An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 16. April 2002


TWIN OBSCENITY „Bloodstone“ 8
Century Media, Magic Arts Publ. 2001

Twin Obscenity - Bloodstone

Da werden Erinnerungen wach. Jetzt kommt nicht etwa ein Nostalgie-Flash mit einer Zeitreise in die 60er oder 70er. Nein, vielmehr lassen TWIN OBSCENITY jene Jahre im zurückliegenden Jahrzehnt wach werden, als man noch jeder Black oder Viking Metal-Veröffentlichung entgegenfieberte, da mit völlig neuen musikalischen Ideen zu rechnen war, wieder eine Band auftauchte, die dem Genre neue Facetten abrang, unglaubliche Melodien kreierte, ungewöhnliche Sounds präsentierte. Damit war spätestens 1996 Schluß, oder gerechter Weise gesagt, im Wesentlichen.
TWIN OBSCENITY schaffen es doch tatsächlich anno 2001 mit „Bloodstone“ zu überraschen. Zwar liegt Ex-Gehenna-Sänger Dolgar nah bei Abbath von Immortal und hat man den ein oder anderen Melodiebogen der Gitarren schon bei anderen Viking-Helden, allen voran Bathory, gehört. Allerdings ist dieses Doom-Element in der TWIN OBSCENITY-Musik doch schon recht außergewöhnlich, vor allem innerhalb eines Black Metal-Flairs, das obendrein von dem glockenklaren Gesang von Tonje Ettesvoll aufgebrochen wird. Manchmal mag man gerade beim Einsatz der Sängerin einen Brückenschlag zum Gothic vermuten. Wirklich vollzogen wird er aber nie. Ein bißchen erinnern die Norweger in ihren Doom-Passagen an Ashes You Leave. Allerdings driften die Jugoslawen doch zu stark in Richtung Gothic ab.
„Serenades Of The Seas“

JUB

HELLOISE „Fata Morgana“ 8
Transmission Rec, 2001

Helloise - Fata Morgana

Ach der Sascha Paeth. Wie war das doch? Olle Sascha stapft durch die Studios, labert die aufnehmenden Bands solange mit seinen Weibergeschichten zu, bis sie ihm genervt einen Instrumental-Part auf ihrem Album zubilligen. Nun, und bei HELLOISE spielt er doch tatsächlich bei Titel Nummer 11, dem Outro sozusagen, Keyboard.
Aber dieses Gewitzel über den omnipräsenten Sascha Peath ist natürlich ein bißchen ungerecht, hat der gute Mann doch die vorliegende „Fata Morgana“-Scheibe der Holländer HELLOISE produziert. Und das ganz hervorragend. Der absolut glasklare Sound ist sowohl transparent als auch heavy. Und wie man das von Produzenten kennt, mischen sie meist auch in den Arrangements mit. Und da ist bei dieser Scheibe auch Beachtliches geleistet worden.
„Wings Of An Angel“
HELLOISE haben bereits in den 80ern zwei Melodic Metal-Alben abgeliefert, sich danach aber getrennt und erst in den 90ern mit veränderter Besetzung und starker Progressiv-Schlagseite eine neue Karriere gestartet. Das bekommt den Holländern sehr gut. Die Songs klingen sehr erwachsen, wenn man diesen Begriff an dieser Stelle überhaupt verwenden kann. Zumindest gehört zu der ausgewogenen Mischung von guten Melodien mit runden Strukturen und einer dosierten Portion Progressivität doch schon einiges an Erfahrung. Und kompositorisches Talent natürlich. Sowohl für Prog- als auch für Melodic Metal-Fans empfehlenswert. Ja selbst die Power Metal-Fraktion kommt absolut auf ihre Kosten.
Zum Schluß noch der Hinweis: HELLOISE covern den Bombast-Pop-Schlüpfer-Stürmer der Spätsechziger „Eloise“ von Barry Ryan und kacken dabei nicht ab. Das will etwas heißen.

