An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen
- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" -
des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 11. Mai 2004/Sendung zum 300. Jubiläum


STORMWIND "Rising Symphony" 8
Massacre Records, 2003

STORMWIND - Rising Symphony

Wo STORMWIND draufsteht, ist auch STORMWIND drin. Einmal mehr tauchen die Schweden tief in den Ozean, der da Melodic Metal heißt, um mit reicher Beute wiederzukehren. In diesem Falle sind es wieselflinke, verspielte Leads und flotte Riffs. Darüber liegt ein leichtfüßiger, glockenklarer Gesang. Das Ganze wird angetrieben durch Doublebass-Getacker und flockige Breaks. Eine Rezeptur, die sich tausendfach bewährt hat. Doch wie viele Bands aus diesem Genre langweilen mit ihrer Version von Speed und Melodie? Eben. STORMWIND beweisen jedoch bei ihren Kompositionen ein geschicktes Händchen und gestalten ihre Musik absolut kurzweilig. Auch wenn die wahren Klassiker dieser Musik von anderen Bands geschaffen werden, kann man als Fan solcher Musik eine STORMWIND-Platte einmal mehr bedenkenlos kaufen und sich eine knappe dreiviertel Stunde gute Laune ins Haus holen.
"Touch The Flames"
www.stormwind.nu

THOMAS

DREAMSCAPE "End Of Silence" 3
Massacre Records, 2004

DREAMSCAPE - End Of Silence

Wenn eine Band für sich den Anspruch erhebt, progressiv zu sein, erwartet man Musik, die einen verblüfft, die songschreiberisch und technisch die Mäuler der Zuhörer sperrangelweit offen stehen läßt. Daß die Band neue musikalische Wege beschreitet oder zumindest schon erschlossenes Terrain komplett umkrempelt. Nun, das machen DREAMSCAPE nicht. Gute Musiker sind sie zweifelsohne, doch ist an ihrer Musik nichts Außergewöhnliches zu finden. Langweiler-Hoppel-Riffs werden mit unspektakulärem Gitarrengefiedel unterlegt und wechseln ziemlich berechenbar in Keyboardgewaber, das so interessant ist wie das Storyboard der Lindenstraße. Frontmann Roland Stoll kann zwar fast wie James LaBrie singen, das rettet die Musik aber auch nicht aus dem Mittelmaß der unzähligen Bands, welche nach Progressiv „light“ klingen. Zwar versuchen DREAMSCAPE, Überraschungsmomente zu erschaffen, doch leider haben viele andere Bands schon vorher verraten, wo sie zu finden sein werden.
"Silent Maze"/"All I Need"
www.dreamscape.de

THOMAS 

FINNTROLL "Nattfödd" 10
Century Media/Ranka Publ., 2004

FINNTROLL - Nattfödd

Genial, einzigartig und unglaublich. FINNTROLL sind eine der wenigen winzigen Oasen in der endlosen Sandwüste der Metal-Veröffentlichungen dieser Tage. Wer dieser Band noch nie sein Ohr geliehen hat, der muß dies schleunigst nachholen. Ihm könnte sonst eine der innovativsten und zugleich witzigsten Musikergemeinschaft entgehen.
Dabei ist die Musik leicht erklärt: Hier gehen Black und Viking Metal mit finnischer und russischer Folklore eine Symbiose ein. Was mag daran so unglaublich sein. Ganz einfach: Während viele andere Bands den Metal (welcher Art er auch immer sein mag) parallel zu den Folklinien erarbeiten und dann beides auf ganz unterschiedliche Art zusammenfügen, scheinen FINNTROLL eine traditionelle Musik entdeckt zu haben, die schon vor hunderten Jahren mit elektrisch verstärkten Gitarren, Blast-Drums und Röchelgesang zelebriert wurde. Probiert einfach den Opener "Människopesten" aus, und Ihr schwingt das Tanzbein, klopft Euch auf die Schenkel oder hakt spontan Euren Nachbarn unter, um aufs Ausgelassenste mitzuschunkeln. Was da so fröhlich aus den Boxen perlt, nennt sich Humppa und ist eine Art finnischer Polka. Und wer hätte gedacht, daß sich diese Musik eines Tages mitten in der Metal-Szene wiederfindet.
FINNTROLL können es zwischendurch natürlich auch etwas getragener, wie "Nattfödd" und "Grottans Barn" beweisen. Dramatisch klingt es nach all den lustigen Weisen dann am Anfang von "Det Iskalla Trollblod", löst sich aber schon bald wieder in wildes Folk-Gewirbel auf. Am Schluß gibt es dann gar noch ein verträumtes und wunderschönes Akustikgitarrenstück.
So spaßig diese Musik auch ist, so tragisch ist die Geschichte der Band. Nach einer durchzechten Nacht erfanden einst Somnium und Katla 1997 diese aberwitzige Musik. Allerdings sind die beiden Urväter nicht mehr Bestandteil ihres Babys. Katla verlor wegen eines Tumors an den Stimmbändern die Fähigkeit zu singen, und Somnium verstarb im vergangenen Jahr. Ihm zu Ehren und zur Genugtuung Katlas sollten FINNTROLL in den Heavy Metal-Olymp aufsteigen und nimmer vergessen werden.
"Fiskarens Fiende"
www.finntroll.net

JUB

RICHIE KOTZEN "Change" 10
Frontiers Rec., 2003

RICHIE KOTZEN - Change

Lange Zeit war dieser Mann lediglich dafür berühmt, daß er bei Poison Gitarre spielte und von C. C. De Ville eins aufs Maul bekam, weil er diesem dessen Freundin ausgespannt hatte. Daß es sich bei Kotzen allerdings um einen hervorragenden Gitarristen handelt, war kaum noch der Rede wert. Was sollte ein starker Klampfenmann auch bei Poison.
Mit seiner Solo-Scheibe "Change" hat RICHIE KOTZEN jedoch bewiesen, daß er durch und durch ein Virtuose ist. Sein Gitarrenspiel ist vereinnahmend, sein Gesang perfekt. Das beweist bereits der Opener "Forever One", der als Alternative-Nummer angelegt mächtig ins Gebälk schlägt. Starker Gitarren-Groove mit einer begnadeten Gesangsmelodie. Ähnlich auch "Get A Life". An Extremes "Whole Hearted" scheinen "Change" und "Shine" angelehnt, wobei uns Kotzen bei "High" (gibt es am Ende noch einmal nur mit Akustik-Gitarre quasi nackt) und "Good For Me" bluesig kommt. Latino-Einflüsse belebt "Am I Dreamin'", und das Instrumental "Unity" ist der pure Jazz. Damit aber nicht genug: "Deeper (Into You)" ist eine angefunkte Pop-Nummer, die mit dem Disco-Funk-Stück "Fast Money Fast Cars" noch getoppt wird. Und das alles wird von grandiosen Melodien zusammengehalten, die einen garantiert nicht wieder loslassen. Erstaunlich das Ganze.
"Fast Money Fast Cars"
www.richiekotzen.com

JUB

SOLEMNITY "King Of Dreams" 8
Remedy Rec./True Music Promo., 2003

SOLEMNITY - King Of Dreams

SOLEMNITY sind zurück und mit ihnen die guten alten 80er Jahre. Absolut unbeeindruckt von den Entwicklungen, die in den 90ern stattfanden und sich heute fortsetzen, sprich dem sich Herauskristallisieren neuer Stilrichtungen, der Verquickung mit genrefremden Einflüssen und frei vom "Höher-Schneller-Weiter"-Gedanken, zimmerten sie eine waschechte Old-School- Metal-Platte ein. Soweit so gut, doch großer kommerzieller Erfolg wird sich mit dem Album sicherlich nicht einstellen. Denn glücklicherweise sind SOLEMNITY zu kauzig, um ähnlich wie Hammerfall von der breiten Masse geliebt zu werden. Die Melodien der Deutschen klingen nicht allzu eingängig oder gar nett, sondern eher etwas befremdlich. Bestes Beispiel ist der Song "Vampire's Dance". Hier entwickelt sich so etwas wie Eingängigkeit eher schleichend. Nicht wenige Bands, die ähnlich arbeiteten, werden heute als Kult gehandelt. Von eben einer solchen Band, Manilla Road, coverten die Musiker um Sänger Sven The Axe den Song "Spirits Of The Dead". Auch wenn die Epik der Amis aus dem Speed Metal SOLEMNITYs auffällig heraussticht, wirkt der Song nicht wie ein Fremdkörper. Einmal mehr beweisen SOLEMNITY Geschmack, was die Auswahl der Songtitel anbelangt, so sind "Fire In Mainstreamland" und "In Dubio Pro Sathanas" zu Tränen rührender Kult. Erstgenannter Song wird als Hidden Track noch einmal von seinen Schöpfern als Verballhornung runtergerasselt, bei dem sich einmal mehr zeigt, daß eben nur echte Sachsen sächseln können.
"In Dubio Pro Sathanas"
www.solemnity.de

THOMAS

GUERRILLA "Promo 2004" 8
Eigenproduktion, 2004

Warum diese Band in Underground-Kreisen (logischerweise vornehmlich bei den Thrash Metal-Fans) in aller Munde ist, belegt sie nachdrücklich mit ihrem neuen Material. Diese Vier-Songs-Promo serviert mit "Guardian Demon" eine Thrash Metal-Granate erster Sahne: rasant, wütend und steinhart. Ungewöhnlich werden GUERRILLA bei "Greed", wo Megadeth-Sounds auf Crossover- und Hardcore-Anflüge treffen. "Clemency" - ein in spanisch gesungener Song - überrascht mit einem Progressiv-Intro und hält auch im weiteren Verlauf, was er am Anfang verspricht: Blast-Hacker reihen sich an zur Bewegung zwingende Groover. "Imperial Gloom" ist am Ende wieder etwas typischer. Somit hat diese Promo quasi eine kleine musikalische Rahmen-Handlung. Die zu diesen Songs gehörende Full Length-Scheibe solltet Ihr unbedingt antesten, denn sie könnte ein absoluter Bomber werden.
"Guardian Demon"
www.guerrilla-metal.com

