An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 19. März 2002


DISINFECT "Beinspender" 9(BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenproduktion 

Disinfect - Beinspender

Kennt Ihr das Gefühl, von einem Rudel wildgewordener Nashörner überrannt worden zu sein, bevor sich ein paar hungrige Löwen auf Euch stürzen? Ihr fauliger Atem sticht im Gesicht, und ihr Brüllen dröhnt in den Ohren, rasiermesserscharfe Pranken reißen Euch die Klamotten vom Leib, zerfetzen die Haut und prügeln Euch fast ohnmachtig, bevor sie Euch in Stücke zerteilen? Nein, ich auch nicht. Aber ich weiß, nachdem ich DISINFECTs "Beinspender"-Promo hörte, wie man sich soetwas vorstellen kann. Im Großen und Ganzen kann man DISINFECTs Musik im Death Metal-Bereich ansiedeln. Nur ist "Beinspender" dermaßen druckvoll, daß ich von der Musik förmlich überrannt wurde, da in Sachen Brutalität so einige Rekorde gebrochen wurden. "Beinspender" ist nicht einfach nur eine weitere Death Metal-Veröffentlichung, sondern nimmt eine Extraposition ein. Hoffentlich erbarmt sich ein Label dieser vielversprechenden Band, damit bald eine vollständige CD mit mehr als nur zehn Minuten Spielzeit vorliegt.
Na, neugierig geworden? Dann holt Euch die bessere Alternative zu oben beschriebenem Szenario ins Haus. disinfect@gmx.de, www.disinfect.de
"Menschenfeind"

THOMAS

ENTHRALLMENT "Blindfold" 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenproduktion, 2000

Enthrallment

Die Death Metal-Institution von der Insel Usedom macht auch auf ihrer zweiten Veröffentlichung "Blindfold" keine Gefangenen und schmettert den Livekiller "Terrorized" gleich als Opener ins von Fäulniss geplagte Antlitz der Lärmzombies vor der heimischen Beschallungs-Anlage.
Der thrashige Death Metal des Trios kommt zwar nicht ohne den kleinen elektrischen "Drummer" aus Japan aus, doch das ist Line-up-technisch bedingt und nicht auf die Unfähigkeit des eventuellen Schlagzeugers zurückzuführen.
Angenehm ist die Tatsache, daß ENTHRALLMENT dabei nicht in den Experimentierwahn anderer Bands mit Drumcomputer verfallen und ihre Lieder nicht mit unspielbaren und unnatürlich klingenden Rhythmiken und Tempi überladen.
Eher leben die Lieder von den treibenden Riffs und interressanten Breaks, die gekonnt eingestreut werden und "Blindfold" lebendig machen. ENTHRALLMENT bemühen sich also um Abwechslung. Die Stücke sind technisch einwandfrei gespielt und der Sound bewegt sich auf gehobenem Underground-Niveau. Als Kaufanreiz bieten die Insulaner zum sechs Titel umfassenden Hauptteil der CD noch sieben Stücke vom "Disarm The Instinct"-Demo an.
Meines Erachtens nach gibt es keinen Grund, warum ich Euch vom Kauf der "Blindfold" abraten sollte.
enthrallment@t-online.de, www.enthrallment.de
"Terrorized"/"Blood Attack"

THOMAS

STAN BUSH „Language Of The Heart“ 4
Frontiers/Now & Then/XIII BIS/WSP/Point, 2001

