LUCA TURILLI "Prophet Of The
Last Eclipse" 4
Limb Music/SPV/cmm, 2002
Aus LUCA TURILLIs Kompositionen werde
ich nicht so richtig schlau, doch habe ich den Eindruck, daß nicht
so sehr der einzelne Song im Vordergrund steht. Denn an diese kann man
sich nach CD-Ende Dank des imposanten Bombastes kaum noch erinnern. Vielmehr
scheint es ihm um die CD als Ganzes zu gehen. Seine Vorliebe für Soundtracks
lebt der Italiener ja schon bei Rhapsody aus. Und da liegt der Hund begraben.
Rhapsody sind mit ihrer letzten Platte wesentlich stärker als Turilli
auf Solopfaden. "Prophet Of The Last Eclipse" ist einfach eine Ansammlung
von Ideen - hier eine Chormelodie, da eine Keyboardkapriole. Alles aneinander
gehängt und mit Doublebass unterlegt, ergibt "Prophet...". Das spannende
Songwriting der letzten Rhapsody erreicht LUCA TURILLI auf seiner zweiten
Soloplatte nicht. Zumal der anfängliche Bombast-Overkill sich spätestens
nach dem dritten Hören verflüchtigt und eine recht blutleere
Platte hinterläßt.
"War Of The Universe"
THOMAS
ENDLESS "Vital # 1"
7
Redblack Prod., 2001
Eine recht interessante Platte kommt
aus der tschechischen Republik. Denn auf "Vital # 1" werden Erinnerungen
an Tiamat zu "Wildhoney"-Zeiten wach. Heißt, es gibt elegische Riffs
zu Hauf, ausdrucksstarken, weiblichen Backgroundgesang und geschickt eingeflochtene
Akustikpassagen. Doch anders als Tiamat seinerzeit klingen die Tschechen
bodenständiger und nicht so spacig. Die Leadgitarre zum Beispiel hat
zwar einen warmen, verhallten Klang, und aus der Ferne schweben auch schon
mal zaghafte Flötenmelodien heran, aber die Basis aus Schlagzeug und
Baß ist recht gradlinig und stellt den Bezug zum Metal her. ENDLESS
können irgendwo zwischen neueren Paradise Lost, Katatonia, Tiamat
und älteren The Gathering angesiedelt werden und machen dabei keine
schlechte Figur.
"Vital # 1"
THOMAS
TIME REQUIEM "Time Requiem"
6
Regain Rec., 2002
TIME REQUIEM haben sich dem sogenannten
neoklassischen Metal verschrieben und zollem diesem Tribut durch das völlig
wahnsinnige Wechselspiel zwischem Keyboard und Gitarre. Die Art und Weise
mit der Leader Richard über seine Tasten fegt, erinnert nicht selten
an Jens Johannson, Keyboardmagier bei Stratovarius. Und genau diese Fanschicht
wird "Time Requiem" wohl am ehesten ansprechen. Ähnlich wie bei den
Finnen ist die technisch höchst anspruchsvolle Musik mit allerlei
raffinierten Breaks durchsetzt und lebt von den oppulenten Klanggebirgen,
die Saiten und Tasten auftürmen. Während dessen gibt das Schlagzeug
wieselflinke Takte vor und verhindert, daß TIME REQUIEM im Gegensatz
zu ihren Kollegen um Timo Tolkki zu kitschig klingen. Wem die letzte Stratovarius-CD
also zu schwülstig war, sollte unbedingt mal ein Ohr bei TIME REQUIEM
riskieren.
"Brutal Mentor"
THOMAS
TRIBE OF JUDAH "Exit Elvis"
3
Spitfire, 2002
Oh Mann, diese Amis. Gary Cherones
(ex-Extreme, ex-Van Halen) neues Projekt TRIBE OF JUDAH ist bei den Boston
Music Awards mit einem Preis für die außergewöhnlichste
neue Rockband ausgezeichnet worden. Dabei ist das Auffallendste an dieser
Platte nur, daß hier stinklangweilige Rockmusik mit ein paar Elektronikfetzen
zusammengeschustert wurde. Immer dann, wenn man glaubt, daß jetzt
ein bißchen Schwung in die Musik kommt, bremst sich die Band selbst
aus und schwelgt in langatmiger Durchschnittlichkeit. Cherones markante
Stimme hin und her, "Exit Elvis" ist nicht mehr als flacher Durchschnitt.
