HELLBLAZER „Promo Summer 2002“
7
(BANDS BATTLE-BAND 2003)
Give/Take/Eigenprod., 2002
Wir haben schon oft die deutsche
Szene beschworen. Und so manch einer mag sich fragen, woran erkenne ich
die Güte derselben. Thomas und mir widerfuhr solch ein Erlebnis auf
dem Obscene Extreme-Festival in der Tschechei, als 50 Death-, Grind- und
Hardcore Bands beinahe im 20-Minuten-Rhythmus über die Bühne
fegten. Dort Besonderes zu entdecken, ist fast unmöglich. Und doch
fiel uns eine Band namens HELLBLAZER auf, bei deren Auftritt wir uns einen
feuchten Kericht darum scherten, ob es eine deutsche Band war oder nicht.
Zuerst war da die Begeisterung und dann erst kam die Erkenntnis, daß
sich da Deutsche zu schaffen machten.
Einen typischen Tonträger (außer
ein paar Splits) haben die Braunschweiger nicht zu bieten, allerdings ist
ihr „Promo Summer 2002“ eine sehr gute Retrospektive, die uns eine Band
präsentiert, die mit einer Grindcore-typischen Wildheit zur Sache
geht aber erstaunlicher Weise in den Gitarrenläufen die ein oder andere
sofort nachvollziehbare Melodie aufblitzen läßt. In „Born To
Beg“ erinnert einiges gar an die Psychedeliker von C.S.S.O. Und das sagt
eine Menge, denn HELLBLAZER bieten nicht nur motorengleiches Gedonner und
bösartiges Grunt-Gebelle, sondern spicken ihre Stücke mit allerlei
Raffinessen, die einen äußerst kurzweiligen Trip durch diese
14-minütige 5-Track-CD garantieren.
Ob es diese CD als Kaufteil gibt,
weiß ich nicht. Auf jeden Fall könnt Ihr bei HELLBLAZER ein
Tape und drei Split-Singles mit Groinchurn, Exhumed und Deathpile ordern.
hblzr@web.de
„Foul Is Fair And Fair Is Foul“
JUB
ROTTEN SOUND „Murderworks“
7
Necropolis Rec/Deathvomit Rec.,
2002
Sollte sich Euch die Gelegenheit
bieten, diese Band einmal live zu sehen, dann nutzt sie. Spätestens
nach diesem Konzert-Erlebnis wird sich auch in Eurem Plattenschrank eine
ROTTEN SOUND-CD finden. Denn diese Finnen zerlegen jede noch so massive
Bühne. Mit atemberaubender Geschwindigkeit werden Songs aus den Instrumenten
geschlagen, daß einem Hören und Sehen vergehen. Hier treffen
sich Grindcore, Death Metal und Hardcore, um eine mörderische Allianz
einzugehen. Das Schlagzeug tackert präzise wie ein Maschinengewehr,
die Saitenarbeiter zittern quasi über die Drähte und Sänger
Keijo Niinimaa ist stinksauer.
Auf ihrer „Murderworks“ halten sich
Abzählreim-Nummern und durchdachtes geniegleiches Chaos die Waage.
Während zum Beispiel „Seeds“ oder „Obey“ in Sphären höherer
Death Metal-Kunst vordringen, bleiben ROTTEN SOUND an anderer Stelle bei
„Void“ oder „Lies“ recht simpel. Das macht aber diese Scheibe durchaus
recht abwechslungsreich, allerdings setzt diese Nuancierung eine gewisse
Hörgewohnheit voraus, denn Metal-Fans von Melodic bis Power, zwischen
Gothic und Thrash werden dem gnadenlosen Gebolze von ROTTEN SOUND herzlich
wenig abgewinnen können.
Zurück zum Live-Gig. Wenn die
drei Glatzköpfe, die an Mikrophon, Baß und Gitarre das Bühnenbild
beherrschen, dann das Finnen-Gift Alkohol in die Hände bekommen, sind
sie entfesselt. Finnen betrinken sich nicht, sondern saufen sich ins Koma.
„Seeds“
JUB
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