DIABOLICUM „The Dark Blood
Rising“ 8
Code 666, 2001
"Into The Dementia"
Auch wenn die Geschichte dieser
Band bis in das Jahr 1994 zurückreicht, DIABOLICUM gibt es in dieser
Form erst seit 1999. Aber vielleicht erinnert sich der ein oder andere
Underground-Freak noch an Imperial, quasi das Samenkorn für DIABOLICUM.
Kopf und musikalischer Lenker ist Sasrof, der mit seinen Mannen einst Helvete
ins Leben rief und bei Setherial mitmischte.
Mit DIABOLICUM schuf Sasrof sich
allerdings eine eigene Nische, in die andere Protagonisten nicht ohne weiteres
einzudringen vermögen. Diese Mischung aus Black Metal-Orkan, Industrial-Gewitter
und Düsternis ist außergewöhnlich. Das elektronische Schlagzeug
scheint bei den Aufnahmen das Tempo vorgegeben zu haben, von menschlichen
Händen nicht zu spielen, klingt es doch nicht deplaziert, sondern
unterstreicht die grenzenlose Menschenverachtung dieser kalten Musik.
"Bloodspawn"
Das Cover spricht eine deutliche
Sprache: Mittelstrecken-Raketen, ein elektrischer Stuhl und eine zerstückelte
Frauenleiche, die uns im Booklet fein säuberlich zerlegt und wie aus
einem Stabilbaukasten zusammengefügt präsentiert wird. Gesangliche
Unterstützung erfuhren die Mannen von DIABOLICUM von Martin Shirenc
von Pungent Stench/Hollenthon und Wraath von Setherial/Naglfar/Bewitched.
Texte steuerten Dirge Rep von Enslaved und Jon Nödtveidt (Ex-Dissection)
bei. Letzterer schrieb direkt aus dem Knast.
"The Song Of Suffering"
JUB
WOLFS MOON „Elysium Dreams“
6
(BANDS-BATTLE-BAND)
W-Music, 1999
WOLFS MOON sind das beste Beispiel
für jene Art von Heavy Metal-Bands, die mit ihrem ganzen Herzen an
der Musik hängen, mit der sie groß geworden sind. 1992 gegründet,
spielt sich die Helmstedter Gruppe von Bühne zu Bühne und veröffentlicht
nebenbei in steter Regelmäßigkeit Tonträger, die von namhaften
Labels allerdings unbeachtet blieben. Nichtsdestotrotz kratzen die Jungs
um Gitarrist Sammy immer wieder die letzten Kröten zusammen, um es
irgendwann vielleicht doch noch einmal zu schaffen.
„Devil’s Bite“
Und dabei lassen sie sich nicht
beirren, zelebrieren einen beinahe hausbackenen Heavy Metal, wie er in
den 80er Jahren typisch war. Auf „Elysium Dreams“ - dem dritten Album übrigens
- mischen sich hier und da Thrash-Momente in die Musik, die durchaus belebend
wirken. Allerdings unterliegen WOLFS MOON dem Irrtum vieler Underground-Acts,
deren Protagonisten mit ihren Instrumenten aufs Feinste umzugehen verstehen:
Sie packen ihre Songs voll, als müßten sie kurz vor dem Abkratzen
noch einmal beweisen, was sie können. Und so sind die Stücke
auf „Elysium Dreams“ fast durchweg zu lang und kränkeln auch ein wenig
an zum Teil unpassend zusammengefügten Passagen. Die Kunst des Arrangierens
ist keine leichte.
JUB
WOLFS MOON „Black-Knight-Legacy“
6
W-Music, 2001
Auch das aktuelle Album von WOLFS
MOON schleppt die alten Probleme mit sich herum. Die Stücke sind manchmal
zu lang, haben Passagen, die sehr steif rüberkommen, und diesmal wirkt
Einiges doch obendrein sehr behäbig. Dies mit einem Konzept zu entschuldigen,
wäre sicher der falsche Weg, da man als Heavy Metal-Band, die sich
selbst gern in die Power-Ecke einordnet, nicht vergessen sollte, songorientiert
zu arbeiten.
Wie der Vorgänger ist auch
„Black-Knight-Legacy“ vorbildlich produziert, werden die musikalischen
Qualitäten der Musiker an jeder Stelle deutlich. Und diesmal ist sogar
ein Song dabei, den ich für einen absoluten Hit halte und der für
mich das WOLFS MOON-Stück überhaupt darstellt ...
„Necronomicon“
JUB
HAMMERFALL „Renegade“ 8
Nuclear Blast, 2001
„Raise The Hammer“
Während HAMMERFALL mit ihrem
Debüt „Glory To The Brave“ (1997) massenweise überschwengliches
Lob einheimsten, ließ das bereits zum Zweitling „Legacy Of Kings“
(1998) enorm nach. Ganz soviel Retro wollten viele Kritiker dann doch nicht
hören. Nebenbei verfolgte Nuclear Blast von Anfang an einen Ausverkauf,
der an billige Pop-Kapellen erinnerte. Außer den beiden genannten
Alben gab es nämlich noch zwei EP, zwei Mini-CDs, ein Video und eine
DVD.
Da verwunderte es kaum, als schon
im Vorfeld der „Renegade“-Scheibe Häme über HAMMERFALL kam.
„Renegade“
Und selbst, wenn die Schweden immer
noch klingen wie hundert angesagte Acts der 80er Jahre, so verstanden sie
es doch gerade auf ihrem dritten Werk, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Sämtliche Stücke auf „Renegade“ sind potentielle Hits und eignen
sich hervorragend zum kollektiven Mitbrüll-Anfall auf Partys mit anderen
Metal-Besessenen.
„The Way Of The Warrior“
Und wäre da nicht diese unsäglich
peinliche Ballade „Always Will Be“, man hätte kaum Gelegenheit, bei
„Renegade“ die Stirn zu runzeln. Der dritte Streich ist definitiv HAMMERFALLs
bester.
JUB