ABGEHÖRT vom 24.
August 2004
FIREWIND
"Burning Earth" |
Erschienen: 2003
Label: Massacre/Soulfood
Homepage: http://www.firewind.gr/ |
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On Air: "The Fire And
The Fury"/"You Have Survived" |
Eine Reihe von Euch werden das schon
erlebt haben: Ihr sitzt in einer Kneipe und nehmt nebenbei eine penetrant
vor sich hin brabbelnde Stimme war, die so widerlich klingt, daß
sie die eigenen Gespräche förmlich zerfetzt. Im Gegensatz dazu
gibt es Momente, wo Ihr jemanden kennenlernt, der eine nahezu magische
Ausstrahlung hat. Ihr wollt ihm zuhören, haltet Eure Statements nur
knapp, damit er einfach immer wieder etwas sagt.
Diese Magie, die man nicht wirklich
rational zu erklären vermag, geht auch von dem Gitarren-Spiel eines
Gus G. aus. Bei DREAM EVIL ist das, was der junge Grieche veranstaltet,
schon mehr als überzeugend. MYSTIC PROPHECY ist eine ähnlich
gutartige Band und mit NIGHTRAGE schließlich hat der Gitarrero Reaktionen
zwischen bloßem Staunen und prickelnder Gänsehaut hervorgerufen.
Spiel, Gus, spiel immer nur weiter, sind jene Gedanken, die mich bei dem
neuen FIREWIND-Album durchfahren. Dabei hat er keine neuen Techniken wie
Eddie van Halen erfunden, zelebriert auch keine Griffbretthektik wie ein
Yngwie Malmsteen und lebt auch nicht von Filigran-Soli im Stile von Steve
Vai. Nein, vielmehr erfüllt Gus G. eigentlich sogar Hörgewohnheiten.
Jedoch liegt der Wahnsinn im Detail, denn der Saitenmeister läßt
uns Riff-Ideen erfahren, die zwischen unglaublicher Wucht und der Harmonie
eines Sommerregens angesiedelt sind. Jeder Song blitzt mit zauberhaften
Parts auf und gibt dabei sofort eine erhabene melodiöse Richtung vor,
die für US-Power-Metal eigentlich untypisch ist. Denn FIREWIND nehmen
diese Titulierung für sich in Anspruch, und wollen doch so gar nicht
in die brachiale, oft leicht progressive Schublade passen.
Natürlich ist ein phantastischer
Gitarrist schon mehr als die halbe Miete. Was aber, wenn der Sänger
zu allem Überfluß dem Klampfer ebenbürtig ist? Gibt es
nicht, meint Ihr? Es geschehen noch Zeichen und Wunder, denn bei FIREWIND
ist das der Fall: Stephen Frederick ist ein Shouter, der zur Welt kam,
um mit Gus. G. in einer Band zu spielen.
Sie sind selten geworden, die Gitarren-Helden.
Derzeit haben wir allerdings am Aufstieg eines Namens teil, der schon jetzt
mit Ehrfurcht ausgesprochen wird und in ein paar Jahren in einem Atemzug
mit den größten des Genres fällt. 10
von 10
JUB
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Würde es die kleine Brücke
namens Locomotive Records und deren deutschen Partner Flying Dolphin zwischen
Süd- und Nordeuropa nicht geben, würden die meisten in Sachen
spanischen Heavy Metals ziemlich im Dunklen tappen. Ein Glück gibt
es sie, und SOZIEDAD ALKOHOLIKAs Scheibe "Tiempos Uscuros" ist nun auch
bei uns erhältlich. Die Band fährt einen recht ruppigen Stil,
der ohne viel Schnickschnack auskommt. Kabel in die Amps und dann Feuer!