Nicht der Rede wert.
"Celibate"
THOMAS
MARDUK „World Funeral“ 7
Regain Rec., 2003
Man muß MARDUK wirklich verehren,
um der Band einen Song wie „Castrum Doloris“ zu verzeihen. Solch eine Rock-Polka
könnte auf Alben von Power Metal-Bands sicher für etwas Abwechslung
sorgen, auf ein MARDUK-Album gehört soetwas nicht rauf. Eigentlich
ebensowenig wie das doomige Death Metal-Stück „Bleached Bones“, wo
Legion seinem typischem Gesangs-Stil entsagt. Aber dann müßte
man auch „Hearse“ oder „Night Of The Long Knives“ und, und... in Frage
stellen, denn auf dem neuen MARDUK-Album „World Funeral“ dominiert der
Death Metal. Und das so offensichtlich, daß ein Metal-Fan, der MARDUK
nie zuvor gehört hat, die Schweden in seinem Schrank gleich hinter
Malevolent Creation einreiht. Das ist umso trauriger, als daß einem
dieser Wandel insofern klar ist, da Death Metal derzeit boomt und mit Black
Metal nicht unbedingt mehr bleiche Knochen zu gewinnen sind.
Es wäre ungerecht, MARDUK jetzt
zur reinen Death-Band zu stempeln, denn die typischen Abzählreime
sind bei den militanten Nordmännern immer noch zu finden. Und so ist
auch die Black Metal-Komponente allgegenwärtig. „Blessed Unholy“ ist
dafür das beste Beispiel.
Und schließlich ist die neue
Marduk auch ein Indiz dafür, wie groß derzeit der Erfolg von
Amon Amarth sein muß. Denn wie sonst würde man einen puren Amon-Amarth-Instrumental-Part
in „Night Of The Long Knives“ wiederfinden? Für MARDUK-Verhältnisse
ist genannte Passage eine Melodien-Wand.
Fazit: Ich bin nicht glücklich
mit dieser achten Veröffentlichung der Band. Ja, ich würde gar
sagen, daß es sich hier um das schwächste MARDUK-Werk handelt.
Aber sieben Punkte sind da immernoch drin.
„Bleaches Bones“/“Night Of The
Long Knives“
JUB
SHADOWS FALL „The Art Of Balance“
7
Century Media/800-Pound Gorilla
Music, 2003
Das zweite Album von SHADOWS FALL,
„Of One Blood“ (2000), wurde hier bei uns nahezu euphorisch aufgenommen
(siehe Abgehört vom 05. Februar
2002). Und so war es nur allzu verständlich, daß ich auf
das neue Werk brannte. Und wie erhofft, sind SHADOWS FALL auf „The Art
Of Balance“ ganz die Alten geblieben. Immernoch treffen harsche Thrash-Riffs
auf Schweden-Melodic Death-Passagen und Hardcore-Strukturen. Dabei tut
sich erneut vor allem Sänger Brian Fair hervor, der melodischen cleanen
Gesang genauso beherrscht wie tiefes Growlen oder das bellige Brüllen
typischer Hardcore-Bands.
Und doch ist etwas anders auf „The
Art Of Balance“. Während „Of One Blood“ zur Hälfte aus sehr eingängigen
Songs mit spielerisch hingeworfenen Melodien bestand, tun sich SHADOWS
FALL diesmal doch etwas schwerer. „Stepping Outside The Circle“ ragt als
einziges Stück aus dem Album heraus, während der Rest zwar mit
viel Kraft, Brachialität und Wut performed wird, aber am Ende nicht
den Kick verleiht, den man noch auf „Of One Blood“ verpaßt bekam.
Sensationell ist jedoch die Coverversion
von Pink Floyds „Welcome To The Machine“. Diesen Song, der für meine
Begriffe mit zu den besten Sachen von Floyd gehört, von einer Band
wie SHADOWS FALL geboten zu bekommen, kommt einem geglückten Attentat
auf George W. Busch gleich.