JUB

BALLISTIC "Ballistic" 8
Metal Blade, 2003

BALLISTIC - Ballistic

Wenn sich die galoppierenden Speed-Gitarren von Helloween (inklusive Kai Hansen-Anflüge), die nervöse Hektik Ravens und die Theatralik Gwars verbinden, könnte man einmal mehr ob dieser merkwürdigen Mischung einen lieblos gemixten Klangbrei vermuten. Dem ist in Sachen BALLISTIC allerdings nicht so. Im Gegenteil. Diese Ami-Band, die 2000 gegründet wurde und hier ihr Debüt vorlegt, spielt einen äußerst aufregenden Heavy Metal, der beim ersten Hören schon mal auf den Sack gehen kann, da nichts läuft, wie man es erwarten könnte. Aber sobald man sich dazu hinreißen läßt, sich ein wenig konzentrierter mit diesem Album zu beschäftigen, kann man ein nahezu unendliches Feld beackern. BALLISTIC wirken vielleicht auf der einen Seite zerfahren, am Ende machen all diese Kapriolen in den Songs wirklich Sinn - und vor allem Spaß. Denn den Musikern ist der Humor durchaus anzuhören.
Hier sind übrigens nicht irgend welche Nachwuchs-Kollegen am Werk, sondern absolut gestandene Szene-Größen. Das beginnt bei Tom Gattis (Gesang/Gitarre), der 1978 mit der Band Deuce begann, später mit Marty Friedman durch die Clubs tingelte und schließlich Tension ins Leben rief. 
Rikard Stjernquist (Schlagzeug) gehört den legendären Jag Panzer an, Tim O’Connor (Bass) ist ein alter Kollege von Tom Gattis, stieg er doch 1986 bei Tension ein. Lediglich Petio Petev (Gitarre) ist als in die Staaten eingewanderter Bulgare ein eher unbeschriebenes Blatt.
"Call To Armageddon"
www.gattismetal.com

JUB

ENDLESS DISTRUST "Colours Of Death" 8 (BANDS BATTLE-BAND 2004)
TTS Media Musik/Alive, 2002

ENDLESS DISTRUST - Colours Of Death

ENDLESS DISTRUST haben den Kuschelfaktor eines Nagelbretts, die Sanftheit einer Abrißbirne und sind herzzerreißend liebenswert wie ein verrotteter Penner, der einen auf den Schoß kotzt. Und trotzdem: dieser mit Grindcore-Elementen durchmischte US-Death Metal hat etwas ungemein Anziehendes. Vielleicht ist es die alles niedertrampelnde Brutalität des Dargebotenen, vielleicht sind es auch die unmenschlichen Growls von Toralf Bornhöft. Oder das musikalische Disaster, das manchmal klingt als würde das Trio mit seinen Instrumenten wild um sich schlagen.
Wer sich in der Label-Landschaft ein bißchen auskennt, könnte sich unter Umständen davon abgeschreckt fühlen, daß ENDLESS DISTRUST ihr "Colours Of Death" über TTS Media Musik veröffentlichten, denn aus diesem Hause ist man selbst in den härteren Bereichen eher Leichtkost gewöhnt. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Und so seien ENDLESS DISTRUST Morbid-, Forensick- oder Obscene-Käufern empfohlen. Denn mit dem, was sich im Grind/Death-Sektor in Mitteleuropa so herumtreibt, können diese Beserker, die es mittlerweile schon seit 1990 gibt, locker mithalten.
"Change The Goverment"
www.endlessdistrust.de

JUB

MÄGO DE OZ "Gaia" 9
Locomotive Music, 2003

MÄGO DE OZ - Gaia

Die Anzahl derer, für die das Thema Skyclad seit dem Weggang von Martin Walkyer Richtung Sabbat erledigt ist, dürfte sicherlich groß sein. Doch diesen Leuten kann geholfen werden. MÄGO DE OZ aus Spanien zaubern mit ihrem neuen Album eine herrliche Symbiose aus Dramatik und Melodie aus ihren zahlreichen Ärmeln. Das Oktett bereichert seine breit angelegten Heavy Metal-Hymnen, ähnlich wie die Briten, mit vorzüglichem Violinenspiel. Doch die Iberer als bloße Skyclad- Ersatzband abzutun, wäre falsch. MÄGO DE OZ haben noch mehr zu bieten. Maiden-lastige Melodieführung trifft auf Tiamatsches Schwelgen in wabernden Klangkonstrukten, um sofort in ein stampfendes Metalbrett mit Flötenbegleitung umzuschlagen. So geschehen im Song "Alma". Wenn die Band mehr zu bieten hat, warum der Skyclad-Vergleich, werden einige denken. Nun, wenn sich die Wege von Gitarre und Violine kreuzen, fühlt man sich sofort an die Werke der Briten erinnert. Das macht jedoch nur eine Facette im Gesamtsound der Band aus. MÄGO DE OZ nehmen sich von jedem erfolgreichen Sound aus der Metal-Historie etwas weg. Hammond-Orgel, doppelte Leadgitarren, die Verquickung von Metal und Folk, Savatage-ähnliche Melodieaufbauten, einen Schuß Led Zeppelin. Das alles wird zu einem 72minütigen und dennoch kurzweiligen Mahl zubereitet und mit einem textlichen Konzept serviert. Schade nur, daß das Verstehen dieser Texte durch das Vortragen in der Landessprache der Band von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Das Album kommt in der Erstauflage als Digibook mit 36-seitigem Booklet und Bonus-DVD. Es wird Euch also was fürs Geld geboten. Nicht schlecht, Herr Specht.
"El Arbol De La Noche Triste"
www.magodeoz.com

THOMAS

GOREZONE "Promo 2004" 8 (BANDS BATTLE-BAND 2004)
Eigenproduktion, 2004

GOREZONE - Promo 2004

Wenn sich eine Band auf den Grind-Pfad begeben hat, muß sie sich erst einmal in den Pfützen suhlen. So handhaben es auch GOREZONE, denen das gnadenlose Gemetzel auf "Erase The Scum" (siehe Abgehört von 9. Dezember 2003) längst nicht genug war. Das neue Material dieser Band kommt mit noch mehr Futt. Auch wenn "Fuck You" auf diesem Vier-Track-Teil geradezu einen Ruhepol markiert (für viele Extrem-Bands wäre das Stück immernoch das totale Getobe), bleibt der Eindruck, als stürze ein Haus in sich zusammen. Dabei bleibt der kurze Gruß in die Death Metal-Ecke durchaus bestehen. Ich wette, es gibt eine ganze Reihe von Grind-Fans, die solch ein starkes Gerödel einer deutschen Band nicht zugetraut hätten.
"Bunker Buster"
www.gore-zone.de

JUB

ADAGIO "Underworld" 8
Wagram/NTS Rec.,2003

ADAGIO - Underworld

Geht es um ADAGIO, spricht man hauptsächlich vom Multiinstrumentalisten und Sänger Stephan Fortè.
Der rührige Franzose begann, kaum daß der Vorgänger "Sanctus Ignis" im Jahre 2000 veröffentlicht wurde, mit der Komposition des Zweitwerks "Underworld". Damit hat er sich zwar ordentlich Zeit gelassen, doch wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. In der Prog-Szene haben sich ADAGIO mit ihrem Erstling einen soliden Namen geschaffen. Doch wer jetzt glaubt, daß es sich bei "Underworld" um eine weitere Standard-Platte aus einem starren Genre handelt, liegt nicht ganz richtig. Zwar sind die Kompositionen mit technischen Finessen reich bestückt und erreichen schon mal die 13-Minuten-Spielzeit, doch sind sie mit einer unheilvollen, manchmal bedrohlichen Atmosphäre gesegnet, die nicht von ungefähr kommt. Fortè ist nämlich ein begeisterter Fan von solchen Bands wie Carcass, Dismember, Suffocation, Pestilence und Death. Was nicht heißen soll, daß auf "Underworld" nun Death Metal zelebriert wird. Doch ist der Gitarrensound verdammt tief gehalten. Bei "From My Sleep...To Someone else" wird schon mal mit Blastbeats gearbeitet und RMS Hreimarr von Anorexia Nervosa darf ein paar Zeilen einsingen. Begeistert von der Orchestrierung auf Dimmu Borgirs "Puritanical Euphoric Misanthropia" hat Fortè den Grundgedanken beibehalten und "Underworld" ähnlich dramatisch arrangiert. Das paßt mit dem anspruchsvollen Songwriting und der progressiven Ausrichtung der Platte hervorragend zusammen und macht „Underworld“ zu einer Platte, die entdeckt werden will. Nach etwa sechs Durchläufen hat man aber die Schale geknackt und wird mit ungewöhnlicher, guter Musik belohnt.
"Underworld"
www.adagio-online.com