MISFITS-inspirierter Punk, gekreuzt mit erkennbaren Thrash-Anleihen, bieten
das musikalische Grundgerüst der Spanier. Dabei agieren sie hauptsächlich
in hohem Tempo. Was sie nicht daran hindert, den Sound auch mal in schweres
Midtempo zu drosseln. Songschreiberisch geben sie dem Hörer keine
schweren Rätsel auf. Denn die Lieder klingen beim ersten Hören
schon rund und mitreißend. Die Melodien fallen zwar spartanisch aber
effektiv aus. Gedichtet wird ausschließlich in der Landessprache,
so daß auch hier gilt, wer spanisch kann, ist klar im Vorteil. Gute
Scheibe. 7 von 10
THOMAS
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THE WAKE
"Ode To My Misery" |
Erschienen: 2003
Label: Spikefarm/Motor Music
Homepage: http://www.the-wake.com |
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On Air: "Failed Generation" |
Wenn ein Typ wie - sagen wir - Vailo
Maikakkaliinen in der Tennis-Weltrangliste geführt wird, muß
er gut sein. Das relativiert sich natürlich etwas, wenn er auf Platz
120 auftaucht. Denn immerhin gibt 119 andere, die besser sind als er. Und
einige davon auch nur deswegen, weil sie gerade mehr Turniere spielten
oder längere Zeit schwächere Gegner hatten. Viele von diesen
119 sind aber einfach besser. Allerdings wird Vailo jeden Tennis-Freak,
der in provinziellen Liga-Vereinen seine Aufschläge übt, locker
an die Wand spielen. Denn auf dieser Ebene sind die Fähigkeiten unseres
Profis mit dem verkorksten Namen beinahe unerreichbar.
Gäbe es eine Weltrangliste
der melodischen Thrash/Death-Bands, dann würde man THE WAKE vermutlich
auch auf Platz 120 führen. Was sie machen, ist wirklich gut, jedoch
sind 119 andere Bands besser. Die machen quasi - um im Bild zu bleiben
- die gleichen Aufschläge wie unsere Finnen mit dem Album "Ode To
My Misery", sind dabei aber variabler, geschickter, gewitzter, schärfer
usw. 5 von 10
JUB
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ACHTLOS
"Nicht viel" |
Erschienen: 2002
Label: M-System/STF-Records
Homepage: http://www.achtlos.de/ |
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On Air: "Big Brother" |
ACHTLOS sind eine von den Bands,
die auf Bikerpartys gebucht werden, um im Hintergrund die Beschallung für
besoffene Onkelz-Fans zu fabrizieren. Dafür reicht es bei der Ruhrpott-Kapelle
gerade so. "Nicht viel" kommt dermaßen lahm, uninspiriert und schmalbrüstig
daher, daß man nicht weiß, ob man lachen soll oder Mitleid
empfindet. Allerweltsgerocke ohne Biß trifft auf ausdruckslosen Gesang,
der nach Feierabend-Hinterhof-Band von Mittvierzigern klingt, die mit ihren
Jugendfreunden noch mal den Wilden raushängen lassen wollen. Schwächelnde
Phrasierungen und Tote-Hosen-für-Arme-Harmonien rauben hier den Nerv.
Die Texte sind Mittel zum Zweck, wackelig in den Reimen und aussageschwach.
Das beiliegende Infoblatt bemüht im Zusammenhang zur Musik die Floskel
"Hart. Laut. Dreckig.".
Aua, aua,
was würde wohl der Rock'n'Roll in Person, Lemmy Kilmister, dazu sagen?
"Hargh,Hargh!"
1 von 10
THOMAS
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Noch einmal US-Power-Metal, diesmal
aber aus Schweden. RISING FAITH vereinen das fette Geboller in der Rhythmusarbeit
mit Melodien, die eigentlich eher zu den europäischen Power-Metal-Acts
passen wollen. Während in den Strophen die Songs volle Wumme drücken,
kippen sie im Refrain häufig in helloweensche Singsänge. Mit
der hier gebotenen Härte ist das sogar gut zu machen.
Wegen dieser Verquickung bieten
RISING FAITH aber nicht unbedingt Neues und wirken mit der Zeit dann doch
ein wenig abnutzend. Die CD "The Arrival" unterhält unbestritten gut,
wird aber eher im Stapel der Favoriten irgendwo weiter unten angesiedelt
sein. 6 von 10
JUB
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MYRK
"Icons Of The Dark" |
Erschienen: 2003
Label: Ketzer Rec./Soulfood
Homepage: www.helviti.com/myrk/ |
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On Air: "Within The Burning
Darkness" |
Draußen wird es wieder etwas
kälter, die Sonne hat es immer schwerer, sich durchzusetzen, und es
ist nicht mehr lange hin, dann hat sie für dieses Jahr den Kampf verloren.
Zeitgleich kommt die Kälte mit täglich wachsender Kraft zurück.
