ABGEHÖRT vom 14.
Dezember 2004
SADISTIC
BLOOD MASSACRE
"Anal Intruder" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.sadisticbloodmassacre.de |
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On Air: "Analintruder" |
Wieder eine
Band aus der Sparte Porn-Grind, die dieses Genre äußerst konsequent
durchzieht. Das beginnt beim Coverartwork, das schon mal locker einer Selbstzensur
unterliegt, geht über die witzige Präsentation imaginärer
Lümmel, die den einzelnen Band-Mitgliedern zugeordnet werden sollen
und kommt schließlich bei einigen netten Samples an: "Was hast Du
nur für ein geiles tiefes Arschloch, es wäre schade es nicht
zu verwöhnen, jah, uuuuuuh". Logisch, daß da im Opener eine
ganze Armada Frauen stöhnen darf, als würden Kühe
im Stall nach dem Melker muhen. Und Sachen wie "Mädchenspiele", "Sperminator",
"Hightspeed Ejaculation" oder "Shameless Exhibition Of A Shaved Cunt" sprechen
für sich.
Musikalisch
bleiben SADISTIC BLOOD MASSACRE eher im Normalbereich. Ihr Grindcore könnte
mit Vaginalverkehr in der Missionarsstellung verglichen werden: solide
aber nicht abgedreht. Mal rasch, mal schleppend, ruppig und hin und wieder
ein wenig poltrig. Der Sänger knurrt vor sich hin und setzt definitiv
keine Akzente. Wie limitiert er ist, machen die beiden Live-Nummern am
Ende der CD deutlich.
"Analintruder"
ist unbestritten eine unterhaltsame CD, tut aber nur bei jenen Not, die
alles aus dem Porn-Grind-Bereich sammeln. 6
von 10
JUB
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AXEL RUDI
PELL
"The Ballads III" |
Erschienen: 2004
Label: Steamhammer/SPV
Homepage: www.axel-rudi-pell.de |
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On Air: "Sea
Of Evil" |
Wer von Euch
schon mal Muttis Kuschelrock-CD gehört hat, wird garantiert festgestellt
haben, daß lediglich die Balladen von Bands aus dem Heavy-Rock-Bereich
Wirkung zeigten. Soul-Gewimmer oder Pop-Geschwurbel sind meist musikalische
Härtetests, entdecken allerdings die harten Jungs ihre sentimentale
Seite, kriechen Gänsehäute den Nacken hoch. Vorausgesetzt, die
jeweiligen Musiker verstehen ihr Handwerk und zimmern wohltuende Melodien
zurecht. Ganz oben auf der Liste der Balladen-Könige stehen unter
anderem W.A.S.P., Cinderella und die Scorpions ("Wind Of Change" und "White
Dove" sind da eher unrühmliche Ausnahmen).
Daß
man AXEL RUDI PELL getrost in die Top 20 der Balladen-Helden mit aufnehmen
kann, beweist er einmal mehr mit einem reinen Pfeifenzieher-Album "Ballads
III" vereint elf Songs, von denen fast jeder einzelne ein klassisches Heavy-Metal-Album
veredeln würde. "Heartbreaker" oder "Sea Of Evil" zum Beispiel sind
unschlagbare Beiträge, die eindeutig zeigen, daß Pell auch musiktheoretisch
voll auf dem Dampfer ist. Für Heavy-Metal-Fans ist dieses Album die
ultimative Alternative zu jeder Art von "Kuschelrock"-Tonträgern.
8
von 10
JUB
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SAMAEL
"Reign Of Light" |
Erschienen: 2004
Label: Regain
Records/Galactical Records
Homepage: www.samael.info |
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On Air: "Heliopolis" |
Die Entwicklung
von einer schnörkellosen Black-Metal-Band zu Beginn der 90er Jahre
mit "Worship Him" zu dem heutigen Soundgebilde unter "Reign Of Light" ist
fast einer Geschlechtsumwandlung gleichzusetzen. Denn von höllischen
Machenschaften ist in der Industrial-Welt der Schweizer SAMAEL überhaupt
nichts mehr zu spüren. Vielmehr begegnen sich bei Xy (program, key,
perc) und Vorph (voc, g) anno 2004/05 Tägtgrens Pain, Laibach und
Rammstein. Nur wenige der alten Fans sind diese Metamorphose mitgegangen.
