An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen
- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" -
des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 26. August 2003


PAUL GILBERT "Burning Organ" 8
Mascot Records, 2003

Paul Gilbert - Burning Organ

"To Be With You" von Mr. Big hat uns einst fast umgebracht. Was für ein widerliches Lied. Um so überraschter durften wir gewesen sein, wenn wir in die Mr Big-LP-Veröffentlichungen einstiegen, und feststellten, daß die Amis in der Lage waren, eine gehörige Heavy Metal-Karre zu schieben. Einen wesentlichen Anteil daran trug Gitarrist PAUL GILBERT. Der legt mit "Burning Organ" ein neues Solo-Album vor, das natürlich in erster Linie den Gitarristen in den Vordergrund stellt. Aber erwartet zu keiner Sekunde langweilige Selbstdarstellung. Vielmehr liegt hier eine abwechslungsreiche Party-Platte vor, die für eine Menge Geschmäcker etwas zu kredenzen weiß. Und PAUL GILBERT liefert seine Arbeit mit einem kräftigen Schuß Humor ab, so daß man ihm für die Green Day-Nummer "Suicide Lover" oder der einfältigen Meldie bei dem Gitarren-Pop-Stück "Amy Is Amazing" nicht böse sein kann. Das macht er mit der kultigsten Version des Donna Summer-Disco-Hits "I Feel Love" wieder wett. Nahezu epochal dürfte die fast banal klingende Nummer "I Am Satan" sein. In dem Song besingt er seine Begegnung mit Judy, wie sehr er sie liebt und wie schön alles ist. Nur eine Frage läßt ihm keine Ruhe mehr: Was, wenn sie erfährt, wer er wirklich ist? Nur geil. Herrlich auch wie aus dem akustischen Pop-Liedchen plötzlich ein düsterer Heavy Metal-Song wird. Woher die Gitarren-Melodie am Ende stammt will mir einfach nicht einfallen, hat aber was von "Season Of The Abyss" von Slayer. Nun, und so geht es auf "Burning Organ" lustig weiter: den 70ern wird gehuldigt ("My Drum", "Bliss"), im Titelsong eine instrumentale Jazz/Funk-Nummer serviert, mit "G.V.R.O." völlig unmotiviert auf Akustik-Gitarre Johann Sebastian Bach eingeschoben oder bei "I Like Rock" einer der ultimativsten Party-Kracher der Jetztzeit abgeliefert.
"I Like Rock"/"I Am Satan"

JUB

THE DUSKFALL „Frailty“ 9
Black Lotus Records, 2002

The Duskfall - Frailty

Für eine schwedische Melodic Death Metal-Band (natürlich die Thrash Metal-Einflüsse nicht zu vergessen), die obendrein mit klangvollem Namen aufwarten kann, ist es durchaus ungewöhnlich, daß sie von der Gründung bis zum Debüt-Album drei Jahre braucht. Eigentlich haken sich zwei Kollegen in der Regel unter, die schon mal irgendwo miteinander gezockt haben, stecken den Kopf  durch eine berühmte Studio-Tür und nehmen mal eben ein Album auf. Im Falle von Mikael Sandorf (Ex-Gates Of Ishtar) war das offensichtlich weitaus komplizierter. Dabei waren auch die anfänglichen Mitstreiter nicht von Pappe: Tommy Konu von Deathbound, Per Johansson von Satariel zum Beispiel. Aber erst einmal sollte das Ganze dann doch eher Soulash heißen und erst nach dem ersten Demo kehrte der Name THE DUSKFALL zurück. Irgendwann stand dann die Truppe mit den Gründungsmitgliedern Sandorf und Glen Svensson, dann kam Oskar Karlsson (ebenfalls EX-Gates Of Ishtar) hinzu, auch Kaj Molin und als Sänger (und der ist wirklich das Salz im Süppchen) Kai Jaakkola. Daß Skandinavier ausgerechnet bei einem griechischen Label unterkommen, ist auch ungewöhnlich, aber nicht Gegenstand dieser Rezension.
Denn es geht ja um die Musik, und die plettet einen vom ersten Song an sofort auf die Stärke eines Laken herunter. Ohne Wenn und Aber wird auf "Frailty" der Kessel geheizt, daß man auch bei empfindlichen Minus-Temperaturen arg ins Schwitzen kommt. Dabei werden einem die Songs allerdings nicht mit der Kohleschaufel um die Ohren geballert, sondern die Hiebe kommen mit Schmackes. Denn der Melodien-Reichtum ist beachtlich. Auch wenn  man von dieser Art Scheiben zwei Dutzend im Schrank zu stehen hat und sich schon 20mal schwor, keine In Flames-, Soilwork-, Dark Tranquillity-Ligisten mehr zu dulden, wird man dieses Teil mit Vergnügen dazwischen schieben. In dem Bewußtsein, es immer mal wieder mit freudiger Erwartung herauszukramen.
"Frailty"

