An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen
- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" -
des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.


 

QUORTHON-Gedenken vom 29. Juni 2004


THRUDVANGAR "Vorab-CD" 8
Eigenproduktion, 2003

THRUDVANGAR - Vorab-CD

Mit "Viking/Pagan Metal" ist das THRUDVANGAR-Banner überschrieben. Diese Mode-Erscheinung - vor allem in Deutschland, wo es mittlerweile unzählige Stil-Begriff-Ableger gibt - bringt natürlich häufig typische Windschatten-Reiter hervor, die durchaus gut sein können aber selten ein eigenes Profil besitzen. Solches können THRUDVANGAR bereits mit dieser "Vorab-CD" beanspruchen. Hochmelodiöse Stücke, die in erster Linie durch eine schröpplige Gitarre und einen äußerst rauhen Gesang gekennzeichnet sind, weisen auf das enorme Liedschreiber-Talent der Musiker hin. Vor allem "Odins Jungfern" geht durch und durch. Bereits hier macht sich der klare Refrain-Gesang bezahlt, der zwischen festem Befehlston und nachlässigem Trunkenbold pendelt. "Das Schwert der Asen" ist von ähnlichem Kaliber, allerdings wird hier die klare Passage gesprochen, was dem Song etwas die Wirkung raubt. Hervorzuheben sei noch das folkige Instrumental "Thrudvangar". Absolut saustark. Solch schöne Weisen bekommt man nicht häufig zu Gehör. Hoffentlich folgt dieser viel zu kurzen "Vorab-CD" (19 Minuten, fünf Songs) so schnell wie möglich ein Teil mit entsprechender Spielzeit.
"Odins Jungfern"
www.thrudvangar.de.vu

JUB

SURTURS LOHE "Vor Walvaters Thron" 8
Christhunt Prod., 2003

SURTURS LOHE - Vor Walvaters Thron

Da haben wir sie wieder, die Bösen. Glaubt man der winzigen aber umtriebigen Schar der ultralinken Besserwisser, haben wir es bei SURTURS LOHE mit ganz ganz gefährlichen Rabauken zu tun, die durch das Verwenden alter germanischer Symbole einen unvermeidlichen Zusammenhang mit dem Dritten Reich herstellen und so versuchen, das nationalsozialistische Gedankengut in die freien Hirne der deutschen demokratischen Gesellschaft zu tragen. Das ist auch durchaus zu befürchten. Denn wie gewaltverherrlichend dürften doch diese Zeilen sein: "Nebelwälder, Sonnentod/Blutig stirbt das Abendrot/Nacht erklingt in Ewigkeit/Nebelwälder weit und breit" (aus "Nebelthronend Wälder"). Eindeutig gefährliche politische Bekenntnisse sind hier zu erkennen, nicht wahr: "Asen und Riesen sich gegenüber stehen/In den Augen bloße Leidenschaft/Des Surturs Schwert empor sich reckt/Die Lohe frißt gen Weltenbrand" (aus "Muspelsturm"). Das ist ja bald nicht mehr auszuhalten.
Allerdings kann es auch sein, daß die selbsternannten Sittenwächter nur wieder einmal ein Betätigungsfeld suchen, um peinlichst zu beweisen, daß sie weder etwas von deutscher Geschichte im Speziellen (Drittes Reich) noch im Allgemeinen verstehen. Von Religion jenseits des Christentums ganz zu schwiegen. Naja, und über Musik brauchen wir im Zusammenhang mit den Internetjägern gar nicht reden.
Also laßt Euch nicht verrückt machen: SURTURS LOHE waren, sind und bleiben eine Band, die die Natur preist und die alten Werte germanischen Zusammenlebens hoch hält und die Religion unserer Vorväter vorlebt. Das tun die Thüringer mit fundiertem Wissen und verpacken das Ganze in eine Mischung aus Folk, Black Metal, klassischen Heavy Metal-Bezügen und Viking Metal á la Bathory. Auch auf "Vor Walvaters Thron" ist - ähnlich wie auf "Wo einst Elfen tanzten" (siehe Sendung vom 9. März 2004) - ist nicht alle perfekt. Sänger Reki hat vor allem in den tieferen Bereichen manchmal Unsicherheiten, auch sind die Gitarristen Ragnfalt und Tyrs Sohn keine Klampfen-Helden, so daß hier vieles recht simpel klingt. Allerdings erfordert diese Musik auch keine Satrianis oder Malmsteens, sondern vor allem viel Herz. Und das ist bei SURTURS LOHE jederzeit zu spüren.
"Vor Walvaters Thron"
www.surturslohe.de.vu

JUB

ODAL "Einst verehrt von allen" 7
Christhunt Prod., 2003

ODAL - Einst verehrt von allen

Die singenden Gitarren sind hier quasi Dreh- und Angelpunkt. Während das Schlagzeug stoisch vor sich hin tackert, hin und wieder unterbrochen von ganz typischen Breaks und Wechseln, der Baß die Funktion des Verfettens übernimmt und Taaken krächzend seine Geschichten erzählt, bringen uns die Gitarren die eigentlichen Stimmungen der jeweiligen Songs rüber. Sie sind es, die die Melodien tragen, die mal folkige, mal melancholische Augenblicke erzeugen, nach vorn treiben, jedoch nie davon rasen. Der Hörer wendet den Hauptteil seiner Aufmerksamkeit einzig und allein diesen Gitarren zu, die übrigens auch von Taaken gespielt werden. Das weitere Drumherum der Songs auf "Einst verehrt von allen" nimmt man eigentlich erst wirklich wahr, wenn man die CD das dritte oder vierte Mal hört. So zum Beispiel das kleine Baß-Zwischenspiel in "... durchwandernd die Heimat". 
Natürlich spielen ODAL, die es seit 1999 gibt, Pagan Metal, haben aber einen weitaus stärkeren Black Metal-Bezug als jene Bands des Genres, die viel Wert auf den folkigen Touch legen. Trotzdem sind auf diesem Album echte Blast-Parts nicht zu finden. Allerdings stört dies keineswegs, da im odalschen Tempobereich die Gitarrenmelodien so besser zur Geltung kommen. Wo wir wieder bei den Sechssaitern wären. Obgleich irgendwie primitiv - das Ganze hat was faszinierendes.
"... durchwandernd die Heimat"
www.odal-horde.de

JUB
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