VICIOUS MARY "Vicious Mary"
3
Frontiers/Now&Then/XIII Bis/Point
Music, 2002
VICIOUS MARY ist ein Seitenprojekt
der italienischen Prog-Sternchen Terence Holler (voc) und Sean Henderson
(keys). Hauptberuflich sind sie bei Eldritch involviert und veröffentlichten
dort drei Platten. Sie tourten mal mit Angra und mal mit Threshold durch
Europa. Dem Duo schlossen sich noch Pete Daniels am Schlagzeug an sowie
ein interessanter alter Bekannter: BB-Nick von White Skull an der Gitarre.
Musikalisch nähern sich VICIOUS MARY solchen Bands wie Ten oder Winger.
Befahren also seichtere Gewässer und können trotz Nicks Gitarrenzaubereien
nicht so recht überzeugen. Zu homosexuell klingen ihre Weisen, als
daß sich Freude einstellte. Ich hoffe daß VICIOUS MARY nicht
der Grund für Nicks Ausstieg bei White Skull waren, denn dann war
es kreativitätsmäßig sicher ein Schritt zurück.
"When He Cries"
THOMAS
UNDERTOW "Unite" 3
Silverdust Rec., 2002
Ein paar ganz Schlaue haben es sich
zum Ziel gemacht einen Stil zu kreieren, den man nur als Metal bezeichnen
kann. Grund: Das Wort Metal sei zu einem Schimpfwort geworden, so lange
man kein Vorwort wie "Speed", "Death", oder "Thrash" davorsetzt. War mir
bis dahin neu. Wie dem auch sei, UNDERTOWs Mischung aus Crowbar (zähflüssige
Grundriffs, gepreßter, klagender Brüllgesang) und Life Of Agony
(Depri-Stimmung und Melodieführung) kann man ohne weiteres keine Vorsilbe
verpassen. Aber innovativ, neu und bahnbrechend ist diese Mixtur auch nicht.
Einmal Crowbar reicht.
"Slope"
THOMAS
ANDRE ANDERSEN "Black On Black"
4
Frontiers/Now&Then/XIIIBis/Point
Music, 2002
Einer unserer Lieblings-Christen
meldet sich mit einem neuen Soloalbum zurück. Nett und ungefährlich
musiziert er, sein außergewöhnliches Instrumentalverständniß
präsentierend, vor sich hin und an mitreißenden Kompositionen
vorbei. Schnell wird klar, daß die Soloscheiben Restverwerter für
seine bei Royal Hunt unpassenden Ideen sind. Reichlich bieder plätschern
die Songs vor sich hin und perlen am Ohr ab. Selbst wenn Andersen mal für
seine Verhältnisse düstere Töne anschlägt. Handwerklich
sicherlich ein Referenzstück, songschreiberisch aber nur laue Luft.
"Desperate Times"
THOMAS
VHÄLDEMAR „Fight To The
End“ 9
Arise Rec/SPV, 2002
So wie es mittlerweile in den Metal-Fanzines
zum guten Ton gehört, Sachen wie „Nothing“ von Meshuggah (siehe Abgehört
vom 29. Oktober 2002) über den grünen Klee zu loben, um als
Rezensent ja den Eindruck eines diplomierten Heavy Metal-Wissenschaftlers
zu erwecken, haben sich die „schlauen“ Reviewer darauf eingeschossen, Metal-Acts,
die ohne Umwege auf den Punkt kommen und Schnörkel in ihrer Musik
vermeiden, zu verreißen. Beide Auswüchse zeugen weder von musikalischem
Verständnis, noch wird in solchen Fällen auch nur der Hauch von
einem Feeling für Heavy Metal rübergebracht.
Für diese Möchtegern-Metal-Observer
handelt es sich zum Beispiel bei der Musik der Band VHÄLDEMAR aus
Spanien um zahnloses Zeug, ohne Ideen, drucklos und banal (erst kürzlich
gelesen). Mit diesem Urteil habe ich in den zurückliegenden Wochen
die „Fight To The End“-Scheibe immer wieder Leuten vorgespielt, die selbst
nie auf die Idee kommen würden, eine Platte zu rezensieren. Sie hören
Musik nicht analytisch und denken nicht stundenlang darüber nach,
wo sie denn welchen Riff schon mal gehört haben könnten. Und
alle - ich betone alle - haben bereits beim VHÄLDEMAR-Opener „The
Black Beast“ entweder mit einer bestimmenden Handbewegung ihren „Geil“-Ausspruch
unterstützt oder gleich angefangen zu headbangen.