JUB

BLOODY HARVEST „Black Hordes“ 5
e.o.l.p., 1999

Bloody Harvest - Black Hordes

Es gibt definitiv schon mal zwei Sichtweisen auf Tonträger wie das „Black Hordes“-Demo von BLOODY HARVEST. Die erste ist die des deutschen Metal-Underground-Freaks, der sich meist eh nur für jene Tonträger interessiert, die - wie im „Black Hordes“-Fall auf 333 - streng limitiert sind und so räudig wie nur irgend möglich klingen. Dieser Fan ist leider oft sehr unkritisch und vergißt nach dem Pubertieren all zu schnell, was er da so alles im Schrank zu stehen hat. Sichtweise Nummer zwei ist die des allwissenden Heavy Metal-Fans, der sich mit seinem begrenzten Blick auf die Szene weltoffen glaubt und nur qualitativ hochwertiges Material zuläßt.
Es gibt aber noch ganz andere Betrachtungsmöglichkeiten. Man erinnere sich an die Zeit der rockmusikalischen Revolution, als die Punk-Bands sämtliche Gesetzmäßigkeiten des Musik-Geschäftes auf den Kopf stellten. Danach war absolut alles möglich. Rehearsal-Tapes kursierten ab 1977 wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Und was da nicht alles aufgenommen wurde. Das bloße Stühlerücken, unterlegt mit dem rhythmischen Besetzt-Ton des Telefons, ging als avantgardistische Musik-Kreation durch.
In dieser Tradition bewegen sich seit Jahren auch eine Reihe Black Metal-Musiker weltweit. Wobei der Begriff Black Metal hier sehr weit gefaßt werden muß, handelt es sich doch oft weniger um den eigentlichen Stil, als daß vielmehr bestenfalls Parallelen wegen der Stimm-Färbung des Sängers, des Sounds der Gitarren oder der satanischen Thematiken hergestellt werden könnten.
Im Falle von BLOODY HARVEST haben wir es mit einer Art Noisecore zu tun: Ein programmiertes Drumming gibt den treibenden Beat vor, variiert nur selten. Darüber liegt eine Gitarre, die bei den meisten Songs dieses Tapes tatsächlich nur als Rauschwand wahrgenommen werden kann. Sänger Coldflesh klingt zwischen giftig und demonisch und ist in diesem Fall sehr gut in den Vordergrund gemischt. Wäre nicht dieses teuflische Gekreische, gingen BLOODY HARVEST gut als Punk-Band der Spätsiebziger weg (ist aus meinem Munde immer als Lob zu verstehen). Darüberhinaus haben sie etwas von ganz frühen Gothic-Kapellen, als es noch Grufti-Musik hieß und zum Teil recht heftig war. Schließlich ist da ein experimenteller Touch, der das Ganze noch schwerer zugänglich macht, als der absolut grottige Sound eh schon nur zuläßt.
Den oben genannten Underground-Puristen ist dieses Teil natürlich ohne Wenn und Aber zu empfehlen. Allerdings hat das Tape auch mir Spaß gemacht. Und wem die Überproduktionen der letzten zwei Jahre mittlerweile schon so ein bißchen zum Halse heraushängen, der kann sich ruhig mal eine Dosis BLOODY HARVEST geben. Das erfrischt nicht nur, sondern zeigt, daß Musik machen nicht nur mit der Satriani-gleichen Beherrschung der Gitarre zu tun hat, sondern auch eine ganze Menge mit Spaß am Kreieren eigener Klangwelten. m.kreher@web.de
„Bloody Harvest“

