VADER "Revelations" 10
Metal Blade, 2002
Mit den Polen von VADER ist das so
eine Sache. Sie erspielten sich den Ruf, eine der schnellsten Metalbands
des Planeten zu sein und wurden diesem Anspruch bei Eigenkompositionen
von Platte als auch live stets gerecht, und die Fans lieben sie dafür.
Jetzt stellen sie einen Midtempo-Song ("Epitaph") an die erste Stelle ihrer
neuen CD "Revelations" und werden ihre Fans erst einmal einen ordentlichen
Schrecken einjagen, wenn sie voller Erwartung im Plattenladen in die CD
reinhören.
"Epitaph"
Sind VADER ausgewimpt? Song Nummer
zwei "The Nomad" ist nur unwesentlich schneller. Geballert wird erst bei
"Wolftribe", der Nummer drei. Was ist passiert? Ganz einfach. VADER wissen
auf "Revelations" ihre Stärken geziehlt einzusetzen, schleichen sich
an die Beute ran, um im richtigen Moment zuzuschlagen, anstatt sie zu scheuchen
und zu hoffen, daß man selbst schneller ist. VADER 2002 definieren
sich nicht nur über Geschwindigkeit, sondern auch noch mehr über
intelligentes und packendes Songwriting. Das hat der Band gut getan und
bewahrte sie vor der schleichenden Stagnation. Kurzum, "Revelations" ist
um Längen stärker als sein beachtlicher Vorgänger "Litany".
Mein Glückwünsch geht nach Polen.
"When Darkness Calls"
THOMAS
CHINCHILLA "The Last Millenium"
2
Metal Blade, 2002
Aufgemerkt, Ihr da unten im Kult-Chaoten
Gruselkeller von INTERREGNUM. Rückt zusammen, Ihr Dorns, Thou Shalt
Suffers und Melodicas. Macht Platz für noch ein weiteres Exemplar
Eurer vergnüglichen Gattung. Macht Platz für die sagenumwobenen
CHINCHILLA. Jene Band, welche schon mit ihrer Vorgängerscheibe "Madness"
unangenem bei uns auffiel. Schwuler Bandname, politisch korrektes Gegen-Valhalla-Stimmung-Machen
und unmögliche Musik.
Jetzt schlagen sie zurück und
machen sich und die Metalgemeinde wieder zum Obst. Zumindest vor den Leuten,
die CHINCHILLA für Heavy Metal halten. Langweilige, uninspirierte
Gitarrenriffs, peinliche und dünne Chöre machen "The Last Millenium"
zu einer Platte, die man sich schenken kann. Nur nicht gegenseitig. Das
wäre gemein.
Bei dieser Art von "Heavy Metal"
würde selbst meine Oma lachend abwinken. Aber CHINCHILLA sind einsichtig.
Und so entschuldigen sie sich beim Vater für die Dinge, die sie getan
haben ("Father Forgive Me"). Nicht auszudenken, würden Manowar soetwas
eines Tages machen. Als Satire sind CHINCHILLA aber für einen Song
erträglich und deshalb zwei Witzpunkte.
"Father Forgive Me"
THOMAS
RAGE "Unity" 8
Steamhammer/SPV, 2002
Sehr daran interessiert, sich als
Einheit zu präsentieren, sind im Moment RAGE mit ihrem neuen Album
"Unity".
Ihr zusammengewürfelt wirkendes
Line Up macht es ihnen dabei aber nicht so einfach. Mike Terrana, Ami,
mittlerweile einer von Deutschlands gefragtesten Studiodrummern, präsentiert
sich im Booklet als gegen das Bandmaskottchen kämpfender bizarr frisierter
Held. Die russische Instrumental-Koryphäe Victor Smolski spielt fürs
Foto Gitarre und Flügel zugleich und läßt ganz schön
den Notenstreber vom Musik-Konservatorium raushängen, und Peavy ist
einfach nur Peavy. Der hünenhafte Kohlekumpel aus dem Pott scheint
nicht viel vom Posen zu halten und wirkt wie hingestellt. Sehr einheitlich
ist die optische Präsentation also nicht.
Musikalisch geht es mit dem Trio
aber wieder etwas bergauf. Wir erinnern uns: Rage wandelten sich von einer
waschechten Metalband zu einem Metal-meets-Klassik-Unternehmen, machten
interessante Platten, überschritten in dieser Hinsicht ihren kreativen
Zenit und der Klassik-Ballast begann langsam zu nerven.
