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- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" - des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung. Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten. CANNIBAL CORPSE-Special vom 20. April 2004 TORTURE KILLER "For Maggots To Devour" 9 Karmageddon Media/PHD, 2003
Wenn sich ein
Death Metal-Fan schon seit Jahren mit einem Kumpel herumplagt, der partout
nichts mit der extremen Musikform zu tun haben will und mit fast schon
zur Verzweiflung treibender Vehemenz auf Partys nach Motörhead, Manowar
und Saxon verlangt, dann gibt es jetzt eine Medizin. Und die heißt
TORTURE KILLER.
JUB SUFFERING SOULS „Revenge“ 8 Eigenproduktion, 2002
Sie wissen
auf der ganzen Linie zu überzeugen, diese Mitteldeutschen. Erst die
Überrschung mit dem „... Escape Into A World Of Dreams ...“-Album
(siehe Abgehört vom 30.
März 2004), dann nur wenig später der Auftritt bei einer
INTERREGNUM-Veranstaltung im Stavenhagener Tankhaus, bei der sie einen
nachhaltigen Eindruck hinterließen, und jetzt das hier.
JUB CANNIBAL CORPSE „The Wretched Spawn“ 10 Metal Blade, 2004
Eine Platte
von CANNIBAL CORPSE zu besprechen, ist wie das Reviewen bei Running Wild
oder Grave Digger nach ihrem Neustart. Die Band liefert stets beste Qualität
ab und kann somit den Anhängern immer empfohlen werden. Es gibt keine
bösen Überraschungen in Form von stilistischen Verwirrtheiten
und kommerziellen Zugeständnissen. Dennoch ist „The Wretched Spawn“
beileibe kein Produkt kreativer Inzucht. Hier türmen sich Riff-Monumente
auf, die das Herz eines jeden Cannibal-Jüngers rasen lassen werden.
Jeder Song strotzt vor Spielwitz, und zu keiner Zeit wird der Eindruck
von Bemühtheit erweckt. „Severed Head Stoning“ ist für Corpse-Verhältnisse
schon als punkig zu bezeichnen und knallt mit Mitgröhl-Refrain schön
nach vorne los. „Cyanide Assassin“ beherbergt die unglaublichen Gitarren/Bass-Tappings,
die bei jedem Corpse-Konzert eine Augen- und Ohrenweide sind. Verquerer
Midtempo-Fingerakrobatik-Groove ist die Basis des Titelstücks und
ist somit ein herrlicher Headbanger. Die Freunde von Taktwechseln werden
sicherlich „Bent Backwards And Broken“ favorisieren. Welche Seite an CANNIBAL
CORPSE Ihr auch immer bevorzugt, die Amis stellen jeden Anspruch an sich
zufrieden. Wer seit „Bloodthirst“ keine Platte der Kannibalen mehr gekauft
hat, weil ihm die Musik zu kompliziert wurde, kann bei „The Wretched Spawn“
also wieder zuschlagen.
THOMAS TOTAL DEVASTATION "Roadmap Of Pain" 3 Firebox, 2003
Die ZZ Top
des Death Metal. Der Gedanke kommt einem vor allem, weil die Typen von
TOTAL DEVASTATION bis auf eine Ausnahme lustige Knecht Ruprecht-Bärte
tragen. Sieht eigentlich ziemlich affig aus. Wenn man sich die Haartracht
allerdings reifdurchsetzt denkt, paßt sie irgendwie in diese finnischen
Gesichter.
JUB INGROWING "Sunrape" 8 (BANDS BATTLE-BAND 2004) Obscene Productions, 2003
Das Herz des
Grindcores schlägt schon seit einiger Zeit in der Tschechei. Warum
das so ist? Keine Ahnung. Zumindest bringt dieses Pulsieren Bands vom Schlage
INGROWING hervor. Die eingestöpselten Klampfen werden an den Rauhputzwänden
hoch und runter gerieben, der Schlagzeuger haut seine Rhythmen nach der
Intensität der Stromstöße, die ihn durchfahren, und der
Gesang klingt wahlweise wie der letzte Wille eines soeben Strangulierten
oder das rauhe Geröchel eines in einem Berg Eingeweide Versinkenden.
Wären da nicht die Uffta-Uffta-Einschübe, man könnte fast
vergessen, daß hier ein Musiker-Quartett am Werke ist.