THOMAS

TAROT "Suffer Our Pleasure" 7
Spinefarm, 2003

TAROT - Suffer Our Pleasure

Manche werden es nicht wissen, aber die Finnen haben schon in den 80ern versucht, in der Heavy Metal-Szene mitzumischen. TAROT sind ein Beispiel für dieses Mühen, denen allerdings nie wirklich Erfolg beschieden war. Ihr erstes Album legte die Band 1986 vor ("Spell Of Iron"). Seitdem erschienen fünf weitere Scheiben, denen sich mit "Suffer Our Pleasure" ein weiteres Werk hinzugesellt. Und es wird hörbar Qualität abgeliefert. Heutzutage würde man sagen: Logisch, sind ja Finnen. Allerdings bewegen sich die Typen um das Brüder-Paar Marco und Zachary Hietala weder im Death oder Black noch im Gothic Metal-Bereich, sondern beschreiten den Weg des straight nach vorn gespielten Heavy Metal, denn auch die pompöse Stratovarius-Richtung ist den Herren nicht zuzuordnen. Auch wenn TAROT zum Beispiel bei "Of Time And Dust" abgehoben wie Queensryche klingen, sind sie doch meist recht bodenständig. Vor allem die Songs in der ersten Hälfte der CD haben Esprit. Hinten raus werden die Finnen ein wenig nachlässig, klingen die Stücke dann doch etwas arg zurechtgezimmert. Ihr bräuchtet nur "Undead Son" und "Convulsions" gegenüberstellen und würdet auf zwei songwriterische Herangehensweisen stoßen. Auf der einen Seite die songdienliche Eingängigkeit, auf der anderen das Bemühen, aus einer zweitklassigen Melodie das Letzte herauszukitzeln. Richtig schlecht ist das Zeug von TAROT aber zu keinem Zeitpunkt.
"Undead Son"
www.wingsofdarkness.net

THOMAS

SEDATIVA "Forgotten Fun" 5
Moonstorm/EFA/NSM, 2002

SEDATIVA - Forgotten Fun

Elektronische Kühle als treibendes, monotones Grundgerüst plus heavy rockende Gitarrenmusik - das haben schon viele probiert und einige erheblichen Erfolg damit gehabt. SEDATIVA hat sich den Gewinnern mit ihrem "Forgotten Fun"-Album zu Recht nicht anschließen können. Dafür ist die gesamte Scheibe viel zu lieb und gebremst. Es gibt ein paar wirklich hübsche Song-Ideen, die aber meist auf halbem Weg abgebrochen werden. Nehmen wir nur "Plastique", das mit einem ruppig rappenden EdMyer beginnt, der dabei gar Clawfinger-Erinnerungen weckt. Allerdings explodiert der Refrain nicht in einer aggressiven Gitarrenwucht, sondern macht lediglich "Puuuup". Das schmälert das Hörvergnügen gewaltig, da die Scheibe von Song zu Song immer vorhersehbarer wird. Ich glaube, hier hätte ein cleveres und geschicktes Produzenten-Händchen Wunder wirken können. So sind ein paar gute Nummern leider mal eben so verschenkt worden.
"Chemistry"
www.sedativa.de

JUB

S.A. ADAMS "Mutated" 4
Hardware/Alive/TTS, 2003

S.A. ADAMS - Mutated

Hatte ich S.A. ADAMS' Vorgängerscheibe "Stovepipe" noch recht gut als rotzige, nach Bier und Schweiß stinkende Metal-Platte mit "Scheißegal-Attitüde" in Erinnerung, war die Freude über eine neue Scheibe aus dem Lager der Amis recht hoch. Doch die Ernüchterung folgte alsbald. "Mutated" hat beileibe nicht das Feuer im Arsch wie noch der Vorgänger. Und das liegt nicht nur an der kraftlosen Produktion von "Mutated". Songs wie etwa "The You Show", "Growing" oder "Stand Down" hätten starke Knaller werden können, hätten die Drei etwas mehr mit den Tempi experimentiert. In der jetzigen Fassung klingen die Songs jedoch wie ein schwerbeladener LKW beim Befahren einer Bergstraße Richtung Gipfel. "The Haunting" und "Back To You" sind die einzigen Songs der Platte, auf die dieses Empfinden nicht vollkommen zutrifft. Komische Scheibe. Als Bonustracks sind noch drei Pre-Mixe von Nicht-Album-Songs auf der Scheibe vertreten.
"The You Show"
kickme.to/saadams

THOMAS

SEELENSCHMERZ "Auf Gedeih und Verderb" 3
Eigenprodunktion, 2003

SEELENSCHMERZ - Auf Gedeih und Verderb

Meine erste Begegnung mit dieser Band liegt mehrere Jahre zurück, als SEELENSCHMERZ im Rahmen einer INTERREGNUM-Party auftraten. Die Musiker haben sich durchweg als äußerst sympathische Zeitgenossen erwiesen, ihre Produkte klangen schon damals recht eigenwillig. Das hat sich auch mit "Auf Gedeih und Verderb" nicht geändert.
Es existiert so manche Band im Heavy Metal-Zirkus, die es peinlichst vermeidet, in klaren Songstrukturen zu arbeiten. SEELENSCHMERZ hält es ähnlich. Nur ist ganz deutlich zu vernehmen, daß es der Band einfach an einem Songschreiber mangelt, der all die Ideen-Fragmente irgendwie zusammenbringt. So bleibt am Ende nur ein abstruser Gothic-Brei.
Am Beispiel "Eine Geschichte", der Opener, wird sofort deutlich, was das Problem der Erzgebirgler ist, denn dieser recht poetisch angelegte Text hat zu keiner Zeit eine adäquate Umsetzung erfahren. An den unpassendsten Stellen wird gepreßt gebrüllt, gekreischt oder auch mal clean gesungen. Diese Dreiteilung hätte Sinn, wäre sie den drei Figuren, die in diesem Lied zu Wort kommen, zugeordnet. Das ist aber nicht der Fall. Meister Willkür scheint am Werk gewesen zu sein. Zum Beispiel folgende Passage: "Ja, Du hattest Furcht, er war Dir überlegen/Du warst verstört/Deshalb hast Du nur das Lamm berührt/Denn er sah Dich nicht an/Berichte, was geschah dann?" Keyboarderin Susan brüllt diese Worte, als würde sie gerade ausgepeitscht. Warum? Ich lese da keine Dramatik heraus. Hier handelt es sich lediglich um einen analysierenden Einschub, der mit einer Frage endet.
Desweiteren umweht das Lied ständig ein Keyboard-Schleier, der eine Melodie zu sein scheint, am Ende aber nur vor sich hin wabert.
Bei "Schattenseite des Lebens" das gleiche: Wieder fragt man sich, warum verändern sich an bestimmten Stellen Rhythmus und Tempo, wird plötzlich clean gesungen? Zur Dramaturgie der textlichen Aussage paßt das keinen Moment. Auch gewinnt das Lied an keiner Stelle an Wirkung.
Dann der beste Text des Albums, "Der Kärrner". Hier hätte man ein herrliches Stück entwickeln können, das meinetwegen mit mittelalterlichen oder folkigen Passagen die Tragik der Geschichte erhärtet hätte. Aber Fehlanzeige: Unmotiviert wird vor sich hin arrangiert.
Sprung zu "Mutter Erdes Kinder". In diesem Stück wird deutlich, daß die unglückliche Wirkung der Songs von den limitierten Fähigkeiten einiger Musiker von SEELENSCHMERZ noch unterstützt wird. Denn Enricos Gesang ist im cleanen Bereich sehr, sehr schwach.
Schließlich fehlt der Band eine klare inhaltliche Linie, die die musikalische Umsetzung begründet. Während die meisten Texte rückbesinnend, mystisch und alte Werte beschwörend ausgerichtet sind, platzt da plötzlich mit "Andacht" ein Stück dazwischen, das sich mit Landstraßen-Rasern beschäftigt. Das funktioniert so nicht.
Schade, denn die Ambitionen der Band sind immens. Allerdings sollten sich die SEELENSCHMERZ-Leute für das nächste Werk von der zwanghaften Überfrachtung ihrer Songs lösen und einfache Elemente wählen. Eine schöne Melodie tut es ebenso wie ein einfacher Text mit klarer Aussage, der obendrein singbar erscheint.
"Sterbelager"
www.seelenschmerz.privat.t-online.de/Seelenschmerz/home.htm

JUB

ANTAGONIST "Perfect Human Comprehension" 9 (BANDS BATTLE-BAND 2004)
Eigenproduktion, 1999

ANTAGONIST - Perfect Human Comprehension

Wenn diese Jungs nach ihrem Debüt "Perfect Human Comprehension" immer noch kein neues Album am Start haben, dann liegt es daran, daß sich noch kein Label fand, ANTAGONIST dies zu ermöglichen. Und allein diese Tatsache sagt alles über die deutsche Label-Politik. Denn mit dieser Bremer Band hat Deutschland ein Kleinod in seinem Underground, der jedes Mal, wenn er zum Vorschein kommt, gleißend erstrahlt. Gut, da kann man gegenhalten, daß der große Thrash-Revival nie einsetzte. Allerdings gibt es trotzdem genügend Thrasher (vor allem aus dem Ausland!!), die in Teutonien gut verkaufen. Desweiteren könnten Krümelkacker an ANTAGONIST bemängeln, daß dieses thrashige Old School-Zeugs nicht gerade vor Innovation strotzt. Das ist allerdings spätestens seit 1975 nicht mehr Pflicht, um Anerkennung finden zu dürfen. Denn Vorhandenes auf eigene Art und Weise zu interpretieren ist meist viel besser, als Neues erfinden zu wollen und dabei permanent an Grenzen des eigenen Vermögens zu stoßen.
Und dann gibt es immer die Möglichkeit, unverkennbar zu sein. ANTAGONIST erreichen dieses Prädikat sicher nicht durch ihre Gitarrenarbeit, die tadellos ist (zum Beispiel "Gathering Storm"). Auch nicht durch die Songs, die durch die Bank zu gefallen wissen (unter anderem "The Traveller"). Vielmehr haben sie mit Michael Simon einen Sänger in ihren Reihen, der einem Gesangsstil frönt, wie ich ihn nie zuvor gehört habe. Abgesehen davon, daß er sich grundsätzlich bis zum Dickdarm alles aus dem Hals herausgeifert, verfügt Simon über einen Schreiton, der zwischen jammervoll, brunftig und verreckend klingt. Selten war Gesang so eindringlich wie hier. Testet "Angry Mob" an. Hier zelebriert der Shouter seine Hals-Akrobatik ziemlich zeitig und häufig. Wer extreme Gesangsstile mag, der wird ANTAGONIST lieben.
"The Traveller"
www.antagonist.info

