ABGEHÖRT vom 27.
Juli 2004
LAKE OF TEARS
"Greatest Tears Vol I" |
Erschienen: 2004
Label: Black Mark
Homepage: www.lakeoftears.net |
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On Air: "Sweetwater" |
Schweinegeil diese verdammte Band.
In Sachen Gothic Metal sind LAKE OF TEARS definitiv einer der stärksten
Acts gewesen. Das wird um so mehr deutlich, wenn man - wie hier auf der
"Greatest Tears Vol I" - eine Reihe der ganz großen Nummern komprimiert
zu hören bekommt: "Burn Fire Burn", "Sweetwater", "Sorcerers" oder
selbst das wunderschöne Instrumental "Otherwheres". Melancholie pur.
Bestückt ist Teil I mit insgesamt
elf Songs aus der gesamten Schaffensphase der Band von "Greater Art" (1994)
bis "Neonai" (2002), denen leider kein Bonus-Track oder eine Alternative-Version
beigefügt ist. Das macht das Ganze für LAKE OF TEARS-Fans nicht
ganz so spannend. Ich denke aber, daß die beiden Hit-Sammlungen auch
vor allem für Leute herauskommen, die nachgewachsen sind und sich
LAKE OF TEARS erst noch erschließen müssen. 9
von 10
JUB
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Die ehemaligen irischen Chartstürmer
von THERAPY? machen auf ihrer neuen CD, was sie immer machen: leicht noisigen
Pop/Rock mit netten, meist aber oft benutzten Ideen, was die Songs angeht.
Noch immer versuchen sie sich von jeder sich anbietenden Genre-Identifizierung
fernzuhalten, um den Ruf des Besonderen zu wahren. Das, und das muß
man ihnen lassen, machten sie schon von Anfang an. Egal, zu welchem Zeitpunkt
ihrer Karriere. Als kleine Garagenband, als gehypte Band der Stunde und
nun, da es wieder ruhig um die Iren wurde, ziehen sie einfach nur ihren
Stiefel durch. Eine Kontinuität, von der sich so manche Wendehals-Metal-Combo
eine Scheibe abschneiden könnte. "High Anxiety" beginnt mit einem
überraschend rockigen Song mit dem coolen Titel "Hey Satan - You Rock".
Die Nummer ist simpel, knallt und scheint in zehn Minuten geschrieben worden
zu sein. Klasse. Das war auch schon das wirkliche Highlight der Scheibe.
Der Rest ist ein mal vor sich hin grungender, mal wabernder Songbrei, frei
von Überraschungen und Spannung. Eine Spur noisig zwar, aber nie chaotisch.
Umhüllt von unspektakulären Melodien. Durchschnittlicher Rock,
THERAPY? halt. 4 von10
THOMAS
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Mögt Ihr progressives Zeug?
Obendrein noch Black Metal? Verspieltheiten zwischen Renaissance-Musik
und Epischem seid Ihr auch nicht abgeneigt? Na dann hab ich Euch eine Empfehlung
zu machen: ARTEFACT. Anfangs dachte ich, die Band käme aus Belgien,
da dort die Flamen ihre germanische Herkunft mehr und mehr in den Vordergrund
rücken. Und da ARTEFACT ihr Booklet mit Runen verzieren und "Menhir"
als Opener am Start haben, ist solch eine Annahme nicht all zu abwägig.
Doch dieses Trio kommt offensichtlich aus Frankreich. Liegt auch irgendwie
nahe, da - ganz dem Klischee entsprechend - ARTEFACT eine etwas abgehobene
Künstler-Band ist. Denn diese Musik sich vollends zu erschließen,
wird eine halbe Ewigkeit in Anspruch nehmen. Was aber sofort auffällt,
ist, daß die Band sich nicht mit Gewalt um anmachende Melodien herumdrückt.
Oder anders herum: Sie können einfach gute Songs schreiben, die natürlich
als solche im klassischen Sinne nicht gleich erkennbar sind.
