TWIN
OBSCENITY „Bloodstone“ 8
Century Media,
Magic Arts Publ. 2001
Da werden Erinnerungen
wach. Jetzt kommt nicht etwa ein Nostalgie-Flash mit einer Zeitreise in
die 60er oder 70er. Nein, vielmehr lassen TWIN OBSCENITY jene Jahre im
zurückliegenden Jahrzehnt wach werden, als man noch jeder Black oder
Viking Metal-Veröffentlichung entgegenfieberte, da mit völlig
neuen musikalischen Ideen zu rechnen war, wieder eine Band auftauchte,
die dem Genre neue Facetten abrang, unglaubliche Melodien kreierte, ungewöhnliche
Sounds präsentierte. Damit war spätestens 1996 Schluß,
oder gerechter Weise gesagt, im Wesentlichen.
TWIN OBSCENITY
schaffen es doch tatsächlich anno 2001 mit „Bloodstone“ zu überraschen.
Zwar liegt Ex-Gehenna-Sänger Dolgar nah bei Abbath von Immortal und
hat man den ein oder anderen Melodiebogen der Gitarren schon bei anderen
Viking-Helden, allen voran Bathory, gehört. Allerdings ist dieses
Doom-Element in der TWIN OBSCENITY-Musik doch schon recht außergewöhnlich,
vor allem innerhalb eines Black Metal-Flairs, das obendrein von dem glockenklaren
Gesang von Tonje Ettesvoll aufgebrochen wird. Manchmal mag man gerade beim
Einsatz der Sängerin einen Brückenschlag zum Gothic vermuten.
Wirklich vollzogen wird er aber nie. Ein bißchen erinnern die Norweger
in ihren Doom-Passagen an Ashes You Leave. Allerdings driften die Jugoslawen
doch zu stark in Richtung Gothic ab.
„Serenades
Of The Seas“
JUB
HELLOISE
„Fata Morgana“ 8
Transmission
Rec, 2001
Ach der Sascha
Paeth. Wie war das doch? Olle Sascha stapft durch die Studios, labert die
aufnehmenden Bands solange mit seinen Weibergeschichten zu, bis sie ihm
genervt einen Instrumental-Part auf ihrem Album zubilligen. Nun, und bei
HELLOISE spielt er doch tatsächlich bei Titel Nummer 11, dem Outro
sozusagen, Keyboard.
Aber dieses
Gewitzel über den omnipräsenten Sascha Peath ist natürlich
ein bißchen ungerecht, hat der gute Mann doch die vorliegende „Fata
Morgana“-Scheibe der Holländer HELLOISE produziert. Und das ganz hervorragend.
Der absolut glasklare Sound ist sowohl transparent als auch heavy. Und
wie man das von Produzenten kennt, mischen sie meist auch in den Arrangements
mit. Und da ist bei dieser Scheibe auch Beachtliches geleistet worden.
„Wings
Of An Angel“
HELLOISE haben
bereits in den 80ern zwei Melodic Metal-Alben abgeliefert, sich danach
aber getrennt und erst in den 90ern mit veränderter Besetzung und
starker Progressiv-Schlagseite eine neue Karriere gestartet. Das bekommt
den Holländern sehr gut. Die Songs klingen sehr erwachsen, wenn man
diesen Begriff an dieser Stelle überhaupt verwenden kann. Zumindest
gehört zu der ausgewogenen Mischung von guten Melodien mit runden
Strukturen und einer dosierten Portion Progressivität doch schon einiges
an Erfahrung. Und kompositorisches Talent natürlich. Sowohl für
Prog- als auch für Melodic Metal-Fans empfehlenswert. Ja selbst die
Power Metal-Fraktion kommt absolut auf ihre Kosten.
Zum Schluß
noch der Hinweis: HELLOISE covern den Bombast-Pop-Schlüpfer-Stürmer
der Spätsechziger „Eloise“ von Barry Ryan und kacken dabei nicht ab.
Das will etwas heißen.