JUB DIVINE EMPIRE „Nostradamus“ 9 Century Media/Magic Arts Publ., 2004
Die in Florida
beheimatete Death Metal-Veteranen-Vereinigung geht mit “Nostradamus” in
die dritte Runde. War der Vorgänger, „Doomed To Inherit“ (2000), noch
ein grenzgenialer Mix aus Ami-Death und europäischem Melodie-Anspruch,
so ist bei Album Nummer drei zum größten Teil „nur“ noch die
Brutalität übrig. Die Platte klingt fieser und boshafter als
man die Band kannte. Zwar sind auch hier starke Refrains vertreten, doch
klingen sie bei weitem nicht so kumpelhaft wie noch einst. „They Rise“
etwa scheint seine Hörer zu hassen. „Manifestation“ walzt alle Freundlichkeiten
über den Haufen und klingt wie ein tongewordener Faustschlag. Äußerst
cool ist auch der Song „The Pain Remains“, in dem Filmsamples sowohl den
Groove als auch den Gesangspart übernehmen. Mit „Basher“ könnten
sogar Black Metal-Fans zu DIVINE EMPIRE stoßen, gradlinig, wild,
ohne Atempause kracht das Stück über einen herein. Keine Frage,
DIVINE EMPIRE haben es geschafft, ihrem Stil weitere Facetten hinzuzufügen,
ohne sich selbst zu verleugnen und konnten die Qualität ihrer Vorgängerscheiben
locker halten.
THOMAS FLESHGRIND „Murder Without End“ 8 Century Media/Magic Art Publ., 2003
Einen der geilsten
Plattentitel für eine Death Metal-Band haben sich FLESHGRIND aus den
Staaten ausgedacht. „Murder Without End“ paßt wie die Faust aufs
Auge. Warum ist auf die Idee bisher noch keiner gekommen? Freunde gradlinigen
Death Metals können getrost weiterhin Six Feet Under oder Benediction
hören. Denn FLESHGRIND musizieren arg heftig um die Ecke. Hier paßt
die Titulierung Jazz-Death Metal ausgezeichnet. Breaks und Tempiwechsel
ziehen sich wie ein roter Faden durch jeden der zehn Songs. Dabei geht
die Band aber nicht den Weg solcher Mathematiker wie etwa Immolation oder
Yattering, die ihre Songs (so gut sie auch sein mögen) wahrscheinlich
mit dem Rechenschieber komponieren. FLESHGRIND klingen nämlich bei
weitem nicht so überkandidelt, sondern wahren sich stets den Grindcore-Brutalitäts-Faktor.
Doch aller verqueren Ruppigkeit zum Trotze scheuen sich die Chicagoer auch
nicht davor, Melodien in ihre Songs einfließen zu lassen. „Displayed
Decay“ ist der beste Beweis dafür. Gute Band, gute Platte.
THOMAS
“Godhate” ist
ein Quasi-Abschiedsalbum. Denn die Schweden legen mit dieser CD ihren alten
Namen THRONEAEON ad acta und firmieren nun weiter unter dem Namen Godhate.
An der Musik soll sich nichts ändern. Diese ist auf „Godhate“ saustark.
Denn wenn man die Klischees „typischer Schweden-Death“ oder „klassischer
Ami-Stil“ bestätigt haben möchte, kommt man ganz schön ins
Schlingern. So einfach machen es einem die Wasa-Fans nämlich nicht.
Ihr Metal ist herrlich gradlinig auf den Punkt gespielt, ohne sich in künstlichen
Verschnörkelungen aufzuhalten. Wenn der Song es verlangt, gibt es
ein Break, wenn nicht, dann nicht. Wenn der Song es verlangt, dann ist
in einem zähflüssigen, Morbid Angel-lastigen Stück einfach
eine Dismember-artige Melodie eingebaut. Fertig. Da machen sich die jetzigen
Godhate einfach keine Birne. Was nicht paßt, wird passend gemacht.
Dabei ist es natürlich töricht anzunehmen, die Schweden würden
beim Komponieren bewußt darauf achten, daß sie möglichst
Ami- und Skandinavienschule unkonventionell miteinander verbinden. Nein
sicher nicht. Sie spielen einfach, was ihnen paßt. Das ist ihr absoluter
Pluspunkt. Somit klingen THRONEAEON/GODHATE recht eigenständig und
können eine hochwertige CD auf der Habenseite verbuchen.
THOMAS INFECDEAD „Soul Perforation“ 6 Eigenproduktion, 2003
Die Band aus
Dinslaken spielt, wie der Name es unschwer erkennen läßt, Death
Metal. Dieser ist aus technischer Sicht ziemlich hochwertig. Hier scheint
das Uptempo-Geklöppel sich ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen mit
den wieselflinken Riffs zu liefern. Die spielerischen Finessen sitzen an
den richtigen Stellen. Die einzelnen Parts, aus denen sich die Songs zusammensetzen,
sind für sich gesehen alle recht geil geworden. Nur das Zusammenfügen
scheint noch nicht ganz ausgereift zu sein. Denn die Songs wirken recht
gestückelt. Das heißt, daß echtes Songwriting hier wohl
nicht stattgefunden hat. Eher wurden einzelne, gut klingende Parts zusammengefügt.
Wer aber nichts auf diese filigrane Scheiße gibt und lieber den Arsch
versohlt haben möchte, der kann bei „Soul Perforation“ bedenkenlos
zuschlagen. Denn knallen können die Dinslakener. www.infecdead.com
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