Stan Bush - Language Of The Heart

Die US-Melodic Metal-Szene existiert quasi autark. Hier gibt es die unterschiedlichsten Strömungen. Es beginnt bei richtig heftigem Zeug, geht über sogenannten Melodic Rock bis hin zu faktischem Mainstream-Kram, den es so nur in den Staaten gibt, der ständig im Radio dudelt und die Musik einer gut situierten weißen bürgerlichen Mittelschicht darstellt. Zu letzterer Strömung gehört auch STAN BUSH, der diese Musik seit 1983 produziert. Und was hat er nicht schon alles fabriziert seitdem: Er sang bei Alice Cooper, Jefferson Starship, Rick Springfield, schrieb Songs für House Of Lords und Quiet Riot, supportete Lou Gramm (Foreigner), arbeitete mit Szenegrößen und hat für sein aktuelles Album „Language Of The Heart“ Leute am Start, die unter anderem bei Rod Stewart, America, Eddie Money, Airplay und Bosten in Lohn und Brot standen. Wie dem auch sei, aus dem Allerwelts-Mainstream-Zeugs wird trotzdem keine ernst zu nehmende Rockmusik. Sicher hat Bush ein paar nette Halb- und Vollballaden auf sein Album gepackt, wenn es allerdings ans Rocken geht, kommt meist nicht mehr, als eine Schulball-Melodie heraus (zum Beispiel „A Little Thing“).
„Some Things Never Change“

JUB

SUPREME MAJESTY „Tales Of A Tragic Kingdom“ 6
Massacre Rec/Connected, 2001

Supreme Majesty - Tales Of A Tragic Kingdom

Es soll ja deutsche Death Metal-Bands geben, die aus Protest gegen die Bevorzugung norwegischer Protagonisten durch diverse Plattenlabels auf der Bühne die Fahne Norwegens verbrennen. Ebenso dürften allmählich die Ikea-Fillialen deutschlandweit befürchten, vom frustrierten Power Metal-Volk geplündert zu werden. Denn in der letzten Zeit sind es neben den Italienern vor allem die schwedischen Bands aus diesem Genre, die auf die Metal-Gemeinde losgelassen werden. Glücklicherweise scheinen unsere skandinavischen Nachbarn allerdings weitaus größere Ansprüche an sich selbst zu stellen, als es die Römer tun. Denn der Akustik-Müll aus Abba-Land hält sich durchaus in Grenzen. Und so sind auch SUPREME MAJESTY keine schlechte Band. Die Zutaten sind wie bei anderen Bands des melodiebetonten, epischen, hymnenhaften und so weiter Heavy Metal mit den Rezepturen all der anderen Bands, die diese Schiene fahren, nahezu identisch. Aber ich fresse einen Eimer Kakalaken, wenn es in Deutschland nicht wenigstens einen Sack voll von Melodic Power Metal-Bands gibt, die mindestens genauso gut wie SUPREME MAJESTY sind, von den Labels aber nicht einmal mit der Arsch-Kimme angeguckt werden.
„Queen Of Egypt“

JUB

CLAYMORE "The Eternal Curse" 7
Eigenproduktion

Claymore - The Eternal Curse

CLAYMORE sind nicht zu verwechseln mit The Claymore, welche hier schon an anderer Stelle besprochen wurden (siehe Abgehört vom 20. November 2001). Obwohl sich beide Bands in ihrer musikalischen Ausrichtung sehr nahe stehen. Heavy Metal wie er im Buche steht heißt die Devise. Es ist schon drollig zu sehen, daß so mancher mit Vorschuß-Lorbeeren bedachter True Metal-Act mit einem Traum-Budget ins Studio geschickt wird, um zum x-ten Male "Die ultimative Heavy Metal-Scheibe" einzuspielen, und dann mit einem sehr aufgesetzt wirkenden und hüftsteifen Endprodukt den Markt zu überschwemmen.
Das Bemerkenswerte daran ist nun, daß man - von den "Edelprodukten" gelangweilt - sehr unbedarft eine Low-Budget-Produktion in den Player schiebt und die Band (in diesem Falle CLAYMORE) gleich beim ersten Song eine Gänsehaut und Laute der Verzückung hervorruft.
"Messengers of Steel" kommt mit einem extrem fiesen Ohrwurm-Refrain daher, der einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Aber das Beste daran ist, daß die Band mit totaler Hingabe und Überzeugung an die Sache herangegangen ist.
Der Sänger trifft zum Beispiel nicht jeden Ton korrekt, aber das macht diesen Song umso reizvoller. Ich könnte mir gut vorstellen, daß beim Endmix die ganze Band nebst Freundeskreis ums Mischpult bangte, mit der Gewißheit, aus wenig viel gemacht zu haben. Am Ende dieses Midtempo-Klopfers kommt ein Manowar-mäßiger Schrei, und spätestens von da an kann man diese Band einfach nicht schlecht oder nur durchschnittlich finden. Lied Nummer zwei haut nochmal in dieselbe Kerbe. Weniger Manowar, mehr Tempo, aber gleiches Ohrwurm-Potenzial machen "Route 666" zum nächsten Highlight auf der CD. Mit "Sacred Stones" und "Abyss Of The Sea" folgen zwei gute, jedoch in Sachen Hitpotenzial nicht ganz ebenbürtige Songs, bevor die "The Eternal Curse Trilogy" sich anschließt. Hier beweisen CLAYMORE einmal mehr, daß sie sich songwriting-mäßig auf einem hohen Niveau befinden. Der achte und letzte Titel ist eine schräg-kultige Version von "Breaking The Law". Schade, daß der Sound auf "The Eternal Curse" eher unterdurchschnittlich ist, aber Leute, die auf  Heavy Metal reinster Sorte, gespielt von Überzeugungstätern, stehen, sollten sich davon nicht abschrecken lassen. Ihr wißt ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. CLAYMORE haben sich bedauerlicherweise aufgelöst, und das Demo ist in dieser Form leider nicht mehr erhältlich. Man kann es aber als Tape für nur 1$ bei www.truemetal.org/dragonight bestellen. Mittlerweile hat Frontman Jens eine neue Band gegründet, namens Steelpreacher. jens@steelpreacher.de, www.messengers-of-steel.de

