An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

OBSCENE EXTREME-Nachschlag Teil II vom 23. Juli 2002

 

PREJUDICE "Reality" 9 (BANDS BATTLE-BAND 2003)
D&F Agency/Painkiller, 2001
Prejudice - Reality

Fragt man mich nach belgischen Bands, fällt mir ersteinmal nur Agathocles ein, dann müßte man schon länger überlegen. Doch das ändert sich nun schlagartig mit der CD "Reality" der Band PREJUDICE. Hier gibts was auf die Löffel und zwar mit Stil. Nämlich eine fast schon perfekte Symbiose aus niederwalzendem Death Metal und Hardcoreprogressivgezauber. Gut, machen andere Bands auch, aber meistens ist eine der beiden Seiten die unterlegene. Cannibal Corpse sind sehr verschachtelt, prügeln aber mehr. Death entwarfen bizarre (zweifelsfrei geniale) Klangkonstruktionen und erreichten dadurch auf ihren letzen Scheiben nicht mehr das Agressionspotential ihrer frühen Platten. Unsere Belgier hier finden den Weg, beide Seiten gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen und erinnern nicht selten an die meisterlichen Cryptopsy. Kann der Dream Theater-Fan zu den Klängen seiner Lieblinge unter dem Kopfhörer sich entspannen und zu einem Glas Rotwein verträumt an den Genitalien spielen und bei jedem Taktwechsel wohlwollend aufrauhnen, wird der PREJUDICE-Hörer sich wohl eher, mit den Fäusten auf die Sessellehne krachend, aufbäumen und gebärden wie ein Besessener. Und seine Nachbarn, wild brüllend, in höchste Alarmbereitschaft versetzen. Easy Listening könnt Ihr bei "Reality" also schonmal vergessen. Wieder eine geile Undergroundband, die da unerkannt vor sich hin krepelt und eigentlich auf große Bühnen gehört.
"Deformity"

THOMAS

NAPALMED „Never Mind The MSBR, Here’s The Napalmed“
Napal-Med u.a., 2002
Napalmed - Never Mind The MSBR, Here's The Napalmed

Erwartet nicht, ich würde diese CD behandeln, wie jede andere Veröffentlichung, die hier eingeht. Denn selbst Bands aus dem übelsten Grindcore-Lager  machen immer noch flotte Beat-Nummern. Ja selbst die Noisecore-Buben von Cripple Christ und der Tschetnik Section Mainz haben in ihrem Lärm hin und wieder nachvollziehbare Momente. Soetwas geht Radek Koppel mit seiner Band NAPALMED völlig ab. Legt und stellt alle technischen Haushalts-Geräte, die irgendwie Geräusche machen, in ein Zimmer, schaltet sie ein und Ihr bekommt annähernd einen Eindruck davon, was Euch auf der CD „Never Mind The MSBR, Here’s The Napalmed“ erwartet. Die Geräuschkulisse ist vollkommen. Und damit der Einstieg für Anfänger nicht so schwer ist, dauert der erste Song „MBR Not MSBR“ auch nur rund 15 Minuten. Bei Stück Nummer zwei geht es dann schon derber zur Sache, weil sich Koppel und seine Mitstreiter fette 57 Minuten auslassen.
Das Zeug ist nur etwas für Verrückte, Taube, Perverse oder halt Noisecore-Fans. Aber die sind doch meistens verrückt und pervers, oder?
„MBR Not MSBR“

JUB
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