Auf "Unity" wurden die Opernhaus-Ausflüge
wieder etwas zurück geschraubt, und somit wurde Platz für die
alten RAGE- Trademarks geschaffen. Schwungvolle, runde Metalsongs mit hymnenhaften,
eingängigen Refrains hat Peavy für sich wiederentdeckt. Nur sind
sie jetzt progressiver als noch vor ihrem Orchestertick, woran Smolski
mit seinem virtuosen Gitarrespiel schuld ist.
"All I Want"
Allerdings haben sie nicht ganz
mit der Klassik gebrochen wie zum Beispiel das Stück "Dies Irae" unter
Beweis stellt. Mußten für den Refrain doch Papa Smolskis Opernsänger
(er ist Leiter der weißrussischen Philharmonie) in ihrer Probenpause
ein paar Zeilen für den Filius des Chefs einsingen. Macht aber was
her.
"Dies Irae"
"Unity" ist endlich wieder eine
gute RAGE-Platte geworden, nachdem sie sich schon fast ins Aus ballanciert
hatten. Auch wenn sie wohl nie wieder so stark wie auf "Missing Link" oder
"Black In Mind" sein werden, ist mit dem Herner Trio wieder verstärkt
zu rechnen.
THOMAS
POWERGOD
„Bleed For The Gods - That’s Metal - Lesson I“ 9
Massacre,
Connected/Midas Twins Music, 2001
Wie schweineleicht
es sein kann, ein absolut geniales Album einzuspielen, zeigen POWERGOD
mit „Bleed For The Gods“. Man reaktiviere einfach ein paar Kracher aus
den 80ern, gebe sich natürlich ordentlich Mühe, und schon hat
man ein Scheibchen am Start, das locker den größten Teil der
aktuellen Heavy Metal-Produktionen wegbläst. Warum das so ist? - Man
kann quasi willkürlich in den 80ern herumwildern, denn der Fundus
an Hammer-Songs scheint in diesem Jahrzehnt des Wiedererwachens unerschöpflich.
Und so bedienten sich POWERGOD auch nicht etwa nur bei Cover-Standards,
sondern kramten zum Teil Songs von Bands aus, die heute von den meisten
Nachgewachsenen Metal-Freaks keine Nase mehr kennt: zum Beispiel Chastain,
Q 5, Hallows Eve, M.A.R.S. TNT, ja selbst die Bibel-Werfer von Stryper
kommen zu Ehren. Logisch, daß da eine Menge Leute Bock hatten, mitzumachen:
Doro Pesch, Sabina Classen, Ferdy Doernberg von Rough Silk oder die Gitarristen
Juan Garcia und Bernie Versailles von Angent Steel, die beide bei „Bleed
For The Gods“ mitrammeln. Damit aber nicht genug. Bei „Stars“ des einstigen
Hear’n Aid-Projektes sind Typen wie Rob Rock, Mambo Kurt, Manni Schmidt
(Grave Digger) oder Niko Avanitis und Peter Szigeti (Ex-Warlock) am Start.
Und schließlich
Manowar zu covern, ohne abzukacken, erfordert eine gehörige Portion
Mut. POWERGOD bewältigen diese Aufgabe mit links.
„Kill With
Power“
JUB
POWERGOD
„Nemesis - Evilution Part III“ 7
Massacre/Midas
Twins Music, 2002
Wie sauschwer
es ist, eine beachtenswerte Scheibe abzuliefern, zeigen POWERGOD jetzt
mit ihrer aktuellen CD „Nemesis“. Denn anders als bei ihrer Cover-Aktion
gehen die eigenen Kompositionen nicht gleich ohne weiteres ins Ohr. Ja,
es bedarf gar drei, vier Durchläufen, um den ein oder anderen Song
überhaupt erst einmal zu akzeptieren. „Courtroom Of Trailors“ ist
da so ein Kandidat. Das Stück ballert zwar, macht sich aber immer
ausgerechnet in jenen Momenten steif, in denen man die Wende in der zähen
Melodie erwartet. Oder nehmen wir „Parting Gift“. Hier könnte man
meinen, POWERGOD wollen es mit den Hörgewohnheiten jener aufnehmen,
die sich erst kürzlich ihr Cover-Album zulegten. Oder wie soll man
Songs werten, die nicht nur mit mezzo und forte spielen, sondern Hardcore,
New Metal, Progressive und Alternative in einen Power Metal-See werfen.
