ABGEHÖRT vom 22. Februar 2005

FRONTSIDE
"Forgive Us Our Sins"
Erschienen: 2004
Label: Regain Rec.
Homepage: www.frontside.alpha.pl
FRONTSIDE - Forgive Us Our Sins On Air: "The Accused"
In Polen laufen die Uhren noch etwas anders. FRONTSIDEs Album „I odpusc nam nasze winy...“ wurde in ihrer Heimat für den Grammy nominiert. Dort heißt die Trophäe Fryderyki und sollte FRONTSIDE für das beste Metal-Album des Jahres 2003 zuteil werden. Eben diese Platte ist unlängst in der englischen Version als „Forgive Us Our Sins“ erschienen und ist eine ungestüme Mischung aus Death-Metal-Brutalität und Hardcore-Groove. Die Klampfen dürften mindestens genauso tief gestimmt sein wie bei Dismember (die Saiten hängen also durch) und neben Grunzbrüll gibt es auch hysterisches Geschrei zum Verbreiten einer kranken Atmosphäre. Die Songs haben sie. Knackige Riffs, geile Melodien, wüstes Geblaste und natürlich tonnenschwere Grooves. Diese Mixtur ist stets nachvollziehbar und driftet nie in abgehobene, mathematische Sphären ab. Verdammt, „Forgive Us Our Sins“ ist eine wirklich starke Scheibe geworden. 9 von 10
THOMAS

ROB ROCK
"Eyes Of Eternity"
Erschienen: 2003
Label: Massacre Rec.
Homepage: www.robrock.com
ROB ROCK - Eyes Of Eternity On Air: "The Hour Of Dawn"
Meister Rock scheint drei klare musikalische Steckenpferde zu haben. Zum einen steht er auf schnelle, leicht angefrickelte Speednummern mit weiten Refrains, dann auf balladeske Töne mit ergreifenden Melodien und zuguterletzt stehen bei Rock die Fingerbrecher und Verstandverdreher-Instrumentalkaskaden hoch im Kurs. Alle drei Elemente lassen sich, schön von einander separiert, auf „Eyes Of Eternity“ ausmachen. Hierbei führen jedoch vornehmlich die schnellen Stücke durch die Platte. Diese sind allesamt eingängig, hochmelodisch und können überzeugen. Am stärksten ist ROB ROCK jedoch auf dem Stück „The Hour Of Dawn“. Hier wurden alle eingangs erwähnten Stärken der CD zusammengefaßt. Der Song beginnt balladesk, steigert sich zum Headbanger und endet in einer nachvollziehbaren und gefälligen Prog-Orgie. Die zwölf Minuten Länge, die das Stück hat, vergehen wie im Fluge. Starke Scheibe. 9 von 10
THOMAS

VADER
"The Beast"
Erschienen: 2004
Label: Metal Blade/SPV
Homepage: www.vader.pl
VADER - The Beast On Air: "Firebringer"
Über die Verdienste der polnischen Großmacht in Sachen Metal für die osteuropäische Szene noch großartig Worte zu verlieren, hieße Türken nach Kreuzberg fahren. Von Album zu Album haben sich Peter und seine Mannschaft ein Stückchen Respekt in der internationalen Szene mehr erarbeiten können. Einst als Morbid-Angel- und Slayer-Kopie verschrien, dienen sie heute selber unzähligen Bands als Vorbild. Doch so langsam scheint der Lack an dem Death-Metal-Schlachtschiff abzublättern. „The Beast“ steht zwar in der Tradition der letzten VADER-Alben, doch diese konnten mit einer Kurskorrektur tempoabwärts hin zu Grooves und ausgefeilten Leads überraschen und überzeugen. Das neue Album „vadert“ zwar schön vor sich hin, doch blieben die Geistesblitze beim Komponieren diesmal eher zurückhaltend. Vielmehr klingt es wie auf die Schnelle aus dem VADER-Soundbaukasten zusammengesetzt. Man könnte sagen, es läge daran, daß Schlagzeuger Doc bei dieser Scheibe nicht hinter dem Kit saß (Er hatte sich kurz vor den Aufnahmen die Hand an einer Glasscheibe filetiert.), doch das wäre zu einfach, die Schuld auf den Aushilfsdrummer zu schieben. Dieser macht seine Sache nämlich gar nicht schlecht. Nein, es sind die Songs, denen das Spezielle etwas fehlt. Aber wer so viele gutklassige Scheiben in seiner Diskographie hat, der darf sich auch mal einen kleinen Fehltritt leisten. Hoffentlich war dieser auch nur einmalig. 7 von 10
THOMAS

