An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

ABGEHÖRT vom 28. Mai 2002


VOMITORY "Blood Rapture" 9
Metal Blade, 2002

Vomitory - Blood Rapture

VOMITORY aus Schweden holen in letzter Zeit verstärkt auf. Bedenkt man den Fakt, daß die Band schon seit über zehn Jahren aktiv ist und sie dennoch über einen Newcomer-Status verfügen. Doch die Zeiten sollten so langsam vorbei sein. Mit "Blood Rapture" machen sie einen Schritt nach vorn in die nächste Liga. Das Album ist ein Lehrstück in Sachen "Wie vermenge ich Crustcore und Death Metal am effizientesten zu einem tötlichen Cocktail?"
Im Prinzip wie jede andere VOMITORY Scheibe auch - nur daß sich die Freunde von Blut-, Kadaver-, Tod- und Qual-Texten jedes Mal soundtechnisch steigern konnten.
Sollte man wenigstens mal reingehört haben.
"Nailed, Quarted, Consumed"/"Blessed And Forsaken"

THOMAS

SOLEFALD „Pills Against The Ageless Ills“ 6
Century Media, 2001

Solefald - Pills Against The Ageless Ills

Eines haben SOLEFALD mit ihrem Album „Pills Against The Ageless Ills“ auf jeden Fall geschafft: Nämlich eines der ungewöhnlichsten Werke des vergangenen Jahres vorgelegt. Und sie zwangen mich, diese Scheibe immer und immer wieder zu hören, da die ersten Begegnungen mit der Musik von Cornelius (voc, g, bg) und Lazare (voc, synth, dr) einen völlig im Regen stehen lassen. 
Man kann auf jeden Fall Emperor als Orientierungshilfe heranziehen, ebenso Arcturus (siehe Abgehört vom 14. Mai 2002). Und nach mehrmaligem Hören sind die ersten fünf Songs dieser CD auch als bemerkenswerte Kunstwerke zu erkennen. Da gehen Härte, Melodiösität und Progressives Hand in Hand. Die Stücke wirken trotz ungewöhnlicher Momente und Passagen sehr stimmig. Acht Punkte wären an dieser Stelle nicht geschmeichelt.
„Charge Of Total Affect“
Mit dem Stück sechs, „The Death Of Father“, bricht das Ganze allerdings in sich zusammen. Genannter Song klingt wie die wochenlange Kompositionsarbeit geistig Behinderter. „The USA Don’t Exist“ könnte zwar bei etwas mehr Sinn für Melodie als ein Sisters Of Mercy-Stück durchgehen. Die beiden Abschluß-Nummern „Anti-City Strategy“ und „Hierarch“ sind dann aber wieder ziemlich vetrackter - Tschuldigung - Unsinn.
Textlich wird ein Konzept gefahren. Über den Daumen gepeilt, geht es um zwei sogenannte Grundgegensätze im menschlichen Leben: Genuß und Qual, Begierde und Reue.
Die beiden Norweger haben es allerdings schon seit der Gründung der Band mit kontroversen Machwerken gehalten. Wegen ihres ersten Albums „The Linear Scaffold“ (1997) sollen sie gar eine Morddrohung erhalten haben. Bei Album Nummer zwei, das weltweit bei der ehrlichen Kritik durchfiel, waren Punk, Trip Hop, Reggae und orientalische Elemente zu vernehmen.  Zwar tritt man jetzt wieder etwas mehr auf das Gas-Pedal, hat die Gitarren gefettet und die Stimmen geölt - Heavy Metal-Puristen, welchen Genres aus immer, werden sich weiterhin schwer tun mit SOLEFALD.
Und da die CD in der zweiten Hälfte so unmöglich wird und dort gerade mit Ach und Krach eine drei abgreifen könnte, halten wir es hier mit der Fast-Mitte.
„The Death Of Father“

