An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

Abgehört vom 12. November 2002


CORNIX MALEDICTUM „... verdammt in alle Ewigkeit“ 5
Ars Metalli, 2002

Cornix Maledictum - ... verdammt in alle Ewigkeit

Vermutlich sind Ardor der Pfeyffer, Steffen der Lautenschläger und Abraxas der Unflammbare keinen Deut schlechter als hunderte anderer Gruppen, die sich der mittelalterlich angehauchten Musik verschrieben haben. Und es ist auf der CD „... verdammt in alle Ewigkeit“ auch unüberhörbar, daß das Trio sein Handwerk versteht. Die aus Frankfurt/Oder stammende Band begeistert auf Mittelaltermärkten jährlich garantiert eine Vielzahl von Schaulustigen. Allerdings nutzen auch die einst so exotischen Weisen aus vergangenen Zeiten einmal ab, erst recht, wenn sie wie bei CORNIX MALEDICTUM quasi „unplugged“ dargeboten werden. Viel Gestaltungsmöglichkeiten bleiben da nicht. Und so haben wir hier fröhliche Tanzweisen neben Moritaten oder melancholische Dudelsack-Melodien. Für beinharte Mittelalter-Markt-Fans ist diese CD sicher unverzichtbar. Heavy Metal-Fans können es ja weiterhin mit In Extremo probieren.
„Totentanz“

JUB

AMON AMARTH „Versus The World“ 10
Metal Blade, 2002

Amon Amarth - Versus The World

Wenn es heißt, AMON AMARTH veröffentlichen ein neues Album, wird der Thron unserer LP-Top-20 schon mal vorsorglich frei geräumt. Denn was die Schweden vor allem mit ihren beiden Vorgängern leisteten, grenzt schier an verehrungswürdiger Genialität. Keine Band auf dieser bekackten Welt hat die Melange aus Aggressivität und traumhaften Melodien so perfekt zu ihrem Stil erhoben wie diese Schweden. Und wenn AMON AMARTH bisher um die Herrschaft im Heavy Metal buhlten, haben sie sich jetzt mit „Versus The World“ die Krone aufgesetzt.
Wenn „Bleed For Ancient Gods“ und „The Last With Pagan Blood“ von „The Avenger“ sowie „Masters Of War“ und „The Sound Of Eight Hooves“ von der „The Crusher“ als unerreichbare Hymnen erschienen, reichen „Death In Fire“, „For The Stabwounds In Our Backs“ (mit herrlichen „Hells Bells“-AC-DC-Intro), „Vs The World“ locker an diese Qualität heran und wird mit „Where Silent Gods Stand Guard“ und „Across The Rainbow Bridge“ gar noch eins drauf gesetzt. Wenn auch ein absolut hervorragendes Album, litt „The Crusher“ doch ganz dezent an seiner Überlänge und den dafür verantwortlichen nur guten Füllern. Diesen Fehler machen AMON AMARTH diesmal nicht. Hier ist nur Hochqualitätsware verwandt worden. Jeder Song scheint vor seiner Aufnahme sämtliche Prüfgremien des Band-eigenen Anspruchs durchlaufen zu haben, bevor er den Weg auf „Versus The World“ fand.
Wer hier noch etwas zu mosern hat, gehört entweder zum Death Metal-Junggemüse oder hat einfach schlicht und ergreifend Zwiebeln in den Lauschern.
„Death In Fire“/“Across The Rainbow Bridge“

