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17.02.2009
ABGEHÖRT

Aktuelles Metal-Material vorgestellt


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POSTMORTEM
“Constant Hate“

On Air: „Hate, Kill, Destroy”

POSTMORTEM

 

Hui, die legen los, wie von einem Rudel Wölfe gehetzt. POSTMORTEM schwingen auf ihrer neunten Veröffentlichung (Demos und EPs inklusive) einmal mehr den Death/Thrash-Hammer, daß es einem die Schädeldecke abreißt. Und nicht nur das. Die Berliner Band geht dabei nicht etwa stumpf vor, sondern offenbart eine bemerkenswerte Abenteuerlust im Songwriting. Manchmal möchte man allein über die Arrangement-Ideen schmunzeln („Killing Days“), weil diese sympathischen Verrücktheiten einem unwillkürlich ein Lächeln auf die Lippen drücken. Und bei all dem aggressiven Gerüpel tut sich besonders Sänger Putz hervor, der sich so ziemlich alles aus dem Hals sing, was er an Innereien zu bieten hat.
„Constant Hate“ macht höllisch Fez und ist ein Album für momentane Dauer-Rotationen. Und ich wette, Ihr kramt das Teil auch in ein paar Jahren immer wieder hervor.
POSTMORTEMs Beste? Vielleicht.

 

Erschienen: 2008
Label: War Anthem Records
Homepage: www.postmortem.de

Wertung: 9 von 10

JUB


CANNIBAL CORPSE
“Evisceration Plague “

On Air: „Carnivorous Swarm”

CANNIBAL CORPSE

 

Jene, die einst Vorreiter, sind irgendwann nur noch „einer unter vielen“. Das ist der Lauf der Dinge, denn der Erfolg der Pioniere liegt ja nicht zuletzt darin begründet, daß die Jungen ihnen nacheifern, um so zu klingen wie die Vorbilder. Und ohne, daß man sagen könnte, wann es soweit ist, gehören die Erfinder eines Trends nur noch dazu.
Bestes Beispiel sind CANNIBAL CORPSE, die über Jahre die unangefochten unerreichbaren Death-Metal-Götter waren, denen jede zweite Band auf die Finger glotzte. Es war irgendwann müßig zu sagen: „Klingen wie …“. Und auf einmal war das alles gar nicht mehr so neu und spannend, was die Urväter des hyperhektischen und technischen Death Metal an Neuveröffentlichungen vorlegten. Plötzlich mußten sie mit jenen konkurrieren, die so klangen wie sie selbst.
Ob die Band das – kommerziell gesehen – unbeschadet überstanden hat, sei mal dahingestellt. Im künstlerischen Sinne wirken die Death-Metal-Helden allerdings unbeirrt, denn „Evisceration Plague“ ist durch und durch ein gelungenes Album, das sich weder hinter den Meilensteinen der Band, noch hinter Neuerscheinungen von Genre-Kollegen verstecken müßte. Ultrabrutal wird hier ebenso zwingend gegroovt wie die Band im vollen Bewußtsein ihre Macht eiligst Noten herunterdrischt, daß man die einzelnen Nuancen gar nicht mehr wahrzunehmen vermag. CANNIBAL CORPSE geben sich anno 2009 weniger vertrackt, wenngleich ein technischer Anspruch in den Songs unüberhörbar bleibt. Diese Nuance wurde aber ehr songdienlich verarbeitet. Und so ist am Ende eine Scheibe entstanden, die dem klassischen CANNIBAL-CORPSE-Fan ein Stein vom Herzen rollen lassen dürfte. Und die Jung-Fans müssen achtungsvoll den Hut ziehen.

 

Erschienen: 2009
Label: Metal Blade
Homepage: www.cannibalcorpse.net

Wertung: 8 von 10

JUB


EATLIZ
“Violently Delicate“

On Air: „Bolsheviks”

EATLIZ

 