VHÄLDEMAR sind gewiß
eine Band, die sich ungeniert bei den Klischees des typisch deutschen 80er-Jahre-Metals
bedient. Da gibt es Bezüge zu Helloween ebenso wie zu Running Wild.
Aber ebenso klingt aus der Musik der Spanier die Erhabenheit der frühen
Manowar-Sachen. Und um es auf die Liga VHÄLDEMARs zu holen, sie haben
gar etwas von White Skull zu „Tales From The North“-Zeiten.
Klischees? Absolut. Aber wieviele
Bands verwuseln diese lediglich talentlos zu einem unfreiwilligen Witz-Gebräu,
ohne Akzente setzen zu können. Bei VHÄLDEMAR stimmen die Zutaten.
Die Gitarren ballern aus den Boxen, als gelte es, sämtlichen Vorbildern
die Butter vom Brot zu nehmen. Die Melodien haben sicher etwas Helloweensches,
sind aber bei Weitem nicht so simpel gestrikt wie auf den „Keeper“-Alben.
Auch bei hymnischen Songs wie „Old King’s Vision (part. I)“ machen VHÄLDEMAR
eine gute Figur. Am wohlsten fühlen sich die Spanier offenbar, wenn
es gilt, das Gas-Pedal mit voller Wucht durchs Bodenbleck zu drücken.
Man höre nur „7“.
Sollte ich demnächst mal für
ein paar Jahre ins Koma fallen, und man würde mir nach dem Erwachen
die Worte „Heavy Metal“ ins Gesicht sagen, könnte es durchaus sein,
daß ich „VHÄLDEMAR“ antworte.
„Energy“/“7“
JUB
SOLSTAFIR „I Blódi
Og Anda“
10
Ars Metalli, 2002
Wenn man die CD einer Band aus Armenien
in die Hände bekäme, würde man durchaus mit etwas Außergewöhnlichem
rechnen. Warum? Weil wir Armenien definitiv für eine Heavy Metal-Einöde
halten. So geht es mir übrigens auch mit Island. Dort wird es garantiert
nicht an jedem Felsvorsprung Black oder Death Metal-Combos geben, die sich
gegenseitig die Plattenverträge und Clubtouren streitig machen. Und
so erwarte ich von Bands aus dieser kalten, steinigen Gegend halt Musik,
die irgendwie von den dortigen Lebensumständen geprägt ist.
Und als hätten SOLSTAFIR von
diesen plumpen Vorurteilen gewußt, erfüllen sie mit jeder Note
meine Erwartung nach ungewöhnlicher Musik.
Mit „I Blódi Og Anda“ legen
die Isländer, die sich 1993 zusammenfanden, ihr Debüt vor (sieht
man von der Mini-CD „Til Valhallar“ von 1995 ab). Und so aufgeblasen es
auch klingen mag, derzeit hört sich keine mir bekannte Band an wie
SOLSTAFIR. Läßt man den Gesang außen vor, sind durchaus
Elemente von Black Metal in der Musik auszumachen, ebenso schleichen sich
nahezu Gothic-angehauchte Melodien in die Gitarren-Lawinen. Allerdings
schrecken SOLSTAFIR nicht davor zurück, wenn es ihnen nötig erscheint,
puren Noise durch die Boxen zu jagen, um wenig später wie eine dieser
unzähligen Studenten-Rock-Bands zu klingen. Das nennt man auch Brit-Pop.
Nun, und der Gesang? Der ist eine
Mischung aus Black Metal-Schreien, Hardcore-Gebläke und Grindcore-Gekreisch.
Völlig krank und beinahe nie einer Melodie verhaftet.
Man könnte meinen Sänger
Adalbjörn Tryggvason habe mit seinen Leuten vereinbart, daß
nur Musik komponiert wird, auf die seine Stimme paßt. Und da man
irgendwann feststellte, daß die eigentlich nirgends raufpaßt,
hat man kurzerhand bestimmt, sich keinem Stil-Dogma zu unterwerfen.
Ich glaube, daß diese Band
die Hörerschaft stark polarisieren wird, denn dieser Lärm ist
für manchen sicher an manchen Stellen einfach nur unerträglich.
Ich wiederum finde das Ganze absolut phantastisch. Hört Euch nur „Tormentor“
an. Das sind die Songs, aus denen eine immerwährende Liebe entsteht.
„2000 Ar“
JUB
IRON MAIDEN „EDWARD THE GREAT“
Inhalt 3/ Musik 9
Iron Maiden Hold./EMI, 2002
Weihnachten steht vor der Tür.
