DISINFECT
"Beinspender" 9(BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenproduktion
Kennt Ihr das
Gefühl, von einem Rudel wildgewordener Nashörner überrannt
worden zu sein, bevor sich ein paar hungrige Löwen auf Euch stürzen?
Ihr fauliger Atem sticht im Gesicht, und ihr Brüllen dröhnt in
den Ohren, rasiermesserscharfe Pranken reißen Euch die Klamotten
vom Leib, zerfetzen die Haut und prügeln Euch fast ohnmachtig, bevor
sie Euch in Stücke zerteilen? Nein, ich auch nicht. Aber ich weiß,
nachdem ich DISINFECTs "Beinspender"-Promo hörte, wie man sich soetwas
vorstellen kann. Im Großen und Ganzen kann man DISINFECTs Musik im
Death Metal-Bereich ansiedeln. Nur ist "Beinspender" dermaßen druckvoll,
daß ich von der Musik förmlich überrannt wurde, da in Sachen
Brutalität so einige Rekorde gebrochen wurden. "Beinspender" ist nicht
einfach nur eine weitere Death Metal-Veröffentlichung, sondern nimmt
eine Extraposition ein. Hoffentlich erbarmt sich ein Label dieser vielversprechenden
Band, damit bald eine vollständige CD mit mehr als nur zehn Minuten
Spielzeit vorliegt.
Na, neugierig
geworden? Dann holt Euch die bessere Alternative zu oben beschriebenem
Szenario ins Haus. disinfect@gmx.de,
www.disinfect.de
"Menschenfeind"
THOMAS
ENTHRALLMENT
"Blindfold" 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenproduktion,
2000
Die Death Metal-Institution
von der Insel Usedom macht auch auf ihrer zweiten Veröffentlichung
"Blindfold" keine Gefangenen und schmettert den Livekiller "Terrorized"
gleich als Opener ins von Fäulniss geplagte Antlitz der Lärmzombies
vor der heimischen Beschallungs-Anlage.
Der thrashige
Death Metal des Trios kommt zwar nicht ohne den kleinen elektrischen "Drummer"
aus Japan aus, doch das ist Line-up-technisch bedingt und nicht auf die
Unfähigkeit des eventuellen Schlagzeugers zurückzuführen.
Angenehm ist
die Tatsache, daß ENTHRALLMENT dabei nicht in den Experimentierwahn
anderer Bands mit Drumcomputer verfallen und ihre Lieder nicht mit unspielbaren
und unnatürlich klingenden Rhythmiken und Tempi überladen.
Eher leben
die Lieder von den treibenden Riffs und interressanten Breaks, die gekonnt
eingestreut werden und "Blindfold" lebendig machen. ENTHRALLMENT bemühen
sich also um Abwechslung. Die Stücke sind technisch einwandfrei gespielt
und der Sound bewegt sich auf gehobenem Underground-Niveau. Als Kaufanreiz
bieten die Insulaner zum sechs Titel umfassenden Hauptteil der CD noch
sieben Stücke vom "Disarm The Instinct"-Demo an.
Meines Erachtens
nach gibt es keinen Grund, warum ich Euch vom Kauf der "Blindfold" abraten
sollte.
enthrallment@t-online.de,
www.enthrallment.de
"Terrorized"/"Blood
Attack"
THOMAS
STAN BUSH „Language Of The
Heart“
4
Frontiers/Now & Then/XIII BIS/WSP/Point,
2001
Die US-Melodic Metal-Szene existiert
quasi autark. Hier gibt es die unterschiedlichsten Strömungen. Es
beginnt bei richtig heftigem Zeug, geht über sogenannten Melodic Rock
bis hin zu faktischem Mainstream-Kram, den es so nur in den Staaten gibt,
der ständig im Radio dudelt und die Musik einer gut situierten weißen
bürgerlichen Mittelschicht darstellt. Zu letzterer Strömung gehört
auch STAN BUSH, der diese Musik seit 1983 produziert. Und was hat er nicht
schon alles fabriziert seitdem: Er sang bei Alice Cooper, Jefferson Starship,
Rick Springfield, schrieb Songs für House Of Lords und Quiet Riot,
supportete Lou Gramm (Foreigner), arbeitete mit Szenegrößen
und hat für sein aktuelles Album „Language Of The Heart“ Leute am
Start, die unter anderem bei Rod Stewart, America, Eddie Money, Airplay
und Bosten in Lohn und Brot standen. Wie dem auch sei, aus dem Allerwelts-Mainstream-Zeugs
wird trotzdem keine ernst zu nehmende Rockmusik. Sicher hat Bush ein paar
nette Halb- und Vollballaden auf sein Album gepackt, wenn es allerdings
ans Rocken geht, kommt meist nicht mehr, als eine Schulball-Melodie heraus
(zum Beispiel „A Little Thing“).