JUB

KOTIPELTO "Waiting For The Dawn" 7
Century Media/Magic Arts, 2002

Kotipelto - Waiting For The Dawn

Die selbstverordnete Auszeit im Camp von Stratovarius nutzte Sänger Timo KOTIPELTO, um sein erstes Soloalbum unter die Menschheit zu bringen. Ob diese allerdings fieberhaft darauf wartet, ist was anderes. Egal. Fakt ist schon mal, daß so ein Soloalbum fürchterlich floppen kann, auch wenn es gut ist. Also heißt es, nicht unvorbereitet in den Kampf ziehen und sich eine namenhafte Mannschaft anheuern. Damit man möglichst viel Aufmerksamkeit erhascht. Musiker von HIM, Symphony X, Helloween und Stratovarious geben alle ihr Bestes, um den Barden musikalisch den Rücken zu stärken. Und wie soll es auch anders sein bei solchen Leuten? Sie machen ihre Sache natürlich gut. Keine Egotrips, keine ausufernden Improvisationsmomente, sondern immer songdienlich ist die Musik gehalten. KOTIPELTOs Stimme ist wie immer - sehr hoch aber stets tadellos. Doch das Beste ist, daß die Songs streckenweise richtig gut sind. Daß es Songs wie zum Beispiel "Battle Of The Gods" oder der Opener "Travel Through Time" nie auf ein Stratovarius-Album schafften, liegt nicht an ihrer Qualität. Das steht schon mal fest. Das Hauptmanko an dieser Platte liegt meiner Meinung nach darin, daß der Meister viele ruhige Stücke auf die CD packte und die Stärke ist, daß die kräftigeren Songs treibend sind und nicht überladen wurden, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Bei "Waiting For The Dawn" könnt Ihr ruhig mal ein Ohr riskieren.
"Battle Of The Gods"

THOMAS

GLUECIFER „Basement Apes“ 8
Steamhammer/SPV, 2002

Gluecifer - Basement Apes

Wenn die Rauheit der Inmates auf den popigen Punk der Buzzcocks trifft, wenn Motörhead im Strandlook und Blur in Lederkluft gemeinsam eine Rodeo-Veranstaltung besuchen - dann haben wir GLUECIFER. Ruppig, schnell, lässig und besoffen. Der Punk’n’Roll dieser Band funktioniert auf der gesamten Scheibe. Manchmal hätte es vielleicht an der ein oder anderen Stelle mehr knallen können, aber wir schreiben ja nicht das Jahr 1979. Heute wird etwas mehr mit Bedacht gerockt. Warum? Fragt Eure kleine Schwester.
„Black Book Lodge“

JUB

PROJECTO "Crown Of Ages" 3
Underground Symphony/Metal Blade/SPV, 2002

Projecto - Crown Of Ages

Ja phantastisch, wieder eine Band, die Heavy Metal spielt wie er nicht sein sollte. Nämlich alles andere als heavy.
PROJECTO verfahren anscheinend nach der Formel viel Doublebass plus hohe Stimme ist schon die halbe Miete. Allerdings ist die Stimme kraft- und identitätslos. Das permanent im Hintergrund großspurige Gebirge aus Keyboard-Watte macht den Metal auch kaum heftiger. Doch die Gitarren (!) schießen hier den Vogel ab. Es fiedelt und gniedelt unaufhörlich mit einer Vehemenz, die Ihresgleichen sucht. Kräftige Riffs? Fehlanzeige. Meistens eher magere Gestelle diese Riffchen, können sich kaum durchsetzen gegen das Gefiedel, die Berge aus rosa Watte und das Stimmchen des Sängers.
"Heart And Steel"