JUB
BLOODY
HARVEST „Black Hordes“ 5
e.o.l.p.,
1999
Es gibt definitiv
schon mal zwei Sichtweisen auf Tonträger wie das „Black Hordes“-Demo
von BLOODY HARVEST. Die erste ist die des deutschen Metal-Underground-Freaks,
der sich meist eh nur für jene Tonträger interessiert, die -
wie im „Black Hordes“-Fall auf 333 - streng limitiert sind und so räudig
wie nur irgend möglich klingen. Dieser Fan ist leider oft sehr unkritisch
und vergißt nach dem Pubertieren all zu schnell, was er da so alles
im Schrank zu stehen hat. Sichtweise Nummer zwei ist die des allwissenden
Heavy Metal-Fans, der sich mit seinem begrenzten Blick auf die Szene weltoffen
glaubt und nur qualitativ hochwertiges Material zuläßt.
Es gibt aber
noch ganz andere Betrachtungsmöglichkeiten. Man erinnere sich an die
Zeit der rockmusikalischen Revolution, als die Punk-Bands sämtliche
Gesetzmäßigkeiten des Musik-Geschäftes auf den Kopf stellten.
Danach war absolut alles möglich. Rehearsal-Tapes kursierten ab 1977
wie es kaum jemand für möglich gehalten hätte. Und was da
nicht alles aufgenommen wurde. Das bloße Stühlerücken,
unterlegt mit dem rhythmischen Besetzt-Ton des Telefons, ging als avantgardistische
Musik-Kreation durch.
In dieser
Tradition bewegen sich seit Jahren auch eine Reihe Black Metal-Musiker
weltweit. Wobei der Begriff Black Metal hier sehr weit gefaßt werden
muß, handelt es sich doch oft weniger um den eigentlichen Stil, als
daß vielmehr bestenfalls Parallelen wegen der Stimm-Färbung
des Sängers, des Sounds der Gitarren oder der satanischen Thematiken
hergestellt werden könnten.
Im Falle von
BLOODY HARVEST haben wir es mit einer Art Noisecore zu tun: Ein programmiertes
Drumming gibt den treibenden Beat vor, variiert nur selten. Darüber
liegt eine Gitarre, die bei den meisten Songs dieses Tapes tatsächlich
nur als Rauschwand wahrgenommen werden kann. Sänger Coldflesh klingt
zwischen giftig und demonisch und ist in diesem Fall sehr gut in den Vordergrund
gemischt. Wäre nicht dieses teuflische Gekreische, gingen BLOODY HARVEST
gut als Punk-Band der Spätsiebziger weg (ist aus meinem Munde immer
als Lob zu verstehen). Darüberhinaus haben sie etwas von ganz frühen
Gothic-Kapellen, als es noch Grufti-Musik hieß und zum Teil recht
heftig war. Schließlich ist da ein experimenteller Touch, der das
Ganze noch schwerer zugänglich macht, als der absolut grottige Sound
eh schon nur zuläßt.
Den oben genannten
Underground-Puristen ist dieses Teil natürlich ohne Wenn und Aber
zu empfehlen. Allerdings hat das Tape auch mir Spaß gemacht. Und
wem die Überproduktionen der letzten zwei Jahre mittlerweile schon
so ein bißchen zum Halse heraushängen, der kann sich ruhig mal
eine Dosis BLOODY HARVEST geben. Das erfrischt nicht nur, sondern zeigt,
daß Musik machen nicht nur mit der Satriani-gleichen Beherrschung
der Gitarre zu tun hat, sondern auch eine ganze Menge mit Spaß am
Kreieren eigener Klangwelten. m.kreher@web.de
„Bloody
Harvest“
JUB
U.D.O.
"Man And Machine" 9
Breaker/SPV,
2002
Nach dem saustarken
Vorgänger "Holy" war ich doch sehr gespannt, ob der legitime Accept-Nachfolger
U.D.O. mit "Man And Machine" das hohe Niveau halten kann. Der Titelsong
läßt schon mal Gutes erahnen. Denn der Mitbrüll-Refrain
signalisiert überdeutlich, daß Udo auch diesmal absolut keinen
Bock hat, seinen Stil in irgendeiner Art und Weise auch nur um eine Nuance
zu verändern. Gut so.