JUB

U.D.O. "Man And Machine" 9
Breaker/SPV, 2002

U.D.O. - Man And Machine

Nach dem saustarken Vorgänger "Holy" war ich doch sehr gespannt, ob der legitime Accept-Nachfolger U.D.O. mit "Man And Machine" das hohe Niveau halten kann. Der Titelsong läßt schon mal Gutes erahnen. Denn der Mitbrüll-Refrain signalisiert überdeutlich, daß Udo auch diesmal absolut keinen Bock hat, seinen Stil in irgendeiner Art und Weise auch nur um eine Nuance zu verändern. Gut so.
"Man And Machine"
"Private Eye" und "Network Nightmare" ballern in bester Accept-"Fast As A Shark"-Manier drauf los, und in "Dawn Of The Gods" gibt es endlich die lang erwarteten Gänsehautgitarreneinsätze, die auch schon den Vorgänger so lebendig machten. Was danach kommt, verschlägt mir allerdings erst einmal die Sprache. Doro auf einer U.D.O.-Platte? Eine Ballade? Oh Nein! Er wird doch nicht etwa? Sekunden zwischen Erwartung und Entsetzen ... Dann kommt doch noch der erwartete Lachkrampf meinerseits. "Dancing With An Angel": Ein Duett mit Doro, doch anstatt das Metal-Fräulein sich Udos Gesangsstil anpaßt, ist es Udo, der richtig zu singen versucht. Nicht, daß er es so nicht könnte, aber wenn der alternde Brüllwürfel mit entschärfter Stimme "Like I'm dancing - dancing with an angel" haucht und man ihn im geistigen Auge mit seinem Kampfanzug über die Bühne stampfen sieht, mit rotem Kopf und geblähten Nüstern, dann entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Naja, halt eine kleine Kuriosität am Rande. Ansonsten darf auf einer U.D.O.-Platte auch der stampfende Midtemposong  mit Chor-Refrain nicht fehlen. Diesen gibt es gleich zweimal. "Hard To Be Honest" und "Unknown Traveller" kommen in bester "London Leather Boys"-Tradition, und eines steht nach dem Genuß von "Man And Machine" fest: Nämlich, daß auf Udo Verlaß ist. Er macht die Musik, die er am besten kann und die die Fans von ihm erwarten. Alle, die auf U.D.O. stehen, können also getrost in den Plattenladen ihres Vertrauens gehen und "Man And Machine" blind kaufen. Sie werden nicht entäuscht sein. Gut, daß es solche Konstanten im Leben gibt.
"The Dawn Of The Gods"

THOMAS

TRISTANIA „World Of Glass“ 3
Napalm Rec/SPV, 2001

Tristania - World Of Glass

Tiriliiiiiiiiiiii, Türülüüüüüüü, Titiiiiiii, Tiiiiiiiiii ... Sängerin Vibeke Scene hat auf der neuen TRISTANIA „World Of Glass“ eindeutig gewonnen. Auf Platz zwei kommen die opernhaften Chöre ins Ziel. Ganz knapp dahinter, aber eigentlich fast gleich auf, ist der bepißte Drum-Computer, der manchmal in den Blechen Alarm macht, als würde ein Drummer, der seinen Beckensatz ins Studio schleppt, auf die Schnauze fallen. Gitarren kommen einem auf diesem Album manchmal ein bißchen wie ein Alibi-Instrument vor, weil man ja mal eine Metal-Band war ... äh, eine Metal Band ist. Allerdings hat man bei Sachen wie „Lost“, „Deadlocked“ und „Selling Out“ schon ein paar fette Fragezeichen über dem Kopf.
Diese TRISTANIA-Scheibe ist definitiv Gothic. Aber dermaßen dick aufgetragen, daß einem die Klischees förmlich die Eier zerquetschen. Massenkompatibel ist „World Of Glass“ ohne Frage, da nicht ein Song auf dieser Scheibe weh tut, vielmehr will man unbedarfte Gemüter mit allerlei Schnickschnack beeindrucken. Das ist aber so vorhersehbar, daß es am Ende eigentlich nur anödet. Und zuguterletzt sollte sich die Truppe eine neue Sängerin suchen, wenn es schon Möpse am Mikrophon sein müssen. Tütülüüüüü, Tirititiliiiiiiiii, Lüüüüüütütütiiiiiiiiiii .....
„Selling Out“