JUB

SLAV SIMANIC "Let It Go" 9
Frontiers Rec./Now&Then/XIII Bis Rec./Point, 2002

Slav Simanic - Let It Go

Von den oben aufgeführten Labels trudeln ja so manche Perlen und auch Obskuritäten bei den Liebhabern von progressiven, melodischen Klängen ein. Alle entsprechen dabei fast immmer dem selben Schema: Nett gestylte Instrumentenhelden machen mal meisterlich bis kitschig in neu geformten Supergroups kunstvolle Musik, die in Covern ausgeliefert wird, bei denen kein Vertrieb kalte Füße bekommt. Ja, so lernten wir das Labelvierergespann kennen und schätzen. Doch nun steht eine Veröffentlichung ins Haus, die irgendwie anders ist. SLAV SIMANICs CD kommt in einem Cover, welches ein Atompilz ziert. Die Black Metal-Truppe War läßt grüßen. Dazu paßt der Titel "Let It Go" auch wie Flugzeuge in Hochhäusern. Auch das umseitig abgedruckte Foto ist tonnenschwerer Kult. Vier Typen, die aussehen als seien sie vom nächsten Bauernhof getürmt, glotzen höchst unfotogen in die Kamera und animieren zum zwanghaften Schmunzeln. Doch spätestens beim Abspielen der CD bleibt einem das Lachen erstmal im Halse stecken. Verdammt geilen melodischen Metal gibt es zu hören, der überhaupt nicht in die AOR-Kiste passen will. Die Melodien des in Jugoslawien geborenen Simanic sind alles andere als abgegriffen oder kitschig, sondern schwungvoll und sehr einprägsam. Außerdem spielt er seine Gitarre äußerst songdienlich und lehnt sich mit ausufernden Kompositionen nicht zu weit aus dem Fenster. Drummer Morgan Evans prügelt jeden Anflug von Radiokompatibilität von Schlage Ostseewelle unmißverständlich mit rasenden Tomrolls aus der Musik des nach Kanada ausgewanderten Gitarristen. Und dennoch gibt es fragile Akkustikpassagen zu hören, die das Album abwechslungsreich gestalten. Auf der europäischen Version von "Let It Go" gibt es als Bonus-CD noch das erste Album Simanics, "Water Of Life", mit dazu. Doch wie alle guten Dinge hat auch das alles einen Haken. Denn Simanic ist bekennender Christ und somit ist der textliche Teil nur mit Vorsicht zu genießen. Sagt also hinterher nicht, INTERREGNUM hätte Euch nicht gewarnt. Den musikalischen Teil jedoch kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen.
"You`re Never Gonna Die"

THOMAS

WADGELMIR „Endzeit“ 8
Eigenprod., 2001

Wadgelmir - Endzeit

Gerade bei Undergroundern ist die Annahme „Masse gleich Qualität“ sehr weit verbreitet. Und so werden uns auf Demos oder selbstproduzierten CDs immer wieder Songs in Überlänge angeboten, die dann doch besser bei drei oder vier Minuten zu Ende gewesen wären. Auch die Viking/Black Metal-Band WADGELMIR kommt uns bei „Nidhögg“ und „Surt“ mit jeweils 9.31 und 7.37 Minuten. Aber erstaunlicherweise tritt hier der Umstand ein, daß beide Stücke, so sie verklungen sind, keinen Moment der Langeweile zurücklassen. Vor allem „Nidhögg“ hat mit seinem doomigen Tempo etwas Hypnotisches. „Surt“ steht dem kaum nach, wirkt mit seinen schnellen progressiven Passagen und den leicht schrägen Riffs allerdings weitaus unruhiger. 
Auch an den anderen vier Stücken des „Endzeit“-Demos gibt es kaum etwas auszusetzen. Manch einer mag bemängeln, daß sich WADGELMIRs Melodien zum Teil nur schwer einen Zugang zum Harmonie-Bereich des Gehirns erarbeiten, ich halte dies wiederum genau für etwas, das für die Band spricht. Und schließlich die Texte. Außer „Helheim“ sind sie sämtlichst in deutsch. Es geht vornehmlich um die Wikinger-Mythologie, wobei - wie so oft in diesem Genre - mit Insider-Namen um sich geworfen wird. Allerdings versuchen uns WADGELMIR die von ihnen verwandten Figuren immer ein wenig zu erklären. Besonders gut finde ich den Grundgedanken zu „Das neue Zeitalter“, erinnert mich an „Krieg“ von Gold für Eisen.
„Helheim“

