VOMITORY
"Blood Rapture" 9
Metal Blade,
2002
VOMITORY aus
Schweden holen in letzter Zeit verstärkt auf. Bedenkt man den Fakt,
daß die Band schon seit über zehn Jahren aktiv ist und sie dennoch
über einen Newcomer-Status verfügen. Doch die Zeiten sollten
so langsam vorbei sein. Mit "Blood Rapture" machen sie einen Schritt nach
vorn in die nächste Liga. Das Album ist ein Lehrstück in Sachen
"Wie vermenge ich Crustcore und Death Metal am effizientesten zu einem
tötlichen Cocktail?"
Im Prinzip
wie jede andere VOMITORY Scheibe auch - nur daß sich die Freunde
von Blut-, Kadaver-, Tod- und Qual-Texten jedes Mal soundtechnisch steigern
konnten.
Sollte man
wenigstens mal reingehört haben.
"Nailed,
Quarted, Consumed"/"Blessed And Forsaken"
THOMAS
SOLEFALD
„Pills Against The Ageless Ills“ 6
Century Media,
2001
Eines haben
SOLEFALD mit ihrem Album „Pills Against The Ageless Ills“ auf jeden Fall
geschafft: Nämlich eines der ungewöhnlichsten Werke des vergangenen
Jahres vorgelegt. Und sie zwangen mich, diese Scheibe immer und immer wieder
zu hören, da die ersten Begegnungen mit der Musik von Cornelius (voc,
g, bg) und Lazare (voc, synth, dr) einen völlig im Regen stehen lassen.
Man kann auf
jeden Fall Emperor als Orientierungshilfe heranziehen, ebenso Arcturus
(siehe Abgehört vom 14. Mai 2002).
Und nach mehrmaligem Hören sind die ersten fünf Songs dieser
CD auch als bemerkenswerte Kunstwerke zu erkennen. Da gehen Härte,
Melodiösität und Progressives Hand in Hand. Die Stücke wirken
trotz ungewöhnlicher Momente und Passagen sehr stimmig. Acht Punkte
wären an dieser Stelle nicht geschmeichelt.
„Charge
Of Total Affect“
Mit dem Stück
sechs, „The Death Of Father“, bricht das Ganze allerdings in sich zusammen.
Genannter Song klingt wie die wochenlange Kompositionsarbeit geistig Behinderter.
„The USA Don’t Exist“ könnte zwar bei etwas mehr Sinn für Melodie
als ein Sisters Of Mercy-Stück durchgehen. Die beiden Abschluß-Nummern
„Anti-City Strategy“ und „Hierarch“ sind dann aber wieder ziemlich vetrackter
- Tschuldigung - Unsinn.
Textlich wird
ein Konzept gefahren. Über den Daumen gepeilt, geht es um zwei sogenannte
Grundgegensätze im menschlichen Leben: Genuß und Qual, Begierde
und Reue.
Die beiden
Norweger haben es allerdings schon seit der Gründung der Band mit
kontroversen Machwerken gehalten. Wegen ihres ersten Albums „The Linear
Scaffold“ (1997) sollen sie gar eine Morddrohung erhalten haben. Bei Album
Nummer zwei, das weltweit bei der ehrlichen Kritik durchfiel, waren Punk,
Trip Hop, Reggae und orientalische Elemente zu vernehmen. Zwar tritt
man jetzt wieder etwas mehr auf das Gas-Pedal, hat die Gitarren gefettet
und die Stimmen geölt - Heavy Metal-Puristen, welchen Genres aus immer,
werden sich weiterhin schwer tun mit SOLEFALD.
Und da die
CD in der zweiten Hälfte so unmöglich wird und dort gerade mit
Ach und Krach eine drei abgreifen könnte, halten wir es hier mit der
Fast-Mitte.
