"Audienz beim König"

Das KING DIAMOND-Interview vom 31. August 2004

(Teil I)

KING DIAMOND
"The Puppet Master"
Erschienen: 2003
Label: Massacre Records/SoulFood
Homepage: www.covenworldwide.org
KING DIAMOND - The Puppet Master On Air: "Emerencia" / "Blue Eyes" / "Blood To Walk" / "Darkness"
Der König hat in seiner bisherigen Karriere noch nie eine schlechte Platte abgeliefert. Dabei ist der gebürtige Däne nun schon seit über 20 Jahren im Geschäft. Das ist eine Bilanz, die nur wenige Bands vorzuweisen haben. Zwar schwankte die Qualität der Outputs, doch so richtige Enttäuschungen waren nie dabei. Des Königs letzte Platte, „Abigail II“, war eine dieser Platten, die zwar in KING DIAMONDs Karriere notwendig war (ging es doch um die Fortsetzung der „Abigail“-Story), gut gemacht war und für Gruselstimmung sorgte, doch von der Art, wie sie komponiert war, eher eine der progressiveren Platten war. Es wurde also mal wieder Zeit für eine Scheibe, die gleich beim ersten Durchlauf das Blut in den Adern gefährlich nahe an den Gefrierpunkt bringt. Und seine Hoheit ließ sich nicht lumpen und spendierte seinem Gefolge eine CD, die wahrhaft das Prädikat „königlich“ verdient. Müßig zu erwähnen, daß es sich bei „The Puppet Master“ einmal mehr um eine Horror-Konzeptplatte handelt. Diese balanciert wieder auf dem schmalen Grat zwischen Einfältigkeit und echtem Horror. Aber genau das will ich vom King hören.
Die gesamte Story erzählt Euch der King diesmal höchstselbst auf der beigelegten Bonus-DVD. Doch dazu später mehr. Die Songs warten mit einer gesunden Mischung aus der Theatralik solcher Alben wie „Conspiracy“ oder „The Graveyard“ auf der einen Seite, und der Eingängigkeit von „The Spiders Lullaby“ und „House Of God“ auf der anderen Seite auf. Dabei schrieb der Meister Melodien, die echt nicht mehr aus den Ohren wollen, wenn sie diese einmal erreicht haben. Als ob das nicht genug wäre, lud King sich eine bezaubernde weibliche Gaststimme ins Studio ein, um den Charakter der „Victoria“ besser darstellen zu können. Die Dame hört auf den Namen Livia Zitá und ist eine echte Bereicherung der CD. Sie singt, als sei sie die eineiige Schwester des Kings. Sollte sich bei Dir keine Gänsehaut einstellen, wenn dieses dämonische Duo zu singen anfängt, dann solltest Du zum Arzt gehen, womöglich bist Du taub. Songs wie „Blue Eyes“, „Emerencia“ oder „Darkness“ solltest Du als Anspieltips beherzigen, da sie den Charakter der Platte am besten wiederspiegeln.
Die CD kommt in edler Digipack-Aufmachung mit Schwarz/Silber-Druck daher. Als Gimmick am Rande (so war es ursprünglich gedacht) liegt noch eine DVD bei, auf welcher der König zusehen ist, wie er in Bühnenoutfit und Schminke die Geschichte des „Puppet Master“ erzählt. Dabei offenbaren sich ungeahnte schauspielerische Talente des Wahl-Amis. Seht das Teil am besten Nachts, wenn der Fernseher die einzige Lichtquelle im Raum ist. Dann werdet ihr merken, daß es sehr schwierig wird, den Ausführungen des Kings nicht wie gebannt zu folgen. Der Mann lebt seine Musik und seinen Charakter, den er auf der Bühne darstellt. Er weiß um sein Charisma und setzt es gekonnt ein, um Euch eine Gänsehaut nach der andern zu verschaffen. Versprochen! „The Puppet Master“ ist ein Highlight in der Karriere KING DIAMONDs und ein Highlight auf dem CD-Markt der letzten zwei Jahre. 10 von 10
THOMAS

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