"Man And
Machine"
"Private Eye"
und "Network Nightmare" ballern in bester Accept-"Fast As A Shark"-Manier
drauf los, und in "Dawn Of The Gods" gibt es endlich die lang erwarteten
Gänsehautgitarreneinsätze, die auch schon den Vorgänger
so lebendig machten. Was danach kommt, verschlägt mir allerdings erst
einmal die Sprache. Doro auf einer U.D.O.-Platte? Eine Ballade? Oh Nein!
Er wird doch nicht etwa? Sekunden zwischen Erwartung und Entsetzen ...
Dann kommt doch noch der erwartete Lachkrampf meinerseits. "Dancing With
An Angel": Ein Duett mit Doro, doch anstatt das Metal-Fräulein sich
Udos Gesangsstil anpaßt, ist es Udo, der richtig zu singen versucht.
Nicht, daß er es so nicht könnte, aber wenn der alternde Brüllwürfel
mit entschärfter Stimme "Like I'm dancing - dancing with an angel"
haucht und man ihn im geistigen Auge mit seinem Kampfanzug über die
Bühne stampfen sieht, mit rotem Kopf und geblähten Nüstern,
dann entbehrt das nicht einer gewissen Komik. Naja, halt eine kleine Kuriosität
am Rande. Ansonsten darf auf einer U.D.O.-Platte auch der stampfende Midtemposong
mit Chor-Refrain nicht fehlen. Diesen gibt es gleich zweimal. "Hard To
Be Honest" und "Unknown Traveller" kommen in bester "London Leather Boys"-Tradition,
und eines steht nach dem Genuß von "Man And Machine" fest: Nämlich,
daß auf Udo Verlaß ist. Er macht die Musik, die er am besten
kann und die die Fans von ihm erwarten. Alle, die auf U.D.O. stehen, können
also getrost in den Plattenladen ihres Vertrauens gehen und "Man And Machine"
blind kaufen. Sie werden nicht entäuscht sein. Gut, daß es solche
Konstanten im Leben gibt.
"The Dawn
Of The Gods"
THOMAS
TRISTANIA
„World Of Glass“ 3
Napalm Rec/SPV,
2001
Tiriliiiiiiiiiiii,
Türülüüüüüüü, Titiiiiiii,
Tiiiiiiiiii ... Sängerin Vibeke Scene hat auf der neuen TRISTANIA
„World Of Glass“ eindeutig gewonnen. Auf Platz zwei kommen die opernhaften
Chöre ins Ziel. Ganz knapp dahinter, aber eigentlich fast gleich auf,
ist der bepißte Drum-Computer, der manchmal in den Blechen Alarm
macht, als würde ein Drummer, der seinen Beckensatz ins Studio schleppt,
auf die Schnauze fallen. Gitarren kommen einem auf diesem Album manchmal
ein bißchen wie ein Alibi-Instrument vor, weil man ja mal eine Metal-Band
war ... äh, eine Metal Band ist. Allerdings hat man bei Sachen wie
„Lost“, „Deadlocked“ und „Selling Out“ schon ein paar fette Fragezeichen
über dem Kopf.
Diese TRISTANIA-Scheibe
ist definitiv Gothic. Aber dermaßen dick aufgetragen, daß einem
die Klischees förmlich die Eier zerquetschen. Massenkompatibel ist
„World Of Glass“ ohne Frage, da nicht ein Song auf dieser Scheibe weh tut,
vielmehr will man unbedarfte Gemüter mit allerlei Schnickschnack beeindrucken.
Das ist aber so vorhersehbar, daß es am Ende eigentlich nur anödet.
Und zuguterletzt sollte sich die Truppe eine neue Sängerin suchen,
wenn es schon Möpse am Mikrophon sein müssen. Tütülüüüüü,
Tirititiliiiiiiiii, Lüüüüüütütütiiiiiiiiiii
.....