Und nicht zu vergessen die Parallelen zu Sanctuary. „Got Milk?“ ist da
ein gutes Beispiel. Sänger President Evil klingt nicht nur einmal
nach Warrel Dane.
Die Scheibe
ist eine widersprüchliche. Eine mutige dazu, da es in Zeiten der immer
stärkeren Polarisierung der einzelnen Metal-Richtungen äußerst
schwer ist, mit Tonträgern wie „Nemesis“ sofort die richtige Zielgruppe
zu erwischen.
Aber glücklicherweise
gibt es eine Unmenge von Leuten, die neben den Ramones auch Symphony X,
Mayhem und Pearl Jam im Plattenschrank zu stehen haben.
„Got Milk?“
JUB
THE ALMIGHTY „Psycho - Narco“
4
Sanctuary Rec, 2001
Als im Jahrn 2000 „The Almighty“
erschien, hat das kaum jemanden interessiert. Denn schon zu ihren kommerziellen
Hoch-Zeiten waren die Jungs um Bandleader Ricky Warwick nie wirklich der
Hammer. Aber damals gab es ja Vanessa Warwick - ihr erinnert Euch, die
Zarte von Headbangers Ball - die ihre Position für den Hype ihres
(damals noch) Ehemannes nutzte. Als die Metal-Sendung auf MTV allerdings
gestrichen wurde, war’s auch mit THE ALMIGHTY vorbei. Denn nach den gepushten
Scheiben „Soul Destruction“ und „Powertrippin’“ kackten „Crank“ und „Just
Add Life ...“ völlig ab. 1996 war dann Schluß mit Rotz-Rock.
Nun, und letztes Jahr ging es weiter.
Und gar nicht mal so schlecht. Das selbstbetitelte Comeback-Album rockte
an allen Ecken und Enden und paßte gut in diese Punk’n’Roll-Welle.
Aber offenbar braucht olle Ricky immer wenigsten fünf Jahre, um gute
Songs zu fabrizieren, denn was auf Nachfolger „Psycho-Narco“ zu hören
ist, kommt über gute Durchschnittlichkeit nicht hinaus. Und manchmal
driften Warwick und sein Team gar in platten 08/15-Punk ab.
„If I Knew What I Wanted“
JUB
NOVEMBRE „Novembrine Waltz“
10
Century Media/Magic Arts Publ.,
2001
Als vor zwei, drei Jahren sich diese
krampfigen Pseudo-Klassik-Metal-Bands die Klinken der Tonstudios in die
Hand gaben, tauchte eine Band namens NOVEMBRE mit einem Album auf, das
sie „Classica“ nannte - und nicht ein Ton Klassik war darauf zu hören.
Damit fiel uns die Combo zwar auf,
rutschte aber nicht deshalb unter die besten 20 Alben des Jahres 2000.
Vielmehr überraschten - und ich betone, sie überraschten - uns
die Italiener mit einer Musik, die völlig jenseits gängiger Klischee-Vorstellungen
lag. Schwer so etwas beizubehalten.
„Novembrine Waltz“ zeigt jetzt,
daß „Classica“ keine Eintagsfliege war. Denn wieder hat es die Band
geschafft, ein Meisterwerk zu kreieren. Ihr werdet auf dem Album viele
ruhige Momente finden, allerdings beziehen die ihre Wirkung nicht aus Endloswiederholungen
oder gekünstelten Laut-Leise-Effekten. Vielmehr arbeiten NOVEMBRE
mit Melodien. Selbst ein Zwischenspiel, ein Moment oder eine Bridge sind
mit perfekten Weisen ausgestattet. Allerdings sind diese Harmonien nur
die Teppiche für all die Dinge, die darauf passieren. Nehmen wir nur
das Stück „Everasia“: Ein Gothic-gleicher Einstieg wird aufgebrochen
von Sprech-Chören, wie sie auf Demos skandiert werden, es folgt ein
sanfter Clean-Gesang, Double-Bass macht das ganze plötzlich unruhig
und ein bösartiger Growl-Shouter bricht sich Bahn. Wieder Clean-Gesang,
dem sich ein kurzer Akustik-Part zwischen Folk und Renaissance-Musik anschließt,
um das Finale einzuläuten, das an Heftigkeit gewinnt, dann wieder
Growl, donnerndes Riffing, eine Kurve zu sanftem Singsang, Akustik-Part
und Schluß. Acht Minuten sind vorbei.
Das könnte ich jetzt beliebig
fortsetzen, denn kein Song auf dieser CD gleicht dem anderen. Jeder ist
für sich ein kleines Kunstwerk, ohne auch nur einen Moment überladen
zu wirken.