„Some Things Never Change“
JUB
SUPREME
MAJESTY „Tales Of A Tragic Kingdom“ 6
Massacre Rec/Connected,
2001
Es soll ja
deutsche Death Metal-Bands geben, die aus Protest gegen die Bevorzugung
norwegischer Protagonisten durch diverse Plattenlabels auf der Bühne
die Fahne Norwegens verbrennen. Ebenso dürften allmählich die
Ikea-Fillialen deutschlandweit befürchten, vom frustrierten Power
Metal-Volk geplündert zu werden. Denn in der letzten Zeit sind es
neben den Italienern vor allem die schwedischen Bands aus diesem Genre,
die auf die Metal-Gemeinde losgelassen werden. Glücklicherweise scheinen
unsere skandinavischen Nachbarn allerdings weitaus größere Ansprüche
an sich selbst zu stellen, als es die Römer tun. Denn der Akustik-Müll
aus Abba-Land hält sich durchaus in Grenzen. Und so sind auch SUPREME
MAJESTY keine schlechte Band. Die Zutaten sind wie bei anderen Bands des
melodiebetonten, epischen, hymnenhaften und so weiter Heavy Metal mit den
Rezepturen all der anderen Bands, die diese Schiene fahren, nahezu identisch.
Aber ich fresse einen Eimer Kakalaken, wenn es in Deutschland nicht wenigstens
einen Sack voll von Melodic Power Metal-Bands gibt, die mindestens genauso
gut wie SUPREME MAJESTY sind, von den Labels aber nicht einmal mit der
Arsch-Kimme angeguckt werden.
„Queen
Of Egypt“
JUB
CLAYMORE "The Eternal Curse"
7
Eigenproduktion
CLAYMORE sind nicht zu verwechseln
mit The Claymore, welche hier schon an anderer Stelle besprochen wurden
(siehe Abgehört vom 20. November 2001).
Obwohl sich beide Bands in ihrer musikalischen Ausrichtung sehr nahe stehen.
Heavy Metal wie er im Buche steht heißt die Devise. Es ist schon
drollig zu sehen, daß so mancher mit Vorschuß-Lorbeeren bedachter
True Metal-Act mit einem Traum-Budget ins Studio geschickt wird, um zum
x-ten Male "Die ultimative Heavy Metal-Scheibe" einzuspielen, und dann
mit einem sehr aufgesetzt wirkenden und hüftsteifen Endprodukt den
Markt zu überschwemmen.
Das Bemerkenswerte daran ist nun,
daß man - von den "Edelprodukten" gelangweilt - sehr unbedarft eine
Low-Budget-Produktion in den Player schiebt und die Band (in diesem Falle
CLAYMORE) gleich beim ersten Song eine Gänsehaut und Laute der Verzückung
hervorruft.
"Messengers of Steel" kommt mit
einem extrem fiesen Ohrwurm-Refrain daher, der einfach nicht mehr aus dem
Kopf geht. Aber das Beste daran ist, daß die Band mit totaler Hingabe
und Überzeugung an die Sache herangegangen ist.
