An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 11. März 2003


LUCA TURILLI "Prophet Of The Last Eclipse" 4
Limb Music/SPV/cmm, 2002

Luca Turilli - Prophet Of The Last Eclipse

Aus LUCA TURILLIs Kompositionen werde ich nicht so richtig schlau, doch habe ich den Eindruck, daß nicht so sehr der einzelne Song im Vordergrund steht. Denn an diese kann man sich nach CD-Ende Dank des imposanten Bombastes kaum noch erinnern. Vielmehr scheint es ihm um die CD als Ganzes zu gehen. Seine Vorliebe für Soundtracks lebt der Italiener ja schon bei Rhapsody aus. Und da liegt der Hund begraben. Rhapsody sind mit ihrer letzten Platte wesentlich stärker als Turilli auf Solopfaden. "Prophet Of The Last Eclipse" ist einfach eine Ansammlung von Ideen - hier eine Chormelodie, da eine Keyboardkapriole. Alles aneinander gehängt und mit Doublebass unterlegt, ergibt "Prophet...". Das spannende Songwriting der letzten Rhapsody erreicht LUCA TURILLI auf seiner zweiten Soloplatte nicht. Zumal der anfängliche Bombast-Overkill sich spätestens nach dem dritten Hören verflüchtigt und eine recht blutleere Platte hinterläßt.
"War Of The Universe"

THOMAS

ENDLESS "Vital # 1" 7
Redblack Prod., 2001

Endless - Vital # 1

Eine recht interessante Platte kommt aus der tschechischen Republik. Denn auf "Vital # 1" werden Erinnerungen an Tiamat zu "Wildhoney"-Zeiten wach. Heißt, es gibt elegische Riffs zu Hauf, ausdrucksstarken, weiblichen Backgroundgesang und geschickt eingeflochtene Akustikpassagen. Doch anders als Tiamat seinerzeit klingen die Tschechen bodenständiger und nicht so spacig. Die Leadgitarre zum Beispiel hat zwar einen warmen, verhallten Klang, und aus der Ferne schweben auch schon mal zaghafte Flötenmelodien heran, aber die Basis aus Schlagzeug und Baß ist recht gradlinig und stellt den Bezug zum Metal her. ENDLESS können irgendwo zwischen neueren Paradise Lost, Katatonia, Tiamat und älteren The Gathering angesiedelt werden und machen dabei keine schlechte Figur.
"Vital # 1"

THOMAS

TIME REQUIEM "Time Requiem" 6
Regain Rec., 2002

Time Requiem - Time Requiem

TIME REQUIEM haben sich dem sogenannten neoklassischen Metal verschrieben und zollem diesem Tribut durch das völlig wahnsinnige Wechselspiel zwischem Keyboard und Gitarre. Die Art und Weise mit der Leader Richard über seine Tasten fegt, erinnert nicht selten an Jens Johannson, Keyboardmagier bei Stratovarius. Und genau diese Fanschicht wird "Time Requiem" wohl am ehesten ansprechen. Ähnlich wie bei den Finnen ist die technisch höchst anspruchsvolle Musik mit allerlei raffinierten Breaks durchsetzt und lebt von den oppulenten Klanggebirgen, die Saiten und Tasten auftürmen. Während dessen gibt das Schlagzeug wieselflinke Takte vor und verhindert, daß TIME REQUIEM im Gegensatz zu ihren Kollegen um Timo Tolkki zu kitschig klingen. Wem die letzte Stratovarius-CD also zu schwülstig war, sollte unbedingt mal ein Ohr bei TIME REQUIEM riskieren.
"Brutal Mentor"

THOMAS

TRIBE OF JUDAH "Exit Elvis" 3
Spitfire, 2002

Tribe Of Judah - Exit Elvis

Oh Mann, diese Amis. Gary Cherones (ex-Extreme, ex-Van Halen) neues Projekt TRIBE OF JUDAH ist bei den Boston Music Awards mit einem Preis für die außergewöhnlichste neue Rockband ausgezeichnet worden. Dabei ist das Auffallendste an dieser Platte nur, daß hier stinklangweilige Rockmusik mit ein paar Elektronikfetzen zusammengeschustert wurde. Immer dann, wenn man glaubt, daß jetzt ein bißchen Schwung in die Musik kommt, bremst sich die Band selbst aus und schwelgt in langatmiger Durchschnittlichkeit. Cherones markante Stimme hin und her, "Exit Elvis" ist nicht mehr als flacher Durchschnitt. Nicht der Rede wert.
"Celibate"