Es werden wieder Geschenke gemacht. CDs eignen sich vortrefflich. Und wenn
diese CDs mit einer Aufmachung wie die „Edward The Great“ von IRON MAIDEN
daherkommen, spielt die Wertigkeit des Inhalts fast keine Rolle mehr.
Das Booklet könnte einem Foto-Album
der englischen Königin nachempfunden sein (reine Mutmaßung,
war bei der Queen nämlich noch nicht zum Tee). Die CD selbst ist auf
der unbespielten Seite ganz in schwarz gehalten und mit einem güldenen
Aufdruck versehen worden. Und schließlich hat man hier IRON MAIDEN
eine „Edward The Great“-Insignie verpaßt, die ganz königlich
erscheint.
Die CD selbst enthält 16 Songs
der Band, die ihre gesamte Schaffensphase abdecken. Da hat man sich wenig
Mühe gemacht, denn diese Kompilation kann jeder von Euch mit einem
CD-Brenner in kürzester Zeit selbst zusammenstellen, denn wir finden
hier weder unveröffentlichtes Material, noch alternative Versionen.
Nicht einmal die Blaze Bailey-Songs wurden von Bruce Dickinson neu eingesungen,
obwohl sich das durchaus angeboten hätte.
Eigentlich dachte ich, die Zeit
für solche „Best Of ...“-Alben, die wirklich nur schon einmal Dagewesenes
bündeln, sei endgültig vorbei. Nicht für IRON MAIDEN. Das
soll nichts gegen die ausnahmslos starken Songs sagen. Denn das Durchhören
der CD macht Laune wie Sau.
Fazit: Vermutlich nur eine CD für
halbherzige IRON MAIDEN-Kenner, die den ein oder anderen Song mögen
und jetzt endlich eine Zusammenstellung des Besten haben, ohne sich ganze
Alben kaufen zu müssen. Für den Die-Hard-Fan ist dieses Teil
eigentlich nichts, doch ausgerechnet der wird sich „Edward The Great“ garantiert
zulegen. Gehört ja zur Sammlung.
„The Number Of The Beast“
JUB
VIRGIN STEELE „Virgin Steele“
Inhalt 8/Musik 7
Sanctuary/T&T/Noise, 1983/2002
VIRGIN STEELE halten eisern an ihrer
Wiederveröffentlichungs-Strategie fest. Jetzt ist ihr Debüt-Album
von 1983 erschienen, das genau wie die beiden Fan-Geschenke „Hymns To Victory“
und „The Book Of Burning“ zwar ausschließlich uraltes Material enthält,
allerdings nicht ein Song wird so serviert, wie er zur Zeit seiner Erstveröffentlichung
klang. So sind die Stücke der ersten VIRGIN STEELE mindestens remastert
oder obendrein noch neu abgemischt worden. Hinzu kommen die Stücke
„Lothlorien“, ein Piano-Song, der bereits zu den Aufnahmen zum Debüt
entstand, aber nie verwendet wurde, und die Nummern „The Lesson“, „Life
Of Crime“ und „Burn The Sun“, die Bestandteil eines bisher unveröffentlichten
4-Track-Demos waren. Und schließlich gibt es noch einmal vier Songs
aus dem Debüt in einer weiteren neuen Abmischung. Damit wächst
die VIRGIN STEELE-Erstveröffentlichung auf 18 Stücke an. Ohne
Frage: Hier bekommt man etwas fürs Geld.
Wer allerdings mit den Spätwerken
der Band warm geworden ist und vor allem die tadellosen Harmonien in den
Melodien liebt sowie sich an dem perfekten Zusammenspiel von Gesang, Gitarren
und Rhythmusgrupp ergötzt, könnte von diesen VIRGIN STEELE-Sachen
enttäuscht sein. Geprägt ist die Band eindeutig vom NWOBHM, hat
aber auch einen verdammten Hang zu den progressiven Bands der 70er Jahre.
Das klingt manchmal alles etwas steif und aufgesetzt. Vor allem David DeFeis’
Schreie müßten eigentlich nicht sein. Aber Judas Priest und
Raven hatten das ja vorgemacht.
Für Fans ist diese Platte meiner
Ansicht nach unverzichtbar. Selbst wenn sie das Original im Schrank haben.
Ansonsten sollten Leute, die die 80er mögen, das Zeug mal antesten,
denn ein Meilenstein war die erste VIRGIN STEELE nicht unbedingt.