Der Sänger trifft zum Beispiel
nicht jeden Ton korrekt, aber das macht diesen Song umso reizvoller. Ich
könnte mir gut vorstellen, daß beim Endmix die ganze Band nebst
Freundeskreis ums Mischpult bangte, mit der Gewißheit, aus wenig
viel gemacht zu haben. Am Ende dieses Midtempo-Klopfers kommt ein Manowar-mäßiger
Schrei, und spätestens von da an kann man diese Band einfach nicht
schlecht oder nur durchschnittlich finden. Lied Nummer zwei haut nochmal
in dieselbe Kerbe. Weniger Manowar, mehr Tempo, aber gleiches Ohrwurm-Potenzial
machen "Route 666" zum nächsten Highlight auf der CD. Mit "Sacred
Stones" und "Abyss Of The Sea" folgen zwei gute, jedoch in Sachen Hitpotenzial
nicht ganz ebenbürtige Songs, bevor die "The Eternal Curse Trilogy"
sich anschließt. Hier beweisen CLAYMORE einmal mehr, daß sie
sich songwriting-mäßig auf einem hohen Niveau befinden. Der
achte und letzte Titel ist eine schräg-kultige Version von "Breaking
The Law". Schade, daß der Sound auf "The Eternal Curse" eher unterdurchschnittlich
ist, aber Leute, die auf Heavy Metal reinster Sorte, gespielt von
Überzeugungstätern, stehen, sollten sich davon nicht abschrecken
lassen. Ihr wißt ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. CLAYMORE
haben sich bedauerlicherweise aufgelöst, und das Demo ist in dieser
Form leider nicht mehr erhältlich. Man kann es aber als Tape für
nur 1$ bei www.truemetal.org/dragonight
bestellen. Mittlerweile hat Frontman Jens eine neue Band gegründet,
namens Steelpreacher. jens@steelpreacher.de,
www.messengers-of-steel.de
THOMAS
ANCIENT
CEREMONY „The Third Testament“ 7
Trisol Music,
2001
Die Deutschen
ANCIENT CEREMONY haben sich mit ihrem Album „The Third Testament“ nichts
Geringeres vorgenommen, mal eben die Bibel fortzuschreiben. Und da geht
es durchaus bösartiger zu, als der gläubige Christ es vermuten
würde. Begriffe wie „Shaitan“, „Blood“, „Evil“, „Mephistophelic“,
„Khaos“, „Tyranny“ und „Salute To Satan“ machen die Runde. Logisch, daß
in solch einem Falle kein Stryper-Geschwurbel geboten wird. Vielmehr bedienen
sich ANCIENT CEREMONY jener Elemente, die eh meist herangezogen werden,
wenn es gilt, die Botschaft des Fäkal-Sex-Bevorzugers zu verbreiten:
Black Metal, Gothic, Death Metal. Das Ganze wird von Sänger Chris,
Basser Jones und Gitarrist Patrick zu einem Gemisch vermengt, das zwischen
düster melodiös und bösartig heavy angesiedelt ist. Allerdings
stimmt dieser Mix nicht immer. Manchmal wirken einzelne Passagen etwas
unglücklich zusammengefügt.
Während
die Band instrumental durchweg um Abwechslung und interessanter Melodiearbeit
bemüht ist, steht Chris mit seiner an Schimpf-Eskapaden erinnernde
Gesangsarbeit manchmal etwas neben der eigentlich zu erzeugenden Atmosphäre.
Allerdings ist unbestritten, daß diese Art des Singens der Musik
von ANCIENT CEREMONY durchaus eine eigene Prägung verschafft. Die
Frauenstimmen wirken auf der Scheibe tatsächlich als Bereicherung
und sind zu keiner Zeit aufgesetzt.
Ein Anspieltipp
wäre „A Black Requiem“, findet man hier doch sowohl die positiven
Aspekte wieder als auch jene Elemente, die es kritisch anzumerken galt.
„A Black
Requiem“
JUB
CEREBROCIDE "Delusion"
8
(BANDS-BATTLE-BAND)
Cudgel Agency, 1999
CEREBROCIDE aus dem Ostteil unserer
Republik sind im Underground schon lange keine Unbekannten mehr. Unzählige
Auftritte und stets gute Veröffentlichungen ließen CEREBROCIDE
schnell zu einem Geheimtip werden, ging es um präzisen Death Metal.
