An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

OBSCENE EXTREME-Nachschlag Teil I vom 16. Juli 2002

 

HELLBLAZER „Promo Summer 2002“ 7 (BANDS BATTLE-BAND 2003)
Give/Take/Eigenprod., 2002

Hellblazer

Wir haben schon oft die deutsche Szene beschworen. Und so manch einer mag sich fragen, woran erkenne ich die Güte derselben. Thomas und mir widerfuhr solch ein Erlebnis auf dem Obscene Extreme-Festival in der Tschechei, als 50 Death-, Grind- und Hardcore Bands beinahe im 20-Minuten-Rhythmus über die Bühne fegten. Dort Besonderes zu entdecken, ist fast unmöglich. Und doch fiel uns eine Band namens HELLBLAZER auf, bei deren Auftritt wir uns einen feuchten Kericht darum scherten, ob es eine deutsche Band war oder nicht. Zuerst war da die Begeisterung und dann erst kam die Erkenntnis, daß sich da Deutsche zu schaffen machten.
Einen typischen Tonträger (außer ein paar Splits) haben die Braunschweiger nicht zu bieten, allerdings ist ihr „Promo Summer 2002“ eine sehr gute Retrospektive, die uns eine Band präsentiert, die mit einer Grindcore-typischen Wildheit zur Sache geht aber erstaunlicher Weise in den Gitarrenläufen die ein oder andere sofort nachvollziehbare Melodie aufblitzen läßt. In „Born To Beg“ erinnert einiges gar an die Psychedeliker von C.S.S.O. Und das sagt eine Menge, denn HELLBLAZER bieten nicht nur motorengleiches Gedonner und bösartiges Grunt-Gebelle, sondern spicken ihre Stücke mit allerlei Raffinessen, die einen äußerst kurzweiligen Trip durch diese 14-minütige 5-Track-CD garantieren.
Ob es diese CD als Kaufteil gibt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall könnt Ihr bei HELLBLAZER ein Tape und drei Split-Singles mit Groinchurn, Exhumed und Deathpile ordern. hblzr@web.de
„Foul Is Fair And Fair Is Foul“

JUB

ROTTEN SOUND „Murderworks“ 7
Necropolis Rec/Deathvomit Rec., 2002

Rotten Sound - Murderworks

Sollte sich Euch die Gelegenheit bieten, diese Band einmal live zu sehen, dann nutzt sie. Spätestens nach diesem Konzert-Erlebnis wird sich auch in Eurem Plattenschrank eine ROTTEN SOUND-CD finden. Denn diese Finnen zerlegen jede noch so massive Bühne. Mit atemberaubender Geschwindigkeit werden Songs aus den Instrumenten geschlagen, daß einem Hören und Sehen vergehen. Hier treffen sich Grindcore, Death Metal und Hardcore, um eine mörderische Allianz einzugehen. Das Schlagzeug tackert präzise wie ein Maschinengewehr, die Saitenarbeiter zittern quasi über die Drähte und Sänger Keijo Niinimaa ist stinksauer.
Auf ihrer „Murderworks“ halten sich Abzählreim-Nummern und durchdachtes geniegleiches Chaos die Waage. Während zum Beispiel „Seeds“ oder „Obey“ in Sphären höherer Death Metal-Kunst vordringen, bleiben ROTTEN SOUND an anderer Stelle bei „Void“ oder „Lies“ recht simpel.  Das macht aber diese Scheibe durchaus recht abwechslungsreich, allerdings setzt diese Nuancierung eine gewisse Hörgewohnheit voraus, denn Metal-Fans von Melodic bis Power, zwischen Gothic und Thrash werden dem gnadenlosen Gebolze von ROTTEN SOUND herzlich wenig abgewinnen können.
Zurück zum Live-Gig. Wenn die drei Glatzköpfe, die an Mikrophon, Baß und Gitarre das Bühnenbild beherrschen, dann das Finnen-Gift Alkohol in die Hände bekommen, sind sie entfesselt. Finnen betrinken sich nicht, sondern saufen sich ins Koma.
„Seeds“

JUB
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