JUB

NIGHTINGALE "Alive Again: The Breathing Shadow Part IV" 10
Black Mark, 2003

Nightingale - Alive Again: The Breathing Shadow Part IV

Der grabsteinspröde Gothic-Fan hat zwei Möglichkeiten: Entweder er wirft die neue NIGHTINGALE frustriert an die Wand oder ihm geht auf, daß es neben der moll-schweren Musik der Todessehnsüchtigen noch Klangweiten zu begehen gibt, die in ihrer Größe unendlich scheinen. Es wird nämlich vermutlich der Gothic-Fan sein, der sich auf NIGHTINGALEs "Alive Again: The Breathing Shadow Part IV" stürzen wird, schlägt der Plattentitel doch eine direkte Brücke zum Debüt der Band um Dan Swanö, das als "The Breathing Shadow" 1995 erschien und Rosetta Stone und Sisters Of Mercy-beeinflußt gewesen sein soll. Davon ist allerdings heute absolut nichts mehr zu hören. Dan Swanö und Bruder Dag Swanö - firmiert hier unter dem Namen Tom Nouga - sehen sich von Bands wie ZZ Top, UFO, Moxy, Judas Priest, Spocks Beard und Genesis oder Musikern wie Michael Schenker beeinflußt. Inwieweit das herauszuhören ist, sollte jeder selbst einschätzen. Wenn Ihr über einen Chris Rea-Anfang bei "Eternal", dem "Beat It"-Riff von Michael Jackson bei "State Of Shock" hinwegsehen könnt und dem Ganzen allerdings noch ein paar Whitesnake-Überreichweiten zugesteht, könnte das Inspirationsfeld schon recht gut umrissen sein. Allerdings an einer Band kommen NIGHTINGALE nicht vorbei. Und an der werden sich die Schweden wegen der unverkennbarsten Parallelen messen lassen müssen: Asia. Arrangements, Melodien, Satzgesänge in den Refrains, selbst der Einsatz der Keyboards und die Gitarrenarbeit erinnern an Asia seit "Aqua", als John Paynes Stimme zum Markenzeichen der Briten wurde.
Appropos Stimme. Was Dan Swanö hier abliefert, kann getrost als seine beste Leistung seit Beginn seiner Musiker-Karriere bezeichnet werden. Mit soviel Wärme und traumwandlerischer Sicherheit bekommt Ihr im Heavy Metal selten Sangeskünstler zu hören.
"The One"/"Into The Light"