THOMAS

ANCIENT CEREMONY „The Third Testament“ 7
Trisol Music, 2001

Ancient Ceremony - The Third Testament

Die Deutschen ANCIENT CEREMONY haben sich mit ihrem Album „The Third Testament“ nichts Geringeres vorgenommen, mal eben die Bibel fortzuschreiben. Und da geht es durchaus bösartiger zu, als der gläubige Christ es vermuten würde. Begriffe wie „Shaitan“, „Blood“, „Evil“, „Mephistophelic“, „Khaos“, „Tyranny“ und „Salute To Satan“ machen die Runde. Logisch, daß in solch einem Falle kein Stryper-Geschwurbel geboten wird. Vielmehr bedienen sich ANCIENT CEREMONY jener Elemente, die eh meist herangezogen werden, wenn es gilt, die Botschaft des Fäkal-Sex-Bevorzugers zu verbreiten: Black Metal, Gothic, Death Metal. Das Ganze wird von Sänger Chris, Basser Jones und Gitarrist Patrick zu einem Gemisch vermengt, das zwischen düster melodiös und bösartig heavy angesiedelt ist. Allerdings stimmt dieser Mix nicht immer. Manchmal wirken einzelne Passagen etwas unglücklich zusammengefügt.
Während die Band instrumental durchweg um Abwechslung und interessanter Melodiearbeit bemüht ist, steht Chris mit seiner an Schimpf-Eskapaden erinnernde Gesangsarbeit manchmal etwas neben der eigentlich zu erzeugenden Atmosphäre. Allerdings ist unbestritten, daß diese Art des Singens der Musik von ANCIENT CEREMONY durchaus eine eigene Prägung verschafft. Die Frauenstimmen wirken auf der Scheibe tatsächlich als Bereicherung und sind zu keiner Zeit aufgesetzt.
Ein Anspieltipp wäre „A Black Requiem“, findet man hier doch sowohl die positiven Aspekte wieder als auch jene Elemente, die es kritisch anzumerken galt.
„A Black Requiem“

JUB

CEREBROCIDE "Delusion" 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Cudgel Agency, 1999 