„Selling
Out“
JUB
BOIKOT
"De Espaldas Al Mundo" 8
Locomotive
Rec., 2002
Punk-Musik
aus Spanien ist allerdings was Exotisches. Keine "Alle Bullen sind Nazis"-Sprüche
und kein Ufta-ufta-Dilettantismus, wie man ihn zu Hauf aus der Deutschpunk-Szene
kennt und fürchtet. Vielmehr ist Spielwitz angesagt. Die Spanier toben
mit einem Gespür für gute Melodien durch die Kompositionen und
bauen mitunter witzige Effekte wie Kastagnettengeklapper oder ein Akkordeon
in die Songs ein. Mal schippern sie durch Ska-Gewässer, mal bolzen
sie durch Thrash-Gefilde. Der Unterhaltungsfaktor ist also hoch. Doch bei
allem Spaß verstehen sie ihr Handwerk an den Instrumenten ausgezeichnet.
Eine der wenigen Punk-CDs, die sich öfter in meinem Player drehen
wird. Sehr schön.
"Yo Te
Lo Lailo"/"La Vieja escuela"
THOMAS
BRITNY
FOX „Long Way To Live!“ 9
Spitfire,
2001
Auch wenn ich
großer Glam Metal-Fan bin und Bands wie Lizzy Borden, Twisted Sister,
W.A.S.P., Mötley Crüe, Cinderella oder Ratt wirklich sehr verehre,
gab es auch bei mir damals, als diese Gruppen ihre große Zeit hatten,
Hemmschwellen. Borden, W.A.S.P. und Crüe hatten ja wenigstens noch
dieses satanische bzw. Splatter-Image. Twisted Sister waren Outfit-mäßig
dann doch schon eher Clowns. Und Ratt und Schinder-Ella hätte ich
ob ihres arg tuntenhaften Auftretens beinahe ignoriert. Au Mann, was wäre
mir dann für extrem geile und - die, die es nicht kennen, können
es nicht wissen - ziemlich harte Musik entgangen.
Aber BRITNY
FOX? Zum einen brachten diese Haar-Monster ihr Debüt erst 1989 raus
und wirkten dadurch sowieso schon nur wie platte Nachahmer, zum anderen
war dieses Geschwuchtel eh nicht mehr ganz so erbaulich, hatten Death,
Thrash und Black Metal doch längst eine andere Richtung angezeigt.
Also kam mir bis heute kein musikalischer Erguß dieser Truppe zu
Ohren.
Jetzt liegt
mit „Long Way To Live!“ ihr Quasi-Comeback-Album als Live-Mitschnitt vor,
nachdem man sich - wie so viele andere Heavy Metal-Bands auch - im Zuge
der Grunge-Welle 1992 aufgelöst hatte.
Und was soll
ich Euch sagen? BRITNY FOX ballern wie Bolle.
„Lonely
Too Long“
Aber warum
wundern wir uns eigentlich darüber, daß diese Tunten so heftig
dreinschlugen und die gesamte Melodic-Szene - deren Protagonisten weitaus
grimmiger in die Kameras blickten - alt aussehen ließen. Die Musiker
der Glam Metal-Bands waren vom New Wave Of British Heavy Metal inspiriert,
hatten im eigenen Land - in den Staaten halt - Bands wie Aerosmith und
Kiss zum Vorbild. Kein Wunder, wenn BRITNY FOX wie eine Mischung aus AC-DC
und Def Leppard zu „On Through The Night“-Zeiten klingen.
„Louder“
Viele Metal-Fans
können Gruppen wie Bon Jovi, Nelson oder Warrant (nicht die deutschen
Thrasher) nur schwer von der Glam Metal-Szene unterscheiden. Das liegt
vermutlich im zeitgleichen Erfolgs-Hoch. Allerdings haben die genannten
Melodic-Acts, unterstützt von diversen Keyboard-Späßen,
tatsächlich sehr massenkompatibel gearbeitet und sehr müden Heavy
Rock abgeliefert. Wobei die Glam-Truppen, grundsätzlich ohne Tastenmänner
antretend, in Sachen Aufbegehren gegen die Erwachsenenwelt die eigentliche
Schock-Variante des Heavy Metal in den Staaten waren. Die Musik war den
Alten eh zu wild. Jedoch nahm die puritanische Gesellschaft in den USA
das Schwuchtel-Image geradezu angewiedert auf. Von den Auswüchsen
eines Dee Sniders, Blackie Lawless oder einer Gruppe wie Lizzy Borden ganz
zu schweigen. Da konnte man endlich wieder Auftritts-Verbote aussprechen
und ähnlich wie heute bei Marilyn Manson in Klatschspalten die Ankunft
des Bösen beschreien.