„The Death
Of Father“
JUB
KOTIPELTO "Waiting For The
Dawn" 7
Century Media/Magic Arts, 2002
Die selbstverordnete Auszeit im Camp
von Stratovarius nutzte Sänger Timo KOTIPELTO, um sein erstes Soloalbum
unter die Menschheit zu bringen. Ob diese allerdings fieberhaft darauf
wartet, ist was anderes. Egal. Fakt ist schon mal, daß so ein Soloalbum
fürchterlich floppen kann, auch wenn es gut ist. Also heißt
es, nicht unvorbereitet in den Kampf ziehen und sich eine namenhafte Mannschaft
anheuern. Damit man möglichst viel Aufmerksamkeit erhascht. Musiker
von HIM, Symphony X, Helloween und Stratovarious geben alle ihr Bestes,
um den Barden musikalisch den Rücken zu stärken. Und wie soll
es auch anders sein bei solchen Leuten? Sie machen ihre Sache natürlich
gut. Keine Egotrips, keine ausufernden Improvisationsmomente, sondern immer
songdienlich ist die Musik gehalten. KOTIPELTOs Stimme ist wie immer -
sehr hoch aber stets tadellos. Doch das Beste ist, daß die Songs
streckenweise richtig gut sind. Daß es Songs wie zum Beispiel "Battle
Of The Gods" oder der Opener "Travel Through Time" nie auf ein Stratovarius-Album
schafften, liegt nicht an ihrer Qualität. Das steht schon mal fest.
Das Hauptmanko an dieser Platte liegt meiner Meinung nach darin, daß
der Meister viele ruhige Stücke auf die CD packte und die Stärke
ist, daß die kräftigeren Songs treibend sind und nicht überladen
wurden, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Bei "Waiting For
The Dawn" könnt Ihr ruhig mal ein Ohr riskieren.
"Battle Of The Gods"
THOMAS
GLUECIFER
„Basement Apes“ 8
Steamhammer/SPV,
2002
Wenn die Rauheit
der Inmates auf den popigen Punk der Buzzcocks trifft, wenn Motörhead
im Strandlook und Blur in Lederkluft gemeinsam eine Rodeo-Veranstaltung
besuchen - dann haben wir GLUECIFER. Ruppig, schnell, lässig und besoffen.
Der Punk’n’Roll dieser Band funktioniert auf der gesamten Scheibe. Manchmal
hätte es vielleicht an der ein oder anderen Stelle mehr knallen können,
aber wir schreiben ja nicht das Jahr 1979. Heute wird etwas mehr mit Bedacht
gerockt. Warum? Fragt Eure kleine Schwester.
„Black
Book Lodge“
JUB
PROJECTO "Crown Of Ages" 3
Underground Symphony/Metal Blade/SPV,
2002
Ja phantastisch, wieder eine Band,
die Heavy Metal spielt wie er nicht sein sollte. Nämlich alles andere
als heavy.
PROJECTO verfahren anscheinend nach
der Formel viel Doublebass plus hohe Stimme ist schon die halbe Miete.
Allerdings ist die Stimme kraft- und identitätslos. Das permanent
im Hintergrund großspurige Gebirge aus Keyboard-Watte macht den Metal
auch kaum heftiger. Doch die Gitarren (!) schießen hier den Vogel
ab. Es fiedelt und gniedelt unaufhörlich mit einer Vehemenz, die Ihresgleichen
sucht. Kräftige Riffs? Fehlanzeige. Meistens eher magere Gestelle
diese Riffchen, können sich kaum durchsetzen gegen das Gefiedel, die
Berge aus rosa Watte und das Stimmchen des Sängers.
"Heart And Steel"
THOMAS
MACBETH
„Vanitas“ 9
Dragonheart/Audioglobe/SPV,
2001
Wenn uns seit
geraumer Zeit bei dem Wort Italien auch mehr und mehr ein kalter Schauer
über den Rücken läuft und wir bei Veröffentlichungen
aus dem Stiefel voll Angst mit „melodischen Power Metal-Bands“ rechnen,
dürfen wir uns doch immer wieder überraschen lassen. So auch
mit MACBETH, die das Gothic-Genre bereichern möchten. Und wie schon
einst die Landsleute Inner Shrine (waren bei INTERREGNUM gar schon mal
unter den ersten 10 Alben des Jahres) verstehen es auch MACBETH, die Regularien
der Musik-Richtung zwar zu nutzen, zum Opfer fallen sie ihnen allerdings
nicht.