Zeit, den Gute-Laune-CD-Scheiß wegzupacken. Jetzt geht's wieder grimmig
zur Sache. Aus Island, wo sowieso das ganze Jahr über ein häßliches
Klima herrscht, kommen MYRK. Dieser Name steht für grimmigen Black
Metal der alten Schule. Keyboardgeschwuchtel, Frauengezirpe, Schwarzromantik
und Tanztempelhits sind Zutaten, die bei MYRK unter der Anwendung von roher
Gewalt verpönt sind. Zum Glück. "Icons Of The Dark" fräst
sich mit einer Gnadenlosigkeit durchs Packeis, daß es für den
Black-Metal-Fan ein makabres Freudenfest sein wird. Stimmlich krächzt
Frontteufel Icortus in Abbath-Nähe, nicht jedoch ohne auch mal ein
paar Death-Grunts einzubauen. Schrilles Highspeedgetacker steht CELTIC-FROST-Groove
gegenüber und wird mit schwärzesten Melodieriffs miteinander
verbunden. Eine Mischung, die so manche gelungene Idee in sich birgt. MYRK,
die erst 2001 begannen, ihre konkrete Form als Band anzunehmen, erfinden
auch hier das Rad nicht neu, aber das müssen sie auch nicht. Ihre
Version von kaltem Black Metal tragen sie absolut überzeugend zur
Schau. 8 von 10
THOMAS
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THE FORSAKEN
"Traces Of The Past" |
Erschienen: 2003
Label: Century Media/Magic
Arts Publ.
Homepage: http://www.theforsaken.net/ |
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On Air: "Blackened" |
Was für eine Steigerung. Waren
THE FORSAKEN bisher "nur" eine technisch erstklassige Band mit durchschnittlichem
Songwriting, so haben die Schweden auf ihrer dritten Scheibe, "Traces Of
The Past", einige Kohlen nachgelegt. Als Haupteinflüsse der Band dürften
nicht nur AMON AMARTH, HYPOCRISY oder DEATH Pate gestanden haben, sondern
auch solche Acts wie ATHEIST, CORONER und jüngere TESTAMENT. Das schlägt
sich in rundum wuchtigen Kompositionen nieder, die aller PS-Zahl zum Trotze,
stets eine skalpellscharfe Rhythmussektion ihr eigen nennen können,
welche die Kraft in exakte Schädelspalter kanalisiert. Der technische
Anspruch wird nicht plakativ zur Schau gestellt, man kann ihn aber auch
nicht überhören, wer mehr Wert auf Geschwindigkeit und Härte
legt, kommt genauso zu seinem Recht, ohne nur stumpfe Blastattaken geboten
zu bekommen. Jeder Song bekommt einen eigenen Charakter. Und ehe man sich's
versieht, ist die Scheibe auch schon wieder vorbei, ohne das etwaige Gefühl
von Langeweile verbreitet zu haben. In der Vergangenheit klangen THE FORSAKEN
bei weitem nicht so homogen. Abgerundet wird die Scheibe durch eine interessante
Neuinterpretation von METALLICAs "Blackened", welches hier mit ordentlich
Blast runtergeholzt wird.8 von 10
THOMAS
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Keine Frage, in Sachen moderner
Sound sind Bands wie SYSTEM OF A DOWN, DEFTONES oder SLIPKNOT die Bands
der Stunde. Das weiß nicht nur das zwölf-, bis 20jährige
MTV-Klientel, sondern auch die Musiker, die noch eine Richtung zum Einschlagen
brauchen, um erfolgreich zu werden. In diesem Fall sind es fünf Musiker
aus Stavanger in Norwegen, die sich mit peinlichem Make Up, in Form eines
schwarzen Striches im Gesicht, und der Platte "Unknown" aufmachen, um das
skandinavische Gegenstück zu den amerikanischen Kassenschlagern zu
bilden. Das Titelstück macht keine so schlecht Figur dabei. "Unknown"
kommt auf den Punkt und ist nicht unspannend arrangiert. Doch dann beginnt
die qualitative Talfahrt. Von allen oben genannten Bands wird das musikalische
Hauptmerkmal herausgepickt und auf der Scheibe zwangsverquickt. Das geschieht
so offensichtlich und dreist, daß für eigene Einflüsse
absolut kein Platz mehr bleibt. Es besteht also kein Grund, LOWDOWN irgendeiner
SLIPKNOT-Scheibe vorzuziehen, sofern man auf diese Sounds steht. Alles
was man auf "Unknown" geboten bekommt, kann man etwa auf "Iowa" oder "Subliminal
Verses III" in Vollendung bekommen. Die Norweger sind so sehr darauf bedacht,
ihren Idolen wie ein Ei dem anderen zu gleichen, daß sie darüber
das Schreiben von Songs im eigentlichen Sinne total vergessen und Riffs
aneinander heften, die nur selten in Fahrt kommen. 2
von 10
THOMAS
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DOGPOUND
"The Hellbum" |
Erschienen: 2003
Label: Lion Music/GerMusica
Homepage: http://www.dogpound.da.ru/ |
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On Air: "End Of Our Days" |
Das Cover der DOGPOUND-CD "The Hellbum"
suggeriert uns erst einmal vier übelst gut gelaunte Kiffer, deren
Augen nur aus Pupillen bestehen. Und der Höreindruck beim Opener "End
Of Our Days" geht in die gleiche Richtung - ein bißchen Retro-Rock
mit schwungvollen, fröhlichen Melodien. Eigentlich könnten diese
Schweden, die es seit 1999 gibt, auch als Melodic-Metal-Band weggehen,
wären die Gitarren nicht so grummlig stoner-rockend.