Mir fällt
da ein, ich habe damals noch mehr diese Tunten ignoriert. Vielleicht sollte
ich da mal auf Trödel-Märkten verstärkt nach Scheiben dieser
Bands Ausschau halten. Denn die werden meist recht billig angeboten, weil
kaum jemand hierzulande weiß, was sich da in den Rillen verbirgt.
„Midnight
Moses“
JUB
AUTUMNBLAZE
"Mute Boy Sad Girl" 2
Prophecy Productions,
2002
"Weniger Schublade;
mehr Musik" heißt es im Begleitschreiben des Labels zur neuen AUTUMNBLAZE-Scheibe
"Mute Boy Sad Girl". Na gucken wir mal. Die treibende Kraft hinter AUTUMNBLAZE
ist ein gewisser Markus B., ihm gehört auch das dünne Stimmchen,
mit dem er so gerne wie Robert Smith von The Cure klingen möchte.
So zittrig und traurig klingt er, daß man ihm am liebsten ein Tempo-Taschentuch
reichen möchte. Schwadorf, der zweite Mann in der Band, sorgt für
die wenig Aufsehen erregenden Beats. Künstler sind sie, denn sie schaffen
"divergentere Ausdrücke, die in einem passionierten Klangbild resultieren."
Aha. Mit anderen Worten: AUTUMNBLAZE gehen mit ihrer blutleeren Depri-Mucke
hausieren und lassen dabei mächtig den introvertierten Künstler
raushängen. Dabei schaffen sie es ein paar Pseudointellektuelle zu
beeindrucken, indem sie in ihre Songs Knackgeräusche einbauen, daß
man glaubt, die Boxen sind kaputt. Verrückte Welt.
"It Never
Felt Like This Before"
THOMAS
BEWITCHED
„Somewhere Beyond The Mist“ 7
Conquistador
Rec/Supernal Music, 2002
Aber hallo,
mit „Somewhere Beyond The Mist“ von BEWITCHED kommt ein echt schwer verdaulicher
Brocken auf Euch zu. Könnte man meinen, die schwedische Band diesen
Namens würde auf experimentell machen. Ist aber nicht dergleichen,
sondern bei den hier vorgestellten BEWITCHED handelt es sich um eine chilenische
Band, die schon seit 1990 durch die heiligen Heavy Metal-Hallen geistert.
Und das mit einem Tonträger-Auswurf von drei Demos (1991/92), einer
Split-Mini-LP mit F-Uncunt (1993) und zwei weiteren CDs (1996/99). Und
so kommen die Fähigkeiten der Musiker an ihren Instrumenten nicht
von ungefähr. Und dieses Können spielen die Chilenen in jeder
Minute aus. Solch eine Masse an Wendungen innerhalb einzelner Songs wird
man manchmal nicht einmal auf echten Progressiv-Alben finden.
Der Einflüsse
gibt es auf „Somewhere Beyond The Mist“ reichlich: „Sons Of Satan“ hat
was vom Black Metal, „Waterfall Of Illusions“ spielt mit klassischen Elementen,
„Semitarius“ bekommt einen Folk-Touch. Über allem liegt so ein bißchen
die Musik von Mercyful Fate und Candlemass (siehe Cover-Version "Bewitched")
sowie reichlich Doom Metal, dem eine Progressiv-Jacke angezogen wird. Diese
merkwürdige Mischung ist sehr, sehr interessant. Es macht von Zeit
zu Zeit auch barbarischen Spaß, den Ideen der Musiker zu folgen.
Allerdings ist das Ganze, wie schon zu Beginn gesagt, ziemlich schwer zu
schlucken, wenn man nicht wirklich den Kopf frei und eine Menge Zeit hat,
um einfach nur zuzuhören.
„Bewitched“
JUB
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