Schon der
Opener „Crepuscularia (Agony In Red Minor)“ (sieht man vom Intro „13. November“
mal ab) läßt Großes erahnen. Das Stück hat ein annehmbares
Tempo, eine absolute Top-Melodie, ein effektives Arrangement und Sänger
Andreas sowie Sängerin Morena machen sofort deutlich, daß man
es hier nicht mit der 348. Version von Theatre Of Tragedy zu tun hat. Dafür
ist Morenas Stimme viel zu kraftvoll und außergewöhnlich, fällt
Andreas mit seiner Vielseitigkeit aus der Rolle.
Und am Ende
hält die Scheibe „Vanitas“ was „Crepuscularia“ verspricht. Seid versichert:
Diese CD hat nicht einen Ausfall. Ob es verträumt wird („Moisa“) oder
pompös („El Diablo y la Luna“) oder man einmal mehr ein Meer von Atmosphäre
erzeugt („Pure Treasure“) - den Italienern will so ziemlich alles gelingen.
„Haeresis
Dea“
JUB
KAAMOS "Kaamos" 8
Candlelight/PHD, 2002
Schwedische Death Metal-Bands gibt
es ca. 90876 und jede zweite ist auch noch richtig geil. Wie soll der geneigte
Fan das alles kaufen? Mittlerweile gibt es mit KAAMOS noch eine mehr, die
sich mit einem leckeren Debut vorstellt. Mit dem aufs Bodenblech gepreßten
Gaspedal heizen KAAMOS mit Sinn und Verstand durch ihr Material und schnell
wird klar, daß die Jungs große Unleashed-Fans sind. Der Geist
ihrer frühen Platten ist allgegenwärtig. Nie aufdringlich aber
stets zu spüren. Ausfälle sucht man mit der Lupe und ich wüßte
keinen Grund, warum ich KAAMOS nicht weiter empfehlen sollte. Außer
dem eingangs erwähnten Problem sollte dem nichts im Wege stehen.
"The Storm Of Coming"
THOMAS
DARK
MOOR "The Gates Of Oblivion" 7
Arise Rec/SPV,
2002
Sieh an, sieh
an, das nenne ich eine Überaschung, waren die Spanier DARK MOOR auf
ihrer ersten CD "Shadowland"
noch eher
eine akustische Lachnummer, haben sie sich auf ihrer neuen, vierten CD
"The Gates Of Oblivion" enorm gemausert. Frontfrau Elisa C. Martin säuselt
und eiert nicht mehr wacklige Gesangslinien entlang, sondern hat ihre Stimme
jederzeit fest im Griff. Manchmal erinnert sie gar an Fabio von Rhapsody,
und bei ihr klingt es logischerweise nicht nach Eierkneif. Die Songs an
sich wurden mit Dramatik versehen, die so manche Möchtegern-Italo-Metalband
mit links aussticht. Kein langweiliges und planloses in der Gegend Rummusizieren
wie einst, sondern Metalsongs mit Klasse und Spielwitz.
Der Sound
klingt nicht mehr nach Rough Mix, sondern ist dicht und transparent, und
auch das Cover ist keine in der Eile gegritzelte Peinlichkeit, sondern
von Andreas Marshall, der auch schon für Sodom, Immolation, Kreator
ect. malte und sein Handwerk definitiv beherrscht.
Alles in allem
eine gravierende Qualitätssteigerung.
Zwar reicht
"Gates..." nicht an, sagen wir mal, "Tales From The North" von White Skull
heran, welche ja einen ähnlichen Sound fahren. Aber eine astreine
Platte und für mich eine dicke Überaschung ist es allemal.
"In The
Heart Of Stone"
THOMAS
SKYCLAD „No Daylights Nor
Heeltapes“ 4
Demolition, 2002
Und wieder ist eine Band dabei, sich
aus dem Heavy Metal-Lager zu verabschieden. Und ähnlich wie bei Metallica,
Megadeth oder Ulver ist die Entwicklung schmerzlich: Mit dem Weggang von
Martin Walkyier haben sich SKYCLAD nämlich entschlossen, schwermetallischen
Ballast über Bord zu werfen, um mit leichtfüßigem Folk-Rock
schneller ans Ziel zu kommen.