JUB

BOIKOT "De Espaldas Al Mundo" 8
Locomotive Rec., 2002

Boikot - De Espaldas Al Mundo

Punk-Musik aus Spanien ist allerdings was Exotisches. Keine "Alle Bullen sind Nazis"-Sprüche und kein Ufta-ufta-Dilettantismus, wie man ihn zu Hauf aus der Deutschpunk-Szene kennt und fürchtet. Vielmehr ist Spielwitz angesagt. Die Spanier toben mit einem Gespür für gute Melodien durch die Kompositionen und bauen mitunter witzige Effekte wie Kastagnettengeklapper oder ein Akkordeon in die Songs ein. Mal schippern sie durch Ska-Gewässer, mal bolzen sie durch Thrash-Gefilde. Der Unterhaltungsfaktor ist also hoch. Doch bei allem Spaß verstehen sie ihr Handwerk an den Instrumenten ausgezeichnet. Eine der wenigen Punk-CDs, die sich öfter in meinem Player drehen wird. Sehr schön.
"Yo Te Lo Lailo"/"La Vieja escuela"

THOMAS

BRITNY FOX „Long Way To Live!“ 9
Spitfire, 2001

Britny Fox - Long Way To Live!

Auch wenn ich großer Glam Metal-Fan bin und Bands wie Lizzy Borden, Twisted Sister, W.A.S.P., Mötley Crüe, Cinderella oder Ratt wirklich sehr verehre, gab es auch bei mir damals, als diese Gruppen ihre große Zeit hatten, Hemmschwellen. Borden, W.A.S.P. und Crüe hatten ja wenigstens noch dieses satanische bzw. Splatter-Image. Twisted Sister waren Outfit-mäßig dann doch schon eher Clowns. Und Ratt und Schinder-Ella hätte ich ob ihres arg tuntenhaften Auftretens beinahe ignoriert. Au Mann, was wäre mir dann für extrem geile und - die, die es nicht kennen, können es nicht wissen - ziemlich harte Musik entgangen.
Aber BRITNY FOX? Zum einen brachten diese Haar-Monster ihr Debüt erst 1989 raus und wirkten dadurch sowieso schon nur wie platte Nachahmer, zum anderen war dieses Geschwuchtel eh nicht mehr ganz so erbaulich, hatten Death, Thrash und Black Metal doch längst eine andere Richtung angezeigt. Also kam mir bis heute kein musikalischer Erguß dieser Truppe zu Ohren.
Jetzt liegt mit „Long Way To Live!“ ihr Quasi-Comeback-Album als Live-Mitschnitt vor, nachdem man sich - wie so viele andere Heavy Metal-Bands auch - im Zuge der Grunge-Welle 1992 aufgelöst hatte.
Und was soll ich Euch sagen? BRITNY FOX ballern wie Bolle.
„Lonely Too Long“
Aber warum wundern wir uns eigentlich darüber, daß diese Tunten so heftig dreinschlugen und die gesamte Melodic-Szene - deren Protagonisten weitaus grimmiger in die Kameras blickten - alt aussehen ließen. Die Musiker der Glam Metal-Bands waren vom New Wave Of British Heavy Metal inspiriert, hatten im eigenen Land - in den Staaten halt - Bands wie Aerosmith und Kiss zum Vorbild. Kein Wunder, wenn BRITNY FOX wie eine Mischung aus AC-DC und Def Leppard zu „On Through The Night“-Zeiten klingen.
„Louder“
Viele Metal-Fans können Gruppen wie Bon Jovi, Nelson oder Warrant (nicht die deutschen Thrasher) nur schwer von der Glam Metal-Szene unterscheiden. Das liegt vermutlich im zeitgleichen Erfolgs-Hoch. Allerdings haben die genannten Melodic-Acts, unterstützt von diversen Keyboard-Späßen, tatsächlich sehr massenkompatibel gearbeitet und sehr müden Heavy Rock abgeliefert. Wobei die Glam-Truppen, grundsätzlich ohne Tastenmänner antretend, in Sachen Aufbegehren gegen die Erwachsenenwelt die eigentliche Schock-Variante des Heavy Metal in den Staaten waren. Die Musik war den Alten eh zu wild. Jedoch nahm die puritanische Gesellschaft in den USA das Schwuchtel-Image geradezu angewiedert auf. Von den Auswüchsen eines Dee Sniders, Blackie Lawless oder einer Gruppe wie Lizzy Borden ganz zu schweigen. Da konnte man endlich wieder Auftritts-Verbote aussprechen und ähnlich wie heute bei Marilyn Manson in Klatschspalten die Ankunft des Bösen beschreien. 
Mir fällt da ein, ich habe damals noch mehr diese Tunten ignoriert. Vielleicht sollte ich da mal auf Trödel-Märkten verstärkt nach Scheiben dieser Bands Ausschau halten. Denn die werden meist recht billig angeboten, weil kaum jemand hierzulande weiß, was sich da in den Rillen verbirgt.
„Midnight Moses“