CRYSTAL BALL
"Hellvetia"
Erschienen: 2003
Label: Nuclear Blast
Homepage: www.crystal-ball.ch
CRYSTAL BALL - Hellvetia On Air: "Hellvetia"
Ha! Es geht doch. Die Schweizer hatten mit ihrer Vorgängerscheibe „Virtual Empire“ in kreativer Hinsicht nicht gerade wie eine Bombe eingeschlagen. „Hellvetia“ zeigt die Band gereifter. Die Melodien kann man beim zweiten, dritten Mal hören mitgrölen. Der Gesang ist klar aber kräftig. Wenn bei einem musikalischen Bastard aus Heavy Metal und AOR die Stimme nicht so stark nach Hinterlader klingt, ist das meiner Meinung nach schon ein großer Pluspunkt. Die Songs an sich kommen flüssig und sind schön auf den Punkt gespielt, ohne sich in Bedeutungslosigkeiten zu verhaspeln. Sehr interessant ist auch die Gestaltung der CD. Auf dem Cover ist eine Münze zu sehen, die ziemlich deutlich das Schweizer Flaggenkreuz beinhaltet. Auf dem Bandfoto hat der Frontmann selbige Flagge als Shirt aufgetragen und wird von seinen Kollegen dabei unterstützt, zwei Alphörner zu tragen. Ja Schweizer müßte man sein. Dann könnte man ungesühnt seinen Nationalstolz auf einem frei verkäuflichen Tonträger zur Schau tragen. Bei uns ja noch immer eine Todsünde. Wie dem auch sei, CRYSTAL BALL haben mit „Hellvetia“ eine amtliche, kurzweilige CD aufgenommen, die ihr ruhigen Gewissens mal antesten könnt. 7 von 10
THOMAS


SPAWN
"Human Toxin"
Erschienen: 2004
Label: Morbid Rec./Soulfood
Homepage: www.spawn666.de
SPAWN - Human Toxin On Air: "Fear The Just Revenge"
"Flesheater"
Neues aus der Reichshauptstadt. Die Death Metaller von SPAWN, im Underground schon lange keine Unbekannten mehr, knallen mit „Human Toxin“ ein neues, heftiges Brett in die Fangemeinde. Die Scheibe hat von allem ein wenig: US-Death-Elemente, ohne in Immolation- oder Nile-Rätselmusik abzudriften, eingängige Grooves, ohne jedoch als Six-Feet-Under-Kopie durchzugehen und diese brodelnde, unheilvolle Stimmung, wie sie auf frühen Bolt-Thrower-Werken („Realm Of Chaos“ schießt mir hier durch den Kopf) verbreitet wurde. Das alles wird in Songs verpackt, die größtenteils mit schlauen Arrangements versehen wurden. Zwar ist der eine oder andere, nicht ganz so großartige Part hier und da schon mal etwas in die Länge gezogen worden, doch es stört nicht wirklich. Der positive Gesamteindruck bleibt letztendlich bestehen. „Human Toxin“ wird bei mir jedenfalls noch öfter im Player rotieren. 8 von 10
THOMAS

DEACON STREET PROJECT
"Deacon Street Project"
Erschienen: 2004
Label: AOR Heaven/GerMusica
Homepage: www.tommy-denander.com/deacon.html
DEACON STREET PROJECT - Deacon Street Project On Air: "Changes"
"Find Me A Meaning"
Dieses Projekt riecht stark nach Resteverwertung. Die Köpfe dieser Vereinigung, Tommy Denander und Chris Demming, sind umtriebige Burschen. So spielen beide in unterschiedlichen Bands und sind als Songschreiber und Produzenten tätig. Logisch, daß bei dieser Arbeit auch Songs entstehen, die nicht jeder gleich mit Kußhand nehmen möchte. Diese sammelten sich in der Schublade und die Musiker waren es leid, sie dort verfaulen zu sehen. Aus diesem Grund wurde das DEACON STREET PROJECT aus der Taufe gehoben. Von diesen zwölf aufgenommenen Songs sind aber einige echte Knaller. Weiß der Geier, warum zum Beispiel „Changes“, „Living A Lie“ oder „I Don’t Mind“ von niemandem genommen wurden und sie nun als Lichtblicke auf einer ansonsten recht belanglosen AOR-Restescheibe verballert werden. Das Label bezeichnet DSP als Musik im Stile von Journey, Giant und Toto - soweit so gut. Die Ausrichtung ist damit getroffen, doch wird eben nur sehr selten auch eine ähnliche Qualität erreicht. Oft dudeln die Songs nur nett vor sich hin und sind leider nur aus technischer Sicht über jeden Zweifel erhaben. Zu wenig, um als echte Kaufempfehlung durchzugehen. 4 von 10
THOMAS