JUB

VOODOMA "Dimension V" 7 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2004

VOODOMA - Dimension V

Melodic Metal ist definitiv die Schublade, in die VOODOMAs "Dimension V" abgelegt werden kann. Und allein dieses Prädikat sollte Freunde dieser Musik aufhorchen lassen, denn Deutschland hat auf diesem Sektor nicht gerade viel zu bieten. Und wenn mir da Pink Cream 69 oder Domain einfallen, haben die aber noch lange nichts mit VOODOMA zu tun. Denn diese Band aus dem Raum Düsseldorf klingt bei weitem nicht so ausgelassen und fröhlich, wie es uns vor allem der Ami-Melodic-Metal seit 25 Jahren vormacht. Für eine latent düstere Stimmung - bei aller beschwingten Melodieführung - sorgen neben der Stimme von Micha auch Gothic-Bezüge á la Sisters Of Mercy oder The Name ("Walking In Fear"). Die Gitarren transportieren nicht selten schwermütige Weisen, die ein straightes Nach-vorn-Rhythmieren nahezu verbieten. Für Autobahnfahrten und sonnige Mittelmeerstrände ist diese Musik schon mal nicht gemacht. Hier geht es auch textlich nicht um Möpse, Mitternächte und Mega-Partys, sondern Futter für das Gehirn wird serviert ("Jesus Crime (The Second Time)", "Illusion Of Life", "Utopia").
Die Qualität der Songs schwankt, wenn auch nicht erheblich. Wenn "Salvation Calling", "Jesus Crime" und "Bound" echte Hits sind, bleibt es mit "Illusion Of Life" bei einem Balladenversuch, ist "Stronger (Far Away)" als Slowmotion-Nummer etwas schwerfällig und kommt der als schwungvoll gedachte Refrain bei "Crucify Me" noch etwas hausbacken. 
Das tut der Gesamtwirkung dieses 55minütigen Albums in exzellenter Soundqualität kaum Abbruch. Mehrmals gehört, ist es im Großen und Ganzen ein echter Ohrwurm.
"Salvation Calling"
www.voodoma.com

JUB

SECRETUM "Happy Happy Killing Time" 8 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Metal Age Productions, 2003 

SECRETUM - Happy Happy Killing Time

Berlin scheint ein nie versiegender Quell hochkarätiger Underground-Metal-Bands zu sein. Depressive Age, Post Mortem, Nuclear Tribunal, Dies Ater, Desert Rain, Harmony Dies, Fatal Embrace, und und und... Egal ob bereits aufgelöst, noch aktiv oder gerade im Kommen - in der Hauptstadt ist in Sachen Heavy Metal-Bands kein Stillstand in Sicht. Nun sollte man sich einen weiteren Namen unbedingt merken: SECRETUM. Die mittlerweile zum Quintett aufgestockte Band hat unlängst ihr Debut-Album "Happy Happy Killing Time" veröffentlicht. Dieser, noch als Trio eingespielte Kracher wartet mit bissigem Thrash Metal der Marke Defleshed auf. Speed regiert auf ganzer Linie. Flankiert von rasenden Riffs, die mal an die gute alte Bay Area–Schule erinnern bzw. einige Death Metal-Bands alt aussehen lassen, rüpeln sich die Herrschaften durch die acht Songs der Scheibe. Auch wenn die Stücke mitunter recht hektisch wirken, der rote Faden in den Kompositionen geht nie verloren. Bei den Stücken "Loss Of Blood" und dem Titelsong schaffen es SECRETUM, gar Thrash-Hymnen für die Ewigkeit zu erschaffen. Nur der neunte Song, ein Remix des Stückes "Don't Look Now" ist ein wenig suspekt. Als Experiment nett gedacht, doch öfter als zweimal hört sich das sicher keiner an. Dann fängt es an zu nerven, und die Lade des Players öffnet sich, bevor die Scheibe zu Ende ist. Ansonsten ist "Happy Happy Killing Time" eine starke Scheibe.
"Stronger Than You"
www.secretum.de

THOMAS

NACHTFALKE "Land Of Frost" 8
Christhunt Prod., 2003

NACHTFALKE - Land Of Frost

Black/Pagan Metal im klassischen Sinne servieren uns NACHTFALKE auch auf ihrer dritten CD "Land Of Frost". Dabei hat die Band ein Niveau erreicht, daß aufhorchen läßt. Oder besser, es läßt einen entspannt die Musik genießen, denn sowohl Sound, Melodien und erzeugte Stimmungen verdeutlichen Musiker, die wissen, sich in ihrem Metier sicher zu bewegen. Da ist es überhaupt nicht schlimm, daß sich NACHTFALKE immer noch etwas an Bathory orientieren. Besser können Vorbilder kaum sein. Witzig finde ich das Power Metal-Stück "Land Of Frost" (sogar mir Eierkneif-Schrei). Natürlich agieren NACHTFALKE hier gewohnt rauh und haben durchaus einen Hang zum Oi-Punk, dieses Power Metal-Feeling bleibt aber irgendwie immer bestehen. Sehr unterhaltsam.
"Land Of Frost" machen sieben Nummer auf dieser CD aus. Die anderen fünf Stücke sind altes Demo-Material. Auf dem mir zur Verfügung stehenden Infokram sind keine nähreren Angaben dazu enthalten. Das Zeug klingt vom Sound ähnlich räudig wie Mayhems Pure Fucking Armageddon und ist definitiv im Black Metal angesiedelt, der anfangs noch mit Death Metal-Schwere angereichert war und sich auch mal Doom-Passagen erlaubte.
"Immortal Home"

JUB

U.D.O. "Thunderball" 8
AFM Records, 2004

U.D.O. - Thunderball

Obwohl Udos neue CD furios mit dem Uptempo-Kracher und Titelsong beginnt, kann man bei "Thunderball" zweifelsohne von der U.D.O.-Platte sprechen, die sich am dichtesten am Schaffen von Accept orientiert. Nicht, daß Accept keine Kracher abgeliefert hätten, mitnichten, doch verbindet man mit diesem Namen eher den typischen, stampfenden Teutonen-Metal. Ein Klischee, das wohl von keiner anderen Band so stark geprägt wurde. "The Arbiter", Song Nummer zwei auf der CD, ist eben genau so ein Song. Er hätte auch auf "Balls To The Walls" stehen können. Doch ob Vergangenheit oder Gegenwart, eins begleitete Udos Karriere schon immer: das goldene Händchen für unsterbliche, ergreifende Melodien. Das schlägt sich auf dieser CD erheblichst bei der Hymne "The Land Of The Midnight Sun" nieder. Hier bilden einmal mehr die ans Herz gehenden Gitarren, die zwar schwermütig, doch nie verdrießlich klingen, das Fundament für den sofort ins Ohr gehenden Refrain, der live sicher eine große Zukunft hat. Der nächste Knaller ist "Trainride In Russia", eine Hommage an die russischen Fans. Hier wird das Akkordeon ausgepackt und Heavy Metal mit russischer Folklore gekreuzt. Liest sich komisch, klingt aber geil. Da auch der Text halb englisch, halb russisch vorgetragen wird, haben U.D.O. hier was für die Völkerverständigung getan und müssen diesen Song jetzt sicher jeden Abend live spielen, wenn wieder Konzerte in Putinland anstehen. Wenn man die letzten Veröffentlichungen U.D.O.s kurz charakterisieren möchte, kann man sagen, daß "Holy" das hochmelodische, verspielte Metal-Brett war, "Man And Machine" etwas kühler und stampfend ausgefallen ist, und nun "Thunderball" die rockigere der drei Scheiben ist. Eine klasse Scheibe, auch wenn sie nicht ganz an "Holy" heranreicht. 
"The Arbiter"
www.udo-online.de

THOMAS

DOOMSWORD "Let Battle Commence" 9
Dragonheart/SPV, 2003

DOOMSWORD - Let Battle Commence

Für Opener haben diese Italiener ein goldenes Händchen: "Heathen Assault" ist wie die Eingangsnummer auf dem Vorgänger "Resound The Horn" (siehe Abgehört vom 1. April 2003) hymnischer Doom Metal in Vollendung. Die Melodie, von Deathmasters klagenden Vocals getragen, packt einen schon in den ersten Noten. Und trotz des unverkennbaren Epic-Anspruchs werden DOOMSWORD nie bombastisch. Der Sound bleibt durchgehend rauh und transparent. Denen klebt der Dreck vom Schlachtfeld noch an den Klamotten.
"In The Battlefield" ist zu einem eindringlichen Stampfer geworden, der für DOOMSWORD-Verhältnisse einen Midtempo-Rocker darstellt. Und auch "Wooden's Reign" steht den beiden ersten Songs in nichts nach. Vor allem die gänsehäutenden Hornklänge, die immer irgendwie an Bathory erinnern, gehen ans Herz. Obendrein kommt uns dieses Stück mit einem nahezu wunderschönen Gitarrensolo, das man so bestenfalls aus dem Schaffen von Melodic Death-Bands kennt.
Doch wie schon auf dem Vorgänger halten DOOMSWORD das selbst gewählte Niveau nicht ganz durch und werden mit "Deathbringer" etwas schwerfälliger. Dieser Song klickt erst beim dritten oder vierten Durchlauf.
"The Siege" zerrt uns in die Marschkolonne und drückt im Gleichschritt unaufhaltsam nach vorn, wärend "My Name Will Live On" die Marschformation aufzulösen scheint. Doomig, mit einer dramatischen Melodie ausgestattet, präsentiert er alle Vorzüge DOOMSWORDS, die hörbar mit Warlord eine Kollaboration eingegangen sind. Aber am Ende auch hier wieder Bathory, wie Quorthon & Co am schönsten klingen.
Das Finale markiert "Blood Eagle". Dieser Doomer variiert in den Rhythmen, hat eine großartige vielschichtige Melodie und ist zu Recht das Abschlußstück auf "Let Battle Commence".
Bemerkenswert der Hang der Italiener zur germanischen Historie. So langweilig ist die eigene gar nicht, als daß sie es nötig hätten, ständig bei den Nordmännern zu luschern. Vielleicht leiden die Itacker noch heute unter dem Teutoburger-Wald-Schock und dem Gothen-Trauma. Denn auch White Skull waren auf ihrer "Tales From The North" grandios wie danach nie wieder.
"Deathbringer"
truemetal.org/doomsword