JUB

NOCTURNAL RITES "Shadowland" 9
Century Media/Magic Arts Publ., 2002

Nocturnal Rites - Shadowland

Die Schweden von NOCTURNAL RITES gehen veröffentlichungstechnisch in die fünfte Runde und überaschen mich heuer mit einer recht düsteren Platte. Das einzige, was ich von der Band vorher kannte, war das 98er Album "Tales Of Mystery And Imagination", was sich seinerzeit recht lange in meinem Kassettenschacht festfraß, da es mit unbeschwerten Melodien und flotten Gitarren aufwartete. Trotz der recht gewöhningsbedürftigen Stimme, die mir stets etwas zu dünn klang, war ich mir sicher, daß Hammerfall im Gegensatz zu NOCTURNAL RITES das schwächere Album aufgenommen hatten.
Doch im Jahre 2002 ist die Leichtfüßigkeit der Musik auf "Shadowland" der Düsterniss gewichen. Die einst so mitreißenden Gesänge sind in dezentere, subtile Melodien umgeformt worden. Der Gesang ist jetzt kräftiger, doch noch immer klar. Die Geschwindigkeit ist gedrosselter. Und dennoch, trotz aller Andersartigkeit kann man mit der neuen Ausrichtung leben. Sie sogar liebgewinnen. Vergleiche mit dem letzten Tad Morose-Album sind nicht aus der Luft gegriffen. NOCTURNAL RITES 2002 sind tiefgreifender, gereifter und langlebiger in ihren Kompositionen und bei alledem immernoch zu 100% Metal.
"Underworld"

THOMAS

JAGUAR „Power Games - The Anthology“ 8
Castle Music/Sanctuary, 2002

Jaguar - Power Games - The Anthology

JAGUAR dürften eine der tragischsten Bands aus der NWOBHM-Ära sein. Denn mit ihren beiden Singles „Back Street Woman“ (1981) und „Axe Crazy“ (1982) sowie dem Debüt-Album „Power Games“ (1983) etablierten sich die Engländer in der Metal-Szene als eine der härtesten und schnellsten Bands. Speed Metal hatte hier seinen ultimativen Startschuß. Was für eine Gitarrenwand, welch herrliche Preßlufthammer-Riffs. Auch heute sind diese Tonträger voll eins auf die Glocke.
Allerdings durchliefen JAGUAR in nur einem Jahr eine derartige Veränderung, daß es einer Geschlechtsumwandlung gleich käme. Mit dem Wechsel von Neat Records zu Roadrunner verloren die Raubkatzen jeglichen Biß und legten mit „This Time“ 1984 ein Album vor, das arg in die Melodic Metal-Richtung tendierte. Nicht zuletzt die Hinzunahme eines Keyboarders weichte den JAGUAR-Sound empfindlich auf. Die Folge war ein sagenhafter Flop und der Split der Band.
Fast unbemerkt hat die Band 2000 ein drittes Album veröffentlicht, das sowohl an alte Glanztaten anknüpfte, als auch neue Einflüsse zuließ, ohne Modetrends zu kopieren. Dadurch wurde die Scheibe „Wake Me“ sehr vielschichtig und kann zumindest als zweitbestes Teil in der JAGUAR-Diskographie bezeichnet werden (ist ja eigentlich auch keine Kunst). Lediglich der Sänger Jamie Manton will nicht passen, klingt er doch phasenweise arg nach Offspring. Die Ur-Shouter Rob Reiss und Paul Merrell waren nicht nur weitaus cooler, sondern einfach auch um Längen besser.
Diese ganze musikalische Geschichte der Band könnt Ihr auf „Power Games - The Anthology“ nachhören. Die drei Alben sind ebenso enthalten wie Singles und Sampler-Beiträge. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Alben sind frappierend. Aber allein das Material von 1981 bis 1983 im Schrank stehen zu haben, rechtfertigt beinahe jeden Preis dieser Doppel-CD.
„Axe Crazy“/“Mouth And Trousers“

