An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

Abgehört vom 17. September 2002

 
DIE GASTREZENSION: Jana, Webmaster von INTERREGNUM 


POTHEAD „Grassroots“ 9
Janitor Records, 2001

Pothead - Grassroots

Pünktlich zum 10jährigen Band-Jubiläum warfen die zwei Wahlberliner Brad (v/g) und Jeff (b) Dope sowie der Sauerländer Sebastian Meyer ihren Silberling „Grassroots“ in die stetig wachsende Fangemeinde. Wieder in Eigenregie über das bandeigene Label Janitor Records trotzen POTHEAD der Musikindustrie und zeigen, daß es auch anders geht. 
Das deutsch-amerikanische Trio präsentiert uns auf dem mittlerweile achten Album 70 Minuten straighten Rock gepaart mit Singer-Songwriter-Balladen, die einfach unter die Haut gehen – ob nun zugekifft oder nicht. Trotz der langen Spielzeit wissen POTHEAD, den geneigten Hörer in ihren Bann zu ziehen. 
Dabei bedienen sich die Jungs meist nur simpler Gitarrenriffs und sentimentaler Melodiebögen. Doch wie man sieht: Weniger ist oft mehr und Langeweile kommt vom ersten bis zum letzten Stück nicht auf.
Mit „Grassroots“ ist ein weiteres Meisterwerk gelungen. Pflichtkauf für jeden POTHEAD-Fan. Zu erstehen ist die Scheibe in keinem Plattenladen. Interessierte können die CD ordern über die POTHEAD-Homepage: www.pothead.de oder auf einem der meist ausverkauften Konzerte.
"Dope Says Nope"/"Wild Weed"

JANA

PATHOS "Katharsis" 8
Massacre Rec., 2002

Pathos - Katharsis

Power Metal ganz in der Tradition von Nevermore und Eidolon spielen die Schweden von PATHOS. Trotz des dämlichen Namens haben die Musiker einiges auf der Pfanne: Vertrackte Rhythmen und melancholische Melodien werden mit brettharten Riffs kombiniert und mit einer Stimme veredelt, die verdammt nahe an die des ehemaligen Eidolon-Fronters erinnert. Klagend und beschwörend ertönt die Sirene und klingt bleischwer im Gehörgang nach. Doch nicht nur das erinnert an die eingangs erwähnten Bands. Auch die Tatsache, daß man die CD nicht nach dem dritten Durchlauf und nicht nach dem vierten begreift, sondern der Scheibe schon etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, bevor sie ihr Aroma verbreitet.
"Inject Reject"

THOMAS

L.A. GUNS „Waking The Dead“ 9
Spitfire Rec., 2002

L. A. Guns - Waking The Dead

Im Nachinein kann man viel behaupten, trotzdem waren die L.A. GUNS immer besser als ihre berühmteren Konkurrenten Guns N’ Roses. Denen war lediglich mit „Appetite For Destruction“ ein Kracher gelungen. Die Mannen um Tracii Guns legten hingegen vor allem in den ersten drei, vier Jahren ein Hammerteil nach dem anderen vor: Nach dem Debüt 1988 folgten „Cocked And Loaded“ (89) und „Hollywood Vampyres“ (91). Mit guten Scheiben ging es weiter: „Cuts“ (92), „Vicious Circle“ (94), „American Hardcore“ (96). Nicht totzukriegen kamen 1999 „Shrinking Violet“ und 2001 „Man In The Moon“. Und damit waren sie es, die wesentlich dem Sleaze Metal sein Gesicht verliehen. Hier trafen sich Punk, die Aerosmith der 70er Jahre und das beste vom us-amerikanischen Glam Metal.
Und während Wiesel-Stimme Axl W. Rose mit seinen immer mal wiederbelebten Gunners 08/15-Rock fabriziert und mit angesagten Klang-Elementen experimentiert, klingen L.A. GUNS auch 2002 wie 1988. Denn „Waking The Dead“ ist ein Album in bester Sleaze-Manier geworden, das mit zwei Klasse Groovern, „Don’t Look At Me That Way“ und „O.K., Let’s Roll“, einsteigt. Der Titelsong wird zu einem - wenn soetwas überhaupt geht - „düsteren“ Rock’n’Roller, „Revolution“, „Lost In The City Of Angels“ und „Don’t You Cry“ markieren die partytauglichen Highway-Nummern, „Psychopathic Eyes“ eröffnet einen Blick auf die Punk-Roots der L.A. GUNS und „Hellraisers Ball“ schließlich läßt mit seiner Rifflast am Horizont schemenhaft AC-DC auftauchen. Zusammengehalten wird das Ganze von einer gehörigen Portion Heavyness und einem hervorragenden Phil Lewis am Mikrofon. So könnte ich mir den totalen Sleaze-Revival vorstellen.
„Hellraisers Ball“

