den größten Werken dieses
Genres der letzten 20 Jahre messen kann, sondern davon sogar noch einige
hinter sich läßt.
JUB |
| STYX
"Big Bang Theory" |
Erschienen: 2005
Label: Frontiers/Soulfood Homepage: www.styxworld.com |
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On Air: "Don't Need No Doctor" |
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STYX sind wieder
da. - Das konnte man in den zurückliegenden zehn Jahren immer wieder
mal schreiben. Da gab es sogar neue Alben, einiges davon live. Diesmal
haben die us-amerikanischen Melodic-Götter einen Rundumschlag in der
Musik-Historie vorgenommen. Mit "Big Bang Theory" legen sie ein Cover-Album
vor, wie es in seiner Qualität nur von Bands vom Schlage STYX kommen
kann. Egal, was die Band um die verbliebenen Original-Mitglieder der erfolgreichsten
Besetzung, Tommy Shaw und James Young, anpacken, es gelingt. "I'm The Walrus"
von den Beatles als Live-Version, "Can't Find My Way Home" von Blind Faith,
was ganz stark am Original liegt, "Don't Need No Doctor", das zwar Humble
Pie keine Konkurrenz machen kann aber einen herzhaften Charme versprüht,
"A Salty Dog" von Procoul Harum ist ein Highlight, ebenso "Wishing Well"
von Free. Dazu gibt es Songs von The Who, Willie Dixon, Allman Brothers,
Lovin' Spoonful, Jimi Hendrix, The Pretty Things, Jethro Tull und Crosby,
Stills, Nash & Young. Viel Wert legten STYX auf die für die jeweiligen
Songs typischen Merkmale, ließen die Stücke aber trotzdem alle
irgendwie ein bißchen wie STYX klingen. Ganz im Gegensatz zu "Blue
Collar Man @ 2120". Diese neue Version eines eigenen Hits geriet bemüht.
JUB |
| FALLEN SAINTS
"The Source Of Decease" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion Homepage: www.fallen-saints.de |
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On Air: "Nothing Is Stronger" |
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Nach Battlesword
haben wir hier die zweiten deutschen Amon Amarth. Denn daß die schwedischen
Viking-Metaller die musikalischen Vorbilder von FALLEN SAINTS sind, ist
unüberhörbar. Dabei sind den Musikern doch wirklich ein paar
schöne Gitarrenmelodien eingefallen, die ihren Helden sehr nahe kommen.
Allerdings ist es immer ein weing suspekt, wenn man sich als Band ausschließlich
an dem Schaffen einer anderen Kapelle orientiert. Das kann kultig sein
- wie im Falle der deutschen Debauchery, die voll im Six-Feet-Under-Fahrwasser
schwimmen - aber auch völlig daneben gehen (man denke an die slowakischen
Frown, die nahezu alles von Type O Negative kopierten). Im Falle von FALLEN
SAINTS bleibt es bei Orientierungen, die der Band noch ein paar Türen
für Eigenes offen lassen, wenn davon auf "The Source Of Decease" auch
noch recht wenig zum Vorschein kommt.
JUB |
| DYNAMIC LIGHTS
"Shape" |
Erschienen: 2005
Label: DVS Records Homepage: www.dynamiclights.net |
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On Air: "In The Hands Of A Siren" |
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Das Erstlingswerk
der Italiener von DYNAMIC LIGHTS ist ein wahrer Ohrenschmaus für alle
Prog-Fans. Im Opener „In The Hands Of A Siren“ steuert Jamina Jansson (Wolverine)
leckere Gesangsparts bei. Im Mittelpart von „One Thousend Nothing“ bekommt
Keyboarder Giovanni Bedetti die Möglichkeit, seine klassische Ausbildung
unter Beweis zu stellen. „Connecting“ ist die obligatorische Ballade auf
der CD. Kurze, sparsam instrumentierte 2:08 Minuten geht der Song nahtlos
in „The Big Show“ über und könnte auch Teil des letztgenannten
Songs sein. Stakkato-Rhythmik, brettharte Gitarren, vertrackte Gesangsmelodien,
ein stets präsentes Klavier, der transparente Sound, bei dem jedes
Instrument zur Geltung kommt - die Band hat ein sicheres Gefühl für
Melodien, welche üblicherweise bei einer Prog-Band wie dieser soviel
in einem Song vorhanden sind, daß es für einige Alben andersgearteter
Musik gereicht hätte. Sänger Matteo Infante singt zwar genregerecht
hoch, seine Stimme kneift aber nicht in den Ohren.