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XIV DARK CENTURIES "Dunkle Jahrhunderte" 8
Moonrise Underground Productions, 2002

XIV DARK CENTURIES - Dunkle Jahrhunderte

Dieses Teil ist zwischen "For Your God" und dem aktuellen Werk "... den Ahnen zum Gruße..." (siehe Abgehört vom 24. Februar 2004) angesiedelt, und - ja tatsächlich - es markiert den bisherigen musikalischen Höhepunkt der Band aus Thüringen. Während der gothiclastige Erstling von den Pagan Metal-Scheiben eh getoppt wird, besticht "Dunkle Jahrhunderte" gegenüber "... den Ahnen..." mit den besseren Melodien. Streckenweise gehen diese richtig unter die Haut (unter anderem "Als das Opferfeuer brannt", "Wintersonnenwende"). Geknüppel wird bei XIV DARK CENTURIES peinlichst vermieden, da es eigentlich durchgehend immer wieder um Atmosphäre geht, die vor allem den Inhalt der Texte untermauern soll. Selbige sind ob der kreischig bis growligen Stimme des Frontmannes Michel - der übrigens die ein oder andere Passage etwas zu forsch angeht (weniger ist da manchmal mehr) - logischerweise schlecht zu verstehen. Was durchdringt, ist allerdings allererste Sahne. "Wintersonnenwende" und "Des Kriegers Traum" haben da auf jeden Fall die Nase vorn.
Die fünf Musiker werden die Hinwendung zu ausgefalleneren Songstrukturen auf "... den Ahnen ..." als Entwicklung empfinden, sollten aber nicht vergessen, daß eine eingängige Melodie häufig besser ist als eine Weise, die man in der Begeisterung des Schaffens eines erquicklichen Arrangements häufig hinter Wendungen und Ecken versteckt.
"Wintersonnenwende"
www.XIVDarkCenturies.de

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MATHYR "Mathyr" 7
Eigenproduktion, 2001

MATHYR - Mathyr

Hey, hier wird es ungewöhnlich. Black Metal? Sicher, aber irgendwie auch nicht. Thrash? Taucht ebenfalls ständig auf, will aber nie die Überhand gewinnen. Death Metal? Ist beigemengt, MATHYR allerdings zu diesen typischen Black/Death-Vertretern zu zählen, käme nicht hin. Fragezeichen oder der Aufruf, sich intensiver mit dieser selbstbetitelten CD zu beschäftigen. Ich möchte auf jeden Fall Letzteres empfehlen. Hier mal ein paar Beispiele: "Path Of The Night" hat so schräge Gitarrentöne, daß einige Hardcore-Black Metaller (welch geile Wortverbindung) Haaransatzpieken bekommen könnten. Solche krummen Riffs leisten sich eigentlich nur Death Metal-Bands, bei denen klingt das dann aber wuchtiger. Hier bleibt alles im spitzen Black Metal-Bereich. Außerdem scheint sich der Song auch ständig zu verändern, nicht nur rhythmisch, sondern auch vom Charakter her. Während er eingangs die Hörgewohnheiten provoziert, erfüllt er später diese geradezu hinreißend. Ähnlich verrückt stellt sich auch "Sensual Pleasure" dar; was für ein krankes Lied. Hier scheinen sich Sänger und Instrumentalisten über das Tempo des Stücks nicht einig zu sein, während Letztere mit dem Song davonlaufen möchten, stellt sich der Shouter ständig breitbeinig in den Weg. Sehr interessante Machart. "Passion" ist da nicht anders, auch hier wird der eigenen Erwartungshaltung mit den abstrusesten Momenten in Melodie und Rhythmik ständig ein Bein gestellt. Da macht sich die straighte Black Metal-Nummer "Machinery Of God" geradezu als Ohrwurm aus. Auch "Dshihad" ist mit seinen Blast-Parts ungewöhnlich eingängig, bleibt nah am Black Metal, erlaubt sich aber starke Death Metal-Bezüge.
Oh je, harter Tobak diese MARTHYR-Scheibe. Aber ziemlich beeindruckend. Das, was hier manchmal noch zerfahren wirkt, kann schon in Kürze zu einem eigenen Stil erhoben werden, wenn es der Band gelingt, nicht zu kopflastig zu agieren. Da entwickelt sich mit den Sachsen MATHYR eine Band, die künftig garantiert über Achtungszeichen hinauskommen wird.
"Dshihad"
www.mathyr.de

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FATAL EMBRACE "Legions Of Armageddon" 6 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Twilight, 2001

FATAL EMBRACE - Legions Of Armageddon

Tja, hier gibt es ganz schön auf die Backen. FATAL EMBRACE haben den Thrash Metal der 80er Jahre im Stuhl und schlagen den Bogen von Slayer über Exodus bis hin zu Kreator. "Legions Of Armageddon" gibt davon beredt Zeugnis. Zwar ist das Album bereits drei Jahre alt, stellt aber immer noch die aktuellste Veröffentlichung der seit 1993 bestehenden Band dar. Daß die Mannen um Sänger Dirk Heiland immer noch ohne lohnenden Stil zu sein scheinen, der eine regelmäßige Tonträger-Veröffentlichung ermöglicht, wird vermutlich an dem einfach nicht zündenden Thrash Metal-Revival liegen, denn für Thrash-Fans dürften FATAL EMBRACE mit "Legions ..." über weite Strecken ein wahrer Ohrenschmaus sein. Zwar läßt die Scheibe mit zunehmender Spielzeit nach, sind mit "Return To Hell" oder "Wargods Of Trash" sogar kleine Durchhänger auszumachen, ist der Baß definitiv zu sehr nach vorn gemischt und hat auch Meister Heiland die ein oder andere Schwäche, im Gesamtbild bleibt allerdings ein ziemlich fettes Thrash-Album, das nicht nur Nostalgikern ans Herz gelegt werden kann.
"666 (Massacre In Paradise)"
www.fatalembrace.de

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INFECTED BRAIN "Hate One" 5 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2000

Die MCD der in Borne bei Magdeburg beheimateten Band beinhaltet fünf Einheiten grobschlächtigen Death Metals, der instrumentell solide in Szene gesetzt wurde. Frontviech Torsten hebt sich mit seiner brunnentiefen Stimme vom Dschungel aus Möchtegern-Röchlern ab. Solche Geräusche hört man sonst nur bei Sanity's Dawn. Die Musik orientiert sich stellenweise an der rohen Primitivität von Mortician, besonders, wenn es um die punkigen "Uff-ta-uff-ta" Beats geht. Ans spielerische Eingemachte geht es, wenn INFECTED BRAIN richtig Lack machen. Die Lektionen "Wie spiele ich Death Metal langsam, und wie schnell" haben die fünf Krawallbrüder schon gelernt. Nur ist nicht jeder Riff, nur weil vorhanden, automatisch ein guter. Eine konzentriertere Auswahl der Grundzutaten hätte sicherlich eine höhere Qualität der Scheibe nach sich gezogen. INFECTED BRAIN waren zwar stumpf-brutal, schnell und abgrundtief, aber auch etwas unspektakulär. 
"Frozen Stiff"
www.infectedbrain.de

THOMAS

NOCTURNAL RITES "New World Messiah" 7
Century Media/Magic Arts Publ., 2004

NOCTURNAL RITES - New World Messiah

NOCTURNAL RITES aus Schweden machen mit ihrer sechsten Scheibe einmal mehr nahezu alles richtig. Auf "New World Messiah" wird Heavy Metal gespielt, der mit runden Melodien aufwartet. Ab und zu hart an der Grenze zum Kitsch kriegen die fünf aber stets noch gerade so die Kurve, um nicht ins Lächerliche abzudriften. So geschehen bei "Avalon". Bei "Awakening" hingegen lassen NOCTURNAL RITES die Muskeln spielen und hämmern ordentlich in die Doublebass. Für die Damen gibt es die gutklassige Ballade "The Flame Will Never Die", und der Rest der Scheibe besteht aus ordentlichen Headbangern, denen etwas weniger Keyboard sicher nicht schlecht getan hätte. Dennoch gibt es keinen nennenswerten Ausfall zu verzeichnen. Auch wenn ihre zweite Scheibe "Tales Of Mystery And Imagination" immer noch mein persönlicher Favorit in der Diskographie der Nordmänner bleibt.
"Against The World"
www.nocturnal-rites.com

THOMAS

SCHWEINERÖCK "Schweineröck" 7 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 1998

