KARI RUESLATTEN-Special & Interview vom 12. April 2005

KARI RUESLATTEN
"Other People's Stories"
Erschienen: 2005
Label: GMR Music/Peach Music
Homepage: www.karirueslatten.com
KARI RUESLATTEN - Other People's Stories On Air: "Push"
"Sorrow To My Door"
"Other People's Stories"
"Life"
"Fishing"
"Cry"
Drum'n'Bass, Electronic, Musik, die eher was mit Björk und Konsorten zu tun hat in einer Heavy-Metal-Sendung? Ja, unbedingt. Denn KARI RUESLATTEN hat an maßgeblichen Metal-Produktionen teilgenommen. So veredelte sie die ersten beiden 3rd And The Mortal-Veröffentlichungen mit ihrer wunderbaren Stimme und gab einst der STORM-Scheibe "Nordavind" von Wongraven und Fenriz die nötige sanfte Note. Nun, und nebenbei ist die holde Norwegerin auch solistisch tätig, was sie jetzt aktuell mit "Other People's Stories", ihrem vierten Album, einmal mehr belegt.
Das Album ist zauberhaft. Karis Gesang trägt uns durch kleine ans Herz gehende Reflektionen menschlichen Fühlens und Handelns wie "Cry", "Fishing" oder "Bloom On Winter". Das Album, das minimalistisch instrumentiert wurde, hätte auch noch weniger elektrisch verstärkte Klänge ertragen, denn KARI RUESLATTEN kann mit ihrer Stimme Steine erweichen. Und das ist es auch, was "Other People's Stories" ausmacht: die Kunst des Gesangs. Der Rest ist lediglich dazu gedacht, den Zugang zu erleichtern. Träumen, zufrieden sein, Bäume anschauen oder sich über einen leisen warmen Regen freuen - es gibt Dinge, die man bei Karis Musik tun kann, von denen man vorher noch gar nicht wußte, daß sie existieren. 8 von 10
JUB

PRIMORDIAL
"The Gathering Wilderness"
Erschienen: 2005
Label: Metal Blade
Homepage: 
PRIMORDIAL - The Gathering Wilderness On Air: "The Song Of The Tomb"
"The Gathering Wilderness" müßte PRIMORDIAL eigentlich endgültig den Durchbruch in der Heavy-Metal-Szene bescheren. Nach diesem Album dürfte es Situationen wie auf dem 2004er BANDS BATTLE nicht mehr geben, wo sich Besucher doch tatsächlich während des Auftritts der Iren lieber ein Bierchen am Auto genehmigten. Grund dieser Ignoranz: "Wir kenn' die nich."
Wenn man den Begriff Hymne definieren möchte und zufälligerweise dieses Album zur Hand hat, kann man sich jedes Wort sparen. Bei den Songs von "The Gathering..." eröffnen sich einem kollektive oder gar Massen-Handlungen: eine Kriegerhorde rudert ein Langschiff, hunderte vor Anstrengung zu bersten scheinende Arbeiter asten schwere Baumstammkolosse einen Abhang hinauf, tausende waffenstarrende Männer zeichnen sich bedrohlich am Horizont ab... Die Stücke PRIMORDIALS haben Leidenschaft, Kraft und Identität. Wenn die Band bisher auf ihren Alben immer mal wieder musikalische Ausflüge in das Black-Metal-Genre wagte oder gar progressive Elemente integrierte, ist die Musik diesmal auf das wesentliche reduziert und wirkt genau deshalb so erhaben. Mit "The Gathering Wilderness" haben PRIMORDIAL ihren ureigendsten Stil so perfektioniert, daß man ihnen weder ausweichen kann, noch ein Verwechslung mit einer anderen Band möglich wäre. Im Pagan/Viking-Bereich gehören sie endgültig zu den besten. 10 von 10
JUB

MOONSORROW
"Verisäkeet"
Erschienen: 2005
Label: Spikefarm Records
Homepage: www.moonsorrow.com
MOONSORROW - Verisäkeet On Air: "Karhunkynsi"
Was die Finnen auf ihrem Erstling "Suden Uni" 2001 ankündigten, ist jetzt nicht mehr von der Hand zu weisen: MOONSORROW haben Bathorys Erbe angetreten. Die Stücke auf "Verisäkeet" haben die gleiche epische Erhabenheit wie eins das Material auf "Hammerheart" oder "Twilight Of The Gods" vom seligen Quorthon. Auch arbeiten MOONSORROW vor allem im Arrangement-Bereich ganz stark mit Bathory-Elemente, wenn zum Beispiel in "Haaska" nach einem ganz ruhigen Intro die Musik mit aller Wucht marschierend über einen hereinbricht, unterstützt von einem markerschütternden Schrei, dann wähnt man sich durchaus aus Walhalla gegrüßt.
Aber keine Furcht, MOONSORROW sind beileibe keine bloßen Kopisten, dafür sind die Songs viel zu perfekt konzipiert. Und die enorme Folk-Schlagseite verleiht den Stücken eh eine ganz eigene Note, die jene Abwechslung reinbringt, die den Bathory-Sachen manchmal gefehlt zu haben scheint.
Es wäre müßig, den ein oder anderen Song zu empfehlen. Trotzdem sei an dieser Stelle noch der hymnische Kriegergesang in "Jotunheim" erwähnt: Wenn Ihr das gehört habt, kommt Ihr von diesem Album nicht mehr los. Einfach einzigartig. 10 von 10
JUB

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