An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen
- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" -
des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.


 

Nacht der langen Riemen III vom 18. Mai 2004


MAGIC KINGDOM "Metallic Tragedy" 9
LMP/SPV, 2004

MAGIC KINGDOM - Metallic Tragedy

Die Power-Speed-Melodic-Bombast-True-Symphonic-Metal-Szene ist um eine Veröffentlichung reicher. Natürlich in standesgemäßer "Burgen und Drachen"-Verpackung. Wer angesichts der wahren Veröffentlichungsflut dieses so weitläufigen und doch klar umrissenen Genres jetzt schon abwinkt mit der Gewißheit, die Scheibe bereits zu kennen, ohne sie gehört zu haben, der sollte sich von den Belgiern eines Besseren belehren lassen. Dushan Petrossi, seines Zeichens Gitarrist und Ideengeber der Formation, ist nämlich clever genug, um seinen Kompositionen genügend Luft zum Atmen zu lassen und sie nicht mit Bombastkitsch zu Tode zu kleistern. Die Melodien lassen sich stets nachvollziehen und gehen ins Ohr. Der Mann erfindet das Rad zwar nicht neu, packt wieselflinkes Keyboardspiel über rollende Doublebass-Teppiche und Galopp-Riffs, um darüber epische Gesangslinien legen zu lassen, doch er macht es gut. Wie viele Bands arbeiten ähnlich und erreichen dabei höchstens Mittelmaß? Dabei klauen sie alle von sich selbst oder kopieren einander. MAGIC KINGDOM klauen auch, aber beim Titeltrack wildern sie in komplett anderen Gefilden. "Metallic Tragedy" klingt als würden Within Temptation, Cradle Of Filth, Rush und Therion eine 13minütige Jamsession abhalten, bei der es nicht zu Egoproblemen kommt, weil alle Bands gleichermaßen zum Zuge kommen. MAGIC KINGDOM können sich mit ihrem Debut also gut aus dem Sumpf des Durchschnitts abheben.
"Metallic Tragedy"

THOMAS 
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