Oh ja, es ist schon lange her, daß diese Scheibe erschien. Allerdings ist das Teil bedauerlicherweise tatsächlich immer noch das letzte tonträgertechnische Lebenszeichen der Prenzlauer Metal/Oi-Punk-Band. Nach zwei Demos war "Schweineröck" vor sechs Jahren jene Bestandsaufnahme, die vor allem aus kommerziellen Gründen gemacht worden war. Denn der Sound ist auf dieser CD im Vergleich zu den beiden äußerst witzigen Demos "Ich glaub mein Schwein pfeift" und "Scheiß drauf ... Die Party geht weiter" absolut kein Gewinn. Ohne Druck und mit völlig unterproduzierten Gitarren kommen uns die Songs, die einen mit ihrem Drive bei entsprechender Fütterung förmlich wegblasen könnten.
Musikalisch dominiert an die frühen Onkelz angelehnter Oi-Punk, der immer wieder einen Hang zum Heavy Rock aufweist. Die Songs machen deutlich, daß mit Andi ein versierter Musiker in der Band ist, der genau weiß, wie Lieder aufgebaut werden müssen, damit sie theoretisch radiotauglich sind. Eingängig zwischen Kinderlied-Melodie, Partyrock und Saufhymnen ist eigentlich jede Nummer auf dieser CD ein kleiner Hit. Allerdings geht es textlich derart zur Sache, daß die Bundesprüfstelle hier garantiert eine Alterbeschränkung veranlaßt hätte: Wo und vor allem wie treibt es Dolly Buster ("Dolly Buster"), was läuft nachts am Telefon ("Telefonsex"), was passiert unter der Decke, wenn sich zum ersten Mal die Hormone melden ("Onanie") oder es geht um Titten-Fetischismus ("Berta"), sexuelle Pannenhilfe ("Fahrrad fahren") und darum, wie man am besten Mädels verführen kann ("Jacobs Tschibo und Eduscho"). Echte Knaller mit hintergründigen Texten sind "Narren der Liebe", "Spiegelmann", "Oder auch nicht" und "Schwein gehabt". Eindringlich und nachdenklich werden SCHWEINERÖCK bei "Weil wir dich lieben", ein Song, der live - glaube ich - noch gar nicht gebracht wurde.
Im großen Sack der Proll-, Party-, Oi- und Spaßkapellen sind diese Prenzlauer definitiv im oberen Drittel zu finden. Allerdings müßte jetzt mal was Neues kommen. Songs hat die Band bereits genug.
"Schwein gehabt"
www.schweineroeck.de

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MERCURY TIDE "Why?" 9
Century Media, 2003

MERCURY TIDE - Why?

Hinterfragt man den Sinn oder Unsinn der Solo-Projekte unzähliger Musiker aus der Szene, kommt man garantiert nie zu einem allgemeingültigen Ergebnis. Und auf dem Weg dorthin kreist man sowieso immer wieder um die selben Argumente. Eines jedoch steht fest: 90 Prozent aller Seitensprünge sind bestenfalls Durchschnitt, meist jedoch nicht einmal das. Von daher ist das Baby von Angel Dust-Sänger Dirk Thurisch mit Namen MERCURY TIDE gar nicht salbungsvoll genug zu loben. Denn mit dieser Band, in die sich Thurisch unter anderem auch Tiamant-Basser Anders Iwers holte, ist dem Shouter ein echter Volltreffer gelungen. Wenn man die Songs dieses Albums mit Angel Dust-Sachen vergleichen will, dann bestenfalls mit den eingängigsten Stücken der "Bleed"-Scheibe. Darüberhinaus wird Thurisch eher noch gefälliger, taucht gar ein wenig in den Gothic ab. Nicht zuletzt klingen MERCURY TIDE deshalb auch zum Beispiel mit "Set Me Free" nach Sentenced. Auf diesem Qualitäts-Level bewegen sich auch all die anderen Stücke. Sogar Balladen gelingen, wie an "This Never Ending Dreaming" zu vernehmen. "Lost And Torn" dürfte mit seiner immensen Dynamik einer der stärksten Songs dieses Albums geworden sein und "Another One" hat solche Hit-Qualitäten, daß er getrost mit einem entsprechenden Clip ausgestattet in die Viva-Rotation hätte Einzug halten können. Meine Fresse, talentierter Mann dieser Thurisch.
"Another One"
www.mercury-tide.com

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V.A. "Aina - Days Of Rising Doom - The Metal Opera" 7
Transmission/True Music, 2004

V.A. - Aina - Days Of Rising Doom - The Metal Opera

Der Wettlauf um die ultimative Metal-Oper geht in eine neue Runde. Nach Erik Norlanders "Music Machine" (siehe Abgehört vom 16. Dezmeber 2003) und Daniele Liveranis "Genius" (siehe Abgehört vom 15. Juli 2003) - nur um zwei der aktuellsten Veröffentlichungen zu nennen - hat jetzt endlich auch Sascha "Ich habe meine Finger überall drin" Paeth zugeschlagen. Ihm zur Seite stehen ein gewisser Miro, der die Plaste-Tasten drückt, sowie Robert Hunecke-Rizzo von Heaven's Gate, der viele Instrumente spielen kann und sich auf diesem Machwerk als Hauptkomponist betätigte. Und wie toppt man bereits existierende Mega-Produktionen? Klar - indem man eine Super-Mega-Riesen-Produktion abliefert. Norlander kam uns zum Beispiel mit Donald "Buck Dharma" Roeser von Blue Öyster Cult, Vinni Appice, Tony Franklin (The Firm, Blue Murder, Whitesnake) oder Gregg Bissonette (ELO). Am Mikrophon Mark Boals (Yngwie Malmsteen, Ring Of Fire) oder Kelly Keeling (MSG, Blue Murder, Heaven And Earth). Liverani fuhr auch fett Sänger auf: Mark Boals, Lana Lane, der Pain Of Salvation-Mann Daniel Gildenlow, Grave Digger-Stimme Chris Boltendahl, Mecca-Sänger Joe Vana, Steve Walsh von Kansas, John Wetton, Oliver Hartmann von At Atvance, Midnight von Crimson Glory. Und Peath/Miro/Hunecke-Rizzo? Ha, die haun alles weg: Glenn Hughes, Michael Kiske, Oliver Hartmann, Candice Night (Blackmore's Night), Tobias Sammet (Edguy), Andre Matos, Damian Wilson (Ex-Threshold), Emppu Vuorinen (Nightwish), Thom Youngblood (Kamelot), T.M. Stevens, Jens Johannson, Erik Norlander (ah, man kennt sich natürlich), Derek Sherinian (hatte auch gerade eine Mammut-Produktion mit illustren Gastmusikern veröffentlicht) und diverse klassisch ausgebildete Gesangssolistinnen plus Knaben-Chor.
Und die Musik? Man kann ganz nüchtern konstatieren, daß nichts Neues zu hören ist. "Aina" ist ein Konglomerat aus Akustik-Balladen ("Serendipity" ist übrigens eine sehr schöne), Soundtrack-Versatzstücken, Weltmusik-Experimenten (orientalisch nervend "Lalae Amer"), Melodic Rock und Power Metal der europäischsten Art. Die Story ist einmal mehr eine Tolkien-Möchtegern-Phantasie-Geschichte mit Rittern, Monstern, Königen, Kriegern, Bösewichtern und Gutmenschen, Prinzessinnen und was sonst noch dazu gehört. Dazu gibt es eine zweite CD, die uns mit "The Story Of Aina" gleich zweimal 15 Minuten lang einen orchestralen Bombast-Soundtrack zu einem nicht existierenden Film abliefert (in der zweiten Version als Hörspiel). Zusätzlich enthält diese CD Single-, Alternative- und Demo-Versionen diverser Songs der Metal-Oper (ganz interessant). Scheibe Nummer drei ist eine DVD mit unter anderem einem Making Of, Story Board-Eindrücken, Audio Settings und dem Video zu "The Beast Within" (3D-Computer-Animation). Verpackt ist das Ganze in einem Mini-Büchlein mit Hardcover und schwerem, farbigem, hervorragend gestaltetem Papier.
Puh, das drückt einem fast die Luft weg. Was hier aufgefahren wurde, ist kaum zu toppen. Eigentlich beginnen bei diesem Aufwand hochwertige Boxen. Ob das musikalische Endprodukt dieses Drumherum rechtfertigt, das zu beurteilen, möchte ich am Ende jedem Einzelnen überlassen. Schlecht ist das "Aina"-Zeug nicht. Allerdings war ich nach dem Hörgenuß ein wenig ernüchtert, da der Einband doch eine immense Erwartungshaltung aufbaut.
Und wenn ich eingangs zwei ähnliche Produkte erwähnt habe, möchte ich auch damit enden. Liverani wird von "Aina" um Längen geschlagen. Norlander fand ich einen Tick besser.
"Silver Maiden"

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NORTHER "Mirror Of Madness" 9
Universal/Spinefarm Records, 2003

NORTHER - Mirror Of Madness

Das können sie, die Finnen. Wie die Wilden die Sechssaitigen strapazieren und dabei trotzdem traurig schöne Melodien darbieten. Die Jungs von NORTHER haben an Sommerabenden garantiert schon häufig bei Hochprozentigem (selbstgebraut natürlich) zusammengehockt und ihr Schicksal analysiert. Dabei war es draußen, wie so häufig, wolkenverhangen und kühl. Von Winternächten will ich hier gar nicht reden. Am Ende solcher Sitzungen sind dann Dinge herausgekommen wie "Blackhearted", "Midnight Walker", "Cry", EVerything Is An End", "Dead" oder "Frozen Sky". Logisch, daß einem dazu kein flockiger Party-Rock oder wütendes Death-Geboller einfällt. Und angesichts der zum Teil wirklich wunderbaren Melodien auf dem NORTHER-Zweitling "Mirror Of Madness" können wir von Glück reden, daß die Finnen zu wenig Sonne bekommen, was dort erheblich auf das Gemüt zu schlagen scheint. Denn uns wären nicht so einige herrliche Alben geschenkt worden.
Die Stärken von NORTHER liegen neben den Melodien im Ganzen unter anderem im Detail. Zum Beispiel wie die Band das Keyboard einsetzt. Mal flirrt eine betörende E-Piano als atmosphärischer Background durch das Stück ("Of Darkness And Light"), dann bestechen die Finnen mit einer Gitarren/Keyboad-Solo-Kombination wie man sie bestenfalls von Children Of Boddom kennt ("Midnight Walker"), oder sie unterstützen die eindringliche Wirkung ihrer Songs mit elektronischen Rhythmierungen, die man vordergründig wahrnimmt ("Mirror Of Madness"). Fans, deren Interesse sich zwischen Sentenced, Children Of Boddom und In Flames bewegt, können mit NORTHER eine neue Lieblingsband in ihre Liste aufnehmen.
"Dead"
www.norther.net