JUB

GREENFLY "Hidden Pleasures Of A Nonexistent Reality" 8
Morbid Rec., 2003

Greenfly - Hidden Pleasures Of A Nonexistent Reality

Grün kann doch wirklich eine widerliche Farbe sein. Bei Type O Negative zum Beispiel. Deren Tonträger fallen doch schon deswegen auf, weil sie so unangenehm aussehen. Wie auch bei GREENFLY aus Spanien. Deren Grün ist noch schreiender. Aber auch häßlich. Um so hüscher ist die Musik, denn die Band weiß, ihren Death Metal mit Elementen anzureichern, die man so eigentlich nicht unbedingt schon einmal irgendwo anders gehört hat. Das Grundgerüst der Musik ist klassisch: Death Metal der alten Schule, intelligent gespielt. Ungewöhnlich wirken allerdings der heavy rockende Groover "Hidden Pleasures Of A Nonexistent Reality", der leider nur ein kurzes Outro ist. Oder "Crossbreaker" mit Passagen, die auch einer europäischen Power Metal-Band hätten einfallen können. "Living Beyond Suffering" bringt die Scheibe "Hidden Pleasures Of A Nonexistent Reality" dann quasi auf den Punkt: Mit schwerfälligen instrumentalen Doom-Klängen gehts los, um im zweiten Teil mit rüden deathigen Themen dem Stück einen völlig anderen Charakter zu verpassen. Auffällig auf der CD ist der Grindcore-Gesang, der zwischen heiserem Gekreische und üblen Growls wechselt. Texte scheint es dabei nicht zu geben.
Hier sollte man ruhig mal ein Ohr riskieren. Vor allem, weil die CD nach zwei- oder dreimaligem Hören längst nicht all ihre Geheimnisse offenbart hat.
"Living Beyond Suffering"

JUB

ARCH ENEMY "Anthems Of Rebellion" 9
Century Media/Magic Arts, 2003

Arch Enemy - Anthems Of Rebellion

Das Vermächtnis von ARCH ENEMY ist bereits so umfangreich, daß sich die Schweden ihren Platz im Heavy Metal-Wallhalla gesichert haben. Daran würden auch Mega-Flops in Serie nichts mehr ändern. Aber die Amotts und Co. müßten vermutlich von schweren Hirnkrankheiten befallen werden, um nicht weiter geniale Übermenschlichkeiten zu erschaffen. Und selbst dann stelle ich mir ein Album mit bizarrer Musik vor, die ihre Fans finden würde.
"Anthems Of Rebellion" zeigt die Band aber in bester Verfassung. Alles gesund im Hause ARCH ENEMY, denn das neue Album platzt erneut vor betörender Song-Ideen aus allen Nähten. Und obwohl sich ARCH ENEMY getrost an das Kopieren von "Wages Of Sin"-Material machen könnten, ohne dabei qualitativ abzufallen, geht die Band trotzig neue Wege. Das beginnt zum Beispiel damit, daß "Anthems Of Rebellion" nicht wie der Vorgänger gleich beim ersten Durchlauf ins Ohr geht. Zwar sind Refrain-Zeilen wie "Dead Eyes See No Future" unwiderstehlich, aber schon in der Strophen-Rhythmik geht man Umwege. Leichte Widerstände mag man auch bei den meisten der anderen Songs verspüren, denn die Melodien sind oft in dem hyper-aggressiven Thrash/Death Metal-Konstrukt der ARCH ENEMY-Musik verborgen. Sobald aber Sachen wie "We Will Rise" vollständig aufgegangen sind, werden sie zu Offenbarungen. Die zwingenden Riffs - zum Beispiel "Silent Wars" oder "Instinct" - deuten auf eine ganz starke Thrash Metal-Schlagseite, wogegen die Soli oft so gefühlvoll daherkommen, daß sie nicht nur einmal der Hauch melodiösen Power Metals umweht. Natürlich ist es Angela Gossow, die den ARCH ENEMY-Sound wesentlich mitträgt, allerdings machen die neuen männlichen Background-Vocals einiges her (zum Beispiel "Dehumanization").
Warum fehlt ein Punkt an der 10? Das kann man mit Songs wie "Exist To Exit" oder "Despicable Heroes" erklären, denen der letzte Funke fehlt, die vor allem die brutale Seite der Band dokumentieren, dieses ganz bestimmte Flair aber ein wenig vermissen lassen. Aber das ist nur ein unwesentlicher Schönheitsfehler. ARCH ENEMY sind auch anno 2003 eine der stärksten Heavy Metal-Bands der Welt. 
"We Will Rise"