JUB

APOPHIS "Promo 2001" 3
Eigenproduktion, 2001

Apophis

Sieh an, bis vor kurzem wähnte ich die deutsche Death Metal-Band schon in den ewigen Jagdgründen, und nun liegt eine Promo-CD aus dem Jahr 2001 vor. APOPHIS habe ich zu Zeiten ihrer "Heliopolis" Scheibe auf Morbid Records sehr zu schätzen gelernt und war sehr gespannt, ob sie noch immer die Durchschlagskraft von einst haben. Melodienriffs von Ohrwurmqualität, die dennoch schwer wie Blei waren, tiefe ausdrucksstarke Vocals und geile Lieder. So hatte ich die Band in Erinnerung. Auf der Drei-Song-Promo ist von alledem leider nur noch ein Schatten übrig. Durch die Veränderungen im Line Up ist viel der alten Stärke verlorengegangen. Denn die Stimme von Neuzugang Peter Faifar zum Beispiel ist anscheinend nicht für Death Metal geschaffen. Ein Typ im Türsteherformat wie er sollte eigentlich problemlos die halbe Innenstadt im Stand umbrüllen können, doch er versucht aggressiver und tiefer zu singen, als seine Stimmbänder es zulassen und setzt sich damit schonmal in die Nesseln. Auch sind die vielen Plichtsolos und Kunstpassagen, die die Songs alle in einen Zeitrahmen von über sechs Minuten daher kommen lassen, zuviel. Schnell macht sich Langeweile breit. Nur im letzten Song "Reanimation" blitzt noch einmal der Geist vergangener Tage kurzzeitig auf. Der eine Riff hätte auch locker auf "Heliopolis" stehen können. Sicher bleibt die Zeit auch für APOPHIS nicht stehen, aber die 98er Scheibe wird für mich immer der Maßstab sein, an dem ich die Band messen werde. Vielleicht klappts ja beim nächsten Mal. info@serpent-god.dewww.serpent-god.de
"Reanimation"

THOMAS

SEVERE TORTURE "Misanthropic Carnage" 9
Hammerheart Rec., 2002

Severe Torture - Misanthropic Carnage

Es gibt gewisse Gesetzmäßigkeiten in der Szene, die sich wohl nie ändern werden. Für viele ist Slayers "Reign In Blood" das ultimative Thrash Metal-Album, Ozzy Osbourne noch immer der "Prince Of Darkness" und "Bombenhagel" das Beste, was Sodom je aufgenommen haben. Gesetze unabhängig von Realität und der Entwicklung der Zeit. Was das mit SEVERE TORTUREs neuem Album zu tun hat? Nun es gibt immer noch Leute, die behaupten, daß Chris Barnes der absolute Death Metal-Grunzgott ist. Egal, was der Mann kann und welche Rolle er in der Szene spielt, Dennis Schreurs - seines Zeichens Fronter von SEVERE TORTURE - kann ihm locker das Wasser reichen und noch ein Glas dazu. Hölle auch eins, was sind das nur für vernichtende Laute, die dieser Kerl von sich gibt. Doch nicht nur der Gesang ist barbarisch. Die Musik klingt unbarmherzig von Anfang bis Ende der CD. Die Klampfen scheinen bis an die Grenze des Machbaren verzerrt und spalten selbst Eichenstämme. Der Baß spielt die abgedrehtesten Läufe mit traumwandlerischer Sicherheit, und die Drums fesseln den Hörer mit ideenreichem Highspeed-Getrümmer. Die Musik scheint am besten zu beschreiben, was in dem Kopf desTypen auf dem Cover vorgeht, der mit diabolischem Grinsen eine vom Schmerz gepeinigte Person mit einer riesigen Axt zerfleischt. Stumpf und abgelutscht mag es zwar sein, aber das ist mir scheißegal. Genau solche Bilder, Themen und Texte erwarte ich von einer solchen kaputten Band wie SEVERE TORTURE. Einige Bestimmer in unserem Land bekamen davon allerdings kalte Füße und zensierten das Cover. Unfreiwillige Kaufempfehlung ihrerseits. Und meine freiwillige dazu.
"Castrated"