Also, wenn ich auf das Stichwort Israel spontan etwas sagen sollte, fielen mir die Klagemauer, orthodoxe Juden, rollende Panzer und schwerbewaffnete Soldaten ein. Zu diesem Bild will eine Band wie EATLIZ überhaupt nicht passen. Überhaupt will bei der eigentlich prinzipiell nichts passen. Fünf Musiker, die irgendwie wie Typen zwischen Hippie und Indie-Rocker wirken, eine streng frisierte Frau, die ganz unorthodox fast schon ordinär ihre Reize in die Waagschale wirft und ein Bandname, der hebräisch blöd klingt, auf Deutsch „Schlachthaus“ bedeutet und mit der Musik der Band überhaupt nichts zu tun zu haben scheint. Das comic-hafte Cover mit dem kleinen Mädchen, das mit blutigen Fleischbrocken spielt, scheint uns eine Brücke bauen zu wollen. Die wird aber sofort mit dem Opener „Bolsheviks“ wieder eingerissen, denn EATLIZ entpuppen sich als eine Band, die Musik erschaffen hat, die man getrost zwischen Indie Rock und brachialem Prog Metal einordnen kann. Dabei klingt Sängerin Lee Triffon wahlweise nach Siouxie Sioux, Björk oder Gwen Stefani. Damit ist das Spektrum der Israeliten allerdings längst nicht umrissen. Kommen sie uns auf der einen Seite hin und wieder orientalisch, pfeffern sie uns im nächsten Moment den krassesten Jazz Rock um die Ohren. Das ist immer äußerst komplex, bleibt aber selbst für Supermarkt-Musik-Konsumenten nachvollziehbar. Wie die das machen, ist mir nicht ganz klar, funktioniert aber.
Megaentdeckung diese Band. Und so was kommt ausgerechnet aus Israel.

 

Erschienen: 2008
Label: Anova
Homepage: www.myspace.com/eatliz

Wertung: 9 von 10

JUB


ABSU
“Absu“

On Air: „The Absu Of Eridu & Erech”

ABSU

 

Da sind die US-Black-Metal-Pioniere ABSU bei ihrer neuen Veröffentlichung aber voll auf Nummer sicher gegangen. Zum einen trägt das Album den Namen der Band, als würde es sich um ein Debüt handeln. Zum anderen gibt es zu allem Überfluß noch den Song „The Absu Of Eridu & Erech“, um das „Absu“-Ding vollkommen zu machen. Wenn man allerdings bedenkt, daß die Amis vor sieben Jahren das letzte Mal von sich hören ließen, ist diese Breitseite verständlich. Aber Alt-Fans werden die neue Scheibe eh völlig begierlich an sich reißen, denn sie wissen, was sie von ihren Helden zu erwarten haben. Wer ABSU bisher nicht kannte (und davon wird es einige geben, denn gerade im Black Metal rückt immer wieder neues Junggemüse nach), der dürfte – nachdem er so massiv mit der Nase drauf gestupst wurde – in ABSU eine grandiose Black/Thrash-Band für sich entdecken, die mühelos weiterhin (oder wieder?) in der ersten Liga mitspielt.
“Absu“ ist vollgepackt mit Songs der heftigsten Art. Rasant werden die Riffideen heruntergeschlagen, gespickt mit einem rhythmisch-brutalen Gehacke, daß es selbst Death-Metal-Bands zur Ehre gereichen würde, solche Stücke im Repertoire zu haben. Nicht zu vergessen, die zum Teil äußerst abgehobenen Arrangements. Man nehme nur den Synthesizer-Überfall in „Of The Dead Who Never Rest In Their Tombs Are The Attendance Of Familiar Spirits“, der die Nummer am Ende dramatisch zu überhöhen versteht. Solche Sachen passieren auf „Absu“ immer wieder, so daß man mal gut ein paar Wochen zu tun haben kann, um die ABSU-Welt ganz für sich zu erschließen. (Obwohl das wohl nie so richtig gelingen wird.)
“Absu“ macht deutlich, daß die Amis vitaler denn je sind. Trotz des momentan mal wieder deutlichen Überangebots an Black-Metal-Bands aus Europa werden ABSU mit diesem Album ein klares Wort mitzureden haben.

 

Erschienen: 2009
Label: Candlelight/Soulfood
Homepage: www.absu.us

Wertung: 9 von 10

JUB


(V.E.G.A.)
“Alienforest – A Sick Mind`s Hologram“

On Air: „Kill Me”

(V.E.G.A.)