Und wie es sich für eine außergewöhnliche
Scheibe gehört, enthält sie eine außergewöhnliche
Cover-Version: „Cloudbusting“ von Kate Bush. NOVEMBRE machen den Song doch
tatsächlich besser als im Original.
Künstlerbands haben es bei
INTERREGNUM bekanntlich schwer. Diese hier gehört zu den besten.
„Cloudbusting“/„Everasia“
JUB
THORIUM „Unleashing The Demons“
8
Die Hard/Zomba, 2002
„Für mich war die alte Death
Metal-Szene um Längen attraktiver. Es ist nicht mein Anspruch, neue
bahnbrechende Musik zu spielen. THORIUM werden stets Old School Death Metal
bleiben. Wir treten an, Deine Stadt auseinanderzunehmen, Deine Frauen zu
rauben, Dein Bier zu trinken und auf allen Vieren nach Hause kriechend
Satan zu salutieren.“ Der das sagt, heißt Morten Ryberg, spielt bei
der dänischen Death Metal-Band THORIUM Gitarre und hat damit auf den
Punkt gebracht, was Euch auf der Scheibe „Unleashing The Demons“ erwartet.
Dem gibt es nichts hinzuzufügen - außer, daß das Zeug
wirklich schwer geil ist.
„Warlust“
JUB
W.A.S.P. „Dying For The World“
10
Sanctuary/Metal Is, 2002
Eigentlich müßten W.A.S.P.
eine der berühmtesten und kommerziell erfolgreichsten Heavy Metal-Bands
weltweit sein. Sicher gibt es eine ganze Reihe von Schwermetall-Kapellen,
die Herausragendes leisteten, doch nur wenige waren dabei so beständig
wie Blackie Lawless. Nur selten ließ er musikalische Winkelzüge
zu („Helldorado“). Und nie (!!!) wich er von seinem Image und von seinen
Ansichten ab. Und das will bei einem Querdenker wie Blackie etwas heißen,
hätte er mit etwas mehr politischer Korrektheit doch sicher das Doppelte
von dem verdienen können, was sich jetzt so auf seinen Konten befindet.
Aber nix da: Der Glam Metal-Papst der 80er Jahre peitscht auch heute noch
auf der Bühne Frauen aus, vergewaltigt Nonnen, spießt Föten
auf, watet bis zu den Knien in Blut und Eingeweide ... Seine Texte sind
wie eh und je sexistisch, das Establishment bloß stellend, sie greifen
Musikindustrie und Bürgerlichkeit an - und immer noch sind sie oft
so intensiv, daß einem die Gänsehaut auf dem Leib brennt.
„Black Bone Torso“
„Dying For The World“ wird vom Label
in eine Reihe mit „Winged Assassinss“, „Headless Children“ und „The Crimson
Idol“ gestellt - und selten haben die Platten-Bewerber einen Nagel so auf
den Kopf getroffen wie dieses Mal. Denn diese Platte bietet neben den typischen
genialen Melodien eines Blackie Lawless Song-Dramaturgien der Spitzenklasse.
Das wird besonders bei „Rubberman“ (Mörder-Gitarrenarbeit) und „Trail
Of Tears“ deutlich. Letzteres Stück, in dem sich Blackie der Geschichte
der indianischen Völker nähert, gehört vermutlich mit ebenfalls
genanntem „Rubberman“ und „My Wicked Heart“ zu den besten Songs, die er
je schrieb.
Und natürlich befaßt
sich auch der Ami Blackie Lawless mit dem 11. September. „Hallowed Ground“
heißt das Stück, das er in Erinnerung an seinen Besuch am Ground
Zero in New York schrieb. Und obwohl das Lied Verstörtheit transportiert,
ja nahezu Hilflosigkeit rüberbringt, geht es einem um Welten näher,
als der oberplatte Pseudo-Mutmacher „The Fight For Freedom“ auf der neuen
Manowar.
„Hallowed Ground“
Man höre diesen warmen Hammond-Orgel-Klang.
Eigentlich ist dieses Tasten-Instrument neben dem Klavier das einzige,
das für Heavy Metal-Scheiben zugelassen werden dürfte.
„Hallowed Ground“ gibt es noch einmal
in einer Akustik-Version und bleibt genauso intensiv.
Diese Scheibe legt die Latte für
die Top 10 des Jahres 2002 wieder um einiges höher. Glückwunsch
Blackie.