JUB
STRAMONIO "Mother Invention"
1
Frontiers/Now&Then/XIII Bis/Point
Music, 2002
Hierbei handelt es sich um reichlich
übermotivierte Italiener, die an der häufig auftretenden Prog-Krankheit
leiden. Kurz, "Influencia Progressiva". Die Symptome äußern
sich durch zu viele Breaks in einem Lied, fiebrige, unkontrollierte Rhythmuswechsel,
verwirrtes Vor-sich-hin-Gesinge und nässende Gitarren. Alles sinnfrei
und unhörbar. Das Virus breitet sich zur Zeit hauptsächlich in
Italien und Nordamerika aus. Als Gegenmittel kann man zwei Scheiben Amon
Amarth auflegen. Slayer hilft auch. Zur Vorbeugung sei absoluter Kaufverzicht
von "Mother Invention" empfohlen. Gute Besserung.
"Snow Crystal"
THOMAS
INSOMNIUM „In The Halls Of
Awaiting“ 7
Candlelight/PHD, 2002
Finnen-Melancholie trifft Schweden-Death.
Auf diesen Nenner kann man die Musik auf INSOMNIUMs Debüt-CD „In The
Halls Of Awaiting“ bringen. Und dabei gehen die vier Musiker gar nicht
mal ungeschickt zu Werke. Allerdings scheint es auf der CD einen Bruch
zu geben, denn erst ab Song sieben, „Shades Of Deep Green“, werden sie
so richtig stark. Als sei es Absicht, folgen mit „The Bitter End“, „Journey
Unknown“ und „In The Halls Of Awaiting“ drei weitere Nummern, die aufhorchen
lassen, nachdem man beim ersten Teil der CD doch die Musik eher als angenehmes
Hintergrund-Gerocke wahrnimmt. Denn mit Song eins bis sechs haben INSOMNIUM
zwar solide Melodic Death Metal-Kost abgeliefert, fallen aber nicht weiter
auf. Zu oft hat man solche Melodie-Bögen, solche Riffs, solche Arrangements
schon gehört. Lediglich die kleinen progressiven Tupfer (zum Beispiel
in „Song Of The Storm“) retten die Songs davor, nur als In Flames/Cry Havoc-Abklatsch
abgetan zu werden.
„Shades Of Deep Green“
JUB
STONER KINGS "Brimstone Blues"
9
Massacre Rec., 2002
Hm, Stoner Rock. Da fallen mir als
erstes ein knarziger Baß, Coolness verbreitender, nasaler Gesang,
totales Gitarrenbrett und ein leicht halliger Gesamtsound ein. Wenn das
die Merkmale sind, die eine Band aufweisen muß, um als Stoner Rock-Band
durchzugehen, dann trifft dies uneingeschränkt auf die Stoner Kings
zu. Aber ich denke, daß da noch etwas mehr dazu gehört als soundmäßige
Klischees. Zum Beispiel sollten die Songs einem völlig zugedröhnt
(um nichts anderes geht es doch hier oder?) wie ein großes, schnelles
Auto vorkommen, was den Hörer mit einem Affenzahn durch staubige Wüsten,
vorbei an riesigen Kakteen und kleinen Kriechtieren sowie blanken Rinderschädeln
manövriert. Zumindest stelle ich mir das beim Hören solcher Musik
vor. Die Kings jedoch verriegeln das Auto, nachdem man eingestiegen ist,
von außen mit einem Grinsen im Gesicht und scheuchen es durch Schlaglöcher,
rammen unablässig Felsvorsprünge und schneiden permanent die
Kurven. Sprich sie sind rockiger, härter als andere Bands dieses Genres.
Und Härte ist doch das, was Besucher dieser Seite brauchen, nicht
war?
"Stonehenge"
THOMAS
BATHORY „Nordland I“ 10
Black Mark, 2002
Das, was BATHORY machen, können
sich nur wenige Bands leisten: Nur dann, wenn sie klingen wie immer, wird
ihnen abgöttische Verehrung zuteil. Die kleinste Veränderung
bringt sowohl Fan-Schar als auch Kritiker auf. Quorthon und Studio-Unterstützung
mußte dies gerade jüngst bei seinen letzten beiden Alben erfahren.
Da half auch sein Halbgott-Status nichts, die Leute schimpften wie die
Rohrspatzen.