Vielleicht rührt die Vertracktheit
in der ARTEFACT-Musik aus ihrer Vorliebe für Emperor und Cradle Of
Filth, von denen sie in ihrer Anfangszeit (2000/2001) Songs coverten. Mit
ihrem Debüt-Album haben die Typen aber bewiesen, daß sie es
auch selbst können. 9 von 10
JUB
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MY DARKEST HATE
"At War" |
Erschienen: 2004
Label: Massacre/Soulfood
Homepage: www.mydarkesthate.de |
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On Air: "I Will Follow" |
So langsam aber sicher mausert sich
eine weitere Death-Metal-Top-Band in Deutschland heraus: MY DARKEST HATE.
Natürlich, ein paar bekannte Namen im Line Up, ein guter Deal und
eine daraus resultierende gute Presse machen noch lange keine Top-Band.
Doch MY DARKEST HATE haben weitaus mehr zu bieten als nur das. Jörg
M. Knittel, hauptberuflich Songschreiber und Gitarrist bei den einzigartigen
Sacred Steel, frönt hier bekanntlich seiner Leidenschaft für
den Death Metal. Dabei ist es seine größte Stärke, sich
nicht am "Wer kann am döllsten und am längsten und am kompliziertesten"-Wettbewerb
zu beteiligen, und statt dessen Songs zu schreiben, die von seiner Hauptband
nicht so weit entfernt sind. "At War" könnte mit einer anderen Stimme
auch als Thrash oder Heavy Metal oder Was-weiß-ich-was-Stil durchgehen.
Trotzdem erzeugen die Süddeutschen einen ähnlichen Groove wie
etwa Six Feet Under oder walzen manchmal daher wie der britische Bolt-Thrower-Panzer.
Was nicht heißen soll, daß sie bei den Großen klauen
oder sie gar kopieren wollen. Sie schaffen es lediglich, die selben Effekte
zu erzeugen. Kurzum, MY DARKEST HATE haben ein eigenes Gesicht, sind Death
Metal durch und durch und könnten dennoch von Nicht-Fans dieser Sparte
gemocht werden. Das ist doch schon mal was. 8
von 10
THOMAS
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STEEL PROPHET
"Beware" |
Erschienen: 2004
Label: Massacre Rec./Soulfood
Homepage: www.steelprophet.com |
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On Air: "Political Greed
(Petrol Man)" |
Diese CD könnte einen Aufkleber
tragen, auf dem steht: NEU! Jetzt auch mit Torschlußpanik!!! Jahrelang
versuchten die Amis, im Fahrwasser von Iron Maiden von sich reden zu machen.
Dabei schlingerten sie stets um die Pole der Durchschnittlichkeit oder
der musikalischen Tragbarkeit. Ohne jedoch einmal einen großen Wurf
zu landen. Logisch, denn wer braucht schon Iron Maiden Pt.II, der zwar
einen härteren Sound aber schwächere Melodien hat? Eben, so richtig
keiner. Das sah die Band und deren altes Label Nuclear Blast nach einigen
Platten genauso. Darob frustriert, trennten sich die Wege der ehemaligen
Geschäftspartner, und man wurde bei Massacre Records heimisch. Hier
sollte nun alles anders werden. Schluß mit der Maiden-Kopiererei,
mit der festgefahrenen Herangehensweise beim Songwriting und der Verschwendung
der Zeit. Jetzt gibt es STEEL PROPHET 2004. Und so wurden die Songs kompakter,
härter und moderner in ihrer Ausrichtung. Die Twin-Guitar-Läufe
wurden in den Hintergrund gedrängt (allerdings nicht zu weit), der
Gesang ist frei von Dickinson-Zitaten, und es gibt Platz für Experimente.