BLOOD RED ANGEL
"Crime Entertainment"
Erschienen: 2004
Label: Supreme Chaos Rec./Twilight
Homepage: www.bloodredangel.de
BLOOD RED ANGEL - Crime Entertainment On Air: "Downwards"
Hatte ich die Krefelder Band mit ihren früheren Veröffentlichungen noch als Verfechter der reinen Bay-Area-Lehre im Kopf, so war ich, ob der doch recht modernen Ausrichtung von “Crime Entertainment”, schon ein wenig überrascht. Dabei ist im Grunde ja nicht so viel verändert worden. Der Thrash-Knüppel saust noch immer mächtig über die Buckel der trendhörigen Wendehälse. Nur wurde der ansonsten old-schoolige Sound mit einigen zeitgemäßen Elementen versehen, so mancher hippe Groove, Saitenquietscher oder Brüller könnten eben auch von einigen Post-Thrashern kommen. Allerdings ist das eher die Ausnahme denn die Regel und es wirkt nicht wie garstige Fremdkörper. Denn je öfter „Crime Entertainment“ rotiert, desto gefälliger wird die Scheibe. Woran man wohl etwas länger zu knabbern hat, ist die Stimme des hysterischen Barden Klaus Spangenberg. Nicht selten hat man den Eindruck, daß der gute Mann sich mit der Extremität seiner Vocals etwas übernimmt. Aber wer auf Stimmpsychopaten steht, wird hier bestens bedient. „Crime Entertainment“ braucht etwas Zeit zum Wachsen, knallt aber anständig. 7 von 10
THOMAS

ON THORNS I LAY
"Egocentric"
Erschienen: 2003
Label: Black Lotus Records
Homepage: www.onthornsilay.com
ON THORNS I LAY - Egocentric On Air: "Unsung Songs"

Daß man nicht in lustiger Party-Laune sein kann, wenn man sich den traurigen langen Tag auf Dornen herumwälzt, liegt auf der Hand. Und so kommt es nicht von ungefähr, daß ON THORNS I LAY auf "Egocentric" voller Melancholie sind. Weltschmerz und Selbstzweifel sind das vordergründige Gedankengut, mit dem sich diese griechische Band beschäftigt. Ja, ja - da sieht man es wieder: Auch bei einem Klima, das im Jahr zu 70 Prozent Sonne zu bieten hat, können einem die verdammten und alles beherrschenden Gedanken einen Strich durch ein erfülltes Leben machen.
ON THORNS I LAY könnten bei Gothic-Fans durchaus gut ankommen. Wenn ich da zum Beispiel "Dawn Of Loss" nehme, der mit Violinen-Unterstützung und breiten Keyboard-Teppichen Bilder eines trüben Herbsttages in einem wachruft, sind für szenespezifische Erwartungshaltungen einige Kriterien erfüllt. Ansonsten möchte man die Band eher mit Tool oder Pearl Jam in Verbindung bringen, die ja bekanntlich beide auch verdammt depressive Stimmungen verbreiten konnten. Und so begegnen sich jene beiden genannten Ami-Bands in der ON THORNS I LAY-Musik immer wieder einmal, um zum Beispiel in "Unsung Songs" sogar einen Hauch Nickleback mitschwingen zu lassen.
Und am Schluß wagen die Griechen mit "Quotation For Listening" gar einen Abstecher in die Welten Tiamats.
Das alles zusammengenommen ergibt eine reizvolle Mischung, die aber nur deshalb funktioniert, weil die Songs im Großen und Ganzen ein großes Talent der Songwriter offenbaren. New-metallisches wie in "Afraid To Believe" kann man da geflissentlich überhören. 8 von 10
JUB