THOMAS

MACBETH „Vanitas“ 9
Dragonheart/Audioglobe/SPV, 2001

Macbeth - Vanitas

Wenn uns seit geraumer Zeit bei dem Wort Italien auch mehr und mehr ein kalter Schauer über den Rücken läuft und wir bei Veröffentlichungen aus dem Stiefel voll Angst mit „melodischen Power Metal-Bands“ rechnen, dürfen wir uns doch immer wieder überraschen lassen. So auch mit MACBETH, die das Gothic-Genre bereichern möchten. Und wie schon einst die Landsleute Inner Shrine (waren bei INTERREGNUM gar schon mal unter den ersten 10 Alben des Jahres) verstehen es auch MACBETH, die Regularien der Musik-Richtung zwar zu nutzen, zum Opfer fallen sie ihnen allerdings nicht.
Schon der Opener „Crepuscularia (Agony In Red Minor)“ (sieht man vom Intro „13. November“ mal ab) läßt Großes erahnen. Das Stück hat ein annehmbares Tempo, eine absolute Top-Melodie, ein effektives Arrangement und Sänger Andreas sowie Sängerin Morena machen sofort deutlich, daß man es hier nicht mit der 348. Version von Theatre Of Tragedy zu tun hat. Dafür ist Morenas Stimme viel zu kraftvoll und außergewöhnlich, fällt Andreas mit seiner Vielseitigkeit aus der Rolle.
Und am Ende hält die Scheibe „Vanitas“ was „Crepuscularia“ verspricht. Seid versichert: Diese CD hat nicht einen Ausfall. Ob es verträumt wird („Moisa“) oder pompös („El Diablo y la Luna“) oder man einmal mehr ein Meer von Atmosphäre erzeugt („Pure Treasure“) - den Italienern will so ziemlich alles gelingen.
„Haeresis Dea“

JUB

KAAMOS "Kaamos"  8
Candlelight/PHD, 2002

Kaamos - Kaamos

Schwedische Death Metal-Bands gibt es ca. 90876 und jede zweite ist auch noch richtig geil. Wie soll der geneigte Fan das alles kaufen? Mittlerweile gibt es mit KAAMOS noch eine mehr, die sich mit einem leckeren Debut vorstellt. Mit dem aufs Bodenblech gepreßten Gaspedal heizen KAAMOS mit Sinn und Verstand durch ihr Material und schnell wird klar, daß die Jungs große Unleashed-Fans sind. Der Geist ihrer frühen Platten ist allgegenwärtig. Nie aufdringlich aber stets zu spüren. Ausfälle sucht man mit der Lupe und ich wüßte keinen Grund, warum ich KAAMOS nicht weiter empfehlen sollte. Außer dem eingangs erwähnten Problem sollte dem nichts im Wege stehen.
"The Storm Of Coming"

THOMAS

DARK MOOR "The Gates Of Oblivion" 7
Arise Rec/SPV, 2002

Dark Moor - The Gates Of Oblivion

Sieh an, sieh an, das nenne ich eine Überaschung, waren die Spanier DARK MOOR auf ihrer ersten CD "Shadowland"
noch eher eine akustische Lachnummer, haben sie sich auf ihrer neuen, vierten CD "The Gates Of Oblivion" enorm gemausert. Frontfrau Elisa C. Martin säuselt und eiert nicht mehr wacklige Gesangslinien entlang, sondern hat ihre Stimme jederzeit fest im Griff. Manchmal erinnert sie gar an Fabio von Rhapsody, und bei ihr klingt es logischerweise nicht nach Eierkneif. Die Songs an sich wurden mit Dramatik versehen, die so manche Möchtegern-Italo-Metalband mit links aussticht. Kein langweiliges und planloses in der Gegend Rummusizieren wie einst, sondern Metalsongs mit Klasse und Spielwitz.
Der Sound klingt nicht mehr nach Rough Mix, sondern ist dicht und transparent, und auch das Cover ist keine in der Eile gegritzelte Peinlichkeit, sondern von Andreas Marshall, der auch schon für Sodom, Immolation, Kreator ect. malte und sein Handwerk definitiv beherrscht.
Alles in allem eine gravierende Qualitätssteigerung.
Zwar reicht "Gates..." nicht an, sagen wir mal, "Tales From The North" von White Skull heran, welche ja einen ähnlichen Sound fahren. Aber eine astreine Platte und für mich eine dicke Überaschung ist es allemal.
"In The Heart Of Stone"