THOMAS

SWEET INFERNAL NOISE „SIN“ 8
Endzeit-Prod., 2002

Sweet Infernal Noise - SIN

Eigentlich haben wir es uns ja abgewöhnt, Singles oder Maxis zu reviewen. Allerdings hat mich diese mit nur drei Songs bestückte CD außerordentlich beeindruckt, so daß ich Euch nicht vorenthalten möchte, was für ein Schmuckstück da in deutschen Landen heranwächst. Es geht um SWEET INFERNAL NOISE, die in der Band-Info so ein bißchen als Theatre Of Tragedy-Erben verkauft werden, was eigentlich ein Understatement ist. Denn wenn man auch auf Grund des femininen und maskulinen Wechsel-Gesangs sicher die theatralischen Norweger als Vergleichsmöglichkeit heranziehen kann, wirken SIN allein in dem Song "Trust" spritzig, wie Theatre auf ihren gesamten Alben nicht.
Überhaupt geht es bei SWEET INFERNAL NOISE eher zügig voran. Zwar kann man der Band sicher einen gewissen Gothic-Appeal nicht absprechen, den haben sie dann aber eher von Bands wie Sisters Of Mercy oder The Cult. Und selbst diese Parallele zieht nicht wirklich, sorgen Sorb und Prohl an den Gitarren doch für einen ordentlichen Druck.
Und nicht zu vergessen Helen. Auch wenn sie gerade beim Opener (welch Bezeichnung bei nur drei Stücken) "Farest Shores" einen Hauch von Unsicherheit offenbart, glänzt sie doch mit ihrer Stimme. Die klingt warm und wird vielen vielleicht deshalb eher "cool" erscheinen.
So, seht zu, daß Ihr Euer erstes Album unters Volk gemischt bekommt.
„Farest Shores“

JUB

EASY RIDER "Regeneration" 7
Locomotive Rec., 2002

Easy Rider - Regeneration

Auch Spanien läßt mal wider grüßen. Diesmal mit einer neuen Veröffentlichung aus dem Hause EASY RIDER via Locomotive Records. "Regeneration" heißt das Teil und birgt wie gewoht stark Judas Priest/Iron Maiden-lastigen Metal wie auch schon auf den Scheiben davor. Das Gute an der Scheibe ist, daß die Band ihre Einflüsse mit Geschick verarbeitet und ihre Musik so klingt, daß sie den Meistern würdig ist. Es gibt durchweg überzeugende Melodien und Refrains. Sänger Ron Fin singt wie ein junger Gott. Doch gibt es bei der CD eine Sache, die mich ein wenig wurmt. Nämlich die Geschwindigkeit der Lieder. Die meisten fangen mit einem Einstieg, der alles verspricht an, und wenn man glaubt, daß es sich um einen Uptempo-Song handelt, wird man mit Midtempo überascht.
Nächstes Stück. Auch wieder viel Spannung erzeugende Wirbel und Riffs. Und doch wieder Midtempo. Wer also Wert auf Geschwindigkeit legt, sollte mit den ersten beiden Stücken des Albums seine Freude haben. Denn ansonsten wartet man vergebens auf das Durchtreten des Gaspedals.
Die Songs sind zwar stark, aber ein bißchen mehr Geschwindigkeit hätte auch nicht geschadet.
"Stranger"