ACHERON
"Rebirth: Metamorphosing Into Godhood"
Erschienen: 2003
Label: Black Lotus Records
Homepage: www.Acheron666.com
ACHERON - Rebirth: Metamorphosing Into Godhood On Air: "Betrayed (A Broken Pact)"
Das Cover-Artwork von "Rebirth: Metamorphosing Into Godhood" schreit uns im wahrsten Sinne des Wortes an. Und es macht unmißverständlich klar, wo die Musik von ACHERON langgeht: Satanismus pur. Und den haben die Amis um Vincent Crowley in death-metallische Noten gehüllt, die vor allem für straighte Songs sorgen. Selbst wenn eigentlich eine Menge geschieht, bleiben Stücke wie "Church Of One" oder "Golgotha's Truth" eingängig. Die Tempi-Wechsel, Soli oder Rhythmus-Variationen sind grundsätzlich effektiv und hörenswert. ACHERON wollten nicht nur durchkloppen, haben sich aber trotzdem stark am Riemen gerissen und keine ausufernden Verspieltheiten zugelassen.
Das Trio rast nie davon, hat eher einen Hang zum Doom Metal, dem sie dann in "Betrayed (A Broken Pact)" freien Lauf lassen. Und auch hier wirken sie eher wie eine Band, die aus dem Bauch heraus agiert, manchmal klingt, als wäre alles live im Studio aufgenommen.
Erstaunlich, daß die Band schon seit mehr als 15 Jahren in der Szene agiert und doch eher wenigen bekannt ist. Denn der Backkatalog der Band ist auch beachtlich. Vielleicht werden ja jetzt ein paar mehr Leute auf ACHERON aufmerksam. Das Cover könnte da einen wesentlichen Vorschub leisten. 8 von 10
JUB

CASKETGARDEN
"This Corroded Soul Of Mine"
Erschienen: 2003
Label: Metal Age Productions/Twilight
Homepage: www.casketgarden.com
CASKETGARDEN - This Corroded Soul Of Mine On Air: "The Day When Silence Died"
Ich habe ein Faible für ungarische Bands. Das rührt aus den 70er und 80er Jahren, als die Ungarn im Osten definitiv die Rockszene anführten. Einst waren es Omega und LGT. Später kamen dann Karthago, P. Box oder Lord und Tormentor - um nur einige wenige zu nennen. Auch heute hat Ungarn noch so einiges zu bieten, erinnert sei da nur an Sear Bliss (siehe Abgehört vom 7. Dezember 2004). Und auch CASKETGARDEN sind keine schlechte Band. Ihr Melodic Death Metal verarbeitet wirklich gute Ideen. Allerdings halten es die fünf Musiker mit einem äußerst hohen künstlerischen Anspruch, so daß die Songs in den Rhythmen für Laien zum Teil unlesbar gestaltet wurden. Die Jungs beherrschen ihre Instrumente ganz gewiß, auch haben CASKETGARDEN ein sehr hohes musikalisches Verständnis. Nur krankt die Scheibe "This Corroded Soul Of Mine" daran, daß nicht eine Nummer auch nur annähernd ein Lied wäre. Und das geht einem auf die Dauer dermaßen auf die Nüsse, daß sie weh tun. Zur Zeit kann ich solch eine Scheibe ohne Quälerei einfach nicht durchhören.
Wer also Qualität und musikalischen Anspruch mit dem Aufbrechen sämtlicher Songstrukturen gleichsetzt, wird sich bei CASKETGARDEN einen keulen. Die andere Fraktion wird einige Leute hervorbringen, die diese Band schlichtweg verabscheuen. 5 von 10
JUB 

NEGATOR
"Old Black"
Erschienen: 2004
Label: Remedy Records
Homepage: www.negator.org
NEGATOR - Old Black On Air: "Der Infanterist"
Der Name ist Programm. Wer nämlich einem Heavy-Metal-Neueinsteiger Black Metal erläutern möchte, hat mit "Old Black" von NEGATOR eine vortreffliche Vorlage. Denn diese sehr neue norddeutsche Band vereint auf ihrem Debüt all jene Vorzüge, die Black Metal den meisten Fans so unwiderstehlich machen. Zwischen Midtempo und heftigen Geschwindigkeitsattacken liegen Gitarrenmelodien, die jedes einzelne Stück auf "Old Black" zu einer Schwarzmetall-Perle werden lassen. Mit NEGATOR haben wir weder eine der Haudrauf-Keller-Combos, noch gequirlte Bombast-Grütze zu ertragen. Trotzdem sind Nachtgarm (voc), Trolfbert (g), Berthelm (b) und Tramheim (dr) voller Urwüchsigkeit, die ein hohes musikalisches Niveau nicht verhindert. Der Sound ist großartig, serviert die spitzen Gitarren ebenso wie eine tief donnernde Rhythmusarbeit. Vor allem bei den kurzen Thrash-Metal-Parts, die immer mal wieder aufblitzen. Zur Zeit sieht es in der deutschen Black-Metal-Landschaft wirklich gut aus, verdammt. 9 von 10
JUB

