TWYSTER-Spezial vom 30. August 2005 (Interview)




TWYSTER
"Xplode"
Erschienen: 2005
Label: Massacre/Soulfood
Homepage: www.twyster.de
TWYSTER - Xplode On Air: "The Fury"/"Xplode"/"The Cloven Hoof"/"Thunderland"/"Dying Eyes"/"Valhalla"/"Sinister Grin"/"Follow The Storm"/"Side By Side"

Ein Stern geht auf und droht im selben Moment zu verlöschen. Denn daß der Heavy Metal von TWYSTER jene Faszination ausstrahlte, die die Band aus dem Wust der Power-Metal-Armee heraushob, lag nicht zuletzt an der einzigartigen Stimme von Sängerin Coco. Die ist leider nicht mehr dabei. Was tun? Whiteskull haben sich nach dem Weggang von Frederica DeBoni einen Sänger geholt und sind gnadenlos abgekackt. Natürlich lag das auch ein wenig an den immer schwächer werdenden Songs. Wie soll es nun bei TWYSTER weitergehen? Wieder eine Sängerin? Wir dürfen gespannt sein.
Denn mit den beiden Alben "Lunatic Siren" und jetzt "Xplode" hat die Band mächtig vorgelegt. Zwar ist das Songmaterial auf der aktuellen Scheibe nicht mehr durchgehend brillant. Aber selbst schwächere Nummern wie "Icon Of Steel" oder die Ballade "Follow The Storm" sind immer noch besser als vieles von dem, womit andere Metal-Acts aus dem melodischen Power-Bereich ganze Alben füllen.
Auffällig ist, daß "Xplode" gegenüber dem Vorgänger an Härte zugelegt hat. Streckenweise wird nahezu speedmetallisch Lack gemacht. Dabei ballern die Gitarren und donnert das Schlagzeug, als hätte man Brachial-Ikonen der 80er Jahre vor sich. Überhaupt ist der klare und unmißverständliche Heavy-Metal-Stil der Zeit zwischen 1980 und 1985 allgegenwärtig. Da kann man NWOBHM ebenso zu Rate ziehen wie das Matrial der deutschen Vorrreiter zu jener Zeit. Damit soll allerdings nicht behauptet werden, TWYSTER hätten abgeschrieben. Vielmehr hätte die Band damals als Bereicherung gut hineingepaßt.
Und daß Coco stimmlich eine Ausnahme ist, mit ihrem warmen Timbre vermutlich auch Folk oder Punk singen könnte, sagte ich bereits.

9 von 10

JUB



JOURNEY
"Generations"
Erschienen: 2005
Label: Frontiers/Soulfood
Homepage: www.journeymusic.com
JOURNEY - Generations On Air: "In Self-Defense"

JOURNEY war immer jene Band, die den ein oder anderen Hit landete. Dieser dann der totale Knaller war, der Rest des Schaffens der Band aber nie so recht was reißen konnte. Zuviel Mittelmaß? Ich würde es eigentlich nicht so nennen, vielmehr paßte der Mainstream-Sticker nie so recht ans Revers der Band, denn of waren die Melodien der Band doch recht verschroben, so daß pubertierende Mädchen (diese Klientel stellte Ende der 70er einen Großteil der Fanbase) damit eigentlich kaum etwas anzufangen wußten. Und von Material á la "Wheels In The Sky" sind JOURNEY auf ihrem aktuellen Album einmal mehr ganz weit entfernt. Nicht daß das von Nachteil wär, denn Songs wie "Knowing That You Love Me" (bluesige Ballade) oder "Believe" (beinahe progressiv) sind von äußerst hoher Qualität. Und doch - da ist es wieder, die nostalgische Erwartungshaltung. Ein "Lights" hätte den Mannen um Neal Schon durchaus gut zu Gesicht gestanden.
Aber abgesehen von dieser Betrachtung über kommerzielle Hits, bietet "Generations" alle typischen JOURNEY-Trademarks, wozu auf jeden Fall die grandiose Gitarren-Arbeit eines Neal Schon und der nur allzu typische Satzgesang gehören. Auch eine markante Frontstimme muß her, wenn Steve Perry schon nicht mehr dabei ist. Und die steuert Steve Augerti bei (manchmal hat er sogar etwas von Perry).
Mit "Generations" spielen JOURNEY garantiert weiter ganz oben mit, allerdings fehlt etwas mehr Spontaneität, um mitzureißen. Zuviel kopflastiger Job, zu wenig Unbekümmertheit. Aber das kann man Künstlern, die seit 30 Jahren auf der Bühne stehen, wahrlich nicht vorwerfen.

7 von 10

JUB



DRAGONLAND
"Starfall"
Erschienen: 2004
Label: Century Media/Magic Arts
Homepage: www.dragonland.se
DRAGONLAND - Starfall On Air: "The Dream Seeker"

"Starfall" ist die bereits dritte Veröffentlichung der schwedischen Band DRAGONLAND. Hierzulande sind die Jungs noch eher ein unbeschriebenes Blatt, in Japan selbstverständlich schon Superstars. Das verwundert nicht weiter, wenn man die musikalische Ausrichtung der Band kennt. Hier treffen ausladende Refrains mit glockenheller Stimme vorgetragen, meisterliche Gitarren/Keyboard-Duelle, schnelles und balladeskes Liedgut aufeinander. Zweifelsohne wird diese Mischung in der Melodic/Speed/Power-Metal Szene seine Hörer finden. "Brutaler" als Stratovarius ist der Metal von DRAGONLAND alle male. Die Melodien sind noch lange nicht so ausgetreten wie bei den Finnen. Auch sind die Leads mit Mühe zum Abwechslungsreichtum gespielt, doch haben Time Requiem, Evergrey oder Silent Force die besseren Songs im Gepäck und gehen mit ihrer Musik noch um vieles eigenständiger zur Sache.
6 von 10

THOMAS



ALTARIA
"Divinity"
Erschienen: 2004
Label: Metal Heaven/Soulfood
Homepage: www.altariamusic.com
ALTARIA - Divinity On Air: "Try To Remember"

Bei all den Folk/Black/Pagan/Gothic- Bands aus Finnland dürfen wir nicht vergessen, daß die Finnen ja auch eine nicht unerhebliche Melodic-Metal-Vergangenheit haben. Zumindest, was man so Vergangenheit nennt. Da sei nur an Stratovarius erinnert. Von denen kann man halten, was man will. Aber ihre ersten Alben waren ja so schlecht nicht. Logisch, daß das auch Nachahmer auf den Plan ruft. In diesem Fall sind das ALTARIA, die fett mit Keyboard-Sounds posen und auf ihren zweiten Album "Divinity" so richtig schwülstige Melodien auf der Pfanne haben. Das ist zum Teil recht nett, aber nie wirklich etwas für Heavy-Metal-Fans. Ständig hat man Sorge, die beiden Dicken in der Band, würden ihre Wänste rhythmisch aneinanderreiben. Dabei stellen sich mir die Nackenhaare auf. Also seien an dieser Stelle die Fähigkeiten der Musiker gelobt. Die Songs selber sind doch eher was für Weichhoden. Auch wenn ich soetwas eigentlich nicht zum Kriterium für die Qualität von Musik machen möchte. Aber ALTARIA schwurbeln einfach zuviel.
5 von 10

JUB
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