DEDDY |
| ETERNAL PAIN
"In Pain We Trust ... Relicts For Revenge" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion Homepage: www.eternalpain.com |
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On Air: "Bloodred Massacre" |
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Der Thrash
Metal ist in Deutschland zu Hause. Diese Aussage scheint von der allgemeinen
Entwicklung im Heavy Metal zwar nicht ganz bestätigt zu werden, wenn
ich mir aber Bands wie Delirium Tremens, Bitterness, Secretum oder Antagonist
betrachte, dann weiß ich, daß es stimmt. Das Pech der Teutonen
ist es seit gut eineinhalb Jahrzehnten, daß sie im eigenen Land nichts
bedeuten. Zumindest, wenn man sich das Label-Interesse betrachtet.
JUB |
| SCHANDMAUL & ORCHESTER
"Kunststück - Live aus dem Circus Krone" |
Erschienen: 2005
Label: Fame Recordings/Edel Homepage: www.schandmaul.de |
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On Air: "Der Clown" |
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Zu meiner Schande
muß ich gestehen, daß ich SCHANDMAULs Schaffen bisher weniger
verfolgte. Trotz mangelnder Vorkenntnisse halte ich "Kunststück" für
eine Schandtat. Im Moment scheint diese Kolaboration von Mittelaltercombo
und Orchester löblich betrachtet zu werden, eines Tages könnte
diese CD aber zum Schandfleck in der Diskographie der Band werden. Warum?
Einfach weil sie einem auf schändliche Art die Langeweile in die kostbare
Zeit treibt. Man fühlt sich als Konsument zwar nicht gleich geschändet,
aber doch belästigt. Fans - wie jene, die dem Ereignis im Circus Krone
am 27. April diesen Jahres beiwohnten - würden mich sicher am liebsten
an den Schandpfahl stellen, aber in wahrhaftiger Offenheit dürfte
auch der SCHANDMAUL-Anhänger feststellen, daß die aufgeblasenen
Orchester-Arrangements nicht unbedingt immer zu den sehr speziellen Songs
dieser Band passen wollen. Vielleicht ist das ja auch die beste Gute-Nacht-Musik
für Schandbuben, ich fühle mich jedoch kaum unterhalten. JUB |
| ELECTRO BABY
"Electro Babyland" |
Erschienen: 2003
Label: Eucalipdisc Homepage: www.electrobaby.de |
| kein cover | On Air: "Devil's Whore" |
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Stoner Rock
aus deutschen Landen ist zwar selten, aber dafür meist recht außergewöhnlich.
So auch im Falle von ELECTRO BABY, die sich als Mischung aus Monster Magnet,
Soundgarden und Corrosion Of Conformity präsentieren. Obendrein tauchen
Rage Against The Machine ("Rock'n'Roll Ör Die") auf und werden in
der zweiten Hälfte der CD überhaupt immer wieder mal Crossover-
und Nu-Metal-Elemente strapaziert. Das macht die CD "Electro Babyland"
auf jeden Fall noch bunter als sie mit der genannten Mischung eh schon
ist, läßt aber auch die Vermutung zu, daß das Quartett
gern auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte.