Der hinwendungsvolle Eindruck wird
allerdings das erste Mal getrübt, wenn man sich die ernsten psychologisch
angelegten Texte reinzieht. Da gehts um verletzte Gefühle, Trauer,
innere Schreie, den Verlierer auf dem Königsthron, die untergehende
Welt - gäääähn. Da werden die spielerischen Melodien
fast zur ironischen Untermalung der Botschaft. Schließlich stellt
man sogar fest, daß diese aufgesetzte Fröhlichkeit auf Dauer
uninteressant wird. Will heißen, wenn man bei den ersten drei Songs
noch lächelnd meint, DOGPOUND seien ganz hübsch, ist man zehn
Minuten später schon abgeklärter und läßt das Ganze
nur noch geduldig über sich ergehen. 5
von 10
JUB
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Bei dieser CD handelt es sich um
eine Wiederveröffentlichung des 2001er Werkes der Band um die Gitarrenbrüder
Suliani samt ihrer dämonischen Spießgesellen. Eigentlich müßte
man, um die Musik zu kategorisieren, nur sagen, daß ABOMINATTION
aus Brasilien stammen, und man wüßte, wie es um den Metal der
Band bestellt ist. Bands wie KRISIUN, MENTAL HORROR oder REBAELLIUM haben
dem Death-Metal-Fan schon mal eine bluttriefende Visitenkarte aus dem Karnevalland
mitgegeben. Denn ähnlich wie die Vorreiter frönen auch ABOMINATTION
dem Rausch der Geschwindigkeit. Dazu kommt ihre Vorliebe für MORBID
ANGELs 86er Debutalbum "Abominations Of Desolation", bei dem die Brasilianer
so manchen Lead- oder Rhythmusbreak ausgeborgt haben. Die Solis sind pfeilschnell
und meistens inhaltlich nichtssagend. In den langsameren Passagen wird
die Doublebass durchgedroschen, und nur die Klampfen sorgen mit dem Stehen
lassen der Chorde für etwas Luft zum Atmen. Ansonsten verbreitet die
Scheibe eine vergnügliche Hektik. "Doutrine Of False Martyr" kann
man einem Kumpel vorspielen und sich dabei am Geschwindigkeitstick der
Südamerikaner laben. Doch um die Scheibe zu hören, wenn man alleine
ist und man Bock auf geilen Death Metal hat, dafür kann sie nicht
genug Überzeugendes in Sachen Songwriting anbieten. Kurios ist sie
alle Male. 6 von 10
THOMAS
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Der selbsternannten Majestäten
gibt es im Heavy Metal viele. Wirklich majestätisch agieren allerdings
nur die wenigsten. Und die Australier BLACK MAJESTY bringen es auch bestenfalls
nur bis zum Kammerdiener. Grund für das relativ schlechte Abschneiden
ist das Bemühen der Band, auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig zu
tanzen, ohne zu wissen, wie man die unterschiedlichen Schritte richtig
setzt.
Das Label vergibt bei BLACK MAJESTY
die Stilbeschreibung Melodic Progressive Power Metal und outet sich als
ebenso ratlos, wie es dem Hörer nach Konsum von "Sands Of Time" gehen
wird. Melodic? Natürlich, nur sind die Melodien nicht besonders und
wenn, dann gehen sie im Bombast von Keyboards, Gitarrenschwulst und überbordenden
Arrangements unter, wobei letzteres vermutlich den Progressiv-Anteil der
BLACK MAJESTY-Musik ausmacht. Und Power? Na ja, geht so. An einigen Stellen
drücken die vier Australier durchaus, verlieren sich dann in ... aber
das hatten wir schon.