THOMAS

SKYCLAD „No Daylights Nor Heeltapes“ 4
Demolition, 2002

Skyclad - No Daylights Nor Heeltapes

Und wieder ist eine Band dabei, sich aus dem Heavy Metal-Lager zu verabschieden. Und ähnlich wie bei Metallica, Megadeth oder Ulver ist die Entwicklung schmerzlich: Mit dem Weggang von Martin Walkyier haben sich SKYCLAD nämlich entschlossen, schwermetallischen Ballast über Bord zu werfen, um mit leichtfüßigem Folk-Rock schneller ans Ziel zu kommen.
Um dieses Vorhaben auch gleich mit der vollen Breitseite deutlich zu machen, ist mit „No Daylights Nor Heeltapes“ jetzt ein Album veröffentlicht worden, auf dem die Band altes Material mit dem neuen Sänger Kevin Ridley noch einmal eingespielt hat.
Abgesehen davon, daß das eh unklug ist, da die Fans so den Vergleich mit dem Gewohnten nahezu aufgezwungen bekommen, sollte man bei solch einem Vorhaben immer bedenken, daß Songs meist in Tonlage und Melodieführung auf Stimme und Stil des Sängers abgestimmt sind. Da muß ein Nachfolger fast unausweichlich scheitern.
Ridley scheitert nicht, hat aber unüberhörbar keine Metal-, sondern eine Folk-Stimme. Die alten SKYCLAD-Sachen klingen schlapp wie nie zuvor. Zwar haben wir noch E-Gitarren im Angebot, diese reißen aber irgendwie nichts mehr. SKYCLAD von „Folkemon“ und SKYCLAD von „No Daylights ...“ sind definitiv zwei Bands - und die alte war um Längen besser.
Übrigens könnt Ihr Euch zu dieser Quasi-„The Best Of“-CD noch eine Bonus-CD ordern, für die Ihr 5 Euro abdrücken müßt. Richtig spannend ist die aber auch nicht. Eher noch folkiger.
„Inequality Street“

JUB

EASY RIDER "Evilution" 6
Lokomotive, 2000

Easy Rider - Evilution

Sehr Priest-lastig beginnen die Spanier nach dem Intro ihrer CD "Evilution" mit dem Stück "Wormwood". Doch statt diesen Stiefel durchzuziehen, füllen sie ihren Sound mit progressiven Frickeleien, welche sich aber zum Glück in Grenzen halten. Mehr davon hätte ziemlich genervt. Was bleibt, ist guter Heavy Metal ohne Rhapsody/Hammerfall/Stratovarious-Kitsch (der in Maßen sicher seine Reize hat) mit einem Sänger, der leicht an Ralf  Scheepers von Primal Fear erinnert. Ein Killer ist "Evilution" leider nicht, da sich die Songs stellenweise noch zu sehr im Mittelfeld des Qualitätstachometers aufhalten. Aber eine solide Scheibe ist den Spaniern allemal gelungen.
"Wormwood"

THOMAS

NEBULAR MOON „Metamorphosis“ 9
CCP, 2002

Nebular Moon - Metamorphosis

Im Allgemeinen heißt es, daß erst mit dem dritten Album einer Band deutlich wird, welche Qualität sie tatsächlich besitzt. Das gilt für Shooting Stars ebenso, wie für Gruppen, die mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen nicht einmal ein Scharmützel gewannen.
Und so fristeten NEBULAR MOON in meinem CD-Regal mit ihren Scheiben „Mourning“ und „... Of Dreams And Magic“ eher das Dasein von blank geputzten Autos, die man aber nie aus der Garage holt, weil ihnen der Motor fehlt.
Das wird ab sofort mit „Metamorphosis“ anders. Denn das dritte vollständige Album der Deutschen ist ein Donnerschlag. Während man sich auf den Vorgängern mit vielen vorhersehbaren  Black Metal-Klischees begnügen mußte und sich mit der Zeit Längen einschlichen, die in einem die Langeweile aufsteigen ließen, ist „Metamorphosis“ so aufregend ausgefallen, daß man bis zum Schluß mit wachem Hirn und voll Neugier der Musik und der in den Texten erzählten Geschichte folgt.
NEBULAR MOON sind nach wie vor Black Metal. Und da geht es genretypisch phasenweise ordentlich zu Sache. Allerdings hat die Band Songs konstruiert, die perfekt die Waage zwischen Eingängigkeit und Progressivität halten. Immer wieder blitzen brillante Riff-Attacken auf, die sich sofort in die Gehirnwindungen schrauben.  Darius W. entpuppt sich als hervorragender Sänger, der sich vor keinem Gesangsstil zu scheuen scheint, den keifenden Wüstengnom ebenso beherrscht wie den lamentierenden Psychopathen.
Zuletzt seien noch die Texte erwähnt, die sich als Konzept um den rebellischen Seth drehen und ein glühendes Statement gegen Tyrannei darstellen. Und wenn die Story an sich unter Umständen im ersten Moment etwas abgegriffen wirkt, sind einige Texte für sich allein so stark, daß sie einem eine Gänsehaut nach der anderen bescheren („Der Ketzer und das Kind“ oder „Metamorphosis“ zum Beispiel).
Auch wenn ich es in dieser Form selten tue, gebe ich Euch als Anspieltips „Fleischeslust“ und „Sturm der Seelen“ mit auf den Weg. Diese Songs sind über jegliche Kritik erhaben.
Mit Album Nummer drei haben sich NEBULAR MOON in die Bundesliga gespielt.
„Fleischeslust“

