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19.06.2007
ABGEHÖRT

Aktuelles Metal-Material vorgestellt


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GODDESS SHIVA (SABOL SINNER SCHMIDT)
“Goddess Shiva“

On Air: „Barefoot And Naked”

GODDESS SHIVA (SABOL SINNER SCHMIDT)

 

So klar sich GODDESS SHIVA im Rock und Heavy Metal der 70er Jahre bewegen, so rätselhaft sind ihre musikalischen Querverweise, die man in dieser Deutlichkeit bei gestandenen Leuten wie Mat Sinner (Sinner, Primal Fear) oder Armin Sabol (Produzent und leidenschaftlicher Gitarrist), gar nicht für möglich gehalten hätte. “Down On Luck” zitiert zum Beispiel mehrere Thin-Lizzy-Songs, um dann am Ende gar mit der Titelzeile jener von “Hollywood (Down On Your Luck)” nahezukommen. Das Instrumental “Ali Baba” wird dreist mit dem Riff von The Sweets “Love Is Like Oxygen” eingeleitet, so daß man im ersten Moment eine Cover-Version vermuten möchte. Auch die übrigen Stücke auf dem selbstbetitelten Debüt von GODDESS SHIVA sind voller Scorpions, Gary Moore, Kiss, Saxon usw. Das muß Absicht gewesen sein.
Debüt ist zwar richtig, die Geschichte der Band unter dem Namen Shiva beginnt allerdings schon im Jahr 1977, als Sinner und Sabol selbige Gruppe aus der Taufe hoben. Es soll einige spektakuläre Live-Auftritte gegeben haben, jedoch zur Aufnahme eines Albums sei es nie gekommen. 1980 lief man wieder auseinander, um doch tatsächlich mit der Unterstützung von Schlagzeuger Martin Schmidt ein weiteres Mal durchzustarten. Und obwohl zwischen Shiva und GODDESS SHIVA 27 Jahre liegen, klingt das Trio nicht nur wegen der dreisten Plagiate wie eine Band, die direkt aus den späten 70ern zu uns transferiert wurde. Stellt diese Band neben eine der vielen Retro-Truppen, und Ihr wißt, wo der Unterschied zu suchen ist. Nehmt nur die Ballade “Same Old City” mit ihrem Endlos-Solo – wer macht heute sowas noch. Und vor allem mit diesem Gefühl. Oder der Blues “Barefoot And Naked” – wirklich großartig.
Das selbstbetitelte Album ist jenes verdiente Erstlingswerk, das der Band 1979 gebührt hätte. Schön, daß diese alten Säcke es nach all den zigtausend Einflüssen immer noch verstehen, Musik aus dem Bauch jener Jungen zu machen, die noch in ihnen schlummern.

 

Erschienen: 2007
Label: Metal Heaven/Soulfood
Homepage: www.goddess-shiva.com

Wertung: 9 von 10

JUB