THOMAS 

PERVERSE "Blunt Of Stench" 8 (BANDS BATTLE-BAND 2003)
Eclipse Rec., 2002

Perverse - Blunt Of Stench

Daß die Polen schon lange kein Heavy Metal-Entwicklungsland mehr sind, dürfte sich ja so langsam herumgesprochen haben. Wer das angesichts solcher Bands wie Yattering, Decapitated, Sceptic, Dies Irae, Behemoth, Lux Occulta und vor allem Vader, um nur einige zu nennen, immer noch anzweifelt, der sollte sich nicht zuletzt auch mal die CD von PERVERSE, "Blunt Of Stench", anhören. Denn hier wird elf Songs lang heftigster Death/Grind der leicht technisierten Sorte geboten. Die Gitarren sägen ein Old School-Riff nach dem anderen. Autopsy und Cannibal Corpse sind hörbar einflußreich gewesen. Das Herzstück der Musik ist allerdings das völlig wahnsinnige Schlagzeugspiel von dem siebzehn Jahre jungen Drummer Bartho. Mit einer unermüdlichen Vehemenz drischt das Bürschchen die Scheiße aus seinem Kit und kann dennoch unmißverständlich klarmachen, daß er trotz seines Alters auch wirklich etwas davon versteht. Bei PERVERSE ist es müßig, bestimmte Songs hervorzuheben, da man diese nur schwer voneinander unterscheiden kann, was man aber auch nicht muß. Bei PERVERSE zählt einzig und allein die Brutalität, und das bringen sie absolut glaubhaft rüber. perverse666@poczta.fmwww.perverse.metal.plwww.perverse.brutaldeath.net
"Blasting The Judgement Day"

THOMAS

TOTO „Through The Looking Glass“ 9
Toto Rec/CMC/EMI, 2002

Toto - Through The Looking Glass

Heavy Metal-Fans jüngeren Herstellungsdatums werden mit dem Namen TOTO vermutlich absolut nix anfangen können. Höchsten, wenn sie „Africa“ oder „Rosanna“ zu hören bekommen, fällt ihnen vermutlich ein, das eine oder das andere Lied schon mal im Radio wahrgenommen zu haben. Und eben genau das Radio war auch immer der Tummel-Platz der us-amerikanischen Mainstream-Band, die vor allem nach dem Weggang von Sänger Bobby Kimball nur noch als zweitklassiger Pop-Act gewertet werden konnte.
Das hatte zwischen 1978 und 1983 noch ganz anders ausgesehen: gestartet mit dem brillanten selbstbetitelten Debüt setzten die Mannen um Gitarrist Steve Lukather mit Songs wie „Hold The Line“ oder „Angela“ Maßstäbe für spätere Melodic Metal-Generationen.  Die Nachfolger „Hydra“ und „Turn Back“ setzten da noch eins drauf.
Später war die Band zwar vom Songmaterial her bedeutungslos, hatte aber immer göttergleiche Musiker in ihren Reihen. Angefangen bei Steve Lukather über Jeff Porcaro (dr) bis hin zu seinem Nachfolger Simon Phillips (wer kennt den eigentlich nicht?). 
Seit sich nach mehrfachem Personal-Wechsel das Gründungs-Mitglieder-Trio Lukather/Kimball/Paich verstärkt durch Mike vom Porcaro-Clan und Phillips wieder zusammengerauft hat, kommt aus dem Hause TOTO nur noch Hochqualitatives. So auch „Through The Looking Glass“, das ausschließlich Cover-Versionen enthält. Aber wenn TOTO Songs covern, bekommt man weder Blaupausen der Originale, noch krampfhaft auf abgefahren verstümmelte Versionen. Vielmehr verstehen es die Amis, aus jedem Song neben der Referenz ans Original soviel neue Nuancen herauszukitzeln, daß er in jeder Sekunde spannend bleibt. Man höre sich nur das bis zum Erbrechen nachgespielte „House Of The Rising Sun“ (Animals) an. Sternstunden des Heavy Rock sind „Sunshine Of Your Love“ (Cream) und „Living In The City“ (Stevie Wonder). Mit welcher Musiker-Riege man es hier zu tun hat, zeigen schließlich die Jazz-Nummern „Bodhisattva“ (Steely Dan) und „Maiden Voyage/Butterfly“ (Herbie Hancock). Lediglich „Could You Be Love“ (Bob Marley) und „It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry“ (Bob Dylan) hätten nicht unbedingt sein müssen. Das werden Blues- und Reggae-Fans allerdings anders sehen, um die geht es hier aber nicht.
„Living In The City“