JUB

STAHLHAMMER "Eisenherz" 3
Point Music/Stahlhammer/Flying Dolphin, 2002

Stahlhammer - Eisenherz

Schon längst in der Versenkung geglaubt hatte ich die Österreicher von STAHLHAMMER. Doch jetzt wurde ich eines Besseren belehrt. Es gibt für die Rammsteinfans doch noch ein Leben nach dem Nuclear Blast-Deal. Was gibt es also neues im Hause STAHLHAMMER? Nun, ein Sängerwechsel hat stattgefunden. Für Sergeji kam Gary Wheeler, der Sänger vom Debüt, zurück in die Band. Auch haben die Hämmer ihren Gitarristen ausgetauscht. Und musikalisch? Blieb alles beim Alten. Das heißt, daß die Band weiß, wie man Lieder schreibt, da sie die Musiktheorie gut beherrschen. Welche Stelle kommt am besten nach dem Refrain? Die schnelle oder die getragene u.s.w. ... Aber die Texte sind mal wieder d e r Schwachpunkt. "Reim Dich oder ich fress Dich", scheint die Arbeitsweise der Band zu sein. Allein schon die erste Strophe von "Und ich bring Dir die Hölle" wird dem Niveau einer Schülerband gerecht: "Gib mir Stärke gib mir Kraft/Und so ist die Tat vollbracht/Gib mir Glauben gib mir Macht/Bis zur späten Mitternacht." Wer dies schon für starken Tobak hielt, der lese nun die Strophe aus dem "Vergangenheitsbewältigungs"-Stück "Krieg ist eine Droge": "Es war einmal ein Tier/Und dann lernte es zu gehen/Mißhandelte die anderen Tiere/Und fand das auch noch schön."
Solch einen gequirlten Schwachsinn brachten noch nicht einmal die legendären Anfall aufs Papier. Auch scheint der gefeierte wieder eingestiegene Sänger so seine Schwierigkeiten mit dem Halten der Tonlagen zu haben. 
"Süßes Leid" möchte ich hier mal als Paradebeispiel heranziehen. Es hat sich also nicht so viel geändert bei STAHLHAMMER. Auch die Tradition der deutschsprachigen Coverversionen findet auf "Eisenherz" seine Fortführung. Nach Falco wird jetzt der NDW-Hit "Eisbär" von Grauzone mehr schlecht als recht verwurstet. Als dieser Song lief, nahm ich noch einmal das Infoblatt zur Hand und las nochmal die Stelle: "Als Krönung ihrer Erfolgsserie tritt STAHLHAMMER im Juli 1997 im Rahmen der EU-Präsidentschaftsübernahme auf dem Wiener Heldenplatz vor 50.000 Zusehern auf. 30 Mio. Menschen können dieses Spektakel auf ihrem Bildschirm verfolgen." Hätten die Veranstalter lieber A.O.K. genommen. Dann hätten die Leute wenigstens was zu Lachen gehabt. Quo vadis Österreich?
"Und Ich Bring Dir Die Hölle"/"Eisbär"