Wer es allerdings wagte, wird heutzutage nicht im Geringsten enttäuscht.
Denn "Reign Of Light" ist ein wirklich gelungenes Industrial-Album, das
mit "Moongate" und "On Earth" mindestens zwei einzigartige Hits verbuchen
kann. Aber auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern. Merkwürdig
nur, daß die Europäer seit den Kreuzzügen solch Faible
für den orientalischen Kulturkreis besitzen, denn auch SAMAEL wenden
sich im erheblichen Maße den Klängen der Mullahs zu. Bereicherung
oder Störfaktor? Das mag in diesem Falle jeder für sich allein
entscheiden. 8 von
10
JUB
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BLACK
ALTAR
"Black Altar" |
Erschienen: 2004
Label: Christhunt
Prod.
Homepage: www.black-altar-horde.com |
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On Air: "Black
Metal Terror" |
Das Erscheinungsbild
von BLACK ALTAR ist durch und durch Black Metal. Und wie Black Metal das
ist. Und natürlich auch die Musik. Allerdings ist hier die Besonderheit
der polnischen Band auszumachen. Denn BLACK ALTAR flirten nicht nur mit
dem Death Metal, sondern haben auch sehr technisch anmutende Passagen.
Und genau darin liegt der Hund begraben. Sie können als Bereicherung
empfunden werden oder aber auch einfach nur - wie im Fall von BLACK ALTAR
- den musikalischen Fluß zerreißen ("Fire Ov Immortal Self").
Außerdem scheinen die Polen sich hin und wieder mit einem Rad in
den Morast zu karren, so daß einige Songs nur ganz schwerlich aus
der Hüfte kommen ("The Revelation Of Scourge").
Ansonsten
wird uns eine sehr fette brutale Produktion geboten, wo jeder Song - ob
er nun gefällt oder nicht - von einem hohen musikalischen Niveau zeugt.
Und wenn ich zwischen zwei polnischen Extrem-Metal-Produktionen des Jahres
2004 wählen müßte und mir legte man die neue Behemoth vor
und daneben BLACK ALTAR, würde ich ohne zu zögern zu BLACK ALTAR
greifen. 7 von 10
JUB
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KROHM
"A World Through Dead
Eyes" |
Erschienen: 2004
Label: Vicious
Recordings
Homepage: www.angelfire.com/ct3/krohm |
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On Air: "When
Morning Never Returned" |
Der Meister
des hypnotisch-monotonen Langzeitsongs sitzt im Knast. Vark Vikernes alias
Burzum konnte 20 Minuten von einem Riff leben, und die Leute waren trotz
allem begeistert. Diese Fähigkeit hätte Numinas auch gern. Vor
allem hätte er sie bitter nötig, denn sein "Suicidal Black Metal"
leidet in erster Linie unter Durchschnittlichkeit, die in tötende
Langeweile ausartet. Traurige, Schnecken-langsame Musik zu machen, ist
mit dem bloßen Gitarrensaiten anklimpern nicht getan. Auch das hallige
Kreischen macht das Ganze nicht gruseliger. Und dabei bemüht sich
Numinas mit seinem Projekt KROHM auf dem zweiten Album "A World Through
Dead Eyes" hörbar, Burzum-Sphären zu erreichen, klingt "A Lurking
Dream" mit seinen perlenden Keyborad-Stellen doch zumindest in der Machart
nach "Dunkelheit". Einen Orden hat KROHM für "My Hearse" verdient.
Hier zeigt Numinas wie er klingen würde, wenn er den vollen Motivationsschub
bekommt. Der Song besteht anfangs aus einem raschen und gut melodierten
Black-Metal-Part, geht in eine atmosphärische Doom-Passage über,
um in Ambient-Akustik-Spielereien zu enden. So variantenreich auf dem ganzen
Album, und es hätte richtig Klasse werden können. 4
von 10
JUB
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DISILLUSION
"Back To Times Of
Splendor" |
Erschienen: 2004
Label: Metal
Blade
Homepage: www.disillusion.de |
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On Air: "Fall"/"Back
To Times Of Splendor" |
Ja, das sind
Deutsche. Nicht immer ist es wirklich begründet, sich zu wundern,
daß die ein oder andere Band aus unseren Gefilden kommt. Im Falle
von DISILLUSION schon, sind die doch sowas von skandinavisch ... Aber halt.