JUB

LED ZEPPELIN-TRIBUTE „The Music Remains The Same“ 8
Locomotive, 2002

Led Zeppelin-Tribute - The Music Remains The Same

Tribute und kein Ende. Auch LED ZEPPELIN ist in den zurückliegenden zehn Jahren schon fast bis zum Erbrechen gehuldigt worden. „The Music Remains The Same“ von dem spanischen Label Locomotive fügt diesem Sampler-Reigen eine weitere Kompilation hinzu und landet vermutlich sogar eine der besten. Eigentlich machen fast alle auf der Scheibe vertretenen Bands ihre Sache beachtlich bis herausragend. Dabei haben es sich die meisten eher einfach gemacht und das jeweilige Zeppelin-Stück einfach in den eigenen Stil transferiert. Besonders zum Tragen kommt das zum Beispiel bei Grave Digger mit „No Quarter“, der definitiv düstersten Version auf diesem Album. Auch Consortium Project zelebrieren einen klasse „Immigrant Song“ und Angra (ich hätte nie geglaubt, daß ich so etwas einmal schreiben würden) geben „Kashmir“ eine ganz eigene Note, die dem Song gut zu Gesicht steht. Auch Primal Fear sind bei „The Rover“ ganz Primal Fear, haben sich da aber offensichtlich ein Stück herausgesucht, das im Original dermaßen außergewöhnlich klingt, daß es einfach nicht erreicht werden kann. Auch White Skull haben sich mit „Stairway To Heaven“ etwas verhoben. Die Spanier Mägo de Oz verderben „Whole Lotta Love“ und Blaze bleibt bei „Dazed And Confused“ eher blaß (wann eigentlich nicht). Dafür knallt „Rock’n’Roll“ von Elegy, wird „Communication Breakdown“ mit Tierra Santa zum Heavy Metal-Brett. Selbst Axxis gelingt ein gut hörbares „Good Times, Bad Times“ und Doro kommt mit dem Blues „Babe I’m Gonna Leave You“ gut zurecht. Schließlich sind da noch Masterplan mit „Black Dog“, die mit Jorn Lande am Mikrophon schon die halbe Miete für ihre Version im Kasten haben.
„The Rover“

JUB

DAVIDIAN "...In Pain" 4
Eigenproduktion, 2000

Davidian - ...In Pain

Aggressiven Thrash Metal spielen laut eigener Aussage die Jungs von DAVIDIAN. Ihre CD "...In Pain" bietet vier Songs plus Intro und Outro. Beim Opener spürt man die geistige Anwesenheit von Exodus zu "Fabulous Disaster"-Zeiten. Soweit so gut. Doch werden die restlichen Stücke durch ruhige Akustikstückchen eingeleitet, was an und für sich nicht weiter schlimm ist, doch bei der kurzen Spielzeit nimmt das in dieser Häufigkeit den aggressiven Anstrich schneller als es einem lieb ist, und die eigentlichen Songs sind nicht bißfest genug, um den schwächelnden Anschein abzuwenden. DAVIDIAN sind ihren eigenen Ansprüchen mit "...In Pain" nicht gerecht geworden. www.davidian-metal.dedavidianer@aol.com
"The Face You'll Never See Again"

THOMAS 
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