THOMAS

MARDUK „World Funeral“ 7
Regain Rec., 2003

Marduk - World Funeral

Man muß MARDUK wirklich verehren, um der Band einen Song wie „Castrum Doloris“ zu verzeihen. Solch eine Rock-Polka könnte auf Alben von Power Metal-Bands sicher für etwas Abwechslung sorgen, auf ein MARDUK-Album gehört soetwas nicht rauf. Eigentlich ebensowenig wie das doomige Death Metal-Stück „Bleached Bones“, wo Legion seinem typischem Gesangs-Stil entsagt. Aber dann müßte man auch „Hearse“ oder „Night Of The Long Knives“ und, und... in Frage stellen, denn auf dem neuen MARDUK-Album „World Funeral“ dominiert der Death Metal. Und das so offensichtlich, daß ein Metal-Fan, der MARDUK nie zuvor gehört hat, die Schweden in seinem Schrank gleich hinter Malevolent Creation einreiht. Das ist umso trauriger, als daß einem dieser Wandel insofern klar ist, da Death Metal derzeit boomt und mit Black Metal nicht unbedingt mehr bleiche Knochen zu gewinnen sind.
Es wäre ungerecht, MARDUK jetzt zur reinen Death-Band zu stempeln, denn die typischen Abzählreime sind bei den militanten Nordmännern immer noch zu finden. Und so ist auch die Black Metal-Komponente allgegenwärtig. „Blessed Unholy“ ist dafür das beste Beispiel.
Und schließlich ist die neue Marduk auch ein Indiz dafür, wie groß derzeit der Erfolg von Amon Amarth sein muß. Denn wie sonst würde man einen puren Amon-Amarth-Instrumental-Part in „Night Of The Long Knives“ wiederfinden? Für MARDUK-Verhältnisse ist genannte Passage eine Melodien-Wand.
Fazit: Ich bin nicht glücklich mit dieser achten Veröffentlichung der Band. Ja, ich würde gar sagen, daß es sich hier um das schwächste MARDUK-Werk handelt. Aber sieben Punkte sind da immernoch drin.
„Bleaches Bones“/“Night Of The Long Knives“

JUB

SHADOWS FALL „The Art Of Balance“ 7
Century Media/800-Pound Gorilla Music, 2003

Shadows Fall - The Art Of Balance

Das zweite Album von SHADOWS FALL, „Of One Blood“ (2000), wurde hier bei uns nahezu euphorisch aufgenommen (siehe Abgehört vom 05. Februar 2002). Und so war es nur allzu verständlich, daß ich auf das neue Werk brannte. Und wie erhofft, sind SHADOWS FALL auf „The Art Of Balance“ ganz die Alten geblieben. Immernoch treffen harsche Thrash-Riffs auf Schweden-Melodic Death-Passagen und Hardcore-Strukturen. Dabei tut sich erneut vor allem Sänger Brian Fair hervor, der melodischen cleanen Gesang genauso beherrscht wie tiefes Growlen oder das bellige Brüllen typischer Hardcore-Bands.
Und doch ist etwas anders auf „The Art Of Balance“. Während „Of One Blood“ zur Hälfte aus sehr eingängigen Songs mit spielerisch hingeworfenen Melodien bestand, tun sich SHADOWS FALL diesmal doch etwas schwerer. „Stepping Outside The Circle“ ragt als einziges Stück aus dem Album heraus, während der Rest zwar mit viel Kraft, Brachialität und Wut performed wird, aber am Ende nicht den Kick verleiht, den man noch auf „Of One Blood“ verpaßt bekam.
Sensationell ist jedoch die Coverversion von Pink Floyds „Welcome To The Machine“. Diesen Song, der für meine Begriffe mit zu den besten Sachen von Floyd gehört, von einer Band wie SHADOWS FALL geboten zu bekommen, kommt einem geglückten Attentat auf George W. Busch gleich.
„Stepping Outside The Circle“/“Welcome To The Machine“

