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- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" - des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung. Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten. ABGEHÖRT vom 22. Juni 2004 VOMITORY "Primal Massacre" 9 Metal Blade/SPV, 2004
VOMITORY haben
sich, was rüpeligen Schweden-Death angeht, über die Jahre zu
einer verläßlichen Bank gemausert. Mit viel Liebe zu einfachen
aber effektiven Breaks, vor Coolness nur so strotzenden Meuchelriffs mit
dem berühmt berüchtigten Crustcore-Einschlag und dem Highspeedgeböller
werden sie niemanden enttäuschen, der die Band schon lange begleitet.
Nicht nur in ihrer Kontinuität stricken die Schweden Parallelen zu
Bolt Thrower. Wenn die Musik mal ein paar Gänge zurücklegt und
schön fies zu schleifen anfängt, wird man ums eine oder andere
Mal deutlich an den britischen Panzer erinnert. Ich würde nur zu gerne
mal wissen, wie sehr sich eine Massenschlägerei zu den Klängen
von „Primal Massacre“ steigert. Ich könnte mir vorstellen, daß
das Szenario, welches sich da bietet, dem Albumtitel recht nahe kommt...
Aber ansonsten ist bei mir alles in Ordnung, keine Sorge.
THOMAS DOMINE "Emperor Of The Black Runes" 7 Dragonheart/SPV, 2004
Als die Welle
der amerikanischen Epic Metal-Bands wie Manilla Road, Brocas Helm, Manowar
ect. zusammen mit den deutschen Heavy und Speed Metal-Bands wie Helloween,
Running Wild oder Grave Digger rüber (runter) nach Italien schwappte,
muß das die dortige Metalszene regelrecht erschüttert haben.
Die Zahl der Bands, welche den alten Geist dieser Epoche in zeitgemäßen
Veröffentlichungen einzufangen versuchen, ist wohl unüberschaubar.
Neben vielen miesen Bands gibt es aber auch ein paar richtig gute. White
Skull waren genial, Rhapsody werden es, und DOMINE sind auch nicht von
schlechten Eltern.
THOMAS UNMOORED "Indefinite Soul-Extension" 7 Code 666/Audioglobe/SPV, 2003
Erinnert Ihr
Euch noch an die Band Nocturnus? Ihrer Zeit waren sie die ersten, die den
Keyboardsound im Death Metal im großen Stile salonfähig machten.
Kein homosexuelles Geklimper, sondern spacige Spuk-Sounds verliehen der
Band um ex-Morbid-Angel-Schlagzeuger Mike Browning die gewisse Note. Bei
UNMOOREDs Scheibe "Indefinite Soul-Extension" hatte ich dann, 14 Jahre
später, ein Deja-vu-Erlebnis. Der Opener "Unspeakable Grief" wartet
mit ebensolchen Sounds auf. Die Schweden haben auf ihrer Scheibe jedoch
nicht nur Nocturnus gehuldigt. Haarfeine Gitarrenmelodien treffen auf Soli,
wie sie auch von Kreator Mitte der 80er gespielt hätten werden könnten.
Wild, chaotisch und schnell. Es gibt typische Mitt-90er-Ami-Death-Blastbeats,
Vomitory-Harmonien, klare Gesänge und Hypocrisy-Alien-Stimmung. Kurzum,
UNMOORED kreierten auf "Indefinite Soul-Extension" ein flüssiges,
kurzweiliges und gelungenes Extrem-Metal-Kaleidoskop. Nicht frei von durchschnittlichen
Ideen, aber gelungen ist die Scheibe allemale.
THOMAS AXEL RUDI PELL "Kings And Queens" 9 Steamhammer/SPV, 2004
Wo ist die
Zeit nur geblieben? AXEL RUDI PELL legt mit "Kings And Queens" sein mittlerweile
zehntes Studioalbum vor. Eins ist schon mal Fakt: Stiländerungen,
einhergehend mit Zugeständnissen an andere Zielgruppen gab und wird
es wohl auch nie bei A.R.P. geben. So gibt es wie gewohnt ein verheißungsvolles
Intro, gefolgt vom einzigen Up-Tempo Song der CD, "Flyin' High". Dieser
geht traditionsgemäß sofort ins Ohr. Was dann folgt, sind mal
ruhige, mal getragene bis epische Rockkompositionen, welche mit Soli aufwarten,
bei denen sich schon mal das Herz krampft. Dieser Mann hat seiner Gitarre
sicherlich mehr zu erzählen als seiner eigenen Frau. In diesen Läufen
steckt so viel mehr Seele als in allen kommerzradiokompatiblen Scheißsongs
der Welt zusammen! Und warum? Weil Pell seine Musik liebt und lebt. Sich
nie in irgend eine Richtung verbogen hat und seine Klampfe spielt, im wahrsten
Sinne des Wortes. Nicht wie so manche Möchtegern-Flitzefinger, die
meinen, mit purem Highspeedgeficke auf dem Griffbrett wahre Kommunikation
mit ihrem Instrument und mit ihren Hörern vortäuschen zu können.