THOMAS

BLOODSHED „Inhabitants Of Dis“ 9
Code 666/Audioglobe/SPV, 2002

Bloodshed - Inhabitants Of Dis

BLOODSHED sind jene Band, die im vergangenen Jahr mit ihrer Mini-CD „Skullcrusher“ auffiel (siehe Abgehört vom 18. 09. 2001). Black und Death Metal hielten sich bei ihnen die Waage, fanden aber nicht die nötige Einheit. Selten konnte man von einer Mischung sprechen, vielmehr wurde beides separat nebeneinandergestellt präsentiert. 
Black und Death Metal gibt es auch auf „Inhabitants Of Dis“ zu hören. Und wieder wechseln BLOODSHED, wie zum Beispiel in „Mark Of The Cursed“, hin und wieder von der einen Stilistik in die nächste. Wilde Black Metal-Attacken mit wüstem Gekeife werden hier von Death Metal-Grooves mit monströsen Grunts abgelöst. Um vermutlich einem komplizierten Verweben zu entgehen, hat der Black Metal-Anteil bedeutend zugenommen, was der Musik außerordentlich gut tut. Das machen „City Of Dis“ - ein echtes Highlight übrigens - und „Doomsday Device“ überdeutlich.  In „Kiss Of Cruelty“ und „Blood Music“ kommen BLOODSHED gar Bathory-like daher, gibt es mit „Deceit“ und „Release“ zwei beinahe dilletantische Akustik-Nummern, während letztere von dem wohl rasantesten und brutalsten Stück der Scheibe, „Dark Trace“, aufgefangen wird.
Während BLOODSHED auf „Skullcrusher“ eher untypisch für ihre Region klangen, haben sie doch mittlerweile eine mächtig schwedische Schwarz Metall-Schlagseite bekommen, die sie nahezu bravourös meistern. Unbekümmert hat der Fünfer eine Scheibe zurecht gezimmert, die für Aufsehen sorgen sollte. Man merkt es ganz deutlich: Hier hat kein Erfolgsdruck den Taktstock geschwungen.
„Blood Music“/“Death By Hanging“

JUB

SILVER "Dream Machines" 4
Barfly/PointMusic, 2002

Silver - Dream Machines

Jawoll, Vossi is back! Michael Voss, der Mann, der bei solchen Bands wie Bonfire, Casanova oder auch Demon Drive in die Bass-Saiten greift und griff, geht mit seinem All Star Projekt SILVER in die zweite Runde und schlägt sich zum Teil achtbar, zum Teil eher peinlich durch die zehn Titel von "Dream Machine". Sofort fällt auf, daß die Gitarren sehr sanft klingen und den nötigen Biß missen lassen. Dafür stehen Stimme und Keyboard weit im Vordergrund und verpassen dem Ganzen einen radiokompatiblen Touch. AOR ist also angesagt, und dafür gehen die Songs als brauchbar durch. Besonders "Silver Dream Machine" hat einen sehr eindringlichen Refrain und erweist sich als der Hit der Scheibe. Auch "Never Again" mit seinen sich zart aufbäumenden Gitarrenriffs und den skurrilen Keyboardgeräuschen ist durchaus hörenswert.
Somit ist Album Nummer zwei interessanter als der Vorgänger "Silver". Auch wenn diese Scheibe hier hauptsächlich harmlos schmachtenden Tralala-Rock bietet.
"Silver Dream Machine"

THOMAS

SOLARIZED „Driven“ 7
I Used To Fuck People Like You In Prison-Records, 2002

Solarized - Driven

Ich denke, da gibt es überhaupt keine Frage, daß das deutsche Vertriebs-Label von SOLARIZED zweiter CD „Driven“ definitiv den kultigsten Namen besitzt, den es geben kann: „Leute wie Dich habe ich im Knast zum Ficken benutzt“-Records. Ganz so durchgeknallt ist die Musik von SOLARIZED nicht. Wie ihre Stoner Rock-Kollegen sind sie Nachfolger von Black Sabbath, Montrose, Mountain, Bloodrock oder Buffalo. Sie scheinen genau wie Chrome Locust, Atomic Bitchwax oder Kyuss 25 Jahre der Heavy Metal-Geschichte wohlweislich ignoriert zu haben.
Und wenn man nicht wie die Deutschen Red Aim tatsächlich versucht, gänzlich neue Wege zu beschreiten und dabei gar die staubige Stoner Rock-Road verläßt, hat man in diesem Genre nicht viel Spielraum. Diesen reizen SOLARIZED allerdings aus. Bei ihnen wird ungestüm drauflos gepoltert („Dig The Ride“, „Chrom Shop“, „Firefight“, „Conspiracy“), schwerfällig gedoomt, was die Band nahe an Corrosion Of Conformity auf „America’s Volume Dealer“ bringt („Born Of Fire“), blitzt das Punk-Faible auf („Stab Yor Back“) oder läßt man psychedelische Elemente anklingen („Southbound“). Auch Langweiler á la „Angel“ haben SOLARIZED drauf.
Alles in allem ist „Driven“ eine grundsolide Scheibe, die vor allem mächtig aus den Boxen drückt.
„Firefight“