 

Im allgemeinen Webseitenwald werden für (V.E.G.A.) Bewertungen zwischen 0 und 100 Punkte drin sein. Solche Polarisierung setzt eine äußerst exaltierte Spielauffassung voraus. Und die ist bei diesen Italienern unbedingt vorhanden. Wir konnten an dieser Stelle ja bereits den Zweitling von (V.E.G.A.), „Cocaine“ (2002), vorstellen, und in meinen Ohren klang das Zeug der Band wie eine Offenbarung. Jetzt veröffentlichen die Franzosen von Debemur Morti das (V.E.G.A.)-Debüt, „Alienforest – A Sick Mind’s Hologram“, aus dem Jahre 2000, was endlich erneut einer breiteren Hörerschaft die Möglichkeit bietet, dieses musikalische Kleinod zu erfahren. Denn das, was Ravèz (voc, g, synth), Janos (voc, dr) und Kekoz (bg) auf „Cocaine“ boten, klang zwei Jahre zuvor nicht anders. Bereits „Alienforest …“ war ein Zusammenprall von extremstem Black Metal, Industrial, Techno und Ambient. Puristen lehnen solche Konstellationen bekanntlich ab, wie (V.E.G.A.) allerdings das Elektronik-Equipment einsetzen, ist atemberaubend. Es steht den Gitarrenrasereien in Aggressivität in nichts nach. Vielmehr gelingt es der Band, mit dem Synthi-Material eine frostige Düsternis zu erzeugen, daß einem das Blut in den Adern gefrieren will. „Fish, Smoke & Satan“ und „Absence“, die beide unmittelbar aufeinanderfolgen, verdeutlichen jene zwei Welten, die hier zusammenkrachen, stellen aber zugleich klar, wie sehr sich beides verträgt und im musikalischen Kosmos von (V.E.G.A.) sogar ergänzt. Für diese Italiener zählt nur, was bis an die Grenzen des Erträglichen extrem ist. Und so sind sie musikalisch nie recht zu greifen.
Ebensowenig bei den vermittelten Bildern. Absurditäten wie „Plastiktaschen“, „Willkommen“ und „Marianne“ stehen gleichberechtigt neben „Kill Me“, „Pulse Blood Pulse“ oder „Ocean Woods“. Faszinierend und erschreckend zugleich. Sie werden Euch erhöhen oder zerreißen.

 

Erschienen: 2008/2000
Label: Debemur Morti
Homepage: www.vega-korporation.com

Wertung: 10 von 10

JUB


BORNHOLM
“… On The Way Of The Hunting Moon“

On Air: „Hymn To The Forgotten Pagan Gods”

BORNHOLM

 

Ganz Europa ist im Pagan-Rausch. Zumindest könnte man das meinen, betrachtet man als Pagan-Metal-Fan die unmittelbaren Szene-Entwicklungen. Aber selbst wenn die Anzahl jener Leute, die sich auf alte Werte und ursprüngliche Mythen besinnen im Vergleich zu den Massen an Menschen, die in Europa leben, ziemlich gering ist, wächst sie doch stetig. Auch in Ungarn gibt es bereits seit Jahren einen Hang zu der vorchristlichen Geschichte. Belegt hier an dieser Stelle durch die Gruppe BORNHOLM. Die orientiert sich auf „… On The Way Of The Hunting Moon“ stark an Vorbildern aus Skandinavien. So hat der Titelsong zum Beispiel hörbar etwas von Satyricon zu „Mother North“-Zeiten.
Die Songs sind vor allem getragen bis hymnisch, verbreiten durchaus einen Hauch von Schwermut, können aber auch anöden. Da meine ich speziell das unendlich wirkende Akustik-Geklimper von „Orlog (The Norn`s Chant)“, bei dem es sich um uninspiriertes Gezupfe handelt. An diesem Song wird deutlich, daß BORNHOLM 2005 längst nicht soweit waren, ein ganzes Album mit guten Songs zu gestalten, denn dieses Stück ist bei einer Gesamtspielzeit der CD von rund 35 Minuten pure Zeitschinderei.