Bei "Political Greed (Petrol Man)" schossen sie dabei aber ziemlich über
das Ziel hinaus. Thrashige Riffs und amtliches Geknüppel treffen auf
Hardcore-Shouts, Samples und ein klassisches Gitarrensolo. Das wirkt zerfahren
und gegen die Wand gesetzt. Nicht unschuldig daran dürfte der zu klinische
Sound sein, bei dem man die Bassdrum etwa wie das Klacken von Punica-Deckeln
wahrnimmt. Wenn "Beware" die Definition für die neue Marschrichtung
im Hause STEEL PROPHET ist, dann trägt die CD ihren Namen "Beware"
zu Recht. Sicher, die Band hat einfach nur ihre Vision der Zukunft umgesetzt,
doch ob sich nun Erfolg einstellt, das wage ich zu bezweifeln. Die alten
Anhänger werden an dieser Scheibe zu knabbern haben. 4
von 10
THOMAS
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VINTERRIKET
"Landschaften ewiger Einsamkeit" |
Erschienen: 2004
Label: Ketzer Rec./Bloodshed
Prod./Arcano Musica/Soulfood
Homepage: www.vinterriket.com |
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On Air: "Landschaften
ewiger Einsamkeit (Track 4)" |
Wenn man sich das Cover dieser CD
betrachtet, könnte man annehmen, es handele sich hierbei um eine weitere
ruppige Black-Metal-Band. Schwarzgraues Cover mit Waldmotiv, verschnörkeltes
Logo (vermutlich von C. Szpajdel), mit Ancient-artigen, kleinen Tannenzipfeln
auf den Buchstaben sowie eine nur schemenhafte Darstellung des Künstlers
auf dem Foto. Doch weit gefehlt. Während die CD anläuft, fragt
man sich nach einigen Minuten, wann dieses langweilige Intro endlich aufhört.
Zu diesem Zeitpunkt ist man schon
mitten in der Musik der CD. Sphärische Keyboardklänge mit verhaltenen,
manchmal einsetzenden Loops und zaghaften Beats, welche hier und da vorsichtig
um die Ecke schauen. Von Songs im eigentlichen Sinne kann man nicht sprechen,
da abwechselnde Themen, Refrains, Strophen, Melodien, Texte oder Breaks
nicht vorhanden sind. Deshalb haben die Sequenzen auch keine Titel. Das
Anliegen VINTERRIKETs ist tatsächlich das Transportieren von Gefühlszuständen,
welche einen bei einem Spaziergang in der freien Natur beschleichen.
Naturmystische Kunst, die nicht
nach oberflächlichen Standards gemessen werden kann. Eine Hommage
an Einsamkeit und Kälte. Nun, ich denke, daß VINTERRIKETs Natur
um sein Haus nicht sehr spannend sein kann. Denn dieses Album, Dark Ambient
hin und her, ist eine öde Schlaftablette ohne Ideen und Charisma.
Seine Vision in allen Ehren, doch die Umsetzung ist frei von Spannung,
Erhabenheit, von Stolz oder Dramatik, Dinge, welche die Natur zu Hauf bietet.
Hört man Skyclad, Primordial, jüngere Bathory oder alte Ancient,
hat man stets das Gefühl, inmitten des Schauplatzes der jeweiligen
Songs zu stehen und den Wind auf der Haut zu spüren, den Regen zu
riechen oder das Rauschen des Wassers zu hören. Bei VINTERRIKET hört
man einen einsamen, mittelmäßigen Keyboarder, der, weil er vermutlich
keine passenden Mitmusiker findet, allein auf seinem Instrument und seinem
Computer im Keller verträumt vor sich hin schwummert und das müde
Ergebnis mit einer mystischen Aura kaschiert. Soll er machen, Fans hat
er genug. "Landschaften ewiger Einsamkeit" ist sein drittes Album, und
gekauft wird es gern. Sein Projekt zu vermarkten, versteht er geschickt.
Vielleicht schreibt VINTERRIKET mal den Soundtrack für einen Unter-Wasser-Dokumentationsfilm.
Dafür wäre er genau der richtige Mann. Keine Ahnung, was ich
von der CD halten soll. 3 von 10
THOMAS
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AIRBORN
"D-Generation" |
Erschienen: 2003
Label: Remedy Rec./True Music
Homepage: --- |
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On Air: "Cosmic Rebels" |
Manche mögen das, was AIRBORN
machen, einfältig finden. Aber angesichts der unüberschaubaren
Menge an melodischen Power-Metal-Bands ist es schon bemerkenswert, wenn
es einer Truppe gelingt, gut zu unterhalten. Und genau das ist die Stärke
dieser Italiener. Ihre Songs sind gewiß keine Meilensteine, auch
erfinden sie das Genre nicht neu. Aber es ist auf "D-Generation", dem Zweitling
der Band, nicht eine Nummer zu finden, die man angeödet weiterzappen
würde. Hier wird frisch aufgespielt. Gefällige Riffs, herrliche
Mitsing-Refrains, unaufdringliche Gitarren-Soli, dazwischen ein paar elektronische
Effekte, die das Sience-Fiction-Thema der Band unterstützen sollen
und ein Sänger, der von den belastenden Metal-Tenören weit entfernt
ist und fast schon eine unscheinbare, aber direkte und klare Stimme besitzt.
