SAVATAGE
„Commissar“ 7
Steamhammer/SPV,
2001
„Commissar“
Ein neues
SAVATAGE-Album versprach Gitarrist Chris Caffery bereits in einem Interview
mit INTERREGNUM Ende 1999. Da hat man sich offenbar Zeit gelassen. Diese
Maxi läßt allerdings Großes erahnen. Zumindest das Titelstück
„Commissar“ ist Musik, wie wir sie von den Amis SAVATAGE erwarten: ausladende
Strukturen, griffige Melodien und - endlich wieder - beinharte Gitarrenriffs.
„Drive“ kommt auch gut, hat aber nichts Besonderes an sich. Song Nummer
drei, „Voyage“, scheint der „Abgesang“ Al Pitrellis zu sein, der ja bekanntlich
zu Megadeth ging. Hier ist er noch einmal für zweieinhalb Minuten
per Akustik-Gitarre zu hören. Allein dieses Stück macht aber
noch nicht den Sinn der Single aus, denn „Commissar“ und „Drive“ gibt es
auch auf dem zu erwartenden Album in eben jenen vorliegenden Versionen.
JUB
AISENMOND
"Erare" 4
Eigenproduktion
Ziemlich eigenwillig
haben AISENMOND ihre Musik gestaltet. Die acht Songs ihrer "Erare"-CD warten
mit Versatzstücken unterschiedlicher Musikstile auf. "Last Human"
zum Beispiel ist noch ziemlich düster (ich möchte hier nochmal
auf die Relativität des Wortes hinweisen). Wohingegen das nächste
Lied "Seelenfeuer" mit funkigem Slapbass beginnt, um in eine gefällige
Melodie überzugehen und am Ende eine punkmäßige Steigerung
zu erfahren. Bei "Ewigkeit geschenkt", einem eher ebenfalls düsteren
Lied, lugt ab und zu mal ein schelmisches Akkordeongeräusch um die
Ecke, um den Zuhörer vollends zu verwirren. Letztendlich klingt das
Ganze zu planlos und konfus aber vielleicht gefällt es Euch? CD Bestellungen
gehen an:
contact@aisenmond.de
und eine Website haben die Jungs auch.
"Seelenfeuer"
THOMAS
NECROPHAGIA
„Holocausto de la Morte“ 10
The Plague/Connected,
2000
„Children
Of The Vortex“
NECROPHAGIA
riffen, was die gichtigen Pfoten hergeben, geröchelt wird aus dem
Zwölf-Finger-Darm, Tonfolgen werden dermaßen schräg aneinandergereiht,
als hätte man den Musikern das Trommelfell durchstochen und von Veränderungen
auf dem Metal-Markt haben die Typen dieser Band offenbar auch noch nichts
mitbekommen. Seit dem legendären Debüt „Season Of The Dead“
1987 ziehen NECROPHAGIA ihr Ding durch: Es wird immer noch fleißig
rückgekoppelt, man stolpert weiter übers Schlagzeug und die Gitarren
werden an den Wänden entlanggeschrabt, daß das nur so eine Art
hat.
„Deep Inside,
I Plant The Devil’s Seed“
Natürlich
sind NECROPHAGIA pervers, natürlich sind sie mit dem Teufel im Bunde
und natürlich sind die Musiker dieser Band potentielle Serienmörder.
Wie sonst kommt man auf die Idee, musikalisch einem der abgefahrensten
Splatter-Regisseure, Lucio Fulci, ein Denkmal zu setzen. Und wer sich in
der Branche der spaßigen bunten Filme aus Italien auskennt, der weiß:
Bei Fulci werden Eingeweide gekotzt, Leiber aufgerissen, wird sich in Exkrementen
gesuhlt und menschliche Körperteile verzehrt. Bei uns in Deutschland
sind die meisten dieser Filme verboten. Aber, was uns die Zensur bisher
bildlich vorenthielt, können wir jetzt zumindest mit den Ohren genießen.
Und so eignet sich diese wunderbare Platte hervorragend für einen
gemeinsamen Nachmittag im Kreise der Familie bei Kaffee und Kuchen. Nicht
umsonst gibt es auf „Holocausto de la Morte“ auch ein hübsches Lied
vom Weihnachtsmann ...
„It Lives
In The Wood“
Pantera-Sänger
Phil Anselmo - das ist der, der neuerdings immer betrunken auf die Bühne
kommt - spielt auf „Holocausto“ Gitarre und Pearl Jam-Sänger Eddie
Vedder ... nein, der spielt nicht mit auf diesem Teil. Aber
trotzdem gehört sein Name mit in diese Rezension. Uns Eddie sah das
NECROPHAGIA-Home-Video „Through Eyes Of The Dead“ als er Joey Ramone besuchte
und alarmierte daraufhin das FBI: Perlen-Marmeladen-Vocalist Vedder glaubte
nämlich, ein Snuff-Movie gesehen zu haben.
JUB
SOULFLY
"Primitive" 1
Roadrunner,
2001
Yo Muthafuckaz
- MC Cavalera's in da House! Check him out! Aua, Aua, Aua, wat is dat denn?
Der ehemalige Sepultura-Frontantichrist und jetztige "One-world-Rastamann"
gibt sich auf seiner neuen CD "Primitive" (zumindest für Europäer)
gänzlich dem Spott und Hohn seiner ehemaligen Anhängerschaft
preis. Hüpfen statt Headbangen ist die Devise. Multikultivibes statt
Evilzeichen. Und am schlimmsten: grottiger Nu Metal statt kräftigem
Thrash. Die Songs machen aggressiv, so aggressiv, daß ich die CD
schon aus dem Fenster geworfen habe (um sie später wieder reinzuholen
um Euch "Jump Da Fuck Out" vorspielen zu können).
"Jump Da
Fuck Out"
THOMAS
DISPATCHED
„Motherwar“ 5
Music For
Nations, 2000
„Dies ist tatsächlich
Metal: Das Logo sagt Metal, das Artwork schreit Metal, der Album-Titel
ist von Metal durchdrungen, der Sound trieft vor Metal ... DISPATCHED sind
nicht irgendeine Metal-Band, sondern die definitive Metal-Band ...“ Das
sagt die Plattenfirma. Allerdings liegt dem Ganzen auch ein Band-Foto bei,
welches nach Liquido schreit, von Offspring durchdrungen ist und vor Smashing
Pumpkins trieft. Selten haben sich (aufdiktierter?) Anspruch und Präsentation
so widersprochen, wie bei DISPATCHED. Aber immerhin gibt es ja auch noch
die CD. Und die Musik, die darauf zu finden ist, ist zwar kein definitiver
Metal, mit seinen Schweden-Death-Anleihen, Speed-Attacken und 80er-Metal-Referenzen
zum Teil aber gar nicht so übel.
„Motherwar“
Dieser Song
macht deutlich, daß es sich bei dem DISPATCHED-Album um irgendein
Album irgendeiner jungen neuen Band aus Schweden handelt, das klingt wie
irgendein Album irgendeiner anderen jungen neuen Band aus Pusemuckel. Was
Music For Nations geritten hat, von dem „Metal-Album des neuen Jahrtausends“
zu sprechen und in der Band die Personifizierung der Zukunft des Metals
zu sehen, weiß allein der Whiskey-Händler in der Straße
des Band-Info-Schreibers. Fakt ist, daß jeder Song des Albums klingt
wie das Titelstück. Selbst die Europe-Cover-Version „The Final Countdown“
macht da keine Ausnahme.
„The Final
Countdown“
JUB
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