Cerebrocide - Delusion

CEREBROCIDE aus dem Ostteil unserer Republik sind im Underground schon lange keine Unbekannten mehr. Unzählige Auftritte und stets gute Veröffentlichungen ließen CEREBROCIDE schnell zu einem Geheimtip werden, ging es um präzisen Death Metal. Die Stärke der Band liegt meiner Meinung nach darin begründet, daß die Grimmaer nicht nach typischen Merkmalen zu klassifizieren sind wie zum Beispiel Schweden Death oder Florida-Stil a la Deicide etc., sondern einen geographisch eher unangepaßten Stil entwickelten. So gibt es eben nicht abgrundtiefes Gegurgel oder heiseren Schreigesang (was durchaus geil ist), sondern aggressive raubtierähnliche Laute als stimmliche Artikulationsform zu hören. Die Musik ist im Slayer-beeinflußten Thrash Metal ebenso heimisch wie in den Untiefen des Death Metals. Filigrane Soli, treibende Riffs, trockene Baß-Breaks, Hanneman/King-mäßige Gitarrenjammer-Einsprenksel und ein auf Zerstörung eingestelltes Bolzenschußgerät treffen auf die Gesänge einer Mutation des Hundes von Baskerville, dem Yeti und eines Panthers. Kai Mertens (Harmony Dies) und Andreas Hilbert (Golem) gaben dem Ganzen ein transparentes und druckvolles Soundgewand und es ist nun an Euch, Kontakt aufzunehmen um Euch ein Exemplar von "Delusion" zu sichern oder die Band für einen Auftritt zu buchen. Wer´s lieber bei einem Bierchen und in Ruhe abwickeln möchte, kann das während dem 3. und 4. Mai in Stavenhagen im Rahmen des BANDS BATTLE-Festivals tun, denn dort werden CEREBROCIDE die Nerven der Bühnenbesitzer blank liegen lassen. Und wer sich wundert, daß CEREBROCIDE auf der Bühne nicht auftauchen, der sollte sich ganz auf die Band FRENETIC konzentrieren. Denn Raider ist jetzt Twix und CEREBROCIDE sind jetzt FRENETIC.
"Right To Die"/"Teufelskreis"

THOMAS

VIRGIN BLACK „Sombre Romantic“
Massacre Rec/Connected, 2001

Virgin Black - Sombre Romantic

Wenn in einem Fantasy-Film die Kamera durch die Gewölbe des Horts des Bösen streift, könnten Euch durchaus Klänge wie „Embrace“ vom VIRGIN BLACK-Debüt-Album „Sombre Romantic“ begegnen. Die Australier mögen es nämlich nicht nur äußerst dramatisch, sondern haben Song-Konstruktionen geschaffen, die die Bilder im Kopf fast greifbar machen.
„Embrace“
Das ist aber nicht die einzige Facette dieser Band. Bei „Walk Without Limbs“ wird es EBM-mäßig elektronisch, „Of Your Beauty“ hat was musicalhaftes oder klingt gar wie eine mißinterpretierte Arie und „Drink The Midnight Hymn“ versteigt sich in Black Metallisches Gelärme, um in gothic-typischen Pathos überzugehen. Und mit „Museum Of Iscariot“ folgt dann schon der nächste Soundtrack. VIRGIN BLACK sind keine 16-Uhr-Tee-Band, die man mal so nebenbei konsumieren kann. Wer sich drauf einläßt, muß eintauchen, sonst könnten Nebenwirkungen auftreten.
„I Sleep With The Emperor“/„A Poet's Tear Of Porcelain“
Und wenn wir den ganzen Atmosphäre-Kram mal beiseite lassen, ist festzustellen, daß VIRGIN BLACK mit Samantha Escarbe an der Gitarre und Rowan London nicht nur zwei bemerkenswerte Musiker in ihren Reihen haben, sondern obendrein zwar außergewöhnliche nichtsdestotrotz aber zu jeder Zeit runde Songs schreiben.

JUB

SOUL DEMISE "Beyond Human Perception" 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Zomba/Gutter Rec.  2000