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LEGACY OF DARKNESS "Verdammnis" 8 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2002

LEGACY OF DARKNESS - Verdammnis

Bevor ich überhaupt Musik dieser Band gehört hatte, war mir bereits alles mögliche über LEGACY OF DARKNESS zu Ohren gekommen. Und das wenigste davon sprach für diese Black Metal-Meute. Warum auch immer?! Ich für mein Teil muß nach dieser EP für diese Kapelle eine Lanze brechen. Denn dieses ungestüme Gewüte ist von einer ganz besonderen Güte (schau mal einer an, wußte gar nicht, daß ich reimen kann). "Grab im Nebel", eingeleitet von einem ganz dezent mittelalterlich anmutenden Akustik-Teil, schröppelt in bester Old-School-Black-Metal-Manier los und hat dabei noch eine treffliche Gitarrenmelodie im Gepäck. Mit "Beyond The Abyss" werden ein paar Kohlen nachgelegt, während das Schlagzeug rumpelt, als schüttele die Band große Holzkisten mit mächtigen Pflastersteinen. Und das unter zwei Minuten bleibende "Execution" steht dem in Nichts nach, schafft es am Ende aber sogar noch, uns eine kleine aber feine Gitarrenweise im Kopf einzupflanzen. Diese taucht zwar nur zweimal kurz auf, hält dieses blastige Stück aber irgendwie zusammen. Die Schwächen der Band liegen eindeutig in ein paar Soli-Versuchen, die doch recht bemüht klingen. Aber bevor einem das wirklich unangenehm auffällt, sind sie auch schon wieder vorbei. Der Bonus-Song "Greuelsiefen" ist gedrosselter und läßt im Sound dezent nach. Die Qualitäten der Band kommen aber auch hier zum Tragen. Vor allem glänzt Sänger Zorn mit einem herrlich widerlichen Organ.
"Beyond The Abyss"
www.legacyofdarkness.de

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DAKSINROY "Desouled" 10 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Spund Circus, 1998

DAKSINROY - Desouled

Nach sechs Jahren ist es sicher vermessen, von einem zeitlosen Tonträger zu sprechen. Allerdings bin ich überzeugt davon, daß "Desouled" von DAKSINROY auch in zehn Jahren noch zu jenen CDs gehören wird, die von jenen, die dieses Teil besitzen, immer mal wieder eingelegt werden. Und Metal-Ohren, die dann zum ersten Mal in den Genuß dieser Musik kommen, werden sich wundern, daß die Scheibe schon im ausklingenden 20. Jahrhundert aufgenommen worden ist.
Denn DAKSINROY haben eine Musik geschaffen, die sich vehement gegen die Möglichkeit von Einordnungen sperrt. Black, Death, Thrash, Crossover, Punk ... Nichts dergleichen ist anwendbar für "Desouled". Und doch werden sich garantiert Fans aus allen Lagern mit diesen Klängen anfreunden können. Heftig geht es bei fast jedem Stück zu. Die Gitarren wuchten, egal, ob es straight zur Sache geht ("Mindmachine"), die progressive Ader geöffnet wird ("Salamander"), Crossover-Grooves durchdrücken ("Headbanger") oder ein Midtempo-Rocker das klassische Metal-Herz erfreut ("Our Age"). Das sind aber nur die Rahmen, in denen sich ständig irgend etwas tut. Das beginnt bei zum Teil pfiffigen Gitarren-Soli, geht über ein an die Red Hot Chili Peppers erinnerndes Baß-Spiel und schließt nicht zuletzt völlig abgedrehte Elemente wie ein disharmonisches Sitar-Gezupfe ("Visitors") und Jazz-Geklmapfe mit ein ("Country"). Allerdings wirkt hier nichts konstruiert oder unbeholfen zusammengeleimt. Im Gegenteil: Die DAKSINROY-Songs kommen in einem Guß.
Schließlich ist da der Gesang, der von einer Frau besorgt wird (die übrigens mal so ganz nebenbei als Malerin des Covers und weiterer Booklet-Bestandteile Erstaunliches abliefert). Rauh und tief verschafft Pias Stimme den Stücken einen zusätzlichen Tick Aggressivität und - Leidenschaft. Sie scheint in den dunkelsten Abgründen der Vokalakrobatik noch zu beben und hat sich spätestens bei "Bloodsucker" in die erste Riege der deutschen Extrem-Sängerinnen gehievt. Cleanes gibt es von Pia auch zu hören. Das ist dann mal versonnen, fast psychedelisch ("Gate") oder beängstigend krank ("Desouled").
Bei soviel Spielwitz ist jetzt schon gewiß, daß das nächste Album ganz anders wird. Nur kommen sollte es endlich.
"Primus"
www.daksinroy.de

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SKY'S SHADOW "Time (Demo)" 10 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2001

SKY'S SHADOW - Time (Demo)

"Time" ist jenes Stück, daß Savatage seit "Dead Winter Dead" fehlt, um an alte Glanzleistungen anzuknüpfen. Das klingt hochtrabend, kann aber ohne Zögern ausgesprochen (oder - wie in diesem Fall - aufgeschrieben) werden. Die Erhabenheit dieses Neun-Minüters ist unglaublich, die Melodie ein Gänsehaut-Garant. An solch einer Nummer feilen manche deutschen Progressive-Bands zehn Jahre und bekommen sie doch nicht hin. Oder nehmen wir nur die ganzen Metal-Oper-Superhelden, die vor allem die finanziellen Möglichkeiten besitzen, mit Hunderten von internationalen Künstlern Bombast-Werke zu schaffen, selten jedoch solch ein Talent besitzen wie diese deutschen Undergrounder, die es erstaunlicherweise schon seit 1996 gibt.
Diese kleine, aber feine EP wird jedoch mit einem gänzlich anderen Stück eingeleitet: "You Belong To Me". Und der Charakter dieser Nummer lenkt den geneigten Hörer eher in eine andere Richtung, werden hier doch Pallas-Momente ins musikalische Gedächtnis gerufen. Aber auch auf diesem nicht ganz so überschwenglichen, eher ruhigen Terrain bewegen sich SKY'S SHADOW traumwandlerisch sicher. Mit dem Instrumental "Stroke Of Fate" wird die Progressive-Linie noch einmal verstärkt deutlich gemacht und die den Bandsound prägende Violine in den Vordergrund gerückt. Brillant.
"Time"
www.skys-shadow.de

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MEDUSA'S CHILD "Awake" 6 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2001

MEDUSA'S CHILD - Awake

Melodic Metal aus Ostdeutschland. Diese Wortgruppe kann man auch nicht so häufig schreiben, fühlen sich hierzulande doch eher die Extrem-Bands heimisch. Das sieht man schon an der Ausrichtung diverser Festivals wie Fuck The Commerce oder Protzen. Auch die denkwürdigen Gigs von Bands wie Mayhem passierten im Osten Teutoniens (Leipzig, Bischofswerda). Und so fristen Melodic-Anhänger auf dem Live-Sektor ein recht mühseliges Dasein.
Das sagt allerdings nichts über die Qualität dieser Bands. Und so haben schließlich auch MEDUSA'S CHILD so einiges auf ihrer Haben-Seite zu verbuchen. Das ist zum Beispiel der ungemein eingängige Song "Medusa's Child", mit dem die Band ihren Erstling "Awake" auch eröffnet. Sänger D.C. Crow ist ein Garant für Kommendes. Wenn er auf "Awake" auch hin und wieder mal kleine Schwächen am Ton offenbart oder in selbigen hineinschleift, ist sein Potential unverkennbar. Vor allem haben wir es hier nicht mit einer 08/15 Hodentritt-Stimme zu tun. Mit "Earl Of Black" brechen MEDUSA'S CHILD das Schema, die eigenen Songs strikt in Balladen, Midtempo-Stampfer und Speed-Nummern einzuteilen, indem sie einem schweren Düsteriff eine fast ausgelassen wirkende Up-Tempo-Melodie stellen.
Was störend wirkt, ist der Hang zu schwermütigen Balladen ("J.J. (To Jeremy)", "Blue Roses" und "Never The Same"), die zum Teil nicht nur zu lang, sondern auch noch etwas angestrengt klingen. Auch ist das Strickmuster fast identisch, indem D.C. Crow in den Strophen grundsätzlich über cleanes E-Gitarren-Gezupfe singt, im Refrain-Teil dann die Melodie auf stehende Zerr-Akkorde legt. Drei Schmuser bei netto sieben Songs plus Intro, das ist eindeutig zuviel des Guten. Unterm Strich bleibt jedoch ein beachtenswerter Einstand, der bereits ein Jahr nach Gründung der thüringischen Band abgeliefert wurde.
"Medusa's Child"
www.medusas-child.com

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KATAFALK "Storm Of The Horde" 9 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Coldblood Industries/Suburban/Zomba, 2003