Um dieses Vorhaben auch gleich mit
der vollen Breitseite deutlich zu machen, ist mit „No Daylights Nor Heeltapes“
jetzt ein Album veröffentlicht worden, auf dem die Band altes Material
mit dem neuen Sänger Kevin Ridley noch einmal eingespielt hat.
Abgesehen davon, daß das eh
unklug ist, da die Fans so den Vergleich mit dem Gewohnten nahezu aufgezwungen
bekommen, sollte man bei solch einem Vorhaben immer bedenken, daß
Songs meist in Tonlage und Melodieführung auf Stimme und Stil des
Sängers abgestimmt sind. Da muß ein Nachfolger fast unausweichlich
scheitern.
Ridley scheitert nicht, hat aber
unüberhörbar keine Metal-, sondern eine Folk-Stimme. Die alten
SKYCLAD-Sachen klingen schlapp wie nie zuvor. Zwar haben wir noch E-Gitarren
im Angebot, diese reißen aber irgendwie nichts mehr. SKYCLAD von
„Folkemon“ und SKYCLAD von „No Daylights ...“ sind definitiv zwei Bands
- und die alte war um Längen besser.
Übrigens könnt Ihr Euch
zu dieser Quasi-„The Best Of“-CD noch eine Bonus-CD ordern, für die
Ihr 5 Euro abdrücken müßt. Richtig spannend ist die aber
auch nicht. Eher noch folkiger.
„Inequality Street“
JUB
EASY
RIDER "Evilution" 6
Lokomotive,
2000
Sehr Priest-lastig
beginnen die Spanier nach dem Intro ihrer CD "Evilution" mit dem Stück
"Wormwood". Doch statt diesen Stiefel durchzuziehen, füllen sie ihren
Sound mit progressiven Frickeleien, welche sich aber zum Glück in
Grenzen halten. Mehr davon hätte ziemlich genervt. Was bleibt, ist
guter Heavy Metal ohne Rhapsody/Hammerfall/Stratovarious-Kitsch (der in
Maßen sicher seine Reize hat) mit einem Sänger, der leicht an
Ralf Scheepers von Primal Fear erinnert. Ein Killer ist "Evilution"
leider nicht, da sich die Songs stellenweise noch zu sehr im Mittelfeld
des Qualitätstachometers aufhalten. Aber eine solide Scheibe ist den
Spaniern allemal gelungen.
"Wormwood"
THOMAS
NEBULAR MOON „Metamorphosis“
9
CCP, 2002
Im Allgemeinen heißt es, daß
erst mit dem dritten Album einer Band deutlich wird, welche Qualität
sie tatsächlich besitzt. Das gilt für Shooting Stars ebenso,
wie für Gruppen, die mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen
nicht einmal ein Scharmützel gewannen.
Und so fristeten NEBULAR MOON in
meinem CD-Regal mit ihren Scheiben „Mourning“ und „... Of Dreams And Magic“
eher das Dasein von blank geputzten Autos, die man aber nie aus der Garage
holt, weil ihnen der Motor fehlt.
Das wird ab sofort mit „Metamorphosis“
anders. Denn das dritte vollständige Album der Deutschen ist ein Donnerschlag.
Während man sich auf den Vorgängern mit vielen vorhersehbaren
Black Metal-Klischees begnügen mußte und sich mit der Zeit Längen
einschlichen, die in einem die Langeweile aufsteigen ließen, ist
„Metamorphosis“ so aufregend ausgefallen, daß man bis zum Schluß
mit wachem Hirn und voll Neugier der Musik und der in den Texten erzählten
Geschichte folgt.