„Rubberman“
JUB
ASTIMI „Trina Capronum“ 7
Code 666/Inch Productions, 2001
Und noch einmal Italiener. Diesmal
geht es um Death Metal von der übelsten Sorte. Das Schlagzeug hackt,
die Double Bass stößt in Sphären vor,
die
eigentlich kein Mensch mit gesunden Beinen erreichen kann, die Gitarren
schraddeln unentwegt, und Sänger Agghiastru gibt zwischen Kehlkopfkrebs
und Magengeschwür sein Bestes. Vergleiche mit Deicide sind durchaus
angebracht. Nicht nur wegen der Musik, sondern auch das Auftreten der Band
ist offenbar bei Glen Benton abgeschaut. So sehen die drei Mitmusiker von
ASTIMI nicht nur wie satanische Schöpfungen aus, sondern treiben
es auch song-technisch mit dem Stück „International Satanic“ auf die
Spitze. Vielleicht nicht unbedingt höllisch gut, aber unbestritten
höllisch kaputt.
„International Satanic“
JUB
BOOMERANG "Real Unreal Demo"
6
Eigenproduktion, 2001
"Ein Muß für Fans von
Skyclad, Blind Guardian oder Gamma Ray", so kommentieren die Jungs von
BOOMERANG ihre Musik.
Der Einfluß von Skyclad macht
sich im Opener "A Jugglers Poetry" bemerkbar und zwar in Form der recht
folkigen Melodie. Ansonsten schimmert wirklich der Geist von Blind Guardian
durch, allerdings der ihrer frühen Werke. Denn BOOMERANG gehen noch
herrlich ungestüm ans Musizieren heran. So hätten "Battered"
oder "The Cold One" auch problemlos auf den Guardian-Platten "Follow The
Blind" oder "Battalions Of Fear" stehen können. Die Ballade "Last
Goodbye" wirkt noch etwas hölzern und die letzten beiden Stücke
"The Real Unreal" und "Labyrinth" fallen im Gegensatz zum Rest etwas ab.
Aber BOOMERANG zeigen, daß sie sich auf dem rechten Pfad befinden.
"Real Unreal" ist nicht zuletzt auf Grund des guten Sounds ein Fundament,
auf dem BOOMERANG ordentlich bauen können. www.boomerang-metal.de,
stefan@der-bierfreund.de
"The Cold One"
THOMAS
DIE GASTREZENSION: Ron Schaffer,
Sänger/Gitarrist der Gothic/Death Band NECROSIST
NECRONOMICON "... Possessed
Again" 8
Eigenprod., 2002
Vorab kurz etwas zu der Band. Seit
ich in der Metal-Szene bin, gibt es schon NECRONOMICON. Genauer gesagt
seit 1983, also wo die meisten von uns noch potentielle Sackschwimmer waren
und die Band brachte seit '84 in Originalbesetzung vier LPs heraus: 1.Necronomicon,
2.Apocalyptic Nightmare, 3. Escalation und 4. Screams.
Zur letzteren kann ich leider nichts
sagen, da sie mir völlig unbekannt ist. Die ersten drei Alben stellten
zur damaligen Zeit richtig gute Thrash Metal-Kracher dar. Vom Klangbild
typisch 80er-Mugge und das ist es auch, was mir an dieser neuen Scheibe
so gefällt. NECRONOMICON blieben dem alten Stil treu, ohne stilistische
Arschkriecherei, und produzierten im bandeigenen Proberaum mit einem Vier-Spur-Recorder
die mir nun vorliegende Vier-Song-CD R namens "... Possessed Again".
Wer jetzt denkt, daß das Teil
Scheiße klingt, irrt sich gewaltig. Ich kann nur sagen, daß
dieses Teil nach Kult klingt. Also alle alten Säcke sollten auf alle
Fälle mal die Sache anchecken. Laut der mir vorliegenden Info kann
man das Teil für 6 Euro ordern. Netterweise haben die Jungs
noch einige andere Sachen im Angebot. Alle alten Veröffentlichungen
werden ebenfalls auf CD R für 6,-Euro angeboten sowie die LP "Apocalyptic
Nightmare" für 11 Euro.
Übrigens war ich auch echt
verdutzt, als ich das Cover sah. Es ist das von der ersten LP von NECRONOMICON.
Also Fazit: eine Scheibe die absolut
klasse ist und an die alten guten 80er erinnert. Kaufen.
www.necronomicon-online.deservice@necronomicon-online.de
RON
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