BANDS-BATTLE-Nachschlag
vom 21. Juni 2005
RESPAWN
"Nature's Foul Child" |
Erschienen: 2004
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.respawnmusic.de |
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On Air: "Snapping
Rope" |
Wer mit dem
Heavy Metal der 80er Jahre groß geworden ist, der wird sich daran
erinnern können, mit welcher Begeisterung und vor allem Spannung man
neue Scheiben auf den Plattenteller legte und sich bei jedem Song neu an
den herrlichen bang-kompatiblen Anfangsriffs ergötzte. Und jedes Stück
hatte irgendwie einen eigenen Charakter (mal genz zu schweigen von den
unterschiedlichen Gitarrensounds, Gesangsstilen und Spielweisen der einzelnen
Bands). Solch eine Platte immer und immer wieder aufzulegen, war eine Wonne.
Mit "Nature's
Foul Child" der Berliner Band RESPAWN fühle ich mich ein bißchen
in diese beschriebene Zeit zurückversetzt, denn die fünf Songs
dieser Mini-CD erfüllen jene Kriterien zu einem hohen Prozentsatz:
Die Gitarrenarbeit ist hinreißend, der Gesang hat Charakter, die
Songs sind fast ausschließlich echte Ohrwürmer und obendrein
wartet jede Nummer mit kleinen Überraschungen auf, denen man bei jedem
Durchlauf mit Freude entgegenschaut (das Baßsolo in "Witness My ...
(The Dead)" zum Beispiel).
Obendrein
sind RESPAWN ganz auf die Thrash-Metal-Spielweise der Mittachtziger eingeschworen.
Und wenn man Bands wie Testament, Exodus, Metallica oder Flotsam &
Jetsam als Vergleich heranzieht, dann nicht als kopierte Vorbilder, sondern,
um die sich anbahnende Qualität der Songs bei RESPAWN zu beschreiben.
Eine Band aus der Vergangenheit mit großer Zukunft. 8
von 10
JUB
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MAGNIFICAT
"Opus Nigrum: Overture
..." |
Erschienen: 2005
Label: Wotan
Records
Homepage: |
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On Air: "Hymn
To The Elements:
Armide,
By Lully Prelude's Variation"
"Suicide's
Monologue"
"CCLXIII" |
Aus Mittel-
und Südamerika kommen immer wieder die ungewöhnlichsten Musiker
und Bands. Erinnert sei hier nur kurz an Tuatha De Dannan; Brasilianer,
denen keltischer Folk besser gelingt als manch einem irischen Kollegen.
Die hier zu betrachtende Band ist aus Mexiko, einem Land, das in Sachen
Heavy Metal bisher eher wenig auf sich aufmerksam machen konnte. Mit MAGNIFICAT
ist dieses Achtungszeichen aber umso nachhaltiger. Oder habt ihr schon
einmal eine Band vernommen, in der sich Thrash Metal, Black Metal und Yngwie
Malmsteen-Gitarrenläufe vereinen?
"Opus Nigrum:
Overture ..." ist der Quasi-Alleingang von Saiten-Virtuose Magnus Agliareth,
der alle Lead- und Rhythmusgitarren einspielte und für die atmosphärischen
Keyboardklänge sorgte. Elidor singt und spielt Baß und Basileus
entpuppt sich als einfallsreicher Schlagzeuger. Klassische Songs mit Gesang
sind auf der 6-Track-CD nur zwei zu finden: "Suicide's Monologue" und "CCLXIII".
Beide Stücke sind vor allem Black Metal, haben aber eine Vielzahl
Thrash-Anleihen (vor allem "CCLXIII"). Logisch, daß ein Gitarrenwunder
wie Magnus die Songs nicht im wilden Geschwindigkeitswahn herunterspielt,
sondern im Aufbau so einige Wendungen zu erwarten sind. Das gilt sowohl
für die Melodieerfindungen als auch für die rhythmischen Einfälle.
Fürchtet aber keine Old Man's Child- oder Mephistopheles-Verspieltheiten.
Die Songs von MAGNIFICAT bleiben äußerst griffig. Seinem Affen
Zucker gibt Magnus dann bei dem Instrumentalstück "Spickatto Maestro
in Am". Hier darf gar eine Huldigung an des kleinen Mexikaners großes
Idol, Johann Sebastian Bach, vermutet werden. "Hymn To The Elements: Armide,
By Lully Prelude's Variation" (Intro), "My Cosmic Race" (Zwischenspiel)
und "Agliareth Awakens: This Is Only The Begining ..." (Outro) sind sphärische
Klangwelten, die Magnus vor allem experimentierend auf seiner Gitarre erschuf.
Das klingt manchmal nach ganz großer Kunst. Und die schlummert in
dem Mexikaner auf jeden Fall.