„Stepping Outside The Circle“/“Welcome
To The Machine“
JUB
LITA FORD „Greatest Hits Live“
6
Steamhammer/SPV, 2003
Da gab es in den 70er Jahren eine
Frauen-Band, wo blutjunge Mädels in Unterwäsche schwitzend über
die Bühnen dieser Welt tobten, ihre Instrumente malträtierten,
einen dilletantischen Heavy Rock mit Hang zum Glam und einem Schuß
Punk zelebrierten, für die Erwachsenen-Welt die Inkarnation frühreifer
Schlampen waren und für die Teenager ein Fanal setzten, wenn es darum
ging, gegen die Alten aufzubegehren, Konventionen zu brechen. Das waren
die Runaways.
Übrig geblieben ist von den
Mädels zum einen Joan Jet, die im Glam Metal eine ganz Große
wurde und sich von oben bis unten in Leder gehüllt immer sehr hart
gab. Streckenweise wirkte sie mit ihren kohlrabenschwarzen Haaren, den
tiefen dunklen Augen und einem Gesicht, dem jegliches Lächeln abhanden
gekommen war, sehr düster. Ihr feminines Gegenstück wurde die
einstige Frontfrau der Runaways, Lita Ford. Auftoupierte blonde Mähne,
viel Haut, Schickimicki-Klamotten und musikalisch im ganz seichten Melodic
Metal-Bereich verwurzelt, wurde auch sie Anfang der 80er ein Top-Star in
der Szene. Dies schaffte sie mit zwei Alben: „Out For Blood“ (1983) und
„Dancin’ On The Edge“ (1984). Auch „Lita“ (1988) war noch ziemlich erfolgreich.
Mit „Stiletto“ (1990) und „Dangerous Curves“ (1991) war kein Blumentopf
mehr zu gewinnen, denn die Zeichen standen eh auf Grunge und Crossover.
Dieser Entwicklung trug sie Rechnung
mit ihrem Album „Black“ (1994), das zwar ein paar gute Songs enthielt,
allerdings eine düstere und schwermütige Lita präsentierte,
wie sie weder glaubwürdig erschien, noch daß sie jemand so haben
wollte.
Das einstige Runaway-Blondchen ist
allerdings nicht totzukriegen, denn dieser Tage kam ein Album in die Regale,
das sich „Greatest Hits Live“ nennt und eben auch genau das ist: eine live
präsentierte Best Of-Zusammenstellung. Natürlich werden die seichten,
entschärften Nummern von Lita Ford nun nicht plötzlich Speed
Metal-Kracher, aber der Ballast der einstigen schwulstigen Überproduktionen
fällt von den Songs ab. Es sind leichtfüßige Rocksongs
ohne großen Anspruch, die immer eingängige Melodien haben und
von Lita ohne Abstriche professionell interpretiert werden. Und daß
sie nicht nur einen geilen Arsch und propere Titten hat, beweist sie mit
ihrem guten Gitarrenspiel. Also war die Klampfe auf den Platten-Covern
doch nicht nur dekoratives Beiwerk. Zusätzlich gibt es noch ein neues
Studio-Stück, „Nobody’s Child“, das ganz im Stile ihrer ganz frühen
Alben produziert wurde und ein Hit werden könnte. Denn die Zeiten
für Melodic Metal waren seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr so rosig.
„The Ripper“/“Nobody’s Child“
JUB
AIRBORN „Against The World“
6
Remedy Rec/True Music., 2002
Piet Sielck hat mit Iron Savior bewiesen,
daß es möglich ist, Produzent zu sein und dabei noch eine wirklich
beachtliche Heavy Metal-Band am Start zu haben. Dabei geht ja eher das
Gerücht, Produzenten seien ebenso wie Musik-Journalisten verhinderte
Rock-Stars. Sielck versteht sein Handwerk, und das scheint er zu
wissen, denn offenbar hat er sich bei der Produktion des AIRBORN-Debüt-Albums
gefragt, warum nur Iron Savior nach Iron Savior klingen soll. Und so verpaßte
er der Musik der Italiener einen gehörigen Schuß des Stils seiner
eigenen Stamm-Formation (bei „Wings“ trällert er hörbar mit),
was dem AIRBORN-Material offensichtlich sehr gut getan hat, denn diese
Band orientiert sich nach eigenem Bekunden eh am Power Metal deutscher
Prägung. Außerdem ist das Gesamtschaffen der seit 1996 existierenden
Band nicht so profund, um eine volle CD lang jene Ansprüche zu erfüllen,
die sich AIRBORN mit Songs wie „Born To Fly“ oder „Wings“ stellen. Viel
zu oft beherrschen Badewannen-Melodien die Stücke („New Hope“). Und
wenn es ans Balladieren geht („Cry Now“) versagt der Vierer gänzlich.