NEBULAR MOON sind nach wie vor Black
Metal. Und da geht es genretypisch phasenweise ordentlich zu Sache. Allerdings
hat die Band Songs konstruiert, die perfekt die Waage zwischen Eingängigkeit
und Progressivität halten. Immer wieder blitzen brillante Riff-Attacken
auf, die sich sofort in die Gehirnwindungen schrauben. Darius W.
entpuppt sich als hervorragender Sänger, der sich vor keinem Gesangsstil
zu scheuen scheint, den keifenden Wüstengnom ebenso beherrscht wie
den lamentierenden Psychopathen.
Zuletzt seien noch die Texte erwähnt,
die sich als Konzept um den rebellischen Seth drehen und ein glühendes
Statement gegen Tyrannei darstellen. Und wenn die Story an sich unter Umständen
im ersten Moment etwas abgegriffen wirkt, sind einige Texte für sich
allein so stark, daß sie einem eine Gänsehaut nach der anderen
bescheren („Der Ketzer und das Kind“ oder „Metamorphosis“ zum Beispiel).
Auch wenn ich es in dieser Form
selten tue, gebe ich Euch als Anspieltips „Fleischeslust“ und „Sturm der
Seelen“ mit auf den Weg. Diese Songs sind über jegliche Kritik erhaben.
Mit Album Nummer drei haben sich
NEBULAR MOON in die Bundesliga gespielt.
„Fleischeslust“
JUB
MELODICA „Love Metal“ 1
Frontiers/Now & Then/Point,
2001
Eine Band MELODICA zu nennen, ist
schon verwegen. Der Plattentitel „Love Metal“ streift arg die Strafrechtlichkeit.
Beides dürfte diesem Projekt einen festen Platz in der Top-Ten der
Heavy Metal-Unfall-Statistik sichern. Was dann aber an Musik auf diesem
Tonträger festgehalten ist, das schlägt dem Faß den Boden
aus: Jede Schüler-Combo dürfte neben den Protagonisten dieses
Schwachsinns wie ein internationaler Progressiv-Act wirken.
Doch langsam. Da hätten wir
Gerhard - Super G - Pichler aus Österreich an der Gitarre. „G“ steht
vermutlich für „Gitarrist“, könnte aber auch „Großkotz“
heißen. Pichlers Kompositionen sind dermaßen einfältig,
daß die Melodien durchaus auch ein Huhn hätte pfeifen können.
Sein Gitarrenspiel ist zwar fehlerfrei, gehört aber zum Standard-Können
jedes drittklassigen Tanzmusikers. Und genauso sieht Pichler auch aus:
abgefressener Ponny, strähnige Rattenschwänze umrahmen ein in
ein alterndes Gesicht genageltes Lächeln und die dummen Kuh-Augen
sagen: Ich bin gut.
Der zweite Pleps in diesem Duo ist
der Ami Ted Poley. Abgesehen davon, daß seine Stimme dünn wie
Wassersuppe ist, quält sich Poley streckenweise dermaßen durch
die hohen Tonlagen, daß es einem den Angstschweiß unter die
Achseln treibt. In „Out Of My Mind“ und „What Number Are You?“ offenbart
er ganz deutlich Noten-Unsicherheiten. An Lyrik - oh Gott, dieses Wort
in diesem Zusammenhang - ist Poley auch nur Durchfall durchs Gehirn geblubbert.
Nehmen wir doch gleich mal „Love Metal“: „Love Metal für immer/wann
immer wir zusammen sind/die Gitarrenriffs fließen durch meinen Kopf/C’mon
Baby, dreh auf bis zur 10“ - Schräng, und die Musik entwickelt die
Power eines vollgeschnäuzten Taschentuchs.
Und zuguterletzt gibt es im Booklet
noch ein Foto neben seinem verkorsten Freund Pichler, das Poley mit freiem
Oberkörper als verfetteten, blaßhäutigen Mittvierziger
zeigt, dem es vermutlich auch nicht peinlich wär, sich „I’m
a sex machine“ auf den Puller zu tätowieren.
Wäre der Song „Love Metal“
nicht dermaßen gegen die Tür, daß er auf jeden Fall zu
den schlechtesten Stücken der Rock-Geschichte gehört, hätte
diese CD nicht einmal den Trost-Punkt verdient.
„Love Metal“
JUB
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