MAGIC KINGDOM "Metallic Tragedy"
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LMP/SPV, 2004
Die Power-Speed-Melodic-Bombast-True-Symphonic-Metal-Szene
ist um eine Veröffentlichung reicher. Natürlich in standesgemäßer
"Burgen und Drachen"-Verpackung. Wer angesichts der wahren Veröffentlichungsflut
dieses so weitläufigen und doch klar umrissenen Genres jetzt schon
abwinkt mit der Gewißheit, die Scheibe bereits zu kennen, ohne sie
gehört zu haben, der sollte sich von den Belgiern eines Besseren belehren
lassen. Dushan Petrossi, seines Zeichens Gitarrist und Ideengeber der Formation,
ist nämlich clever genug, um seinen Kompositionen genügend Luft
zum Atmen zu lassen und sie nicht mit Bombastkitsch zu Tode zu kleistern.
Die Melodien lassen sich stets nachvollziehen und gehen ins Ohr. Der Mann
erfindet das Rad zwar nicht neu, packt wieselflinkes Keyboardspiel über
rollende Doublebass-Teppiche und Galopp-Riffs, um darüber epische
Gesangslinien legen zu lassen, doch er macht es gut. Wie viele Bands arbeiten
ähnlich und erreichen dabei höchstens Mittelmaß? Dabei
klauen sie alle von sich selbst oder kopieren einander. MAGIC KINGDOM klauen
auch, aber beim Titeltrack wildern sie in komplett anderen Gefilden. "Metallic
Tragedy" klingt als würden Within Temptation, Cradle Of Filth, Rush
und Therion eine 13minütige Jamsession abhalten, bei der es nicht
zu Egoproblemen kommt, weil alle Bands gleichermaßen zum Zuge kommen.
MAGIC KINGDOM können sich mit ihrem Debut also gut aus dem Sumpf des
Durchschnitts abheben.
"Metallic Tragedy"
THOMAS