„Born To Fly“
JUB
DARK AGE „The Silent Republic“
8
Remedy Rec/True Music, 2002
Meine Herren, sind die gut geworden.
Nicht, daß das heißen soll, DARK AGE hätten schon mal
eine schlechte Zeit erlebt. Aber vergleicht man ihr Debüt „The Fall“
mit der aktuellen Scheibe „The Silent Republic“, ist doch eine beachtliche
Entwicklung zu erkennen. Vor allem ist dieses Dark Metal-Etikett längst
nicht mehr zeitgemäß. Denn, was sich da in der Musik der Hamburger
alles aus schwedischen und finnischen Soundschmieden tummelt, ist weitaus
mehr, als nur „dark“. Es wird death metallisch agiert, dezent gothisch
melodiert und immer mit heftigem Nachdruck Heavy Metal zelebriert. Und
dabei gehen DARK AGE keineswegs zimperlich zu Werke. Immer wieder wird
bei den Stücken auf „The Silent Republic“ ordentlich aufs Gaspedal
getreten. Allerdings mal eben so einen Song durchzubrezeln, wäre der
Band offensichtlich zu platt. Und so entstehen halt denn kleine Kunstwerke
wie „Know Me Strong“. Hier gehen Brutalität, Melancholie und Melodie
Hand in Hand. Dynamik scheint das Rezept. Und „Suicide Crew“ ist schlichtweg
ein Hit und dürfte mit seinem zwingenden Refrain und dem herrlichen
Gitarrenriff eigentlich der ultimative Live-Knaller sein. Höchstens
noch getoppt von der absolut gelungenen Cover-Version des AC-DC-Klassikers
„Hells Bells“. Solche Gassenhauer sind vor einem begeisterten Publikum
immer eine feste Bank.
„Now Or Never“
JUB
DRAGONLAND „Holy War“ 4
Black Lotus Rec., 2002
Dieser sogenannte symphonische Power
Metal ist einfach nicht tot zu kriegen. Als könne man das Stratovarius-Labyrinth-Rhapsody-Sonata
Arctica-Prinzip endlos variieren, tauchen immer wieder neue Bands auf,
die melodiösen, speedigen Heavy Metal mit pseudo-klassischen Elementen
aufpeppen und das Ganze in einen riesigen Bombast-Schwulst packen. Und
interessanterweise sind das oftmals keine unbedarften Jungspunde, sondern
gestandene Musiker, denen plötzlich die Idee zu einem Seiten-Projekt
kam. Wie war das noch Mitte der 90er, als jeder Black Metal-Musiker wenigsten
zwei Stammformationen und drei Projekte besaß? Wie sich die Bilder
gleichen.
Und natürlich ist es heute
nicht besser bestellt um den Symphonic Power Metal-Markt wie seinerzeit
um die Black Metal-Szene: Irgendwann ist das Maß voll. Und DRAGONLAND
gehören definitiv zu jenem Teil, der den Krug zum Überlaufen
bringt. Da können die Referenzen noch so toll sein (Musiker von Nightshade,
Prophanity und Sacrilege sind dabei), wenn man nicht ein kleines bißchen
mehr zu bieten hat, als immer wiederkehrende Klischees, klappt das nicht
mit dem Nachbarn.
DRAGONLAND sind in jeder Falte konsequent.