Warum eigentlich? Warum sind zupackende Death-Metal-Riff-Überfälle
nicht auch typisch deutsch? Wieso sind Melodiewunder, gepaart mit Urknall-Härte
hier in Europa immer den Nordmännern zuzuordnen? Wieso kann es nicht
das Merkmal einer Teutonenband sein, sich mitten in Panzerfahrten auf Daunenfedern
zu betten?
DISILLUSION
sind eine Band, bei der ich geneigt bin zu bemerken, daß gewisse
Stilmerkmale nicht immer "nur" Verwendung finden müssen, sondern ganz
eigene Wege in der Lage sind zu gehen. Nimmt man nämlich die Musik
dieser Band, zieht artverwandte Kollegen heran (im Gitarrenspiel kommen
zum Beispiel Amon Amarth zum Vorschein), ist man bald ratlos, gibt es zu
DISILLUSION doch eigentlich nichts Vergleichbares. Denn aus den einschmeichelnden
Moll-Monstern werden schnell bizarre Kreaturen, die zwar kantig sind, uns
aber ständig in Erstaunen versetzen. "Alone I Stand In Fires" ist
ein Song, der mindestens vier Melodie-Ideen beinhaltet, bei der jede für
sich schon allein ein Überhit gewesen wäre. Ganz zu schweigen
vom Titelsong, der mit seinem Violineneinstieg einer Offenbarung nahe kommt
und nach über 14 Minuten immer noch nicht zu Ende sein sollte.
Schade, schade,
schade, daß "A Day By The Lake" und "The Sleep Of The Restless Hours"
am Ende die so unglaublich hoch gelegte Latte nicht imstande sind zu überspringen.
10
von 10
JUB
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IOMMI
WITH GLENN HUGHES
"The 1996 Dep Sessions" |
Erschienen: 2004
Label: Sanctuary/Mayan
Records
Homepage: www.iommi.com
/ www.glennhughes.com |
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On Air: "Time
Is The Healer" |
Manche Dinge
sollten einfach nicht das Licht der Welt erblicken. Nicht jedes gezeugte
Kind bekommt genügend brauchbare Gene mit auf den Weg, daß es
später in der Lage ist, seinem Leben einen Sinn zu geben. Schaut Euch
um, Ihr werdet einen Schreck bekommen.
Den bekommt
Ihr bei "The 1996 Dep Sessions" vermutlich nicht, denn man erkennt schon,
daß da Tony Iommi, der legendäre Black-Sabbath-Gitarrist, und
Glenn Hughes (Deep Purple, Trapeze) am Werk waren. Allerdings verwundert
es mich nicht, daß die Songs 1996 nach den Aufnahmen in den Schubladen
verschwanden. Denn beide Musiker haben selten so banales Zeug auf einen
Tonträger gebannt. Glenn Hughes, der Solo, bei Tribute-Projekten oder
mit Voodoo Hill nicht nur einen ausgebuchten Terminkalender hat, sondern
auch tonträgertechnisch ständig präsent ist, hätte
diese Veröffentlichung jetzt gewiß nicht nötig gehabt.
Bei Black Sabbath läuft da bedeutend weniger und Ozzy macht seit ein
paar Jahren sämtliche Mythen um diese Band zur buchstäblichen
Sau. Also dürfte Tony Iommi den Druck verspürt haben, dieses
halbgare Material doch noch fertigzustellen und herauszubringen. Damit
hat er sich gewiß keinen Gefallen getan, denn von den genialen Gitarren-Riff-Ideen,
wie sie selbst späte Black-Sabbath-Veröffentlichungen noch kennzeichneten,
ist nichts zu spüren. Das hier können andere auch - und besser.