Den größten Schwachpunkt
markiert John "Gio" Cavaliere, der eine typische Euro-Power-Metal-Band-Stimme
hat, will heißen, klar, hoch und mit Zittervibrato. Und streckenweise
scheint er ein guter Sänger zu sein (wenn einem die Stimme auch ziemlich
schnell auf den Senkel geht). Dem gegenüber stehen allerdings ganz
eklatante Tonschwächen, wo Cavaliere mit Karacho an der Melodie vorbeijodelt.
Und das nicht absichtlich. Oh Mann, das ist hart. 3
von 10
JUB
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Um mit der Tür ins Haus zu
fallen: DUKE ist eine Band, deren Notwendigkeit der Bekanntwerdung absolut
nicht zur Debatte stehen sollte. Sollen sie in ihrem Keller musizieren
und dort bleiben. Angepriesen als die neue Band eines ex-Sängers von
diversen Formationen, welche ihrerseits nur selten überzeugend waren.
In diesem Fall ist es Sänger Leo Szpigiel, ehemals SCANNER, CROWS
und ANGEL DUST. 08/15-Heavy-Metal mit abgedroschenen Ideen und so offensichtlichen
Helloween-Bezügen, daß man, wenn man sie leugnet, rot anlaufen
müßte.
Das Ganze
wird gespickt mit ein paar pseudo-dramatischen Elementen und uninspiriertem
Keyboardgekleister. Szpigiel quietscht sich in den Kopfstimmen dermaßen
schräg durch die Texte, daß man sich fragt, wie er damit am
Produzenten vorbeikam. Aha, er war selbst der Produzent. Zwar sind einige
Schreie echt nicht schlecht geworden (wie der am Anfang von "Wild Horse"),
doch dann setzt die eigene Kritikfähigkeit aus und er eiert nur noch
umher. Interessanterweise schrieb ein gewisser Götz Kühnemund
das Infoblatt, der die Band haushoch abfeiert. Sein gutes Recht, doch an
der Realität meterweit vorbei. Einmal mehr zeigt sich, daß Beziehungen
und das nötige Kleingeld alles sind und musikalischer Einfallsreichtum
im Musikbiz nur eine Nebensächlichkeit darstellt. 3
von 10
THOMAS
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NEAL MORSE
"Testimony" |
Erschienen: 2004
Label: Inside Out/SPV
Homepage: http://www.nealmorse.com/ |
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On Air: "The
Prince Of The Power Of The Air" |
Oh, da gibt es so einiges, was für
NEAL MORSE spricht. Das beginnt bei seiner tadellosen Gesangsleistung,
geht über die Fähigkeit, großartige Songs mit ausgeklügelten
Arrangements schreiben zu können bis hin zu der Tatsache, daß
es sich bei ihm um den SPOCK'S BEARD-Sänger handelt. Und mit welcher
musikalischen Vielfalt "Testimony" aufzuwarten weiß, ist schon beeindruckend.
Latino, Jazz, Country, Pop, Floyd-Bombast, Balladeskes, Soundtrack-Pomp
- unterm Strich hat man ein fettes Prog-Rock-Album im Schacht. Bei allen
Einflüssen wirkt es auch nie wirklich überladen, sondern immer
irgendwie eingängig. Das dürfte am Pop-Appeal des kalifornischen
Musikers liegen, der übrigens auch bei dem Mega-Prog-Projekt TRANSATLANTIC
mitmacht. Alles im grünen Bereich, meint Ihr?
Falsch. Denn NEAL MORSE hat das
Doppel-Album "Testimony" genutzt, um uns mit seiner christlichen Botschaft
zu penetrieren. Zwar sei es keine Predigt, sondern nur seine eigene Geschichte,
wie er zu seinem Glauben kam, erzählt Morse, aber mit Veilchen auf
der Zunge haben die Christen seit Menschengedenken ihren Missions-Gedanken
erläutert und im selben Moment Andersdenkenden den Kopf abgeschlagen.
Man kann die Musik nicht wirklich genießen, denn dann müßte
man die Texte ausblenden, was einem partout nicht gelingen will. Von daher
ist diese Scheibe eigentlich nur etwas für beinharte Christen oder
politisch korrekte Menschen, die alles tolerieren und auch sonst keine
eigene Meinung haben.
Für die Musik hat NEAL MORSE
locker 8 Punkte verdient, für die Botschaft 0. Wären im Mittel
4 Punkte. Da die Musik aber schwerer wiegt, spielt "Testimony" doch noch
im Mittelfeld mit. 5 von 10
JUB
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