JUB

LITA FORD „Greatest Hits Live“ 6
Steamhammer/SPV, 2003

Lita Ford - Greatest Hits Live

Da gab es in den 70er Jahren eine Frauen-Band, wo blutjunge Mädels in Unterwäsche schwitzend über die Bühnen dieser Welt tobten, ihre Instrumente malträtierten, einen dilletantischen Heavy Rock mit Hang zum Glam und einem Schuß Punk zelebrierten, für die Erwachsenen-Welt die Inkarnation frühreifer Schlampen waren und für die Teenager ein Fanal setzten, wenn es darum ging, gegen die Alten aufzubegehren, Konventionen zu brechen. Das waren die Runaways.
Übrig geblieben ist von den Mädels zum einen Joan Jet, die im Glam Metal eine ganz Große wurde und sich von oben bis unten in Leder gehüllt immer sehr hart gab. Streckenweise wirkte sie mit ihren kohlrabenschwarzen Haaren, den tiefen dunklen Augen und einem Gesicht, dem jegliches Lächeln abhanden gekommen war, sehr düster. Ihr feminines Gegenstück wurde die einstige Frontfrau der Runaways, Lita Ford. Auftoupierte blonde Mähne, viel Haut, Schickimicki-Klamotten und musikalisch im ganz seichten Melodic Metal-Bereich verwurzelt, wurde auch sie Anfang der 80er ein Top-Star in der Szene. Dies schaffte sie mit zwei Alben: „Out For Blood“ (1983) und „Dancin’ On The Edge“ (1984). Auch „Lita“ (1988) war noch ziemlich erfolgreich. Mit „Stiletto“ (1990) und „Dangerous Curves“ (1991) war kein Blumentopf mehr zu gewinnen, denn die Zeichen standen eh auf Grunge und Crossover. 
Dieser Entwicklung trug sie Rechnung mit ihrem Album „Black“ (1994), das zwar ein paar gute Songs enthielt, allerdings eine düstere und schwermütige Lita präsentierte, wie sie weder glaubwürdig erschien, noch daß sie jemand so haben wollte.
Das einstige Runaway-Blondchen ist allerdings nicht totzukriegen, denn dieser Tage kam ein Album in die Regale, das sich „Greatest Hits Live“ nennt und eben auch genau das ist: eine live präsentierte Best Of-Zusammenstellung. Natürlich werden die seichten, entschärften Nummern von Lita Ford nun nicht plötzlich Speed Metal-Kracher, aber der Ballast der einstigen schwulstigen Überproduktionen fällt von den Songs ab. Es sind leichtfüßige Rocksongs ohne großen Anspruch, die immer eingängige Melodien haben und von Lita ohne Abstriche professionell interpretiert werden. Und daß sie nicht nur einen geilen Arsch und propere Titten hat, beweist sie mit ihrem guten Gitarrenspiel. Also war die Klampfe auf den Platten-Covern doch nicht nur dekoratives Beiwerk. Zusätzlich gibt es noch ein neues Studio-Stück, „Nobody’s Child“, das ganz im Stile ihrer ganz frühen Alben produziert wurde und ein Hit werden könnte. Denn die Zeiten für Melodic Metal waren seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr so rosig.
„The Ripper“/“Nobody’s Child“