JUB

KISS „Symphony Alive IV“ 10
Kiss Records/Sanctuary, 2003

Kiss - Symphony Alive IV

Sie sind schon 30 Jahre dabei und mischen in regelmäßigen Abständen immer wieder das gesamte Business auf. So gibt es seit kurzem Kiss Records. Wie sagt Gene Simmons? "Wir stimmen dem alten Ausspruch ,Kannst Du sie nicht besiegen, verbünde Dich mit ihnen' nicht zu. Wir glauben, daß wir sie schlagen können." Plattenindustrie-Schelte vom KISS-Basser? Das muß verkehrte Welt sein. Ist es vielleicht auch, denn mit "Alive IV" kommen uns die Party-Rocker mit symphonischer Orchester-Begleitung. Vor 40 000 Fans im Telstra Dome im australischen Melbourne verstärkten sich KISS mit dem 60-köpfigen Melbourne Symphony Orchestra und zelebrierten Songs ihrer legendären Karriere: "Detroit Rock City", "Love Gun", "Black Diamond", "I Was Made For Lovin' You"... Das Bombast-Feuerwerk gibt es allerdings erst auf CD zwei dieses grandiosen Doppeldeckers, denn der erste Silberling enthält zur einen Hälfte das typische KISS-Geschredder mit "Deuce", "Strutter", "Let Me Go Rock'n'Roll", "Lick It Up", "Calling Dr. Love" und "Psycho Circus". Auffällig sind die auf den Punkt gespielten Soli, die Ace Frehley in den zurückliegenden Jahren eher etwas nachlässig hinwarf. Allerdings ist der Qualitäts-Sprung nicht verwunderlich, denn seit einigen Monaten steht Tommy Thayer an der zweiten Klampfe. Teil zwei auf CD eins sind akustische Versionen von "Beth", "Forever", "Goin Blind", "Sure Know Something" und "Shandi", unterstützt von einem symphonischen Ensemble. Diese Versionen beweisen unverkennbar, daß KISS manchmal einfach nur nette Pop-Songs geschrieben haben.
Kommen wir noch einmal zum Herzstück dieser Doppel-CD. Könnt Ihr Euch die Original-Versionen von "King Of The Night Time World", "Shout It Out Loud", "God Of Thunder" oder "Rock And Roll All Nite" vorstellen, wie sie von durchgeknallten Streichern, Bläsern und Perkussions-Leuten voll Inbrunst zu einem Star Wars-Soundtrack aufgeblasen werden? Wenn Ihr Zweifel daran habt, daß es funktioniert, müßt Ihr Euch "Symphony Alive IV" zulegen. Wenn Ihr es glaubt, sowieso. Und wer KISS bisher zu simpel fand, könnte hier vielleicht endlich jene Nuance entdecken, die ihm an den Amis bisher immer fehlte.
Übrigens, niemanden sollte denken, wenn sich KISS mit einem Symphony-Orchester verbünden, hätte das irgend etwas mit den Klassik-Ausflügen von Leuten wie Metallica oder den Scorpions zu tun. Während Letztgenannte ihre Musik dem Klang-Rahmen eines klassischen Klangkörpers anpaßten machten es KISS genau umgekehrt: Sie holzten ihren Stoff wie gewohnt herunter und die Orchester-Begleitung wurde dazu-arrangiert. Und daß dieser musikalische Ausflug einmal mehr der KISS-Philosophie des grenzenlosen Spaß' am Leben entspricht, unterstreicht schon jene Tatsache, daß alle 60 seriösen Musiker des Melbourner Klangkörpers in KISS-Bemalung auf ihren Schemeln sitzen. Nur Kult.
„Deuce“/"Detroit Rock City"

JUB

FOUR STAR MARY „Welcome Home“ 3
Spitfire, 2002

Four Star Mary - Welcome Home

Ich könnte mich anpissen, wenn ich dieses "hart gearbeitet" oder "Schritt für Schritt den eigenen Stil entwickelt" oder "konnten mit ihrer Musik überzeugen" lese. Und dann erfährt man, daß die Truppe erst seit 1997 existiert aber schon Songs in den TV-Serien "Party Of Five" und "Buffy The Vampire Slayer" unterbrachte. Ach so, und bei MTVs "The Real World" und "Road Rules" war man auch schon. Hier reden wir natürlich nicht von einem Hype, nein, auf gar keinen Fall. FOUR STAR MARY sind mit ihrem Gitarren-Rock zwischen Grunge und Stained aber auch sowas von innovativ und außergewöhnlich, daß man sich bald nicht mehr einkriegt. Na gut, ein paar nette Nummern hat dieses Album "Welcome Home". Wenn die Band aber das lockere Freeway-Tempo verläßt, werden die Songs zäh, die Melodien gewollt und alles geht nur noch in Richtung gefälliger Radiotauglichkeit.
„Train“

