SEPTICEMIA
„Hopeless Age“ 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenprod.,
2000
Wenn Metal-Bands
nicht gerade aus dem Power- oder Progressiv-Bereich kommen, ist ihnen das
Konzept-Album verlitten. Und obwohl wir mit SEPTICEMIA ein Band haben,
die sich mit Death Metal-Knarre und Thrash-Äxten im Black Metal-Blut
suhlt, kann man bei „Hopeless Age“ durchaus von einem Konzept-Album sprechen.
Weltuntergangsstimmung ärgster Prägung zieht sich durch das gesamte
Teil. Und das nicht nur in den Texten. Auch musikalisch wird man mit doomigen
Passagen immer wieder in den Keller gezogen, in dem sich der damalige Sänger
der Band, Mario Staffa, eh pudelwohl fühlte. Wem schwere Groove-Momente
als Entspannungsphasen erscheinen, dem sei dies belassen. Wirkliche Auszeiten
gibt es bei den Österreichern von SEPTICEMIA allerdings kaum. Im Gegenteil,
Gebretter wird wie in „Coming Of Chaos“ zum Beispiel immer wieder mit eingängigen
Melodien aufgebrochen. Diese CD ist ein Teil, dem Abnutzung in den ersten
10, 20 Durchläufen völlig fremd sein dürfte. Und genau das
macht ja die Highlights unser Tonträgersammlungen aus.
Einzig „God
Save The Queen“ (nicht von den Sex Pistols) hinterläßt ein paar
Fragezeichen. Warum diese textliche Schärfe, wo Monarchen doch eh
nur noch Repräsentanten sind und für die Situationen ihrer Völker
meist nichts können? Ist die Oueen als Symbol für Herrschaft
an sich zu verstehen? Und warum ist es ausgerechnet dieser Song, der musikalisch
abkippt? Aber jeder Tonträger sollte auch das ein oder andere Geheimnis
bergen.
"Deeper"/"Distress
Of The Night"
JUB
DELIRIOUS
„Designed By Violence“ 9 (BANDS-BATTLE-BAND)
B. Mind Records/Drakkar/Connected,
2001
„Hart aber
herzlich“ sind - in Anlehnung an einen TV-Serien-Titel - genau jene Attribute,
die das ganz besondere Flair von DELIRIOUS ausmachen. Sicher, man geht
bei dem auf der „Designed By Violence“-CD gebotenem Thrash/Death-Gehacke
keine Kompromisse ein. Da mördern sich gnadenlose Riff-Monster durch
zum Teil erstaunliche Melodien, denen durchaus an der ein oder anderen
Stelle progressive Strukturen untergemischt sind. Allerdings erlaubt die
Band dem Zuhörer schon mal Verschnaufpausen wie in „Where The Song
Has No Name“ oder „No One“ zum Beispiel.
„No One“
Den eklatantesten
Bruch zwischen Abrißbirne und Blumenstrauß bietet allerdings
Sänger Markus „Betty“ Bednarek. Der bewegt sich nämlich mühelos
zwischen Death-Growl und Kuschelrock-Gesäusel und jagt einem damit
eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Gute Anspieltips
dafür sind unter anderem erneut „No One“ und „Pale Existence“.
Verstärkt
wird diese einmalige Wirkung schließlich live, wenn man den Zwei-Tonnen-Bär
Bednarek über die Bühne poltern sieht, sich eh schon wundert,
wie diese Menschenmasse solch eine Wendigkeit hervorbringt und am Ende
dann noch jedem Pop-Zobel gesanglich Paroli bieten kann. Beindruckend!!
„Death
Voice“
JUB
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