JUB

AIRBORN „Against The World“ 6
Remedy Rec/True Music., 2002

Airborn - Against The World

Piet Sielck hat mit Iron Savior bewiesen, daß es möglich ist, Produzent zu sein und dabei noch eine wirklich beachtliche Heavy Metal-Band am Start zu haben. Dabei geht ja eher das Gerücht, Produzenten seien ebenso wie Musik-Journalisten verhinderte Rock-Stars.  Sielck versteht sein Handwerk, und das scheint er zu wissen, denn offenbar hat er sich bei der Produktion des AIRBORN-Debüt-Albums gefragt, warum nur Iron Savior nach Iron Savior klingen soll. Und so verpaßte er der Musik der Italiener einen gehörigen Schuß des Stils seiner eigenen Stamm-Formation (bei „Wings“ trällert er hörbar mit), was dem AIRBORN-Material offensichtlich sehr gut getan hat, denn diese Band orientiert sich nach eigenem Bekunden eh am Power Metal deutscher Prägung. Außerdem ist das Gesamtschaffen der seit 1996 existierenden Band nicht so profund, um eine volle CD lang jene Ansprüche zu erfüllen, die sich AIRBORN mit Songs wie „Born To Fly“ oder „Wings“ stellen. Viel zu oft beherrschen Badewannen-Melodien die Stücke („New Hope“). Und wenn es ans Balladieren geht („Cry Now“) versagt der Vierer gänzlich. 
„Born To Fly“

JUB

DARK AGE „The Silent Republic“ 8
Remedy Rec/True Music, 2002

Dark Age - The Silent Republic

Meine Herren, sind die gut geworden. Nicht, daß das heißen soll, DARK AGE hätten schon mal eine schlechte Zeit erlebt. Aber vergleicht man ihr Debüt „The Fall“ mit der aktuellen Scheibe „The Silent Republic“, ist doch eine beachtliche Entwicklung zu erkennen. Vor allem ist dieses Dark Metal-Etikett längst nicht mehr zeitgemäß. Denn, was sich da in der Musik der Hamburger alles aus schwedischen und finnischen Soundschmieden tummelt, ist weitaus mehr, als nur „dark“. Es wird death metallisch agiert, dezent gothisch melodiert und immer mit heftigem Nachdruck Heavy Metal zelebriert. Und dabei gehen DARK AGE keineswegs zimperlich zu Werke. Immer wieder wird bei den Stücken auf „The Silent Republic“ ordentlich aufs Gaspedal getreten. Allerdings mal eben so einen Song durchzubrezeln, wäre der Band offensichtlich zu platt. Und so entstehen halt denn kleine Kunstwerke wie „Know Me Strong“. Hier gehen Brutalität, Melancholie und Melodie Hand in Hand. Dynamik scheint das Rezept. Und „Suicide Crew“ ist schlichtweg ein Hit und dürfte mit seinem zwingenden Refrain und dem herrlichen Gitarrenriff eigentlich der ultimative Live-Knaller sein. Höchstens noch getoppt von der absolut gelungenen Cover-Version des AC-DC-Klassikers „Hells Bells“. Solche Gassenhauer sind vor einem begeisterten Publikum immer eine feste Bank.
„Now Or Never“ 

JUB

DRAGONLAND „Holy War“ 4
Black Lotus Rec., 2002

Dragonland - Holy War

Dieser sogenannte symphonische Power Metal ist einfach nicht tot zu kriegen. Als könne man das Stratovarius-Labyrinth-Rhapsody-Sonata Arctica-Prinzip endlos variieren, tauchen immer wieder neue Bands auf, die melodiösen, speedigen Heavy Metal mit pseudo-klassischen Elementen aufpeppen und das Ganze in einen riesigen Bombast-Schwulst packen. Und interessanterweise sind das oftmals keine unbedarften Jungspunde, sondern gestandene Musiker, denen plötzlich die Idee zu einem Seiten-Projekt kam. Wie war das noch Mitte der 90er, als jeder Black Metal-Musiker wenigsten zwei Stammformationen und drei Projekte besaß? Wie sich die Bilder gleichen.
Und natürlich ist es heute nicht besser bestellt um den Symphonic Power Metal-Markt wie seinerzeit um die Black Metal-Szene: Irgendwann ist das Maß voll. Und DRAGONLAND gehören definitiv zu jenem Teil, der den Krug zum Überlaufen bringt. Da können die Referenzen noch so toll sein (Musiker von Nightshade, Prophanity und Sacrilege sind dabei), wenn man nicht ein kleines bißchen mehr zu bieten hat, als immer wiederkehrende Klischees, klappt das nicht mit dem Nachbarn.
DRAGONLAND sind in jeder Falte konsequent. Nicht nur, daß die Musik wie tausendmal gehört klingt, nein, man verpaßte sich auch diesen Drachen-Phantasy-Namen, gab der Platte ein typisches Schwert-Drachenschwingen-Cover und kommt mit Song-Titeln wie „Through Elven Woods And Dwarven Mines“ oder „Majesty Of The Mithril Mountains“ daher und hat gleich eine entsprechende Geschichte über das sagenhafte Drachenland im Gepäck. Gähn.
Wer davon nicht genug kriegen kann, bitteschön. Mir reichts langsam.
„Through Elven Woods And Dwarven Mines“ 