Mit „Nordland I“ liegt die Fortsetzung
solcher Meisterwerke wie „Hammerheart“, „Twighlight Of The Gods“ oder „Blood
On Ice“ vor. Und alles ist wie auf den Vorgängern auch. Wir haben
die schweren, hymnischen Chöre, monoton gestaltete ausufernde Stampfer,
die Geschichten über Natur und Wikinger-Leben transportieren, die
Melodien sind wieder mit einer gehörigen Portion Folk-Appeal versehen,
die Breaks mit ihren donnernden Marsch-Drums, die immer ein bißchen
wie eine Artillerie-Salve klingen, sind an genau jenen Stellen plaziert,
an denen der BATHORY-Fan sie auch angeordnet hätte. Richtig Lack machen
BATHORY lediglich in „Broken Sword“ und „Great Hall Awaits A Fallen Brother“.
Hier wurde nichts neu erfunden,
und die Kompositionen sind garantiert nicht das Ergebnis einer monatelangen
Filigran-Arbeit eines Genies. Auch ist Quorthons Gesang noch nie mit meisterlicher
Vokal-Akrobatik vergleichbar gewesen. Wenn man diese Scheibe jedoch hört,
hat man das Gefühl, einen alten Freund wiedergetroffen zu haben. Oder
vielleicht ist man auch einfach seit langem mal wieder heimgekehrt.
„Foreverdark Woods“
JUB
SISKO „3“ 8
(BANDS BATTLE-BAND 2003)
Rabazco, 2002
Wieder eine Ausnahme. Wie schon bei
Sweet Infernal Noise ist hier eine Drei-Track-CD Gegenstand einer Review.
Und ähnlich wie bei SIN hat mich die Qualität der Musik dazu
bewogen, Euch die Band SISKO ans Herz zu legen.
Dieses Quasi-Duo spielt oberflächlich
betrachtet einen gotischen Metal, der mit seinen schwermütigen Melodien
gut aus den finnischen Regionen kommen könnte. Vielleicht sind Vergleiche
mit To Die For oder HIM gar nicht so weit hergeholt. Vor allem „Thinking
Of You“ will Dich förmlich runter ziehen. Die Songs „Whatever“ und
„Tell Me“ sind bei aller Tragik in den Melodien recht unruhig, was an dem
aufreizenden Schlagzeugspiel liegen mag.
Ich bin ein wenig verwundert, daß
SISKO noch immer keinen Mega-Deal haben, da sich diese Art der Musik momentan
doch verkaufen müßte wie Aldi-Computer.
Leider gibt es von der Band nur
drei Maxi-CDs, die sinnigerweise „1“, „2“ und „3“ betitelt wurden. Hier
ist ein vollständiges Album überfällig, existiert das Duo
- bestehend aus den Brüdern Bruno und Igor Sisko - doch mittlerweile
seit 1996.
„Tell Me“
JUB
SUCCUBUS „The Night’s Melodies“
5
Eigenprod., 2002
Diese Band aus Neuruppin existiert
eigentlich schon seit zehn Jahren. Und man hat nur wenig von ihr gehört.
Ob es sie noch gibt, kann ich nicht sagen. Das könnt Ihr aber sicher
im Internet selbst herausfinden.
Und vielleicht lohnt es sich für
Euch ja sogar, denn unter Umständen stoßt Ihr auf die Möglichkeit,
diese kleine CD namens „The Night’s Melodies“ zu erwerben.
SUCCUBUS scheinen sich musikalisch
nicht wirklich festlegen zu wollen. Die fünf Songs auf dieser Scheibe
zehren sowohl aus dem Black Metal als auch aus dem Death und Thrash Metal.
Dabei geht die Band vor allem geradlinig zu Werke und hält sich nicht
an aufgeblasenen Arrangements auf. Manchmal klingen die Stücke zwar
wie mit der Axt behauen, das stellt für manchen Konsumenten allerdings
unter Umständen sogar den besonderen Reiz dar. Nicht von der Hand
zu weisen ist aber, daß auch kompositorisch eher die simple Struktur
den Ton angibt. Da holpert dann die Musik manchmal wie ein klappriges Auto
über Kopfsteinpflaster und will einfach nicht gefallen.
Gekeift wird auf dieser CD von Sängerin
Exeria. Das läßt aufhorchen, weil das Zeug wirklich rau klingt.
Nur scheint die gute Frau auf „The Night’s Melodies“ all ihre Abgründe
bereits ausgereizt zu haben, weil die meisten Passagen sehr gepreßt
oder gequält wirken. Hier hätte eine kraftvolle Männerstimme
manchmal mehr bewirkt. Succubus-melodicdeath@gmx.com
„Iron And Steel“
JUB
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