Heavy Metal im getragenen und Midtempobereich sollte schon die ein oder
andere pfiffige Idee beinhalten, sonst wird es schnell langweilig. So gibt
es jetzt ein weiteres Album mit Musik von der Stange mehr. Und ausgerechnet
von zwei wirklich großartigen Künstlern fabriziert. Fazit: IOMMI
WITH GLENN HUGHES sind wie zwei Hochleistungsmotoren in einem Auto, die
grundsätzlich zu verschiedenen Zeiten anlaufen. 4
von 10
JUB
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LORD BELIAL
"The Seal Of Belial" |
Erschienen: 2004
Label: Regain
Records
Homepage: www.lordbelial.com |
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On Air: "Mark
Of The Beast" |
Die Backelin-Bruderschaft
hat mit "The Seal Of Belial" jetzt das fünfte Album in den Ring geworfen.
Und bei zwölf Jahren Existenz ist das ein durchaus beachtenswerter
Kreativ-Ausstoß für eine Black-Metal-Band. Und überhaupt,
welche Black-Metal-Formation hält es heutzutage schon zwölf Jahre
miteinander aus.
LORD BELIAL
sind eine Gruppe, die zur ersten Angriffsfront der zweiten Black-Metal-Welle
Anfang der 90er Jahre gehörte. Viele ihrer Mitstreiter von einst gibt
es nicht mehr, andere wenige haben es zu Top-Act-Status gebracht. Die Schweden
allerdings dümpeln eher beständig vor sich hin. Niemand würde
sie verteufeln, jedoch auch kaum jemand in den Himmel loben.
Und genau
diesen Eindruck vermittelt auch "The Seal Of Belial". Die Songs auf dem
Album sind von solider Natur. Meist zwischen einem getragenen und Midtempo
angesiedelt, sind sie mit annehmbaren Melodien ausgestattet, bekommen hin
und wieder außergewöhnlich vordergründige und gut hörbare
Gitarrensoli verpaßt und sind immer einfach gehalten. Eingängigkeit
ist garantiert ("Legio Inferi"/"Armageddon Revelation"), wenn auch nicht
im Sinne von Mitpfeifbarkeit. Logisch, daß solch alten Hasen auch
Nummern gelingen, die mehr Stärken als Schwächen aufweisen, wo
die wie eine gut geölte Maschine surrenden Gitarren eine Melodie auspacken,
der man fasziniert seine Hinwendung gönnt ("Mark Of The Beast, "Abysmal
Hate") und die mit überraschenden, wenn auch nur kleinen Arrangementideen
Hand in Hand gehen.
Bleibt nur
zu konstatieren, daß LORD BELIAL ihren Fans einmal mehr bieten, was
diesen gefällt. Wer sich an den Black Metal erst noch herantastet
und das ganz Extreme mit Argwohn beäugt, bekommt mit LORD BELIAL einen
perfekten Einstieg. 7
von 10
JUB
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TORCHBEARER
"Persinia Pestis" |
Erschienen: 2004
Label: Metal
Blade
Homepage: --- |
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On Air: "Bearer
Of The Torch" |
Das Thrash/Death-Gemisch
von TORCHBEARER ist wie eine Hose vom Wochenmarkt: Im ersten Moment sieht
sie ganz gut aus, hält aber nicht lange. Irgendwie genügt es
nicht, wie wild draufloszubolzen, bretthart und in drückendem Tempo
die Songs herunterzuspielen. Auch die durchaus intelligente Gestaltung
der Stücke, die machmal sogar etwas weniger Überraschungen vertragen
hätten, bringt nicht die nötigen Schwingungen. Das Material auf
"Persinia Pestis" ist entweder schon zu oft woanders aufgetaucht oder einfach
zu unspektakulär. Dabei bleiben die Schweden auf ihrem Debüt
aber jederzeit solide und leisten sich keine peinlichen Ausfälle.
5
von 10
JUB
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REQUIEM
"Mask Of Damnation" |
Erschienen: 2004
Label: Sound
Riot Records
Homepage: www.requiem.knept.com |
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On Air: "Shrine
Of The Ocean" |
Daß
es sich hier nicht um die Schweizer Death-Metal-Formation Requiem handelt,
wird schon anhand des Logos der Band und des Fantasy-Covers klar: Das muß
Power Metal sein. Und so ganz falsch liegt man mit seiner Annahme bei den
finnischen REQUIEM nicht. Schon der erste Song auf dem Zweitling der Band,
"Blinded", scheint unmißverständlich die Marschrichtung vorzugeben:
Hier regieren Falsettstimme, Hoppelgitarren und Dauerdoublebass. Aber Moment
- schon bei "The Dying Ember" verwundern Brüche in dem Rhythmus-Fluß,
denen man vorschnell das Prädikat "Paßt nicht" anheften möchte.