Nur ein klitzekleiner Kritikpunkt Axel: Über ein oder zwei "Flyin'
High" oder "Earls Of Black" mehr würde nicht nur ich mich freuen.
Doch das nur so nebenbei. Wie gewohnt gute Qualität aus dem Hause
Pell.
THOMAS THE BLACK DAHLIA MURDER "Unhallowed" 8 Metal Blade, 2003
Die junge Band
aus dem Einzugsgebiet Michigan, USA, hat auf ihrem Debüt die Zeichen
der Zeit gut erkannt. In den Staaten ist man seit einiger Zeit auf den
schwedischen Death Metal-Trichter gekommen. Somit klingt "Unhallowed" wie
ein Bastard aus Non Serviam, At The Gates, Defleshed und gepflegter Ami-Thrash-Schule,
gepaart mit Versatzstücken aus der dortigen Death Metal-Szene. Nun
ist diese Band ja kein Phänomen. God Forbid, Shadows Fall etc. bedienen
sich der gleichen Zutaten. Man kann also von einer kleinen, stetig wachsenden
Bewegung sprechen. Sagen wir mal der NWOAMDM (New Wave Of American Melodic
Death Metal). Lang leben die Kategorien und Begriffsdefinitionen! Im Gegensatz
zu den oben genannten amerikanischen Bands verzichten THE BLACK DAHLIA
MURDER aber auf die Hinzunahme von Hardcore-Elementen. Nicht unbedingt
die schlechteste Idee. "Unhallowed" knallt, hat typisch schwedische Melodieläufe
und einen kraftvollen Frontkeifer. Gelungenes Debüt.
THOMAS VICTORY "Instinct" 5 Steamhammer/SPV, 2003
Auf den ersten
Blick sind VICTORY eine Riege älterer Herren, die sich im Zuge der
sich steter Beliebtheit erfreuenden Reunionsbewegung zusammen gefunden
haben, um - von der Midlife-Crisis arg gebeutelt - noch mal jung zu sein,
auf der Bühne zu stehen und mit dem alten Ruhm noch mal abzukassieren.
Auf den zweiten Blick sind sie das auch. Nur, daß die Musik nicht
wie befürchtet zum Gruseln schlecht ist. Nein, schlecht ist sie wahrlich
nicht. Man trommelte das Ur-Lineup zusammen, um der Werbewirksamkeit Rechnung
zu tragen. Doch mit diesem scheint es zu funktionieren. War der Wacken-Auftritt
2003 von VICTORY alles andere als spannend, so ist ihre neue CD durchaus
solide ausgefallen. Soll heißen, daß Licht und Schatten sich
die Wage halten. Geile Songs wie "Running Sacred" und "Plastic Hero" stehen
Langweilern wie "Starman" und "Enemy" gegenüber. Dabei beginnt "Starman"
verheißungsvoll. Songs, die selbst in den 80ern, zur Zeit des Überangebotes
an aufgeblasenem Pomprock, eher Durchschnittsware gewesen wären. "Another
Notch In The Bedpost" basiert auf einem AC/DC-artigem Riff und wartet mit
geilem Refrain auf. Ein Song, der wiederum die Klasse der Hannoveraner
aufzeigt. So ließe sich die Liste ewig fortführen. "Instinct"
gleicht einer musikalischen Berg- und Talfahrt. Wer also Rummel und 80er
Sound mag, kann in die Scheibe ruhig mal reinhören.
THOMAS PRONG "Scorpio Rising" 6 Locomotive Music, 2003
PRONG gehören
definitiv zu den Bands, die - ohne jemals wirklich groß oder übermäßig
erfolgreich gewesen zu sein - eine Menge an Bands beeinflußt haben.