Die Stärke der Band liegt meiner Meinung nach darin begründet,
daß die Grimmaer nicht nach typischen Merkmalen zu klassifizieren
sind wie zum Beispiel Schweden Death oder Florida-Stil a la Deicide etc.,
sondern einen geographisch eher unangepaßten Stil entwickelten. So
gibt es eben nicht abgrundtiefes Gegurgel oder heiseren Schreigesang (was
durchaus geil ist), sondern aggressive raubtierähnliche Laute als
stimmliche Artikulationsform zu hören. Die Musik ist im Slayer-beeinflußten
Thrash Metal ebenso heimisch wie in den Untiefen des Death Metals. Filigrane
Soli, treibende Riffs, trockene Baß-Breaks, Hanneman/King-mäßige
Gitarrenjammer-Einsprenksel und ein auf Zerstörung eingestelltes Bolzenschußgerät
treffen auf die Gesänge einer Mutation des Hundes von Baskerville,
dem Yeti und eines Panthers. Kai Mertens (Harmony Dies) und Andreas Hilbert
(Golem) gaben dem Ganzen ein transparentes und druckvolles Soundgewand
und es ist nun an Euch, Kontakt aufzunehmen um Euch ein Exemplar von "Delusion"
zu sichern oder die Band für einen Auftritt zu buchen. Wer´s
lieber bei einem Bierchen und in Ruhe abwickeln möchte, kann das während
dem 3. und 4. Mai in Stavenhagen im Rahmen des BANDS BATTLE-Festivals tun,
denn dort werden CEREBROCIDE die Nerven der Bühnenbesitzer blank liegen
lassen. Und wer sich wundert, daß CEREBROCIDE auf der Bühne
nicht auftauchen, der sollte sich ganz auf die Band FRENETIC konzentrieren.
Denn Raider ist jetzt Twix und CEREBROCIDE sind jetzt FRENETIC.
"Right To Die"/"Teufelskreis"
THOMAS
VIRGIN
BLACK „Sombre Romantic“ 8
Massacre Rec/Connected,
2001
Wenn in einem
Fantasy-Film die Kamera durch die Gewölbe des Horts des Bösen
streift, könnten Euch durchaus Klänge wie „Embrace“ vom VIRGIN
BLACK-Debüt-Album „Sombre Romantic“ begegnen. Die Australier mögen
es nämlich nicht nur äußerst dramatisch, sondern haben
Song-Konstruktionen geschaffen, die die Bilder im Kopf fast greifbar machen.
„Embrace“
Das ist aber
nicht die einzige Facette dieser Band. Bei „Walk Without Limbs“ wird es
EBM-mäßig elektronisch, „Of Your Beauty“ hat was musicalhaftes
oder klingt gar wie eine mißinterpretierte Arie und „Drink The Midnight
Hymn“ versteigt sich in Black Metallisches Gelärme, um in gothic-typischen
Pathos überzugehen. Und mit „Museum Of Iscariot“ folgt dann schon
der nächste Soundtrack. VIRGIN BLACK sind keine 16-Uhr-Tee-Band, die
man mal so nebenbei konsumieren kann. Wer sich drauf einläßt,
muß eintauchen, sonst könnten Nebenwirkungen auftreten.
„I Sleep
With The Emperor“/„A Poet's Tear Of Porcelain“
Und wenn wir
den ganzen Atmosphäre-Kram mal beiseite lassen, ist festzustellen,
daß VIRGIN BLACK mit Samantha Escarbe an der Gitarre und Rowan London
nicht nur zwei bemerkenswerte Musiker in ihren Reihen haben, sondern obendrein
zwar außergewöhnliche nichtsdestotrotz aber zu jeder Zeit runde
Songs schreiben.
JUB
SOUL
DEMISE "Beyond Human Perception" 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Zomba/Gutter
Rec. 2000
Kaum daß
die Klänge des Intros verhallt sind spielen die Süddeutschen
schon ein kleines Spiel mit dem Hörer. Es trägt den Titel: "Erkennen
Sie die Melodie?".
"Obedience
To Authority"
... ist im
Einstiegsriff Dismembers "On Frozen Fields" entliehen (siehe auch Disinter).
Das "Smoke On The Water" des Death Metals?