Soul Demise - Beyond Human Perception

Kaum daß die Klänge des Intros verhallt sind spielen die Süddeutschen schon ein kleines Spiel mit dem Hörer. Es trägt den Titel: "Erkennen Sie die Melodie?".
"Obedience To Authority"
... ist im Einstiegsriff Dismembers "On Frozen Fields" entliehen (siehe auch Disinter). Das "Smoke On The Water" des Death Metals? 
Die Marschroute des Quartetts dürfte nun klar sein, Death Metal schwedischer Prägung ist angesagt, und SOUL DEMISE stehen in Sachen Authentizität ihren Kollegen von Fleshcrawl in nichts nach. Will heißen, die Kompositionen klingen schlüssig, die Gitarren sägen in bester Harmonie zueinander mal eben so die Standbeine des Thrones gefährlich an, auf dem so manche Chefband aus Schweden in weiser Vorraussicht die Beine anzieht. Die Aufmachung der CD wirkt sehr professionell und der Sound ist ein Killer (Berno Studio - alles klar?!). In technischer Hinsicht weiß vor allem die Rhythmus-Fraktion das ein oder andere As aus ihren Edge Of Sanity-Shirt-Ärmeln zu schütteln ("Soul Demise") und verleihen den Songs somit die nötige Abwechslung. Daß die Band auf der Bühne alles andere als den Bewegungsdrang einer Mutter Theresa versprüht, haben die vier schon auf der einen oder anderen Tour mit mehr (Napalm Death) oder weniger (Krisiun seinerzeit) bekannten Bands durch unsere Lande bewiesen. Auch Ihr könnt euch ein Bild davon machen, und zwar am 3. und 4. Mai auf dem BANDS BATTLE-Festival in Stavenhagen. souldemise@hotmail.com, www.souldemise.de
"Christian Filth"

THOMAS

ARCH ENEMY „Wages Of Sin“ 10
Century Media, 2002

Arch Enemy - Wages Of Sin

Als das Gerücht die Runde machte, ARCH ENEMY hätten sich eine Sängerin zugelegt, hat so mancher Zeitgenosse mitleidig gelächelt. Wollte diese Brachial-Combo jetzt etwa auch in flacheres Wasser schwimmen? Kenner der Szene erkannten spätestens bei der Nennung des Namens Angela Gossow, daß diese Sorgen unbegründet waren. Denn die Deutsche hatte mit ihren Stimm-Seilen schon die Songs der Death Metal-Bands Asmodina und Mistress veredelt. 
„Heart Of Darkness“
Wendy O. Williams war etwas ganz besonderes, kann hier als Vergleich nicht herangezogen werden. Sabina Claasen klingt wie Angelas jüngere Schwester, bestenfalls Sinister-Shouterin Rebecca kann mit der Gossow Kaffee trinken.
Aber nicht nur die Extrem-Stimme der neuen Frontfrau macht die Faszination der aktuellen ARCH ENEMY-Scheibe "Wages Of Sin" aus. Vielmehr haben sich die Amott-Brüder ein paar der stärksten Songs ihrer Karriere aus den Nieten-Armbändern geschüttelt, bei denen ungestüme Death Metal-Aggressivität und nahezu anrührende Melodie-Führung Hand in Hand gehen (zum Beispiel „Ravenous“).  Vor allem Michael Amott hat sich zu einem Garanten absoluter Heavy Metal-Qualität entwickelt. Man denke nur an seine Zeit bei Carcass und an das brillante 70er-Metal-Psychedelic-Projekt Spiritual Beggars. Nun, und ARCH ENEMY haben eigentlich auch einen Volltreffer nach dem anderen gelandet.
„Dead Bury Their Dead“
„Wages Of Sin“ ist ein ganz heißer Anwärter für die zehn besten Scheiben des Jahres 2002. Geht, und hört selbst.
„Lament Of A Mortal Soul“

JUB

BALANCE OF POWER „Perfect Balance“ 7
Massacre Rec/Connected, 2001

Balance Of Power - Perfect Power

Ob die Balance zwischen Melodic Metal und progressiven Elementen wirklich perfekt ist, sei einmal dahingestellt: Gelungen ist der Mix allemal und BALANCE OF POWER haben auf „Perfect Balance“ eine ganze Reihe gut gemachter Stücke zusammengetragen, die mit eher unkonventionellen Melodien durchaus einen mehrfachen Durchlauf der Scheibe einfordern. Und man läßt sich gern drauf ein, sind die Songs nicht nur zum Teil episch angelegt oder haben einen ansprechenden Härtegrad, sondern glänzen mit Abwechslungsreichtum. Dieses Konglomerat aus Briten und Amis macht ausnahmsweise mehr Sinn, als der Quatsch, den die Sprachverwandten in Serbien und Afghanistan verzapften.
„One Voice“

JUB
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