Maschinenartige Sounds, Stakkato–Riffing mit minimalistischen Refrains,
Songs, die mehr von Grooves, denn von Melodien getragen werden, auf wieviele
Bands paßt diese Beschreibung heutzutage? Vor 15 Jahren, als alle
Thrashbands noch wie Metallica oder Slayer klingen wollten, war es das
Trio aus New York, welches die Welt mit solchen Sounds zum Stirnrunzeln
(mehr) oder Headbangen (einige) veranlaßte. Nachdem sich die Band
auflöste und ihr Sound heutzutage als Erfolgsmodell funktioniert,
kommen Tommy Victor und seine Mannen zurück, um endlich die Lorbeeren
einzufahren, die ihnen zustehen. So war wohl zumindest ihr Plan. So richtig
wird er jedoch nicht funktionieren. Denn "Scorpio Rising" ist zwar von
der Grundsubstanz her recht gut, doch einen wahren Hit wie seinerzeit "Snap
Your Fingers, Snap Your Neck", "Unconditional" oder "Prove You Wrong" sucht
man auf "Scorpio Rising" vergebens. Die Scheibe weist zwar keine Pannen
auf, an frühe Glanzleistungen kann sie aber zu keiner Zeit aufschließen.
So wird die CD einmal mehr nur ihren Weg in die Regale der alten PRONG-Fans
finden.
THOMAS
Der Inbegriff
der androgynen "Power"-Metal-Fistelstimme, Timo KOTIPELTO legt nach seinem
Rauswurf/Kündigung/Wiedereinstieg/dann doch wieder nicht sein zweites
Soloalbum vor. Ich vermute mal, daß es sich bei den Songs dieses
Albums um jene handelt, die Timo Tolkki für Stratovarius abgelehnt
hatte. Worauf hin KOTIPELTO sie nun unter eigenem Namen veröffentlicht.
Da der singende Finne ob der Situation bei seiner Stammband reichlich angepißt
war, liegt die Vermutung nahe, daß die Lieder deshalb mitunter recht
schwermütig klingen. Und der Albumtitel läßt auch Rückschlüsse
darauf ziehen. Wenn ich schreibe, daß die Lieder schwermütig
klingen, dann nicht, weil KOTIPELTO nun endlich seiner heimlichen Liebe
zu doomigen Lavasounds frönt. Nein, der Vergleich zu Stratovarius
liegt nahe, da das Material ja für die Band gedacht war. Nur hin und
wieder, sei es nun ein paar Keyboardtupfer, eine Gesangslinie, ein schwerfälliger
Riff oder alles zusammen ("Snowbound"), spürt man den Gram, den KOTIPELTO
mit
sich rumtrug. Daß sich das im Songwriting niederschlägt, ist
klar. Doch bevor jetzt alle aus Mitleid in die Läden rennen und dem
armen Timo Rekordumsatz verschaffen, sei gesagt, daß ich hier und
da Tolkkis Entscheidung, die Songs nicht zu verwenden, nicht so schlecht
finde. Denn KOTIPELTO hat neben guten Songs wie "Here We Are", "Snowbound"
oder "Reasons", welcher auch aus HIMs Feder hätte stammen können,
auch ein paar Langweiler mit auf die Platte gepackt. "Seeds Of Sorrow",
"Journey Black" und "Around" können nicht so recht überzeugen,
da sie zu 08/15-mäßig aus den Boxen plätschern.
THOMAS MORD "Morde" 5 Black Attakk/Soulfood, 2004
Warum eine
Black Metal Band ein Nebenprojekt gründet, mit denselben Mitgliedern,
um darin ebenfalls Black Metal zu zocken, weiß nur der Höllenfürst
persönlich. In diesem Falle sind es Zorn, die in ihrer Freizeit bei
MORD die schwarze Sau rauslassen. Genauso haßerfüllt, räudig
und ungeschliffen. Jedoch mit ausschließlich englischer Teufelsprosa
und politisch unverfänglichen Songtiteln. Musikalisch sind MORD eher
Mittelmaß. Klar muß diese Musik primitiv sein, doch sie darf
gute Ideen enthalten. Diese werden jedoch, wenn vorhanden, bis zum Letzten
ausgereizt und stetig wiederholt. Das nimmt "Morde" einiges von seiner,
ansonsten vorhandenen, Durchschlagskraft. Zorn sind geil, weil sie respektlos
und kaputt sind. Dagegen fehlt MORD das gewisse Etwas.