JUB

TOTAL ECLIPSE "Ashes Of Eden" 4
LMP/SPV, 2002

Total Eclipse - Ashes Of Eden

Sie haben ihre Bay Area nicht vergessen, die Amis. Die einen denken dabei sicher vor allem ans Baden, Surfen und Sonnen. Ein paar andere erinnern sich allerdings eher an die Zeit, als Slayer, Anthrax, Metallica und andere Heavy Metal-Bands die Welt eroberten. Da war "Bay Area" fast schon die Bezeichnung eines neuen Musik-Stils. Jetzt, wo die Staaten Metal-historisch in die völlige Bedeutungslosigkeit versunken sind, kann Bay Area bestenfalls als territoriale Orientierung für die Herkunft einer Band herhalten. Assoziationen mit einer bestimmten Musik werden nicht mehr geweckt. Auch wenn das manche Label-Leute einfach nicht einsehen wollen.
TOTAL ECLIPSE kommen von eben dort, der Bay Area, San Francisco. Und sie machen US Power Metal. Haben mit der Musik von einst also nicht viel zu tun. Vielmehr hört man den Songs der Band an, daß man wirklich bemüht war, Stücke zu komponieren, die einem bestimmten Anspruch gerecht werden. Daher kann man auf "Ashes Of Eden" auch kein aggressives Geballer erwarten. Vielmehr agiert der Fünfer hier und da etwas überambitioniert, was durchaus auch mal aufgeblasen oder theatralisch wirkt ("Heaven On Their Minds"). "In Remembrance" klingt gar wie eine mühselig geflickte Dampfmaschine, die nicht ganz rund läuft, schnauft und stampft, und wenn sie die optimale Drehzahl erreicht hat, bringt sie nicht die volle Leistung. Das trifft eigentlich auch auf "Frozen In Time" zu. Obendrein hat man an manchen (wenigen) Stellen den Eindruck, daß Sänger Andrea Giardina an seine Grenzen stößt. Bei "The Gatekeeper" oder "Tears Of The World" weiß man im ersten Moment gar nicht so reht, was TOTAL ECLIPSE von einem wollen.
Richtig geil sind die Amis lediglich in ihrem Opener "Storm Warning". Bei dem Stück stimmt einfach alles: die Power, das Tempo, die Refrain-Melodie, das Arrangement. Nur ist dies leider eine Ausnahme. 
"Storm Warning"

JUB

ARENA "Contagion" 8
Verglas Music/SPV, 2002

Arena - Contagion

Der Unterschied zwischen progressiven Metal-Bands aus den Staaten und Großbritannien ist eklatant. Während die Amis das neoklassische Gefrickel bevorzugen, das stark durch die 80er Jahre geprägt wurde, sind die Briten ganz den 70ern verhaftet. Das ist bei Pallas und Marillion logisch, da sie aus jener Zeit stammen. Aber selbst Jade, Threshold und ARENA tragen das Erbe der frühen Genesis, Yes oder Emerson, Lake & Palmer weiter. Bei ARENA kommt noch der enorme Bezug zu Marillion hinzu, was sicher nicht nur an Ex-Marillion-Schlagzeuger Mick Pointer liegen wird. Und wenn man es ganz exakt nehmen möchte, sind ARENA auch lediglich der Marillion-Ära verhaftet, die von Sänger Fish geprägt wurde. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß die Band mit den aktuellen Werken von Fish durchaus eine Allianz eingehen könnte.
Das Ganze ist auf einem äußerst hohen Qualitäts-Level aufbereitet, benötigt aber eine gewisse Bereitschaft beim Zuhörer, den verträumten, vertrackten oder epischen Weisen der Briten zu folgen. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, kann eine kleine musikalische Welt entdecken, wie sie ihm vorher vielleicht noch nicht offen stand. Gesetz dem Fall, Ihr habt nicht die gesamte Fish/Marillion-Diskographie im Schrank. 
"Witch Hunt"

JUB
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