 

Erschienen: 2005
Label: Melancholia Records
Homepage: www.bornholm.hu

Wertung: 6 von 10

JUB


BLACK, THE
“The Priest Of Satan“

On Air: „Black Blood”

BLACK, THE

 

Wenn altes Material kultiger Black-Metal-Bands der Versenkung enthoben wird, pumpt das Blut der Die-Hard-Fans stärker durch die Adern. Denn wie hätte man zum Beispiel an das 1993 aufgenommene Zeug von THE BLACK kommen sollen, das unter dem Titel „The Priest Of Satan“ von dem mitteldeutschen Label Miriquidi Productions wiederveröffentlicht wird. Und wir haben es hier ganz klar mit einer schwarzen Perle zu tun. Ja, so klangen damals die Black-Metal-Kapellen des Undergrounds: rumpelig, aggressiv, kompromißlos satanistisch, haßerfüllt. Die Qualität des Sounds spielte eine untergeordnete Rolle, ebenso, ob man nun immer rhythmisch sauber spielte. Alles wurde dem Extremen geopfert.
Trotzdem offenbaren THE BLACK in den Songs von „The Priest Of Satan“ genügend musikalisches Verständnis, um die Stücke musiktheoretisch aufzubauen. Hier wird nicht nur blindwütig geheizt, vielmehr gibt es dramatische Strukturen, die langsame und getragene Parts ebenso mit einschließen wie die Verwendung eines Keyboards. Die Infos im Booklet der CD sind einmal mehr fast Null. Man bekommt lediglich ein „Fuck Off And Die In Hell“ entgegengeschleudert. Aber das kennt man vom Schwarzmetall-Underground ja zur Genüge.

 

Erschienen: 2008/1994
Label: Miriquidi Productions
Homepage:

Wertung: 8 von 10

JUB


FEN
“The Malediction Fields“

On Air: „A Witness To The Passing Of Aeons”

FEN

 

Das ist durchaus nicht schlecht, was die Engländer von FEN da auf „The Malediction Fields“ gebannt haben. Musik zwischen epischem Pagan und harschem Black Metal, angereichert mit Gothic- und Ambient-Pomp, zusammengefaßt in komplexen Strukturen, die beinahe jedem Stück eine packende Dynamik verleihen. Allerdings mangelt es den Musikern hier und da an bestimmten Fähigkeiten, die notwendig wären, um das musikalische Konzept umzusetzen. Die größte Schwäche von FEN ist der klare Gesang. Was sich im Opener „Exile`s Journey“ bereits andeutet, wird in „Colossal Voids“ zur Gewißheit: der Band fehlt ein Sänger mit Melodiegefühl. Wie die Stimme hier um die Noten eiert, ist zum Herzerbarmen. Dieses Manko ist umso bedauerlicher, da die Songs mit ihren schwermütigen Melodien geradezu nach einer wehleidigen und vor allem eindrucksvollen Gesangsstimme schreien.
Deshalb kommt es bei FEN auch noch definitiv besser, wenn heiser gekrächzt wird, was wiederum für Klangteppiche vom Schlage „The Warren“ passender ist. Dieses Stück erinnert höllisch an die Viking-Metal-Phase von Bathory.

 

Erschienen: 2009
Label: Code 666
Homepage: www.myspace.com/fenband

Wertung: 7 von 10

JUB


CREATURE
“Feindtbild“

On Air: „Blasphemia”

CREATURE

 

Sollten in den zurückliegenden Monaten deutschlandweit ein paar Priester und Nonnen spurlos verschwunden sein, läßt sich langsam erahnen, wo ihre Überreste aufzufinden sind und welches Schicksal sie ereilte. Um sich auf diese CD mental einzustimmen, dürften die Mitglieder von CREATURE im Blut gläubiger Christen gebadet haben. Denn auf „Feindtbild“ (der Titel sagt alles) geht es mächtig zur Sache. Allein „Blasphemia“ ist eine Orgie aus Schleim und blutigem Fleisch.
Man kennt das von CREATURE. Die waren nie zimperlich, allerdings scheinen sie mit „Feindtbild“ noch einen draufsetzen zu wollen. Aber, welche Aufgabe sonst hätte Black Metal.
Apropos Black Metal: So eindeutig ist das diesmal gar nicht, denn die deutsche Band bewegt sich so manches Mal in Regionen, die vermuten lassen, daß CREATURE von Zeit zu Zeit auch Death-Metal-Platten auflegen. Dieser Eindruck entsteht meist dann, wenn das Quintett schwerfällig wütet. Und das macht es recht häufig.
Auf jeden Fall düsen die Typen von CREATURE nicht irgendwo im verschleiernden Dunst des Anspruchs herum, sondern bolzen los, daß sich auch die hartnäckigste Verstopfung löst. Das ist zwar manchmal etwas hölzern, paßt in den Kontext des Albums aber hervorragend hinein.