THOMAS MISERY INC. "Yesterday's Grave" 8 Golden Core/ZYX Music/GerMusica, 2004
Diese Finnen,
immer für eine Überraschung gut. Das Debüt der jungen Band
bietet melodischen Heavy Metal, wie ich ihn nur selten zu Gehör bekam.
Fernab von sämtlichen Italo-Spielweisen, jeglichen Ami-Querverweisen
und Kai Hansen–Einflüssen zocken die Burschen Metal, der den Namen
zu Recht trägt. Satt und fett, mit einer wohldosierten Schaufel Dreck
zwischen den Chorden, so präsentieren sich MISERY INC. der Hörerschaft.
Klar schimmert hier die finnische Schwermut zwischen den Zeilen durch,
doch zu keiner Zeit kann man die Musik als traurig bezeichnen. Dafür
haben sie zuviel Energie. Als fröhliche Gute-Laune-Partyband sind
MISERY INC. dennoch absolut untauglich. Der Anspruch obsiegt. MISERY INC.
sitzen also zwischen den Stühlen, und rocken einfach. Nun ist es an
Euch , ob Ihr Euch darauf einlassen wollt.
THOMAS AGONIZER "World Of Fools" 6 Eigenproduktion, 2003
Die fleißigen
Finnen sind zurück. AGONIZER wurden 1998 gegründet und können
auf einen beachtlichen Backkatalog von vier Demos und zwei Singles zurückblicken.
Die letzte EP, "World Of Fools", geht gut ins Ohr. Dank der guten Produktion
gehen absolut keine Feinheiten verloren und man hört, daß die
Finnen nicht nur ihrer Instrumente, trotz ihres zarten Alters, aus dem
Eff-Eff beherrschen, sondern auch geschickte Songwriter sind. Auch, wenn
der Vergleich klischeehaft klingt, aber "Word Of Fools" könnte eine
Co-Produktion von HIM und Sentenced sein. Erstere liefern die Melodien,
und Sentenced spielen mit ihrem unverwechselbaren Stil die Musik dazu.
Somit können AGONIZER zwar keinen Originalitätspreis gewinnen,
doch ihr Handwerk verrichten sie absolut solide.
THOMAS PARAGON "The Dark Legacy" 7 Remedy Rec./True Music Promotion, 2003
Seit über
zehn Jahren mühen sich die Nordlichter von PARAGON nun schon, ihre
musikalische Vision der breiten Headbangermasse zugänglich zu machen.
Dabei veröffentlichen sie eine Killerscheibe nach der anderen, besitzen
einen eigenen Stil und haben einen unverwechselbaren Sänger in ihren
Reihen. Doch der große Durchbruch blieb ihnen bislang versagt. Ob
sich mit der neuen Platte "The Dark Legacy" daran was ändern wird,
ist fraglich. An der mangelnden Qualität der Musik kann es aber nicht
liegen, das PARAGON noch Insidertip-Status genießen. Denn die Kompositionen
knallen mit Schmackes aus den Boxen, dabei sind sie stets eingängig,
nie gekünstelt und haben dennoch eine lange Lebensdauer. Wer bisher
glaubte, daß PARAGON zu den inflationär auftretenden Rondo-Veneziano-Möchtegern-Trend-True-Metallern
gehören, kann beruhigt werden. Hier klingen die Gitarren wie Gitarren.
Breit, bissig, es werden Riffs statt Riffchen gespielt. Der Drummer könnte
sich ohne Probleme bei einer Thrashband bewerben. Wo PARAGON draufsteht,
ist immer Heavy Metal drin, im wahrsten Sinne des Wortes. Somit ist "The
Dark Legacy" eine starke Platte geworden, auch wenn die Melodien der Songs
denen vom Vorgänger "The Law Of The Blade" nur partiell das Wasser
reichen können.
THOMAS CRUENTUS "Event Horizon" 8 Eigenproduktion, 2003
Daß Polen
meistens ein gutes Pflaster für interessante Bands ist, haben schon
so manche hartmetallischen Exportartikel aus diesem Land bewiesen. Eine
bisher unentdeckte Band mit Potenzial probt seit einigen Jahren in Stettin.