JUB

ARRIVAL „An Abstract Of Inertia“ 7
Edgerunner Rec, 2002

Arrival - An Abstract Of Inertia

Wenn eine Plattenfirma den Sound einer Black Metal-Band episch und majestätisch nennt, ist damit leider fast immer ein pompöser Keyboard-Teppich gemeint, und es kann mit aufgepusteten Bombast-Arrangements gerechnet werden. Das ist auch bei ARRIVAL aus Finnland nicht viel anders. Den Unterschied zu Kollegen wie meinetwegen Old Mans Child oder Susperia macht die Tatsache aus, daß die Finnen mit ihren Arrangements hin und wieder auf dem Teppich bleiben. Natürlich haben wir auch hier dieses ganz typische übertriebene Engagement, bei dem man an jeder zweiten Stelle ganz deutlich spürt, daß dort garantiert weniger mehr gewesen wäre, jedoch haben die Songs meist auch nach dem erstmaligen Hören nachvollziehbare Strukturen. Das geht sogar soweit, daß man „Under The Cloak Of Darkness“ und „Ardor For Euphoria“ einen Pop-Appeal wie seinerzeit „Tears Of Time“ von Crematory bescheinigen kann. Nur springt einen diese Attitüde bei ARRIVAL nicht gleich an, da die Musik zum einen aggressiver gespielt wird und der Gesang halt Black Metal-typisch kreischig ist. Speziell dieses doch vorhandene Gespür für eingängige Melodien führt dazu, daß diese CD nicht gleich nach dem ersten Durchlauf für immer im Schrank verschwinden muß. Im Gegenteil, nach einer gewissen Zeit ist man sogar bereit, einen Song wie das Titelstück der CD zum täglichen Begleiter auszuwählen.
„6th Day“

JUB

THE LORD WEIRD SLOUGH FEG „Traveller“ 7
Dragonheart/SPV, 2003

The Lord Weird Slough Feg - Traveller

Das ist NWOBHM in absoluter Reinkultur. Das trifft sowohl auf die ungewöhnliche Stimme von Mike Scalzi, die hochmelodiösen Heavy Metal-Songs als auch den nahezu altbackenen Sound zu. Bei den Twin-Leads werden Erinnerungen an Thin Lizzy und Iron Maiden wach (da trifft das Label-Info voll ins Schwarze), die Riffs haben was von Witchfynde, obwohl man hier wohl noch eine ganze Reihe anderer britischer Bands aus den frühen 80ern aufzählen könnte.
Das von THE LORD WEIRD SLOUGH FEG bekannte keltisch-folkige Element wurde auch auf der „Traveller“ wieder bemüht. „Baltech’s Lament“ und „Gene-ocide“ sind ganz klare Beispiele für diese Tradition.
Und auch wenn man sich mit den Songs wieder ganz irdischen Weisen bedient, geht es auf dem nunmehr vierten Album der Amis von der Westküste um eine vertonte Flash Gordon- oder Star Wars-Geschichte. Science Fiction halt. Nun, und wie schwer es ist, bei einem Konzept-Album einen roten musikalischen Faden beizubehalten und die Musik gleichzeitig abwechslungsreich zu gestalten ohne dabei übertrieben ans Werk zu gehen, ist bekannt. Der rote Faden ist bei Slough Feg durchaus erkennbar, auch wird „Traveller“ nicht unbedingt langweilig. Allerdings klingt der ein oder andere Song schon mal etwas bemüht, bleibt die Energie des Heavy Metal auf der Strecke (zum Beispiel „Curse Of Humaniti“). Auch freut man sich über die nostalgischen Klänge nur während der ersten drei, vier Songs. Spätestens dann bekommt man verdammt Lust auf die Originale.
„Vargr Moon“

JUB


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