KATAFALK - Storm Of The Horde

Wohnwagen, Tulpenbeete, Holzschuhe und Windmühlen suggerieren mir Bilder zwischen Beschaulichkeit und Tristesse. KATAFALK verkörpern allerdings Düsenjets, Kraterfelder, Stahlschuhe und einstürzende Wolkenkratzer: Holland hat eine neue Thrash Metal-Hoffnung. Mit ihrem Debüt "Storm Of The Horde" legen KATAFALK alles, aber auch alles flach, was sich ihnen in den Weg stellt.
Der Name der Scheibe hätte nicht besser gewählt werden können. Denn wenn eine Meute in blinder Raserei über einen kommt, die ungeachtet der eigenen Verwundbarkeit alles Lebende niedermacht, ist man selbst unfähig zu Gegenwehr. Man möchte nur noch rennen, sich vergraben oder unsichtbar sein, in der Hoffnung, diesem gnadenlosen Gemetzel zu entgehen. Allerdings hatten Metal-Fans schon immer einen an der Waffel, denn die stürzen sich mit Wonne in diesen "Hordensturm", der blitzschnell, ultrabrutal und geschickt melodierend daherkommt. Den Thrash-Mustern gesellen sich an einigen Stellen kleine Death-Anleihen hinzu und lassen uns nicht nur einmal die alten Slayer vor Ohren auferstehen.
"Birthmark 666"
www.katafalk.com

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EMINENZ "The Heretic & Preachers Of Darkness" 9 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Neon Knights/Soulfood, 2003 (1996/1992)

EMINENZ - The Heretic & Preachers Of Darkness

Sie waren ihrer Zeit immer um zwei, drei Jahre voraus. Und wären EMINENZ keine Deutschen (obendrein Ostdeutsche), hätte sich der Erfolg der Band schon zu Beginn der 90er Jahre um ein Vielfaches potenziert. Das macht die 96er Scheibe "The Heretic", die hier mit dem 92er Demo "Preachers Of Darkness" gemeinsam auf einer CD wiederveröffentlicht wurde, mehr als deutlich.
Auf "The Heretic" empfehlen sich EMINENZ als Meister der Atmosphäre. Das trifft sicher auf die gruselig anmutenden Zwischenstücke "Lucifers Return" und "The Gate" zu aber vor allem auch auf die Songs an sich. "Day Of Battle, Night Of Thunder" zum Beispiel (erstaunlicherweise ein Stück über germanische Krieger, die in die Schlacht ziehen). Zwischen doomig (mit Burzum-Keyboard-Glocke) und stakkatohaft marschierend wühlt sich dieses Lied förmlich in unser Unterbewußtsein und hinterläßt maßgebliches Unbehagen, das drohendes Unheil ankündigt. Seine Bestätigung findet das Ganze in "Thousand Blasphemies" und vor allem "The Heretic". Letzteres bezieht seine unheimliche Wirkung vor allem aus dem Gothic-haft anmutenden musikalischen Background. "Lucifers Triumph" entläßt uns aus dieser Höllentour fast ein wenig optimistisch, so daß man zu früh erkennt, halt "lediglich" auf einer musikalischen Reise gewesen zu sein.
Aber zum Glück kann man diesmal ja gleich wieder versinken, denn die doomigen Horror-Trips des "Preachers Of Darkness"-Demos schließen sich unmittelbar an. Natürlich fällt der Sound-Unterschied sofort auf, spielt aber schon nach wenigen Minuten keine Rolle mehr, denn hier scheinen nicht erzgebirgische Naturburschen zu agieren, sondern Satan beschwörende Fanatiker, denen man besser aus dem Wege geht. Denn wer solche Musik erfindet, badet im Blut, labt sich an menschlichen Innereien und suhlt sich beim Sex im Kot. Allerdings bekommt Ihr nicht etwa nur die Aneinanderreihung furchterregender Geräuschkulissen geboten, sondern immer wieder auch Melodien, die einem einen kalten Schauer über den Rücken jagen ("Jesus Wept Nevermore").
EMINENZ sind keine Band für Partys oder ein "lustiges" Treffen von Black Metal-Fans. Diese Band ist etwas für die einsamen Momente in sternenlosen Nächten.
"Demons Cross The Fiery Path"
www.eminenz-germany.de

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HATRED "Fractured" 9 (BANDS BATTLE-Band 2004)
Eigenproduktion, 2002

HATRED - Fractured

Mit HATRED stellt sich Euch eine der musikalisch sympathischsten Bands des deutschen Untergrundes vor. Sie besitzen die Grobschlächtigkeit ganz früher Sodom-Veröffentlichungen, haben den Drive der unermüdlich dem Ziel zusteuernden Motörhead-Songs und das Durchsetzungsvermögen früher (schon wieder!) Metallica-Nummern ("Overlord", "Metal Massacre", "No Escape"). Dabei verzichten sie weder auf mitsingfreundliche Refrain-Weisen noch auf kantige Gitarren-Verrenkungen. Letztere halten sich allerdings sehr in Grenzen und sind eindeutig songdienlich ("Fractured By Fear"). Selbst der Gesang ist tadellos, rauh aber trotzdem melodieführend. Und ab und zu gibt es ein überraschendes King Diamond-Falsett zu hören. Diese Band agiert auf höchstem Niveau, ohne sich dabei zu verbiegen, um mit unsinnigem Künstlergehabe zu protzen. Hier gibt es auf den Speckbauch, daß es nur so patscht.
"Metal Massacre"
www.hatredmetal.de

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HEAVEN'N'HELL "Sleeping With Angels" 5
Ranch Records, 2003

HEAVEN'N'HELL - Sleeping With Angels

Da? in Finnland nicht nur Trauerklöße, Selbstmordkandidaten und Psychopathen musizieren, wie landläufig angenommen, beweisen nun HEAVEN'N'HELL, die auf ihrem Debüt "Sleeping With Angels" Death Metal, Hardcore und Black Sabbath-Einflüsse mit straightem Rock'n'Roll mixen und dabei eine ziemlich gute Figur abgeben. Im Gegensatz zu vielen ihrer Landsleute hört man bei HEAVEN'N'HELL zu keiner Sekunde, daß es sich hierbei um eine skandinavische Band handelt. Denn noch nicht einmal im Subtext schwingt so etwas wie Schwermut mit. Allerdings ist es den Luomanen-Brüdern an den Klampfen nicht gelungen, den Spannungslevel solcher Songs wie "Shy", "Take My Hand" oder "Almost Done" über die gesamte Spielzeit der CD zu halten. 
So gibt es also auch ein paar Füller auf der CD, von denen "Two Lost Souls" am wenigsten begeistern kann.
Kurzum: HEAVEN'N'HELL haben sich zwar eine eigene Nische in der finnischen Musiklandschaft geschaffen, können mit ihrem Debüt aber noch nicht vollends überzeugen.
"Almost Done"
heavennhell.net

THOMAS

FU MANCHU "Go For It...Live" 9
Steamhammer/SPV, 2003

FU MANCHU - Go For It...Live

Ihr habt eine lange Autofahrt vor Euch? Habt aber keinen Bock auf bitterböse Deprimucke, und Eure Glamrock-Tapes haben schon lange den Geist aufgegeben? Dann solltet ihr Euch die Doppel-Live-CD von FU MACHU einpacken. Denn kaum, daß Ihr die Stadt und die Blitzgeräte hinter Euch gelassen habt, werdet Ihr merken, daß das Gaspedal mir recht geben wird, wenn ich behaupte, daß "Go For It...Live" der ultimative Soundtrack für lange Ausfahrten ist. FU MANCH haben die fetten Bratzriffs wie sie schon Black Sabbath oder Cathedral bekannt und berühmt gemacht haben. Nur, daß die Vier die Schwärze und die okkulten Elemente außen vor lassen, um Platz für eine Art der Coolness zu machen wie sie viele Stoner-Rockbands auszeichnet. Monstergrooves und Wah-Wah-Pedal-Solos treiben die Songs voran und werden mit Singalongs ausgestattet wie sie die Backyard Babies nicht besser hinbekommen hätten. Ihr werdet sehen, mit "Go For It...Live" im Auto werden die Entfernungen zwischen den Städten schrumpfen, und wenn ihr ausgestiegen seid, werdet Ihr noch so manchen Ohrwurm mit Euch rumtragen.
"King Of The Road"
www.fu-manchu.com

THOMAS

VII GATES "Fire, Walk With Me" 7
Sound Riot Rec./Sure Shot, 2003

VII GATES - Fire, Walk With Me

Griffige Melodien, treibende Songs und eine Stimme, die wie für klassischen Heavy Metal geschaffen wurde: Das sind die Attribute, die für VII GATES absolut bezeichnend sind. Die Schweden haben es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht, guten alten Metal-Sound mit hinreichender Partykompatibilität zu kreuzen. Nicht, daß sich zu Running Wild, Iron Maiden und Co. nicht feiern ließe, aber diese Musik war und ist mehr als nur Partybeschallung. Dramatik, Epik und konzeptionelle Zusammenhänge lassen sich eben noch viel besser mit dem Textblatt in der Hand und unter dem Kopfhörer entdecken. VII GATES hingegen haben diesen tieferen Anspruch nicht für sich geltend gemacht, sondern knallen einem das volle Gute–Laune–Brett um die Ohren, ohne jedoch in etwaige Plattheiten abzudriften. An solche ist angesichts der superben Gitarrenarbeit aber auch gar nicht zu denken. Diese erlebt ihren Höhepunkt in der Ballade "So Far Away". Dessen Mittelteil ist nicht nur für Gitarristen interessant. Für alle Komplettisten sei noch angemerkt, daß Chris Amott von Arch Enemy und Kee Marcello von Europe auf "Fire, Walk With Me" einen Gastauftritt haben. 
"Bounded By Hate"

THOMAS
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