JUB

MYSTIC CIRCLE "Damien" 8
Massacre Rec./Soul Food, 2002

Mystic Circlr - Damien

Es gibt kaum eine andere Band in der deutschen Black Metal Szene, die dermaßen polarisiert wie MYSTIC CIRCLE.
Was zum einen an dem in der Vergangenheit auf Konzerten und Werbeanzeigen zur Schau gestellten Outfit der Musiker lag, und zum anderen an ihrer Musik selbst, die für einige nicht true genug war, weil die Band um Beelzebub stets ein recht aufdringlich klingendes Keyboard einzusetzen wußte. Wenn dieser Stein erst einmal rollt, dann rollt er und niemand möchte ihn aufhalten. So begann die Sache eine gewisse Eigendynamik zu entwickeln. Plötzlich war es "in", MYSTIC CIRCLE nicht zu mögen. Was darin gipfelte, daß sich einige Musikerkollegen dazu getrieben fühlten, ihre T-Shirts mit einem durchgestrichenen Konterfei des Grafen von Beelzebub zu verzieren. Doch wie es bei polarisierenden Bands so ist, es gibt neben der Seite, die sie haßt, auch eine Seite, die sie verehrt. Diese Gruppe kann so klein nicht sein, denn MYSTIC CIRCLE haben es geschafft, eine der größten, wenn nicht sogar die größte deutsche Black Metal-Band zu werden. Diese Tage schickt sich die Band an, ein neues Album mit dem Titel "Damien" ins Rennen zu schicken. Und so einiges hat sich mit dem fünften Album geändert.
MYSTIC CIRCLE haben Make Up, Teufelshörnchen sowie Ritterrüstung abgelegt, und auch musikalisch haben sie sich von Ballast befreit. Das Keyboard spielt, nach dem Abgang von Baalsulgorr, eine sehr untergeordnete Rolle. Hauptsächlich gibt es Black Metal der gnadenlosen Sorte zu hören. Nicht selten erinnern die Melodien und Riffs von Espharess an die Großtaten von Dark Funeral zu "The Secrets Of The Black Arts"-Zeiten. Von Crematory beeinflußten Gothic Metal des Vorgängeralbums ist nichts, aber auch gar nichts geblieben. Auch kommen die Death Metal-Roots der Band auf "Damien" zum Tragen wie noch nie, woran der neue Schlagzeuger Necrodemon nicht unschuldig sein dürfte. Kurzum, die neue MYSTIC CIRCLE ist ein gnadenloses Brett ohne schwülstige Peinlichkeiten oder kompositorischen Schwächen. MYSTIC CIRCLE-Hasser müssen jetzt wohl umdenken. Der Einwand, daß die Musik schwach und langweilig klingt, zieht nicht mehr und der der peinlichen Kostüme auch nicht. Was kann man sonst noch an einer Band aussetzen? Nichts. Es geht doch schließlich um Musik. Und im Falle "Damien" ist sie saustark.
"The Seventh Sign"

THOMAS

JIM PETERIK „Rock America - Smash Hits Live“ 9
Frontiers/Now&Then/XIII BIS/Point., 2002