JUB

MELODICA „Love Metal“ 1
Frontiers/Now & Then/Point, 2001

Melodica - Love Metal

Eine Band MELODICA zu nennen, ist schon verwegen. Der Plattentitel „Love Metal“ streift arg die Strafrechtlichkeit. Beides dürfte diesem Projekt einen festen Platz in der Top-Ten der Heavy Metal-Unfall-Statistik sichern. Was dann aber an Musik auf diesem Tonträger festgehalten ist, das schlägt dem Faß den Boden aus: Jede Schüler-Combo dürfte neben den Protagonisten dieses Schwachsinns wie ein internationaler Progressiv-Act wirken. 
Doch langsam. Da hätten wir Gerhard - Super G - Pichler aus Österreich an der Gitarre. „G“ steht vermutlich für „Gitarrist“, könnte aber auch „Großkotz“ heißen. Pichlers Kompositionen sind dermaßen einfältig, daß die Melodien durchaus auch ein Huhn hätte pfeifen können. Sein Gitarrenspiel ist zwar fehlerfrei, gehört aber zum Standard-Können jedes drittklassigen Tanzmusikers. Und genauso sieht Pichler auch aus: abgefressener Ponny, strähnige Rattenschwänze umrahmen ein in ein alterndes Gesicht genageltes Lächeln und die dummen Kuh-Augen sagen: Ich bin gut.
Der zweite Pleps in diesem Duo ist der Ami Ted Poley. Abgesehen davon, daß seine Stimme dünn wie Wassersuppe ist, quält sich Poley streckenweise dermaßen durch die hohen Tonlagen, daß es einem den Angstschweiß unter die Achseln treibt. In „Out Of My Mind“ und „What Number Are You?“ offenbart er ganz deutlich Noten-Unsicherheiten. An Lyrik - oh Gott, dieses Wort in diesem Zusammenhang - ist Poley auch nur Durchfall durchs Gehirn geblubbert. Nehmen wir doch gleich mal „Love Metal“: „Love Metal für immer/wann immer wir zusammen sind/die Gitarrenriffs fließen durch meinen Kopf/C’mon Baby, dreh auf bis zur 10“ - Schräng, und die Musik entwickelt die Power eines vollgeschnäuzten Taschentuchs.
Und zuguterletzt gibt es im Booklet noch ein Foto neben seinem verkorsten Freund Pichler, das Poley mit freiem Oberkörper als verfetteten, blaßhäutigen Mittvierziger zeigt, dem es vermutlich auch nicht peinlich wär, sich  „I’m a sex machine“ auf den Puller zu tätowieren.
Wäre der Song „Love Metal“ nicht dermaßen gegen die Tür, daß er auf jeden Fall zu den schlechtesten Stücken der Rock-Geschichte gehört, hätte diese CD nicht einmal den Trost-Punkt verdient.
„Love Metal“ 

JUB
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