Allerdings wird bei Song Nummer drei, dem Titelstück "Mask Of Damnation",
mehr als deutlich, daß wir es hier mit einer Progressive-Formation
zu tun haben, die sich des Power Metals geschickt zu bedienen weiß.
Und jetzt paßt es doch, denn die vertrackten Rhythmusbrüche,
ganz plötzlichen Tempowechsel, die dann auch manchmal nur Sekunden
andauern, sind brillante Arrangement-Leistungen und zeugen von einem hohen
songwriterischen Können. Schon allein, weil REQUIEM trotzdem immer
irgendwie dem Power Metal und dessen Geschwindigkeits-Gier verhaftet bleiben.
Schließlich kommt es dann zu "Shrine Of The Ocean", dem ultimativen
Meisterwerk auf diesem Album. Hier bündeln REQUIEM all ihr Können
und kreieren dabei eine ganz eigene Auffassung von Crossover.
Mit "Dagger"
werden die REQUIEM-Leute ihrem Ruf als Finnen gerecht und zelebrieren einen
hymnischen Song mit einer melancholischen Melodie. Die Prog-Ausflüge
scheinen vergessen. Selbst das letzte Lied, "The Rival's Spell", ist dann
wieder mehr eingängig als alles andere. Das klingt schon wieder fast
wie eine Rahmenhandlung.
Diese Jungs
sollte man im Auge behalten. 8
von 10
JUB
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INTO ETERNITY
"Buried In Oblivion" |
Erschienen: 2004
Label: Century
Media
Homepage: www.intoeternity.com |
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On Air: "Beginning
Of The End" |
Heavy Metal-Eintopf
oder Grabbelkiste. Was sich die Kanadier von INTO ETERNITY herausnehmen,
ist entweder ein Zeichen von Unbefangenheit oder einfach nur rotzfrech.
Denn eigentlich bedienen sich die Musiker auf ihrem dritten Album "Buried
In Oblivion" in jeder populären Metal-Sparte, um dann daraus einen
Mix zu brauen, der schnell high macht aber auch verdammt heftig auf den
Magen schlagen kann. Da wechseln Prog-Metal-Versatzstücke urplötzlich
mit Death-Metal-Gebolze, werden binnen zehn Sekunden Growl-, Kreisch- und
cleaner Gesang eingesetzt, überholen feine Melodien steife Rhythmuskonstruktionen
und sind Tempi sowieso nur dazu da, um sie ständig zu verändern.
INTO ETERNITY
sind eine reine Hörband. Hier muß(!) man sich vor die Anlage
setzen und ruhig bleiben. Zum Nebenbeihören gänzlich ungeeignet,
würde diese CD bestenfalls jeden Streit untermalen - und ihm unterschwellig
immer mehr Schärfe verleihen.
Ich bin mir
sicher: Diese Band haßt man oder man liebt sie. Ich tendiere dazu,
ganz zarte Bande aufzubauen. 6
von 10
JUB
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ORPHANED
LAND
"Mabool - The Story
Of The Three Sons Of Seven" |
Erschienen: 2004
Label: Century
Media/Magic Arts Publ.
Homepage: www.orphaned-land.com |
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On Air: "The
Kiss Of Babylon" |
In Deutschland
dürfte diese Band doch faktisch zur Heavy-Metal-Sperrspitze gehören,
denn das Herkunftsland von ORPHANED LAND, das da Israel heißt, verbietet
doch wohl einen Verriß. Man möchte ja nicht zu den ewig Gestrigen
gehören. Und da der Jude ein Gutmensch ist, macht er natürlich
auch nur gute Musik.
