PREJUDICE "Reality" 9
(BANDS BATTLE-BAND 2003)
D&F Agency/Painkiller, 2001
Fragt man mich nach belgischen Bands,
fällt mir ersteinmal nur Agathocles ein, dann müßte man
schon länger überlegen. Doch das ändert sich nun schlagartig
mit der CD "Reality" der Band PREJUDICE. Hier gibts was auf die Löffel
und zwar mit Stil. Nämlich eine fast schon perfekte Symbiose aus niederwalzendem
Death Metal und Hardcoreprogressivgezauber. Gut, machen andere Bands auch,
aber meistens ist eine der beiden Seiten die unterlegene. Cannibal Corpse
sind sehr verschachtelt, prügeln aber mehr. Death entwarfen bizarre
(zweifelsfrei geniale) Klangkonstruktionen und erreichten dadurch auf ihren
letzen Scheiben nicht mehr das Agressionspotential ihrer frühen Platten.
Unsere Belgier hier finden den Weg, beide Seiten gleichberechtigt nebeneinander
stehen zu lassen und erinnern nicht selten an die meisterlichen Cryptopsy.
Kann der Dream Theater-Fan zu den Klängen seiner Lieblinge unter dem
Kopfhörer sich entspannen und zu einem Glas Rotwein verträumt
an den Genitalien spielen und bei jedem Taktwechsel wohlwollend aufrauhnen,
wird der PREJUDICE-Hörer sich wohl eher, mit den Fäusten auf
die Sessellehne krachend, aufbäumen und gebärden wie ein Besessener.
Und seine Nachbarn, wild brüllend, in höchste Alarmbereitschaft
versetzen. Easy Listening könnt Ihr bei "Reality" also schonmal vergessen.
Wieder eine geile Undergroundband, die da unerkannt vor sich hin krepelt
und eigentlich auf große Bühnen gehört.
"Deformity"
THOMAS
NAPALMED „Never Mind The MSBR,
Here’s The Napalmed“
Napal-Med u.a., 2002
Erwartet nicht, ich würde diese
CD behandeln, wie jede andere Veröffentlichung, die hier eingeht.
Denn selbst Bands aus dem übelsten Grindcore-Lager machen immer
noch flotte Beat-Nummern. Ja selbst die Noisecore-Buben von Cripple Christ
und der Tschetnik Section Mainz haben in ihrem Lärm hin und wieder
nachvollziehbare Momente. Soetwas geht Radek Koppel mit seiner Band NAPALMED
völlig ab. Legt und stellt alle technischen Haushalts-Geräte,
die irgendwie Geräusche machen, in ein Zimmer, schaltet sie ein und
Ihr bekommt annähernd einen Eindruck davon, was Euch auf der CD „Never
Mind The MSBR, Here’s The Napalmed“ erwartet. Die Geräuschkulisse
ist vollkommen. Und damit der Einstieg für Anfänger nicht so
schwer ist, dauert der erste Song „MBR Not MSBR“ auch nur rund 15
Minuten. Bei Stück Nummer zwei geht es dann schon derber zur Sache,
weil sich Koppel und seine Mitstreiter fette 57 Minuten auslassen.
Das Zeug ist nur etwas für
Verrückte, Taube, Perverse oder halt Noisecore-Fans. Aber die sind
doch meistens verrückt und pervers, oder?
„MBR Not MSBR“
JUB
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