GLENN HUGHES
"Soulfully Live In The City Of Angels"
Erschienen: 2004
Label: Frontiers/Soulfood
Homepage: www.glennhughes.com
GLENN HUGHES - Soulfully Live In The City Of Angels On Air: "Higher Places"
Ich gehe jede Wette ein, aber der kackt Noten und pupst Melodien. GLENN HUGHES ist einer jener Musiker, vor denen man sich sogar verneigt, wenn sie gar nicht im Raum sind.
Es wäre müßig aufzuzählen, was der Sänger und Baßist in seiner über 30 Jahre währenden Karriere alles schon gebacken hat: Deep Purple, Black Sabbath, Trapeze, Voodoo Hill und, und, und ... Von seinen Soloaktivitäten und Projektbeteiligungen ganz zu schweigen. Das, was Hughes anpackte, wurde meist zu Gold. Und ein Live-Album, auf dem man die Möglichkeit hat, Highlights zu vereinen, kann eigentlich nur ein Überhammer werden. Und so schöpft GLENN HUGHES auch mächtig aus den Vollen, bringt mit "Mistreated", "You Keep On Movin'" und "Gettin' Tighter" drei Deep-Purple-Sachen, erinnert mit "Seafull" und "Medusa" an Trapeze und kramt das aus dem Hughes/Thrall-Projekt stammende "First Step Of Love" hervor und schafft damit eine absolute Punktlandung.
Die Mannschaft auf der Bühne ist namhaft. Kevin DuBrow von Quiet Riot oder Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers zum Beispiel. Die sorgen für Qualität, machen aber nicht die Wirkung des Albums aus, denn die liegt ganz allein in der unglaublichen Musikalität eines GLENN HUGHES. Was bin ich froh, daß es solche Typen immer noch gibt. 10 von 10
JUB

MOURNING ENDS
"Different Ways"
Erschienen: 2004
Label: Circulation Records/Twilight
Homepage: www.mourningends.de
MOURNING ENDS - Different Ways On Air: "Hate To See You Die"
Bei "Different Ways" von MOURNING ENDS haben wir es mit einer der merkwürdigsten Richtungsänderung in der Heavy-Metal-Szene zu tun. Zumindest, was den Underground betrifft, denn Wendehälse wie Metallica, Mötley Crüe oder Megadeth sind natürlich nicht zu toppen.
MOURNING ENDS haben erst 2002 auf ihrem Pagan-Metal-Album "Kriegerseele" die Wiedereinführung des Sonnenrad-Symbols gefordert und machen knapp zwei Jahre später einen auf amerikanischen "Weltbürger". Soll heißen, jetzt wird nicht mehr deutsch gesungen, die Themen sind recht unverfänglich und musikalisch bewegt man sich auf der Shadows Fall-Schiene. Während us-amerikanische Bands nach Europa schielen und den melodischen Death Metal mit Hardcore- und Crossover-Elementen mischen, schauen sich MOURNING ENDS eben bei jenen Kollegen um, und holen das bereits mutierte Material wieder nach Europa zurück. Typisch deutsch, möchte man da weinen. Wir gehören eigentlich auch im Heavy Metal zu einer Vorreiter-Nation, sind seit Jahren aber nur noch Nachahmer. Und als wäre es ein Gen-Defekt, holen wir uns immer wieder Anregungen aus den Staaten.
Das Zeug, was Shadows Fall und Konsorten so machen, ist zum Teil wirklich sehr gut. MOURNING ENDS haben das erkannt und auch den ein oder anderen guten Song im Gepäck. Im Großen und Ganzen ist das "Different Ways"-Material aber viel zu holprig angelegt. Die rhythmische Gestaltung der Stücke kommt manchmal auf Krücken daher und die cleanen Vocal-Parts klingen doch arg aufgesetzt. 4 von 10
JUB 

[vor][zurück]