Der König hat in seiner bisherigen
Karriere noch nie eine schlechte Platte abgeliefert. Dabei ist der gebürtige
Däne nun schon seit über 20 Jahren im Geschäft. Das ist
eine Bilanz, die nur wenige Bands vorzuweisen haben. Zwar schwankte die
Qualität der Outputs, doch so richtige Enttäuschungen waren nie
dabei. Des Königs letzte Platte, „Abigail II“, war eine dieser Platten,
die zwar in KING DIAMONDs Karriere notwendig war (ging es doch um die Fortsetzung
der „Abigail“-Story), gut gemacht war und für Gruselstimmung sorgte,
doch von der Art, wie sie komponiert war, eher eine der progressiveren
Platten war. Es wurde also mal wieder Zeit für eine Scheibe, die gleich
beim ersten Durchlauf das Blut in den Adern gefährlich nahe an den
Gefrierpunkt bringt. Und seine Hoheit ließ sich nicht lumpen und
spendierte seinem Gefolge eine CD, die wahrhaft das Prädikat „königlich“
verdient. Müßig zu erwähnen, daß es sich bei „The
Puppet Master“ einmal mehr um eine Horror-Konzeptplatte handelt. Diese
balanciert wieder auf dem schmalen Grat zwischen Einfältigkeit und
echtem Horror. Aber genau das will ich vom King hören.
Die gesamte Story erzählt Euch
der King diesmal höchstselbst auf der beigelegten Bonus-DVD. Doch
dazu später mehr. Die Songs warten mit einer gesunden Mischung aus
der Theatralik solcher Alben wie „Conspiracy“ oder „The Graveyard“ auf
der einen Seite, und der Eingängigkeit von „The Spiders Lullaby“ und
„House Of God“ auf der anderen Seite auf. Dabei schrieb der Meister Melodien,
die echt nicht mehr aus den Ohren wollen, wenn sie diese einmal erreicht
haben. Als ob das nicht genug wäre, lud King sich eine bezaubernde
weibliche Gaststimme ins Studio ein, um den Charakter der „Victoria“ besser
darstellen zu können. Die Dame hört auf den Namen Livia Zitá
und ist eine echte Bereicherung der CD. Sie singt, als sei sie die eineiige
Schwester des Kings. Sollte sich bei Dir keine Gänsehaut einstellen,
wenn dieses dämonische Duo zu singen anfängt, dann solltest Du
zum Arzt gehen, womöglich bist Du taub. Songs wie „Blue Eyes“, „Emerencia“
oder „Darkness“ solltest Du als Anspieltips beherzigen, da sie den Charakter
der Platte am besten wiederspiegeln.
Die CD kommt in edler Digipack-Aufmachung
mit Schwarz/Silber-Druck daher. Als Gimmick am Rande (so war es ursprünglich
gedacht) liegt noch eine DVD bei, auf welcher der König zusehen ist,
wie er in Bühnenoutfit und Schminke die Geschichte des „Puppet Master“
erzählt. Dabei offenbaren sich ungeahnte schauspielerische Talente
des Wahl-Amis. Seht das Teil am besten Nachts, wenn der Fernseher die einzige
Lichtquelle im Raum ist. Dann werdet ihr merken, daß es sehr schwierig
wird, den Ausführungen des Kings nicht wie gebannt zu folgen. Der
Mann lebt seine Musik und seinen Charakter, den er auf der Bühne darstellt.
Er weiß um sein Charisma und setzt es gekonnt ein, um Euch eine Gänsehaut
nach der andern zu verschaffen. Versprochen! „The Puppet Master“ ist ein
Highlight in der Karriere KING DIAMONDs und ein Highlight auf dem CD-Markt
der letzten zwei Jahre. 10 von 10
THOMAS
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