 

Erschienen: 2008
Label: Eichenthron
Homepage: www.creature666.de

Wertung: 8 von 10

JUB


IXXI
“Elect Darkness“

On Air: „Sinrush”

IXXI

 

„Detlef, ich bitte Dich, geh doch für mich – auf den Strich“. Genau an diese Textzeile dachte ich zuerst, als mir die CD „Elect Darkness“ von IXXI in die Hände fiel. Jaja, wer erinnert sich noch an die kleine blonde NDW-Maus Ixi, die einst den schwulen Detlef

auspressen wollte und die Halbwertzeit von Knutschflecken besang? Nun, mit dieser Ixi haben IXXI (übrigens auch keine römische Zahl), nichts zu tun. Mit Schwuchteln und Hämatomen geben die sich auch nicht ab. Vielmehr sind IXXI Norweger und machen – ja, was machen die eigentlich? In der Quintessenz sicher eine Art Black Metal. Der ist dann aber mit Death-Metal-Gitarren wuchtiger gemacht worden und hat eine manchmal recht – sagen wir – rockende Schlagseite. Deshalb sind die Songs auf „Elect …“ nicht etwa lasch. Extrem-Fans kommen durchaus auf ihre Kosten, nur wird es sicher nicht so leicht, den typischen Black-Metal-Fan gleich zu begeistern. Wenn man allerdings mit IXXI warm geworden ist, stellt die Band mit ihrer Musik eine echte Bereicherung dar. Man muß sich ja nicht an Hörgewohnheiten klammern.

 

Erschienen: 2009
Label: Candlelight/Soulfood
Homepage: www.myspace.com/ixxiofficial

Wertung: 7 von 10

JUB


HER WHISPER
“The Great Unifier“

On Air: „Schadenfreude”

HER WHISPER

 

Die Schweden HER WHISPER kommen mit ihrem dritten Album, „The Great Unifier“, sehr professionell daher und machen auf den ersten Anschein einen super Eindruck, der durch die Gastaktivität von Mike Wead (King Diamond) noch verstärkt wird. Leider ist das Ganze trotz der unterschwellig düsteren Atmosphäre doch eher nur warme Luft. Die Musik säuselt so vor sich her, und dann plötzlich ist sie im Nichts verschwunden. Anstelle von Mike Wead hätte auch die gichtkranke Oma des Fronters das Gast-Solo zocken können, denn - wenn auch bestimmt mit Klasse gespielt - fällt es kaum ins Gewicht. Die Musik von HER WHISPER, die im Dark-Metal-Bereich anzusiedeln ist, hinterläßt bei mir kaum Aha-Effekte. Leider, denn Potential ist vernehmbar und ich denke, da könnte man noch so einiges herausholen aus den Schweden. Ob diese Musik genug Kraft besitzt, um auch in zwei Jahren noch den Weg in die CD-Player der Hörerschaft zu finden, ist fraglich.

 

Erschienen: 2008
Label: STF Records
Homepage: www.herwhisper.net

Wertung: 4 von 10

MARTIN


HOUSEMASTER
“Il Giudice“

On Air: „Il Giudice”

HOUSEMASTER

 

Das Italien in Sachen Metal ordentlich Potential hat, haben schon unzählige Bands bewiesen, und hier kommt ein weiterer Beweis auf uns zu: HOUSEMASTER. Traditioneller Metal mit rockenden Beats und einer guten Portion Humor. Daß der Gesang ab und zu etwas von Eiern in einem Schraubstock hat, ist von den fünf Spaghetti-Freunden beabsichtigt und soll dem Ganzen einen traditionellen Touch geben. Danke an HOUSEMASTER, daß sie diese Schreie nur selten einsetzen.
„Il Giudice“ kann man guten Gewissens empfehlen mit dem Zusatz, daß die Scheibe recht kurz ist und wohl nur den beinharten Metallern was bietet. Also an alle Emo-Screamo-Affen: Finger weg – Ihr versteht das nicht!!!