Das wirklich
schöne an dieser Band und dem Album "Mabool" ist, daß sich die
musikverständigen Schreiberlinge anderer Fanzines gar nicht verbiegen
müssen, wenn sie diesem dritten ORPHANED LAND-Album gute Noten verpassen
wollen. Denn, was da so alles auf "Mabool" passiert, ist nicht von schlechten
Eltern.
Beginnen wir
mit der Statistik: Gesungen wird auf Englisch, Hebräisch, Arabisch,
Jemenitisch und Latein sowie in der von der Band eigens kreierten Phantasie-Sprache
Gibberish. Es gibt klassisch anmutende Gesangsparts ("Building The Ark"),
die was von Therion haben, orientalische Chöre sind dabei. Dazu werden
30 Gastmusiker aufgeboten, die unter anderem Violine, Cello, Klavier, klassische
Akustikgitarre, Oud, Saz und Buzuki spielen. Musikalisch schlagen die Israeliten
einen Bogen von der orientalischen Folklore über Heavy Metal und Opern-Pomp
bis hin zu extremen Stilen, die in dem fast reinen Melodic Thrash/Death-Stück
"Halo Dies" deutlich werden. Und die Story der Scheibe rankt obendrein
um die Verständigung der Religionen Judentum, Christentum und Islam.
Das klingt
doch alles sehr ansprechend, ist es über weite Strecken auch. Allerdings
scheint sich die Band hin und wieder verhoben zu haben, denn manchmal wirken
die Songs überladen. 7
von 10
JUB
|
CHRIS
CATENA
"Freak Out" |
Erschienen: 2003
Label: Frontiers/Blond
Records/IMR
Homepage: www.chriscatena.com |
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On Air: "What
You Gonna Do" |
Diese CD ging
hier mit einer Schwarz-Weiß-Kopie des Covers ein und kam gänzlich
ohne Infos. Um so größer wurden natürlich meine Ohren,
als ich vermeinte, Glenn Hughes zu hören. Überhaupt schienen
sich da ständig irgend welche bedeutenden Leute das Mikro in die Hand
zu geben. Und angesichts der wirklich geilen Musik, die irgendwo zwischen
Deep Purple mit Coverdale und Huges und soulig/funkigem Heavy Rock pendelt,
blieb das Teil auch eine ganze Zeit in meinem Player. Jetzt habe ich mir
die Zeit genommen und nachgelesen, was es mit diesem CHRIS CATENA auf sich
hat.
Der Typ tingelt
seit 20 Jahren als Vokalist durch diverse italienische Heavy-Rock-Bands
und legt hier sein erstes Solowerk vor. Und was soll ich Euch sagen? Die
Gästeliste ist der absolute Vorschlaghammer. Hier nur ein paar Auszüge:
Glenn Hughes (Duett in "Freak Out Tonight" ), Stevie Salas, Bruce Kulick,
Tony Franklin, Tommy Aldridge, Eric Singer, Myron Dove, Chester Thompson,
Jeff Scott Soto (Duett in "What You Gonna Do"), John Lawton (Duett in "It's
A Long Way To Go"), Chuck Wright, Vitalij Kuprij, Micky Moody, Bernie Marsden,
Al Kooper usw. Diese Namen lassen bereits die Finger ins Portemonnaie fahren,
um den nächsten 20er für diese CD zu zücken. Es sind aber
tatsächlich nicht nur die Namen, die hier für Qualität bürgen.
8
von 10
JUB
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HANK!
"What`s Up?" |
Erschienen: 2003
Label: TTS
Media/Alive
Homepage: www.hank-home.de |
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On Air: "Be
My Girl" |
Der Name der
Scheibe sagt alles. Hier haben wir wirklich echten "Kick Ass Rock'n'Roll".
Ganz im Zeichen riffiger Acts wie die frühen Judas Priest, AC-DC oder
Tank donnern HANK! voll ins Kontor. Manchmal scheren sie allerdings aus,
werden auf der einen Seite gar ein bißchen prollig á la Dimple
Minds ("Dissidents Of Love") oder wollen es zu anspruchsvoll ("Hell Is
Human"). Kann ja für Abwechslung sorgen. Sollte bei einer Auf-die-Fresse-Kombo
wie HANK! aber nicht sein. 7
von 10
JUB
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