JUB

AUTUMNBLAZE  "Mute Boy Sad Girl" 2
Prophecy Productions, 2002

Markus B.

"Weniger Schublade; mehr Musik" heißt es im Begleitschreiben des Labels zur neuen AUTUMNBLAZE-Scheibe "Mute Boy Sad Girl". Na gucken wir mal. Die treibende Kraft hinter AUTUMNBLAZE ist ein gewisser Markus B., ihm gehört auch das dünne Stimmchen, mit dem er so gerne wie Robert Smith von The Cure klingen möchte. So zittrig und traurig klingt er, daß man ihm am liebsten ein Tempo-Taschentuch reichen möchte. Schwadorf, der zweite Mann in der Band, sorgt für die wenig Aufsehen erregenden Beats. Künstler sind sie, denn sie schaffen "divergentere Ausdrücke, die in einem passionierten Klangbild resultieren." Aha. Mit anderen Worten: AUTUMNBLAZE gehen mit ihrer blutleeren Depri-Mucke hausieren und lassen dabei mächtig den introvertierten Künstler raushängen. Dabei schaffen sie es ein paar Pseudointellektuelle zu beeindrucken, indem sie in ihre Songs Knackgeräusche einbauen, daß man glaubt, die Boxen sind kaputt. Verrückte Welt.
"It Never Felt Like This Before"

THOMAS

BEWITCHED „Somewhere Beyond The Mist“ 7
Conquistador Rec/Supernal Music, 2002

Bewitched - Somewhere Beyond The Mist

Aber hallo, mit „Somewhere Beyond The Mist“ von BEWITCHED kommt ein echt schwer verdaulicher Brocken auf Euch zu. Könnte man meinen, die schwedische Band diesen Namens würde auf experimentell machen. Ist aber nicht dergleichen, sondern bei den hier vorgestellten BEWITCHED handelt es sich um eine chilenische Band, die schon seit 1990 durch die heiligen Heavy Metal-Hallen geistert. Und das mit einem Tonträger-Auswurf von drei Demos (1991/92), einer Split-Mini-LP mit F-Uncunt (1993) und zwei weiteren CDs (1996/99). Und so kommen die Fähigkeiten der Musiker an ihren Instrumenten nicht von ungefähr. Und dieses Können spielen die Chilenen in jeder Minute aus. Solch eine Masse an Wendungen innerhalb einzelner Songs wird man manchmal nicht einmal auf echten Progressiv-Alben finden.
Der Einflüsse gibt es auf „Somewhere Beyond The Mist“ reichlich: „Sons Of Satan“ hat was vom Black Metal, „Waterfall Of Illusions“ spielt mit klassischen Elementen, „Semitarius“ bekommt einen Folk-Touch. Über allem liegt so ein bißchen die Musik von Mercyful Fate und Candlemass (siehe Cover-Version "Bewitched") sowie reichlich Doom Metal, dem eine Progressiv-Jacke angezogen wird. Diese merkwürdige Mischung ist sehr, sehr interessant. Es macht von Zeit zu Zeit auch barbarischen Spaß, den Ideen der Musiker zu folgen. Allerdings ist das Ganze, wie schon zu Beginn gesagt, ziemlich schwer zu schlucken, wenn man nicht wirklich den Kopf frei und eine Menge Zeit hat, um einfach nur zuzuhören.
„Bewitched“

JUB


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