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- unter der 14-tägigen Rubrik "Abgehört" - des Jahres 2001 in der entgegengesetzten Reihenfolge ihrer Ausstrahlung. Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten. ABGEHÖRT vom 30. März 2004 SUFFERING SOULS „...Escape Into A World Of Dreams...“ 9 Eigenproduktion, 2004
Daß einem
überhaupt noch Tonträger auffallen, denen man durchaus den Aufkleber
des Besonderen verpassen würde, ist angesichts der momentanen Veröffentlichungsflut
fast ein Wunder. Erst recht, wenn es sich dabei um Eigenproduktionen aus
deutschen Landen handelt, die bereits von Fanzines aus der zweiten Reihe
nicht gerade mit Ehrfurcht behandelt werden. Diese kleine Einführung
soll schließlich schlicht und einfach heißen: SUFFERING SOULS
haben mich schier umgehauen.
JUB KHOLD "Morke Gravens Kammer" 9 Candlelight/PHD/Sure Shot, 2004
Die eingefleischten
Fans werden es eh schon wissen, für alle anderen sei gesagt, daß
KHOLD sich aus den Resten der kultigen Norweger Tulus formierten. Diese
Band war schon mit ihren Platten "Mysterion" und "Evil 1999" ziemlich eigenständig
und lieferte stets gelungene Scheiben ab. So verhält es sich nun auch
mit KHOLDs dritter CD "Morke Gravens Kammer". Drummer Sarke und seine Leute
wissen meisterlich, mit der Monotonie zu spielen und ihr eine spezielle
Stimmung zu entlocken wie sonst nur wenige sie erzeugen. Wer frostiges
Geklirre, rasende Grimmigkeit oder schroffes Gespalte erwartet, könnte
somit enttäuscht werden. KHOLD sind eher für die bitteren Momente
zu haben, für kalte Tristesse, die von Zeit zu Zeit schon mal mit
einer kleinen Blast-Attacke aufgebrochen wird. Ansonsten aber eine unnachahmliche,
nach Verdammnis riechende Stimmung aufbauen, die jedoch von Rüschenhemd
tragenden Rotwein-Gothics gemieden werden sollte. Diese könnten sich
nach dem Genuß von "Morke Gravens Kammer" wirklich noch ins Jenseits
befördern. Wer auf die primitiven, monotonen und schleppenden Darkthrone-Sachen
abfährt, kann bei KHOLD definitiv noch was für sich entdecken.
THOMAS NEGATIVE CREED "Eyes Of Insanity" 8 Morgenstern Records, 2001
Verdammte Axt!
Was die Duisburger Death Metaller von NEGATIVE CREED hier vom Stapel lassen,
drückt mit Vehemenz ins Gedärm. Mit traumwandlerischer Sicherheit
an den Instrumenten lassen sie ihre ungestümen Kompositionen vom Stapel,
daß so mancher Cannibal Corpse-Kopie der Angstschweiß die Stirn
runter rinnt. Zwar ist die erste Band, die beim Hören von "Eyes Of
Sanity" durch den Kopf schießt, ebenfalls Cannibal Corpse, doch das
liegt erstens an der Stimme des Frontmannes und Bassisten Michael Stifft.
Dieser röhrt in einer ähnlichen Stimmlage wie sein berühmter
Kollege aus dem Kannibalen-Camp. Und zweitens sind die Zutaten aus denen
"Eyes Of Sanity" besteht, nämlich halsbrecherische Baßläufe,
vertrackte, schleppende Riffs, unerwartete Breaks etc., denen der Kannibalen
ebenbürtig. Nur schreiben sie ihre Songs nicht so, daß man glauben
soll, Jack Owens oder Alex Webster hätten sie ihnen heimlich zugespielt.