Die Marschroute
des Quartetts dürfte nun klar sein, Death Metal schwedischer Prägung
ist angesagt, und SOUL DEMISE stehen in Sachen Authentizität ihren
Kollegen von Fleshcrawl in nichts nach. Will heißen, die Kompositionen
klingen schlüssig, die Gitarren sägen in bester Harmonie zueinander
mal eben so die Standbeine des Thrones gefährlich an, auf dem so manche
Chefband aus Schweden in weiser Vorraussicht die Beine anzieht. Die Aufmachung
der CD wirkt sehr professionell und der Sound ist ein Killer (Berno Studio
- alles klar?!). In technischer Hinsicht weiß vor allem die Rhythmus-Fraktion
das ein oder andere As aus ihren Edge Of Sanity-Shirt-Ärmeln zu schütteln
("Soul Demise") und verleihen den Songs somit die nötige Abwechslung.
Daß die Band auf der Bühne alles andere als den Bewegungsdrang
einer Mutter Theresa versprüht, haben die vier schon auf der einen
oder anderen Tour mit mehr (Napalm Death) oder weniger (Krisiun seinerzeit)
bekannten Bands durch unsere Lande bewiesen. Auch Ihr könnt euch ein
Bild davon machen, und zwar am 3. und 4. Mai auf dem BANDS BATTLE-Festival
in Stavenhagen. souldemise@hotmail.com,
www.souldemise.de
"Christian
Filth"
THOMAS
ARCH
ENEMY „Wages Of Sin“ 10
Century Media,
2002
Als das Gerücht
die Runde machte, ARCH ENEMY hätten sich eine Sängerin zugelegt,
hat so mancher Zeitgenosse mitleidig gelächelt. Wollte diese Brachial-Combo
jetzt etwa auch in flacheres Wasser schwimmen? Kenner der Szene erkannten
spätestens bei der Nennung des Namens Angela Gossow, daß diese
Sorgen unbegründet waren. Denn die Deutsche hatte mit ihren Stimm-Seilen
schon die Songs der Death Metal-Bands Asmodina und Mistress veredelt.
„Heart
Of Darkness“
Wendy O. Williams
war etwas ganz besonderes, kann hier als Vergleich nicht herangezogen werden.
Sabina Claasen klingt wie Angelas jüngere Schwester, bestenfalls Sinister-Shouterin
Rebecca kann mit der Gossow Kaffee trinken.
Aber nicht
nur die Extrem-Stimme der neuen Frontfrau macht die Faszination der aktuellen
ARCH ENEMY-Scheibe "Wages Of Sin" aus. Vielmehr haben sich die Amott-Brüder
ein paar der stärksten Songs ihrer Karriere aus den Nieten-Armbändern
geschüttelt, bei denen ungestüme Death Metal-Aggressivität
und nahezu anrührende Melodie-Führung Hand in Hand gehen (zum
Beispiel „Ravenous“). Vor allem Michael Amott hat sich zu einem Garanten
absoluter Heavy Metal-Qualität entwickelt. Man denke nur an seine
Zeit bei Carcass und an das brillante 70er-Metal-Psychedelic-Projekt Spiritual
Beggars. Nun, und ARCH ENEMY haben eigentlich auch einen Volltreffer nach
dem anderen gelandet.
„Dead Bury
Their Dead“
„Wages Of
Sin“ ist ein ganz heißer Anwärter für die zehn besten Scheiben
des Jahres 2002. Geht, und hört selbst.
„Lament
Of A Mortal Soul“
JUB
BALANCE OF POWER „Perfect
Balance“
7
Massacre Rec/Connected, 2001
Ob die Balance zwischen Melodic Metal
und progressiven Elementen wirklich perfekt ist, sei einmal dahingestellt:
Gelungen ist der Mix allemal und BALANCE OF POWER haben auf „Perfect Balance“
eine ganze Reihe gut gemachter Stücke zusammengetragen, die mit eher
unkonventionellen Melodien durchaus einen mehrfachen Durchlauf der Scheibe
einfordern. Und man läßt sich gern drauf ein, sind die Songs
nicht nur zum Teil episch angelegt oder haben einen ansprechenden Härtegrad,
sondern glänzen mit Abwechslungsreichtum. Dieses Konglomerat aus Briten
und Amis macht ausnahmsweise mehr Sinn, als der Quatsch, den die Sprachverwandten
in Serbien und Afghanistan verzapften.
„One Voice“
JUB
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