Jim Peterik - Rock America - Smash Hits Live

JIM PETERIK? Kennt Ihr nicht? Wenn Ihr Euch da mal nicht täuscht. Aus „Rocky IV“ - ein Film, den fast alle gesehen haben dürften, kennt Ihr garantiert noch „Eye Of The Tiger“ von Survivor. Und eben diesen Song schrieb JIM PETERIK, der bei Survivor obendrein die Klampfe bediente. Logisch, daß sich Peterik mit „Eye Of The Tiger“ einst eine goldene Nase verdiente, setzte sich das Stück doch in den amerikanischen Rock-Charts fest wie eine Zecke. Aber damit nicht genug. Peterik kann man fast in einem Atemzug mit Hit-Lieferanten wie Russ Ballard oder Desmond Child nennen, hatte er doch bei einer Vielzahl weiterer Top 10-Erfolgen seine Hand mit im Spiel. Diese Erfolgsserie wurde vor ein paar Jahren auf dem Album „Jim Peterik & World Stage“ dokumentiert, auf dem sich jene Musiker und Sänger die Klinke in die Hand gaben, die von Peteriks Songwriter-Genie profitierten oder gemeinsam mit ihm die Smash-Hits schrieben.
Und eben jenes Projekt wurde am 15. Januar 2000 im Norris Center in St. Charles, Illinois, auf die Bühne gebracht. Die Gästeschar war illuster: Kelly Keagy von den Night Rangers, Johnny van Zant von Lynyrd Skynyrd, Don Barnes von 38 Special, Kevin Cronin von REO Speedwagon ... Sie und viele andere Gastmusiker spielten Peteriks und zum Teil gleichzeitig ihre eigenen Songs. Und die meisten kennen selbst jene, die mit Melodic Metal nix am Hut haben. Hört mal in „Sister Christian“ oder „I Can’t Hold Back“ rein. Da gibt es garantiert ein Dejavu. Nun, und den Kult-Zeichentrickfilm „Heavy Metal“ habt Ihr garantiert auch zu Hause. Und von wem ist das Titelstück „Heavy Metal“? Loggisch - JIM PETERIK. Auch auf dieser CD zu finden.
Also Leute, das Ding ist Geschichte und gehört in jeden Plattenschrank eines Heavy Metal-Fans. Vielleicht hat der ein oder andere Song ein wenig zuviel Pop-Appeal, der Qualität der Kompositionen tut dieser Umstand allerdings keinen Abbruch.
Schließlich gibt es noch ein paar neue Sachen, die deutlich machen, daß Peterik fein geschliffene Noten im Urin hat.
„Heavy Metal“/“Between Two Fires“

JUB

MYRKSKOG "Superior Massacre" 9
Candlelight/ PHD   2002

Myrkskog - Superior Massacre

Völlig erwartungsfrei schob ich die CD von MYRKSKOG in den Player und dachte beim Betrachten des Bandfotos im Booklet "Was für Aufschneider". Stehen dort drei mies gelaunte Gestalten verdammt evil in der Gegend rum und glotzen recht dämlich in die Kamera. Doch beim ersten Song "Domain Of The Superior" prügelten die drei Norweger mein dämliches Grinsen aus dem Gesicht, als hätten sie meine Bemerkungen vernommen. Technisches Ultraschallgekloppe auf höchstem Niveau bietet das Trio aus dem hohen Norden. Gerade so, als würden Morbid Angel´s Pete Sandoval, Emperor´s Samoth und Krisiun´s Alex Carmago ein Seitenprojekt starten, um endlich mal schnell spielen zu können. Das MYRKSKOG aber nie in stumpfes Gehacke um des Gehackes wegen abdriften, macht die CD aber erst letztendlich gut. So gibt es interessante Melodiekaskaden und vitale Riffs zu hören, die zum Beispiel auf der letzten Krisiun Scheibe fehlten. Das Schlagzeugspiel ist nicht von dieser Welt und mich würde es brennend interessieren, ob Drummer Secthdamon in der Lage ist, das Ganze auch live zu reproduzieren. Alle Leute, die sich ihre Ohren mit ´nem Kärcher putzen, also Death und Black Metal Fans, empfehle ich, mal in "Superior Massacre" reinzuhören.
"Domain Of The Superior"/"Blood Ejaculation"

JUB
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