Manchmal trifft das Klischee vom
rauhen Kanadier, der sich durch sämtliche Unwirtlichkeiten boxt, durchaus
zu. Denn Lips und seine ANVIL, die bereits von 1981 bis 1983 drei wegweisende
und epochale Alben veröffentlichten ("Hard'N'Heavy", "Metal On Metal"
und "Forged In Fire"), haben unbeirrbar die Axt geschwungen, sich allerdings
keine Schneise zum kommerziellen Erfolg schlagen können. Kult sind
sie in der Heavy-Metal-Szene ohne Ende. Doch eine breite Fanbasis haben
sie sich nie aufbauen können.
Und das liegt bestimmt nicht nur
an Sachzwänge, die mit dämlichen Verträgen, verpaßten
Gelegenheiten und ähnlichem zusammenhängen. Denn ANVIL haben
genau wie Raven aus England immer eine recht sperrige Musik gemacht. Auch
wenn man sie Anfang der 80er Jahre nur allzu gerne mit zu den Erfindern
des Speed Metals machte, waren sie immer mehr als nur eine besonders schnell
spielende Band. Melodien waren selten einschmeichelnd, Songs fast nie straight.
Der Gesang von Lips ist bar jeglicher Schönheit und die Gitarren machen
dem Bild eines auf den Aboß schlagenden Hammers alle Ehre.
Und so wüten ANVIL jetzt 20
Jahre durch ihre Musik, denn das neue Album, "Back To Basics", hätte
sowohl von der Musik als auch vom Sound her meinetwegen 1982 erscheinen
können. An den Kanadiern ist die Zeit völlig spurlos vorübergegangen.
Von daher wird dieses Album vor allem etwas für Nostalgiker, Fans
der ersten Stunde oder historsich Interessierte sein. Aber mit dieser Sorte
Mensch soll es sich ganz wunderbar Heavy-Metal-Partys feiern lassen.8
von 10
JUB
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