JUB |
| SPIRITUAL BEGGARS
"Demons" |
Erschienen: 2005
Label: Inside Out/SPV/Savage Messiah Music Homepage: www.spiritualbeggars.com |
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On Air: "Salt In Your Wounds" |
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In Sachen Retro-Rock
sind die SPIRITUAL BEGGARS spätestens seit ihrem Album "Ad Astra"
von 1999 in Europa ein leuchtendes Fanal. Allerdings müssen sich sämtliche
Scheiben nach diesem Highlight an eben jenem messen lassen. Und da wird
es schwierig. Natürlich hat auch "Demons" einen Berg an Zutaten, mit
denen die Schweden um Michael Amott zweifellos eine starke Scheibe ablieferten,
allerdings sind die Songs auf diesem nunmehr sechsten Album längst
nicht so emotional und außergewöhnlich wie auf "Ad Astra". Auch
diese fast schon genial zu bezeichnenden Riff-Wellen fehlen fast völlig.
Zu hören bestenfalls noch bei "Salt In Your Wounds".
JUB |
| DEPRESSIVE REALITY
"Growling Death" |
Erschienen: 2004
Label: Nice To Eat You Records Homepage: www.volny.cz/depressive |
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On Air: "Shapeless Mortality" |
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Ja ja, die
Realität ist manchmal ganz schön hart. Denn real betrachtet ist
"Growling Death" der Prager Band DEPRESSIVE REALITY ein recht müder
Beitrag zur Richtung Death-Metal-mit-aggressivem-Frauengesang. Sängerin
Jana klingt verdammt räudig, manchmal ein bißchen wie unsere
Sabina Classen. Allerdings ist das tschechische Mädchen kaum zu Nuancierungen
in der Lage. Von daher ist der Aha-Eeffekt, daß hier eine Dame growlt,
bald aufgebraucht. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, daß die
Musik von DEPRESSIVE REALITY eher aus der Resteecke zusammengklaubt wurde.
Die Stücke sind alle recht behäbig. Und wenn es mal ein bißchen
mehr zur Sache geht, dann wird (in diesem Fall) lediglich gerockt. Von
Durchschlagskraft oder Brutalität keine Spur. Wie das gemeint ist,
versteht Ihr spätestens, wenn ich Euch sage, daß der Baß
in der Musik der Tschechen dominiert. JUB |
| ALICE COOPER
"Dirty Diamonds" |
Erschienen: 2005
Label: Spitfire/Alive Homepage: www.alicecooper.com |
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On Air: "Sunset Babies (All Got Rabies)"/"The Saga Of Jesse Jane" |
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So, jetzt muß
ich einmal mehr zu einer Rede ansetzen. Warum sind oftmals die ersten zwei,
drei Alben großer Künstler die besten? Ganz einfach. - Zu Beginn
einer Karriere gehen jene Musiker recht unbefangen an das Schreiben ihrer
Musik heran. Und so entstehen Tonträger, die vor Energie strotzen
und das songschreiberische Talent der Komponisten und Texter bündeln.
Ziel ist es, berühmt zu werden, live zu spielen und Mädchen zu
hacken. Geld fließt, ein gewisser Standard wird erreicht. Und den
gilt es dann irgendwann zu halten.
JUB |
| ASRAI
"Touch In The Dark" |
Erschienen: 2004
Label: Transmission Homepage: www.asrai.net |
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On Air: "Tower" |
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So kann's gehen.
Da veröffentlichen ASRAI zwei treffliche EPs ("Pale Light" und "In
Front Of Me") und können dieses Niveau mit ihrem Longplayer nicht
halten. Nicht, daß die Band jetzt gnadenlos abkackt. Aber über
eine Spielzeit von fast 50 Minuten ist das nur unwesentlich variierende
Material der holländischen Gothic-Band recht langatmig. Erst recht,
da sich auf der CD "Touch In The Dark" Füller wie zum Beispiel "Child"
befinden.
JUB |