Wer melodischen Power Metal europäischer
Prägung mag, sollte diese Scheibe haben. Ohne es bewußt zu wollen,
wird er dieses Teil immer mal wieder einlegen. Denn so ein Riesenberg positive
Musik kann gar nicht langweilen. 8 von
10
JUB
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APOKRYPHA
"To The Seven" |
Erschienen: 2004
Label: Black
Attakk
Homepage: www.totheseven.de |
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On Air: "Black
Demons" |
Es ist die
harmonische Eingängigkeit der Gitarren-Melodien, die dieses Album
zu einem echten Dauerbrenner für die heimische Anlage machen könnte.
Und das ist gut so, denn während man beim ersten Durchlauf noch vor
allem bereits Benutztes zu erspähen vermeint, gewinnt man die Songs
von Mal zu Mal mehr lieb.
Die vom Label
versprochene Mischung aus Black, Thrash und Death Metal gibt es tatsächlich.
Wobei die drei Stilistiken nicht gleichberechtigt Verwendung finden. Denn
das Grundgerüst dieser Band ist unverkennbar Black Metal. Death gibt
es ganz selten und Thrash hin und wieder bei einigen Riffings.
Ich wette,
daß jeder Song für jeweils unterschiedliche Leute der Favorit
werden könnte. Einen werden jedoch alle mitsingen, während sie
eingeknickt im Zimmer stehen und die Haare kreisen lassen (wie lang sie
auch immer sein mögen): "Black Demons". Hier haben wir es endlich
mal wieder mit einem Black-Metal-Hit zu tun, der einen Wiedererkennungswert
besitzt wie einige alte Venom-Klassiker. 9
von 10
JUB
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SINNERS BLEED
"From Womb To Tomb" |
Erschienen: 2002
Label: Eigenprod./Lost In
Berlin
Homepage: www.sinners-bleed.de |
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On Air: "Daemons" |
Die Berliner von SINNERS BLEED haben
den Bogen raus, wie man Death Metal packend spielt. In einem Mordstempo,
technisch absolut sattelfest und mit einfallsreichen, nicht zu überkandidelten
Breaks. In den Songs passiert viel. Rhythmiken werden wie wild gewechselt,
Takte springen hin und her und die Geschwindigkeit gleicht einer Achterbahn.
Dennoch sind SINNERS BLEED von der reinen Mathematik solcher Bands wie
Yattering oder Cryptopsy weit entfernt. Die Lieder sind gerade noch so
nachvollziehbar und spalten Köpfe mit Pep.
Auch wenn die Spreemetaller die
Eingängigkeit nicht gerade für sich gepachtet haben. Der qualitätsbewußte
Underground-Fan sollte für „From Womb To Tomb“ durchaus mal ein Ohr
riskieren. 7 von 10
THOMAS
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LAKE OF TEARS
"Greatest Tears Vol II" |
Erschienen: 2004
Label: Black Mark
Homepage: www.lakeoftears.net |
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On Air: "Devils Diner" |
Ja ja, so kanns gehen. Eigentlich
ist das Prinzip auf "Greatest Tears Vol II" das gleiche wie auf "Vol I".
Nur mit dem Unterschied, daß auf dieser Scheibe auffällig mehr
Songs, der äußerst depressiven Art enthalten sind (zum Beispiel
"When My Sun Comes Down", "The Blossom Blue" oder "So Fell Autumn Rain").
Interessant, daß man für diese Kompilation auch auf "Lady Rosenred"
zurückgegriffen hat, der eine Kopie von "Accidents Never Happen" von
Blondie ist.
Nummer zwei ist nur unwesentlich
anders als der erste Teil. Als Doppelalbum wäre diese Hit-Zusammenstellung
unschlagbar gewesen. So drängen sich die Vergleiche zwischen den beiden
separaten Kopplungen förmlich auf. Unterm Strich bleiben aber zwei
CDs einer großartigen Gothic-Metal-Band, die hörbar eine Unmenge
weiterer Gruppen dieser Richtung beeinflußt haben dürfte. 8
von 10
JUB
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