 

Erschienen: 2007
Label: Heartbeat Studio/SIAE
Homepage: www.housemasterband.it

Wertung: 8 von 10

MARTIN


HIMSA
“Summon In Thunder“

On Air: „Hooks As Hands”

HIMSA

 

So schnell kann`s gehen: 2007 noch ein amtliches Album aufgenommen und dann nicht mal ein Jahr später schon das Zeitliche gesegnet. Gerade jetzt, wo doch eine Musik wie sie HIMSA machen, auf dem aufsteigenden Ast ist: Death Thrash Metal mit modernem Anschlag aber immer noch so riffig und rauh, daß es auch den Leuten der alten Schule gefällt. So muss es klingen.
Schade eigentlich, daß sich die fünf Metaller aus Seattle einfach so aufgeben und uns nicht mehr an ihren musikalischen Ergüssen teilhaben lassen wollen. Zumindest nicht in dieser Konstellation.

 

Erschienen: 2007
Label: Century Media
Homepage: www.himsa.org

Wertung: 8 von 10

MARTIN


ANCIENT CREATION
“Evolution Bound“

On Air: „Carrion – The Horde”

ANCIENT CREATION

 

ANCIENT CREATION machen ihrem Namen alle Ehre. Sie vermeiden modernen Firlefanz, um einen "alten" metalischen Klang zu haben. Und sie wollen nur durch ihre Musik überzeugen. - Überzeugend sind sie in jeder Note. Nur selten findet man junge Bands, die auf den ganzen modernen Kram einen Haufen Scheiße kübeln und draufloszocken wie ihnen die Finger gewachsen sind. Es klingt old school und geil. Selbst die Produktion scheint direkt aus dem Jahre 1980 zu kommen. Etwas wird dann aber doch abgekupfert, dabei handelt es sich aber lediglich um ein paar Spielauffassungen, die zum Beispiel an Iron Maiden erinnern. „Carrion- The Horde“ macht das besonders deutlich. Ansonsten: Schön, daß es so etwas noch gibt.

 

Erschienen: 2007
Label: Melissa Records
Homepage: www.ancientcreation.net

Wertung: 9 von 10

MARTIN


LINEAR SPHERE
“Reality Dysfunction“

On Air: „Division Man”

LINEAR SPHERE

 

Es gibt Alben, die hört man für sein Leben gerne und holt sie immer wieder hervor, um sie mit Vorfreude und etwas Aufregung einzulegen und sich eine gute Stunde vom Alltag zu entfernen und abzuschalten. Solch eine Platte ist „Reality Dysfunction“ leider nicht.
Eins vorweg, die Jungs die hier ans Werk gehen, haben ihre Notenblätter wahrscheinlich gefressen und sind mit einer Gitarre oder eben dem Schlagzeug zur Welt gekommen. Denn es erwartet einen eine Scheibe, die vor musikalischer Finessen, Taktwechseln und überraschender Klänge fast überquillt. Handwerklich auf höchstem Niveau, an mitreißende Grooves und Hooks ist dabei aber nicht zu denken. Fans von Cynic oder auch Dream Theater werden ihren Spaß daran haben, alle anderen sollten dann doch lieber schauen, ob sich nicht etwas Geradlinigeres im Plattenregal findet.

 

Erschienen: 2008
Label: Linear Sphere Records
Homepage: www.linearsphere.com

Wertung: 5 von 10

MARTIN


DEAD MEMORIES
“Drowning“

On Air: „Suicide”

DEAD MEMORIES

 

Die Nordmänner DEAD MEMORIES haben sich dem Death Metal verschrieben und versuchen, diesen mit mystischen und epischen Klängen anzureichern, was auch klappt, nur leider durch die etwas dürftige Produktion nicht die beabsichtigte Wirkung entfalten kann.
DEAD MEMORIES gehen darüber hinaus mit zwei Sängern ins Rennen, um ihren Sound gewaltiger und abwechslungsreicher zu gestalten, was aber nicht immer klappen will. Man kommt manchmal ins Grübeln, ob die Sache mit dem Zweitsänger nicht doch eher ein Dienst an einem guten Kumpel ist, der auch mal in einer Band singen wollte, denn wirklich Sinn macht das Doppel Stephan und Malte nicht.
Auf „Drowning“ erwartet den Hörer ein gute dreiviertel Stunde Durchschnitts-Death-Metal, der nur an wenigen Stellen aufhorchen läßt, ansonsten leider eher trüb aus den Boxen wabbert.

 

Erschienen: 2006
Label: Eigenproduktion
Homepage: www.dead-memories.de

Wertung: 5 von 10

MARTIN


 

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