Nicht nur, daß die Musik wie tausendmal gehört klingt, nein,
man verpaßte sich auch diesen Drachen-Phantasy-Namen, gab der Platte
ein typisches Schwert-Drachenschwingen-Cover und kommt mit Song-Titeln
wie „Through Elven Woods And Dwarven Mines“ oder „Majesty Of The Mithril
Mountains“ daher und hat gleich eine entsprechende Geschichte über
das sagenhafte Drachenland im Gepäck. Gähn.
Wer davon nicht genug kriegen kann,
bitteschön. Mir reichts langsam.
„Through Elven Woods And Dwarven
Mines“
JUB
ARRIVAL „An Abstract Of Inertia“
7
Edgerunner Rec, 2002
Wenn eine Plattenfirma den Sound
einer Black Metal-Band episch und majestätisch nennt, ist damit leider
fast immer ein pompöser Keyboard-Teppich gemeint, und es kann mit
aufgepusteten Bombast-Arrangements gerechnet werden. Das ist auch bei ARRIVAL
aus Finnland nicht viel anders. Den Unterschied zu Kollegen wie meinetwegen
Old Mans Child oder Susperia macht die Tatsache aus, daß die Finnen
mit ihren Arrangements hin und wieder auf dem Teppich bleiben. Natürlich
haben wir auch hier dieses ganz typische übertriebene Engagement,
bei dem man an jeder zweiten Stelle ganz deutlich spürt, daß
dort garantiert weniger mehr gewesen wäre, jedoch haben die Songs
meist auch nach dem erstmaligen Hören nachvollziehbare Strukturen.
Das geht sogar soweit, daß man „Under The Cloak Of Darkness“ und
„Ardor For Euphoria“ einen Pop-Appeal wie seinerzeit „Tears Of Time“ von
Crematory bescheinigen kann. Nur springt einen diese Attitüde bei
ARRIVAL nicht gleich an, da die Musik zum einen aggressiver gespielt wird
und der Gesang halt Black Metal-typisch kreischig ist. Speziell dieses
doch vorhandene Gespür für eingängige Melodien führt
dazu, daß diese CD nicht gleich nach dem ersten Durchlauf für
immer im Schrank verschwinden muß. Im Gegenteil, nach einer gewissen
Zeit ist man sogar bereit, einen Song wie das Titelstück der CD zum
täglichen Begleiter auszuwählen.
„6th Day“
JUB
THE LORD WEIRD SLOUGH FEG
„Traveller“ 7
Dragonheart/SPV, 2003
Das ist NWOBHM in absoluter Reinkultur.
Das trifft sowohl auf die ungewöhnliche Stimme von Mike Scalzi, die
hochmelodiösen Heavy Metal-Songs als auch den nahezu altbackenen Sound
zu. Bei den Twin-Leads werden Erinnerungen an Thin Lizzy und Iron Maiden
wach (da trifft das Label-Info voll ins Schwarze), die Riffs haben was
von Witchfynde, obwohl man hier wohl noch eine ganze Reihe anderer britischer
Bands aus den frühen 80ern aufzählen könnte.
Das von THE LORD WEIRD SLOUGH FEG
bekannte keltisch-folkige Element wurde auch auf der „Traveller“ wieder
bemüht. „Baltech’s Lament“ und „Gene-ocide“ sind ganz klare Beispiele
für diese Tradition.
Und auch wenn man sich mit den Songs
wieder ganz irdischen Weisen bedient, geht es auf dem nunmehr vierten Album
der Amis von der Westküste um eine vertonte Flash Gordon- oder Star
Wars-Geschichte. Science Fiction halt. Nun, und wie schwer es ist, bei
einem Konzept-Album einen roten musikalischen Faden beizubehalten und die
Musik gleichzeitig abwechslungsreich zu gestalten ohne dabei übertrieben
ans Werk zu gehen, ist bekannt. Der rote Faden ist bei Slough Feg durchaus
erkennbar, auch wird „Traveller“ nicht unbedingt langweilig. Allerdings
klingt der ein oder andere Song schon mal etwas bemüht, bleibt die
Energie des Heavy Metal auf der Strecke (zum Beispiel „Curse Of Humaniti“).
Auch freut man sich über die nostalgischen Klänge nur während
der ersten drei, vier Songs. Spätestens dann bekommt man verdammt
Lust auf die Originale.
„Vargr Moon“
JUB
[vor][zurück]