"Event Horizon" ist die erste CD von CRUENTUS, und man hört schon
so einiges an Erfahrung aus ihrer Musik. Technisch versierter Black Metal
mit starker Elektronik/Keyboard-Schlagseite wird geboten. Dabei verletzt
man das schwarzmetallische Reinheitsgebot, wo immer es die Polen für
angebracht halten. Progressive Elemente durchziehen die Kompositionen,
einfache vierviertel Takte sind auf langen Strecken verpöhnt. Dafür
wird versucht, garstigen Stakkato-Rhythmus mit abgefahrenem Keyboardspiel
zu zähmen. Zwischendurch tauchen elegische Leadgitarren auf, um den
Liedern Entspannung und Raum zu bieten. Den typischen Songaufbau im eigentlichen
Sinne, mit klaren Strophen und Refrain sucht man vergeblich. Dafür
bekommt man eine Reise durch ein Klanguniversum geboten, in dem nichts
vorhersehbar ist. "Event Horizon" wirkt zwar mitunter überladen, doch
CRUENTUS geht es sicherlich nicht primär darum, Hörgewohnheiten
zufrieden zu stellen. Interessante CD.
THOMAS DAVIDIAN "Abuse Of Power" 5 Eigenproduktion, 2003
Drei Jahre
nach ihrem Debüt "…In Pain" und vier Jahre nach ihrem Demo melden
sich die Thrasher aus Lorch mit einer neuen, "Abuse Of Power" betitelten
CD zurück. Nach eigener Aussage spielen die fünf Musiker "Aggressiv
Thrash Metal". Damit hatten sie sich zumindest bei ihrem Debüt ein
wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. Doch es ist in den Zeiten von Bands
wie Krisiun, Marduk, Vital Remains oder Panzerchrist schwierig geworden,
mit Thrash Metal aggressiv zu klingen, ohne die typischen Trademarks dieser
Musik zu vernachlässigen. Doch auch innerhalb der Thrash Szene war
"...In Pain" keine Abrißbirne. Das soll sich mit der neuen CD ändern.
Blitzsauber produziert und mit professionellem Layout versehen, kommt "Abuse
Of Power" daher. Nun kann man deutlich hören, daß bei DAVIDIAN
keine Anfänger zocken. Die Musik zeichnet sich durch zahlreiche Tempiwechsel,
Breaks und technisch einwandfreie Handhabung der Instrumente aus. Nur beim
Songwriting als solches liegt noch einiges im Argen. Zwar haben sich die
Thrasher um reichlich Abwechslung bemüht, doch nicht selten klingt
dieses edle Vorhaben zu hektisch und auf Teufel-komm-raus in die Tat umgesetzt.
Das wiederum tötet die Gradlinigkeit und somit die Aggressivität
der Musik.
THOMAS THE GREAT DECEIVER "Terra Incognito" 7 Peaceville Records, 2004
Mit vorhersehbarer
Musik haben es die Schweden schon auf ihrem Debüt "A Venom Well Designed"
nicht so sehr gehabt. Absolute Unberechenbarkeit, musikalische Experimentierfreude,
und dennoch - oder genau deswegen - faszinierende Musik, das war es, was
Tompa Lindberg und seine Mannen auf dem Debüt ausmachten. Mit "Terra
Incognito" marschieren die Schweden in dieselbe Richtung, jedoch nicht,
ohne ihre Musik wieder ein bißchen verändert zu haben. Diesmal
lassen sich die Einflüsse solcher Bands wie Soulfly, Neurosis, Voivod
und älteren Prong ausmachen. Geradlinige Songs sucht man mit der Lupe.
Im umgekehrten Verhältnis dazu hat man den Noise-Anteil erhöht.
Das wiederum geht zu Lasten der Hörbarkeit. Nicht, daß experimentelle
Bands mich verschrecken würden, aber der Drumbeat bei den meisten
Stücken klingt so zerfahren und gegen die Kompositionen gespielt,
daß es mitunter recht anstrengend werden kann, den Songs zu folgen.
Geil hingegen sind solche Ausbrüche wie das Stück "From Bereavement
To Resignation", welches simpel und heftig beginnt, um dann in das totale
Grind/Noise–Inferno zu münden. Dennoch brauch diese Platte sehr lange,
um ihre Pracht zu entfalten. Definitiv schwerer zu knacken als das Debut.
Wer aber vor nichts halt macht, und auf oben aufgeführte Bands steht,
sollte diese Band gehört haben.
THOMAS |