An dieser Stelle findet Ihr Tonträger-Rezensionen der INTERREGNUM-Sendungen.
Die kursiv geschriebenen Titel sind in den Sendungen gelaufen 
und gelten gleichzeitig als Anspiel-Tip. 
Bewertet wird auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten.

BANDS BATTLE-SPEZIAL vom 30. April 2002

 

SEPTICEMIA „Hopeless Age“ 8 (BANDS-BATTLE-BAND)
Eigenprod., 2000

Septicemia - Hopeless Age

Wenn Metal-Bands nicht gerade aus dem Power- oder Progressiv-Bereich kommen, ist ihnen das Konzept-Album verlitten. Und obwohl wir mit SEPTICEMIA ein Band haben, die sich mit Death Metal-Knarre und Thrash-Äxten im Black Metal-Blut suhlt, kann man bei „Hopeless Age“ durchaus von einem Konzept-Album sprechen. Weltuntergangsstimmung ärgster Prägung zieht sich durch das gesamte Teil. Und das nicht nur in den Texten. Auch musikalisch wird man mit doomigen Passagen immer wieder in den Keller gezogen, in dem sich der damalige Sänger der Band, Mario Staffa, eh pudelwohl fühlte. Wem schwere Groove-Momente als Entspannungsphasen erscheinen, dem sei dies belassen. Wirkliche Auszeiten gibt es bei den Österreichern von SEPTICEMIA allerdings kaum. Im Gegenteil, Gebretter wird wie in „Coming Of Chaos“ zum Beispiel immer wieder mit eingängigen Melodien aufgebrochen. Diese CD ist ein Teil, dem Abnutzung in den ersten 10, 20 Durchläufen völlig fremd sein dürfte. Und genau das macht ja die Highlights unser Tonträgersammlungen aus.
Einzig „God Save The Queen“ (nicht von den Sex Pistols) hinterläßt ein paar Fragezeichen. Warum diese textliche Schärfe, wo Monarchen doch eh nur noch Repräsentanten sind und für die Situationen ihrer Völker meist nichts können? Ist die Oueen als Symbol für Herrschaft an sich zu verstehen? Und warum ist es ausgerechnet dieser Song, der musikalisch abkippt? Aber jeder Tonträger sollte auch das ein oder andere Geheimnis bergen.
"Deeper"/"Distress Of The Night"

JUB

DELIRIOUS „Designed By Violence“ 9 (BANDS-BATTLE-BAND)
B. Mind Records/Drakkar/Connected, 2001

Delirious - Designed By Violence

„Hart aber herzlich“ sind - in Anlehnung an einen TV-Serien-Titel - genau jene Attribute, die das ganz besondere Flair von DELIRIOUS ausmachen. Sicher, man geht bei dem auf der „Designed By Violence“-CD gebotenem Thrash/Death-Gehacke keine Kompromisse ein. Da mördern sich gnadenlose Riff-Monster durch zum Teil erstaunliche Melodien, denen durchaus an der ein oder anderen Stelle progressive Strukturen untergemischt sind. Allerdings erlaubt die Band dem Zuhörer schon mal Verschnaufpausen wie in „Where The Song Has No Name“ oder „No One“ zum Beispiel.
„No One“
Den eklatantesten Bruch zwischen Abrißbirne und Blumenstrauß bietet allerdings Sänger Markus „Betty“ Bednarek. Der bewegt sich nämlich mühelos zwischen Death-Growl und Kuschelrock-Gesäusel und jagt einem damit eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken. Gute Anspieltips dafür sind unter anderem erneut „No One“ und „Pale Existence“. 
Verstärkt wird diese einmalige Wirkung schließlich live, wenn man den Zwei-Tonnen-Bär Bednarek über die Bühne poltern sieht, sich eh schon wundert, wie diese Menschenmasse solch eine Wendigkeit hervorbringt und am Ende dann noch jedem Pop-Zobel gesanglich Paroli bieten kann. Beindruckend!!
„Death Voice“

JUB
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