Da machen sich NEGATIVE CREED schön einen eigenen Kopf. Und siehe
da, es klappt. "Eyes Of Sanity" beinhaltet von der ersten bis zur letzten
Sekunde waschechten Death Metal, der weder zu primitiv, noch zu verkompliziert
wirkt. NEGATIVE CREED wissen stets, den roten Faden in der Hand zu behalten
und dennoch ein zünftiges Inferno vom Zaun zu brechen. negativecreed@web.de
THOMAS GRIP INC. "Incorporated" 9 Steamhammer/SPV, 2004
Eigentlich
hatte ich die Band schon in den ewigen Jagdgründen gesehen. Auch sind
die Platten des Trios in schöner Regelmäßigkeit an mir
spurlos vorübergezogen. Zwar hatte ihr Debüt "The Power Of Inner
Strenght" ein paar klasse Songs, dennoch konnte ich die Band nie so richtig
knacken. Beste Voraussetzungen also, um ohne Erwartungshaltung an die Platte
ranzugehen. Und siehe da, was Waldemar Sorychta und seine Kollegen mit
"Incorporated" hier abgeliefert haben, kann sich durchaus sehen lassen.
Daß GRIP INC. noch nie für weit verbreitete Klischees standen,
hat sie immer davor bewahrt, eine von vielen gesichtslosen Bands zu werden.
Diese Tatsache kommt ihnen auch heuer zugute, denn die Kompositionen atmen
stets Frische. Ob es nun der Einsatz von Akustikklampfen ist, die Sitar
oder einfach nur die stimmliche Vielschichtigkeit von Gus Chambers - diese
Platte wartet immer mit einer Überraschung auf. Die Kompositionen
selbst gehen dank Sorychtas Gespür für starke Riffs und ungewöhnliche
Läufe nicht im Einheitsbrei der vielen Thrashbands von einst und heute
unter. Für den nötigen Wumms sorgt Dave Lombardo, der mit unglaublicher
Präzision Fills und Figuren spielt, die noch beim x-ten Durchlauf
für bisher ungehörte Details sorgen. Dabei ist es eigentlich
egal ob die internationale Interessengemeinschaft aufs Gaspedal tritt oder
mit Elektrospielereien, Frauenstimmen, Cello und Tribaldrumming arbeitet.
Alle Songs haben spätestens nach dem sechsten Durchlauf ihre Wirkung
entfaltet und sind allesamt wert, gehört zu werden. Das GRIP INC.
eigentlich so stark sind, hätte ich nie erwartet.
THOMAS HELLMASTERS "I Would Kill For Rock'n'Roll" 7 Eigenproduktion, 2002
Als eine Mischung
aus Thrash Metal und Rock'n'Roll sehen die HELLMASTERS ihre Musik. Wobei
der Thrash-Anteil überwiegt. Die Band gründete sich im Jahre
2000 als Reaktion darauf, daß "Metal Black oder Nu sein muß".
Und so beschlossen sie, auf alle Konventionen zu pfeifen und spielten die
Musik, die sie von den alten Meistern Motörhead, Slayer, Metallica
oder Pantera selbst gerne hörten. Ein ehrenwertes Unterfangen also.
Ihre CD "I Would Kill For Rock'n'Roll" bietet elf professionell aufgenommene
Stücke, die in der Tat wie eine Reise zurück in die Zeit um die
Dekadenwende '80/'90 klingen. Eine Band ist dabei allgegenwärtig:
Pantera. Das liegt neben einigen typischen Breaks und den von den Texanern
salonfähig gemachten Grooves vor allem an den sowas von stark nach
Phil Anselmo klingenden Vocals von Sänger und Gitarrist Andreas Adam.
Bemerkenswert auch die konfusen Hochgeschwindigkeits-Leads, hier glaubt
man unweigerlich eine alte Megadeth Platte zu hören. Nicht nur die
Art und Weise, wie sie gespielt wurden, erinnert daran, sondern auch der
Sound, in dem sie aufgenommen wurden. Als wären sie von "Peace sells..."
gesampelt. Dann gibt es noch die vereinzelt nach "Kill'em All" klingenden
Grundgerüste der Songs. Ihr seht, die HELLMASTERS eignen sich hervorragend
dazu, mit ein paar Kumpel sowie einigen Sixpacks "Band raten" zu spielen.
THOMAS |