GESCHENKE
vom 20. Dezember 2005



PINK CREAM 69
„Food For Though“
„Live”
“Electrified”
Erschienen: 1997/1997/1998
Label: Steamhammer/SPV
Homepage: www.pinkcream69.com
PINK CREAM 69 On Air: „We Will Rock You“/“Higher Kind Of Life“

Spannend sind CD-Wiederveröffentlichungen meist von Bands, deren Original-Teile meist nicht mehr zu erstehen sind. Das wird bei PINK CREAM &) garantiert nicht der Fall sein. Trotzdem gibt es jetzt die Alben „Food For Though“, „Live“ und „Electrified“ mit Bonus-Tracks in der SuPerValue-Reihe bei (na von wem schon?) SPV. Interessant wird dieser Drilling allerdings weniger durch die zusätzlichen Songs als vielmehr aus historischer Sicht. Denn diese drei Alben, die 1997 und 1998 erschienen, markieren einen Umbruch in der stilistischen Ausrichtung der Band.

Während die Kapelle mit Sänger Andi Deris einst als harter Melodic-Metal-Act begonnen hatte, schwenkte man mit dem neuen Sänger David Readman Mitte der 90er in Richtung Grunge und Alternative um. Das war ein harter Schlag für das Gros der Pink-Gemeinde. „Change“ brachte 1995 die im Plattentitel angekündigte Veränderung und hatte so gar nichts Unbeschwertes mehr. Es folgten auf diesem Level noch zwei EPs bevor dann 1997 „Food For Though“ erschien. Diese Scheibe war dann schon wieder eine unentschlossene Mischung, der frische Melodic-Stil war zwar noch nicht zurückgekehrt, deutete sich doch hier und da bereits wieder an. Toll war auf diesem Album auch die Version des Queen-Klassikers „We Will Rock You“. „Live“ schien die Alternative-Phase abzuschließen und war gerade deshalb noch einmal ein recht müdes Konzert. Und mit „Electrified war dann alles wieder gut. Oder vielmehr – besser. Denn bis zu jenem Zeitpunkt kann „Electrified“ als die beste Pinc-Cream-Scheibe überhaupt angesehen werden. Eigentlich war auf diesem Teil jedes Stück ein Ohrwurm. Trotzdem ragten die Nummern „Shame“ und „Higher Kind Of Life“ noch heraus. Seitdem stimmt es bei der deutschen Formation wieder.

“Food For Though“ 7 von 10
„Live” 5 von 10
“Electrified” 9 von 10

JUB



THE BLACK
„Sweden Gold“
Erschienen: 2000
Label: EMI/Great Vision
Homepage:
THE BLACK On Air: „Enter Sandman/Take A Chance On Me”/“Ain’t Talking About Love/Money Money Money”

Manchmal ist die Idee so einfach. Allerdings muß man erst einmal drauf kommen. So wie die Jungs von THE BLACK, die auf „Sweden Gold“ Abba coverten. – Jetzt dürften einige stutzen. Abba covern? Das macht so ziemlich jede vierte Band auf der Welt. Sicher, allerdings mixen die nicht „Mamma Mia“ mit „Smoke On The Water“ von Deep Purple oder „Take A Chance On me“ mit „Enter Sandman“ von Metallica oder „S.O.S.“ mit „God Of Thunder“ von Kiss. Geht nicht? – Doch. Und es ist unterhaltsam, wie kaum eine Cover-Idee zuvor. Mit dieser CD mischt man jede Party auf, selbst dort, wo Heavy-Metal-Fans eher spärlich gesät sind, die Gäste sich aber halbwegs mit Abba-Hits auskennen.
Logisch, daß solch musikalische Verquickungen wie auf „Gold“ ein gewisses musik-theoretisches Wissen voraussetzen. Das haben die Mannen von THE BLACK, ebenso wie ein gutes Gefühl für die dosierte Härte zum jeweiligen Song, denn man kann Kiss ja nicht spielen wie Judas Priest („Breaking The Law/Ring Ring“) oder Metallica. Ihre Instrumente beherrschen sie sowieso perfekt, daß man meinen möchte, die könnten selbst die Backstreet Boys mit Dream Theater kreuzen.
Unbedingt reinhören und am besten kaufen. Ist ein absoluter Knaller. .

10 von 10

JUB



CINNAMOON
„Cinnamoon“
Erschienen: 2004
Label: Honey Milk Records
Homepage: www.cinnamoon.tk
CINNAMOON On Air: „Drumhead Trial“

Wenn Ihr schwermütig seid, sich die verfickte Freundin verpißt hat oder mal wieder alles den Bach runtergeht und Euch so gar nicht der Sinn nach Heavy Metal steht, mit dem Ihr sowieso meist die geilen Partys und Momente mit Euren Kumpels verbindet, dann müßt Ihr nicht zu bescheuerten Silbermond- oder Juli-Balladen greifen. Mit CINNAMOON aus Norwegen könnt Ihr bestens Euer Gemüt streicheln. Deren Musik ist wundervoll entspannt. Irgendwie die Schnittmenge aus Country und Nick Cave. Das Zeug macht bestimmt keine gute Laune, wenn man am Arsch ist, allerdings trauert man mit CINNEMOON auf hohem Niveau. Der Depri läßt sich mit dieser Truppe viel besser ertragen. Nur dürft Ihr diese selbstbetitelte CD nie mit Eurer Freundin hören. Wenn die nämlich das Weite sucht, habt Ihr nichts mehr, was nur Euch allein gehört.

7 von 10

JUB

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