"Opus ..."
ist ein erstes Lebenszeichen von MAGNIFICAT. Was da noch kommt, kann man
bei dieser CD nur vage erahnen. Es könnte aber gewaltig sein. 9
von 10
JUB
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IRON HORSES
"Tear em Down" |
Erschienen: 2004
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.iron-horses.com |
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On Air: "Burnin'
Babe" |
Das sind die
totalen Rocksäue. Bei Musik dieser Art fallen mir Sachen von Motörhead,
Rose Tattoo, Hanoi Rocks oder der halbe Neat-Records-Fundus der frühen
80er ein. IRON HORSES aus Rostock sind mit ihrer Musik altmodisch wie ein
Hippie mit Teppich-Beutel und gerade deshalb so nötig. Denn sie können
vielen verbiesterten neuen Metal-Fans den verdammten Arsch aufreißen
und die Verstopfungen lösen.
Auf ihrem
selbstbetitelten Demo finden sich zwar nur drei Songs, die knallen aber
schon mal alles weg. Rauh, urwüchsig, rasant, wild, verrückt
- das alles sind Adjektive, mit denen man IRON HORSES charakterisieren
kann. Unterm Strich: einfach Klasse. Wenn sie dieses Feeling auf einem
vollen Tonträger durchhalten und sich nicht ihre charmante Poltrigkeit
wegproduzieren lassen, gibt es vermutlich an dem Output dieser Band nix
mehr zu kritteln. 8 von 10
JUB
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CENTINEX
"Decadence-Prophecies
Of Cosmic Chaos" |
Erschienen: 2004
Label: Candlelight/PHD
Homepage: www.centinex.org |
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On Air: "Misanthropic
Darkzone" |
CENTINEX gehören
zweifelsohne zu der absoluten Speerspitze der schwedischen Death-Metal-Bewegung.
Auch wenn in kommerzieller Hinsicht Bands wie Entombed, Dismember, Grave
und Co. CENTINEX sicherlich den Rang abgelaufen haben, musikalisch sind
die Death Metaller mindestens genauso lange dabei und haben eine erstklassige
CD nach der anderen abgeliefert. Nur, daß die großen Labels
nicht sonderlich interessiert an der Band gewesen zu sein scheinen. „Decadence...“
beinhaltet Schwedentod in seiner reinsten Form. Tiefer gelegter Sound,
klasse Riffing, herrliche Leads und Melodien, aggressiver Gesang und Songs,
die clever genug gebaut sind, um Dich erbarmungslos mitzureißen.
Schweden-Death-Herz, was willst du mehr? 9
von 10
THOMAS
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| RIPPED
2 SHREDS "Nothing But Free Fucking Noise" |
Erschienen: 2005
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.ripped2shreds.de |
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On Air: "Princess
Of Pain" |
Die Band um
Goldkehlchen Dirk hat sich dem Grindcore verschrieben. Dabei wagen sie
den Spagat zwischen althergebrachtem Chaosgerumpel der alten Helden (welche
ihre Frühwerke Grindcore nannten, als Entschuldigung dafür, daß
sie ihre Instrumente noch nicht so sehr beherrschten. Man beachte den musikalischen
Quantensprung solcher Bands wie Napalm Death, Carcass, Haemorrhage oder
Agathocles) sowie dem mit Spielwitz vollgepackten Extrem-Metal der
Neuzeit. Hier und da lassen sich zwar noch deutliche Brutal-Truth-Querverweise
ausmachen, fällt aber nicht negativ ins Gewicht. Die Stärke RIPPED
2 SHREDS’ liegt neben der instrumentellen Sicherheit im Erfinden kurzer,
effektvoller Breaks, welche sofort auffallen. Wie es sich für diese
Art von Musik gehört, liegt die Spielzeit der einzelnen Lieder meistens
unterhalb der Zwei-Minuten-Grenze. Kurzum: „Nothing But Free Fucking Noise“
ist eine kurzweilige, gut produzierte Grind-Abrißbirne, deren Anschaffung
kein Fan dieser Musik ernsthaft bereuen wird. 7
von 10
THOMAS
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| BLUTSTURZ
"Demo(n)" |
Erschienen: 2003
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.blutsturz-musik.de |
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On Air: "Hagazussa" |
Niemand bekommt
mehr große Ohren, wenn ihm eine Mischung aus Death, Thrash und Black
Metal in Aussicht gestellt wird. Das ist auch nicht verwunderlich, denn
bei der Suche nach einer ganz eigenen Identität wird gemixt und verknüpft,
was das Zeug hält. Und auch bei BLUTSTURZ hat man manchmal den Eindruck,
die ein oder andere Passage wurde recht steifbeinig bewältigt. Aber
diese Momente halten sich wirklich in Grenzen. Was viel auffälliger
ist, dürfte die Respektlosigkeit sein, wie die Band von einem Extrem
in das andere fällt, ohne dabei abzustürzen. Denn BLUTSTURZ haben
den Uffta-uffta-Black-Metal ebenso drauf, wie giftigen Haß-Doom oder
poltrigen Death Metal. Diese Schleudertour hält einen bei wachem Geist,
wenn man diese 4-Track-CD mit dem Titel "Demo(n)" hört. Knackeharte
Gitarren liefern sich mit einem kotzenden, kreischenden und gurgelnden
Sänger einen Permanent-Kampf, den merkwürdigerweise beide Seiten
gewinnen.
Gut, BLUTSTURZ
mischen. Aber trotzdem ist das hier wieder hörenswert. Auch diese
Band im Auge zu behalten, kann künftig den musikalischen Horizont
bereichern. 7 von 10
JUB
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